Simon (DIY Dipol)

audiophile Biografien unserer Mitglieder
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Bei Vorstellungen steht die persönliche, subjektive Erfahrungswelt des Verfassers im Vordergrund. Insbesondere soll die Vorstellung als "Visitenkarte" des Mitglieds gewürdigt bzw. respektiert werden. Dialoge sollten hier vorrangig mit dem Verfasser und nicht mit Dritten geführt werden. Siehe auch die Forumsregeln.

Beitragvon Daihedz » 22.06.2017, 21:11

Hallo Roland

RS.schanksaudio hat geschrieben:... Es gibt ein Plättchen aus transparentem Kunststoff in der Mitte des Gitters, geformt wie eine Kontaktlinse. Das Gitter selbst hat keine akustische Funktion. Das Plättchen erweitert die Abstrahlung in der obersten Oktave. Das sollte jeder Hartmembran-Hochtöner haben, ansonsten wird die Bündelung zu hohen Frequenzen aufgrund des späteren Aufbrechens zu hoch...

Besten Dank, gleich doppelt:

1. Ich werde mir demnächst die abmontierten Gitter brillenbewehrt anschauen, befürchte aber, dass die Diffusorplättchen längst wegdiffundiert sind.

2. Die Grafikadresse der DXT-Kontur hat mich auf einen hochinteressanten und fundiert diskutierten Thread mit der Überschrift "Wir basteln ein Waveguide oder Constant Directivity, wie geht das" in einem Geschwisterforum geführt, welcher ohne mein bisheriges Wissen aktuell und praktisch zeitgleich aktiv ist:
http://www.diy-hifi-forum.eu/forum/show ... hp?t=14139

Überdentellerrandschauende Grüsse
Simon
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Beitragvon Daihedz » 09.07.2017, 14:38

Ein Grüsseuch in die Runde

Zwischenzeitlich habe ich nicht mehr weiter akribisch vertikal gemessen, dafür munter-vergnügt weitergesägt, drauflosgebohrt und -geschraubt.: Nun komme ich nicht umhin, dass sich für diesen dabei entstandenen Prototyp in Bambusmultiplex zwanghaft-imperativ die Bezeichnung "Bambi" in mir festsetzt ... weiss aber irgendwie nicht, weshalb ...

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Vergnügt-schleifstaubangestaubte Grüsse
Simon
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Beitragvon wgh52 » 09.07.2017, 15:22

Simon,

beim Betrachten des Bildes ging mir der Begriff Klangskulptur durch den Sinn.

Weiter viel Vergnügen! Wohl dem, der auch handwerklich keine zwei linken Hände hat :cheers:

Grüße,
Winfried

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Beitragvon Kawumm » 09.07.2017, 15:23

Hallo

als HT wird ein umfunktionierter Druckkammertreiber verwendet , somit ist ein Treiber auf der Dipolschallwand

HT von hinten , mit gleichzeitigen kurzen " Wave Guide "

http://www.abload.de/img/mobile.111d5ya2.jpg

sonnigen Tag noch

Otto
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Beitragvon Daihedz » 09.07.2017, 18:15

Hallo Otto

Du scheinst rinks und lechts zu velwechsern:

Kawumm hat geschrieben: ... als HT wird ein umfunktionierter Druckkammertreiber verwendet ...

Das stimmt ganz sicher. Aber nicht in meinem Projekt.

Simon
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Beitragvon Kawumm » 09.07.2017, 20:21

Simon

Mir ist schon klar das es nicht dein Projekt ist , deinen Dipol Aufbau im HT hatte ich ebenso & Varianten .

Geblieben ist diese Alternative - alles aus einer Membrane und ohne störenden Korb des Kalottentreiber

Selbst Koax Treiber , die im Dipol eingesetzt sind wurden so umgebaut .Ist dann ein Opener für ein andere Treiber Anordnung

Grüsse Otto
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Beitragvon Daihedz » 09.07.2017, 21:44

Hallo Otto

Alles klar, Du sprichts von Deinen Erfahrungen und Konstukten - Dein Post war für mich bloss etwas allzu kryptisch-verkürzt, um dies gleich sofort zu verstehen. Ein paar Worte mehr, und mir wäre geholfen gewesen. Und auch dem Bild bin ich bis anhin nicht ganz schlau geworden.

Kawumm hat geschrieben:Geblieben ist diese Alternative - alles aus einer Membrane und ohne störenden Korb des Kalottentreiber

Interessant. Ich habe auch schon bei einigen HT's von Seas das Rückteil abmontiert, allerdings mit erbärmlichen Ergebnissen.

Zu Deiner Konstruktion: Wie kriegst Du das Magnetfeld hin, und wie ist Deine Lösung konstruiert? Ein (paar) Bild(er) von Deinen Dipolen wären sicherlich ganz illustrativ-interessant, und deshalb möchte ich Dich gerne dazu einladen, sie hier zu paçieren. Falls Du dies nicht gleich in Deinem Vorstellungsfaden machen möchtest, im Kontext der laufenden Entwicklung bei/mit Deinen Versuchen.

Dass sich Dipole ähneln, liegt wohl in der Natur der Physik:
http://www.diyaudio.com/forums/multi-wa ... llery.html

Neugierig-interessierte Grüsse
Simon
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Beitragvon Daihedz » 28.06.2018, 05:56

Dem W-Dipol auf den Zahn gefühlt ...

Meine W-Dipolwoofer, aufgebaut mit je zwei Peerless XXLS-30-er-Chassis in theoretisch klirrminderndem Gegentakt, werden zur Zeit zur Ergänzung von QUAD ESL-63 eingesetzt. Getrennt wird mit einem minimalphasigen NT1-Filter bei 150Hz. Während die Kombination, mit Musikmaterial und sogar auch recht laut (ca. 95dB) verkostet, hervorragende (!) Resultate erbringt, d.h. in sämtlichen Qualitäten besser auflöst als alles, was ich bislang hier stehen gehabt habe, fällt das Ganze auditiv bei Frequenzen < 200Hz völlig durch, wenn ein Sinus eingespiesen wird : Einerseits ist bei den W-Dipolwoofern bei Pegeln ab ca. 80dB ... 85dB eine deutliche Anomalie hörbar, eine Art feines, dröhnendes Röhren, welches den Grundton begleitet. Andererseits schwingen bei den QUAD's bei etwas lauteren Pegeln @ Frequenzen < 200Hz deren Staubschutzfolien deutlich hörbar mit einem Eigenleben munter mit, obschon diese mittels Heissluft sorgfältig gespannt wurden.

Was den W-Dipolwoofer betrifft, habe ich ihn deshalb mal einzeln auf Klirr durchgemessen.

Bild

Die Messung, bei moderatem Pegel und linear durchgepfiffen, zeigt THD-Werte < 0.3% unterhalb 300Hz. Der Frequenzgang entspricht dabei einem typischen, nicht korrigierten Dipolwoofer. Superissimo ...

... oder doch nicht? Das Ganze nochmals, diesmal jedoch unter Bedingungen wie im regulären Hörbetrieb:

Bild

Der Dipol wurde für diese zweite Messung auf die Ziel-Tiefpasscharakteristik (NT1 / TP 150Hz) hin linearisiert, und die Messung wurde bei einem hörpraxisnahen Pegel von ca. 85dB durchgeführt. Mit dem Ergebnis, dass unter praktischen Hörbedingungen der Woofer nun aufgrund der aufgezwungenen, grossen Membranauslenkung zwischen ca. 40Hz ... 50Hz grössenordnungsmässig happige 10% Klirr produziert. Bei 100Hz klirrt der Woofer minimal mit knapp 1% THD.

Und noch was: Einmal mehr hat sich bestätigt, wie ein normales Musiksignal auditiv die Schwächen eines Lautsprechers ganz hübsch maskieren kann. Das kann nun entweder als Trost aufgefasst werden und als Ermutigung, im Streben nach technisch möglichst einwandfreien Lautsprechern nicht zu verzweifeln - selbst Schrott kann gut klingen. Diese Beobachtung kann umgekehrt jedoch auch dazu ermutigen, in der Entwicklungsphase ruhig mal die Lautsprecher und die Ohren mit einem SineSweep zu quälen.

Ich komme jedenfalls für mich immer mehr zum Schluss, dass ein Sinesweep nicht nur was für Frequenzgang-Messungen taugt, sondern auch als sehr brauchbares, potenziell hoch diskriminierendes Signal für auditive Pass-/Fail-Tests.

Zyklische Sinusgrüsse
Simon
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Beitragvon wgh52 » 28.06.2018, 10:47

Simon,

Deinem Schluss kann ich aus Erfahrung zustimmen, nicht nur einmal offenbarten die Sweeps meines DSP Messystems, dass irgenwas nicht OK ist, ein LS mehr klirrt als der andere, irgendwas im Zimmer mitschnarrt usw.

Grüße,
Winfried

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Beitragvon Diskus_GL » 28.06.2018, 17:34

Daihedz hat geschrieben:Und noch was: Einmal mehr hat sich bestätigt, wie ein normales Musiksignal auditiv die Schwächen eines Lautsprechers ganz hübsch maskieren kann. ....

Ich komme jedenfalls für mich immer mehr zum Schluss, dass ein Sinesweep nicht nur was für Frequenzgang-Messungen taugt, sondern auch als sehr brauchbares, potenziell hoch diskriminierendes Signal für auditive Pass-/Fail-Tests.



..dafür sind solche Signale ja auch gedacht - zur Fehleranalyse und als Entwicklungswerkzeug.
Für einen Bezug zum Hören taugen sie nicht, da der an den Ohren ankommende Schall bei Musik, Sprache oder was wir sonst zu 99% "hören" völlig anders ist und deshalb auch anders "verarbeitet" wird als solche "Messignale"...

Grüße Joachim
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Beitragvon Daihedz » 02.08.2018, 22:37

Ein Hallo den Antireflexionisten und insbesondere den Dipolisten

Die frühen Raumreflexionen sind lästig. Unter den üblichen Verdächtigen* figurieren die durch den Fussboden/die Raumdecke bedingte Reflexion, die durch die Frontwand hinter den LS und die durch die Rückwand hinter der Hörposition. Um diese zu minimieren, resp. möglichst auszuschalten, können Massnahmen getroffen werden wie z.B. Absorption, Diffusion und Weglenkung. Die Wirksamkeit, resp. die Grenzen dieser drei Prinzipien sind, wie bereits in Forum anderswo erwähnt, in einen BBC-Paper sehr schön dargestellt: http://downloads.bbc.co.uk/rd/pubs/reports/1995-04.pdf. Dipole, so wie auch Hornlautsprecher, ermöglichen ein viertes Prinzip der Nicht-Anregung. So strahlt das Horn in der Regel nicht nach hinten, der Dipol nicht zur Seite hin.

Nun mache ich seit einigen Wochen mit zwei Quad ESL63 Versuche, u.a. unter Ausnützung deren Dipol-Abstrahlcharakteristik die frühen Raumreflexionen möglichst zu minimieren. Wenn gelingt, ein Dipol entsprechend in der Hörachse leicht drehen und zu neigen, dann kann das Intensitätsverhältnis von Direkt- zu reflektiertem Schall verbessern. Ein anderer Gedanke wäre es, ein Dipol so zu drehen, dass dessen Null-Stelle mit dem Reflexionsstahl identisch wird. Dann wird die entsprechende Reflexion durch ein Null angeregt. Ich werde im Folgenden vom DS/R-Verhältnis sprechen in Anlehnung an das S/N-Verhältnis. In diesem Fall nicht Signal/Noise, aber Direktschall/Reflektion.

Ein erster theoretischer Versuch, ob die Theorie der Nicht-Anregung von Reflexionen mittels der Dipol-Nullstelle praktisch Sinn macht: In diesem Setup wird sowohl der Dipol, als auch das Mikrofon in 1m von der Wand aufgestellt. Der Abstand zwischen Dipol und Mikrofon beträgt dabei 2 m. Das Dipol wird nun in 45°-Schritten gedreht, mal zur Wand hin, mal von der Wand weg. Im Setup ist auch eine reflektierende und absorbierende Platte aus PET-Gewebe erkennbar, welches die Bodenreflexion teils absorbiert und teils weglenkt.

Bild

Zuerst das Resultat für die Dipolachsen von -90° - 0° - +90° (bezogen auf die Mic-Position):

Bild

Alle Impulse wurden auf den Wert 1 normalisiert, um die DS/R-Verhältnisse vergleichbar zu gestalten. Die blaue Kurve ist die frontal gemessene 0°-Kurve. Es zeigt sich eine kleine Reflexion nach 2.3ms, entsprechend dem Umweg von 80cm über die Wand. Das DS/R-Verhältnis ist recht passabel mit einem Verhältnis von ca. 10:1. Um die Theorie zu überprüfen, die beiden anderen Extrempositionen von +90° und -90° in grün und schwarz. Hier strahlt tatsächlich praktisch nichts zum Mikrofon hin, während das Dipol im Abstrahlwinkel von 45° zum Mikrofon hin als Reflexion gegen die Wand strahlt. Das DS/R-Verhältnis ist entsprechend katastrophal schlecht: Kein Nutzsignal, und blosse Reflexion. Das, wie gesagt, zur erfolgreichen Überprüfung der Theorie. Kein noch so Bedepperter würde sowas im regulären Hörbetrieb aufstellen.

Dann das Resultat für die Dipolachsen von -45° - 0° - +45°:

Bild

In Blau wiederum das 0°-Achsenresultat. In Braun die Position, in welcher der Dipol bei 45° Drehung zum Miktrofon und mit dem Dipol-Null gegen die potenzielle Wandreflexion hin: Bestens! Die Wandreflexion findet tatsächlich nicht statt: Wo nichts hingestrahlt wird, kann auch nichts reflektiert werden. Das Mikrofon hingegen wird aus der 45°-Achse des Dipols bestrahlt. Im gegenteiligen Fall, bei einer maximalen Bestrahlung der Wandreflexion (graue Kurve), ist diese denn auch Maximal und der Pegel des direkten Pfades aus der 45°-Achse des Dipols entsprechend abgeschwächt. Die Praxis stimmt auch für die 45°-Versuche also in etwa mit der Theorie überein.

Dann noch ein praxisnahes Experiment mit einem Setup als Stereo-Dreieck. Gemessen wurde ausschliesslich am rechten Dipol, welcher in leicht nach oben strahlend, geneigter Stellung auf einem kleinen USM-Gestell steht. Bei diesem Experiment wurde versucht, drei frühe Reflexionen möglichst zu minimieren/eliminierenn unabhängig von den spezifischen Abstrahleigenschaften von Dipolen. Das folgende Experiment dürfte deshalb auch für Monopole Gültigkeit haben.

Bild

1. Die Bodenreflexion: Diese wird mittels einer 24mm-echopanel-Platte http://www.wovenimage.com/brands/echopanel/ep-24mm.html einerseits wegreflektiert, andererseits absorbiert, aber auch partiell durchgelassen. Der W-Basskubus unter der Platte ist nicht angeschlossen und dient lediglich als statisches Element, um die Platte gegenüber dem Fussboden leicht schräg anzuheben. Durch die Schrägstellung muss der Strahl die Platte zu zwei verschiedenen Laufzeiten passieren, wobei er sich jedes Mal abschwächt.

2. Die Reflektion an der Frontwand (hinter den Dipolen): Diese soll mittels einer akustisch spiegelnden Fläche weggelenkt werden. Da ich keine entsprechende Gipskartonplatte in meiner Wühlkiste hatte, musste dafür ein Spiegel herhalten. Dieser ist mittig in den Strahl plaziert, welcher von der Dipolmitte über die Wand zur Hörposition (zum Mikrofon) hin laufen würde. Die Fläche ist leicht angewinkelt, sodass der Strahl von der Hörposition idealerweise weggelenkt wird. Im praktischen Betrieb müsste die Breite wohl etwas breiter bemessen werden, damit diese als akustisches Hindernis bis zur unteren Grenzfrequenz des Dipols wirksam sein könnte.

3. Die Reflexion an der Rückwand: Versuchsweise wurde eine 80mm-Fiberform 62T-Matte (https://www.vibraplast.ch/de/schall-lae ... kloesungen) vertikal unmittelbar hinter dem Mikrophon aufgestellt.

Nun zum Lohn der Bemühungen:

Bild

Der Dipol wurde exakt auf die Messposition hin ausgerichtet. Gemessen wurde mit einem Sweep von 150Hz ... 20kHz. Schwarz ist die Kurve ohne jegliche Massnahmen, Rot die Kurve mit den 3 zuvor beschriebenen Flächen. Ohne Gegenmassnahmen zeigen sich auf der schwarzen Kurve deutlich die Bodenreflexion nach ca. 1.3ms mit DS/R von ca. 6, die Frontwandreflexion nach 4.7ms mit DS/R von ca. 5 und die Reflexion von der Rückwand nach 8.2ms mit DS/R von ca. 8. Die rote Kurve zeugt vom Erfolg. Boden- und Frontreflexion sind nicht mehr nachweisbar. Die Intensität der Reflexion von der Rückwand beträgt noch ca. 1/3 deren Intensität ohne die Absorber-Matte, das DS/R-Verhältnis beträgt nun ca. 20.

An diesen Experimenten hat mich erfreut, wie es gelingen kann, mit relativ bescheidenen Mitteln frühe Reflexionen loszuwerden. Besonders erstaunt hat mich die Wirkung des relativ kleinen Spiegels hinter den Quads. Das ebenso wirksame Schanzenkonstrukt gegen die Bodenreflexion wird sicherlich noch ein Hörraum-taugliches Facelift erhalten müssen. Und gegen die Rückwandreflexion werde ich mal einen kleinen, flachen Keil an die Rückwand stellen.

Bei all diesen Experimenten würde ich die Möglichkeit der Messung als Diagnostikum und als Erfolgskontrolle nicht missen wollen.

Entreflexierte Grüsse
Simon

Als PS eine kurze (1'), filmische Nachspeise zum Thema übliche Verdächtige: * https://www.youtube.com/watch?v=HXuBnz6vtuI
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Beitragvon Daihedz » 05.08.2018, 14:26

Zwischenzeitlich habe ich eine weitere Versuchsreihe zur Weglenkung von Schall gemacht. Eigentlich ist es logisch: Schallenergie, welche ausschliesslich weggelenkt wird, wird im Raum irgendwo an eine Wand treffen und dort wieder reflektiert werden. Somit werden beim Weglenken von frühen Reflexionen diese eigentlich nicht eliminiert, sondern nach hinten ins Zeitfenster verschoben, idealerweise mit einer unstörenden Verteilung. Deshalb kann es sinnvoll sein, Weglenkung mit Absorption zu verbinden.

Ausgehend von einem Stereo-Dreieck, mit Reflektor hinter einem LS, ähnlich dem zweiten Bild im voherigen Beitrag, nun eine kleine Versuchreihe gemacht, immer mit demselben Setup, ausser, dass der Reflektor von Messung zu Messung modifiziert wurde:

Bild

Alle Impulse wurden zur Vergleichbarkeit des Ausklingens auf den Amplitudenwert=1 normiert,
1. Kurve Braun: Kein Reflektor
2. Kurve Blau: Echopanel-Platte (partiell reflektierend, absorbierend und durchlassend)
3. Kurve Grau: Schallharter Reflektor (der Spiegel)
4. Kurve Schwarz: Kombo aus schallhartem Reflektor und Echopanel-Platte, Abstand beider Platten 10cm
5. Kurve Rot: entspricht für diese Betrachtung der Kurve Schwarz.

Ohne jegliche Massnahme ist die Reflexion, welche durch die Vorderwand hinter den Lautsprechern bedingt ist (@ Skalenwert 0.0648), gut ausgeprägt sichtbar (braun). Die Echopanel-Weglenkfläche (blau) wirkt ganz gut. Noch besser ist der schallharte Weglenk-Reflektor, dafür treten spätere Raumwand-Reflexionen auf (@ Skalenwert 0.068 ... 0.069). Best of all Worlds stellt sich mit der Kombination von Spiegel und Echopanel (schwarz, resp. rot) ein.

Et voilà: Für mich ist es klar, wo es vorerst mal weitergeht. Ich werde einige Kombi-Absorber basteln, ca. 60cmx120cm, dann werden wir sehen, wie es weiter geht.

Sandwichbuden-Grüsse
Simon
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Beitragvon Tinitus » 05.08.2018, 20:02

Hallo Simon,

gehe ich recht in der Annahme, dass wenn das Sandwich hauptsächlich aus Absorber mit einem kleinen Anteil Reflektor besteht, dann eine Bassfalle mit Scatterplatte draus wird?

http://gikacoustics.de/wp-content/uploa ... nology.jpg

Sorry, dass ich zu diesem Thema auf Hersteller Seiten verweise, die Jungs haben aber viele Messergebnisse.
Aber wie ich dich kenne Simon, bastelst Du das sowieso selbst.

Gruß

Uwe
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Beitragvon Daihedz » 01.02.2019, 17:28

Hallo in die Runde der potenziellen Kopfschüttler

Auch wenn ich mich andernorts über Konstrukte, bei welchen Designerideen vor akustischen Gegebenheiten Vorrang hatten, lustig mache und diese Konstrukte auch sachlich kritisiere, resp. noch so gerne zerpflücke ... auch ich schraube mal im Wissen um den audiophilen Unsinn, der da herauskommen möge, mal einfach zusammen - dem spontanen Hirnfurz zuliebe.

Hier ein rezentes Beispiel eines nicht ganz ernst gemeinten Fullrange-Dipol-Regallautsprechers:

Bild

Es hat ganz einfach Spass gemacht, an verschiedenen Aufhängungsvarianten für die Chassis herumzupröbeln.

Vogelkundige Fricklergrüsse
Simon
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Beitragvon Hans-Martin » 01.02.2019, 21:09

Hallo Simon,
jetzt noch eine Einwinkelung der Chassis und eine Aussparung für den Hals bei der einen Stange, dann hätte man einen Vollbereichslautsprecher als Nearestfieldmonitor.
Ich bastele gerade nebenbei an einem ähnlichen Konzept, noch habe ich zersägte Regalbretter als Mini-Schallwand, da stört allerdings die Einschränkung des Sichtfeldes, geplant hatte ich die Umstellung auf Acryl.
So nah abgehört ist allerdings Kopfschütteln eher kontraproduktiv :cheers:
Grüße
Hans-Martin
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