Niko (Kii Three + 18" Ripol)

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ICEbaer62 · „wie ICEbaer62 zum aktiven Hören kam“
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„wie ICEbaer62 zum aktiven Hören kam“

Beitrag von ICEbaer62 »

Hallo liebe Aktiv-Hoeren User,

ich bin schon länger stiller Mitleser im Forum, jetzt habe ich mich mal bei euch angemeldet. Da ich einen leichten Hang zum Extremen sowie zu Exoten habe komme ich auch hier nicht zu kurz. :mrgreen: Solange es der Geldbeutel zulässt bin ich immer wieder am Optimieren der Anlage. :D

Kurz zu mir:
Ich bin 52 Jahre alt, komme aus der Nähe von Hamburg und höre seit über 30 Jahren mit aktiven Lautsprechern (gehört wird vorwiegend Blues, Jazz, Boogie, Swing Jazz-Rock und auch mal Ambient).

Bei passiven Lautsprechern hatte ich immer den Eindruck das z.B. Applaus irgendwie nach Pommes in der Friteuse klingt. Ich habe es gern extrem dynamisch, spritzig u. druckvoll aber tonal ausgewogen ohne dabei zu nerven (klirrarm). Mein erstes Selbstbauprojekt (1980 in der Jazz-Rock Phase) waren damals zwei 15" Klipsch-Eckhörner die von zwei gebrückten Crown PSA-2 Endstufen angetrieben wurden. :mrgreen:

Später hatte ich dann meine Dipol-Phase, da habe ich dann mit Lautsprechern von Dr. Oskar Heil gehört (ESS Transar 5) und danach zog die Martin Logan CLS II ein, das war ganz nett aber nicht wirklich das was ich suchte (ich vermisste einfach den Punch). Ich war immer auf der Suche nach einem Lautsprecher der high-endig klingt, der aber auch in der Lage war realistische Pegel stressfrei zu erzeugen.

Die meisten mir bekannten Lautsprecher konnten aber nur das eine oder andere, beides war nicht unter einen Hut zu bringen solange es noch bezahlbar bleiben sollte. So kam ich durch Hr. Achenbach auf die Idee zwei SON-B MKII zu bauen, allerdings in der aktiven Version. Fein, Grobdynamik und die Tonalität haben mir bei der aktiven SON-B MKII sehr gut gefallen, als Subwoofer dienten damals noch 4 Ripole die aber pegelmäßig nicht viel anzubieten hatten. So war ich am überlegen was in der Zukunft denn als Subwoofer dienen sollte, die Ripole haben einem die Ohren ganz schön verwöhnt und jetzt musste etwas her das auf dem gleichen Niveau spielte wie die Ripole (Axel Rithaler) spielt, bloß erheblich lauter.

Wie der Zufall es wollte bin ich auf das Niwo-Eckhorn gestoßen, das war genau das was ich suchte, staubtrocken, Tiefgang u. Pegel ohne Ende (bei 1 W 107 dB bei 28 Hz /max. 139 dB bei 28 Hz). :cheers: Bitte versteht mich nicht falsch, das sind nicht meine ständigen Abhörpegel! Aber wenn es mal lauter werden soll, dann aber bitte stressfrei und lässig. Angetrieben werden die Lautsprecher durch eine 6-Kanal ICEpower ASP Series Endstufe (Selbstbau). Verbaut wurden folgende ICEpower Module, 2 x 1000ASP (Bass), 2 x 500,ASP (Mid), 2 x 500A (High).

Ich hatte schon viele gute Amps im Rack, aber was die ICEpower ASP Module an Dynamik anboten war einfach sensationell. In den Höhen auffallend frisch und dynamisch, die Mitten warm wie beim Röhrenamp und der Bass ultra knackig u. sehr druckvoll. Das konnte bisher keiner meiner Amps anbieten.

Jetzige Anlage:
Aktiv-LS: SON-B MK II
Aktiv-Subwoofer: NIWO-ECKHORN
Aktivweiche: Behringer DCX 2496
Vorstufe: Matrix Digital / M2Tech HiFace 2
Endstufen: 6 x ICEpower ASP
Zuspieler: HTPC + DIRAC

Wie man sieht bin ich ein großer Freund der Digitaltechnik. :D Auch der HTPC (Quadcore) ist selbstgestrickt, im lautlosen Streacom Gehäuse.

Gehört wird im 6,30 x 4,75 großen Wohnzimmer, Erstreflexionen wurden mit Decken u. Seitenabsorbern (DIY) erfolgreich eliminiert und um die Raummoden kümmert sich DIRAC Live. Raummessungen führe ich am liebsten mit dem Room EQ Wizard durch.

Das jetzige System spielt in etwa auf dem Niveau vom großen Bohne Audio System:

http://www.bohne-audio.de/wordpress/?page_id=335

Nun bin ich gerade dabei den Flaschenhals Behringer DCX 2496 gegen die DEQX Express auszutauschen. Ich bin jedoch noch nicht zum einrichten gekommen, da mir noch das kalibrierte Mikrofon fehlt, aber dazu später mehr.

Gruß

ICEbaer62
Rudolf · „wie Rudolf zum aktiven Hören kam“
Moderator
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„wie Rudolf zum aktiven Hören kam“

Beitrag von Rudolf »

Hallo ICEbaer62 (???),

willkommen bei den aktiven Hörern, zu denen du ja offenkundig schon seit Urzeiten gehörst. Dass wir dich bislang übersehen hatten, ist kaum zu erklären, zumal du ja wirklich über ein interessantes System verfügst.

Wir haben im Forum so einige DEQX-Fans, so dass die Vorstellung der DEQX Express auf reges Interesse stoßen dürfte.

Viele Spaß bei uns
Rudolf
ICEbaer62 · „wie ICEbaer62 zum aktiven Hören kam“
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Beitrag von ICEbaer62 »

Hallo Freunde der gepflegten Akustik,

ich habe mir die Kii Three auf TAD Stands vor ca. 2 Jahren gekauft, weil meine alte Anlage bestehend aus Niwo-Eckhorn und SON B (alles aktiv) für meine Frau ein wenig zu erdrückend im 32 m² Wohnzimmer wirkten.

Naja, was soll ich sagen, die Kii Three klang natürlich ganz nett und macht akustisch deutlich weniger Probleme als meine alte Anlage, aber ihr fehlte es gewaltig an Substanz.

Ich nahm erst mal Kontakt mit Axel Ridthaler auf und fragte ihn, ob es auch Ripol-Chassis gibt, die mehr Output machen als die üblichen Kandidaten.

Er empfahl mir zwei 18“ Chassis mit +/- 22mm linearen Hub, die auch bei +/- 25mm Hub noch unter 10% Klirr blieben.

Ich habe dann auf Verdacht die Chassis und den Bauplan bei Axel bestellt.

Ich entschied mich diese Kombination zu kaufen, weil ich die Erfahrung gemacht habe dass diese Überdimensionierung dazu führt, dass bei normalen Pegeln der Ripol sehr entspannt aufspielt.

Ohne Korrektur geht der Ripol bis 24 Hz mit Korrektur bis ca. 19 Hz.

Ich betreibe den Ripol mit meiner alten DBX 260 Aktivweiche und einer Icepower 500ASP Endstufe.

Die Kii Three laufen nicht über die Aktivweiche, sondern bleiben standalone.

Ja, was soll ich sagen, das war ein Treffer ins Schwarze. Ich habe Bässe noch nie in dieser Qualität gehört und ich habe schon viel gehört, darunter auch diverse Ripole und Basshörner.

Aber dieser 18" Ripol spielt extrem trocken und tief, ich bin fast geneigt schmatzig zu sagen.

Dieser 18" Ripol spielt ganz entspannt auf, wenn meine Kii Three an die akustischen Grenzen kommen dann zittert die „Pappe“ vom Ripol mal gerade.

Mit dieser Kombination bin ich jetzt akustisch sehr zufrieden. Ich kann nur jedem Kii Three User empfehlen seine Kii Three mal mit einem anständigen Ripol zu verheiraten.

Da kann man sich das sündhaft teure BXT-Modul Kii Three Basserweiterung für € 20.000 glatt sparen.
Vermutlich klingt es mit dem 18“ Ripol sogar noch besser.

Das Hören macht jetzt wieder richtig Spaß, die Kii Three klingen jetzt mehr als erwachsen.

Wer in Schleswig-Holstein wohnt, der kann sich gerne die Kombination mal anhören!

Aus rechtlichen Gründen kann ich weder die Chassis nennen, oder den Bauplan veröffentlichen.
Wenn Ihr auch an dem 18“ Ripol interessiert seit, dann setzt euch mit Axel Ridthaler unter axel@ridtahler.de in Verbindung.

Sagt ihm einfach es geht um den 18“ Ripol von Niko, dann weiß er Bescheid.

Ansonsten wünsche ich euch noch besinnliche Feiertage und einen guten Rutsch ins neue Jahr.

Gruß
Niko

Ich habe den Beitrag in deinen Vorstellungsthread verschoben, weil hier am besten hinpasst. Grüße, Rudolf
ICEbaer62 · „wie ICEbaer62 zum aktiven Hören kam“
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Beitrag von ICEbaer62 »

Kii Three Update :cheers:

Ich hatte die letzten Tage mal wieder eine dieser „eigentlich nur Kleinigkeiten“ Sessions, die am Ende das komplette Klangbild verändern.
Setup:
Kii Three + Ripol mit 2 x Dayton Ultimax UM18-22 an Icepower 500 ASP, getrennt über DBX DriveRack 260 und Lumin D2 Netzwerkplayer.
Zusätzlich:
Neues Digitalkabel:
Belden 1694A 75 Ohm inkl. CANARE BCJ-RCAP BNC/RCA Adapter, für Kii Controller und Lumin D2.
Ausgangslage:
Eigentlich spielte das System bereits auf sehr hohem Niveau. Trotzdem hatte ich immer wieder das Gefühl, dass im Bassbereich noch ein leichtes „Eigenleben“ vorhanden war. Manche Tracks wirkten minimal fett, leicht holzig oder hatten so ein ganz dezentes Mitsingen im Oberbass. Außerdem war die Wiedergabe extrem direkt, fast schon wie eine Direktschalldusche.
Zusätzlich fiel mir im Hochton immer wieder eine gewisse Körnung bzw. ein leichtes „Krisseln“ auf, besonders bei hohen Pegeln und komplexen Produktionen.
Also angefangen systematisch zu arbeiten:
1. Lautsprecher exakt symmetrisch ausgerichtet
Schon wenige Millimeter machten sich bemerkbar. Phantommitte rastete sauber ein, kein Wandern akustischer Ereignisse mehr.
2. Neues Digitalkabel:
Belden 1694A 75 Ohm inkl. CANARE BCJ-RCAP Adapter
Das brachte überraschend viel Ruhe in die Wiedergabe. Die Höhen wirkten plötzlich geschmeidiger, weniger nervös und deutlich weniger körnig.
Wichtig:
Der große klangliche Durchbruch kam NICHT ausschließlich durchs Kabel. Aber das Belden 1694A inklusive sauberer 75-Ohm-Anpassung über den CANARE BCJ-RCAP war definitiv mitverantwortlich dafür, dass dieses feine Krisseln im Hochtonbereich verschwand.
Der Klang wirkte danach:
ruhiger,
stabiler,
weniger hektisch,
mehr „aus einem Guss“.
3. Hauptmode bei 45,5 Hz behandelt
45,5 Hz / Q 8,4 / –0,5 dB
Das war ein absoluter Schlüsselmoment. Der Bass verlor keinerlei Wucht, wurde aber deutlich trockener, knochiger und entspannter. Das vorher vorhandene leichte Krisseln bzw. die unterschwellige Nervosität verschwanden praktisch komplett.
4. Zweite Mode bei 73 Hz entdeckt
Mit einem kleinen kabellosen Bluetooth-Messaufbau (LEKATO XLR Bluetooth Empfänger + AudioTools Spectrumanalyzer über iPad pro und den Tongenerator über das Handy laufen lassen) fand ich noch eine weitere Mode bei 73 Hz, kurz vor der Übernahmefrequenz von 80 Hz.
73 Hz / Q 8,4 / –0,5 dB
Danach verschwand dieses leicht holzige „Mitsingen“ im Oberbass. Der Bass patscht jetzt richtig, statt tonhaltig nachzuschwingen.
5. Ripol-Kammerresonanz optimiert
Die Kammerresonanz des Ripols bei ~140 Hz hatte ich vorher mit Q 2.633 behandelt. Nach einer kleinen Anpassung auf Q 2.996 rastete plötzlich alles regelrecht ein.
Vorher gab es bei tiefen Stimmen eine minimale Trennung zwischen Kii und Subwoofer. Hallanteile wirkten leicht unterbrochen. Danach klang alles wie aus einem Guss.
6. Kii Three um ca. 1,8° nach hinten geneigt
Das war psychoakustisch extrem interessant.
Vorher:
Maximal direkt, analytisch, teilweise fast „angebeamt“.
Nachher:
Breitbandiger Eindruck, homogener, entspannter, weniger harte S-Laute und deutlich langzeittauglicher. Die Lautsprecher verschwinden jetzt wesentlich stärker akustisch. Besonders bei Klassik und atmosphärischen Produktionen hat die Tiefenstaffelung massiv gewonnen.
Das Spannende:
Die Eingriffe waren objektiv winzig:
–0,5 dB hier,
kleine Q Änderungen dort,
1,8° Neigung,
wenige Millimeter Ausrichtung.
Aber genau diese kleinen Eingriffe an den richtigen Stellen haben das System von:
„beeindruckend“
zu
„stimmig und natürlich“
gebracht.
Aktuell wirkt es teilweise so, als hätten die Lautsprecher mit dem Klanggeschehen überhaupt nichts mehr zu tun. Besonders bei guten Aufnahmen entsteht eher ein zusammenhängendes Schallfeld als das Gefühl, zwei Lautsprecher zu hören.
Vielleicht für den einen oder anderen interessant:
Die größten Fortschritte kamen nicht durch neue Hardware, sondern durch präzise Geometrie, Modenkontrolle, saubere Signalführung und Feintuning der Integration.

Liebe Grüße

Niko
gregor · „wie gregor zum aktiven Hören kam“
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„wie gregor zum aktiven Hören kam“

Beitrag von gregor »

ICEbaer62 hat geschrieben: 06.05.2026, 14:39 Aktuell wirkt es teilweise so, als hätten die Lautsprecher mit dem Klanggeschehen überhaupt nichts mehr zu tun. Besonders bei guten Aufnahmen entsteht eher ein zusammenhängendes Schallfeld als das Gefühl, zwei Lautsprecher zu hören.
Vielleicht für den einen oder anderen interessant:
Die größten Fortschritte kamen nicht durch neue Hardware, sondern durch präzise Geometrie, Modenkontrolle, saubere Signalführung und Feintuning der Integration.
Hallo Niko,

nachdem ich fast alles toll finde, was Bruno Putzeys anfasst, lese ich mit Freude für Dich, dass ein paar kleine Änderungen noch solche Verbesserungen bringen konnten.
Du hast in der Zusammenfassung eigentlich alles gesagt!
Dabei wundert es mich nicht, dass ausgerechnet ein Digitalkabel so positive Auswirkungen hatte. Alle guten 75 Ohm SPDIF-Kabel, die ich je probiert habe, waren mit Canare Steckern gecrimpt.
Und ja, das gute, alte Lautsprecherrücken kann durch nichts ersetzt werden!

Wünsche Dir viele entspannte Hörstunden!
Beste Grüße
gregor
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