Noel (AOS Illu 18, B&W N805 aktiviert, 804D Trifon)

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Beitragvon Zwodoppelvier » 11.08.2015, 17:24

Hallo Noel,

ich meinte eigentlich von der Elektronik - wenn es ein neuer oder auf Deine Boxen besonders modifizierter Einschub gewesen wäre. Die A-Box-Technik wurde bereits vor längerer Zeit vorgestellt, da erübrigt sich das natürlich!

Die Filterparameter wären im Vergleich zur passiven Illu oder der NADA vielleicht ganz interessant gewesen. Ich kann aber verstehen, daß Dich zunächst mal vorrangig der akustische Output interessiert.

Viele Grüße
Eberhard


Nachtrag @ Thomas K.: das hatte ich vor längerer Zeit ähnlich mißverstanden - die Korrektur läuft aber bei den sensorgeregelten LS NICHT dem Fehler hinterher, sondern wirkt bereits in Echtzeit, d.h. im Signalverlauf. Trotzdem sollte man aus der Regelung keine "Religion" machen in dem Sinne, daß ohne sie keine zufriedenstellende Wiedergabe möglich ist. M.E. wurde/wird das Thema marketingtechnisch mitunter unglücklich gehandhabt, was dann evtl. bei manchem Interessierten eher Aversionen hervorruft. Insofern haben mir die schön sachlich gehaltenen Ausführungen auf der Schanks Audio-Seite gut gefallen.
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Beitragvon NNEU » 11.08.2015, 17:50

Nachtrag @ Thomas K.: das hatte ich vor längerer Zeit ähnlich mißverstanden - die Korrektur läuft aber bei den sensorgeregelten LS NICHT dem Fehler hinterher, sondern wirkt bereits in Echtzeit, d.h. im Signalverlauf.

Das stimmt nicht ganz, zumindest nicht bei einer analogen Regelung.

Es wird zwar behauptet dass die Gegenregelung schneller arbeitet als sich der Fehler in Form von Schall ausbreitet, trotzdem wird im Endeffekt ein Fehler korrigiert.

Aber lassen wir das Thema; diese Lautsprecher sind auf jeden Fall nicht (Sensor-)geregelt. :wink:


Lg

Noel
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Beitragvon Thomas K. » 11.08.2015, 18:00

Hallo Eberhard,

ich glaube da liegt ein Missverständnis vor. Ich habe keinerlei Aversion gegen sensorgeregelte Lautsprecher. Dazu habe ich schon zu oft diverse Modelle dieser Gattung gehört und gelobt. Es geht mir um das Dogma des allein selig machenden, welches hier wenig subtil als "Du hättest besser auf mich gehört" daherkommt. Romans Artikel habe ich gelesen.

Viele Grüße
Thomas
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Beitragvon Zwodoppelvier » 11.08.2015, 18:31

leider noch einmal OT:

Hallo Thomas,

"Aversionen" wollte ich keinesfalls Dir unterstellen, diese Vermutung bezog sich auf die teils sehr ablehnende Haltung einiger Leute in anderen Foren. Ansonsten sind wir einer Meinung (Dogma...) :cheers:

@Noel: schau Dir mal den Signalweg in einer sensorgeregelten Box an - findet sich irgendwo in einer Veröffentlichung von B&M, die noch auf der Seite von Herrn Krings eingestellt sein müßte. Wenn ich das rasch finde, reiche ich den Link nach. Hier ist er schon

-> http://johannes-krings.de/1990%20Katalog%2090%2091.pdf

Bitte weiter unten im Dokument schauen, das Blockschaltbild. Ich habe es erst später gefunden, nachdem ich mir die Sache mühsam aus einer kaputten 6er zusammengereimt hatte. :wink:

Viele Grüße
Eberhard
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Beitragvon NNEU » 11.08.2015, 18:53

Hier noch ein Zitat von Hanno Sonder zur Abstimmung der Illu18

Abacus hat geschrieben:Die aktive ILLU18 hat eine spezielle Abstimmung für die verbauten Chassis, die aber auf der A-Box-Abstimmung basiert. Das heißt, die Frequenzweiche ist mit Linkwitz-Riley-Filtern 4ter Ordnung aufgebaut, der Hochton ist mittels Delay leicht verzögert, damit die akustische Phase nicht dem Tieftöner voranfeuert, der Tieftöner ist bis 16Hz(-3dB) entzerrt und zur Raum-/Geschmacks-/Pegelgrenzenanpassung ein 2ter Ordnung Butterworth-Highpass nachgeschaltet, der durch den Regler von außen in 50 Stufen eingestellt werden kann. Alle Filter sind als double-precision IIR-Filter ausgelegt.

Genauso wie es leicht unterschiedliche Abstimmungen für die A-Box 5/10/12S gibt, wurden auch leicht unterschiedliche Abstimmungen für die A.O.S. ILLU15 (GL oder BE), ILLU18 (GL oder BE), Studio 10 GL, Studio 22 REF usw. erarbeitet. Die Bauvorschläge für diese Versionen sind natürlich geschlossen, bzw. bei Aktivierung bestehender Selbstbauten müssen diese verschlossen werden.

Lg,

Noel
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Beitragvon chriss0212 » 12.08.2015, 08:31

hallo frederik,

vielen dank für den link zu schanks audio. das hat roman wirklich sehr schön beschrieben. ;)

grüsse

christian
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Beitragvon NNEU » 14.09.2015, 01:40

Hallo zusammen,

Es gibt ein paar Neuigkeiten zu meinen "Selbstbau"-Lautsprechern.

Momentan befinden sich die Chassis noch in den Versuchsgehäusen die ich ein paar Seiten zuvor schonmal gezeigt hatte. Die finalen Gehäuse sind schon fertig, befinden sich jedoch aktuell in einer Klavierfabrik zum Lackieren. Lackiert wird mit "echtem Klavierlack" d.h schwarzer Paraffin-Polyester-Lack.

In der Zwischenzeit habe ich mir bei Abacus das USB Interface bestellt um die DSPs der A-Box Module zu programmieren. Ich habe - motiviert durch Cay-Uwes Bericht zum Thema scharfe Höhen (bedingt durch die aktive Ansteuerung von Hochtönern) - einen Versuch mit einer Kombination aus digitalem Tiefpass und passivem Hochpass gemacht und würde dazu gerne eure Meinung hören und Ratschläge entgegennehmen.

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Die passive Weiche trennt bei ca. 1,7kHz mit einer akustischen Flankensteilheit von ca. 18-24 db/Oct.
Den digitalen Tiefpass-Filter habe ich so eingestellt das die akustischen Flanken beider Filter ungefähr gleich steil sind.

Dazu noch ein paar Messungen:


Tieftöner (Nahfeld, Ohne Weiche)
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Hochtöner (Nahfeld, Ohne Weiche bzw. zur Sicherheit Messbeginn bei 200 Hz)
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Hoch- und Tieftöner (Nahfeld, Abacus Bass-Entzerrung, keine weiteren EQs)
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Gesamt (1m Ungefenstert, Abacus Bass-Entzerrung, zwei zusätzliche EQs; 1. High-Shelf ab 10kHz, 2. Notch -2db ca 1000Hz Q0,4)
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Gesamt (1m Gefenstert 7,5 ms (Tukey 0.25) ansonsten wie oben )
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Ich freue mich auf eure Kommentare! :D

Viele Grüsse,

Noel
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Beitragvon NNEU » 14.09.2015, 02:23

Um noch etwas auf die Subjektiven klangveränderungen im Vergleich zu der Abacus/AOS Abstimmung einzugehen:

Nachdem ich meine Abstimmung zum ersten mal im Vergleich zu der ehemaligen Abstimmung gehört habe, war ich etwas enttäuscht. Die Abacus Abstimmung hatte deutlich mehr "Brillanz" und klingt zunächst etwas offener und präsenter.

Das mag nicht zuletzt an dem deutlichen Anstieg ab 10kHz liegen, den ich mir übrigens nicht ganz erklären kann. Eventuell wurde da irgendwas mit der Abstimmung für den Beryllium Hochtöner verwechselt, welcher im Bereich von 10kHz-20kHz etwas geboostet werden kann/soll um bis 20kHz linear zu spielen.

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Nach einer kleinen Eingewöhnungzeit wirkt die neue Abstimmung jedoch etwas natürlicher und ist bei längeren Hörsessions um einiges weniger anstregend.

Viele Grüsse,

Noel
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Beitragvon Schöngeist » 14.09.2015, 08:44

Hallo Noel,

ich habe eine gewisse Erfahrung mit Passivweichen und stand bei meinen LS auch vor dem Problem, den optimalen Hochpass zu finden. Zunächst einmal hast Du sehr hochwertige Bauteile ausgesucht, gut so. Ich habe mich damals von den Herren Jagusch und Damde beraten lassen. Im Ergebnis konnte ich feststellen, dass eine große Steilheit der Weiche dem Klang nicht gerade zu gute kommt. Also wenn Dein HT es verträgt, lieber mit flachen Filtern 6 oder 12 dB arbeiten. Ist viel spritziger und lebhafter, nach meinem Gehör.

Gruß Alfons
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Beitragvon wgh52 » 14.09.2015, 12:44

Hallo Noel,

ich habe zwei Verständnisfragen, leider (noch) keine Kommentare, wenn ich mir folgedes ansehe:

NNEU hat geschrieben:...Gesamt (1m Gefenstert 7,5 ms (Tukey 0.25) ansonsten wie oben )
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1. wundere ich mich wie bei 7,5 ms Fensterung eine Messung bis herunter nach 20 Hz möglich ist. Bei mir funktioniert das nicht.
2. verstehe ich nicht was "Tukey 0.25" ist.

Eine Erklärung von Dir oder einem anderen Wissenden würde mich sehr interessieren.

Danke und Gruß,
Winfried

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Beitragvon NNEU » 14.09.2015, 14:11

Hallo Alfons,

tendenziell habe ich auch eine Präferenz für flachere Filter. 12db bzw. 2.Ordnung nicht unbedingt da dort meist der Hochtöner invertieren muss.

Ich meine in einem Test der Illuminator Chassis gelesen zu haben dass diese weniger für flache Filter geeignet wären bzw. steilere Filter bevorzugen. Natürlich habe ich das auch selber ausprobiert und es stimmt. Ich habe mit derartigen Filtern kein so gutes Ergebnis hinbekommen wie mit Filtern 4.Ordnung. Ich spekuliere dass dies nicht am Hochtöner liegt -welcher bis zu niedrigen Frequenzen mitspielt- sondern eher am Tieftöner.

Ab 1.kHz wird der F-gang immer welliger, hat teilweise auch starke dips und peaks die sich alle in einem flachen Rolloff abzeichnen würden. Wahrscheinlich wäre eine ScanSpeak Revelator Tieftöner hierfür besser geeignet, der Illuminator hat jedoch andere Vorzüge.


Hallo Winfried,

theoretisch ist eine mit 7,5ms Fensterung bis 20Hz bei mir auch nicht möglich. Verschiedene programme gehen aber unterschiedlich damit um, zb. Carma schneidet einfach bei der Tiefstmöglichen Frequenz (bei dem jeweiligen Fenster) ab.

REW zieht den unteren Teil glatt. Wieviel aussagekraft diese Messung dann noch hat kann ich dir nicht sagen, jedoch allemal mehr als eine mit Raumeinflüssen sowie die ungefensterte.

Wie auch bei Tiefpass/Hochpass Filtern (Bessel, Linkwitz, Butterworth) gibt es auch verschiedene Fenster Funktionen u.a. Blackman, Nuttal und Tukey. Den Namen der Fenster-Funktion habe ich zur Vollständigkeit einfach dazu geschrieben.


Viele Grüsse,

Noel
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Beitragvon RS.schanksaudio » 14.09.2015, 21:22

Hallo Noel,

danke für die Messungen. Der Klangeindruck erklärt sich wahrscheinlich wenn Du mal unter Winkeln misst (horizontal 15, 30, 45, 60, 75, 90 Grad etc)... bei der relativ niedrigen Trennfrequenz und den steilen Filtern hast Du wahrscheinlich ein recht ausgewogenes Rundstrahlverhalten im Übergang TT zu HT. Das klingt im ersten Moment etwas "ungewohnt" letztendlich aber (je nach Raum) richtiger :-)

Viele Grüße
Roland
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Beitragvon NNEU » 30.09.2015, 22:34

Hallo zusammen,

inspiriert durch einen Mit-Foristen habe ich nochmals probiert die Lautsprecher komplett aktiv zu betreiben, ohne passive Weiche. Getrennt wurde wieder bei 1,7kHz diesmal mit einer DSP Lipshitz-Vanderkooy Subtraktionsweiche.

Von den Messergebnissen gibt es zu der vorherigen Abstimmung keine grossen Unterschiede. Subjektiv empfinde ich den Klang des aktiven Filters immer noch sehr anstrengend.

Ein langes Hören ist damit nicht möglich, daher bin ich wieder bei der vorherigen Version.


Grüsse,

Noel
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Beitragvon wgh52 » 01.10.2015, 01:09

Hallo Noel,

bei allem Respekt für Deine subjektive Wahrnehmung, die sicherlich richtig ist... Irgendwas stimmt mit Deinem set-up wahrscheinlich grundsätzlich nicht. Vielleicht sind die DACs in der Abacus Elektronik nicht gut genug oder Du hast irgendwas in der Abstimmung falsch oder was auch immer. Zumindest ist mir das was Dir passiert nicht passiert! mbMn ist die Lösung Deines Problemes mit einiger Wahrscheinlichkeit nicht in der Weichencharakteristik oder der Aktivierung an sich zu suchen. Wo, ist mir noch einigermaßen schleierhaft, aber ich habe die AD bzw. DA Wandlung im Verdacht, eventuell Class-D Endstufen. Hast Du mal mit passiver Weiche und DSP Weiche "auf Durchzug" an den beiden Endstufen gehört? ... tritt da die Nerigkeit nicht oder auch auf? Hast Du mal mit nicht-Class-D Endstufen hinter der Weiche gehört? Das sind nur einige Gedanken...

Gruß,
Winfried

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Beitragvon cay-uwe » 01.10.2015, 07:25

wgh52 hat geschrieben:Hallo Noel,
...
1. wundere ich mich wie bei 7,5 ms Fensterung eine Messung bis herunter nach 20 Hz möglich ist. Bei mir funktioniert das nicht.
2. verstehe ich nicht was "Tukey 0.25" ist.

Eine Erklärung von Dir oder einem anderen Wissenden würde mich sehr interessieren.

@ Winfried,

je nach Software wird auch unterhalb der Fensterung ein Frequenzgang angenommen. So z.B. wird bei ARTA unterhalb der niedrigsten Frequenz ein HP 2. Ordnung abgebildet, der durchaus in Zusammenhang mit der Fensterung stehen kann.

Eine gute Zusammenfassung der unterschiedlichen Fensterfunktionen ist hier nach zu lesen:

https://de.wikipedia.org/wiki/Fensterfunktion

@ Noel,

eventuell habe ich da nicht alles gelesen, aber benutzt Du den Hochtöner mit der Passivweiche?
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