Lautsprecher mit passiver Kardioid-Technologie

selbst ist der Mann / die Frau
Cabrio_User · „wie Cabrio_User zum aktiven Hören kam“
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Beitrag von Cabrio_User »

Hallo,

ich möchte ein aktuelles Projekt diskutieren. Gibt es hier Selbstbauer, die sich mit einer Kardioid Abstrahlung beschäftigt haben?

Der Lautsprecher wird ein paar Visaton KE25 als Hochtöner erhalten, welche in einem ca. 5cm tiefen WG sitzen. Das WG soll in der Schallfront integriert werden, was selbige identisch massiv werden lässt. Das als relativ ruhig bekannte Schallfront-Material ist Kirsche, die mit einem hochverdünnten 1K PU (G4 Yachtcare) Harz ca 1-2cm tief getränkt wurde und somit stabilisiert und Luftdicht ist. Zumindest schlägt der Auftrag bei einem 2cm dicken Buche Brett auf der Rückseite durch. Mit dem Harzsystem (aus dem Bootsbau) habe ich sehr gute Erfahrung bei anderen Projekten machen können. Eines davon war ein Kugellautsprecher aus Buche, der aktuell mehrjährig die Witterung und Luftfeuchtigkeitsänderungen ohne Risse überlebt hat. Weitere Projekte aus Eiche und Mahagnoni haben das Harzsystem als fähig erklärt, Vollmassive Holzelemente einzusetzen, wo man dies normalerweise nicht machen würde. Die ersten WG Formen habe ich mir im 3D Drucker erzeugt und Stück um Stück gemessen bzw. "entwickelt". Als ich mich dem Thema einige Zeit gewidmet hatte, bekam ich Kontakt zu jemanden, der das sehr viel intensiver mit dem KE25 durchgemacht hatte. Als er mich zum hören einlud, bin ich hin gefahren und konnte mich davon überzeugen, dass ich mit meinen Entwicklungen ganz am Anfang stand. Glücklicherweise bekam ich die CAD Daten einer gemessenen/getesteten/gehörten WG Form und darauf stützt sich aktuell mein Eigenbau. Insofern kann ich leider wenig zu der Entwicklung des WG sagen oder auch teilen, da es nicht mein geistiges Eigentum ist.

In der Schallfront sitzt zusätzlich der AL200 von Visaton, der die Kardioid Abstrahlung mit teilgedämmten seitlichen Kiemen erzeugt. Den Tiefton übernimmt ein Dayton RSS 315 HF4 (12"), welcher geschlossen als Midi Box mit einem QTC von 0.7 spielt. Die Midi Version (ohne Sockel) ist um 4 Grad schräg angestellt, sodass der Hochtöner auf den Kopf des Hörers gerichtet ist und die Midi Box keinen Sockel benötigt. Der Sockel verändert den QTC des Basses auf 0.6 und gleicht die Schrägstellung aus, sodass die Box als "normale" Standbox funktioniert. Der Hintergund zu diesem Konzept ist, dass der Lautsprecher für ein Dachzimmer geplant ist mit Schräge. Hier muss an der Höhe gegeizt werden. Ebenso soll der Lautsprecher aber auch im Wohnzimmer (eine Etage tiefer) aufgestellt werden. Hier kann er als Standbox arbeiten.

Der Hinterbau wird in Sperrholz beplankt. Zu diesem Zweck habe ich die Rippen als Positivform und eine Hilfsform im Negativ gefräst. Sperrholzbeplankungen (in der Art) habe ich noch nicht erstellt und auch noch keine Idee, wie das letztendlich wird. Das Innengestell besitzt an allen 4 "Ecken" hochkant Stäbe, die ich mir auf der CNC Formtreu erzeugt habe. Diese 4Kant-Stäbe sollen mir dienen, bei der Verspannung der Beplankung. Ob ich dazu noch die Hilfsform benötige, oder diese nur hilft die Box auf dem Tisch zu Positionieren ist noch offen.

Die 6 Treiber der Box werden über zwei classé (classA) Endstufen (5kanal+Stereo) aktiv angetrieben. Die Vorstufe ist im ersten Schritt mit einem MiniDSP Flex SHD 8Kanal geplant. Der Minidsp besitzt acht balancierte Eingänge wie Ausgänge, welche von mir favorisiert wurden und mit ein Grund für die Anschaffung der Endstufen gewesen ist. Durch die Symmetrische Verkabelung erhoffe ich mir einen Vorteil bei den Aufstellmöglichkeiten. Denkbar wäre eine Positionierung der Endstufen zwischen den Lautsprecher und die Vorstufe am Hörplatz. Ebenso wäre an der Stelle auch eine Motu etc und ein PC möglich. Hier ist das Konzept noch offen und muss sich beweisen. Bis auf einen Subwoofer habe ich noch keine aktiven Lautsprecher gebaut und dieser Umstand führte mich zu dem geplanten Einstieg mit der relativ kompakten MiniDSP Lösung.

Ich freue mich auf eine rege Diskussion bezüglich des Konzeptes, der Treiberwahl und der mechanischen Umsetzung des Lautsprecher.

Beste Grüße Christian
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Hifidistel · „wie Hifidistel zum aktiven Hören kam“
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Beitrag von Hifidistel »

Hallo Christian,
Tolles Projekt! Ich bin gespannt, wie sich Vollholzteile langfristig verhalten. Bei mir gehen meine Eiche-Vollholz-Gehäuse gerade aus dem Leim. Heizung, Feuchtigkeit im Sommer und ein wenig Sonne - und das Holz arbeitet heftig.
Nun baue ich doch mit Multiplex. Halte uns auf dem Laufenden!
Liebe Grüße
Sascha
schoko-sylt · „wie schoko-sylt zum aktiven Hören kam“
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Beitrag von schoko-sylt »

Hallo Christian,

großartiges Projekt!

Vielen Dank, dass du uns mit teilhaben lässt an deinem "Basteln" auf allerhöchstem Niveau unter Einbeziehung von CAD/CAM. Ich kann zu Kardioidabstrahlung leider nichts beitragen, weil ich mich damit bisher nicht beschäftigt habe. Das Einzige, was sowohl Teil deines als auch meines Projekts ist, ist der verwendete Tiefmitteltöner von Visaton, wenn auch mit unterschiedlichem Aufgabengebiet.

Projekte wie deins bereichern das Forum ungemein. Ich wünsche dir ein nicht allzusehr von Rückschlägen beeinträchtigtes Voranschreiten deines sehr individuellen Entwurfs und hoffe, dass andere etwas zur Lösung beitragen können.

Viele Grüße

Holger
Cabrio_User · „wie Cabrio_User zum aktiven Hören kam“
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Beitrag von Cabrio_User »

Hifidistel hat geschrieben: 20.01.2026, 08:50 Bei mir gehen meine Eiche-Vollholz-Gehäuse gerade aus dem Leim. Heizung, Feuchtigkeit im Sommer und ein wenig Sonne - und das Holz arbeitet heftig.
Hallo Sascha,

wie hast du das Holz bearbeitet? Ich habe bisher zwei Projekte mit Massivholz Lautsprecher erstellt. Eines war ein Center Lautsprecher aus Buche, das andere war Eiche, wie von dir beschrieben. Beide Projekte wurde mit dem verdünnten 1K PU Harz behandelt. Da ist bisher nichts aufgegangen oder kaputt gegangen. Ich habe zwar auch 3 Angst Millimeter mehr am Ausschnitt des Treibers, wie bei einem Multiplexausschnitt vorgesehen, aber bisher konnte ich da keine Schwindungs/Quellverhalten beobachten. Die gefährdetere Kugel ist mittlerweile schon viele Jahre durch Sommer und Winter gekommen. Anbei habe ich ein paar Bilder von den Arbeiten, bei denen man zb. auch sehen kann, wie das PU Harz druchschlägt. Am besten kann man es so umschreiben, dass aus dem Holz im Grunde ein Kunststoffblock wird. Wenn man die Oberfläche anschleift und dann mit Hartwachsöl behandelt, fühlt sich das aber trotzdem natürlich und porenoffen an.

Beste Grüße
Christian
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Cabrio_User · „wie Cabrio_User zum aktiven Hören kam“
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Beitrag von Cabrio_User »

schoko-sylt hat geschrieben: 20.01.2026, 09:18 Das Einzige, was sowohl Teil deines als auch meines Projekts ist, ist der verwendete Tiefmitteltöner von Visaton, wenn auch mit unterschiedlichem Aufgabengebiet.
Hallo Holger,

danke dir für deine mutmachenden Worte. Hast du dem Treiber eine Impedanzkorrektur gegönnt? Mir ist aufgefallen, das Visaton beim KE25 ein RCL Glied integriert hat, hinter einer Kunststoffabdeckung. Da war ich schon am prüfen, ob ich die Bauteile ggf gegen höherwertige austausche wie z.b. den Elko gegen einen MKP etc. Ich hab aber keinerlei Ahnung/Erfahrung ob das etwas bringt.

Grüße Christian
schoko-sylt · „wie schoko-sylt zum aktiven Hören kam“
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Beitrag von schoko-sylt »

Hallo Christian,

der Visaton AL 200 hat keine Impedanzlinearisierung mittels eines R-C-L-Glieds, insofern verstehe ich deine Frage nicht.
Ob das Austauschen eines Elkos "was bringt", wirst nur du selber wissen, nachdem du es ausprobiert und ausgiebig gemessen und gehört hast.

Viele Grüße

Holger
Hans-Martin · „wie Hans-Martin zum aktiven Hören kam“
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Beitrag von Hans-Martin »

Cabrio_User hat geschrieben: 20.01.2026, 09:55Hast du dem Treiber eine Impedanzkorrektur gegönnt? Mir ist aufgefallen, das Visaton beim KE25 ein RCL Glied integriert hat, hinter einer Kunststoffabdeckung. Da war ich schon am prüfen, ob ich die Bauteile ggf gegen höherwertige austausche wie z.b. den Elko gegen einen MKP etc. Ich hab aber keinerlei Ahnung/Erfahrung ob das etwas bringt.
Hallo Christian,
Holger treibt den 200er aktiv an, da braucht es keine Impedanzkorrektur wie sie bei einer Passivweiche Sinn macht. Du beziehst dich auf den Keramikhochtöner mit dem RCL-Glied, das ist ein völlig anderes Thema.
Du solltest bei Visaton nachfragen, warum der Saugkreis, und wie sich der HT damit bei aktiver Kopplung an Endstufen verhält.
Eine Passivweiche hat ihre Verluste vor dem RCL und HT, dann wirkt die Senke des RCL-Kreises auf eine Resonanz des HT, die ich vermute. Ein Verstärker direkt darauf geschaltet wird sich anders verhalten.
Visaton wird einen Elko wegen der geringen Größe gewählt haben. Sowohl R und L würden die Vorteile eines MKP sehr relativieren....
Grüße
Hans-Martin
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Beitrag von Hans-Martin »

Cabrio_User hat geschrieben: 20.01.2026, 08:18Die 6 Treiber der Box werden über zwei classé (classA) Endstufen (5kanal+Stereo) aktiv angetrieben.
Hallo Christian,
ich sehe in diesem Tread beeindruckende Holzarbeiten...

Wenn es um kardioide Mitteltöner geht, denke ich an https://amphion.fi/news/amphion-krypton ... udspeaker/ https://www.stereophile.com/content/amp ... oudspeaker
Und auch an https://www.stereophile.com/content/gra ... oudspeaker, beides Finnische Konzepte, beide mit Waveguide-HT und kardioiden Mitten.
Sonst kennt man hier ja eher kardioide Bässe (Kii three, Geithain, etc).
Die Vorstufe ist im ersten Schritt mit einem MiniDSP Flex SHD 8Kanal geplant. Der Minidsp besitzt acht balancierte Eingänge wie Ausgänge, welche von mir favorisiert wurden und mit ein Grund für die Anschaffung der Endstufen gewesen ist. Durch die Symmetrische Verkabelung erhoffe ich mir einen Vorteil bei den Aufstellmöglichkeiten. Denkbar wäre eine Positionierung der Endstufen zwischen den Lautsprecher und die Vorstufe am Hörplatz.
Flexibilisierung der Möglichkeiten ist immer gut... Es werden von MiniDSP zur Classe genausoviele XLR-Kabel benötigt wie LS-Kabel von den jeweiligen Endstufen zu den LS. Die Summen von symmetrischen Leitungen und LS-Kabel pro Zweigsind gleich. Da bliebe auszuprobieren, ob die gefürchteten Fehler im LS-Kabel durch die Verlängerung der symmetrischen NF-Kabel mehr als auszugleichen gehen oder ob die Fehler der NF-Kabel durch die Endstufe Verstärkung erfahren und die kurzen LS-Kabel das Ergebnis gnadenlos aufdecken.
Beides hat Vor- und Nachteile (klanglich zählen auch die, die man nicht gesehen hat), so bleibt manchmal eine Erfahrung zurück, die den Testaufwand eines Hörvergleichs rechtfertigt (aus Kostengründen vielleicht erstmal in Stereo bei Passiv-LS).
Das Ergebnis ist nicht immer so, wie man es sich vorgestellt hat...
Grüße
Hans-Martin
musikgeniesser · „wie musikgeniesser zum aktiven Hören kam“
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Beitrag von musikgeniesser »

Moin Christian,
moin Forenten,

die nierenförmige Abstrahlung des Mitteltöners soll durch die Schlitze an den Seiten erreicht werden, denke ich. Davon verstehe ich überhaupt nichts und ich könnte mir vorstellen, dass es nicht so einfach ist, darüber überhaupt Informationen zu erhalten. Wie bist du da vorgegangen? Wie fügt sich die Nierencharakteristik des Mitteltöners ins Gesamtgefüge ein? Ich stelle mir vor, dass es sinnvoll wäre, die Abstrahlcharakteristik der übrigen Chassis irgendwie zu berücksichtigen. Aber wie du schon merkst, tappe ich da völlig im dunkeln.

Mir ist nicht ganz klar, ob und wenn ja wie die Abdichtung des Gehäuses erfolgen soll. Den technischen Zeichnungen entnehme ich sehr dünne Abdeckungen, jedenfalls oben, und unten ist für mich unklar, ob überhaupt ein Abschluss efolgt. Die Modulbauweise des Gehäuses mit dem Erweiterungssockel finde ich ganz smart, aber auch da ist mir unklar, wie du eine luftdichte Verbindung sicherstellen möchtest. Bohrst du Langlöcher, noch dazu mit einem Stufenbohrer durch den Sockel und schaubst ihn dann mit einem extralangen Schraubendreher an der Box fest? Wie erfolgt die Abdichtung?

Das Cabasse-Emblem bedeutet, dass du in der Kugel ein Koax-System von Cabasse verwenden möchtest?

Mir fällt gerade auf, dass ich lauter Fragen habe, mit denen ich dich löchere. Ich möchte dich nicht nerven, aber vielleicht habe ich Glück und du bringst ein wenig Licht ins Dunkel.

Danke für euer Interesse

Peter
Hans-Martin · „wie Hans-Martin zum aktiven Hören kam“
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Beitrag von Hans-Martin »

Hallo Peter, Christian,
die großen Probleme bei Raumkorrektursystemen sind die schwer beherrschbaren FGabweichungen im Bereich zwischen 250-800Hz, wo Seitenwandreflexionen den LS unterschiedliche FGs bescheren. Da hilft das kardioide Prinzip der Vermeidung bzw. Reduzierung, wie man den Herstellerseiten (versprochen) und den Testberichten (bestätigt) entnehmen kann.
Ein Zwischending von Linkwitz LX521 (Bass) und Gradient Helsinki 1.5 (MT/HT) steht bei mir auf der DIY-To-Do-Liste an 3. Stelle..
Grüße
Hans-Martin
Cabrio_User · „wie Cabrio_User zum aktiven Hören kam“
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Beitrag von Cabrio_User »

Hallo Hans Martin,

ich habe eine Antwort von Visaton erhalten und den Eindruck das ich jetzt genauso schlau wie vorher bin. Im Grunde geht es mir bei dem Thema Impedanzkorrektur darum Fehler in der Gegenkopplung zu minimieren. Die Visaton Antwort bezog sich aber zu 100% auf Funktionalität und z.b. Unterschiede zwischen class A Verstärker und Röhren Verstärker. Mir geht es darum, dass die Treiberspule den Strom als induktiven Widerstand nacheilend durchlässt. Ich vermute das dieser Zeitversatz bei meinem Subwoofer zu einem Fehler bei der Gegenkopplung führte. Nachdem ich eine Impedanzkorrektur angeschlossen hatte, war das gebremst angestrengte weg und der Bass spielte offen und brachte mehr Kontur und Emotionen. Mein Eindruck war, dass dies aufgrund der Modenschwachen Position so eindrucksvoll wahrnehmbar war.

Gestern konnte ich ein wenig an dem Eigenbau Lautsprecher weiter arbeiten. Die Bilder zeigen gut, das Yachtcare PU Harz auf der Oberfläche. Interessanterweise ist der Färbungseffekt nur an der Oberfläche. Im Holz ist es farblos. Ich habe noch ein Bild von dem Eiche Lautsprecher angehangen, was aufzeigt, dass das Harz je nach Holz unterschiedlich die Oberfläche färbt. Kurz abschleifen sorgt für den Original Holzton (siehe Fräskanzen) und für eine Oberflächenhaptik wie unbehandelt. Bisher habe ich gute Erfahrung mit Hartwachsölen bei der Oberfläche machen können. Ebenso habe ich die dann aber auch schon problemlos mit Klarlack lackiert (Buche Trikoax Kugellautsprecher im vorhergehenden Beitrag).

Beste Grüße Christian
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Cabrio_User · „wie Cabrio_User zum aktiven Hören kam“
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Beitrag von Cabrio_User »

Hallo Peter,

Vielen Dank für deine Aufmerksamkeit. Die Infos haben bei der Vorstellung gefehlt.
musikgeniesser hat geschrieben: 21.01.2026, 11:17 die nierenförmige Abstrahlung des Mitteltöners soll durch die Schlitze an den Seiten erreicht werden, denke ich. Davon verstehe ich überhaupt nichts und ich könnte mir vorstellen, dass es nicht so einfach ist, darüber überhaupt Informationen zu erhalten. Wie bist du da vorgegangen? Wie fügt sich die Nierencharakteristik des Mitteltöners ins Gesamtgefüge ein? Ich stelle mir vor, dass es sinnvoll wäre, die Abstrahlcharakteristik der übrigen Chassis irgendwie zu berücksichtigen. Aber wie du schon merkst, tappe ich da völlig im dunkeln.
Ich hatte mich im Vorfeld intensiv über die Dutch 8C informiert und diese auch gehört. Mein Eindruck war, dass der Lautsprecher ein sehr attraktives Konzept besitzt, allerdings gefiel mir nicht alles und so habe ich meinen eigenen Vorstellungen und Überlegungen freien Lauf gelassen.
https://www.dutchunddutch.de/messungen- ... -dutch-8c/
musikgeniesser hat geschrieben: 21.01.2026, 11:17 Mir ist nicht ganz klar, ob und wenn ja wie die Abdichtung des Gehäuses erfolgen soll. Den technischen Zeichnungen entnehme ich sehr dünne Abdeckungen, jedenfalls oben, und unten ist für mich unklar, ob überhaupt ein Abschluss efolgt. Die Modulbauweise des Gehäuses mit dem Erweiterungssockel finde ich ganz smart, aber auch da ist mir unklar, wie du eine luftdichte Verbindung sicherstellen möchtest. Bohrst du Langlöcher, noch dazu mit einem Stufenbohrer durch den Sockel und schaubst ihn dann mit einem extralangen Schraubendreher an der Box fest? Wie erfolgt die Abdichtung?
Der Deckel und Boden besteht aus je einem gelasertem Edelstahl 4301 Blech, welche zusammen auf gut 23kg Gewicht kommen. Das Lochbild des Deckels ist identisch mit den Buche Multiplex Rippen, welche man oben im Beitrag sieht. Die Rippen besitzen metrische M8 Gewindeeinsätze. Die Edelstahlplatten erhalten noch Senkungen für passende Schrauben. Unten am Boden kommen zusätzlich Filzgleiter dran, da die Box über 60kg wiegen wird. Den Stahl-Boden kann man an die Box oder den Sockel schrauben. Durch den 30cm hohen Sockel durchgreifend, kann man die obere Rippe des Sockel direkt mit der unteren Rippe der Box verschrauben.Von den vier Abschlussrippen der Box und Sockel besitzen demnach 3 Stück Gewindeeinsätze M8 und eine Rippe (die obere im Sockel) Durchgangslöcher. Bei meiner Eigenbau CNC wollte ich seinerzeit eine eierlegende Wollmilchsau bauen und deshalb kann die mit einem Messer z.b. Teppiche schneiden. Hiermit werde ich mir die Dichtungen aus voraussichtlich Moosgummi herstellen.
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musikgeniesser hat geschrieben: 21.01.2026, 11:17 Das Cabasse-Emblem bedeutet, dass du in der Kugel ein Koax-System von Cabasse verwenden möchtest?
Du hast recht, die Kugel beinhaltet den Cabasse TC21 Trikoax. Dieser wurde seinerzeit von Cabasse an Selbstbauer auch einzeln verkauft. Da der TC21 bekanntermaßen aus der Hand des Altmeisters nur bis 200Hz spielt, wurde dem Centerlautsprecher zwei weitere 17M18 spendiert. Hier hatte mein Nachbar Sigi die geniale Idee einer Teilbedämpften Reflexröhre. Die Treiber spielten im geschlossenen Gehäuse sehr zaghaft und waren schnell am Limit. Eigentlich unbrauchbar in der Anwendung. Mit der Teilbedämpfung konnte man dann die Leistung sauber abstimmen, sodass das Geschirr im Schrank anfing zu wackeln.
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Grüße Christian
Hans-Martin · „wie Hans-Martin zum aktiven Hören kam“
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Beitrag von Hans-Martin »

Cabrio_User hat geschrieben: 22.01.2026, 07:52ich habe eine Antwort von Visaton erhalten und den Eindruck das ich jetzt genauso schlau wie vorher bin. Im Grunde geht es mir bei dem Thema Impedanzkorrektur darum Fehler in der Gegenkopplung zu minimieren. Die Visaton Antwort bezog sich aber zu 100% auf Funktionalität und z.b. Unterschiede zwischen class A Verstärker und Röhren Verstärker. Mir geht es darum, dass die Treiberspule den Strom als induktiven Widerstand nacheilend durchlässt.
Hallo Christian,
ich habe mir das Visaton-Datenblatt angesehen und verstehe den integrierten Saugkreis als auf die Grundresonanz (bei1000Hz) abgestimmte Kompensation. Das hilft vereinfachend bei der Konstruktion einer passiven Weiche.
Der Hochtöner ist mit 8 Ohm angegeben, aber der Messschrieb zeigt eindeutig auf 6 Ohm. Und der Pegel bei 89dB soll mit 1 W gemessen sein, üblich wären 2,83 V an 8 Ohm, wenn 1 W an 6 Ohm, entspräche das 2,45V.
Der hohe Ausgangswiderstand eines Röhrenverstärkers führt bei LS-Last mit Impedanzanstieg zu einem Anstieg der Ausgangsspannung bei den Bereichsenden des Chassis. Bestimmte Breitbänder mag man ohne diesen Effekt nicht anhören, die gehen nur mit Single Ended Triode.
Ich vermute das dieser Zeitversatz bei meinem Subwoofer zu einem Fehler bei der Gegenkopplung führte. Nachdem ich eine Impedanzkorrektur angeschlossen hatte, war das gebremst angestrengte weg und der Bass spielte offen und brachte mehr Kontur und Emotionen.
Man kann auch eine für mich naheliegende Vermutung aufstellen: Da dem Verstärker die Last im Hochton fehlte, die elektrische Last induktiv war, hinderte den Verstärker Nichts am Schwingen, außer das nachträglich angebrachte Zobelglied der Impedanzkorrektur beim oberen Ende des Übertragungsbereichs. Ich bezweifle, dass du einen Saugkreis auf die tiefe Resonanzfrequenz angesetzt hast, da wäre eine sehr große Spule zu erwarten.
Mein Eindruck war, dass dies aufgrund der Modenschwachen Position so eindrucksvoll wahrnehmbar war.
Möglicherweise ist das auch auf dein kritisches Hören zurückzuführen. Ich weiß von mir, wieviele Jahr(zehnt)e ich brauchte, um das als Kriterium beim Hören mit abzufragen, wahrzunehmen. Vorher war es mir nicht wichtig, fand es normal, wenn auch in allen Räumen unterschiedlich, nahm es als gegeben hin, Maßnahmen (mir) unbekannt, sprich: wenn in der Literatur angesprochen, habe ich es nicht verstanden, und wenn mit Oktav-Analyzer gemessen, um mit Oktav-Equalizer zu linearisieren, reichte deren Auflösung bei Moden mit Q>10 bei Weitem nicht aus. Erst mein Raumkorrektursystem hat mir die Augen für die Realität geöffnet
Wer hat schon im Raum eine modenschwache Position für seine LS? Die meisten benutzen das gleichseitige Dreieck mit ca. 80cm Wandabstand der LS und der Hörplatz ordnet sich dieser LS-Regel unter. Da findet man nur seltenst Gleichgesinnte, die Erfahrungen wie du gemacht haben. Ich gehe den Raum ab und wähle einen modenschwachen Hörplatz und stelle danach die LS komplementär auf, damit deren Positionierung die verbleibende Mode möglichst nicht anregt. Dann DSP-Korrektur on Top.
Grüße
Hans Martin
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Moin Christian,
moin Forenten,

danke für deine Antworten. Das klingt alles ausgesprochen ausgefuchst, Hut ab!

Die Krone aber scheint mir das
Cabrio_User hat geschrieben: 22.01.2026, 08:30 Bei meiner Eigenbau CNC wollte ich seinerzeit eine eierlegende Wollmilchsau bauen und deshalb kann die mit einem Messer z.b. Teppiche schneiden. Hiermit werde ich mir die Dichtungen aus voraussichtlich Moosgummi herstellen.
zu sein: du baust nicht nur deine Boxen, sondern auch die deine Boxen bauende CNC-Fräse selbst? Hast du schon mal irgend etwas fertiges gekauft?

Fragt sich durchaus beeindruckt

Peter
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