Fredi (Revel Ultima Salon 2)

audiophile Biografien unserer Mitglieder
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Bei Vorstellungen steht die persönliche, subjektive Erfahrungswelt des Verfassers im Vordergrund. Insbesondere soll die Vorstellung als "Visitenkarte" des Mitglieds gewürdigt bzw. respektiert werden. Dialoge sollten hier vorrangig mit dem Verfasser und nicht mit Dritten geführt werden. Siehe auch die Forumsregeln.

Fredi (Revel Ultima Salon 2)

Beitragvon tp » 14.02.2008, 11:26

Hallo zusammen,

mit großer Freude bin ich vor einiger Zeit im Netz über dieses Forum von und für "Aktivhörer" gestolpert. In allen von mir bisher verfolgten Foren spielte das Thema aktiver und geregelter Lautsprecher eine eher untergeordnete Rolle, so daß man zwar recht viel über HiFi, HiEnd etc. lesen konnte, hinsichtlich den eigenen Vorlieben allerdings nie in der Weise fündig wurde wie man sich dies manchesmal gewünscht hätte. Daher empfinde ich es als einen wirklichen Gewinn für mich, hier bei diesem Forum einen "Hafen" gefunden zu haben, bei dem ich viele Informationen zum aktiven Thema finden und nette Leute kennen lernen kann. Selbstverständlich werde ich mich redlich bemühen, mich zum Nutzen und zur Freude der Forumsgemeinschaft einzubringen. Dies hier soll mein erster Versuch in diese Richtung sein.

Wer bin ich und wie kam ich zu aktiven LS?
Ich heiße Fredi Schmitt, bin 48 Jahre alt und lebe im Herzen Münchens. Beruflich beschäftige ich mich als kaufmännischer Leiter eines großen deutschen Infrastrukturunternehmens. Als Kaufmann bin ich damit von meiner Ausbildung her zwar nicht ausgesprochen technisch angehaucht, jedoch durchaus an den technischen Zusammenhängen (auch den der Musikwiedergabe) interessiert. Mein Weg zum passiven Musikgenuß gründet sich ursprünglich am aktiven Musik machen. Seit frühester Jugend spiele ich Trompete und seit meinem 12. Lebensjahr eigentlich fast ohne Unterbrechung in diversen Jazzbands (beinahe wäre ein Beruf daraus geworden). Über schon recht frühe Aufnahmeaktivitäten in Plattenstudios erkannte ich die Möglichkeiten der Klangoptimierung während und nach der Aufnahme - der Wunsch nach möglichst am Original orientierter Musikwiedergabe fräste sich sehr tief in mein Gehirn. Meine ersten Gehversuche waren dann in den Mitt-Siebzigern eine Uher-Report-Bandmaschine, die über einen Kenwood-Receiver und selbst gebaute Boxen ihre Aufnahmen verlautbaren ließen. Bei einer HiFi-Messe in meiner Heimatstadt stand ich dann 1978 vor einem Paar Soundwalls der Firma Thorens, die mich nicht mehr schlafen ließen. Ich mußte sie haben und ich bekam sie auch. Lange Jahre machten mir diese LS getrieben von einer Grundig FineArts Elektronik (und einem Thorens Plattenspieler) viel Freude. Mitte der 90-er (während des Studiums und in den ersten Berufsjahren waren die Budgets für HiFi bei mir leider nicht so üppig) bekam ich beim Besuch einer HiFi-Ausstellung in einem Stuttgarter Hotel wieder den entscheidenden Kick, in klangliche Verbesserungen der heimischen Anlage zu investieren. So wechselte ich mein Equipment kplt. aus und stieg auf Magnetostaten der Firma Apogee (Stage) um. Diese wurden von einem sehr potenten Vollvertärker (Syphonic Line RG 10 Mk3) angetrieben und bekamen die Signale von einem CD-Player ebenfalls aus der Fertigung von Rolf Gemein. Als Plattenspieler blieb der Thorens noch erhalten. Insbesondere die Räumlichkeit der Musikabbildung durch die Magnetostaten brachte mir sehr große Freude. Nach einem Umzug (es verschlug mich nach München) hatte ich ein deutlich größeres Wohnzimmer (leider nie einen separaten Hör-Raum), in dem sich die Apogees leider nicht mehr in Szene setzen konnten. Andere LS mußten her und nach langem Suchen erstand ich ein Paar B&W Nautilus 801. Was da raus kam war schon als wirklich "amtlich" zu bezeichnen. Den RG 10 tauschte ich gegen einen Accuphase E 530 und den CD-Player gegen einen Marantz SA-1. Was mir dann als nächstes durch den Kopf schwirrte, war ein (nun lange Jahre vernachlässigt) besserer Plattenspieler. Da mein damaliger Händler das von mir gewünschte Modell selbst nicht liefern konnte, verwies er mich an einen Händlerkollegen und so landete ich - eher zufällig - bei Uwe Jessen (den ich heute als einen wirklich guten Freund bezeichne). Er lieferte mir dann meinen Transrotor Fat Bob (altes Modell) mit 3 Motoren, einem SME-V-Tonarm und einem (mittlerweile) Tonabnehmer Vienna von Ortofon.

So, und nun komme ich endlich zum Punkt: Nach erfolgter Installation und Probehören des TT's meinte Uwe bzgl. der B&W-Lautsprecher: "Klingt ja nicht schlecht, aber willste nicht vielleicht was besseres?" Ich glaubte, der macht 'nen Witz. Machte er aber nicht. Nach vielen Gesprächen, vielen Tests und einer gewissen Iteration im Gerätepark, kristallisierte sich dann durch die Beratung (auf die ich mich mittlerweile blind verlasse) seitens Uwe folgende, derzeit bei mir spielende Anlage heraus:

Plattenspieler: Transrotor Fat Bob (wie oben beschrieben)

SACD-Player: Accuphase DP-78

Phono-Preamp: Tessendorf Phono Referenz

Preamp: Tessendorf TE2

Lautsprecher: Backes und Müller BM 12

Signalkabel: durchgehend TMR-Ramses

Stromkabel und Netzfilter-Leiste: durchweg Fisch-Audio

Rack: Creaktiv Referenz

SSC-Absorberplatten für die BM12

Dazu etwa 1.200 LP's, einige hundert CD's und rd. 250 SACD's - mit Schwerpunkt Jazz (und meistens spielt auch irgendein Trompeter mit).

Das Equipment ist bei mir im Wohnzimmer aufgebaut. Der Raum hat eine Größe von etwa 6 x 5 mtr. und ist lediglich durch Teppichboden, Möblierung und Vorhänge akustisch gedämpft (was für mein Empfinden ausreicht). Die Boxen stehen mit jeweils knapp einem Meter von Rück- und Seitenwand entfernt mit ca. 3 m Abstand von einander und mit etwa 3,5 m Abstand zum Hörplatz. Damit ergbit sich für mich ein sattes, klares und transparentes Hörerlebnis und dies bereits bei leiser Lautstärke. Uwe hatte Recht, mit den geregelten BM's gibt es keine zu dicken und vor allen Dingen keine verwaschenen Bässe mehr. Ich habe selten Anlagenkonfigurationen gehört, die Musik so nahe am Originalsound abbilden (insbesondere bei Aufnahmen bei denen ich selbst im Studio oder live mitgewirkt habe glaube ich mir hierüber ein gutes und zutreffendes Urteil erlauben zu können). Somit bin ich mit meinem Wohnzimmerklang derzeit wirklich zufrieden. Wenn ich etwas ändern wollte und es keine finanziellen Limits gäbe, dann könnte mich natürlich etwas aus dem Hause Silbersand schon nervös machen - aber das hat derzeit keine ausgesprochene Eile.

Das soll's dann für meinen ersten Beitrag gewesen sein - ich hoffe ich konnte Euch einen kurzen Eindruck über meinen Weg zum aktiven Ziel vermittlen.

Schöne Grüße
Fredi
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Beitragvon Franz » 14.02.2008, 11:50

Hallo Fredi,

prima Vorstellung. Machte Spaß, das zu lesen. Ein par Bilder deiner Anlage wären nett. Sowas versteckt man nicht. Wirklich ganz feine ausgesuchte Sachen hast du, einiges kenne ich auch ganz gut.

Daß du dich auf Uwe Jessen verlassen kannst, glaube ich dir sofort. Er hat auch mich damals beraten und überall geholfen, wo er nur konnte. Solche Händler sind wirklich rar. Schade, daß du so weit weg wohnst. Das hätte ich mir wirklich sehr gerne mal angehört.

Hoffe, du wirst hier in diesem Forum noch viel Spaß haben.

Gruß
Franz
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Beitragvon Ralph » 14.02.2008, 12:03

Hallo Fredi,

willkommen im Club! Ich begrüße den Neuzugang aus Süddeutschland aufs herzlichste. (da wird sich Winfried aber sicher freuen) :mrgreen:
Eine schöne Kette hast Du Dir zusammengestellt: entsprechende Bilder wären wirklich klasse!

Ich wünsche Dir viel Spaß hier im Forum und freue mich auf Beiträge aus dem Blickwinkel eines Musikers.

Gruß,

Ralph
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Beitragvon misto64 » 14.02.2008, 12:06

Hallo Fredi,
herzlich willkommen hier.
Ich hatte auch mal das Team TE 2 an der BM 12.
Ist schon was feines.
Stell mal ein Bild von deiner Anlage rein.
Gruß,
Michael
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Beitragvon jsjoap » 14.02.2008, 12:15

Willkommen im Club der süddeutschen B&M Betreiber...;)

Klasse Vorstellung.

Gruß
Jürgen
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Beitragvon tp » 14.02.2008, 12:22

danke für die freundliche Aufnahme.

bzgl. Fotos werde ich Euerem Wunsch gerne nachkommen, bitte jedoch um etwas Geduld. Da ich fototechnisch nicht auf der Höhe der Zeit und noch mit analoger Dia-Fotographie unterwegs bin, muß ich mir zunächst eine Digitalkamera zum Ablichten der Anlage ausleihen. Aber sobald ich das habe, bringe ich ein paar Bilder mit. Versprochen.

@Franz
"...weit weg..." Das sind gerade mal starke 500 km ;-)
Aber möglicherweise verschlägt's ja Dich oder sonst jemanden aus diesem Kreis aus den nördlichen Regionen anläßlich der diesjährigen "High End" nach München? Dann wäre es doch schon fast sträflich, sich nicht zu einem gemeinsamen Rundgang zur Besichtigung der aktiven Schätzchen auf der Messe (24.-27.04.) zu vereinbaren.
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Beitragvon Rudolf » 14.02.2008, 12:35

Hallo Fredi,

vielen Dank für deine schöne und vor allem nachvollziehbare Schilderung deines hifidelen Werdegangs. Viele von uns scheinen sich in einem Alter um die 50 zu bewegen und das ist sicherlich kein Zufall: In jüngeren Jahren reichen die finanziellen Mittel in der Regel leider nicht aus, um sich mit unserer Thematik zu befassen.

Es freut mich auch sehr, dass mit dir unsere süddeutsche Fraktion Unterstützung erhält und damit bewiesen wäre, dass aktives Hören nicht etwa eine Domäne von uns kühlen Nordlichtern (die gar nicht so kühl sind :D ) ist.

Vielleicht stellst du uns ja mal den einen oder anderen Jazz-Trompeter näher vor?

Viel Spaß bei uns!

Viele Grüße,
Rudolf
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Beitragvon tp » 18.02.2008, 08:55

Hallo zusammen,

nachdem mehrfach der Wunsch geäußert wurde, Bilder meines Equipments zu sehen, habe ich mir gestern eine Digitalkamera geborgt und ein paar "Impressionen" fotografiert. Ich hoffe es mangelt nicht an Schärfe, so daß die guten Stücke für Euch erkennbar sind.

Zunächst einen Gesamtblick. Die Vorhänge sind bodenlang und lassen sich kplt. schließen. Dies verhindert unkontrollierte Reflexionen durch die dahinter liegenden Fenster:

Bild

Dann das Rack mit der Elektronik. Im "Erdgeschoß" stehen (auf einem DVD-Recorder) die beiden Netzteile (klein, schwarz) für den TE2 und den TE Phono Referenz sowie eine Motorensteuerung für die drei Pabst-Außenläufer des Fat Bob. Im "1. OG" der TE2 auf einer SSC-Entkoppelungsbasis, im "2. OG" der DP-78 und auf der "Tischplatte" der Fat Bob mit dem TE Phono Referenz. In der TE-Front spiegelt sich der Teppichboden und tatsächlich sieht man auch noch meine Knie (ich hoffe, es wird hier meine zur Schau getragene Demut deutlich ;-)):

Bild

Die rechte Wand neben der Anlage enthält (selbstverständlich außschließlich aus raumklanglichen Aspekten) einige LP's und einige CD's:

Bild

Nicht verkneifen konnte ich mir dann auch noch ein "Wand-Detail" - eines meiner weiteren "Schätzchen". Vollmechanisch, manuell betrieben, auch ohne Stromzufuhr voll funktionsfähig:

Bild

Und ehe ich's vergesse - hier natürlich noch einem separaten Foto gewidmet - als Detailbild der "Aktivposten". Steht auf einer SSC-Sonderanfertigung zur Abkoppelung vom doch stark schwingenden Boden:

Bild

Schöne Grüße
Fredi
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Beitragvon misto64 » 18.02.2008, 10:29

Hallo Fredi,
sehr schön, was du da an Hörequipment hat. Man sieht eindeutig die Einflüsse die Uwe hier genommen hat. Und, wie sich die Geschmäcker doch manchmal gleichen, sieht man an deiner Hülsta Schrankwand. Genau das selbe Modulsystem nenne ich auch mein eigen. Viel Spaß noch hier,
Michael
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Beitragvon Franz » 18.02.2008, 12:20

Hallo Fredi,

danke für deine sehr schönen Bilder. Hast wirklich eine sehr feine Anlage. Besonders neidisch bin ich auf deinen Raum. Sowas hätte ich auch gern.

Gruß
Franz
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Beitragvon Michael » 18.02.2008, 20:04

Hallo Fredi,

auch ich möchte dich ganz herzlich in diesem netten Forum begrüßen und gleichzeitig dir zu deiner wunderschönen Anlage (optisch wie gerätemäßig) beglückwünschen.
Desweiteren finde ich es immer sehr gewichtig, wenn gerade Menschen wie du, die schon lange ein Instrument spielen, unsere Meinung teilen, daß geregelte aktive LS, fast unabhängig von der vorgeschalteten Kette, anscheinend immer etwas authentischer, eben richtiger klingen als wohl die meisten passiven Lösungen.
Mit dieser Überzeugung beisse ich nämlich bei meinem Bruder, der durchaus auch vom HiFi-Bazillus infiziert ist, immer noch auf Granit!
Ich werd ihm aber mal dieses Forum empfehlen, vielleicht hilfts, wenn diese Meinung nicht nur vom kleinen Brüderlein kommt.
Dir viel Freude in "unserem" Forum

Michael (aus Bonn)
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Beitragvon Christian » 19.02.2008, 21:10

misto64 hat geschrieben:Und, wie sich die Geschmäcker doch manchmal gleichen, sieht man an deiner Hülsta Schrankwand. Genau das selbe Modulsystem nenne ich auch mein eigen.

Ich auch, ich auch ;-)

Gruß
Christian
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Beitragvon tp » 15.04.2009, 16:12

Auch auf die Gefahr hin, aus dem "Aktiven" Forum verbannt zu werden, möchte ich mich nun doch dahingehend outen, seit Januar 09 "passiviert" zu sein.

Statt der BM12 spielt nun ein Paar Ascendo System C8 Renaissance und
statt der Tessendorf TE2 spielen nun ein Belles Vorverstärker LA01 sowie zwei Belles Monoblöcke MB200.

Weshalb der Wechsel dürfte wohl die Frage lauten, die ich an dieser Stelle gleich zu beantworten versuche:

Wie mit anderen Produkten (Autos, Motorräder, Trompeten, Möbel, etc.) geht es mir auch mit HiFi-Equipment immer so, daß ich nach 4 bis 6 Jahren den Wunsch nach Veränderung verspüre. Man gewöhnt sich an die Qualität des vorhandenen, empfindet diese als selbstverständlich und hätte gerne etwas (vermeintlich) besseres. Nach etwa 4 Jahren mit den BM12 kam bei mir diese Unruhe vor der Veränderung auf. Ich hörte daraufhin über einige Monate viele verschiedene LS unterschiedlichster Konzeption (vom Elektrostaten über Magnetostaten zu Bändchenkonzepten, passive, teilaktive, vollaktive Konzepte, geregelte und nicht geregelte Aktive, etc.). Grundsätzlich und nach wie vor sehe ich im geregelten aktiven Konzept eine sehr nahe der Realität spielende Reproduktionstechnologie. Jedoch waren die aktiven Alternativen die ich als klanglich interessanter als die BM12 und damit erstrebenswert empfand (z.B. BM30 oder FM701) preislich auf einem solch hohen Niveau das aufzubringen ich nicht bereit war. Nun hätte ich bei den BM12 bleiben können und darauf hoffen, daß ich in den nächsten Monaten/Jahren auf ein Angebot stoßen würde, dessen qualitative und preisliche Aspekte mir zugesagt haben würden. Nur bin in nun mal jemand, der nicht gerne wartet und schon gar nicht auf einen Termin, der nicht einigermaßen exakt festzumachen ist.

Daher entschloß ich mich, einen Schritt (qualitativ) seitlich zu gehen und mir eine Kette zuzulegen, die bei dem Zuzahlbetrag den ich zu investieren bereit war, einen der BM12-Kette vergleichbaren Sound erbrachte. Diese Kette fand ich dann bei den passiven Wandlern und bei Ascendo mit der C8. Ein auf den ersten Blick unscheinbares Böxchen - sieht wie ein Monitor aus. Ist jedoch eine vollständige 4-Wege-Box mit interessanter Technologie. Ein nach vorne abstrahlendes Koax-Chassis mit Hochtöner und Mittel-Tieftöner, ein nach hinten abstrahlendes (zu-/abschaltbares) Hochtönbändchen und ein im inneren arbeitender, wirklich schneller und präziser Bandpass. Das ergibt zusammen mit der amerikanischen Elektronik ein schönes, exakt stimmiges, dreidimensionales Klangbild, das völlig unaufgeregt und selbstverständlich in den Raum gestellt wird. Eine leicht veränderte Tonalität im Vergleich zur BM12, jedoch mit allen Musikinformationen und dies bei jeder beliebigen Lautstärkestellung. Damit ist mir unangestrengtes Musikhören über lange Zeitabschnitte möglich. Subjektiv gesehen nicht besser als die BM12 (wenn auch anders), aber auch keinesfalls schlechter.

Eine Kette, mit der ich wieder über einige Monate/Jahre zufrieden hören werde und dann bei aufkeimendem Veränderungswunsch wieder mit moderatem Mitteleinsatz auf einen höheren Qualitätslevel gelangen kann. Ich hätte diesen Sidestep auch gerne mit aktiven LS getan, allerdings fehlte zum einen ein passendes "aktives" Angebot und zum anderen ein "aktiver" Händler der bei einem passenden Angebot für Neuequipment akzeptable Preise für die Inzahlungnahme meines Altequipments (BM12 und TE2) machte. Im Lager der "passiven" Händler wurde ich da an der einen und der anderen Stelle fündig und entschloß mich dann nach klanglichen Kriterien für die oa. Kette.

Ich möchte mit diesem Beitrag keinesfalls eine Konzept-Grundsatzdiskussion entfachen. Nach wie vor steht bei mir nicht das technische Konzept der Musikreproduktion im Vordergund, vielmehr in dessen Ergebnis ein möglichst realitätsnaher Klang. Verblüffend war für mich in der Screeningphase allerdings die Erkenntnis (vielleicht war ich da bislang zu schlecht informiert oder zu naiv?) wie weit die Entwicklung bei den passiven LS in den vergangenen 5 Jahren vorangeschritten ist. Man bekommt mittlerweile in diesem Segment "verdammt viel Lautsprecher für's Geld".

Schöne Grüße
Fredi
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Beitragvon JOE » 15.04.2009, 18:07

tp hat geschrieben:Wie mit anderen Produkten ... geht es mir auch mit HiFi-Equipment immer so, daß ich nach 4 bis 6 Jahren den Wunsch nach Veränderung verspüre. Man gewöhnt sich an die Qualität des vorhandenen, empfindet diese als selbstverständlich und hätte gerne etwas (vermeintlich) besseres. Nach etwa 4 Jahren ... kam bei mir diese Unruhe vor der Veränderung auf.

Die, die mich auch nur ein wenig kennen, werden auch ohne nähere Ausführungen wissen/ahnen/befürchten, dass ich dazu seitenlang was sagen könnte. Aber ihr täuscht Euch gründlich!

Ich empfehle nur, dass man sich dieses kleine Zitat von Fredi mehrfach langsam durchlesen und dabei "durchdenken" und "durchfühlen" möge. Besonderes Augenmerk verdienen das "(vermeintlich) besseres", sowie "diese Unruhe".

Darin steckt nicht nur Fredis Dilemma, sondern das der meisten Foristen und sogar das grundsätzliche unserer Gesellschaft ...

Mich hat Fredis so offener Beitrag tief traurig gestimmt - er hat dafür zum Ausgleich/Ersatz seine neuen Anlagenteile. Aber er schreibt ja selbst, dass das Ganze nicht von Dauer wird sein können ...

Gruß
Joe


PS: Wie kommt es nur, dass z. B. Heinz Josef Nisius* jahrzehntelang zufrieden mit seinen BM 6 hört?
* HiFi hören: http://www.aktives-hoeren.de/viewtopic.php?f=18&t=282

Zitat aus Nisius' Grußadresse zum Silbersand-Workshop:

Wenn heute, nach des Ruheständlers Arbeitsflut,
Der HiFi-Dichter Senior mal unbeschuht
Mit seinen BM 6 Musik genießen tut,
...

http://www.aktives-hoeren.de/viewtopic.php?f=5&t=508&p=4134&hilit=Nisius#p4134
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Beitragvon wgh52 » 15.04.2009, 18:20

Hallo Joe,

ich stimme zu. Meines Erachtens nach ist es so: "Vorstellungen bestimmen das Verhalten und die Entscheidungen jedes Menschen". Ja, das ist durchauch Philosophie.

Fredi,

viel Spass mit Deiner neuen Kette! Lass uns Deine neue Kette mal bildlich anschauen!

Gruss,
Winfried
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