Clocks im DA-Wandler
-
Fortepianus · „wie Fortepianus zum aktiven Hören kam“
- Aktiver Hersteller
- Beiträge: 3878
- Registriert: 17.12.2008
- Wohnort: Stuttgart
- „wie Fortepianus zum aktiven Hören kam“
Hallo miteinander,
Den J-Test aber hinter einem DAC zu machen, der gar nicht per S/PDIF angekoppelt ist, habe ich zwar schon öfter gesehen, aber das ist sinnfrei. Koppelt man also beispielsweise per asynchronem USB oder hat einen integrierten Streamer, der intern mit I²S arbeitet, gibt es diese Art von Jitter nicht. Was nicht heißt, dass es keinen Jitter gibt - Clocks gibt's auch da genügend, die zappeln. Nur ist dieses Gezappel eben nicht mit dem J-Test sinnvoll messbar.
Viele Grüße
Gert
auf eine Sache möchte ich noch hinweisen. Der J-Test bietet lediglich die Möglichkeit, den Jitter bei Digitalstrecken zu messen, bei denen eine S/PDIF-Verschlüsselung des Signals erfolgt. Man wackelt dabei mit passendem Frequenzgemisch am niedrigwertigsten Bit, abgestimmt auf die Samplingrate, und sieht dann den Prinzip bedingten dateninduzierten Jitter, der bei der Rekonstruktion des Taktsignals zwangsläufig erfolgt. Der Takt muss aus dem Datenstrom ermittelt werden und ist, wenn die Taktflanken nicht unendlich steil sind (was sie nie sind), zwangsläufig verjittert, und zwar je nachdem, wie die Daten vorher ausgesehen haben. Daher der Begriff "dateninduziert". Der S/PDIF-Empfänger rekonstruiert das Taktsignal und synchronisiert den eigenen Takt dabei per PLL auf dieses. Je nachdem, wie gut er den so entstandenen Jitter dabei unterdrücken kann, fällt die Messung aus.Trinnov hat geschrieben: 18.12.2024, 11:59 Zur Jitter-Messung wird sehr gerne der J-Test verwendet. Optimal geeignet ist er allerdings auch nicht. Ich bin eher für eine One Shot Messung eines speziellen synthetischen Messsignals. Aber dafür benötigt man Messgeräte mit einer extrem präzisen Zeitbasis (extrem teuer !) und eine Auswertung mittels eines speziellen Algorithmus, den übliche Messgeräte nicht bieten.
Den J-Test aber hinter einem DAC zu machen, der gar nicht per S/PDIF angekoppelt ist, habe ich zwar schon öfter gesehen, aber das ist sinnfrei. Koppelt man also beispielsweise per asynchronem USB oder hat einen integrierten Streamer, der intern mit I²S arbeitet, gibt es diese Art von Jitter nicht. Was nicht heißt, dass es keinen Jitter gibt - Clocks gibt's auch da genügend, die zappeln. Nur ist dieses Gezappel eben nicht mit dem J-Test sinnvoll messbar.
Viele Grüße
Gert
-
Bernd Peter · „wie Bernd Peter zum aktiven Hören kam“
- Aktiver Hörer
- Beiträge: 4281
- Registriert: 04.05.2010
- „wie Bernd Peter zum aktiven Hören kam“
Hallo Gert,
Es grüßt
Bernd Peter
die Daten selbst oder der Datenstrom (dessen Takt)?Fortepianus hat geschrieben: 19.12.2024, 14:37Der Takt muss aus dem Datenstrom ermittelt werden und ist [...] zwangsläufig verjittert, und zwar je nachdem, wie die Daten vorher ausgesehen haben.
Es grüßt
Bernd Peter
-
Fortepianus · „wie Fortepianus zum aktiven Hören kam“
- Aktiver Hersteller
- Beiträge: 3878
- Registriert: 17.12.2008
- Wohnort: Stuttgart
- „wie Fortepianus zum aktiven Hören kam“
Hallo Bernd Peter,
leider sind die von mir liebe- und mühevoll gemalten Bildchen in diesem Beitrag weg, da habe ich versucht, das zu erklären. Aber vielleicht hilft der Text dort weiter.
Sind zwei aufeinander folgende Symbole gleich (beide 01 oder beide 10), so ist eine 0 kodiert (01-01=0 bzw. 10-10=0),
Sind zwei aufeinander folgende Symbole ungleich (10 01 oder 01 10), so ist eine 1 kodiert (binär: 10-01=1 bzw. 01-10=-1).
Dass der Code keinen Gleichspannungsanteil bewirkt, ergibt sich aus den verwendeten Symbolen 01 und 10, die jeweils beide Pegel enthalten. Das ermöglicht, die codierte Signalfolge zwecks galvanischer Trennung über Impulstransformatoren zu übertragen.
Am Ende eines Frames steht dann eine bewusste Verletzung der Kodierungsregeln, nämlich, dass keine drei aufeinanderfolgende Nullen oder Einsen auftreten dürfen, sondern immer nur 01 01 oder 10 10 (logische Null) oder 10 01 oder 01 10 (logische Eins). Kommt also 111 oder 000, wird erkannt, dass der komplette Stereoframe gesendet ist und darauf wird synchronisiert. Die Daten vor dem Takterkennungsmuster allerdings beeinflussen, von welchem elektrischen Level das Signal kommt. Ein Signal (zwischen der 0 und der 1 oder umgekehrt) hat immer ein mehr oder weniger schräges Dach und eine mehr oder weniger steile Flanke. Damit ändert sich das absolute Spannungsniveau vor der Takterkennung und die zeitlich ausgedehnte Flanke rauscht dann nicht immer zum exakt gewünschten Zeitpunkt durch die Erkennungsschwelle.
Viele Grüße
Gert
leider sind die von mir liebe- und mühevoll gemalten Bildchen in diesem Beitrag weg, da habe ich versucht, das zu erklären. Aber vielleicht hilft der Text dort weiter.
Die Daten selbst. ich zitiere aus Wikipedia zum Differenziellen Manchester-Code:Bernd Peter hat geschrieben: 19.12.2024, 18:04die Daten selbst oder der Datenstrom (dessen Takt)?Fortepianus hat geschrieben: 19.12.2024, 14:37Der Takt muss aus dem Datenstrom ermittelt werden und ist [...] zwangsläufig verjittert, und zwar je nachdem, wie die Daten vorher ausgesehen haben.
Sind zwei aufeinander folgende Symbole gleich (beide 01 oder beide 10), so ist eine 0 kodiert (01-01=0 bzw. 10-10=0),
Sind zwei aufeinander folgende Symbole ungleich (10 01 oder 01 10), so ist eine 1 kodiert (binär: 10-01=1 bzw. 01-10=-1).
Dass der Code keinen Gleichspannungsanteil bewirkt, ergibt sich aus den verwendeten Symbolen 01 und 10, die jeweils beide Pegel enthalten. Das ermöglicht, die codierte Signalfolge zwecks galvanischer Trennung über Impulstransformatoren zu übertragen.
Am Ende eines Frames steht dann eine bewusste Verletzung der Kodierungsregeln, nämlich, dass keine drei aufeinanderfolgende Nullen oder Einsen auftreten dürfen, sondern immer nur 01 01 oder 10 10 (logische Null) oder 10 01 oder 01 10 (logische Eins). Kommt also 111 oder 000, wird erkannt, dass der komplette Stereoframe gesendet ist und darauf wird synchronisiert. Die Daten vor dem Takterkennungsmuster allerdings beeinflussen, von welchem elektrischen Level das Signal kommt. Ein Signal (zwischen der 0 und der 1 oder umgekehrt) hat immer ein mehr oder weniger schräges Dach und eine mehr oder weniger steile Flanke. Damit ändert sich das absolute Spannungsniveau vor der Takterkennung und die zeitlich ausgedehnte Flanke rauscht dann nicht immer zum exakt gewünschten Zeitpunkt durch die Erkennungsschwelle.
Viele Grüße
Gert
-
Bernd Peter · „wie Bernd Peter zum aktiven Hören kam“
- Aktiver Hörer
- Beiträge: 4281
- Registriert: 04.05.2010
- „wie Bernd Peter zum aktiven Hören kam“
Hallo Gert,
hilft uns das vielleicht nicht auch weiter im Hinblick auf Pufferspeicherung und Improven?
Es grüßt
Bernd Peter
hilft uns das vielleicht nicht auch weiter im Hinblick auf Pufferspeicherung und Improven?
Es grüßt
Bernd Peter