Leif (aktivierte Magnepan + cMP²)

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Leif (aktivierte Magnepan + cMP²)

Beitragvon play-mate » 02.03.2010, 03:26

Digitale Folien

Seit meinem Anfang als Audiofan in den 70-ern habe ich von Flächenstrahlern geträumt, und vor ein paar Jahren fing es mit Maggies richtig an.

Zuerst ein kleines SMG System, das wunderbar schnell und lebendig spielte, aber wie nun mal mit dem HiFi-Virus Angesteckte es so an sich haben, musste bald ein Paar von den größeren Magnepans her. Die Finanzen reichten nicht ganz, um ein Satz MG3.6R so einfach beim Händler zu bestellen, aber dann war plötzlich ein älteres MG3.3R Paar in Hannover gebraucht zu haben. 1.700 Euro und eine Mietpritsche für sechshundert Kilometer um sie nach Berlin zu transportieren, war allemal ein Schnäppchen.

Um die Magnetostaten zu der Performance zu bringen, die sie heute leisten, war es aber ein viel weiterer Weg ...

Jeder, der sich intensiver mit Magnepans auseinander setzt, weiß, dass die Achillesferse in der Aufstellung, der Verstärkerleistung und der eher dürftigen Frequenzweiche ist – jedenfalls sind in diesen Bereichen spektakuläre Spielräume für mehr Wiedergabequalität. Als Dipol müssen Magnepans einen gehörigen Abstand zur Rück- und Seitenwand haben und sind außergewöhnlich kritisch beim Aufstellen. Jeder, der einen seriösen Maggie-Fan besucht, bekommt einen deutlichen Eindruck davon, dass die Magnepans souverän das wichtigste Möbel im Raum sind. Alles dreht sich um ihre Klangwellen!

Give me the Power

Als stolzer Besitzer einer 3-Wege-Magnepan mit echtem Ribbon Hochtöner musste ich mich sehr bald darauf einstellen, dass eine 100 Watt Electrocompaniet-Endstufe es nicht vermag, diese hungrigen Lautsprecher zum „Krachen“ zu bringen. Auch wenn Maggies eine unkritische und ganz konstante 6 Ohm Belastung darstellen, sind die Erfordernisse recht anders als bei dynamischen Boxen. Stromlieferbarkeit ist das Wort. Maggies wollen große und heftige Stromversorgungen in der Endstufe, um richtig lebendig zu werden. Unterpowerte Magnepans klingen nur anämisch.

Weil die Magneostaten einen rein ohmschen Widerstand leisten, ist die Frequenzweiche ein recht „einfacher“ Schaltkreis und der ebenso einfach zu Modifizierungen einlädt, wie Magnepan hier bemüht ist, jeden Cent zu sparen. Das amerikanische Magnepan Forum hat jede Menge Tipps zu Verbesserungen von Magnepan und deren, pardon, „scheußlichen“ Frequenzweichen. Richtig Blut auf den Zahn hab ich dann beim schlichten Tausch vom originalen Kondensator auf eine Mundorf Supreme Cap bekommen ... heilige Maria!! Von diesem Erlebnis an gab es kein zurück mehr...

Aktive Frequenzweichen sind immer noch eine exotische Erscheinung, aber Magnepan selber empfiehlt sie sogar in der Bedienungsanleitung. Um eine solche Bi- oder Triamping-Konfiguration bereit zu stellen, bedarf es natürlich zwei oder drei Stereo-Endstufen, die direkt ihren jeweiligen Treiber/Magneostaten anspielen. Dafür muss die passive Weiche entkoppelt werden und eine elektronische Frequenzweiche das Signal in den gegebenen Frequenzbereichen aufteilen und sie dann an die verschiedenen Endstufen weiterleiten.

Diese aufwändige Technik bringt mehrere Vorteile:
1. Die Endstufe treibt den Lautsprecher direkt ohne Spulen oder Kondensatoren im Signalweg. Weniger Energieverlust und Phasen Verzerrung - und eine deutlich bessere elektrische Dämpfung der Membran (sehr wichtig bei Folien Membran).
2. Elektronische Frequenzweichen haben weit größere Konfigurationsmöglichkeiten in Bezug zu Flankensteilheit und Schnittfrequenz. Bei passiven Weichen ergeben z.B. 18dB/Oktave schon erheblichen Verlust. Steilere Flanken bringen dabei wesentlich weniger (sehr hörbare) Verzerrung, aber die Flankensteilheiten bestimmen auch das Phasenverhalten des Lautsprechers und ist somit ein wichtiger Teil des Gesamten. Fast alle Lautsprecherdesigns sind eine Erwägung von Kompromissen auf diesem Altar!
3. Die Effizienz der Endstufe ist optimal, da sie nur einen abgemessenen Frequenzbereich zu leisten hat. Bei aktiven Systemen sind tonale Unterschiede bei Endstufen durchaus hörbar und für die Homogenität sind Verstärker mit gleicher/ähnliche Charakteristik von hoher Wichtigkeit.

...aber woher bekommt man eine „audiophile“ elektronische Frequenzweiche?

Die Weichenstellung

Behringer, DBX und andere bieten preiswerte Möglichkeiten. Auch digitale Möglichkeiten...
High-end-taugliches anscheinend nur bei Bryston, Marchand, Accuphase oder antiquarisch bei Audio Research. Irgendwie schien mir der Preissprung von Prosumer-Angeboten bis High-End unverhältnismäßig deftig zu sein.

Erstmal kam mir ein analoger CX3400 Behringer ins Haus und gleich ein 6-Kanal Parasound, um den ganzen Kram zum spielen zu bringen. Wow!
- vielleicht nicht ganz richtiges High-End wie erhofft, aber die Definition und die Kraft die trägen Magnepans zum Leben zu erwecken, war sofort da!
- Definierter Bass, transparente Mitten und ein recht sauberer Hochton.
- Stereoperspektive? Fehlanzeige !

Im Nachhinein habe ich gehört und verstanden, was die Priester immer von komplizierten Phasenverhalten von Lautsprechern und Frequenzweichen immer gepredigt haben: Phasenlinearität.

24dB Flankensteiheit ist für Beschallungs- Anlagen im Theater und PA-Bereich sicherlich okay, aber haben in High-End-Weichen nur selten eine Berechtigung. Elektrisch sind 24dB/Oktake phasenneutral, aber das sind die Treiber der Lautsprecher kaum. Speziell, wenn auch das Boxengehäuse mit gerechnet wird. Die Summe der elektrischen und den akustischen Phasendrehungen muss zusammen neutral sein, ansonsten scheitern die räumliche Abzeichnung und die allgemeine Kohärenz. Diese Wahrheit fiel mir nicht sofort ein.

Um die Schuld der leicht fehlenden Begeisterung auf ein anderes Teil des Systems zu übertragen und gleich einen besseren CD Player zu kaufen, kam mir ein Satz im Internet entgegen, der mir schließlich auf die richtige Spur gebracht hat :

„Wer im Markt nach einem neuen CD Player sucht, der ist alt geworden und hat die Zeichen der Zeit nicht erkannt“

Aua!

Digital geht auch anders

Computer Audio, Netzwerkplayer und Musikserver waren für mich recht neue Begriffe, aber der Groschen fiel, obwohl in einzelnen Pfennigen... Schnell erschloss sich die Theorie, dass wenn man jetzt ein digitales Frequenzweichenprogramm mit so einem Festplattensppieler verbindet und vielleicht auch noch so eine raumakustische Korrektur á la TacT/Lyngdorf durchführt, wäre die Sache mit den Magnepans doch perfekt! Wer eh nicht zimperlich mit Finanzen umgehen muss, dem empfiehlt sich gleich ein DEQX, obwohl es auch preiswerter geht.

In der langen und akribischen Suche nach der besten Lösung ist mir ein Portal für ein Ultra-High-End-Musikserver Projekt aufgefallen, das mir nach weiteren Vertiefungen in diesem Thema als extrem überzeugend erschien:

cPlay + cMP = cMP²

„cics“ ist der Chef-Entwickler dieses außergewöhnlichen Projekts, das nicht nur einen State-of-the-Art Musikplayer (cPlay) zum freien Download bereitstellt, aber auch eine alternative, auf Audio optimierte (Windows „Explorer“) Shell: cMP!

Es würde zu weit führen, hier alle Einzelheiten aufzulisten, aber in Kürze gesagt geht es darum, einen Computer auf Microsoft-Windows-Basis so zu trimmen und optimieren, dass es für High-Fidelity Audio wirklich gerecht wird.

Grundsätzliche Maßnahmen sind eine erheblich reduzierte Taktfrequenz des Prozessors; eine gedrosselte Spannung der Hauptplatine und avancierte RAM-Speicher-Konfigurationen. Dazu kommen Abstellung von Prozessen und Diensten des Betriebsystems, und tief greifende Veränderungen des Kernels und der Registry. Eine großartige Audioverbesserung ergibt sich z.B., wenn das Winlogon mit dem Windows-embedded „Minlogon“ ersetzt wird. Dabei reduziert sich das ganze XP-Betriebssystem auf die Hälfte!

Hauptziel des Projekts ist, den Computer nur für den „real-time“ Datentransport von der Festplatte zum D/A-Wandler zu optimieren; einen möglichst ruhigen Stromverbrauch zu drosseln und hochfrequente Einstreuung maximal zu reduzieren. Für Hardcore-Enthusiasten gibt's dann auch noch Anleitungen zur Modifizierung des Netzteils und der Stromversorgung.

Der Player des Systems ist eine echte Meisterleistung von Cics. Technisch sehr hochwertig konstruiert, verwendet dieser RAM-Lloading des Musikstücks, der von der Festplatte das digitale Signal in den RAM schreibt, und die WAV oder Flac Datei bis zu 192 kHz upsampelt und weiter an die Soundkarte oder einen externen DAC leitet. Hauptziel der Entwicklung sind Runtime-Prozesse mit minimalen Jitter zu ermöglichen und daher ist auch cPlay's grafische Erscheinung auf das absolut Nötigste reduziert. Der Prozessor soll ja möglichst nur Audio Daten verarbeiten und nicht etliche Überwachungsfunktionen und grafische Oberflächen gleichzeitig erledigen.

Die Jitterwerte sind in einem voll konfiguriertem cMP²-System weniger als die Hälfte der allerteuersten CD-Transportsysteme - Jitter ist der hörbare „digitale“ Klang, der den meisten von uns so künstlich erscheint. Bei einer 96kHz/24bit Mastering Aufnahme über eine cMP²-Maschine ist dann endgültig Schluss mit analogen Argumenten...

Das Projekt ist hier in allen Einzelheiten beschrieben: http://cplay.sourceforge.net/

Die Anbindung

Seit Dezember 2009 ist der cPlay'er mit einer Alternative zu dem normalen ASIO-Ausgang erhältlich. Ein VST-Output, der einen eleganten und effektiven Anbindung einer digitalen Frequenzweiche wie z.B. den Allocator von Thuneau ermöglicht - und das ist das wirklich Neue und das wahrlich ganz High-endige dieses Berichtes:

Das cMP²-System ist bereits für sich ein sehr, sehr empfehlenswertes Projekt in Sachen Computer-Audio. Diese hochwertige Software zudem noch für digitales Soundmanagement nutzen zu können war bisher den ca. 4.000 Euro teuren DEQX oder Audivolver vorbehalten ... zum Bruchteil des Preises hierfür!

Voraussetzung, den Allocator so zu nutzen und ein aktives 3-Wege System für die 6 Verstärker anzusteuern, ist natürlich ein D/A-Wandler für jedes Frequenzband. Diese recht spezifische Anforderung kommt die Lynx TWO-B Karte entgegen. Diese Soundkarte nimmt das geteilte digitale Signal vom Allocator und versorgt über das zugehörige Break-out Kabel der Lynx ein 6 Kanal balanciertes (XLR-)Signal direkt an meine Acoustic Reality eAR 202 und eAR 601 ICEpower Endstufen.

Nun sind die Planar Treiber ohne Spulen oder Kondensatoren im Signalweg direkt an insgesamt 2000 Watt angeschlossen - der Computer darf jetzt keinen Fehler machen!

Stabilität und die „Wende“

Um die Magnepans erheblich zu stabilisieren habe ich, wie allgemein anerkannt, ein paar solide Ständer anfertigen lassen, der den Rahmen völlig zum „Stillstand“ verhilft. Auf jeweils einem gewichtigem 50 kg Stahlblock mit triangulären Stützen und drei Spikes ist die Ankopplung an den Boden großzügig „fest“.

Wie Magnepan-Enthusiasten aber auch wissen, sind die, für Magnepan preisgünstigen MDF-Rahmen, keinesfalls High-End Solidität. Wer einmal ein Paar „Maggies“ ohne Verkleidung ganz nackt gesehen hat, wird deutlich verstehen, dass Serienproduktion auch etwas mit Gewicht und Wirtschaftlichkeit zu tun hat. Der konsequente Liebhaber baut den hochwertigen Mylar-Treibern ein neues Zuhause aus Hartholz.

Genauestens ausgemessen und akribisch getischlert, präsentieren sich meine MG3.3R´s nun in einem aus 30 mm massiver Buche gefertigtem Rahmen. Die Treiber sind jetzt mit Bolzen und nicht mit Papierklammern à la Magnepan solide und fest am Rahmen verankert – und dank der Möglichkeit der digitalen Frequenzweiche sind bei mir zudem noch der Ribbon und die Mylar-Membran der Treiber (umgekehrt) nach vorn gerichtet, und der Mitteltontreiber In-Phase.

Der phaseninvertierte Mitteltöner ist ein Magnepan-Konstruktionskompromiss der MG3.X R-Reihe, die auf die einfachere (preisgünstigere) eingebaute Frequenzweiche zurückzuführen ist, die aber, in diesem digitalem System, die „Wende“ in Form einer homogeneren und phasengenaueren Wiedergabe ermöglicht.

...und, klingt es überhaupt?

Eigentlich „klingt“ es gar nicht!

Die unendlichen Einstellungsmöglichkeiten des Allocators sind vorerst überwältigend, aber ultimativ sind die Maggies nun so zu trimmen, dass Phasen-, Amplituden-, Frequenzgang und Sprungantwort eine nahezu perfekte Wiedergabe ermöglichen.Die eh konstruktionsbedingten Vorzüge wie Schnelligkeit und Transparenz der Magnepans werden von den äußerst dynamischen und kraftvollen ICEpower-Verstärkern zu einer Leichtfüßigkeit und Präzision verholfen, die fast atemberaubend ist.

Große Folientreiber haben nun mal weniger Intermodulations-Verzerrungen; sind einfach schneller (und kommen schneller zum „Stopp“) als herkömmliche Boxen. Und Folien bewegen Schall in einer anderen Weise. Das ergibt auch zwangsläufig andere Herausforderungen für Optimierung von Folienlautsprechern, aber wenn mir jemand behauptet, dass das Planar-Prinzip kein Rock oder geschweige Bass wiedergeben kann, dann erkenne ich mich gehörlos!

Es war von Anfang an die Ambition, eine möglichst „neutrale“ Wiedergabe zu gewährleisten, und ich bin subjektiv nicht der richtige, um das Resultat richtig zu beurteilen. Aber ich kann jedenfalls mit einer gewissen Bescheidenheit sagen: Ich bin jeden Tag auf's Neue begeistert!

Mag es jemandem zur Inspiration dienen.

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Beitragvon wgh52 » 02.03.2010, 12:46

Hallo Leif,

Aha, noch ein aktivierter Flächenhörer! Willkommen im Club der aktiv hörenden Tuner und DIYer und vielen Dank für Deine beeindruckend fundierte und interessante Vorstellung Deines Aktivierungsprojektes. Was für eine Arbeit! Hast Du die Ergebnisse irgendwie dokumentiert? Vielleicht mit Messungen, Fotos usw.? Das wäre interessant zu sehen.

ME ergeben sich aus Deinen Ausführungen auch für Nicht-Flächen-Hörer interessante neue Aspekte zur DSP-Aktivierung. Von Deiner PC-Implementierung hatte ich noch gar nichts gehört.

Es kommt mir so vor, als unterstütze Deine Software "nur" IIR und keine FIR Filter. Ist das richtig oder ...?
Wie wird in dieser Konfiguration die Lautstärke geregelt (analog, digital, fernbedienbar)?

Ich freue mich auf viele weitere interessante Beiträge und Ratschläge von Dir. Viel Spass mit Deinen tollen Maggies!

Gruss,
Winfried
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Beitragvon play-mate » 02.03.2010, 16:26

hallo winfried,

es folgen noch ein paar bilder meines systems, obwohl es eigentlich nicht viel zu sehen gibt.

der computer ist in einem schlichtem zalman-gehäuse und beherbergt die Gigabyte GA-EG45M-UD2H platine gänzlich passiv gekühlt, einen intel E7400 duo-core prozessor, der von 2.8GHz auf 900 Mhz runtergetaktet ist und einen X8500 mushkin RAM. zwei festplatten, ein laufwerk und eine modifizierte "be quiet" stromversorgung.

in arbeit ist eine komplette batterieversorgung, aber das ist nicht ganz einfach. von der audio-verbesserung erhoffe ich mir aber recht viel...! (für die, die einen laptop zum musikhören verwenden: versucht mal den stromstecker zu enkoppeln. das ist hörbar!)

die "allocator" frequenzweichen-software unterstützt nicht FIR-filter, aber hat ein phasenkorrekturmodul, einen parametrischen equalizer und individuelle laufzeitregler. das geht nicht ganz "automatisch" wie bei FIR, aber die messungen, die ich gemacht habe, sehen sehr gut aus.

es stehen auch noch einige dämpfungen in meinem hörraum aus, und ich werde irgendwann mal "acourate" ausprobieren... - mit einem dipol system befürchte ich aber mehr probleme als lösungen. Und bei 192kHz upsampling werden FIR-filter-latenzzeiten den insgesamten jitter negativ beeinflüssen - jedenfalls bis noch schnellere prozessorleistungen erzielt werden können. die 32nm und DDR3 RAM technologie könnten es vielleicht schaffen...

der cPlay´er hat eine 53 bit digitale volumereglung, und das ist bei mir gut einstelbar ohne größeren digitalen resolutionsverlust. die drahtlose maus ermöglicht steuerung vom hörplatz.

aber ansonsten freue ich mich über die gute gesellschaft hier. :D
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Beitragvon Rudolf » 02.03.2010, 18:22

Hallo Leif,

herzlich willkommen! Du bist eine willkommene Verstärkung unserer digitalen DIY-Fraktion, der auch ich mich in Teilen zurechne.

Das mit dem cMP²-System muss ich mir nochmal in Ruhe durchlesen. Es scheint da enorm viel Aufwand getrieben zu werden und ich frage mich, ob dies mit Blick auf die heute verfügbaren, z.T. sehr guten Netzwerkplayer noch notwendig ist. Aber der Weg ist des Audiophilen Ziel und in diesem Sinne kann ich dir vollständig folgen und freue mich schon auf weitere Berichte.

:cheers:
Viel Spaß bei uns im Forum!
Rudolf
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Beitragvon play-mate » 02.03.2010, 20:44

hey rudolf,

tja, wie gesagt fühle ich mich hier im forum schon viel besser aufgehoben als in so manchen anderen ... danke für das vertrauen !

ich will kein hehl daraus machen, dass ich seit 2008 im amerikanischen audioasylum enthusiastischer verfolger und beitragssteller im planar- und digitalforum bin, und dort vieles gelernt habe. das niveau ist dort oft auf sehr hohem niveau und es hat mich schlichtweg verwundert das das cMP2 projekt kaum in deutschland beachtung gefunden hat. speziel verwunderlich, weil die cPlay und cMP software ein kostenloses fundament für ein überragendes system bereitstellt.

in erster linie darf man durchaus skeptisch sein, aber wenn man sich die konzeptuelle grundidee verinnerlicht hat und die audiophilen resultate gehört hat, wird einem klar wie viel kommerzieller "sprengstoff" ein solches projekt eigentlich hat...

das magazin "klang&ton" hat als erstes deutsches medium in der februar/märz 2010 ausgabe das projekt vorgestellt, und ich habe dies zum anlass genommen, ihm ein wenig weiteren anstoß zu geben. das ist im sinne des erfinders und wird hoffentlich auch anderen als inspiration dienen.

ich bin nicht der aufassung das cMP2 "nur" ein netzwerkplayer ist. im gegenteil: es ist eine auf höchstem high-end getrimmter digitaler transport für audiodaten.

das projekt ist seit 3 jahren unterwegs und hat über 2500 nutzer weltweit. der aufwand ist schon erheblich aber keineswegs nur für experten zu bewältigen - und das resultat ist wie gesagt grandios !

probieren kann es ansatzweise jeder, und wenns kniffelig wird, bin ich gerne zur hilfe da.
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Beitragvon Kienberg » 02.03.2010, 20:57

Hallo Leif,

willkommen hier im Forum der Aktiven und besten Dank für Deinen interessanten Beitrag, vor allem für den Hinweis auf cMP2, habe nie davon gehört.

Was mich allerdings doch sehr verwundert ist, dass man hier ein "dickes" Windows (nehme an es ist Win XP und nicht etwa gar Vista ) trickreich abmagert und nicht von vornherein ein schlankes LINUX, das es ja auch als Realtime-Version gibt, zu Grunde legt.

Nennt der Entwickler dafür Gründe ?

Gruss
Sigi
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Beitragvon play-mate » 02.03.2010, 21:36

hallo sigi,

es gibt natürlich ein grund für sie wahl des windows betriebsystem: der heist ASIO (und nicht asio4all).

echte ASIO treiber für linux ist kaum für hochwertige soundkarten zu haben, aber ansonnsten hast du recht. linux wäre idealer.

in der Win Embedded (minlogon) version und mit cMP aktiv, ist das betriebssystem aber so schlank, dass es einem linux ähnelt. die "embedded" version für windows hat keine security features, netzwerk protokolle oder nutzerkonfigurationen und wird eigentlich nur für propritäre industrie anwendungen genutzt:

http://msdn.microsoft.com/de-de/windows ... fault.aspx

der audio-gewinn ist aber immens !
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Beitragvon Kienberg » 02.03.2010, 22:08

Danke Leif,

wieder mal eine "Verbeugung" vor den HW-Lieferanten, die es nicht der Mühe wert finden, Linux-Treiber bereitzustellen.

Aber wenn deren ASIO-Treiber durch eine abgemagerte Systemumgebung endlich vernünftig laufen und nun nichts mehr knackt und von Fall zu Fall klemmt, ist die Ziesetzung ja erreicht.

Gruss Sgi
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Beitragvon Rudolf » 02.03.2010, 23:36

Also, ich habe mich mal auf der Homepage von cMP² umgeschaut und muss zugeben, dass ich zwar nur die Hälfte verstehe, aber doch zumindest zu erkennen vermag, dass hier sehr viel Gehrinschmalz in eine kompromisslose Audiolösung geflossen ist. Hut ab!

Optimal wäre natürlich für uns Acourate-Fans, wenn man Acourate in die DSP-Sektion des cMP "einschleifen" könnte - was wollte man dann noch mehr?

Viele Grüße
Rudolf

PS: Ich prophezeie allerdings, dass ähnlich wie bei Acourate ein durchschlagender Erfolg des cMP nur dann eintreten wird, wenn die notwendige Hardware vorkonfiguriert käuflich zu erwerben sein wird. Auf der anderen Seite: derartige Produkte gedeihen erfahrungsgemäß solange am besten, wie sie Kultstatus besitzen. Foobar ist hierfür das beste Beispiel.
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Beitragvon play-mate » 03.03.2010, 02:38

hallo rudolf,

ich glaube das cMP2 schon bereits kult-verdächtig ist, aber "cics" (der entwickler) hat mit absicht sein system als opensource software für alle bereitgestellt.
an einer "produktion" ist er gar nicht interessiert......

übrigens bin ich überzeugt, das sich auch "acurate" und FIR filter sich im system einbinden lässt !
-jedenfalls kann es mit "accusense" betrieben werden.

gruß leif
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Beitragvon Fujak » 03.03.2010, 21:09

Hallo Leif,

das ist ein Bombenartikel, den Du da verfasst hast. Vielen Dank. Ich arbeite gerade an einem ähnlichen Projekt, bezogen darauf, ein Netbook als Datenquelle einzusetzen und über einen externen DAC laufen zu lassen (dokumentiert im Hifi-Forum in diesem Thread: http://www.hifi-forum.de/index.php?action=browseT&forum_id=54&thread=13830).

Besondere Aufmerksamkeit haben Deine Ausführungen über CMP2 bei mir erregt. Dieses Software-Projekt behandelt einer der größten Schwachstellen (und damit das größte Optimmierungspotential) PCs auf WinXP-Basis als Zuspieler zu betreiben. Weißt Du ob dieser Player auch einen Convolver beinhaltet, mit dem man Korrekturfilter (möglichst in 64bit Wortbreite) einbinden lässt? Dann wäre das mein Fall.

Grüße und Danke nochmal für diesen sehr inspirierenden Bericht.

Fujak
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Beitragvon veloplex » 03.03.2010, 22:42

Ach der Leif :D

Schön, hier von dir zu lesen.

Ich hatte bereits zweimal die Ehre, bei Leif die Magnepans hören zu dürfen. Ich kann Leifs Ausführungen nur beipflichten und würde noch ergänzen, dass es irgendwie analog klingt. Die "Härte" einer rein digitalen Kette (bei mir foobar-VSTHost- Allocator-FIREQ) fehlt völlig.

Bei meinem zweiten Besuch bei Leif vor einer Woche haben wir auch etwas gemessen. Auch hier kann ich Leifs Ausführungen wieder nur beipflichten. Obwohl sich Dipole im Hörraum ohnehin schon schwierig messen, zeigt der Allocator, was er kann.

Zur Einbindung von Acourate oder DRC würde ich vorschlagen, einen VST-Convolver zu nutzen und diesen (auch in Verbindung mit anderen VST) in einen VST-Host einzubinden. Ich nutze audiomulch und habe damit bislang sehr gute Erfahrungen gemacht. Cplay kann das Signal nur an einen VST ausgeben und ist ja auch ansonsten so spärlich aufghebaut, dass mir keine andere Möglichkeit einfällt.

Leif, wie ich -> hier ja schon geschrieben habe, will ich mich mal etwas eingehender mit dem DRC (da kostenlos) beschäftigen. Vielleicht kann ich dir ja bald ein Ergebnis präsentieren, du bist herzlich eingeladen.

Im Übrigen hat mich Leif angesteckt, weshalb ich ab morgen stolzer Besitzer von 8"-Magnetostaten (BG NEO8-S) sein werde.

Gruß Christoph
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Beitragvon play-mate » 05.03.2010, 01:19

hey christoph,

danke für die netten worte und glückwunsch zu deinen magneostaten.

zum DRC projekt lasse ich mich gern ein, obwohl je mehr ich mich mit FIR filtern schlau mache, um so mehr bezweifle ich das diese sich für ein dipol system eignen. da machen mir abgesehen von dem (naturgemäßen) rückschall speziell auch die pre-ringing effekte sorgen.

ich denke, dass die "analoge" qualität vom cMP2 von den minimalen unharmonischen nebeneffekten und den extrem niedrigen jitter werten stammen.
-aber es geht halt um probieren statt studieren...

fujak !
cPlay bearbeitet sowohl 32 bit als auch 64 bit. das convolver filter muss an den VST output.
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Beitragvon DocM » 22.11.2016, 09:23

Hallo Leif,

In Deinem Beitrag im Thread über Diffusoren habe ich anhand Deiner Bilder gesehen, dass Du mittlerweile nicht mehr mit den Maggies hörst. Als Besitzer der Maggies 1.7 würden mich Deine Erfahrungen mit den neuen Flächenstrahlern und ein kurzes Update Deines Vorstellungsthread sehr interessieren.

Gruß
Marcus
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