Wolfgang (Nubert nuPro A-200, Quadral Titan VI)

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Bei Vorstellungen steht die persönliche, subjektive Erfahrungswelt des Verfassers im Vordergrund. Insbesondere soll die Vorstellung als "Visitenkarte" des Mitglieds gewürdigt bzw. respektiert werden. Dialoge sollten hier vorrangig mit dem Verfasser und nicht mit Dritten geführt werden. Siehe auch die Forumsregeln.

Wolfgang (Nubert nuPro A-200, Quadral Titan VI)

Beitragvon fremanik » 28.02.2016, 12:56

Liebe Forenten,

mit fast 62 Jahren schaffe ich es nun einem Forum beizutreten, motiviert durch die Themen(vielfalt), den Umgang miteinander und das unglaubliche Wissen vieler Forenten.

Den ersten "HiFi"-Kontakt hatte ich mit 14 Jahren, als mir mein Vater im renommierten, ortsansässigen
Elektronik-Fachgeschäft ein Tonbandgerät kaufen wollte. Der Inhaber empfahl uns ein Philips-Mono-Tonbandgerät. Meine vorsichtige Nachfrage nach "Stereo" erwiderte er nicht unfreundlich mit "Stereo wird sich nie durchsetzen". Dennoch, bis heute bin ich weitgehend diesem Fachgeschäft treu geblieben. Die erste Aufnahme, die ich dann vom Radio machte, war "Eloise" von Barry Ryan (offenbar unvergesslich). :wink:

Nach ersten (eigentlich gescheiterten) Gehversuchen mit Lautsprecherbausätzen waren 1974 meine ersten "richtigen" Lautsprecher die "Infinity ..." mit Konushöchtönern (der damalige Verkäufer in Dortmund sagte, die wären klasse, Kalottenhochtöner würden alle nach Pergament klingen, fand ich dann auch). Angetrieben von einem Neckermann-Receiver, der in einer noch heute existierenden Testzeitschrift das beste Preis-/Leistungsverhältnis hatte. Etwas später kaufte ich auch noch eine orange Bohrmaschine wegen der Empfehlung dieser Zeitschrift. Diese Bohrmaschine benutze ich noch heute ohne jegliche Reparatur :D (gehört aber eigentlich in ein anderes Forum).

Um den damaligen obligatorischen weißen Lenco-Plattenspieler und ein Stereo!-Tonbandgerät von Saba (noch irgendwie bekannt?) ergänzt, habe ich diese Kette sehr zufrieden viele Jahre gehört. Eigentlich, wenn nicht immer das ablenkende Knistern der Schallplatten gewesen wäre. Dagegen habe ich, wie viele andere sicherlich auch, das Nassabspielen versucht, die Schallplatten (im "staubfreien" Badezimmer) mit Flüssigfolie behandelt, danach wieder trocken abgespielt, alles vergeblich. Verständlich meine Aufregung, als der erste CD-Spieler zu kaufen war (ich glaube 1983), ein Saba ..., der aber nach 2 Wochen gegen einen Yamaha CD-2 getauscht wurde, weil das Laufwerk des Saba mir zu laut war. Ich habe übrigens nie den Weg zurück zur Schallplattenwiedergabe gefunden.

Es war wohl 1982, als ich in einem Münsteraner HiFi-Geschäft fasziniert die mannshohen (für meine Körpergröße) "Teufel Octupus" hörte. Die mussten es sein! Bausatz: Paar 4000 DM! Musste ich noch meiner damaligen und auch noch jetzigen Frau :-) beibringen, ging aber überraschend einfach (wie später auch fast alles, was mit Hifi zu tun hatte). Die beeindruckten dann in unserer Wohnung und später im Haus bis 1996, als sie durch Quadral Montan (eher wegen Größe und Optik) ersetzt wurden (zudem wollte ein Arbeitkollege unbedingt die Teufel haben). Als Verstärker hatte ich ab 1978 einen Tandberg TR2075 und ab 1984 die Vor-Endstufen-Kombination Yamaha C60/M60.

Meine drei Kinder nahmen unser Wohnzimmer nach und nach immer mehr "in Beschlag", also habe ich mir ca. 1995 einen Kellerraum (den kleineren mit ca.14 qm) zum Video- und Hörraum umgebaut, ohne allerdings auf akustische Gegebenheiten zu achten. Der größere Kellerraum war schon besetzt als Proberaum fürs Musizieren.

91 damals (ca. 1996) großartige "Audio-Punkte" erhielten die "HGP Fuga ST", die ich zuhause vergleichen konnte mit zwei anderen Lautsprechern (u.a. Dali) ähnlicher Preiskategorie. Die HGP, später ergänzt mit HGP Center und "Nightingale" als Rear-Speaker tun immer noch sehr erfreulich ihren Dienst, seit 2006 angetrieben durch einen "Krell KAV-500".

Älter werdend haben meine Kinder mir unser Wohnzimmer wieder zur Verfügung gestellt, so dass ich pünktlich zu Weihnachten 2006 neue "Quadral Titan VI" reinstellen konnte. Den Krell angeschlossen stellte ich fest, dass ich einen zweiten Verstärker ähnlichen Kalibers bräuchte. Wurde dann ein "Mark-Levinson ML383". (Den Krell und den Mark-Levinson hatte ich nicht neu gekauft).

"Aktiv" bin ich seit letztem Jahr mit "Nubert nuPro A-200" am PC und seit wenigen Monaten begeisterter Nutzer von "Acourate". Wohl erwähnen sollte ich noch, dass ich als Kind und Jugendlicher viel Klavier spielte, aber meine Leidenschaft bis heute sehr aktiv der (Elektro-)Gitarre gilt.

Ich freue mich, mit dieser Vorstellung vollwertiges Mitglied des Forums werden zu können und grüße
herzlich alle Forenten

Wolfgang
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Beitragvon darwols » 28.02.2016, 17:32

Hallo Wolfgang!

Willkommen im Forum! Eine richtig kurzweilige Vorstellung hast Du abgeliefert! :D

Auch weil ich in Deinem Werdegang einiges wiedererkenne.

Da wäre z.B. das Nassabspielen der LPs. Und später der Ärger darüber, daß selbst die teuersten und besten Platten-Waschmaschinen das Knistern nicht mehr rausbekommen. Und das schlimmste: Heute weiß ich garnicht mehr, warum ich mit dem Nassabspielen eigentlich aufgehört hatte...

Und da wäre dann noch der Neckermann-Receiver. Und ein leiser Wehmut über die längst untergegangenen südwestdeutschen HIFI-Hersteller wie etwa Saba.

An ´Eloise´ habe ich seit mehreren Jahrzehnten nicht mehr gedacht. Aber jetzt spielt es wieder in meinem Kopf. Merkwürdig wie sich manche Stücke in die Ohren quasi hineinfräsen...

Viel Spaß hier im Forum!

Winfried
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Beitragvon wgh52 » 28.02.2016, 23:02

Hallo Wolfgang,

auch von mir ein herzliches Willkommen. Wir gehören beide zu den Ü60ern hier im Forum und da sind die erwähnten Geräte und Marken schon in Erinnerung :cheers:

Quadral Tital VI war sicherlich eine Ansage. Warum musste sie denn gehen?HGP ist ja auch bereits mehrere Jahre Geschichte, schön, dass die Dir noch gefallen.

Nachdem Acourate grüßen lässt wär' das vielleicht ein Projekt für Deine "Großen"? Das könnte Unerwartetes bringen... :mrgreen: )


Danke für Deine informative Vorstellung! Yepp, "Eloise" weckt durchaus sowas wie "Wehmut" oder Jugendgefühl :wink:


Gruß,
Winfried

PS: Ja, noch einer :mrgreen:

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Beitragvon fremanik » 29.02.2016, 18:27

Hallo Winfried und Winfried,

ich freue mich über eure herzlichen Willkommensgrüße.

Die Quadral Titan habe ich seinerzeit als rockigen Konterpart zu den HGP gekauft, mit denen
ich vorzugsweise Klassik und auch gerne Jazz höre. Wenn's dann aber AC/DC oder noch Heftigeres
sein muss, dann bevorzuge ich nach wie vor die Titan, die mich dann regelmäßig zum
Headbangen verleiten (die Jalousien lasse ich dann wegen der Nachbarn lieber vorher herunter :wink: ).

Ideal fände ich aber Lautsprecher, die alle meine bevorzugten Musikvorlieben gleichermaßen souverän
bewältigten und da kommen wahrscheinlich doch eher Aktivlautsprecher infrage. Andererseits denke ich auch über eine Aktivierung meiner HGP und/oder Titan nach und glaube mit Acourate das nötige Werkzeug zu haben. Nur: es dauert halt doch recht lange, dieses mächtige Werkzeug genügend gut zu begreifen und dadurch wohl erst gezielt einsetzen zu können. Jedoch habe ich doch schon mit Acourate im kleinen Kellerraum mit fiesen 43/46Hz-Moden einiges in den Griff gekriegt. Zwei selbstgezimmerte HHR (Helmholtz-Resonatoren) haben aber auch einen kleinen Beitrag geleistet (ca. 4dB).

Danke nochmal für euer Willkommen und viele Grüße

Wolfgang
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Beitragvon fremanik » 05.03.2018, 13:53

Liebe Forenten,

nach 2 Jahren zumeist nur lesendes Mitglied im Forum, möchte ich kurz beschreiben, wie sich meine
Anlagenkonfiguration mit Hilfe von Acourate verändert hat.
Dass ich vorhatte, eventuell meine HGP Fuga ST und die Quadral Titan VI zu aktivieren, deutete ich ja schon bei meiner ersten Vorstellung an.
Mit dem erfolgreichen Probieren an einer sehr preisgünstigen Zweiwegebox traute ich mir dann zu, die Aktivierung der Titan VI in Angriff zu nehmen. Auch dass die aktuelle Quadral Titan 9 wieder eine sehr ähnliche Konfiguration (2 Bässe auf Druckkammer, zwei Mitteltöner mit Hochtöner in d'Appolito) aufweist wie meine Titan VI, zeigte mir, dass das Potential vorhanden sein müsste. Die Quadral Titan 9, die ich ausgiebig hören konnte, zählt übrigens zu meinen Lieblings-Passiv-Lautsprechern. Da deckt sich mein Höreindruck sehr mit dem auf Fairaudio vermittelten.

Fazit der Aktivierung der Titan VI (salopp): es hat mich aus den Socken gehauen. Ich könnte jetzt das gesamte High-End Vokabular nutzen, um die Verbesserungen zu beschreiben, was ich mir aber im Augenblick spare.

Meine Abhörkette ist jetzt folgendermaßen:

Aries Mini --> Focusrite 18i8 --> Mini-PC mit Acourate Convolver --> (zurück) Focusrite 18i8 --> Onkyo TX-NR5009 --> Quadal Titan VI

Der Onkyo dient dabei gleichzeitig als 6-fach Endstufe und komfortabler Analog-Lautstärke-Steller.
Da ich die Titan auch noch als Haupt-Lautsprecher im Surround-Set nutze, habe ich die passiven Frequenzweichen ausgelagert und steuere die Titan über einen separaten kleinen Yamaha-RX-V667 und dem Ausgang "B" des Onkyo passiv an. Auf diese Weise entkomme ich der Audio-Verzögerung durch die FIR-Filterung im Aktiv-Betrieb.

Sollte Interesse an weiteren Details bestehen, gehe ich gerne darauf ein.

Viele Grüße
Wolfgang
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Beitragvon wgh52 » 05.03.2018, 15:46

Hallo Wolfgang,

schön, dass Du Dein Konzept teilst. So ganz komme ich aber nicht mit: aktiviert heißt ja Weiche und drei Endstufen. Wie passt das mit der passiven Ansteuerung bei Surround zusammen? Wie verheiratest Du die Aktivierung mit den ausgelagerten Passivweichen?

Eine Alternative könnte übrigens sein: Für Surround die Acourate IIR Filter (ganz wenig Latenz) anstatt der FIR Filter (hohe Latenz) zu nehmen, dann bliebe die Anlage aus einem Guss, und die erreichte Tonalität bliebe erhalten, die Passivweichen blieben außen vor.

Grüße,
Winfried

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Beitragvon fremanik » 05.03.2018, 16:31

Hallo Winfried,

ich werde dann wohl nicht umhin können, eine Konfigurationsskizze zu erstellen. Wollte ich eigentlich
immer schon machen, jetzt werde ich Gott sei Dank gezwungen :wink:
Mit den IIR-Filtern habe ich es probiert, die Latenz ist noch zu groß.

Wie werden die IIR-Filter eigentlich ausgesprochen (ei, ei, ar oder dual ei, ar oder total anders) ?

Grüße
Wolfgang
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Beitragvon fremanik » 06.03.2018, 10:19

Hallo Winfried,

nachfolgend eine Skizze der Aktiv-Konfiguration.
Vorteile dieser Konfiguration:
- Einbindung beliebiger (digitaler) Quellen
- das Focusrite 18i8 erlaubt per Drehknöpfe die Pegel der Frequenzbereiche einzustellen
- komfortable Gesamtlautstärke-Regelung am Onkyo
- gleichzeitige Nutzung von Acourate als Frequenzweiche und CSV-Datei mit Target-Curve
- Nutzung als rein passive Lautsprecher für Heimkino-Anwendung
- Spielwiese! :lol:

Nachteil: Spielwiese :roll:

Die Nutzung als Stereo-Aktiv-Konfiguration und als Passiv-Variante erfordert ein (recht komfortables) Umstecken der Lautsprecherkabel. Ist aber in ca. 2 Minuten erledigt. Der Onkyo erlaubt ein Umschalten von Speaker A auf Speaker B mit vorwählbarer Konfiguration im Setup.

Die Nutzung der Passiv-Variante ist allerdings ein Kompromiss. Gerne würde ich eine Alternative finden, die z.B. in einer (starken) Bildverzögerung resultierte. Ich habe bisher aber nichts Brauchbares und dann auch noch Bezahlbares gefunden.

Alle Änderungen an den Titan VI habe ich übrigens so ausgeführt, dass ich in ca. 3 Stunden den Rückbau auf die Original-Passivvariante (falls ich sie irgendwann doch verkaufen möchte) erledigen kann.

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Viele Grüße
Wolfgang
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Beitragvon Mister Cool » 06.03.2018, 10:51

fremanik hat geschrieben:Die Nutzung als Stereo-Aktiv-Konfiguration und als Passiv-Variante erfordert ein (recht komfortables) Umstecken der Lautsprecherkabel. Ist aber in ca. 2 Minuten erledigt. Der Onkyo erlaubt ein Umschalten von Speaker A auf Speaker B mit vorwählbarer Konfiguration im Setup.


Hallo Wolfgang,

fallst Du mit einem Alternativsetup mit IIR Filter nicht vorwärts kommst, könntest Du Dir die Umsteckerei sparen, in dem Du einen eifachem Umschalter dazwischen einbauen würdest. Hier habe ich beispielhaft nur ein Kanal eingezeichnet


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Und wenn schon Spielwiese, dann richtig :-)

Noch geschickter wäre es die Umschalterei per Relais zu erledigen. Vielleicht kann man sogar den 12V Trigger Out des Onkyos zur Steuerung der Relais nutzen. Dann geht alles voll automatisch

BTW. Genau solche Umschaltkombination zw. Monoblöcken (für Stereo) und Receiver (HK) habe ich jahrelang nenutzt

Grüsse,
Alwin
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Beitragvon fremanik » 06.03.2018, 17:56

Hallo Alwin,

vielen Dank für deine Mühe und Anregungen. Tatsächlich habe ich darüber schon nachgedacht, aber
wegen des eher seltenen Umsteckens davon abgesehen (ich gucke zumeist Filme im "Keller-Heimkino").

Angefangen hatte ich eine Schaltung zu entwerfen, die mit Schützen auf Knopfdruck intern im (großen) Gehäuse das Umschalten zwischen Aktiv- und Passivbetrieb ermöglicht. Als der Plan fertiggestellt war, war mir dann erstens die Realisierung zu aufwendig und zweitens hätte ich die Titan nachher nicht mehr in den Ursprungszustand versetzen können, zumal ich noch nicht das wirklich tolle Ergebnis kannte.

Was ich bisher verschwieg: ich habe den oberen Mitteltöner ausgebaut, einen Holzadapter passgenau gebastelt und darin einen Audaphon AMT1i installiert. Mit einem kleinen Schalter lässt sich jetzt auch aktiv zwischen dem Original Ricom-Hochtöner und dem AMT1i umschalten. :) Auch andere Hochtöner könnte ich so ziemlich einfach in diesem Titan-Umfeld testen. Ich denke zum Beispiel an einen Berrylium-Hochtöner von ScanSpeak, der auch in der "Nada" von K+T verwendet wird. Mal sehen, wie gesagt: Spielwiese :mrgreen: :cheers:

Viele Grüße
Wolfgang
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