Stanley (Visaton Concorde Mach 3)

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Stanley (Visaton Concorde Mach 3)

Beitragvon Stanley » 28.08.2014, 21:52

Hallo zusammen

Da ich Jahrgang 1955 bin habe ich einige Dinge betreffend Musikwiedergabe miterlebt.

Sehr früh habe ich mich für eine Musikwiedergabe nahe am Original interessiert. Da damals die Schallplatte das Mass aller Dinge war brauchte man einen Plattenspieler und ein gutes Tonabnehmersystem. Natürlich wusste ich damals schon, dass das "schwächste" Glied der Wiedergabkette eigentlich der LS ist. Während dem Studium hatte ich Lotto-Glück. Hier in der Schweiz waren das 5 Richtige. Netto irgendwo um CHF 6000.--. Hätte ich das versteuert hätten die mir das Stipendium gekürzt. Also habe ich es nicht versteuert, habe auf 33% verzichtet aber die restlichen 66%, war ja geschenktes Geld, habe ich in eine Anlage investiert. Es waren aktive LS der Marke 3A. Ein Plattenspieler Teksonor (Quarz genau gesteuert war das non plus ultra!), ein Dynavector DV505 Tonarm mit Lift und ein Dynavektor Karat Rubin Tonabnehmer. Der Rest war Revox. Wohnte in der Nähe von Revox und konnte z. B das Tonbandgerat A77 mit Dolby relativ günstig kaufen, da einige Kollegen dort arbeiteten. Das war zu der Zeit richtiges HighEnd. Dann kam die Heirat, die Kinder und und und. Irgendwann waren die LS kaputt. der Hersteller 3A Pleite etc. etc.

Jetzt sind die Kinder >20 Jahre alt und ich hatte so vor 3 Jahren die Idee ein Musikzimmer zu haben. Da ich inzwischen Hausbesitzer bin und ich einen Raum zur freien Verfügung hatte, habe ich mich wieder in die Welt der Musik begeben. Die Plattensammlung war immer noch vorhanden. Der Plattenspieler lief noch 1A. Den Dynavector Tonarm habe ich revidiert. Der Tonabnehmer Karat Rubin war defekt. Im Moment läuft ein Benz Micro Gold oder ein retipptes Yamaha MC-7 mit Shibata.

Manchmal ist der Weg das Ziel und deshalb habe ich mir die LS selber gebaut. Somit läuft nun die Concorde Mach 3 von Visaton, die ich in weissem Schleifflack gemacht habe. Ein NAS von Synology hat die CD-Sammlung. Dort wo es möglich ist kaufe ich mir aber die Musik mit 24bit/96kHz und lasse die digitale Musik über JRiver auf einen erstklassigen DA-Wandler laufen. Den Power liefern mir Endverstärker von Emotiva (auch der VV ist von Emotiva). Den LS habe ich ein ATM von Nubert vorgeschaltet.

Im Moment, habe mir ein Messequipement gekauft, bin ich am Ausmessen des Raumes. Habe da zwar schon viel gemacht, aber mit den Messungen sehe ich sofort welchen Einfluss welche Massnahme haben. Bin gerade auch dabei Helmholtzresonatoren zu bauen und und und.

Ich bin in einigen Foren unterwegs betreffend Musik und deren Wiedergabe. Bei Aktives Hören sind einige interessante Beiträge. Es hat auch wenige Beiträge wie "Der Geburtstags Thread" oder "der Filmzitate Thread" etc.etc. Neben der Optimierung des Raumes tauchen eben auch Fragen betreffend DSP oder aktivierung der LS auf etc.

Und es gibt immer einen kleinen Mann im Ohr, der da was von Verbesserungen flüstert etc. Und ich folge dem kleinen Mann, informiere mich, höre und entscheide. Denn seit ich dies alles aufgestellt habe macht es riesigen Spass sich in den Sessel zu lümmeln und Musik zu hören ( und dies in meinem Fall auch mit Lautstärken, die Live feeling bringen, ohne dass die Nachbarn überhaupt etwas hören).

In diesem Sinne. Hier bin ich, jetzt habt ihr mich.

Freue mich auf interessante Beiträge

Stanley
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Beitragvon Hans-Martin » 28.08.2014, 22:25

Hallo Stanley,

willkommen im Forum!
Du machst neugierig!
Was hat der kleine Mann im Ohr dir als letztes geflüstert?

Grüße Hans-Martin
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Beitragvon Zwodoppelvier » 29.08.2014, 07:02

Hallo Stanley,

über die Geschichte mit dem Nubert ATM bin ich gleich etwas gestolpert. Hatte in Erinnerung, daß solch ein Gerät die Basswiedergabe entzerrt, dies aber nur korrekt , wenn das zum jeweiligen LS passende einschleift.

Davon abgesehen ist dies aber eine Lösung, die interessant ist. Wenn Du messen kannst, käme vielleicht auch die als "Linkwitz Transformation Circuit" bekannte Schaltung infrage.

Nicht, daß ich Dir Unzufriedenheit mit dem "eigentlich (streng genommen) unpassenden" ATM suggerieren möchte - aber das wäre vielleicht eine Geschichte, wo sich das Studium der Ausführungen von Herrn Linkwitz et al. anbietet...

Viele Grüße
Eberhard
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Beitragvon phase_accurate » 29.08.2014, 07:36

Linkwitz Transform lässt sich gefahrlos (und sinnvoll) nur mit Closed Box betreiben. Das ATM ist, soviel ich weiss, nichts anderes als ein Hochpass Filter mit Ueberhöhung. Viele LS Simulationsprogramme können solche Abstimmungen 6ter Ordnung simulieren. Die Vorteile sind erweiterter Frequenzgang und Schutz vor subsonischen Frequenzen unterhalb des Uebertragunbgsbereiches. Die Nachteile sind ein etwas schlechteres Impulsverhalten und etwas weniger Wirkungsgrad und Maximalschalldruck innerhalb des Uebertragungsbereiches.

Da die Chassisparameter bei genau diesem Speaker bekannt sind, liesse sich sicher auf einem Simulator etwas mit den Abstimungen herumspielen um zu sehen, wie man das Ganze feintrimmen könnte. Da aber ein simulierter inearer Frequenzgang im Freien im Hörraum nicht mehr so linear ist, wäre wohl ein einstellbares Filter ideal.

Gruss

Charles
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Beitragvon uli.brueggemann » 29.08.2014, 07:50

Bin nun schon einige Male über die Linkwitz Transform gestolpert. Diese hat sicher ihre Berechtigung.
Im Prinzip ist das aber, wie Charles geschrieben hat

nichts anderes als ein Hochpass Filter mit Ueberhöhung

Bei einer Korrektur mit Acourate würde sich dies mit einer Zielkurve ergeben, die eben den gewünschten Frequenzgang darstellt und daraus das inverse Korrekturfilter erstellt.

Was aber letztlich alles gleichbedeutend ist mit einem entsprechenden Boost im unteren Frequenzbereich. Das heisst, dass die Bassmembran schlichtweg mehr Hub machen muss. Der Hub muss verfügbar sein, das Chassis sollte nun nicht anschlagen bzw. sich aus dem linearen Bereich der Magnetisierung herausbewegen. Und der Verstärker muss auch die entsprechende Leistung abgeben können.

Sofern das zugrunde liegende Material das nicht hergibt bleibt die Linkwitz Transform ein schöner gedanklicher Ansatz.

Grüsse
Uli
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Beitragvon phase_accurate » 29.08.2014, 08:02

Wenn man nicht ein ausgesprochener Lauthörer ist, kann man sich durchaus vortellen, die Box etwas tiefer abzustimmen und dann mit einem Raumkorrekturprogramm den Frequenzgang zu tunen anstatt mit einem analogen Filter. Je nach Aufstellung macht eventuell der Raum schon genug Anhebung, so dass man keine Anhebung braucht. Dieses tiefer Abstimmen kostet, wie erwähnt, etwas mehr Leistung und Membranhub, ist aber weit davon entfernt, was man anrichten würde, wenn man einen gegebene Box unter der Reso zu entzerren versuchte.

Gruss

Charles
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Beitragvon Stanley » 29.08.2014, 08:12

Hallo zusammen

Bin gerade am Packen, da ich für ein paar Tage nach Italien gehe.

Danke für den netten Empfang.

Das ATM ist ja für einen speziellen LS von Nubert abgestimmt. Die Concorde hat im Bereich <100Hz fast den deckungsgleichen Abfall. Das ATM funktionier gut.

Hatte mal einen NAD mit ca. 2 x 100W. Der ist in die Knie, hatte grosse Verzerrungen und landete schliesslich im Clipping. Hatte zuwenig Power für die Lautstärken die ich höre und wegen dem ATM. Den LS war das alles völlig egal.

Der kleine Mann im Ohr flüstert da was von ATM raus und DSP rein. Oder von (Teil-) aktivierung der LS und evt. 4 x DSP....

Im Moment messe ich den Raum aus. Vielleicht zeigt sich dann wo ich überhaupt etwas machen könnte/sollte.

Bis dann

Grüsse

Stanley
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Beitragvon wgh52 » 29.08.2014, 11:55

Jawoll Charles,

phase_accurate hat geschrieben:Wenn man nicht ein ausgesprochener Lauthörer ist, kann man sich durchaus vortellen, die Box etwas tiefer abzustimmen und dann mit einem Raumkorrekturprogramm den Frequenzgang zu tunen anstatt mit einem analogen Filter.

... so hab' ich das mit (BR verschlossenen) B&W Nautilus 804 erfolgreich gemacht, selbst deren kleine TT haben nie angeschlagen.

Gruß,
Winfried

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