Gabriel (Sonus Faber Amati Futura, TAD-CE1TX)

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StreamFidelity · „wie StreamFidelity zum aktiven Hören kam“
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„wie StreamFidelity zum aktiven Hören kam“

Beitrag von StreamFidelity »

Moin Thomas,
Thomas86 hat geschrieben: 20.08.2025, 20:53Welche Fritz Version ist denn bei dir gerade aktuell?
Eine recht alte Version: FRITZ!OS:7.57 Neuer geht's mit diesem Router nicht mehr. Denn es ist schon ein FRITZ!OS 8.20 verfügbar.

Grüße Gabriel
StreamFidelity · „wie StreamFidelity zum aktiven Hören kam“
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„wie StreamFidelity zum aktiven Hören kam“

Beitrag von StreamFidelity »

Moin zusammen!

Einleitung

Ich werde manchmal gefragt, warum sich zwei Computer im Hörraum befinden. Vorab möchte ich betonen, dass die vorgestellten Lösungen für mein System und meine Ohren gelten. Natürlich werden sich auch andere Lösungen gut anhören.

Duale PC Lösung

Eine kurze Begriffsbestimmung: Im Kern geht es darum verschiedene Aufgaben beim Streaming und Rendern so voneinander zu trennen, dass sie sich nicht in die Quere kommen. Und es soll möglichst wenig "Lärm" beim DAC ankommen. Deshalb verwenden viele zwei Computer, ich verwende sogar drei.

Meine Beobachtungen

Wer sich durch meinen Thread gekämpft hat stellt fest, dass ich schon viele PC-Lösungen gehabt habe. Waren es am Anfang noch Kaufprodukte wie z. B. HFX RipNAS oder Cirrus7, baute ich lüfterlose PCs später selbst.

Eine meiner Beobachtung war, dass Störungen auftraten, wenn ich meine Musikbibliothek durchstöberte. Das Trennen der LAN Verbindung konnte den Klang verbessern. Euphony hat dafür sogar einen Software-Schalter, der die LAN Verbindung für die Dauer des Albums kappt.

Mögliche Gründe für die Klangbeeinträchtigungen

Die Interrupts sind meiner Meinung nach ein wesentlicher Störfaktor. Ein Interrupt tritt bei einem Ereignis auf, dass die normale Ausführung eines Programms unterbrechen soll. Dieses Ereignis kann beispielsweise das Eintreffen einer Netzwerknachricht oder ein Lese-/ oder Schreibbefehl des Players sein. Interrupts ermöglichen es dem Computer, auf Echtzeitereignisse zu reagieren. Das ist durchaus so gewollt, denn ohne Interrupts wären beispielsweise Multitasking-Betriebssysteme unmöglich, da Programme ohne sie nicht mehr unterbrochen und Ein-/Ausgabegeräte nicht mehr bedient werden könnten.

Im Audiobetrieb haben wir Musikdateien, die gefunden und gelesen werden müssen. Die Musik will verwaltet werden, zum Beispiel sortiert nach Musik Genres, Interpreten und gegebenenfalls mit Informationen zu den Musikern. Außerdem muss eine Kontrolle der Musik möglich sein. Dazu gehört unter anderem das Auswählen, Abspielen, Stoppen und gegebenenfalls Regulieren der Lautstärke. Die Musikfiles (FLAC) müssen entpackt werden, ggf. findet ein Upsampling statt und eine Raumkorrektur (Filter) wird eingebunden. All dies löst Unterbrechungen und Umpriorisierungen in der CPU aus. Sind die Störungen zu groß, wird der Musikfluss beeinträchtigt.

Meine Lösung: Control PC für die Speicherung, Verwaltung und Steuerung

Eine Software wie Roon bietet viele Funktionen und ist auch sehr geschwätzig, weil im Internet permanent die Daten abgeglichen werden. Dieses Programm läuft bei mir auf dem Control PC. Dieser enthält auch meine Festplatten für die Musikfiles. Denn jede Festplattenaktivität löst beim Lesen und Schreiben Interrupts aus.

Bild

Meine Lösung: Audio PC für das Upsampling

Für die "Veredelung" meiner Musikfiles führe ich ein Upsampling auf DSD1024 mit dem HQPlayer aus. Der HQPlayer verrichtet seine Arbeit auf dem eigenen HQPlayer OS, welches einen reduzierten Linux Echtzeitkernel hat. Natürlich treten auch da Interrupts durch das Netzwerk auf. Aber diese sind auf das Notwendige reduziert.

Bild

Meine Lösung: rauscharmer Einplatinencomputer als Endpunkt

Mein Audio PC benötigt für DSD viel Rechenleistung. Dadurch nimmt das Rauschen zu. Damit der DAC eine möglichst rauscharme Datenanlieferung erhält, verwende ich einen Einplatinencomputer mit geringer Taktrate und HQPlayers NAA. Das ist ein Netzwerk Audio Adapter (NAA), welches ein optimiertes Audio Übertragungsprotokoll enthält. Im Fall meines T+A SDV 3100 HV DACs ist NAA bereits eingebaut.

Bild

Meine Lösung: Netzwerk Glasfaser und Reclocking

Unten im Prinzipienbild ist zu sehen, dass die Audiofiles trotz einer Direktverbindung meiner PCs (Finisar 10G 10km 1310nm Single Mode Datacom SFP+ Optical Transceiver FTLX1475D3BTL) letztendlich alle durch meinen Switch müssen. Um elektrische Störungen und Gleichtaktrauschen zu minimieren, nutze ich zur galvanischen Trennung LWL. Der Switch wird durch eine OCXO Clock mit geringem Phasenrauschen (Emperor Giesemann EVA Phase Noise@1Hz -121dB, Phase Noise@10Hz -145dB) reclocked.

Bild

Zusammenfassung

Interrupts sind unvermeidbar und notwendig im Computerbetrieb. In meinem dualen PC-System bringt es eine Menge, die klassische Musikverwaltung und Steuerung (Control PC) konsequent vom Upsamplingvorgang (Audio PC) zu trennen. Für eine rauscharme Datenlieferung an den DAC hat sich ein taktreduzierter Einplatinencomputer bewährt. Da alles durch den Switch muss, lohnt sich gerade hier ein Reclocking.

Grüße Gabriel
StreamFidelity · „wie StreamFidelity zum aktiven Hören kam“
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Beitrag von StreamFidelity »

Moin Thorben,

vielen Dank!
Lumenthor hat geschrieben: 17.11.2025, 11:48Hast Du mal den SD und den SDV im Vergleich hören können? Sind diese klangtechnisch hinsichtlich DA-Wandlung ebenbürtig?
Einen Klangvergleich habe ich nicht gemacht, aber rein technisch ist die Wandlersektion absolut identisch. Der einzige Unterschied ist die Vorstufe im SDV. Wer schon eine gute Vorstufe hat, kann den SD nehmen. Ansonsten ist die Vorstufe des SDV sehr gut. Die Messwerte stimmen exakt mit dem Vorverstärker P 3100 HV überein:

Vorstufe SDV 3100 HV
Frequenzgang +0 /-3dB: 0,5 Hz - 300 kHz
Fremd-/Geräuschspannungsabstand: 108 / 112 dB
Klirrfaktor | Intermodulation | Kanaltrennung: < 0,001 % | < 0,001 % | > 108 dB

Grüße Gabriel
StreamFidelity · „wie StreamFidelity zum aktiven Hören kam“
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Beitrag von StreamFidelity »

Moin zusammen,

da zitiere ich mich doch mal selbst:
StreamFidelity hat geschrieben: 17.11.2025, 19:17Wichtig ist, dass man vor lauter Bastelei nicht das Musikhören vergisst. :mrgreen:
Tatsächlich hat mir Horst (Trinnov) einen Floh in's Ohr gesetzt. So ungefähr ab hier begann im Thread Asio Bufferswitch Timing das Unglück. Tatsächlich ließ sich mit Windows 11 Pro nicht das gewünschte PC Clock Timing erreichen, wie mit Windows Server 2016. Das wird mein Projekt im nächsten Jahr.

Im Prinzipienbild ist es der Control PC links, der mit dem linearen Netzteil FARAD Super10 mit sauberem Strom versorgt wird. Auf diesem läuft Windows 11 Pro, welches durch Windows Server 2016 ersetzt werden soll. Ob das überhaupt klanglich was bringt, weiß ich nicht. Denn der Endpunkt ist ein im DAC integrierter rauscharmer NanoPi NEO4 (rechts im Bild), der über NAA mit dem eigentlichen Audio PC verbunden ist. Auf diesem läuft das schlanke HQPlayer OS mit einem Linux Echtzeit-Kernel. Die einzigen Fummeleien, die ich da habe, sind die Einstellungen für das DSD Upsampling, und das ist auch schon reichlich.

Bild

Mit der Einrichtung meines Hörraums und dem Gerätepark bin ich glücklich, so dass in dieser Hinsicht keine Änderungen zu erwarten sind.

Bild

Ich wünsche allen mit viel musikalischer Begleitung einen guten Rutsch ins neue Jahr.

Grüße Gabriel
beltane · „wie beltane zum aktiven Hören kam“
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Beitrag von beltane »

Hallo Gabriel,

bevor Du zu Windows 2016 Server wechselst, empfehle ich Dir zu prüfen, ob alle von Dir genutzten Treiber, Applikationen etc. sich unter diesem älteren Betriebssystem installieren lassen. Ggf. geht das alles - dann ist es kein Problem. Bei mir war das aber nicht der Fall - so ließ sich bspw. der Diretta Asiotreiber nicht unter Windows 2016 Server installieren.

Ich habe jedenfalls dann sehr viel Zeit damit zugebracht, Windows 11 IoT Enterprise ltsc mit den Tools, die seinerzeit Horst dankenswerterweise für Windows 2016/2019 im RAM zur Verfügung gestellt hat, als Betriebssystem im RAM installieren und stabil betreiben zu können.

Klanglich gefällt es mir sehr gut, wenn auch beim Clocking nicht so einstellbar wie Windows 2016 Server.

Wieso nutzt Du eigentlich bisher Windows 1 Pro und nicht Windows 11 IoT Enterprise ltsc?

Viele Grüße

Frank
StreamFidelity · „wie StreamFidelity zum aktiven Hören kam“
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Beitrag von StreamFidelity »

Moin Frank,

vielen Dank für deine Tipps. Ja das kann natürlich passieren, dass manche Treiber nicht passen. Aber für mein Solarflare X2522 NIC gibt es die Windows Server Treiber und da war es eher Glück, dass diese auch auf Windows 11 Pro laufen. In jedem Fall nehme ich eine neue SSD und wenn es nicht klappt, tausche ich die SSD einfach wieder aus.

Windows 11 IoT Enterprise ltsc wäre natürlich auch eine Wahl gewesen, aber mit dem Standard Windows kenne ich mich halt gut aus.

Grüße Gabriel
beltane · „wie beltane zum aktiven Hören kam“
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Beitrag von beltane »

Hallo Gabriel,

durch die alternativen SSDs bist Du flexibel beim Testen! Prima!

Ich konnte bei Windows Server 2016 bspw. den Diretta Asio Treiber und den Laiv uddc Treiber nicht installieren. Ebenso lässt sich Audirvana nicht installieren. Es bleibt also abzuwarten, ob HQ Player, Roon etc. mit Windows 2016 Server kompatibel sind.

Windows 11 IoT Enterprise ltsc unterscheidet sich technisch nicht von Windows 11 Pro - ist aber hinsichtlich der Apps deutlich abgespeckt. D.h. mit Deinem Wissen könntest Du es problemlos installieren und konfigurieren. Und es werden nur Sicherheitsupdates verpflichtend eingespielt. M.E. das für die Audio Wiedergabe deutlich besser geeignete Betriebssystem.

Tools wie Process Lasso können ebenfalls genutzt werden.

Eine Testversion mit 3 monatiger Laufzeit kann (ausschließlich in englischer Sprache) von der Microsoft Website heruntergeladen werden. Achtung: Die Installation kann nicht mittels Produktkey aktiviert werden. Will man die SW dauerhaft nutzen, muss man neu installieren.

Viele Grüße

Frank
StreamFidelity · „wie StreamFidelity zum aktiven Hören kam“
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Beitrag von StreamFidelity »

Prosit Neujahr!
beltane hat geschrieben: 28.12.2025, 17:10Ich konnte bei Windows Server 2016 bspw. den Diretta Asio Treiber und den Laiv uddc Treiber nicht installieren. Ebenso lässt sich Audirvana nicht installieren. Es bleibt also abzuwarten, ob HQ Player, Roon etc. mit Windows 2016 Server kompatibel sind.
Mit der Warnung von Frank im Hinterkopf, konnte ich nun folgendes bei mir erreichen.

Installation Windows Server 2016 Standard

Die ISO Datei ließ sich problemlos mit Rufus auf einen bootbaren USB Stick brennen. Nach Änderung der Bootreihenfolge im BIOS wurde ich durch das Installationsprogramm geführt und es gab keine Probleme. Die Updates habe ich alle installiert und auch hier gab es keine Probleme. Wer Windows 10/11 kennt, wird sich schnell zurechtfinden. Einzig der Server-Manager ist neu.

Etwas kniffelig wurde es mit dem Roon Server. Der ließ sich erst nicht installieren.
Bild
Das ging dann tatsächlich erst mit dem Server-Manager. Und damit ließ sich Roon installieren.

Nach einigen Optimierungen sorgte aber genau das .NET Framework für Ärger, zu sehen an erhöhten Systemaktivitäten im Task-Manager. Das scheint wohl öfters vorzukommen, denn dafür gibt es das Microsoft .NET Framework Repair Tool:
Bild

Was mir noch nicht gefällt ist, dass ich im Geräte-Manager für 4 Hardware-Komponenten noch nicht die passenden Treiber gefunden habe. Aber die Solarflare Treiber ließen sich problemlos installieren. Den unnützen Kram habe ich deaktiviert und läuft erstmal.
Bild

Dual Boot nutzen

Für den Wechsel zwischen Windows Server 2016 und 11 Pro nutze ich die Systemsteuerung. Hier kann man nämlich das Standardbetriebssystem vorgeben. Wenn ich zu Windows 11 Pro zurück will, stelle ich das hier ein:
Bild

Auf Windows 11 Pro nutze ich meine Programme für die Raumakustikmessungen und Filtergenerierung (Acourate) und muss das nicht mit Windows Server 2016 machen. Will ich wieder zu Windows Server wechseln, kann ich das dann dort vorgeben und muss keinen Bildschirm anschließen.

HPET – High Precision Event Timer deaktiviert und System Timer Resolution auf 0,5 ms gesetzt

Das war das eigentliche Ziel der Übung, nämlich das schlechte PC Clock Timing von Windows 11 Pro durch den Server 2016 abzulösen. Die System Timer Resolution habe ich mit Process Lasso auf 0,5 ms gesetzt.

Die "Performance Counter Frequenz" zeigt den Wert mit 3,112499 MHz an. Mit der Formel CPU-Frequenz 3188 MHz / 1024 komme ich auf 3,11328125 MHz.
Bild

Bei derselben Hardware ergeben sich sehr positive Ergebnisse: GSTAFT mean resolution: 500,0 µs (median = 500,0 µs, std.dev = 0,1 µs)
Das ist mein Nähmaschinenmuster: :mrgreen:
Bild

Zum Vergleich Windows 11 Pro: GSTAFT mean resolution: 500,1 µs (median = 500,0 µs, std.dev = 55,8 µs)
Das Muster ist unruhig mit überschießenden Spitzen:
Bild

Fazit

Ein besseres PC Clock Timing und weniger Prozesse sind das Ergebnis von Windows Server 2016. Vielen Dank nochmals an Horst (Trinnov).

Das lasse ich so, zumal ich per Dual Boot jederzeit zu Windows 11 Pro wechseln kann. Hörvergleiche stehen noch aus und mache ich in Ruhe.

Grüße Gabriel
Trinnov · „wie Trinnov zum aktiven Hören kam“
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Beitrag von Trinnov »

Hallo Gabriel,

super dass es geklappt hat und auch das Plot Ergebnis nun dem entspricht wo wir hinwollen.
Ja, bei den Server Betriebssystemen sind ein paar Dinge anders.
Zum Beispiel der Server-Manager.
Damit kannst du auch noch Features entfernen, die du nicht brauchst.
Eventuell den Windows Defender? Zumindest für Offline Betrieb und klangliche Vergleiche ist er möglicherweise entbehrlich.

Was mir spontan noch als wichtig einfällt:
Pagefile auf allen Partitionen auf 0 MB setzen und Neustart.
Systemwiederherstellung auf allen Partitionen deaktivieren.
Mit dem Shutup10 Tool kann zudem einiges deaktiviert werden, was so im Hintergrund unnützerweise mitläuft, z.B. die Telemetrie Sachen.
Dann noch Windows für optimale Leistung optimieren (nicht für optimale Darstellung) und unter "erweitert" optimieren für "Hintergrundprozesse" nicht für Programme.
usw.
Des Weiteren natürlich Prozesse / Dienste abspecken.
Beim Grafiktreiber reicht der Microsoft Basic Treiber, den Server 2016 bereits mitbringt. Alles andere verbraucht nur unnötig Systemressourcen.
Bei deinen unbekannten Geräten im Gerätemanager wirst du am ehesten über die Hardware IDs weiterkommen.
Falls nicht benötigt, würde ich die nicht installierten Geräte auf "deaktiviert" setzen.


Viele Grüße
Horst
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Beitrag von StreamFidelity »

Moin Horst,

Danke für deine Tipps, die ich teilweise schon umgesetzt hatte. Vieles was ich auf meiner Homepage unter Windows für den Audio PC optimieren geschrieben habe, kann man auch für Windows Server 2016 verwenden. Das Kapitel "HPET (High Precision Event Timer) deaktivieren" werde ich aber gründlichst überarbeiten müssen.

Klangvergleich Windows 11 Pro vs. Windows Server 2016

Ich hatte da jetzt keine große Erwartungshaltung, denn meine Anlage hörte sich für mich auch mit Windows 11 Pro sehr gut an. Zumal der eigentliche Audio PC das HQPlayer OS als Echtzeit-Betriebssystem hat und der Endpunkt ein rauscharmer NanoPi NEO4 ist.

Viele machen sich darüber lustig, dass immer wieder klangliche Höhepunkte neu beschrieben werden, obwohl ähnliches schon Seiten vorher nachgelesen werden konnte. Und so ist es auch bei mir. Ich habe aber oft die Erfahrung gemacht, dass man solange nichts vermisst, bevor man es nicht besser gehört hat.

Und damit komme ich jetzt zum Klangvergleich (in meinem System mit meinen Ohren), bei dem ich mir sehr gut bekannte Titel jeweils kurz angespielt habe:

Bild

Nachdem ich die vergangenen Tage mit Windows Server die Musiktitel ausgewählt und dem Audio PC zugespielt hatte, begann ich heute mit Windows 11 Pro. Das Booten war aufgrund Dual Boot in der erweiterten Systemsteuerung ohne Bildschirm problemlos möglich, so dass mit unveränderter Hardware in gleicher Lautstärke und Ausgabeformat (DSD1024) der Vergleich stattfinden konnte.

Bei Mercedes Sosa war ich schon mal verblüfft, dass sich die Trommel im Hintergrund leicht topfig anhörte. Der Chor hatte weniger Räumlichkeit. Die anderen Titel rissen mich klanglich auch nicht vom Hocker.

Schnell neu mit Windows Server 2016 gebootet und Hoppla: Bei der Trommel in Misa Criolla konnte ich auf einmal das Fell anschlagen hören. Der Bass war wesentlich präziser, beim Chor waren die Männerstimmen differenzierter und räumlicher zu hören. Bei Dominique Fils-Aimé und bei Chris Jones waren die Instrumentenseparierung und der Bass besser. American Beauty präsentierte die Transienten bei den kurz angeschlagenen Trommeln präziser.

Fazit

Ich bin immer wieder verblüfft, welche Verbesserungen schon viel weiter vorne an der Quelle möglich sind, trotz asynchroner Datenübertragungsmechanismen, Reclocking und galvanischer Trennung per LWL. Das präzisere Timing des Windows Server 2016 hilft und bleibt jetzt so.

Grüße Gabriel
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Beitrag von StreamFidelity »

Moin zusammen,

mit der Überschrift nehme ich mich natürlich selbst auf die Schippe. Immer wenn ich versuche ein einfaches Netzwerk aufzusetzen, wird es kompliziert. :mrgreen:

Aber ich falle mit der Tür ins Haus. Der Anlass mein Newtzwerk neu aufzubauen ist die Aufgabe des Zweitwohnsitzes in Kassel. Nun gibt es neue Räumlichkeiten in Berlin und dafür muss ein neues Netzwerk aufgebaut werden.

Kompliziert wird es bei mir, weil ich eine Kombination zwischen LWL (galvanische Trennung über Glasfaser) und Reclocking (MUTEC REF10 SE120) fahre. Und eine Auftrennung des Audio Servers (Roon Musikverwaltung) vom Audio PC (DSD mit HQPlayer) erfolgen soll. Damit der energetische Schmutz nicht direkt im DAC (T+A DAC200) landet, ist auch noch ein rauscharmer Einplatinencomputer (NanoPi NEO3) im Spiel.

Mit dem Netzwerk Prinzipienbild unten habe ich versucht auf die Zusammenhänge einzugehen. Bei der Planung stellte ich fest, dass ich für LWL ein paar SFP-Ports mehr benötige, als sie mir der Gustard Switch (N18 PRO) liefern kann. Und so kam es zu einem industriellen UniFi USW-Aggregation Switch. Dieser hat 8 SFP+ Ports. Und um diesen soll es schwerpunktmäßig gehen.
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UniFi USW-Aggregation Switch

Auf der Vorderseite sind die 8 Einschübe für SFP+ und links befindet sich ein sehr kleiner berührungssensitiver Bildschrim, der aber nicht wirklich benötigt wird.
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Auf der Rückseite ist der Stromanschluss. Die Abmessungen sind mit 442 x 120 x 43,7 mm recht schlank gehalten. Das Gehäuse besteht aus Aluminium.
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Geräte werden bei mir grundsätzlich aufgeschraubt. Aber selbst da gibt sich der UniFi USW-Aggregation Switch recht zugeknöpft. Zu sehen ist ein schwarzer massiver Kühlkörper. Das ist gut so, weil industrielle Switch meist Lüfter haben, was hier nicht der Fall ist.
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Auffällig ist ein weiterer Kühlkörper, der vermutlich den Chip kühlt. Dieser massive Kühlkörper erinnert mich an Buffalo Switches, die ja auch 1:1 in die Melco-Switches übernommen wurden. Massive Leistung, die einer entsprechenden Kühlung bedarf. Aber niemals für unsere Audio Zwecke abgerufen wird und dadurch aufgrund der immensen Leistungsreserven sehr ruhig und störungsfrei laufen.
Bild

Hier sind die stabilen SFP+ Käfige zu sehen. Wie bei den Buffalo Switchers empfiehlt es sich die direkt mit der Platine verbundenen Ports (messtechnisch besser) zu verwenden - Messwerte für diesen Switch kenne ich aber nicht.
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UniFi OS Server

Der UniFi USW-Aggregation Switch läuft zwar auch ohne Konfiguration, aber bei einem Managed Switch liegt die Musik ja gerade in den vielfältigen Einstellungsmöglichkeiten. Hier hatte ich am Anfang zugegebenermaßen meine Schwierigkeiten. Denn im Gegensatz zu den Buffalos steht kein Webbrowser zur Verfügung. Stattdessen erfolgt die Konfiguration bevorzugt über einen UniFi OS Server. Für meine Zwecke setze ich den Server nur für die Administration ein und beende ihn dann wieder. Die letzten Einstellungen werden im Switch gespeichert.

Die Software gibt es für Windows, MAC und Linux und ist recht modern gestaltet. Einige Einstellungen habe ich schon getätigt, zum Beispiel nicht benutzte SFP Ports abzuschalten. Verfügbar ist z. B. IGMP Snooping (reduziert den Datenverkehr bekannter Geräte), Flow Control (nützlich für den HQPlayer) und MAC Filterung (hält die internetfähige Waschmaschine von Audio fern :D ) oder alternativ VLAN.

Der Datenverkehr wird recht hübsch dargestellt (hier noch ohne Audio Server). Über den UniFi USW-Aggregation Switch fließt der Datenverkehr für DSD1024 rein und raus. Rechts darunter enpfängt der Audio PC mit HQPlayer Embedded den bitperfekten Qobuz Stream PCM 192/24 und wandelt ihn um in DSD1024. Das Datenpaket wird mit 95.6Mbps über den Gustard Switch links an den NanoPi NEO3 gesendet.
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Es gibt noch weitere Tools, zum Beispiel um zu sehen, ob der Datendurchsatz in Ordnung ist. Sehr nützlich für die Fehlerfindung.

Zusammenfassung

Wer sein Netzwerk mit LWL erweitern möchte und zu wenig SFP Ports hat, der kann sich den UniFi USW-Aggregation Switch für überschaubares Geld anschauen. Die Managed Switch Eingenschaften ermöglichen ein wirksames Abriegeln des Audio Datenverkehrs gegen anderen Netzwerkdatenverker.

Bisher läuft der Switch völlig störungsfrei, obwohl ich noch am Anfang des Netzwerkaufbaus stehe. Oder vielleicht gerade deshalb. :mrgreen: Mal schauen wie es weiter geht.

Grüße Gabriel
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