Harald (AGM 5.4; FM 202; BM 8, BM 6; Abacus A-Box10, C-Box2)

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Bei Vorstellungen steht die persönliche, subjektive Erfahrungswelt des Verfassers im Vordergrund. Insbesondere soll die Vorstellung als "Visitenkarte" des Mitglieds gewürdigt bzw. respektiert werden. Dialoge sollten hier vorrangig mit dem Verfasser und nicht mit Dritten geführt werden. Siehe auch die Forumsregeln.

Beitragvon nihil.sine.causa » 18.05.2014, 01:13

Mehrkanal-Upgrade

Liebe Forumsfreunde,

lange habe ich hin und her überlegt, welche Surround-Lösung ich perspektivisch angehen soll. Eigentlich bin ich – was Mehrkanal betrifft – ein Freund von Computer-Lösungen und habe eine lange Zeit mit meinem RME Fireface UC in Verbindung mit JRiver gearbeitet. Auf die Dauer war der Klang des einfach via USB an den Computer angebundenen Fireface UC nervig. Recherchen und Tests nach einer Alternative (wie z.B. das Fireface UFX) haben mich aber nicht überzeugt, insbesondere wenn ich direkt mit dem G-Oppo 105 verglichen habe. Daher habe ich mich am Ende für den G-Oppo entschieden. Obwohl ich den G-Oppo ausschließlich für Mehrkanal einsetze, habe ich Gert sowohl das Stereo als auch das Mehrkanal-Upgrade machen lassen. Ich hatte das vorher schon einmal sehr genau vergleichen können. Auch im Mehrkanal-Betrieb profitieren die Front-Kanäle L/R sehr von der Qualität des Stereo-Upgrades.

Seit einiger Zeit verwende ich eine um 90° gekippte BM6 als Center. Ich habe sie so ausgerichtet, dass ihr Hochtöner auf Ohrhöhe sind genauso wie die Hochtöner der AGM 5.4 Hauptlautsprecher. Damit bekomme ich eine sehr überzeugende Bühnendarstellung. Die Feindynamik der BM6 ist dabei weniger gut differenziert als die der Haupt-LS. Daran kann ich in der Zukunft noch arbeiten. Für die Bedienung des Oppo wie auch für Videos habe ich einen einfachen 42 Zoll Flachbild-Fernseher auf den Boden gestellt. Damit ist der akustische Center zwar nicht in der Bildmitte lokalisiert, aber bei Musikvideos ist das Bild häufig sowieso nicht mit der Bühnendarstellung korreliert. Daher kann ich diesen Kompromiss gut eingehen. Kinogenuss ist damit zwar auch möglich – aber wenn es um die genauere Mitten-Darstellung in Ton und Bild geht, z.B. bei Sprechenden Akteuren, habe ich an der Zweitkette nach wie vor die Doppelcenter-Lösung.

Der Übersichtlichkeit halber hier mal der derzeitige Stand meiner Haupt-Abhörkette:

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  • Die Stereo-Kette besteht ganz puristisch aus dem G-ADS/1 DAC und den AGM 5.4
  • Mehrkanal-Quelle ist der G-Oppo. Center ist eine um 90° gekippte BM6. Als Surround-LS verwende ich zwei BM6 V-FET. Der 42 Zoll Flachbild-Fernseher steht auf dem Boden unter dem Center. Der Sub-Kanal wird vom Oppo auf die Haupt-LS aufgemischt.
  • Schließlich läuft bei allen Betriebsarten der Gegenbass mit. Tieftonsignale unter 100 Hz werden dabei nach der S-Weiche an einem gesonderten Ausgang der AGM 5.4 (Gegenbass-Platine) bereit gestellt und zur Verzögerung durch den Behringer DCX2496 geschickt (zweimaliges Gegenfeuer). Als Gegenbässe verwende ich (über einen gesonderten Eingang unter Umgehung der Weiche) ebenfalls die BM6 V-FET, die möglichst nah an der Hinterwand stehen.

Ja so ist es jetzt wieder ist es eine Gertifzierte Lösung geworden. Und damit bin ich bisher sehr gut gefahren, besonders was das lange, unangestrengte Hören betrifft. Und mit dem G-Oppo ist Dir wieder mal ein echter Husarenstreich geglückt, lieber Gert. Besonders im (Mehrkanal-)Streamer-Betrieb bringt der G-Oppo eine wunderbar differenzierte Feindynamik.

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Gerade höre ich Lang Lang „Life in Vienna“. Das ist eine ganz hervorragende Klavieraufnahme. Der Steinway D-Flügel auf der Holzbühne im Goldenen Saal steht so selbstverständlich (wenn auch natürlich verkleinert) in meinem Hörraum und ich höre glockenklare Anschläge mit wunderbar rundem Klang. Lang Lang nervt mich ein wenig, wenn ich ihm zuschaue. Seine Interpretation der Appassionata z.B. überzeugt mich dennoch: leidenschaftlich und sehr virtuos.

Beste Grüße
Harald
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Beitragvon Herbert Z » 18.05.2014, 01:35

Lieber Harald,

herzlichen Glueckwunsch zur Erweiterung und damit zum Vorstoss in neue Klangdimensionen. :cheers:

nihil.sine.causa hat geschrieben: Ja so ist es jetzt wieder ist es eine Gertifzierte Lösung geworden. Und damit bin ich bisher sehr gut gefahren, besonders was das lange, unangestrengte Hören betrifft. Und mit dem G-Oppo ist Dir wieder mal ein echter Husarenstreich geglückt, lieber Gert. Besonders im (Mehrkanal-)Streamer-Betrieb bringt der G-Oppo eine wunderbar differenzierte Feindynamik.

... dem kann ich nur beipflichten.

Besten Gruss

Herbert
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Beitragvon snilax » 18.05.2014, 12:30

Hallo Harald!

Danke für Deinen Bericht. Wie regulierst Du denn die Lautstärke?

Dank im Voraus für die Antwort
snilax
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Beitragvon nihil.sine.causa » 18.05.2014, 13:02

Hallo Snilax,

snilax hat geschrieben:Wie regulierst Du denn die Lautstärke?

Die Lautstärke regle ich in allen Fällen digital.

Bei der Stereo-Lösung regle ich die Lautstärke über den Linn. Dabei achte ich darauf, dass ich auf der Linn Lautstärke-Skala nicht über 84 komme, da es sonst zu Clipping kommen kann (1 Punkt auf dieser Skala entspricht ungefähr in 1dB). Die Empfindlichkeit der AGMs ist entsprechend eingestellt, so dass ich in den 70ern dieser Skala bleibe, auch wenn es mal sehr laut werden soll. Für den normalen Betriebszustand habe ich als Leisehörer eine analoge Absenkung um 12 dB gewählt, die ich z.B. direkt an den AGMs einstellen kann und bleibe damit ebenfalls in den 70ern der Linn-Skala. Damit dürfte ich immer im Headroom bleiben und keine Bits verlieren durch die digitale LS-Regelung.

Bei der Mehrkanal-Lösung regle ich die Lautstärke über den G-Oppo. Die Skala geht hier bis 100 ohne Clipping-Gefahr (1 Punkt auf der Oppo-Skala entspricht ungefähr 0,5 dB). Der Linn Stereo-Streamer bleibt dabei ausgeschaltet und schleift das symmetrische Stereo-Signal in diesem Betriebszustand einfach passiv durch.

Im Vorfeld habe ich die Mehrkanal-Lautsprecher entsprechend eingepegelt. Ich verwende dabei das LS-Management von Oppo. Dabei wird ein Bereich von +- 10 dB angeboten. Vorsicht: alles was über 0 dB geht, führt zu Clipping. Also beim Oppo LS-Management immer nur abschwächen, niemals verstärken. Gert hat das neulich einmal durchgemessen und mich darauf aufmerksam gemacht. Die Lautsprecher habe ich übrigens alle auf "groß" gestellt, weil ich nicht möchte, dass mir der Oppo irgendwelche Phasendrehungen im Bass-Bereich dazuzaubert. Und die BM6en sind ja "Große", passt also.

Beste Grüße
Harald
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Besuch bei Harald - oder: Platz ist in der kleinsten Hütte

Beitragvon Franz » 26.05.2014, 12:25

Hallo Harald,

ich will es kurz machen: Dir und deiner lieben Frau sei gedankt, daß ich gestern die Möglichkeit hatte, euch besuchen zu können. Mir hat es sehr viel Spaß gemacht, zu sehen und zu hören, wie du deine Vorstellungen für dich so umgesetzt hast. Über die Qualität deiner Geräte müssen wir nicht lange reden, die steht einfach für sich und dementsprechend ist auch die Gesamtperformance auf einem sehr hohen Niveau. Musikhören bei dir macht Spaß, egal, ob nun Stereo oder Mehrkanal. Besonders beeindruckend fand ich deine Umsetzung des Gegenbasses durch die rückwärtig stehenden BM 6, die die Tiefbasswahrnehmung in diesem doch eher kleinen und zudem akustisch recht schwierig in den Griff zu bekommenden Raum in erstaunlichem Maße gewährleisten. Ich muß gestehen, ich hab das nach Betreten des Raumes in dieser Form nicht für möglich gehalten. Du hast das akribisch mit viel Sachkunde und Engagement hinbekommen und bleibst da ja noch weiter am Ball. Es war schon erstaunlich, welche Qualität der Wiedergabe du in diesem Raum schon verwirklicht hast. Dafür Hut ab, Respekt und Daumen hoch. Es hat wirklich Spaß gemacht, dort sowohl meiner mitgebrachten Musik zu lauschen als auch deiner Musik, die ich sowohl in Stereo als auch in Mehrkanal hören konnte. Außerdem hab ich kurz in den G-Oppo reinhören können und konnte auch bildlich mittels Bluray interessante Momente erleben. Also, Bild mit Ton, das hat was, werde ich mir wahrscheinlich auf meine to do-Liste setzen. Als ich mich nach 6 Stunden Aufenthalt wieder auf den Rückweg machte, hatte ich das Gefühl, daß die Zeit wie im Fluge vergangen war.

Danke für die nette Gastfreundschaft, Grüße auch an deine liebe Frau und ganz herzlichen Dank für die leckeren "Knällchen". Hoffe, wir sehen uns wieder, sei es bei dir oder mir. :cheers:

Gruß
Franz
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Beitragvon nihil.sine.causa » 29.05.2014, 20:10

Hallo Franz,

das war ein wirklich netter Besuch von Dir. Auch wenn wir musikalisch ganz unterschiedliche Interessen haben, haben wir so viele gemeinsame Themen gefunden. Allem voran die geregelten Aktivlautsprecher.

Ja, mein Hörraum ist klein und das hat eben seine Nachteile. Daher ist der Gegenbass so dringend notwendig, sofern man an Tiefbass interessiert ist. Ich werde den Gegenbass weiter optimieren, dazu dann mehr, wenn es amtlich wird.

Unser Hobby ist schon sehr vielseitig und so danke ich Dir für die vielen Anregungen, die ich durch Deinen Besuch bekommen habe. Vor allem habe ich in den letzen Tagen auch mal wieder etwas andere Musik gehört. Pink Floyd zum Beispiel. Auf 1/4 Spur Tonband hatte ich mal eine Gesamtaufnahme - lang ist's her.

Momantan höre ich natürlich vor allem Mehrkanalaufnahmen. Durch den G-Oppo, der ja noch ganz neu ist, gibt es viele Details zu entdecken, die ich vorher nicht gehört habe. Auch die Kombination mit Bild ist schön. So habe ich viele meiner BDs wieder durchgesehen und durchgehört. Im Klassikbereich gibt es doch einige schöne Aufnahmen mit Ton und Bild, die einen noch mehr in das Geschehen mit hineinziehen können. Mehrkanal werde ich in jedem Fall weiter ausbauen. Aber auch die Kombination Bild mit Stereo-Ton kann sehr schön sein.

Für alle Mitleser, die bei Knällchen daran denken, dass einer einen Knall haben könnte, möchte ich noch hinzufügen, dass das eine mit dem anderen nicht viel zu tun hat. Knällchen heißt bei uns im Rechtsrheinischen das, was sonst in vielen anderen Gegenden als Döppekooche bekannt ist. Ja das ist seriös, sogar einen Wiki-Artikel gibt es dazu. :D

Ich freue mich schon auf den nächsten Besuch, bei Dir oder bei mir - wir haben es ja nun wirklich nicht weit.

Beste Grüße
Harald
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Beitragvon Siriuslux » 29.05.2014, 21:02

Hallo Harald,

OT an: Friedrich Müller, der Pionier aller aktiven geregelten Lautsprecher wird das bzw. den Knällchen wohl eher als Dibbelabbes kennen, Tom (cinematic) und verschiedene andere wohl auch. OT off

Ich bin ja mal gespannt, was Du noch an Gegenbassmassnahmen in Deine wunderbare Anlage einbauen wirst, und auch wie sich die Sache mit dem Center weiterentwickeln wird, denn da gibt es ja wohl einige, die in Wartestellung sind.

Gruss, Jörg
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Beitragvon nihil.sine.causa » 29.06.2014, 12:55

Stromkonzept, 1. Teil

Liebe Forumsfreunde,

seit etwa einem Jahr trage ich mich mit dem Gedanken, meine Stromversorgung zu verbessern. Nun signalisierte mir der Elektriker meiner Wahl, er hätte kurzfristig Zeit und so habe ich das Konzept von ihm umsetzen lassen.

Wer jetzt einen Artikel erwartet, der nur mal kurz überflogen werden kann, den muss ich enttäuschen. Für meinen Geschmack sind in letzter Zeit nämlich so manche Darstellungen hier im Forum viel zu kurz geraten. Gerade bei der Stromversorgung ist schnell mal etwas geschrieben. Aber welche infrastrukturelle Gegebenheiten liegen eigentlich vor? Welches Versorgungsproblem möchte man eigentlich lösen? Welche Präferenzen hat derjenige, der die Entscheidungen trifft? Das möchte ich Euch gerne auch darstellen, damit Ihr meine Problemstellung verstehen und meine Lösung für Euch einordnen könnt.

A. Ausgangslage

In meinem kleinen Hörraum hängt die Haupt-Hörkette bislang zusammen mit vielen anderen Verbrauchern (Lampen, Computer nebst Peripherie) an einer Leitung und damit an einem 16A Automaten. Für die Stromversorgung selbst reichen die wenigen Steckdosen in der Wand nicht aus und so habe ich einen Baum von aneinander hängenden Mehrfachsteckdosen. Das Material dafür ist sehr einfach. Standard Qualität aus der Baumarkt Wühlkiste und auf den letzten Metern Beipackstrippen mit meist nur 0,75^2 mm Leiterquerschnitt. Hier dürfte kein größerer Verbraucher mehr dazu kommen, um den 16A Automaten auszulösen. Und ich will in der Zukunft weitere Aktiv-Lautsprecher im Hörraum aufstellen können, also ist Handlungsbedarf gegeben.

Andererseits befindet sich – aus historischen Gründen – in relativer Nähe zu meinem Hörraum eine gut ausgestattete, wenig belastete Unterverteilung. Mit 3x50 A abgesichert und einer sehr dick ausgeführten Zuleitung versehen. "Kraftstrom" steht auf der Abzweigung und dieser ließe sich – mit überschaubarem Aufwand – für den Hörraum nutzen. Mehr noch, die Unterverteilung besitzt eine eigene Erdung mit Potentialausgleichsschiene, welche ihrerseits mit der zentralen Hauserde sehr niederohmig verbunden ist. Also fast eine eigene Erdung für den Hörraum. Das hat mich gereizt, etwas daraus zu machen.

B. Vorüberlegungen

Ohne Strom geht nix (bis auf live-Darbietung akustischer Instrumente und unverstärkten Gesangs). Soweit klar. Aber wie wichtig ist die Stromquelle? Da gehen die Meinungen auseinander. Wir haben einen Standard 230+ V und klare Regeln, was wie abgesichert sein muss. Da wird kein Kabel wirklich warm. Andererseits lassen sich locker 4-5 stellige Summen in Stromzubehör versenken. Ich persönlich – und jetzt komme ich zu meinen Präferenzen – bin davon überzeugt, dass ich bei einer Hörkette vor allem in die Wandler investieren sollte (Schallwandler und DA-Wandler in meinem Fall). Wenn etwas "übrig" ist, investiere ich auch gerne noch in (Vor-)Verstärkerstufen. Bei Kabeln und anderen Bestandteilen der Kette gehe ich dagegen lieber auf einen guten bis sehr guten Studio- oder Industriestandard, greife aber lieber nicht so gerne in die High-End-Kiste. So komme ich zu meiner ersten Regel für meine Stromversorgung:

1. Nimm guten bis sehr guten Industriestandard. Vermeide den Einsatz von „übertrieben“ wertvollem Material.

Lasst mich hier bitte noch eine Vorbemerkung anführen: Die meisten Überlegungen, die ich angestellt habe, basieren auf Vermutungen und auf dem, was ich hier und da aufgeschnappt habe. A-B-Vergleiche sind bei der Stromversorgung nur in Ausnahmefällen möglich und wenn dann meist nicht unter den realen Bedingungen, wie sie herrschen, wenn mal alles verbaut ist.

Hätte ich mir einen höheren Einfluss auf die Gesamtqualität vermutet, wäre ich in etwa so vorgegangen: Festes Verbauen mehrer, unterschiedlicher Leitungen und gezieltes hin- und herschalten im Sinne von A-B-Vergleichen. Das habe ich nicht getan, denn es widerspricht meiner Regel Nr. 1. Wäre aber möglich gewesen.

Was hier also folgt, ist nicht sauber abgeleitet und/oder überprüft sondern lediglich ein "best guess"!

Nun zum nächsten Aspekt. Wir hatten auch mal eine Drehstromdiskussion im Forum. Ich habe das für mich verworfen, denn ich will keine Phasendrehungen zwischen den Stromphasen. Wahrscheinlich passiert da nicht viel, aber besser scheint mir, dass alles im Gleichtakt schwingt. Also eine Phase. Nun habe ich von Gert gelernt, dass es nicht schaden kann, sich mit der Belastung der einzelnen Phasen auseinanderzusetzen. Bei mir ist eine Phase kaum verwendet (außer für Drehstromanbindungen wie bei Herd und Sauna) und diese Phase hat darüber hinaus auch noch eine um 1-3V höhere Spannung als die anderen zwei Phasen bei der Einspeisung ins Haus. Sie wird also auch in der Nachbarschaft nicht so stark belastet. Das war damit mein Kandidat. Also:

2. Nimm eine möglichst unbelastete Phase.

Dann habe ich mir überlegt, dass die beste Basis für eine gute Stromversorgung ein "0-Ohm-Konzept" wäre (idealisiert natürlich). Ich liefere den Netzteilen meiner Geräte im Idealfall eine konstante Spannung. Und die sollen dann das machen, wofür sie gebaut sind. Mit der Spannungsversorgung will ich sie jedenfalls nicht ausbremsen. Also habe ich beschlossen, zwischen der Unterverteilung un dem Hörraum möglichst dicke Leitungen zu verlegen, die noch handhabbar sind. Ich habe mich auf 4mm^2 festgelegt:

3. Binde den Hörraum möglichst niederohmig an die Unterverteilung an (4 mm² waren in meinem Fall gerade noch handhabbar).

Nun könnte ich alles an eine – sagen wir 25A abgesicherte – mit 4 mm² ausgeführte Phase hängen (zur weiteren Verteilung kommen wir später). Von der Leistungskapazität her, wären das ca. 5,8 kW – das müsste eigentlich ausreichen.

Ich will aber – auch aus praktischen Gründen – verschiedene schaltbare Stromkreise haben. Vor allem möchte ich Quellgeräte und Lautsprecher trennen können. Und da die Lautsprecher mit ihren Endstufen sowieso viel mehr Leistung benötigen, gönne ich auch den LS zwei verschiedene Stromkreise:

4. Verteile die Last auf mehrere Stromkreise:
  • Grau: Lautsprecher vorne
  • Gelb: Lautsprecher hinten
  • Grün: Quellgeräte und andere Kettenglieder
Mit 3 x 4 mm² steht also die Leitungskapazität fest. Nun etwas ganz praktisches. Ich möchte im Hörraum an zentraler Stelle alles ein- und ausschalten können. Bei längeren Hörpausen oder Gewittergefahr schalte ich einfach alles ab. Den grünen Stromkreis kann ich zuerst einschalten und nach einer Weile die Laustprecher mit dem grauen und gelben Stromkreis. (Dann gibt es auch keine Knacken mehr, wenn der Behringer eingeschaltet wird.)

5. Zentrale Leistungsschalter für die drei Stromkreise im Hörraum

Nun kommt die spannende Frage, welche Kabel verwenden? Das ist für mich unmöglich zu beurteilen. Unglaublich was es da für eine Auswahl und Vielfalt gibt. Bauarten, Verwendungszwecke, Materialien, Preise. Hier bin ich dem Rat vieler von Euch gefolgt und habe mich für geschirmte Kabel entschieden. Der Schirm müsste einige elektromagnetische Einstreuungen abfangen und von den stromführenden Andern fernhalten können. Um den über den Schirm eingefangenen "Müll" nicht weiterzuleiten, wird der Schirm immer nur an einer Seite auf die Erde aufgelegt, nämlich auf der Quellseite.

6. Nimm geschirmte Stromkabel und lege den Schirm immer (nur) an der Quellseite auf die Schutzerde auf.

Nun zum Thema Erdung. Irgendwie setzt man sich damit zwangsläufig auseinander, wenn man mal eine Brummschleife hat. Oder wenn man Geräte vergleicht, die unterschiedliche Erdungskonzepte haben (Stichwort: Ground-Lift-Schalter). Das kann am Ende den entscheidenden Unterschied ausmachen. Natürlich sprechen wir da über die Signalmasse. Aber irgendwo muss diese mit der Schutzerde verbunden werden. Dazu gibt es viele Konzepte, die hier jetzt keine Rolle spielen. Für mich aber ist die Konsequenz:

7. Sorge für eine möglichst gute Verbindung zur Erde!

Damit ist nicht nur das Kabel zwischen Hörraum und Unterverteiler gemeint. Auch die Fundamentalerde hat immer nur eine endliche Qualität. Das kann man messen und optimieren. Ziel sollte ein möglichst niederohmige Verbindung zur Erde sein, damit Spannungsdifferenzen an den Erdungspunkten (Gerätemassen, Signalmasse) schnellstmöglich ausgeglichen werden können. Hier sehe ich persönlich einen sehr wichtigen Optimierungspunkt.

Nun verfügt meine Hörraum-nahe Unterverteilung über eine eigene Fundamentalerde. Diese ist ihrerseits mit der zentralen Fundamentalerde verbunden. Und das muss so sein. Ich habe das ausführlich mit Gert diskutiert. Wenn es nämlich zu einem Blitzeinschlag kommt, können zwischen den verschiedenen Erdverbindungspunkten gewaltige Potentialdifferenzen auftreten. Das würde – ohne Verbindung dieser Erdungspunkte – zu enormen Strömen auf den Schutzleitern führen mit imponderablen Auswirkungen für unsere Elektronik.

Auch die Alternative, eine eigene Erdung für die Hörkette auszuführen und von dem Rest der Hauselektrik galvanisch zu trennen, haben wir diskutiert. Das würde bedeuten: keine Verbindung zwischen den Schutzleitern der Hörkette und dem Rest der Hauselektrik. Da Wasserleitungen, Heizkörper e.t.c. Immer geerdet sein müssen, wäre hier äußerste Vorsicht geboten. Aber durchdenken kann man es ja mal. Das Problem dann: der Nullleiter. Denn Nulleiter und Schutzerde sind an der zentralen Hauseinspeisung mit der Fundamentalerde des Hauses verbunden. Potentialdifferenzen bei Blitzeinwirkung zwischen zentraler Fundamentalerde und Hörraum-Erde würden dann als Potentialdifferenzen zwischen Nulleiter und Schutzleiter in den Stromkreisen des den Hörraum einschlagen. Also: Entweder eine eigene Stromeinspeisung für den Hörraum (ausgeführt wie eine Hauseinspeisung, setzt ein eigenes Gebäude voraus) oder: galvanische Trennung zwischen Hörraumerde und Hauserde vergessen.

Soweit dieser Exkurs. Wohl-geerdet weiter: Jetzt müssen wir unsere Zuleitungen ab Unterverteilung noch absichern.

8. Verwende je eine Schmelzsicherung für die drei Stromkreise.

Warum keine der üblichen Automaten? Weil mir schon als Kind die Schmelzsicherungen besser gefallen haben.

9. Verwende je einen FI Schutzschalter für die drei Stromkreise.

Dies dient hauptsächlich dem Personenschutz. Aber dem FI Schutzschalter wird auch eine gewisse HF Filterwirkung zugeschrieben, insbesondere gegen PowerLAN.

Nun haben wir also drei Leitungen von der Unterverteilung in den Hörraum konzipiert. Was nun fehlt: Wie im Hörraum verteilen? Oh je, die Zubehörindustrie hat hier so viele Möglichkeiten im Angebot. Vermutlich, weil man im Hörraum nicht nur mit den Ohren sondern auch mit Herz und Augen hört. Ich will aber auch hier von Regel 1 (guter Industriestandard) nicht abweichen. Und Regel 3 (möglichst niederohmige Anbindungen) möchte ich auch nicht über Bord werfen. Was für mich kein Argument ist, ist die Optik. Andererseits möchte ich bei normalen Steckern bleiben.

10. Verwende Schukosteckdosen. Anbindung der Endgeräte über Schukostecker und Kaltgerätebuchsen.

Die Alternative wäre eine direkte Verkabelung zu den einzelnen Geräten hin. Das wäre mir zu unflexibel und – nach meinem Verständnis – auch nicht vereinbar mit den Vorschriften.

Wie also nun eine möglichst niederohmige Anbindung realisieren?

11. Versorgung der Endgeräte aus Schaltschranksteckdosen eingebaut in fest montierten Haubenverteilern. Vier solcher Haubenverteiler verteilt im Hörraum.

Der Vorteil der Haubenverteiler mit Hutschiene ist, dass man im Verteiler alle Verbindung sternförmig über solide Stromschienen und Stromklemmen ausführen kann, ohne dabei allzu große Kompromisse bei den Querschnitten (mindestens 2,5 mm²) zu machen. Und das Ganze ist wenigstens etwas flexibel, wenn mal Änderungen anstehen sollten.

Soweit der erste Teil meiner Darstellung zum Stromkonzept. Weiter geht es dann mit den gewählten Materialien zur Umsetzung und der Realisierung selbst mit anschließender Bewertung.

Beste Grüße
Harald
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Beitragvon vierzigo » 29.06.2014, 13:29

Hallo Harald,

ein prima Thema um sich die Zeit zwischen den Spielen zu vertreiben. :D Da ich an den ein oder anderen Thema in Sachen Stromversorgung dran bin freue ich mich dann mal wieder etwas dazuzulernen.

Grüße

Oliver
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Beitragvon Fortepianus » 29.06.2014, 23:44

Hallo Harald,

das wird gut, denke ich. Da kannst Du noch so manches Aktivböxlein dranklemmmen, ohne dass gleich das Licht dunkler wird beim Einschalten oder wenn mal einer auf die Pauke haut. Was zwar einerseits demonstrieren würde, welch gewaltig dimensionierte Netzteile da im Spiel sind, andererseits finde ich es viel lässiger, wie sich das nun auch in meinem Hörraum abspielt: Ein dezenter Druck auf die Fernbedienungstaste, und die (momentan noch) 28 Endstufen mit je 200W sinus wachen auf, ohne dass man was davon mitkriegt. Ein leises Plöppchen beim Freischalten der Mutinglines und du weißt, ja, sie sind alle da und hellwach.

Null-Ohm-Technik auf der Erdungsleitung: Das ist auch mein Favorit, sowas lernt man in der Messtechnik. Klar kann man zur Vermeidung von Masseschleifen sternförmig verdrahten, aber das kann man nicht immer konsequent durchhalten, wenn's komplexer wird. Fließt ein Brummstrom in einer Schleife, wird in null Ohm nach dem Ohmschen Gesetz null Volt induziert.

Super Projekt!

Viele Grüße
Gert
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Beitragvon nihil.sine.causa » 30.06.2014, 15:03

Stromkonzept, 2. Teil

Liebe Stromfreunde,

danke für das Feed-back und Euer Interesse. Nun geht es weiter mit den einzelnen Materialien und der Realisierung.

C. Umsetzung

Hier der Plan für die Verkabelung und die Unterverteilungen. UV0 Quell-Unterverteilung in Hörraum-Nähe. UV1 bis UV4 dienen der Stromversorgung im Hörraum. Der graue Stromkreis (Lautsprecher vorn) wird nur in den UV1 und UV2 aufgelegt, der gelbe Stromkreis in UV1 (zum Schalten), UV3 und UV4. Der grüne Stromkreis wird in allen UVen verfügbar gemacht (Streamer und sonstige Kettenglieder).

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In der Quell-Unterverteilung UV0 sitzen lediglich die Schmelzsicherungen und die FI Schutzschalter.

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Als Kabel habe ich mich für das geschirmte Lapp Oelflex Classic 110 CY entschieden und zwar für eine Leitungsquerschnittfläche von 4 mm² für die Verbindungen zwischen den Unterverteilungen. Und das will ich ein wenig begründen.

Lappkabel gibt in ihrem Tabellenwerk in Tabelle T11 die Leiterwiderstände an. Dieser liegt bei einer feindrähtigen 4mm² Litze bei 20°C und bezogen auf 1 km Länge bei etwa 5 Ohm, bezogen auf 10 m bei etwa 50 mOhm. Der Leiterwiderstand ist nach dem Ohmschen Gesetz ceteris paribus umgekehrt proportional zur Leitungsquerschnittsfläche A. Bei 2,5 mm² macht die Litze auf 10m also etwa 80 mOhm.

Was bedeutet 50 mOhm für unseren Audio-Fall? Machen wir mal ein Zahlenbeispiel. Meine zwei AGM 5.4 haben eine maximale Leistungsaufnahme von 2 * 1000W. Bei 235 V fließt dann ein Strom von 8,5 A. Gehen wir großzügig auf 10 A. Dann macht ein Widerstand von 50 mOhm einen Spannungsabfall von 0,5 V und ein Widerstand von 80 mOhm macht 0,8 V. Zum Vergleich: Bei einer 10m Strippe mit nur 0,5 mm² Leitungsquerschnittsfläche hätten wir einen Widerstand von ca. 400 mOhm und einen Spannungsabfall von immerhin 4 V bei 10 A. Das 4mm² Kabel macht mit den 0,5 V zwar deutlich weniger Spannungsabfall, aber wir sind makroskopisch weit von den angestrebten 0 Ohm entfernt.

Sich den 0 Ohm zu nähern, ist also ein mühsames Geschäft. Entschieden habe ich mich am Ende für das 4mm² Kabel, weil es möglichst dick aber eben noch handhabbar ist. In den Steckdosen-Unterverteilungen wird es auch damit schon recht eng. Nun gibt es das geschirmte Oelflex Classic 110 CY bei 4mm² nicht mit drei Adern sondern nur in einer 4 x 4mm² Ausführung. Dabei hätten wir eine Ader übrig und diese kann man ebenfalls mit der Schutzerde verbinden. Da die drei Stromkreise auf den Erdungsschienen der Unterverteilungen UV1, ..., UV4 immer wieder zusammenlaufen, wären das – was die Erdung betrifft – damit sogar 3 * 2 * 4 mm² = 24 mm², was uns – bezogen auf eine Länge von 10 m – in eine Region von 8 mOhm bringt.

Die Steckdosen-Unterverteiler besitzen eingebaute Klemmblöcke, die bequem mit großen Leitungsquerschnitten angebunden und mit 2,5mm² verdrahtet werden können. Die Schutzleiter der jeweils aufgelegten Stromkreise werden - wie gesagt - auf dem Erdungsblock immer zusammengeführt. Die Nullleiter bleiben auf getrennten Klemmblöcken ebenso die Phasen, welche Hutschienen-montierte Klemmen bekommen.

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Die Schaltschranksteckdosen werden auf der Hutschiene montiert ebenso die Leistungsschalter in der UV1. Die Steckdosen gibt es in verschiedenen Farben, daher stammt die Farbkodierung der Stromkreise. Hier nun ein Bild der Unterverteiler UV1 (mit den zentralen Schaltern) und UV4.

BildBild

Für den Anschluss der Endgeräte habe ich mich für das Oelflex Classic 110 CY mit 3 x 2,5 mm² Leiterquerschnitt entschieden. Grund: in der C13 Kaltgerätekupplung wird es sonst zu eng. Wieder habe ich zu einfachem Material gegriffen mit Steckern von Bals und Kaltgerätekupplungen von Schurter.

Bild

Zum Schluss noch ein Blick auf das Datennetz. Hier habe ich versucht, Hausnetz und Audio-Netz galvanisch zu trennen, indem ich eine Glasfaser-Strecke dazwischengeschaltet habe. Diese Glasfaser-Konstruktion habe ich schon länger im Einsatz und komme gut damit zurecht. Die verwendeten Geräte (Glasfaser-Umsetzer und Switch) nehmen es auch nicht übel, wenn man sie hart ausschaltet. Und beim Einschalten ist das Netz so schnell wieder da, dass der Linn-Streamer, der gleichzeitig eingeschaltet wird, es schnell genug findet.

Bild

Und wie „klingt“ nun diese niederohmige Stromversorgung? Demnächst hier – im nächsten Teil.

Beste Grüße
Harald
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Beitragvon Jahresprogramm » 30.06.2014, 15:39

Hallo Harald,

die Umbaumaßnahmen nehmen bei Dir ungeahnte Maße an. Ich bin ein bisschen Fassungslos.... :?

Findest Du ein Analogon, was der Erklärbarkeit oder auch meinem Verständnis Deiner Maßnahmen helfen würde? Irgendwelche Messungen vom Versorgungsnetz gemacht?

Grüße
Alex
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Beitragvon Tinitus » 30.06.2014, 19:16

Hallo Harald,

auch ich verneige mich in Erfurcht vor der Gründlichkeit mit der Du das Thema Stromversorgung angehst. Sicherlich viel gründlicher als ich das mache(n kann in einer Mietwohnung).

Zwei Anmerkungen:
Die Schurter Kupplung ist mit 2,5 mm² max. angegeben, Fujak hat die 2,5 mm²,glaube ich, auch erfolgreich reinbekommen, ich bin daran verzweifelt. Bei dem Geld, dass Du da insgesamt in die Hand nimmst, wäre es vielleicht eine Überlegung wert, doch komfortablere Kaltgerätekupplungen zu verwenden.
Zum Kabel: Vielleicht noch mal überlegen, es soll sowohl von Lapp als auch von Eupen (um nur zwei zu nennen) noch andere Kabel als das Ölflex CY110 in 2,5 mm² geben, die vielleicht/wahrscheinlich noch besser klingen. Obwohl man mit dem Ölflex CY110 sicherlich nichts grundsätzlich falsch macht.

Viel Erfolg

Uwe
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Besuch aus Lüdenscheid

Beitragvon nihil.sine.causa » 31.08.2014, 23:15

Hallo zusammen,

meine Mehrkanal-Lösung läuft nun schon einige Monate und ich bin sehr zufrieden damit. Nun war der Center (die 90°gedrehte BM 6) um einiges zu laut und auch etwas zu harsch in den Höhen – verglichen mit den AGM Hautplautsprechern.

Hinzu kommt folgendes: Der (G-)Oppo 105D kann DSD Dateien zwar nativ abspielen, schaltet dabei aber sein Lautsprecher-Management-System ab. Empfindlichkeitsunterschiede zwischen den Lautsprechern können vom Oppo dann nicht ausgeglichen werden. Der Work-Around: Man lässt den Oppo alle Mehrkanal-DSD Dateien beim Abspielen nach PCM wandeln. Dann greift das Lautsprecher-Management-System wieder und die LS werden gleich laut gestellt. Nur hatte ich den Verdacht, dass der Oppo dabei nicht optimal aufspielt.

Nun war Michael Rogocz am Freitag bei mir und hat mir alle Lautsprecher auf die gleiche Lautstärke eingeregelt (gleicher Schalldruck bezogen auf den Hörplatz und bei entsprechenden Testsignalen). Gleichzeitig hat er die Center-BM 6 etwas angepasst auf den Frequenzgang der AGM in meinem Raum.

Die Bühnendarstellung ist nun homogener und vor allem luftiger. Der Oppo kann nun die DSD Dateien nativ abspielen und ich bilde mir ein, dass das etwas besser klingt. Im direkten Vergleich (ich kann den Oppo ja umschalten zwischen DSD und PCM) macht das aber doch nicht so viel aus. Mal sehen – ich höre mich in den nächsten Tagen und Wochen in Ruhe ein.

Herzlichen Dank, lieber Michael! Besonders schön hast Du es hinbekommen, die Center BM6 homogen in die Bühnendarstellung einzubauen. Das ist bei Mehrkanal einfach ein delikater Punkt. Ich höre die BM6 aus dem Klangbild eines Orchesters momentan nicht mehr heraus. Mal sehen, wie lange das so bleibt. :mrgreen:

Viele Grüße
Harald
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nihil.sine.causa
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Beitragvon Fortepianus » 02.09.2014, 23:56

Hallo Harald,

nihil.sine.causa hat geschrieben:Hinzu kommt folgendes: Der (G-)Oppo 105D kann DSD Dateien zwar nativ abspielen, schaltet dabei aber sein Lautsprecher-Management-System ab. Empfindlichkeitsunterschiede zwischen den Lautsprechern können vom Oppo dann nicht ausgeglichen werden. Der Work-Around: Man lässt den Oppo alle Mehrkanal-DSD Dateien beim Abspielen nach PCM wandeln. Dann greift das Lautsprecher-Management-System wieder und die LS werden gleich laut gestellt. Nur hatte ich den Verdacht, dass der Oppo dabei nicht optimal aufspielt.

das deckt sich mit meinem Verdacht, weshalb ich das Oppo-Lautsprechermanagement ebenfalls arbeitslos gemacht (alles auf 0dB) und die Lautsprecher selbst passend eingepegelt habe. Aber wie schon gesagt: Betrifft nur DSD.

nihil.sine.causa hat geschrieben:Die Bühnendarstellung ist nun homogener und vor allem luftiger. Der Oppo kann nun die DSD Dateien nativ abspielen und ich bilde mir ein, dass das etwas besser klingt. Im direkten Vergleich (ich kann den Oppo ja umschalten zwischen DSD und PCM) macht das aber doch nicht so viel aus. Mal sehen – ich höre mich in den nächsten Tagen und Wochen in Ruhe ein.

Ich finde auch, dass DSD ein bisschen besser klingt. Aber zugegeben, viel ist es nicht. Aber für kleinere Fortschritte als das haben wir beide schon mehr unternommen, fürchte ich :cheers: .

Viele Grüße
Gert
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