Pascal X-Pro Modul clippt bei 4V am Ausgang

Lautsprecherbau und -tuning
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Dominik H
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Pascal X-Pro Modul clippt bei 4V am Ausgang

Beitrag von Dominik H »

Gehört zwar eher nicht zum Thema Heimlautsprecher, aber vielleicht weiß ja jemand Rat.

Habe ein Pascal X-Pro1 Modul welches bei mehr als 4V am Ausgang die Clipp-LED anmacht und das Ausgangssignal dann auch deformiert, sprich der Sinus wir oben und unten flach, als ob die Versorgungsspannung nicht mehr hergibt. Bis 4V am Ausgang läuft alles normal.
Habe ein zweites im gleichen Setup betrieben, dieses produziert ohne Probleme über 80V am Ausgang ohne das etwas deformiert wird oder die Clipp-LED zuckt.

Habe die +-90V , die +-15V und die +7V kontrolliert und auch die 4 Transistoren der Endstufe, daran scheint es nicht zu liegen.
Mehr ist leider auf der Platine als Messpunkt nicht aufgedruckt.
Schalplan habe ich keinen und scheint es auch nicht im Netz zu geben.

Vielleicht hat jemand eine Idee wonach ich suchen könnte.
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phase_accurate
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Beitrag von phase_accurate »

Hallo Dominik

Passiert die Begrenzung bei 4 Volt auch dann wenn keine Last dran hängt ? Wenn es ohne Last höher geht und mit Last nur bis 4 Volt, könnte es an der Strombegrenzung liegen (falls das Modul eine solche hat - aber davon gehe ich aus).
Falls das auch ohne Last so ist, müsste man schauen, ob es z.B. einen Eingangspuffer gibt, welcher nicht genug Ausgangsspannung liefern kann (z.b. weil mit seiner Betriebsspannung etwas nicht stimmt).

Das ist so was mir im ersten Augenblick grad in den Sinn kommt.

Gruss

Charles

P.S. Der Umstand, dass ein Clipping angezeigt wird, spricht eher nicht für meine zweite Theorie.
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Hans-Martin
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Beitrag von Hans-Martin »

Hallo Dominik,
angesichts der verfügbaren Leistung und der Clippinganzeige schon bei 4V denke ich an Überstrom, wie ein Schwingspulenwindungsschluss oder LS-Kabelenden, die sich unbeobachtet berühren. Also mal das Ohmmeter befragen.
Charles Vorschlag, ohne Last zu messen, halte ich für den ersten Schritt, um das Phänomen einzukreisen, ggf. mit einem anderen LS prüfen. Der Vergleich mit-ohne Last wird sicher aufschlussreich.
Natürlich ist auch ein Defekt auf der Platine denkbar, wobei Hersteller sich viel Mühe geben, die Schaltung "bullet-proof" abzusichern, darunter DC- und Überstrom Sensorik (Pascal hat noch mehr Schutzmaßnahmen).
Mit einem zu geringen Eingangssignal wird man Clipping kaum auslösen können.
Grüße
Hans-Martin
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Dominik H
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Beitrag von Dominik H »

Ohne Last habe ich es noch nicht probiert.

Der Strom steigt analog zur Spannung passend zum 500W 8Ohm Messwiderstand.
Ich hatte bei den Messungen sowohl Strom als auch Spannung mit Multimetern und die Singnalform mit dem Oszi beobachtet.
Könnte ein Bild vom Messaufbau einstellen , habe aber den Dateiupload vom Rechner im Forum noch nicht gefunden.
Der Fehler muss irgendwo im Modul liegen.
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Dominik H
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Beitrag von Dominik H »

Habe mal ohne Last und mit größeren und kleineren Lasten gemessen.
Das Ergebnis ist immer das gleiche.
Ich saß noch ein paar mal dran und habe diverse Sachen geprüft, wie alle Transistoren und mir bekannten Bauteile durchgemessen.
Der Fehler scheint irgendwo im Modul vergraben zu sein.
Leider bin ich zu wenig firm in Sachen elektronischer Schaltungen um das Teil ausreichend zu verstehen.
Komme gerade mal bis zum ersten Eingangs-OP, danach verliert sich dessen Signal auf der mehrlagigen für mich nicht verfolgbaren Platine.

Der Hersteller rückt keine Schaltpläne raus ,und Service bietet er nur für OEM Kunden. Somit wird das defekte Teil wohl zumindest von mir nicht repariert werden können.
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wgh52
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Beitrag von wgh52 »

Hallo Dominik,

was spricht gegen eine Reklamation beim Verkäufer? Haben die Module schon "lange" einwandfrei funktioniert, sind sie neu, ....?

Grüße,
Winfried

4820
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Hans-Martin
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Beitrag von Hans-Martin »

Hallo Dominik,
Pascal X-Pro hat eine Signalmasse, die bei einem Kanal auf dem Ausgang "-", bei dem anderen auf "+" liegt! Das muss bei der Messtechnik (z.B. bei einem Oszilloskop mit Schutzerde auf Eingangsmasse) bedacht werden, außerdem, dass ein Modul invertiert arbeitet, was dann beim Ausgangsstecker kompensiert wird. Bei gemeinsam genuzten Netzteilen könnte es sonst zum Aufschaukeln kommen, eine Besonderheit bei Class-D-Verstärkern.
Mit einem Ohmmeter kannst du überprüfen, dass die jeweiligen Pins für "-" nicht verbunden sind, wie man es für Masse vermutet, sondern wie in meinem ersten Satz oben.
Die "-" am Steckverbinder JST Typ VHR4 sollten deshalb nicht irgendwo per Kabel an Schutzerde gelegt werden, auch nicht in der Verkabelung der Chassis verbunden sein.

Ansonsten hat Winfried sehr treffend den nächsten Schritt beschrieben: Zurück an den Verkäufer...
Hast du ein Foto von deinem Setup?
Grüße
Hans-Martin
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Hans-Martin
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Beitrag von Hans-Martin »

Nachsatz: auf der Leiterplatte sind aufgedruckt, vom Netzteil her gesehen: (4) Ch1 (3) (2) Ch2 (1) .
Die Zuordnung Channel1 (links) ist mit + und - (- = Masse) korrekt, Channel 2 (rechts) ist invertiert, da liegt die Signalmasse auf +, also Pin 1.
Grüße
Hans-Martin
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Hans-Martin
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Beitrag von Hans-Martin »

Und noch ein Nachsatz:
die Module sind am Eingang nicht HF-resistent. Ein klassisches Filter besteht aus 100 Ohm Serie und 100pF nach Masse.
Grüße
Hans-Martin
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Hans-Martin
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Beitrag von Hans-Martin »

Hallo Dominik,
gibt es was Neues in der Angelegenheit?
Grüße
Hans-Martin
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Dominik H
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Beitrag von Dominik H »

Das Oszi ist ein Fluke Handheld mit Akku, somit vollkommen vom Netz getrennt, somit sollte da schon mal nichts schief gehen.
Habe noch ein paar Versuche unternommen den Fehler zu lokalisieren. Bin aber nicht weiter gekommen.
Das Modul ist schon etwas älter und gebraucht und ich habe mich dann mit dem Verkäufer geeinigt.

Ich werde bei nächster Gelegenheit mal mein Xpro-3 mit passendem Xcillica XM2040P DSP aus dem Subwoofer schrauben und das Flachbandkabel vom Modul abziehen und schauen ob es mit dem dann funktioniert.
Eventuell mache ich ja auch was falsch beim Signal einspeisen, was mich aber wundern würde, da das zweite XPro-1 ja mit dem genau gleichen Setup gelaufen ist.

By the way, weiß jemand ob man für das XM2040 noch eine Schnittstellenplatine für USB bekommt. Habe noch einen DSP ohne Schnittstellenplatine rum liegen, und zum rumgammeln ist der doch zu schade.


Ich habe mir das nächste Bastelprojekt an Land gezogen.
Ein XPro-3 ähnliches "defektes" chinesisches 3-Kanal Modul , von diesem chinesischen Modul nutze ich auch schon längere Zeit eines erfolgreich in einer PA Sub-Sat Kombi.
Zum chinesischen habe ich wenigstens einen Schaltplan bekommen.
Da warte ich aber gerade noch auf die passenden Stecker für den Signaleingang um zu schauen ob das tatsächlich einen defekt hat.
Die LED-Anzeigen des Netzteils und der Ausgänge sagen im Leerlauf "es ist alles in Ordnung".
Die diversen Versorgungsspannungen sind alle vorhanden.
Ich lasse mich da mal überraschen. Es war ein sehr günstiges Bastelobjekt.
Zur Not kann man das Netzteil mit 2kW Leistung und mit +-82V und +-15V noch anderweitig nutzen, zumal sich die Platine da gut trennen lässt.

Kann man hier eigentlich keine Bilder von der Festplatte hoch laden?
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Hans-Martin
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Beitrag von Hans-Martin »

Dominik H hat geschrieben:
25.03.2020, 18:45
Kann man hier eigentlich keine Bilder von der Festplatte hoch laden?
Hallo Dominik,
so machen wir es: viewtopic.php?p=18#p18
Grüße
Hans-Martin
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Dominik H
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Beitrag von Dominik H »

Habe den Bilderupload im FAQ gesucht , leider scheine ich ihn da übersehen zu haben.

Mono Modul mit 1,6KW Dauer an 4 Ohm bei 50Hz mit Signalen im ms-Bereich über 2,5kW ohne Nennenswerte Verzerrungen.
Das habe ich 2017 mal zusammengeschustert, DSP war ein ADAU1701 mit einzeiligem Display und mit China Standard GUI welches ich ebenfalls über EBay gekauft hatte.

Bild

3/4 Kanal Modul 1,6KW Dauer an 4 Ohm + 2x680W an 4 Ohm
Das Netzteil macht allerdings bei mehr als 2kW Leistung und mehr als 1 Sekunde Sinus-Ton bei 50Hz den Schirm zu.
Das habe ich im Musikbetrieb mit zwei 18Zoll Bässen und 4 Tops dran noch nie erlebt.

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Dominik H
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Beitrag von Dominik H »

Das als "defekt" gekaufte chinesiche 3-Kanal Modul läuft einwandfrei. :D

Kriege an Kanal 1 und 2 56V bei 4 Ohm und 50Hz raus (784W). An 8 Ohm 58V (420W).
An Kanal 3 sogar 124V an 8 Ohm (1,9kW), allerdings sieht man hier leichte Verzerrungen an der Spitze des Sinus.
Bei 113V und 8 Ohm Last (1,6kW) bei 50Hz ist der Sinus noch völlig in Ordnung.
Das Modul scheint minimal mehr Leistung zu haben als das vor drei Jahren gekaufte, oder hatte meine Last damals nur 3,3 Ohm? Drei 10Ohm Widerstände parallel geschalten?? Ich kann mich gerade echt nicht mehr daran erinnern wann ich die neue Last aufgebaut habe. Ich werde langsam aber sicher alt :( .

4 Ohm konnte ich am gebrückten Kanal leider nicht mehr komplett testen.
Hatte meine Last aus vielen 100W Widerständen falsch zusammengeschalten. Bei 90V an 4Ohm (2kW) hat es zwei der Widerstände verblasen, dann ist mir erst der Fehler bei der Reihen- und Paralellschaltung der Widertstände aufgefallen, statt über 8 Widerstände ist der Strom nur über zwei gelaufen.
Kurz vor 22Uhr ist nicht der richtige Zeitpunkt für Messungen im kW Bereich. :(

Jetzt muss ich noch einen DSP auftreiben, am besten einen mit Display und Wählrad sowie manuellem Lautstärkeregler für Sub und Sat Kanäle, damit ich nicht immer gleich den Laptop raus kramen muss, so einen habe ich am bereits verbauten chinesischen 3-Kanal und 1 Kanal Modul dran, nur leider gibt es da scheinbar keine mehr zu kaufen.
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Dominik H
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Beitrag von Dominik H »

Hans-Martin hat geschrieben:
12.02.2020, 12:14
Hast du ein Foto von deinem Setup?
Grüße
Hans-Martin
Anbei Bilder vom provisorischen Aufbau.
Einmal das ganze an einer 8 Ohm Widerstandsbank.
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und das defekte mit exakt gleicher Verkabelung und gleicher Last
... das Bild ändert sich auch nicht wenn am Oszi das "Coupling" auf AC geändert wird, die Clip Led fängt dann bei 3V schwach an zu leuchten und bei 4 V leuchtet sie voll.
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