Earthworks DSM-23 - nur Rauschen am Ausgang

Lautsprecherbau und -tuning
wgh52
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Earthworks DSM-23 - nur Rauschen am Ausgang

Beitrag von wgh52 » 18.08.2019, 14:19

Hallo Freunde,

gestern wollte ich mit meinem bewährten Earthworks DSM-23 Messungen machen und es kommt nur Rauschen am Messverstärker an. Ja, die 48V waren zuverlässig an, Kabel eingesteckt, usw., usf. Ich hab viele Variationen probiert, alle führen zurück zum Mic: wenn 48V an -> Rauschen < -60dBV, kein Pegelausschlag (z.B. bei Klatschen) / wenn 48V aus -> kein Rauschen, kein Ausgangssignal. Ich tippe darauf, dass die Elektronik im Mic noch geht, aber die Kapsel "ab" oder kaputt ist. Ich habe leider keine Möglichkeit zum Öffnen des Mics gefunden, möchte es ja nicht beschädigen...

Ich hab das mal an Earthworks geschrieben, würde aber auch hier gerne Rat von unseren mikrofontechnisch bewanderten Fachleuten einholen. Was meint Ihr? Was ratet Ihr?

Danke und Grüße,
Winfried

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NNEU
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Beitrag von NNEU » 18.08.2019, 15:00

Hi Winfried,

Das gleiche Problem hatte ich mit meinem DM30.
Earthworks meinte, dass das Modell nicht mehr repariert wird. Fragwürdig, aber naja.

Nachdem ich meine Empörung darüber geäußert habe, wurde mir das Nachfolgemodell (D30 ohne M) für ca. den halben Preis angeboten; unter einer Voraussetzung:


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Ja, das tat weh..

Vermutlich wirst du nicht darum herumkommen, etwas Geld für einen Austausch in die Hand zu nehmen.

Grüsse,
Noel
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wgh52
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Beitrag von wgh52 » 18.08.2019, 15:30

Hallo Noel,

na Du machst mir vielleicht Hoffnung... :mrgreen: :cheers:

Aber halber Preis für Neu statt Reparatur ist doch nicht sooo schlecht...

Schaun wir mal was Earthworks auf meinem Fall antwortet.

Grüße,
Winfried

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Hans-Martin
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Beitrag von Hans-Martin » 18.08.2019, 22:38

Hallo Winfried,
ich nehme an, du hast auch andere Kabel und einen anderen Vorverstärker mit Phantomspeisung ausprobiert, um das Problem auf das Mikrofon zu reduzieren.
Der Hersteller hat das natürlich irgendwie zusammengebaut, also kann man es auch auseinandernehmen. Sicherlich nicht von der schmalsten Seite aus, sondern von der Seite mit der größten Öffnung, also auf der Steckerseite. Vielleicht verbirgt sich am Rande eine Madenschraube, die den Einbaustecker fixiert, und man kann nach Lösen den Stecker samt Leiterplatte herausziehen, bis man an einen Widerstand stößt, weil das Kabel zu Mikrofonkapsel nicht mehr Bewegung zulässt.
Dann hat man ein ernsthaftes Problem.
Die Kapsel könnte von ihrer Seite eingesetzt worden sein, nachdem die Elektronik samt abgemessenem Kabel eingeschoben und fixiert war, das herausstehende Ende des Kabels ermöglichte das Anlöten der Kapsel und bündiges Einsetzen mit einem dichtenden Kleber in den Mikrofonkorpus.
Zerstörungsfrei kann man die Kapsel dann nicht herausbekommen. Mit einem langen 5mm Durchmesser Stab kann man vielleicht (von der dickeren Seite kommend) die Kapsel herausstoßen, um sie später durch eine andere zu ersetzen, nachdem man die Leiterplatte repariert hat. Da man an die Leiterplatte vielleicht nur auf die oben beschriebene Weise herankommt, also indem man die Zuleitungsdrähte abreisst und dann zwangsläufig die Kapsel herausstoßen muss, um sie wieder anzulöten, was wiederum eine Ersatzkapsel vergleichbarer Qualität bedarf, ist ein Deal mit 50% durchaus in Erwägung zu ziehen. Da das Mikro dafür aber sowieso verschrottet wird, darf man zumindest einen Öffnungsversuch wagen.
Als Ersatzkapsel könnte man die häufig eingesetzte Panasonic WM61A oder das Nachfolgemodell der outgesourcten Firma nehmen und das Ergebnis z.B. bei Uli neu kalibrieren lassen. Vielleicht mehrere Kapseln besorgen und die mit der höchsten Resonanzfrequenz wählen, falls diesbezüglich alle gleich sind, die mit der geringsten Resonanzüberhöhung im Pegel.
Da ich auch schon erlebt habe, dass gleich mehrere Mikrofone nach Autofahrt ihren Dienst verweigert haben, später aber allesamt wieder funktionierten, würde ich zunächst zu Geduld raten, es könnte ja sein, dass...
Ermunternde Grüße
Hans-Martin
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wgh52
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Beitrag von wgh52 » 18.08.2019, 23:28

Danke Hans-Martin!

Ich hatte verschiedene Geräte und Kabel genutzt, immer das selbe Ergebnis. Einen (eher zaghaften) Öffnungsversuch habe ich bereits gemacht, es scheint aber als sei "alles" verklebt oder verpresst, keine Madenschraube, auch vorne an der Kapsel nichts "bewegliches", irgendwie "alles ein Stück"...

Aber: Ich habe ein paar Elektret-Mikrofonkapseln Sennheiser KE 4-211-2 (von 2. Hälfte der 80er) in meinem Wust gefunden, inkl. Messchrieb, Datenblättern und Applikationsanleitung, die ich damals für Messungen mit B&K Geräten benutzte. Ich bau' damit mal ein eigenes, provisorisches Messmikro auf :wink: und sehe mal ob/wie das dann funktioniert. Kalibrieren ließe sich das ja auch :wink: und laut Messschrieb geht's bis 23 kHz, hat +/-1dB Linearität, was dem Earthworks in etwa entspräche. Nur die Empfindlichkeit ist 10 dB geringer: 10mv/Pa gegenüber 34mV/Pa...

Schaun wir mal.
Grüße,
Winfried

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Hans-Martin
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Beitrag von Hans-Martin » 19.08.2019, 00:43

Hallo Winfried,
58dB Rauschabstand und ein FG, der unterhalb 100Hz schon abfällt, sind zwar nicht auf der Höhe der Zeit, aber das Alter könnte der eignetliche Hakepunkt sein, auch wenn Back-Elektret mit der leichten Gold-bedampften Membranfolie erheblich besser ist als die anfänglich eingesetzten Elektretmembranen, bleibt doch die Frage nach der Brauchbarkeit von Elektret, die man damals mit 30* Jahren ansetzte (künstliche Alterung, Versuche im Klimaschrank).
* Aussage Fritz Sennheiser 1975 TH Hannover.

Ich halte es für denkbar, dass Earthworks die Mikrofone ausgießt, zur Vermeidung mechanischer Nebenwirkungen oder auch, um Nachbau zu erschweren. Auch unter der Banderole findet sich nichts?
Grüße
Hans-Martin
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Beitrag von wgh52 » 19.08.2019, 09:31

OK Hans-Martin,

Alterungsgedanken zu den Kapseln hatte ich mir auch schon gemacht, es geht aber vornehmlich darum die DEQX Mikrofoneingangsfunktion zu verifizieren und ein paar testweise Messungen im Mittel/Hochton über 400Hz zu machen :wink:

Die Banderole sieht sehr fest aus, ich will sie erstmal nicht zerstören...

Schaun wir mal, ich melde mich wieder.
Grüße,
Winfried

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Beitrag von h0e » 19.08.2019, 09:38

Hallo Winfried,

ich könnte kurzfristig mit einem Behringer aushelfen.
Dann weißt Du wenigstens, ob es am Mikro liegt.
Melde Dich, wenn Du magst.

Jürgen
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Hans-Martin
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Beitrag von Hans-Martin » 19.08.2019, 12:23

Hallo Winfried,
wenn man keine Verschraubung am Gehäuse erkennen kann (denkbar, aber unüblich wäre, das vordere verjüngte Rohr mit Gewinde in das hintere Rohr zu schrauben, aber durch diese Öffnung könnte der XLR-Stecker nicht hineinpassen), bleibt nur noch, bei der Produktion durch die Steckeröffnung die Elektronik zu installieren. Die Leiterplatte könnte auf die inneren Steckerpins stehend gelötet sein oder mit flexiblen Drähten verbunden sein.
Natürlich könnte der Stecker dann auch eingeklebt sein.
Wenn aber an diesem Ende keine Banderole den Abschluss macht außerdem darunter eine seitliche Schraubbefestigung keinen Sinn gemacht hätte, weil das zentrale Steckerplastikteil weiter entfernt wäre, bleibt schließlich nur noch ein Schraubeinsatz, der hier den Abschluss macht, und der das Steckerelement gegen einen Absatz im Gehäuse fixiert. Deshalb vermute ich, dass dieser Abschlussring sich herausdrehen lässt. Er muss entsprechend der Nase an der Kupplung mit einer Nut versehen sein, die gegenüber den 3 Steckerpins eine definierte Position hat, also könnte man eventuell mit einer aufgesetzten Kupplung das Element herausdrehen. Das könnte einen Versuch wert sein.
Bisher habe ich noch alle Messmikrofone öffnen können, wo Handlungsbedarf bestand.
Grüße
Hans-Martin
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Beitrag von wgh52 » 19.08.2019, 16:23

Hallo Hans-Martin,
Hans-Martin hat geschrieben:...Bisher habe ich noch alle Messmikrofone öffnen können, wo Handlungsbedarf bestand...
DAS macht mut :cheers: :mrgreen:

Grüße,
Winfried

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Beitrag von wgh52 » 01.09.2019, 13:32

h0e hat geschrieben:Hallo Winfried,

ich könnte kurzfristig mit einem Behringer aushelfen.
Dann weißt Du wenigstens, ob es am Mikro liegt.
Melde Dich, wenn Du magst.

Jürgen
Hallo Jürgen,

Danke für das Angebot! Ich habe ganz übersehen Dir zu antworten und bitte um Nachsicht!

Ja, mit dem Behringer mal zu checken ob damit was kommt käme sehr gelegen! Weiteres per PN.

Grüße,
Winfried

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wgh52
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Beitrag von wgh52 » 01.09.2019, 20:39

Hallo Freunde,

ich danke Jürgen herzlich für seinen Blitzbesuch und die Leihgabe. Wir konnten endgültig klarstellen, dass das DSM-23 defekt ist. Nachdem weder DEQX noch Earthworks bis jetzt einen Ersatzvorschlag machen (konnten), schaue ich mal nach vorne und enscheide über käuflichen Ersatz. Isemcon scheint gute Messmikros zu bauen. Welche Erfahrungen gibt es hier im Forum mit dem EMX-7150?

Grüße,
Winfried

PS: Den Aufbau eines Miks mit der Sennheiser Kapsel habe ich inzwischen verworfen.

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Schorsch
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Beitrag von Schorsch » 01.09.2019, 21:39

Hallo Winfried,
ich habe das EMX-7150 seit 6 Jahren und bin zufrieden. Es ist natürlich nicht täglich im Einsatz, scheint aber robust zu sein. 8) :oops:
Der Service von Herrn Frank ist prima. Aus meiner Sicht eine Empfehlung.

Im Labor haben wir den SC-1 Kalibrator von iSEMcon.

Viele Grüße

Georg
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wgh52
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Beitrag von wgh52 » 03.09.2019, 00:14

Hallo Georg,

vielen dank für Deinen Beitrag!

Ganz bin ich noch nicht beim Neukauf, will sehen wie weit ich mit DEQX komme.

Inzwischen konnte ich ja mit Hilfe von Jürgens Behringer Mikro den Totalausfall des DSM-23 verifizieren. DEQX will nun den ursprünglichen Käufer wissen um den Garantieanspruch zu prüfen. Alternativ bietet man mir 25% Nachlass auf den Neukauf eines kalibrierten DSM-23 an. Die resultierenden ~560US$ (natürlich plus Zoll, Einfuhrumsatzsteuer und Versand) sind mir aber viel zuviel, zumal ein Isemcon für 250€ hergeht...

Die Geschichte dauert nicht mehr lang :wink:
Grüße,
Winfried

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muenchenlaim
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Beitrag von muenchenlaim » 03.09.2019, 08:53

HAllo Winfried,

ich habe zuhause ein Messmikro "rumliegen". Das kannst du gerne als Dauerleihgabe haben. Ich muss gestehen, dass ich den Typ nicht im Kopf habe (bei abacus gekauft), aber bei Interesse schaue ich gerne nach.

Christoph
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