Endstufe für Hochtöner

Lautsprecherbau und -tuning

Endstufe für Hochtöner

Beitragvon thorsten » 12.07.2015, 20:15

Hallo zusammen,

nachdem ich nun ernsthaft mit dem Gedanken spiele, meine Mains nicht nur teilaktiv, sondern vollaktiv via Acourate zu betreiben, bin ich auf der Suche nach einer passenden Endstufe. Als Hochtöner kommt der Visaton MHT12 Magnetostat zum Einsatz:

http://www.visaton.de/de/chassis_zubeho ... t12_8.html

Die restlichen Endstufen sind Cambridge Audio 840W, wobei die für den MT hoer-wege modifiziert ist.

Das Budget soll auf alles Fälle 3-stellig bleiben, gerne auch gebraucht oder ein Vollverstärker. Habt Ihr vielleicht einen Tipp für mich? Man hört hier im Forum viel Gutes über Abacus, der Ampino wäre preislich genau meine Vorstellung. Aber ist der gut für den HT geeignet? Mir ist wichtig, daß der "feine" Aspekt, den der MHT12 bei der Wiedergabe im Vergleich zum KE25 (Keramikhochtöner) hat, erhalten blebit.

Schönen Gruß

Thorsten
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Beitragvon Hans-Martin » 12.07.2015, 21:07

Hallo Thorsten

Es macht nach meiner Erfahrung Sinn, eine Endstufe vom selben Typ zu nehmen, wie die, die das benachbarte Chassis treibt.

Das Argument, der Hochton benötige weniger Leistung, zieht bei mir nicht, zu einfach ist es, 2 verschiedene Endstufen gegeneinander zu tauschen und den Unterschied zu erleben. Die Endstufe für den Hochton muss im Zweifel besser sein, schneller sein. Ist doch eigentlich logisch, wenn die höchsten Frequenzen für die Pulswiedergabe vom Hochtöner übertragen werden. Diese Endstufe muss die hochste Slew-Rate haben, am wenigsten rauschen, große Dynamik übertragen. Letztlich werden hier die Obertöne der Musik übertragen, die die individuelle Unverwechselbarkeit der Instrumente ausmachen

Die größte Überraschung habe ich mit 2 Berliner High-End Endstufen mit verchromten Frontplatten erlebt (Spitzname Ferrari), gleicher Typ, nach dem Aufdruck auf den Elkos vielleicht 6 Monate auseinander in der Produktion. Im horizontalen Bi-Amping zeigte sich ein hörbarer Unterschied, wenn sie ihre Plätze und Aufgaben tauschten, gleiche Kabel selbstverständlich konsequent eingesetzt, und vertikales Bi-Amping kam noch schlechter. So ist das mit Exemplarstreuungen ... Der Übergangsbereich der Weiche sorgt für Überlappung, und die Chassis sind schon per se verschieden, ob da vielleicht jegliche Gleichartigkeit in der Kette davor hilft, die Homogenität zu verbessern ...?

Am Ende wirst du eine Shoot-out machen müssen, 4 Abacus gegen 4 Hörwege (einzelne Kanäle gerechnet). Gert hat beim Hochtöner und Mitteltöner der AGM Stromgegenkopplung, um diese schneller zu machen, aber das ist eine andere Geschichte.

Grüße Hans-Martin

P.S.: Was sagt eigentlich Gert zum Thema Endstufen bauen für AktivLS?
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Beitragvon wgh52 » 12.07.2015, 23:23

Hallo Thorsten,

ich hab "damals" gute Erfahrungen mit Vincent SP-996 Mono Endstufen, je 125 W an 8 Ohm, gemacht. Vorteil war u.a, dass ich sie nahe bei bzw. hinter den Lautsprechern platzieren konnte. Die Serie, die ich einsetzte war übrigens ferneinschaltbar :wink:

my 2 cents worth...

Gruß,
Winfried

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Beitragvon Zwodoppelvier » 13.07.2015, 16:43

Hallo miteinander,

einen ähnlichen Faden gab es bereits vor längerer Zeit hier im Forum: Welche Endstufen für Selbstbau-Aktivlautsprecher?

Vielleicht ganz nützlich, die Vorschläge dort nachzulesen.

Beste Grüße
Eberhard
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Beitragvon Fortepianus » 22.07.2015, 11:19

Hallo Hans-Martin,

Hans-Martin hat geschrieben:Gert hat beim Hochtöner und Mitteltöner der AGM Stromgegenkopplung, um diese schneller zu machen, aber das ist eine andere Geschichte.
... Was sagt eigentlich Gert zum Thema Endstufen bauen für AktivLS?

ich verwende für alle Wege die prinzipiell gleichen Endstufen. Die sind auf der Platine per Jumper einstellbar für UGK (TT, TMT), IGK (HT) und gemischten Betrieb beim MT. Ich verwende zwei TDA7293V als Endstufenchips in Master-Slave-Konfiguration, außerdem gibt es die Möglichkeit, zwei Endstufen in Brücke zu schalten. Das Geheimnis, ob sowas gut klingt, liegt aber wesentlich im Layout. Die Versorgung und Signalführung ist entscheidend. Deshalb pflastere ich die nur 10cm x 11,5cm große Platine mit so vielen niederohmigen SMD-Elkos mit je 1mF/50V, wie drauf passen und ordne die so an, dass möglichst kurze und niederohmige Wege möglich sind:

Bild

Jede Endstufe hat ihre eigene Gleichrichtung und Siebung. Oben auf der Platine erkennt man, dass ich nicht nur vier, sondern acht Gleichrichterdioden verwende. Plus- und Minushälfte wird getrennt und eigenständig behandelt und erst am Ende auf eine gemeinsame Masse geführt. So kann man noch allerlei Filtertricks anwenden, bevor es zu einer gemeinsamen Masse kommt, und die hohen Ladestromspitzen, die in den ersten Elkos vor einer solchen Filterung auftreten, von der Masse fernhalten. Oben kommt also der Saft rein vom Trafo, links unten geht's zu den Lautsprechern, und rechts sitzt die Eingangselektronik samt Regelschleifengedöns ins winzigem SMD. Auf den unbestückten Platinen erkennt man, dass die besonders dicken Kupferbahnen noch mit Gold überzogen werden, was eine recht stabile Lötverbindung ermöglicht:

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Man mag anführen, dass es doch übertrieben sei, 200W Sinusleistung für einen zarten AMT-Hochtöner bereitzuhalten, aber nach meiner Erfahrung klingt ein HT besser, wenn er mit ordentlich Reserven angesteuert wird. Reserve schadet eh nie was beim Verstärkerbau:

musikgeniesser hat geschrieben:Viel hilft viel

Viele Grüße
Gert
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Beitragvon Hans-Martin » 22.07.2015, 11:35

Sauber!

Fortepianus hat geschrieben:Man mag anführen, dass es doch übertrieben sei, 200W Sinusleistung für einen zarten AMT-Hochtöner bereitzuhalten, aber nach meiner Erfahrung klingt ein HT besser, wenn er mit ordentlich Reserven angesteuert wird. Reserve schadet eh nie was beim Verstärkerbau:

Hallo Gert

Dem kann ich aus praktischer Erfahrung nur zustimmen. Schließlich macht der Hochton das Obertonspektrum und verlangt die beste Auflösung. Ich war sehr überrascht, was passierte, als ich zum ersten Mal versehentlich die bessere Endstufe für den HT und die schwächere für den Bass nahm, und dann nach üblicher Vorstellung "korrigierte". Uneingeschränkte Dynamik bei den Höhen lässt auch den Bass aufleben. Aber für alle Bereiche das Beste zu nehmen, ist gewiss das beste Rezept.

Es wundert mich, dass hier noch keiner bei dir nach Modulen für seine private Aktivierung gefragt hat, aber vielleicht läuft dein PN Briefkasten schon über...

Grüße Hans-Martin
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Beitragvon thorsten » 25.07.2015, 11:31

Hallo zusammen,

entschuldigt das späte melden, war länger als geplant auf Dienstreise....

Und danke für euer Input!
@Winfried: danke für die Empfehlung. Die Endstufen stehen alle eng beisammen, das wäre sowieso gegeben. Aber da ich keine Klangerfahrung mit Vincent habe (obwohl ich schon mehrmals versucht war, mir eine SP 331 zu beschaffen :lol: )
@Eberhard: den Thread hatte ich ganz vergessen. Aber da geht es stark um Plate-amps, ich möchte aber irgendwas mit Gehäuse.

@Hans-Martin: ja, ich will kein leistungsschwaches Verstärkerchen dranmachen, sondern was hochwertiges.

Ich habe nochmal bei Herrn Hörwege nachgefragt, was seine Einschätzung ist. Neben den Cambridge-Amps hat er mir noch wärmstens die Audiolab 8200S empfohlen, was mich als langjähriger treuer TAGMclaren-Vorstufennutzer auch angesprochen hat.

@Gert: ja, deine Lösung schaut - wie alles von dir, lese sehr gerne deine Expeditionen in Schaltungslayouts - extrem lecker aus!!!
Es wundert mich, dass hier noch keiner bei dir nach Modulen für seine private Aktivierung gefragt hat, aber vielleicht läuft dein PN Briefkasten schon über...

Grüße Hans-Martin

Ich auch. Vielleicht sollte ich mal eine pn schreiben :mrgreen:

Momentan tendiere ich übrigens sehr stark zum Abacus Ampino. Deren Ansatz gefällt mir und das wäre eine gute Möglichkeit, ein Gerät einzusetzen. Was meint ihr?

Schönen Gruß

Thorsten
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