Stereo-LS & DBA - Anschluss und Einstellung

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Stereo-LS & DBA - Anschluss und Einstellung

Beitragvon powerohr » 27.09.2018, 09:00

Hallo, ich würde mich über Tipps zu folgenden Fragen freuen:

Ich habe mein klassisches Stereo Setup zusätzlich in meinem Heimkino stehen, nun ist ein DBA an einem Behringer DCX2496 hinzugekommen. Ich würde das DBA nun auch gerne für die Stereo-LS nutzen. Bzw. das zumindest mal testen.

1. Die aktiven Hauptlautsprecher kann ich bis 48 Hz per Drehregler begrenzen. Darunter soll dann das DBA laufen und die Haupt-LS entlasten. Per Messung würde ich dann einen passenden Tiefpass im Behringer einstellen. Nun möchte ich den Behringer nicht klassisch einschleifen, da ich fürchte, dass der Klang durch eine zusätzliche Wandlung im Signalweg zum Stereo-LS leidet. Ich denke daher an ein Y-Kabel am Vorverstärker, sodass Haupt-LS und DBA parallel angeschlossen sind. Ist dies grundsätzlich eine gute Idee oder beeinflusst dann der Behringer trotzdem das Signal zu den Haupt-LS?

2. Nun habe ich natürlich so keine Möglichkeit mehr ein Delay für die Haupt-LS einzustellen. Diese stehen ca. 40 cm vor dem dem Schallentstehungsort des Array vorne. Die Phasen kann man natürlich im Behringer anpassen über eine Gradeinstellung, nur kann ich den Haupt-LS nicht später kommen lassen, bzw. das DBA früher, um die Entfernung genau anzupassen. (Der Behringer hat ja keinen Einfluss auf die Haupt-LS bei diesem Anschluss) Ist das klanglich ein Problem? Oder merkt man dies garnicht, im tieffrequenten Bereich, bei der geringen Entfernung?

3. Kann man da etwas mit Acourate und einer Überalleskorrektur am Hörplatz machen? Ich nutze allerdings nur vorgefaltete Files, es ist also kein aktive XO im Spiel. LS und DBA würden also gemeinsam, wie ein einzelner Mehrwege-LS, gemessen.

Danke für eure Hilfe
Torben
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Beitragvon Mister Cool » 27.09.2018, 10:47

Hi,

Ich halte den Y-splitter für unbedenklich

Das Problem des Delays (es kann nur der DBA verzögert werden) würde ich ggf. probeweise durch das Umkehren der Phase und dann die Anpassung des Delays lösen. Es kann besser klingen, als schlecht angepasster gleichphasiger Anschluß

Bei der Ermittlung des Dealays würde ich mich nicht nach dem räumlichen Abstand der Schallentstehungsorte richten. Wenn Du die Möglichkeit hast es zu messen (was ich bei Acourate voraussetze), solltest Du es per Messung machen.

Wenn die DBAs stereo und nah an den Hauptlautsprecher stehen, würde ich auch eine etwas höhere Trennung ausprobieren

Grüsse,
Alwin
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Beitragvon wgh52 » 27.09.2018, 16:01

Hallo Torben,

ich habe eine Verständnisfrage:
powerohr hat geschrieben:...ein DBA an einem Behringer DCX2496 ... Die aktiven Hauptlautsprecher kann ich bis 48 Hz per Drehregler begrenzen. Darunter soll dann das DBA laufen und die Haupt-LS entlasten.
Warum eine so tiefe Trennung und warum ein DBA?
Ein DBA hat doch als Hauptzweck (neben der tiefergehenden Wiedergabe) die Bekämpfung von Raummoden - je nach Raum bis in den Bereich um 100Hz. Moden in "haushaltsüblichen Räumen" liegen oft im Bereich 30-90Hz.
Wo liegen denn die zu bekämpfenden Moden in Deinem Raum? Falls über 50 Hz, würde das DBA ja nicht helfen und normale Front-Subs wären mögllicherweise ausreichend...

Falls diese Fragen alle bereits geklärt, also off-topic, sind, sag's einfach 8)

Grüße,
Winfried

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Beitragvon Hans-Martin » 27.09.2018, 21:03

Hallo Torben,
wenn du versuchst, händisch ein Delay einzustellen, um den Bass richtig hinzukriegen, wirst du merken, wie schwierig das ist. Im Umkehrschluss könnte man auch sagen, dass angesichts der Schwierigkeit, die Unterschiede gehörmäßig zu bewerten, dieses Thema von untergeordneter Bedeutung sein mag.

Ich habe dein Setup noch nicht vollständig verstanden, aber das macht keinen großen Unterschied.
Den Bass mit DBA aufzuräumen kann deutlich wichtiger sein als die richtige Zeitzuordnung zu den Hauptlautsprechern, unabhängig davon, ob es ein Mono-DBA oder Stereo-DBA ist.

Erschwerend kommt hinzu, dass allen Gerätschaften mit DSP eine unvermeidbare Durchlaufverzögerung innewohnt, über die der Hersteller idR den Benutzer nicht aufklärt. Egal ob Velodyne, Sunfire oder Dingsbums, Equalizer, Raumkorrektursystem oder LS-Managementsystem/Aktivweiche, schnell sind mehr als 6ms entsprechend etwa 2m Verzögerung da, die man nicht auf dem Plan hat - und die bei Berücksichtigung so manchen Strich durch die Planung machen.
Viele Surroundreceiver können das mit ihrer Automatik ausgleichen und anzeigen, mit Acourate gibt es auch Stärken in dieser Angelegenheit.

Wenn es um die Bandbreite des DBA geht, bin ich mit Winfried einer Meinung: wenn möglich, würde ich mehr als nur die erste Mode abdecken, möglichst die ersten beiden, vielleicht sogar 3.
Grüße
Hans-Martin
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Beitragvon powerohr » 28.09.2018, 08:39

Danke euch.
Ihr habt natürlich beiden recht. Eine üble Mode liegt bei 31 Hz. Die Krux liegt in der Wandlerung, die nötig würde, wenn die Hauptlautprecher direkt an das DCX angeschlossen werden. Um genau zu sein läuft bei mir die BM Prime 14 an einem AudioGD Pre und M/S Decodierer. Jetzt dort in die Kette vor die Prime ein 200 € DCX als Wandler zu bauen, ist glaube ich nicht so gut. Daher möchte ich die Einstellung an der Prime nutzen, die aber nur bis 48 Hz per Poti geht. Keine Ahnung, ob auch mehr ginge mit einen geeigneten Widerstand.
Es lässt sich dann auch trefflich streiten, ob die 4 geregelten kleine Tieftöner in der Prime nicht sowieso über den 48 Hz besser (schneller, präziser) sind als das DIY DBA mit 12Zoll Chassis. Ich möchte die Prime daher nur vom Tiefbass befreien. Zudem möchte ich den Tiefbass auch gerne etwas linearisieren bzw. anheben. Derzeit mache ich das mit Acourate, nur wirkt das auf alle 4 Chassis der Prime, wodurch bei der 2,5 Wege auch die für Mittelton UND Tiefton genutzten beiden oberen Chassis beeinflusst werden. Die Prime ist ja kein klassischer 3Weger. Nicht gut, wenn die viel arbeiten müssen und dann noch den Bereich bis ca. 1000 Hz mitabdecken. Mit DBA könnte man diese Belastung umgehen.
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Beitragvon Mister Cool » 28.09.2018, 09:03

Hi,

Du hast das wesentliche nicht beantwortet/geklärt -> was soll man in Deinem Fall unter DBA verstehen?

Ich kann nur "deuten":
Du möchtest nur den frontseitigen Part des DBAs (also jeweils Links und Rechts Vorne) als Subwoofer für die Hauptlautsprecher nutzen. Die hinteren DBAs werden nicht genutzt.

Ist es so?

Grüsse,
Alwin
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Beitragvon powerohr » 28.09.2018, 15:31

Hallo Alwin,
Nein, dass DBA soll als solches laufen, vorne und hinten zusammen. Es soll Mono laufen, links rechts zusammengeführt. Quasi ein 2.1 System. Nur soll dieses nicht in den Signalweg zum Frontlautsprecher. DCX soll nur den Tiefpass übernehmen. Dafür das Y-Kabel. Die höhere Trennung gingen nur mir einer AD/DA im Signalweg.

Ich habe vorne an der Wand eine 40 cm tiefe Baffle Wall mit einem Array aus 4x 12“ Chassis in 60 l geschlossen. Hinten sind derzeit noch 2 der gleichen Subs am Boden. Die Prime stehen vor der BaffleWall.
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Beitragvon Fortepianus » 28.09.2018, 18:02

Hallo Torben,

Deine Idee halte ich für durchaus machbar. Y-Adapter ist gut - ich nehme allerdings an, Du brauchst das in XLR-Ausführung, denn der Behringer hat XLR-Eingänge, der Audio-GD solche Ausgänge und der M/S vermutlich ebenfalls. Und dann gehst Du vermutlich per XLR in die Prime 14. Sowas gibt's z. B. hier, aber vielleicht findest sowas auch noch in etwas hochwertigerer Ausführung. Am besten hochwertige Neutrik-Gold-Verbinder nehmen und selbst löten, wenn möglich.

powerohr hat geschrieben:Ich habe mein klassisches Stereo Setup zusätzlich in meinem Heimkino stehen, nun ist ein DBA an einem Behringer DCX2496 hinzugekommen.

Ist das DBA bereits für Surround betriebsfertig und abgeglichen oder brauchst Du auch für dessen Einstellung Tipps? Der Abgleich des DBA ist zunächst eine Sache für sich. Ist es tatsächlich ein richtiges DBA, also vorne mindestens vier Bässe, die ein Rechteck mit Seitenlänge <Lambda/2 der höchsten abzuspielenden Bassfrequenz aufspannen und an der Rückwand nochmal das gleiche?

Nehmen wir mal an, Du hast ein solches DBA aus mindestens 8 Bässen abgeglichen am Laufen, sagen wir bis 100Hz, was in der Regel der sinnvolle DBA-Bereich ist. Wenn Du jetzt den Regler an der BM auf 48Hz hochziehst und beides parallel betreibst, hast Du von 48Hz bis 100Hz eine Überschneidung der BM und des DBA. Das könntest Du mit acourate aber wieder ausbügeln, zumindest so, dass der Frequenz- und Phasengang am Hörplatz passt. Das Ergebnis ist sicher nicht das Optimum, was mit einem DBA geht, aber möglicherweise besser als ohne. Probier's einfach aus!

Viele Erfolg und viele Grüße
Gert


Edit: Sorry, wer lesen, ist im Vorteil.
powerohr hat geschrieben:Ich habe vorne an der Wand eine 40 cm tiefe Baffle Wall mit einem Array aus 4x 12“ Chassis in 60 l geschlossen. Hinten sind derzeit noch 2 der gleichen Subs am Boden. Die Prime stehen vor der BaffleWall.

Ja, mit 6 geht das auch.
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