Aktiver Vinyl-Genuss - für die Unverbesserlichen ...

Klangperlen und künstlerische Leckerbissen
Melomane · „wie Melomane zum aktiven Hören kam“
Aktiver Hörer
Beiträge: 3741
Registriert: 14.10.2011
„wie Melomane zum aktiven Hören kam“

Beitrag von Melomane »

Hallo,

in diesen Tagen höre ich mich höchst interessiert durch diese Box mit 5 LPs mit Werken von Arnold Schönberg:

https://www.discogs.com/de/release/3811 ... r-Ensemble

Faszinierend. Faszinierende Klangwelten ebenso dargeboten. Und wer mit Free-Jazz zurechtkommt, dürfte auch mit Schönbergs neuem Ansatz der Zwölftonmusik klarkommen können. ;) Allerdings sind es nicht nur Stücke, die nach diesen neuen Prinzipien komponiert sind, es ist auch vielerlei zu hören, was man spätromantisch nennen möchte.

Viele Grüße

Jochen
Horse Tea · „wie Horse Tea zum aktiven Hören kam“
Aktiver Hörer
Beiträge: 2045
Registriert: 19.03.2016
Wohnort: Unterfranken
„wie Horse Tea zum aktiven Hören kam“

Beitrag von Horse Tea »

Hallo Jochen,

Schönberg hat erst mit etwa 35 Jahren angefangen hat, atonal zu komponieren. Der Begriff Atonalität wurde übrigens "von vielen Kritikern abwertend gemeint. Bereits in den Klavierstücken op.11 (1909) gibt es keine Grundtonart mehr".

Zitiert nach dem Buchkapitel Ein Beitrag zur >Hegemonie der deutschen Musik<? Arnold Schönberg und die Entwicklung der Zwölftontechnik. S.161. Aus: Tobias Bleek, Im Taumel der Zwanziger. 1923: Musik in einem Jahr der Extreme. Bärenreiter Verlag 2023.

Viele Grüße
Horst-Dieter
Melomane · „wie Melomane zum aktiven Hören kam“
Aktiver Hörer
Beiträge: 3741
Registriert: 14.10.2011
„wie Melomane zum aktiven Hören kam“

Beitrag von Melomane »

Hallo,

der Winter und die Kälte nähern sich. Und damit kommen wieder Humperdincks Hänsel und Gretel auf den Plattenteller:

https://www.discogs.com/de/release/9613 ... -Berry-Lis

Und ich mag diese Aufnahme. So wunderschön gesungen, nicht nur von den Sängern. Meine Plattenseite 2 ist leider nicht einwandfrei und verzerrt. Keine Ahnung, warum. Ob Pressfehler oder von abgenudelter Nadel malträtiert. Die ist aber eigentlich nicht hauptverdächtig, weil nur eine Seite von vieren betroffen ist.

Viele Grüße

Jochen
Melomane · „wie Melomane zum aktiven Hören kam“
Aktiver Hörer
Beiträge: 3741
Registriert: 14.10.2011
„wie Melomane zum aktiven Hören kam“

Beitrag von Melomane »

Hallo,

heute gab es Kontrastprogramm. Zunächst diese Produktion:

https://www.discogs.com/de/release/3831 ... or%C3%A4le

Orgelmusik vom Bach. Und die gefiel meinen Ohren sehr gut. Die Orgel klang für eben diese Ohren gar schön, kein bisschen bissig, nervig. EMI, damals hatten die es drauf. ;)

Und das dann:

https://www.discogs.com/de/release/3915 ... 5%99i-Korn

Also Jiri Korn auf Amiga. Die technische Seite halt Amiga/Supraphon, also eigentlich immer eine Bank. So auch hier. Aber sonst? Hm, vielleicht etwas für Fans? Jedenfalls ziemlich skurril. Meine Frau meinte: Hat der Sänger eine Wette verloren? Wer hat denn dem die "Blechbüchsenarmee" angehext. Ich nun: Keine Ahnung. Auch nicht, wen die Amiga damals als Kundschaft im Auge hatte. Jedenfalls ist das die Platte, die eine Spitzenposition in Sachen mehr als flüssig einnimmt. Wat es so alles gibt. :shock:

Da gehen wir doch jetzt lieber über zu Bert Kämpfert.

Viele Grüße

Jochen
Melomane · „wie Melomane zum aktiven Hören kam“
Aktiver Hörer
Beiträge: 3741
Registriert: 14.10.2011
„wie Melomane zum aktiven Hören kam“

Beitrag von Melomane »

Hallo,

heute morgen schon diese Box mit Karajan:

https://www.discogs.com/de/release/8775 ... ed-Edition

Nun mag man den Karajan nicht mögen, weil er in späteren Jahren den Karajan-Sound pflegte. Das ist bei diesen alten Aufnahmen für mein Empfinden noch nicht der Fall. Es handelt sich um Mono-Aufnahmen. Das fällt nicht wirklich auf. Dafür umso mehr die Berlioz-Symphonie. Die ist für mein Empfinden hervorragend. In dieser Box stehen nicht Sound und Selbstdarstellung im Vordergrund, sondern die Musik. Es interessiert mich, welche Rolle Walter Legge als Produzent dabei hatte. Leider kann man weder den noch Karajan dazu befragen. Also genießen wir halt die Musik. ;)

Viele Grüße

Jochen
Melomane · „wie Melomane zum aktiven Hören kam“
Aktiver Hörer
Beiträge: 3741
Registriert: 14.10.2011
„wie Melomane zum aktiven Hören kam“

Beitrag von Melomane »

Hallo,

die eben gehörte LP gilt heute bestimmt als Skurrilität: Eine Amiga mit dem Ensemble Magnifico:

https://www.discogs.com/de/release/4880 ... -Magnifico

Eine jugoslawische Gruppe, die sich lateinamerikanischer Musik widmete. Die Wikipedia weiß mehr zu diesem Subgenre:

https://en.wikipedia.org/wiki/Yu-Mex

Die LP war demzufolge offenbar kein Einzelfall.

Man hat sich laut Begleittext auf die lateinamerikanische Mentalität eingestellt. Da das vermutlich in den 70ern eine eher theoretische Beschäftigung war, fehlt es zumeist für meine Ohren an a bisserl Temperament. Allerdings wird dieses ein wenig ungleichmäßig über die Titel verteilt. Die zweite Seite ist zumeist ein wenig flotter unterwegs als die erste. Deswegen beschleicht mich die Vermutung, dass es sich bei der LP um eine Best of handeln könnte. Aufnahmetechnisch jedenfalls mal wieder sehr schön von Amiga.

Viele Grüße

Jochen
Melomane · „wie Melomane zum aktiven Hören kam“
Aktiver Hörer
Beiträge: 3741
Registriert: 14.10.2011
„wie Melomane zum aktiven Hören kam“

Beitrag von Melomane »

Hallo Horst-Dieter,

das folgende soll keine Klugscheißerei sein, sondern Überlegung, was vielleicht gewesen ist. Und die LP ist als Repress 1971 erschienen, die Erstauflage war offenbar 1970. Und da nach meiner Einschätzung die DDR-Plattenfirmen mehr Zeit für die Produktion hatten als die westlichen, vermute ich, dass die Aufnahmen vor 1970 gemacht wurden, erst recht, wenn es eine Kompilation sein sollte. Und da die Interpreten aus Jugoslawien stammten, lässt sich nicht wirklich abschätzen, wie die Wege von Aufnahme bis Pressvorgang aussahen. Aber vielleicht kann jemand dazu mehr beitragen?

Viele Grüße

Jochen
Melomane · „wie Melomane zum aktiven Hören kam“
Aktiver Hörer
Beiträge: 3741
Registriert: 14.10.2011
„wie Melomane zum aktiven Hören kam“

Beitrag von Melomane »

Hallo,

es ist noch nicht ganz die Zeit für die Fledermaus. Da dürfen dann Humperdicks Hänsel und Gretel nochmal ran. In der Aufnahme mit Kurt Eichhorn:

https://www.discogs.com/de/release/8026 ... -Fischer-D

Gefällt mir sehr - bis auf Fischer-Dieskau. Der singt zunächst eher wie der Vorstandsvorsitzende des Besenbinderkonzerns als wie ein armer Produzent. Im Laufe Zeit schwächt sich dieser Eindruck aber ab. Bei Eichhorns Dirigat kommt mir mehrfach der Gedanke, ob nicht vielleicht Rudolf Kempe am Pult gestanden haben könnte.

Viele Grüße

Jochen
Melomane · „wie Melomane zum aktiven Hören kam“
Aktiver Hörer
Beiträge: 3741
Registriert: 14.10.2011
„wie Melomane zum aktiven Hören kam“

Beitrag von Melomane »

Hallo,

heiliges Blechle! Was wir doch schon alles in diesem thread angesprochen hätten. Ich wusste gar nicht, welche Scheiben ich im Bestand habe. Derzeit läuft der im vorstehenden Beitrag erwähnte Humperdinck weiter. Einfach wunderschön, auch in der digitalisierten Version via Odroid. Jetzt kommt gerade die Knusperhexe. ;)

Viele Grüße

Jochen

P.s.: Hört hier eigentlich außer mir noch Vinyl? Früher war mehr Lametta, äh diesbezügliche Beteiligung.
Melomane · „wie Melomane zum aktiven Hören kam“
Aktiver Hörer
Beiträge: 3741
Registriert: 14.10.2011
„wie Melomane zum aktiven Hören kam“

Beitrag von Melomane »

Hallo,

gewiss kein Fehler! :cheers:

Nachdem ich gestern in der Audiothek die Blindverkostung zu Mendelssohns Schottischer Symphonie gehört habe, in der - also der Blindverkostung - die Aufnahmen mit Manacorda und Chailly gelobt wurden, habe ich mir heute wieder einmal Peter Maags alte Decca-Einspielung mit dem LSO aufgelegt. In diesem Reissue:

https://www.discogs.com/de/release/8019 ... ch-Fingals

Und sie gefällt mir immer noch! Vielleicht liegt das auch daran, dass Maag mit Furtwängler zusammengearbeitet hat und beim "Anfang schon auf das Ende" geschaut hat - zumindest entsteht der Eindruck, dass Maag den Spannungsbogen sorgsam über die gesamte Spielzeit aufbaut und dann zum Schluss so richtig "in die Vollen geht". Das habe ich so von keiner andere Einspielung in Erinnerung. In der Blindverkostung meinte man gelegentlich zu anderen Einspielungen, es sei egal, welchen Whisky man hole - für Maag kann man ruhig einen deutlich besseren zu sich nehmen.

Die CDs mit Maags Schottischer habe ich nicht so gut in Erinnerung. Deren Verkostung ist allerdings zu lange her, als dass ich das jetzt näher ausführen könnte.

Viele Grüße

Jochen
Antworten