Raumanpassung Room Perfect vs. Muse

Hans-Martin · „wie Hans-Martin zum aktiven Hören kam“
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„wie Hans-Martin zum aktiven Hören kam“

Beitrag von Hans-Martin »

Hallo Paco,
beide Systeme sind unter dem Bequemlichkeitsaspekt /Benutzerfreundlichkeit so verschieden wie kaum andere.
Roomperfect wurde bei Lyngdorf als weitgehend automatisiertes Korrektursystem entworfen, gleich in den Verstärker integriert, für alle Eingänge gleichwirkend.
Wie umständlich und eingeschränkt erscheint dagegen manches andere System...
Grüße
Hans-Martin
paco de colonia · „wie paco de colonia zum aktiven Hören kam“
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Beitrag von paco de colonia »

Hallo Hans Martin,

das ist mir schon alles klar, ich hatte selbst 5 Jahre Dirac in meiner Kette am Start.
Mir kommt es aber auf die rein klangliche Seite an, d.h. wie effektiv kann RP im Vergleich
zu Dirac und im Vergleich zu Muse bei Nutzung der Convolutionfunktion Problemfrequenzen
am Hörplatz und auch anderen Stellen im Hörraum optimieren.

Es gibt (nicht nur im Audiobereich) Programme, die einen höheren zeitlichen wie technischen
Aufwand und Einarbeitung voraussetzen aber dafür eine bessere, effektivere Performance bieten.
Room Perfect ist als Komplettlösung eher für den Anfänger geeignet, der schnell ohne Vorwissen zum
Ergebnis kommen will.
Ich wäre aber bereit, für die bessere Performance mehr Aufwand zu betreiben und mir für
Muse Convolution oder Dirac Interface und Messmikrofon leihen zu müssen.
Denn die Raumeinmessung mache ich ja nur ein- oder wenige Male und ein besseres
Ergebnis macht den höheren Aufwand schnell wett.



Grüße aus Kölle und ein frohes 2026
paco
Hoerzone · „wie Anonymous zum aktiven Hören kam“
„wie Anonymous zum aktiven Hören kam“

Beitrag von Hoerzone »

ich habe Lyngdorf lange im Programm gehabt und kann zumindest sagen das es klanglich eine sehr gute Lösung ist.
Mit Dirac bin ich überhaupt nicht warm geworden, ich hab da sogar wohl noch eine Lizenz. Mag sein das es heute anders ist.
Acourate hab ich schon immer für mich ausgeschlossen, ich hab einfach keinen Bock auf Windows, aber es ist ein umfassendes System. Meine Präferenz liegt beim SAM, was halt nur bei Genelec geht, oder auf dem Trinnov, die mit dem Nova bereits eine bezahlbare Lösung im Programm haben
Wenn Lyngorf wieder eine Vorstufe oder eine Standalone Lösung anbieten würde, dann hätte ich die auch wieder im Programm.. ist für viele genau die Lösung die sie gut brauchen können

viele Grüße
Reinhard.
paco de colonia · „wie paco de colonia zum aktiven Hören kam“
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Beitrag von paco de colonia »

Hallo Reinhard,

mir kommt definitiv kein Windows ins Hause, das ist für mich auch das Ausschlusskriterium für Accourate.

Da Du sie ja lange im Programm hattest und mal ganz abgesehen von Room Perfect:
Spielen Streamer und Vollverstärker (die bei den TDAI immer beide gleichzeitig an Bord sind) auf dem
gleichen Niveau wie die Kombination von Streamern und separaten Vollverstärkern der gleichen Preisklasse?

Liebe Grüße und ein wundervolles 2026.
Paco
Hoerzone · „wie Anonymous zum aktiven Hören kam“
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Beitrag von Hoerzone »

paco de colonia hat geschrieben: 01.01.2026, 16:47 Spielen Streamer und Vollverstärker (die bei den TDAI immer beide gleichzeitig an Bord sind) auf dem
gleichen Niveau wie die Kombination von Streamern und separaten Vollverstärkern der gleichen Preisklasse?

Liebe Grüße und ein wundervolles 2026.
Paco
Hi paco
das kann ich dir nicht beantworten, ich verkaufe (mit Ausnahme der Quad) keine passiven Lautsprecher.
beim Lyngdorf sind die angebotenen Dienste ja eingechränkt, das mag für den ein oder anderen ein Grund sein der gegen den Lyngdorf spricht. Den 3400 hatte ich ein paarmal verkauft, aber der Käufer zahlte da eben auch eine Endverstärkersektion mit die er nicht benötigt.
Also gibts allein schon deshalb gute Gründe sich zu überlegen was man braucht
viele Grüße
Reinhard
paco de colonia · „wie paco de colonia zum aktiven Hören kam“
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Beitrag von paco de colonia »

Hallo Reinhard,

ich plane Mittel- und Hochton mit passiver 12db Weiche, der 1120 daran als Vollverstärker.
Über dessen Vorverstärkerausgang z.B. eine XTZ Edge A2 , die dann den 10 Zoll Purifi-Bass aktiv antreibt.
Der 1120 bietet die Möglichkeit, über diesen Ausgang den Bass mit verschiedenen Filtern, Übergangsfrequenzen
und in der Phase anzupassen und über die Klemmen seines Vollverstärkers per Hochpass Mittel- und Hochton
als Satelliten anzusteuern. Somit brauche ich bei einer 12db Weiche und 3 Wege nur 2 Bauteile für den Tiefpass des
Mitteltöners und 2 weitere für den Hochpass des Hochtöners.
Das Ganze soll dann per Room Perfect auf den Hörplatz eingemessen werden.

Soweit mein Plan...

LG
Paco
Hans-Martin · „wie Hans-Martin zum aktiven Hören kam“
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Beitrag von Hans-Martin »

Hallo Paco,
der 1120 ist gut für den Bass bis Mitteltonbereich, hat auch einen weiten Bereich zur Wahl der Übergangsfrequenz, was allerdings die FG-Glättung um die Passivweiche betrifft, liegt das schon im Bereich (meist 2-4kHz), den RoomPerfect nicht mehr sonderlich gewichtet korrigiert.
Welche Übergangsfrequenzen hast du eingeplant?
Gibt es für MT/HT nicht etws Besseres als 12dB/Okt.?
Grüße
Hans-Martin
Markush · „wie Markush zum aktiven Hören kam“
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Beitrag von Markush »

Hallo Paco,

ich würde sagen der goldene Mittelweg im Bereich DRC Software ist Focus Fidelity - schau einfach mal unter https://www.focusfidelity.com/
Sehr gute Performance, leicht verständlich & feine usability, für MacOS und Windows.
Damit kannst du dann Convolution Filter für jedes Szenario erstellen, also zB ob in Roon, HQPlayer usw

Liebe Grüße
Markus
paco de colonia · „wie paco de colonia zum aktiven Hören kam“
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Beitrag von paco de colonia »

Hallo Hans-Martin,

die 3 Chassis, die ich verheiraten möchte sind:

-Purifi 10Zöller, aktiv getrennt, 30 Liter Nettovolumen
-Bliesma M142A Mitteltöner, die Riesenkalotte mit dem Gewicht eines großen Tiefmitteltöners
-Bliesm T34A, Hochtöner, für mich das Nonplusultra bei Wirkungsgrad, Verzerrungsarmut und Abstrahlung

Die Trennung Bass zum Mitteltöner wie beschrieben über den 1120, der Bass als Sub getrennt um 200Hz mit 24db LR,
die Trennung Mittel- zum Hochton funktioniert sowohl mit Tief- bzw. Hochpässen 24db bei 2.5khz aber auch mit
12db sogar knapp 3khz. Der Resonanzpeak des Mitteltöners wird passiv mit einem Saugkreis entzerrt.
Die 12db Weiche zwischen Mittel- und Hochton ermöglicht einen phasenlineareren Übergang, und kommt dann mit
nur 4 Bauteilen (2 für Mittel-, 2 für Hochton) im Signalweg aus.

Die Vorteile, die ich im 1120 sehe ist der zusätzliche Vorverstärkerausgang und die Möglichkeit zum Aufsplittern
in Subwoofer und Satelliten bis 200Hz bei gleichzeitiger Einstellmöglichkeit des Sub in Phase und Übergangsfrequenz..
Die separate XTZ Endstufe mit 300Watt/4Ohm (statt Lyngdorf 105W/4Ohm) kommt dem Purifi-Bass entgegen, der bei einer Trennung um 25Hzund einer Art Linkwitz-Transformation mit deutlicher Anhebung im Subbass ordentlich arbeiten muss :)
Durch die "Behandlung" von Mittel- und Hochtöner als Satellit entfällt der Hochpass vor dem Mitteltöner.

Die Lyngdorf-Software bietet die Möglichkeit, mit Voicings und parametrischen EQ´s Frequenzgangunebenheiten
etwas zu beheben. Das würde aber auch in Room Muse möglich sein.
Sollte Room Perfect nicht perfekt die Signatur des Lautsprechers mit dem Raum verbinden, ermöglichen die
(auch frei programmierbaren) Voicings eine ÜberAllesKorrektur nach der Raumanpassung, falls nötig.

Liebe Grüße
paco
Hans-Martin · „wie Hans-Martin zum aktiven Hören kam“
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Beitrag von Hans-Martin »

Hallo Paco,
die ParEQ-Funktion bei den Voicings war mir neu, genauso die Bliesma-Chassis. Vom Hochtöner ist Troels Gravesen ja sehr begeistert. Seine Messungen sprechen dafür.

Die Lyngdorf Verstärker* rauschen nicht, Übernahmeverzerrungen sind ihnen fremd, sind gut geeignet für wirkungsgradstarke LS.
So kann ich dein Konzept in allen Punkten gut nachvollziehen, würde allerdings (später?) noch einen zweiten Sub hinzufügen. Die Entlastung des TMT untenrum und die breitere Basstrennung werden den Aufwand mit besserer räumlicher Abbildung rechtfertigen, abgesehen von souveränerer Basswiedergabe.
Grüße
Hans-Martin

*meine Erfahrungen beziehen sich auf TDAI2200, 2170, 3400 - 1120 ist noch nicht dabei, wird aber ähnliche Architektur plus erweiterte Bedienfunktionen (Streaming etc) haben
paco de colonia · „wie paco de colonia zum aktiven Hören kam“
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Beitrag von paco de colonia »

Hallo Hans-Martin,

herzlichen Dank für Deine Einschätzungen zu Lyngdorf!

Die Bliesmachassis sind absolut top, leider auch ihr Preis. :lol:
Schon der Prototyp im Pressspangehäuse ohne Fasen an der Schallwand und 0815-Weiche klingt für mich
jetzt schon besser als 95% der Lautsprecher die ich als Tonmeister im Studio oder in sorgfältig abgestimmt
Ketten privat gehört habe. Vermutlich sind wir aber erst bei 60% dessen angekommen,
was im optimierten Gehäuse und mit sorgfältiger Abstimmung möglich ist...

Es ist diese Kombination aus Auflösung, Durchhörbarkeit, räumlicher Ablösung so wie Fein- und Grobdynamik
bei gleichzeitiger Langzeithörauglichkeit die ich so noch nicht gehört habe.

Es handelt sich aber um einen 3-Wegerich, es gibt keinen Tiefmittteltöner - nur je Seite einen Bass, einen Mitteltöner
und einen Hochtöner. Insofern ist ein 2. Sub nicht notwendig.

Liebe Grüße
Dirk
Hans-Martin · „wie Hans-Martin zum aktiven Hören kam“
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Beitrag von Hans-Martin »

paco de colonia hat geschrieben: 03.01.2026, 16:05Es handelt sich aber um einen 3-Wegerich, es gibt keinen Tiefmittteltöner - nur je Seite einen Bass, einen Mitteltöner und einen Hochtöner. Insofern ist ein 2. Sub nicht notwendig.
Hallo Dirk,
nun ist alles klar. Die Bezeichnung Subwoofer (keine Differenzierung, Singular wie Plural, und Satellit hat bei mir gleich den Gedanken an 2.1 bzw. 2.2-System aufkommen lassen, wobei ich die Anführungszeichen bei Behandlung einfach überlesen hatte. Seit über 20 Jahren bin ich überzeugter Verfechter von 2.2 mit Laufzeitausgleich (entsprechend mein Tunnelblick).
Da gibt es dann nur noch die Steigerung mit Acourate, aber das verlangt auch deutlich mehr Aufwand.
paco de colonia hat geschrieben: 03.01.2026, 08:31Die Vorteile, die ich im 1120 sehe ist der zusätzliche Vorverstärkerausgang und die Möglichkeit zum Aufsplittern
in Subwoofer und Satelliten bis 200Hz bei gleichzeitiger Einstellmöglichkeit des Sub in Phase und Übergangsfrequenz..
Die separate XTZ Endstufe mit 300Watt/4Ohm (statt Lyngdorf 105W/4Ohm) kommt dem Purifi-Bass entgegen, der bei einer Trennung um 25Hzund einer Art Linkwitz-Transformation mit deutlicher Anhebung im Subbass ordentlich arbeiten muss :)
Durch die "Behandlung" von Mittel- und Hochtöner als Satellit entfällt der Hochpass vor dem Mitteltöner.
Die körperliche Trennung von Bass- und MT/HT-Gehäuse hat sich schon oft bewährt, besonders, wenn diese auch konsequent mechanisch entkoppelt sind, und das MT/HT Gehäuse absolut ruhig steht. (Und ich stelle sie gern breiter auf, und wandnäher als 1/8 Wellenlänge der Übergangsfrequenz, die Satelliten mehr als 1/2 dieser Wellenlänge (200Hz entspr. 1,72m Wellenlänge) um beim Bass Allison-Auslöschungen aus dem Übertragungsbereich zu verbannen und den Transitbereich der Weiche frei zu halten. Für den 10" Bass bedeutet das max.22cm Abstand, also nach außen gedreht oder/und gegen die Wand gerichtet.)

Du hast von 4 Bauteilen und Filtern 2. Ordnung (12dB/Okt.) geschrieben, vermutlich parallele Filter, keine serielle Frequenzweiche. Das wird vermutlich verpolte Hochtöner erfordern. Hast dum mal über Bessel 3. Ordnung nachgedacht?
Grüße
Hans-Martin
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Beitrag von paco de colonia »

Hallo Hans-Martin,

die körperliche Trennung zwischen Bass und Mittel-Hochton hatte ich auch an anderen Lautsprechern ausprobiert, sie ist umso effizienter je besser beide Einheiten voneinander entkoppelt sind.
Die Effekte sind vor allem bei höheren Lautstärken, großem Membranhub und hohem Gewicht der Bassmembran nicht vernachlässigbar. Noch besser finde ich den Einsatz zweier gleicher, sich gegenüberliegender Bässe durch Impulskompensation.

Die Weichen sind bisher rein digital umgesetzt worden, ob eine BW,Ch, LR Weiche, die Flankensteilheit z.B. 12- oder 24db ist, und wo genau die Übergangsfrequenz gesetzt wird hängt letztendlich von den Treibern selbst, ihrem optimalen Arbeitsbereich,
dem Abstand der Treiber zueinander, der (auch damit verbundenen) Sprungantwort, ggf. Verzögerung durch Delay, eventuellen Diffraktionseffekten der Schallwand etc. ab. Die elektrische- ist dabei nicht tatsächliche Flankensteilheit des Systems, diese ergibt sich erst aus der Summierung der elektrischen und dem akustischen Abfall des Treibers im Übergangsbereich.
Eine 12db Weiche kann bei gleichzeitigem Abfall des Chassis in diesem Bereich de facto 18 oder 24db betragen.
Kurzum: Eine Verpolung des Hochtöners bei 12- oder auch 24db Linkwitz/Riley ist in der Regel nicht notwendig, aber durch die o.a. Faktoren und deren komplexes Zusammenwirken kann eine Verpolung trotzdem zielführend sein.

Wir hatten digital verschiedene Modelle durchgespielt, bis das final Frequenzgang, Sprungantwort und Phase mess- und hörtechnisch optimal waren.

Liebe Grüße
Dirk
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