Mutec MC-3+ Smart Clock

Player, Streamer, Wandler, Vorverstärker usw.

Beitragvon uli.brueggemann » 29.08.2013, 08:03

Hans-Martin,

Hans-Martin hat geschrieben:
uli.brueggemann hat geschrieben:Spannend ist auch, dass man nur von einer 1G-Clock-Technologie spricht. Das legt zwar irgendwie nahe, dass da ein 1 GHz-Takt für einen DDS-basierenden Frequenzsyntheseprozess (direct digital synthesis) werkelt. Aber seltsamerweise wird nirgends 1 GHz genant, immer nur 1G.

Ich meine mich zu erinnern, dass da 1.000 auf dem kleinen silbernen Chip mit 6 Beinchen stand, also 1GHz.

Na denn prima. Ich finde es nach wie vor lustig, dass Mutec nicht von 1 GHz spricht, sondern von 1G. Blosses Marketing?

Hans-Martin hat geschrieben:Wenn man jede 88. positive Flanke auszählt, genauer gesagt, jede 88,57709750566893te, entscheidet doch der Jitter des Masteroszillators zu diesem Zeitpunkt. Aber woher kommt die Auflösung für die Nachkommastellen?

Stichworte hierfür wären DDS Phase Dithering und Taylorreihen. Nichts Neues. Siehe z.B. http://www.xilinx.com/support/documentation/ip_documentation/dds.pdf

Hans-Martin hat geschrieben:Für mich schält sich die Erkenntnis heraus, dass man nicht mit einem Generalstreich sich sämtlichen Jitters entledigen kann, sondern jede Jitterfilterung endlich (im mathematischen Sinne) ist.
Wenn ich den anderweitig veröffentlichten Zahlen glaube, lässt eine digitale PLL etwa 1% Restjitter durch...

Die Lösung wäre dann doch, mehrere Jitterkiller in Serie hintereinander zu hängen, aber natürlich nur mit den richtigen Strippen dazwischen. Gut fürs Geschäft.

Hans-Martin hat geschrieben:Da kann das Schaltnetzteil eines Routers im selben Raum in die Steckdose gesteckt werden, und der Klang ändert sich hörbar.

Blöd, wenn dann jemand ein Schaltnetzteil in die Steckdose im Nebenraum (gleicher Phasenkreis) steckt. Alles wieder dahin.

Hans-Martin hat geschrieben:Ich sage mal provokativ überzeichnet, wer Musik vom Rechner hört, der mit fettem Schaltnetzteil versorgt wird, braucht demnach über Picosekunden nicht zu diskutieren, und sich auch nicht wundern, wenn er keine Unterschiede durch das Mutec Teil hinter seiner Fireface o.ä. mehr hört. Da würde ich mit zusätzlicher Netzfilterung das Mutec-Netzteil erstmal hinreichend wirkungsvoll von Netzstörungen entkoppeln (ich habe es mehrstufig gemacht und war verblüfft).

Prima, d.h. dass man zusätzlich zur mehrstufigen Anwendung von Mutecs am besten gleich eine mehrstufige Netzfilterung anwendet bzw. am allerbesten gleich die Mutec-Netzteile rauswirft und durch Besseres ersetzt ?

Übrigens zur Veranschaulichung noch das Resultat einer Jittermessung (Signal JTest.wav a la Julian Dunn) beim Fireface UC, gespeist von einem Rechner mit fettem Schaltnetzteil. Bitte Auflösung beachten:

Bild

Hans-Martin hat geschrieben:Und wenn ein gefliester unsymmetrischer Raum mit seinem Nachhall sich einmischt, sind Picosekunden-Unterschiede vielleicht auch relativ bedeutungslos.

Ist das dann eine alternative preiswerte Massnahme um Jitter unhörbar zu machen? :mrgreen:
Übrigens, ich hatte Erwin besucht, weil ich mal einige Tests zum Thema Jitter machen wollte. Die denn hörbar waren. Ich wusste dabei zuerst gar nicht, dass die Mutec vor Ort war. Und sehe mich völlig frei von Vorurteilen. Da ich selbst eine L-Clock, eine Digital Lens und einen BigBen verwende, war ich eher hoffnungsvoll gespannt.

Grüsse
Uli
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Beitragvon Jahresprogramm » 29.08.2013, 11:06

Hallo,

das Thema wird ja hier sehr interessant abgewickelt - ich lese die spannende Lektüre gerne mit :cheers:
Macht biii..tte weiter so...

<OT/>
ESM hat geschrieben:Uli hat bereits alles gesagt. An meiner Kette kann die Clock nichts verbessern. Ob es an einer bereits sehr jitterarmen Quelle liegt, oder an unseren Holzohren?...

Da bin ich froh und kann weiterhin den Sommer genießen.

</OT>

Grüße
Alex
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Beitragvon audiokarl » 30.08.2013, 01:16

Ich bin gerade mitten in der Testphase meinen Dac zu reclocken.
Habe ich nicht die technischen Möglichkeiten den Unterschied auszumessen.
So muss ich mich auf meine Ohren verlassen. Die G-02 Clock von Esoteric soll laut Manual eine Verbesserung von 0.5ppm auf 0.01ppm realisieren.
Hören kann ich es bis jetzt nicht.
Bei hochaufgelösten Musikstücken mit überfrachteter Instrumentierung bilde ich mir eine minimal klarere Darstellung zu hören. Das steht zumindest nicht in Relation zum Aufwand.
Vielleicht ist am Kopfhörer die Veränderung schwieriger zu erkennen.
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Beitragvon aston456 » 30.08.2013, 07:55

Hallo Reclocker,

vielleicht wäre es sinnvoll, zumindest für die technisch nicht so Bewanderten, wenn mal die Relevanz der Basistaktgenauigkeit auf die Auflösung/Darstellung/Klang kurz dargestellt würde.

Nachdem was Uli geschrieben hat, kann ich eine exzellente Basistaktgenauigkeit und dennoch ein verjittertes Signal haben. Und bislang gingen doch sämtliche Diskussionen um einen möglichst geringen Jitter, die Basistaktgenauigkeit hat da keine Rolle gespielt.

Gruß,
Kai
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Beitragvon Fujak » 30.08.2013, 10:32

Hallo Kai,

aston456 hat geschrieben:vielleicht wäre es sinnvoll, zumindest für die technisch nicht so Bewanderten, wenn mal die Relevanz der Basistaktgenauigkeit auf die Auflösung/Darstellung/Klang kurz dargestellt würde.

die Basistaktgenauigkeit ist für die eigentliche Klangqualität nicht relevant. Sie hat lediglich Einfluss auf die Tonhöhe. Wenn das reclockte Signal beispielsweise statt mit exakt 44100 Hz Samplingfrequenz mit 44150 Hz wiedergegeben würde, dann würde das Musikstück ein wenig höher in der Tonlage erklingen (beim Fireface z.B. lässt sich solches im Treiber bewusst einstellen mit +/- 4%), bei den Genauigkeiten, die im allgemeinen eingehalten werden, handelt es sich hier aber eher um Nachkommastellen einer Samplingfrequenz und damit ohnehin unhörbar. Angaben über die Genauigkeit, mit der die vorgegebene Samplingquenz eingehalten wird, kann (!) andererseits ein Hinweis auf die Gesamtqualität der Clock sein - also wie präzise die Clock in puncto Jitter arbeitet.

Klanglich relevant ist tatsächlich nur der Jitter innerhalb einer vorgegebenen Samplingfrequenz, der zu Fehlinterpretationen bei der Abtastung des digitalen Signals führt. Nach Informationen von Herrn Peters von Mutec liegt der Gesamtjitter bei den MC-3+ bei < 1ps RMS. Und um gleich noch eine weitere Information hinterherzuschieben, die in den vorangegangenen Beiträgen in Frage stand: Der Oszillator der Clock arbeitet tatsächlich mit einer Frequenz von 1GHz.

Grüße
Fujak
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Beitragvon Fujak » 30.08.2013, 12:29

Hallo Uli,

modmix hat geschrieben:Das bezieht sich auf die 1 GHz Clock, nicht aber auf den Jitter der Signale am Ausgang der Clock. Die Basis-Clock in der MC-3+ (zu sehen am rechten Platinenrand auf dem Bild in meinem Posting) schwingt mit 1 GHz und einem Jitter < 1ps.

danke für die Korrektur. Genau so habe ich die Informationen auch. Das war von mir zu ungenau wiedergegeben.

modmix hat geschrieben:Der "Schnittpunkt" der Flanken ist etwa 50 ps breit - in dieser Größenordnung wird der absolute Jitter liegen.

Herr Peters äußerte mir gegenüber, dass der Gesamtjitter am geräteseitigen Taktausgang (WCLK) bei etwa 20ps RMS liegt (und zwar über alle Taktraten). Hast Du Deine Messungen am WCLK-Ausgang oder am SPDIF-Ausgang gemessen?

Grüße
Fujak
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Beitragvon Fujak » 30.08.2013, 17:56

Erfahrungsbericht mit Reclocking-Kaskade

Ein Reclocker sorgt dafür, dass der DAC möglichst optimale Arbeitsbedingungen vorfindet, was die Güte des zugeführten SPDIF-Signals anbelangt. Je weniger Jitter das im SPDIF-Format integrierte Clocksignal enthält, desto weniger Jitter entsteht bei der D/A-Wandlung. Das hat auf bestimmte klangliche Parameter einen entscheidenden Einfluss, und das wiederum auf den Musikgenuss.

Damit ist auch klar, dass wenn man bereits ein pieksauberes Digitalsignal aus einem Zuspieler/Quelle gewinnt, ist ein Reclocker an der Stelle mehr oder weniger arbeitslos. Nach meiner Einschätzung dürfte dies allerdings in den wenigsten Fällen zutreffen.

Basierend auf meinen Erfahrungen, wonach ein dem Mutec-Reclocker MC-3+ vorgeschalteter weiterer Reclocker (in dem Falle war es der Big Ben) eine nochmalige Klangsteigerung beschert, gingen natürlich die Überlegungen weiter, wie weit man dies treiben kann. Ich sprach mit Herrn Peters von der Mutec GmbH über meine Erfahrungen, und wir kamen überein, dass es ein Experiment wert wäre, das mal auszuprobieren.

Ein paar Tage später waren drei weitere Clocks bei mir, sodass ich mit meiner eigenen Clock 4 Geräte des Typs MC-3+ kaskadieren kann. Das bedeutet, dass das SPDIF-Signal meines Audio-PCs in die erste Clock geführt wird, und das ausgegebene reclockte Signal in die nächste Mutec-Clock geführt, reclockt und an die nächste Mutec Clock ausgegeben wird etc., bis das reclockte SPDIF-Signal der letzten Clock an den DAC ausgegeben wird.


Test-Setup

Die Geräte markierte ich mit Ziffern 1-4, stapelte sie übereinander, um einen klanglichen Einfluss durch Ändern in der Anschlussreihenfolge zu untersuchen, was sich allerdings in meinen Ohren nicht verifzieren ließ.

Alle Geräte wurden mit gleicher Phase mit einer eigenen Netzleiste verbunden. Digital wurden die Geräte sowohl untereinander als auch eingangsseitig mit dem Audio-PC sowie ausgangsseitig mit dem DAC mittels Apogee WydeEye verbunden. Die Länge der Kabel betrug zwischen 1m und 5m. Um klangliche Unterschiede, die auf unterschiedlichen Längen basieren könnten, habe ich die Kabel während der Hörvergleiche auch untereinande gewechselt. Das Ergebnis vorwegnehmend ergaben sich daraus keine klanglichen Unterschiede.

Der Rest des Setups entspricht dem letzten Stand in meinem V-Thread: viewtopic.php?p=68452#p68452


3 x D/A-Wandler

Um ein breiteres Spektrum für einen Klangvergleich zu bekommen, stellte ich dem Fireface noch zwei weitere gute Wandler zur Seite, die jeder für sich auf einer eigenen Konstruktion basieren, was die D/A-Wandlung anbelangt: Der NAD M51 und der T+A DAC 8.

Bild

Nur kurz zur unterschiedlichen Konstruktion: Der NAD M51 arbeitet bis kurz vor den analogen Ausgangsbuchen rein digital. Über einen sog. DDFA-Chip (Direct Digital Feedback Amplifier) der Firma Zetex empfängt der M51 seine PCM-Daten, rechnet sie in einen PWM-Bitstrom (lt. Hersteller mit 7bit / 844kHz) um, der wiederum mit Schalttransistoren verstärkt und zum Schluss mit einem flachen Tiefpassfilter behandelt wird.

Der T+A DAC8 hingegen arbeitet dagegen eher konventionell - allerdings mit einem gewissen Aufwand: eine eigene mehrstufige Reclocking-Einheit, die das aufbereitete Signal an jeweils 2 D/A-Chips (Burr Brown 1795) pro Kanal leitet, dabei 4 digitale Filter sowie ein anloges Filter wählbar, 2 Netzteile für den digitalen und den analogen Bereich, vollständige galvanische Trennung mittels Optokopplern zwischen dem analogen und digitalen Teil, keine OPAs sondern diskreter Aufbau der analogen Ausgangsstufe.

Hintergrund für die Wahl genau dieser beiden Geräte war mein Interesse, inwieweit unterschiedliche Wandlerkonzepte auf das vorgeschaltete Reclocking reagieren. Auch hier gleich vorwegnehmend profitieren beide Konzepte gleichermaßen davon.

Die Teststücke nahm ich aus den Genres Klassik/Barock und Jazz - allesamt mir durch und durch vertraute Stücke.


Klangliche Auswirkungen von Jitter-Reduktion

Zur Beschreibung der klanglichen Phänomene, die für eine Reduktion von Jitter charakteristisch sind, hier eine Liste unter Bezugnahme dessen, was ich auch bei meinem ersten Hörvergleich mit Winfried aufzählte:

  • Es herrscht eine "analoge Ruhe" im Klangbild, sodass man lauter hören kann, ohne dass es schneller zur Ermüdung führt.
  • Der Bassbereich klingt sauberer und konturierter und mit mehr Druck; zugleich weist er mehr Tiefgang auf.
  • Im oberen Mittenbereich und den Höhen präziser, lebendiger, offener und absolut stressfrei.
  • damit verbunden kommen Zischlaute bei Stimmenwiedergabe weich und präzise zugleich, ohne Lispeln, Zischeln oder Schärfe.
  • Das Klangbild ist insgesamt lebendiger, perlend wie ein Glas Champagner.
  • Die virtuelle Bühne wird breiter und tiefer, es entsteht mehr Raum um einzelne Instrumente/Stimmen. Bei komplexen Passagen behält man leichter den "akustischen Überblick"; es klingt aufgeräumter.
  • Es passiert in der Mitte zwischen den Lautsprechern mehr. Instrumente, die weit links oder rechts lokalisiert sind, rücken ein kleines Stück in die Mitte, aber vor allem "weht" der Nachhall aus der jeweiligen Ecke deutlicher über die Mitte auf die andere Seite, sodass ein präziserer und konsistenter Raumeindruck entsteht.
  • Das Klangbild steht fester und klarer im Raum (Lokalisationsschärfe).
  • Die Lautsprecher treten stärker in den Hintergrund; der Klang löst sich besser von ihnen ab.
Wenn ich von klanglicher Steigerung oder Abschwächung spreche, beziehe ich mich auf diese Phänomene.


Klangunterschiede in der Kaskade

Da meine Neugierde sehr groß war, stieg ich gleich ein mit der 4er-Kaskade. Schon beim Aufruf des ersten Stückes fiel mir auf, wie schnell sich die 4er-Kaskade synchronisiert - ohne Knacken oder Knistern. Ein schnell nacheinander in allen vier Clocks ablaufendes Blinken (weniger als eine halbe Sekunde pro Clock), und schon erklingen die ersten Takte.

Es ist ein immer wieder auftauchendes und allseits bekanntes Phänomen, dass man sich nicht vorstellen kann, wie sich ein Setup anhören würde, wenn da noch mehr ginge, bis man es dann tatsächlich hört: Die ersten Takte offenbarten ein klares, ruhiges und zugleich lebendiges, in räumliche Nuancen aufgefächertes Klangbild, wie ich es vorher bei mir noch nicht gehört hatte. Die ersten Minuten mit diesem Klangbild sind ein wenig so, wie angefixt werden. Für die weiteren Stunden war mir die Lust auf irgendwelche Vergleichstests vergangen - erstmal nur hören und eintauchen in die Musik. Wie es immer so schön heißt, seine Musiksammlung neu entdecken.

Damit mein Bericht nicht an dieser Stelle enden muss, machte ich mich Stunden später daran, eine Reclocking-Stufe nach der anderen zurückzubauen, und jedes Mal die gleichen Stücke im Vergleich zu hören. Bei nur noch 3 Geräten war der Unterschied schon zu hören, aber die Musik noch genießbar. Bei nur noch zwei Stufen, fand ich den Unterschied schon unangenehm, bei nur noch einer Stufe inakzeptabel, und der nackte DAC am Zuspieler klang für mich so, dass ich dann lieber darauf verzichte, Musik zu hören. Erstaunlich, wie schnell man sich daran gewöhnen kann. Und wie wohl fast jeder mit unserem Hobby weiß, so eine Gewöhnung kann teuer werden.

Setzte ich mich nach einer längeren Hörpause wieder hin, schien mir das Hören mit nur einer Reclocking-Stufe wieder ganz gut zu klingen - aber es bleibt doch ein geringeres Involviertsein in die Musik, als wenn ich mit 2 oder 3 oder gar 4 Stufen höre, der vorangegangene Eindruck hat sich auf eine Weise eingebrannt.

Im weiteren Verlauf probierte ich aus, wie sich die Unterschiede zwischen den einzelnen Reclocking-Stufen mit den jeweiligen DACs auswirken:


Klangunterschiede der DACs

Die wichtigste Erkenntnis besteht in der Tatsache, dass zwar abhängig von der Anzahl der Reclocking-Stufen, jeweils eine klangliche Steigerung bei jedem der 3 DACs herauszuhören ist, die typischen Klang-Charakteristika eines DACs jedoch erhalten bleiben. Konkret ein paar Sätze zu jedem der eingesetzten DACs:

Das RME Fireface UC besitzt im Vergleich zu den beiden anderen DACs eine weiche Detailabbildung, in der feinere Details rundgeschliffen klingen. Der tonale Charakter neigt etwas ins metallische, die räumliche Abbildung gerät im Vergleich zu den anderen beiden DACs eher flach mit weniger Tiefe.

Der NAD M51 weist im Vergleich zum Fireface wesentlich mehr Kontrast in der Detailabbildung auf; er klingt spritziger, zupackender, dynamischer, manchmal in den Höhen leicht ins aggressive tendierend. Der Bassbereich klingt kräftiger, strukturierter, im Grundtonbereich m.E. leicht überzeichnet (Stereoplay bescheingte ihm eine "etwas eigenwillige Tonalität"). Die Bühne ist breiter und weist mehr Tiefenstaffelung auf als beim Fireface.

Der T+A DAC 8 macht in meinen Ohren alles richtig: Er ist dynamisch zupackend, lebendig perlend, ohne je in Gefahr zu laufen, aggressiv zu werden. Seine Höhen sind seidiger und zugleich noch offener und detaillierter als beim NAD M51. Sein Bassbereich absolut kontrolliert, straff aber zugleich mit einer runden Wärme. In der Raumabbildung ist er ein Stück luftiger als der NAD M51, seine Bühne ist ein Stück weitergefächert und besitzt mehr Tiefenstaffelung. Insgesamt der am meisten analog klingende DAC der drei Kandidaten. (Für die DAC8-Kenner: es waren der digitale Filter "Bezier 2" und der analoge Filter für den erweiterten Übertragungsbereich bis 50kHz "Wide" aktiviert).


Auswirkungen des Reclockings auf die DACs:

Tonale Aspekte:
Mit dem Reclocking verliert das Fireface einen Teil seiner Schärfe, bleibt aber in seinem leicht metallischen Klangcharakter. Der NAD klingt immer noch spritzig, sein Höhenbereich, der sonst leicht ins aggressive tendiert, hört sich nun angenehm seidiger an, der leicht überbetonte Grundtonbereich bleibt bestehen, allerdings flacht er sich ab. Beim T+A DAC8 hingegen klingt der Bass ein wenig schlanker aber mit mehr Tiefgang. Insgesamt also hat das Reclocking, mit zunehmender Anzahl der Stufen einen angenehm korrigierenden Einfluss, der den jeweiligen DAC tonal stimmiger macht.

Räumliche Abbildung:
Allen 3 Kandidaten ist gemeinsam, dass ihre räumliche Abbildung (d.h. die Breite der Bühne, Separation einzelner Instrumente und Lokalisationsschärfe) mit jeder Reclocking-Stufe deutlich zulegt und eine zunehmende Aufgeräumtheit entsteht. Man taucht mehr ins musikalische Geschehen ein, man ist mehr eingehüllt und involviert in das musikalische Geschehen.

Detailabbildung:
Die Detailabbildung nimmt bei allen drei DACs um einen ähnlichen Betrag leicht zu, der Vorsprung von NAD M51 und T+A DAC 8 gegenüber dem Fireface UC bleibt also. Dennoch profitiert hier das Fireface UC am meisten. Zwar bleibt der Eindruck bestehen, als läge eine dünne Milchglasscheibe über dem musikalischen Geschehen, die die Details leicht rundgeschliffen erscheinen lässt, aber die weiteren Reclocking-Stufen mildern den Eindruck ein wenig. Doch selbst nach 4 Reclocking-Stufen ist das Fireface noch lange nicht dort, wo einer der beiden anderen DACs ohne jedes Reclocking steht.

Dynamik, Kontrast, Durchzeichnung:
Bei diesen Parametern, bei denen die beiden DACs NAD M51 und T+A DAC8 gegenüber dem Fireface ebenfalls die Nase vorne haben, ändert sich durch das Reclocking nicht viel. Auch nach 4 Stufen ist nur eine unwesentliche Steigerung dieser Parameter bei allen 3 DACs herauszuhören.

Es bleiben also bestimmte klangliche Eigenarten vollständig oder fast vollständig durch alle Reclocking-Stufen erhalten, an denen man auch den DAC durch alle Stufen hindurch zweifelsfrei heraushören kann - sozusagen eine eigene Klangsignatur. Dies hat natürlich mit dem Umstand zu tun, dass der Wandler-Chip mit nachfolgender Elektronik das letzte Wort bei der klanglichen Prägung hat und nicht der/die Reclocker.

Dass das nicht nur mit der analogen Ausgangsstufe zu tun hat, konnte ich dadurch verifzieren, dass ich alle DACs auch über meinen Verstärker (siehe V-Thread: viewtopic.php?p=68452#p68452) an die Aktiv-Monitore angeschlossen habe (Auch wenn das Fireface von dieser Maßnahme am meisten profitierte, so blieb der Abstand immer noch überdeutlich). Ein wesentlicher Teil der Klangsignatur des DAC scheint in der Wandlereinheit (u.a. Wandler-Chip) selbst begründet zu sein. Und auf diese hat ein Reclocker naturgemäß keinen Einfluss.

Ein wenig erinnert es mich an meine Erfahrungen mit den Rosita-Streamern: Egal welches Modell man nimmt, sie weisen allesamt den gleichen Klangcharakter auf, sodass man von einer Klangfamilie sprechen kann (ähnliche Klangfamilien kennt man auch z.B. bei den Lautsprechern von MEG Geithain). Der Unterschied zwischen den günstigsten Modell bis zum Flaggschiff besteht lediglich darin, dass mehr "analoge Ruhe" ins Klangbild kommt, mehr Details hörbar sind und die räumliche Abbildung zulegt - so als würde man jeweils eine zusätzliche Reclocking-Stufe dazwischen schalten.

Andere klangliche Parameter wie die räumliche Abbildung, tonale Balance, Detailabbildung blühen mit jeder Reclockingstufe regelrecht auf. Was diese Parameter anbelangt, so gibt es aus meiner Sicht keine Alternative zu einem Reclocker (oder einer Reclocker-Kaskade). Ich wüsste nicht, wieviel Geld man für einen DAC ausgeben müsste, um ein solches klangliches Ergebnis hinsichtlich dieser Parameter zu bekommen.

Besonders beim Zurückschalten der Stufen wird bei allen DACs eine zunehmende Unruhe und Nervosität im Klangbild deutlich, sowie ein regelrechtes Zusammenschrumpfen der räumlichen Bühne. Es wirkt alles zunehmend lebloser, undefinierter und anstrengender zu hören; das Gehirn muss mehr arbeiten, um sich im Klangbild zu orientieren.


Klangliche Einordnung der Reclocking-Stufen

Um einen ungefähren (!) Anhaltspunkt zu geben, in welchen Größenordnungen ich die Klangsteigerungen jeweils erlebe, nachfolgend eine Tabelle. Bitte dabei beachten: auch wenn hier Zahlen und Werte bemüht werden, um es einigermaßen beschreibbar zu machen, handelt es sich doch immer noch um subjektive Eindrücke. Andere können also durchaus zu anderen Einschätzungen gelangen. Wie unterschiedlich das Ausmaß der klanglichen Steigerung subjektiv empfunden werden kann, haben vorangegangene Berichte hier im Thread deutlich gezeigt.

Bild

In der Spalte der kumulativen Klangsteigerung ergibt sich damit die Aussage, wonach ich zusätzlich zur ersten Clock zwei weitere Clocks als eine Verdoppelung der mit einer Clock erreichbaren Klangsteigerung empfinde. Eine 4. Clock hingegen trägt in meinen Ohren nur noch in geringem - aber immer noch ohne Anstrengung wahrnehmbarem - Maß zur Klangsteigerung bei.


Kosten-Nutzen-Betrachtung

Damit drängt sich zwangsläufig eine Kostennutzen-Betrachtung auf. Wie in allen anderen Gerätegattungen gilt auch auf der digitalen Seite die alte Grundregel, dass der finanzielle Aufwand für ein zu erzielendes Ergebnis mit fortschreitender Optimierung nicht linear sondern exponential ansteigt. An irgendeiner Stelle gerät dann jeder an seine persönliche Schallgrenze, an der man für eine weitere klangliche Steigerung nicht mehr bereit ist, den dazu notwendigen Geldbetrag zu investieren.

1 Mutec-Clock kostet ca. 700,- €, 2 Clocks 1.400,- €, 3 Clocks 2.100 €, und 4 Clocks 2.800,- Euro. Die Frage also, wieviel Reclocking-Stufen sich bei der damit zu erzielenden Klangsteigerung lohnen würden, kann man also nur individuell (auch in Abhängigkeit zum Rest der Kette) beantworten.

Wenn ich das für mich an einem konkreten Beipiel durchexerziere: Das Gespann NAD M51 plus 2 Mutec-Clocks kostet ca. 3.500,- €. Die damit erreichbare klangliche Gesamtperformance liegt nach meiner Einschätzung weit über dem, was man mit einem einzelnen DAC für 3.500,- € erzielen kann.


Fazit

Mein persönliches Fazit aus dem Kaskaden-Experiment besteht darin, dass ich ab sofort in meinem Setup 3 Mutec-Clocks einsetze - und mir in absehbarer Zeit auch einen besseren DAC zulegen werde. Doch auch mit dem Fireface UC erlebe ich seither einen bislang nicht gekannten Musikgenuss, auf den ich nicht mehr verzichten möchte.

Deshalb zum Abschluss noch ein Warnhinweis:
  • Reclocking hat hohes Suchtpotenzial
  • Reclocking erzeugt ein Verlangen nach Dosisteigerung
  • Reclocking kann daher auch zum Kontrollverlust über Ihre Finanzen führen
  • Reclocking birgt im weiteren Verlauf die Gefahr innerfamiliärer Auseinandersetzungen
  • Reclocking führt schon nach dem Hören weniger Musikstücke zu starker Abhängigkeit mit unangenehmen Entzugserscheinungen beim Absetzen des Reclockings - vor allem bei Dosierungen > 1 Clock.

Reclockte Grüße
Fujak
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Beitragvon Salvador » 30.08.2013, 18:35

Hallo Fujak,

klasse Bericht, hat wie immer viel Spaß gemacht Deinen mit Liebe und ausführlich geschriebenen Bericht zu lesen! Dazu die Fragen,

- ob die Kaskade mit den Standardnetzteilen, Deinen Peaktechs oder sogar noch besseren Netzteilen wie denen von Daniel oder einem von Teddy Pardo getestet wurde?
- welche Spannungswerte/Stromverbrauch der Mutec denn hat? Ist das originale ein Schaltnetzteil? Liegen denn schon Erfahrungen Deinerseits vor zur möglichen Klangverbesserung EINES Mutecs mit besserem Netzteil?

Ich könnte mir vorstellen, dass eine Kaskade aus 3-4 Mutecs mit jeweils einem Teddy Pardo-Netzteil, ggf. sogar mit einem filternden Netzkabel à la La Rosita oder Audioplan Cleancord:
a) die Klangqualität nochmal erheblich steigern sollten und
b) die damit verbundenen familiären und finanziellen Probleme dramatisch zunehmen könnten :)

Dies wäre meine Empfehlung abgeleitet aus eigenen Optimierungen im Linn/Streaming/Netzwerkzubehörtuning, von denen ich bald gesondert berichten werde.

Beste Grüße,
Andi
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Beitragvon Fujak » 30.08.2013, 18:48

Hallo Andi,

zu Deinen Fragen: Ich habe alle Tests mit den originalen Mutec-Clocks ohne weitere Modifikationen vorgenommen. Die Mutec Clock MC-3+ beherbergt ein Schaltnetzteil. In dem von Ulli (modmix) geposteten Bild (viewtopic.php?p=69935#p69935) auf der linken Seite des Gehäuses zu sehen (hinter dem großen Abschirmblech platziert). Nachdem ich von Herrn Peters weiß, welch hohen Stellenwert Herr Peters einer sauberen Spannunsgverorgung beimisst und welcher Aufwand betrieben wurde, die für die Reclocker-Elektronik benötigten Spannungen zu "säubern", halte ich das Optimierungspotenzial für eher begrenzt.

Hans-Martin hatte an anderer Stelle in diesem Thread berichtet, das ein externer Netzfilter klangliche Auswirkungen hat. Vielleicht ist diese Richtung zielführender. Das käme auf einen Versuch an.

Insgesamt ist nach den vergangenen Tagen meine Experimentierlust gegenüber der Lust am Hören zurückgetreten (das wird sich erfahrungsgemäß wieder ändern :wink: ).

Grüße
Fujak

P.S.: Auf Deinen Bericht zu Deinen Stromoptimierungsexperimenten bin ich gespannt.
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Beitragvon Rudolf » 30.08.2013, 19:21

Hallo Fujak,

vielen Dank für deinen mitreißenden Bericht.

Nach Sigi (3x Mytek DAC) bist du nun schon der zweite in unserem Forum mit Mehrlingen! Eine Frage hat sich mir beim Lesen aufgedrängt und vielleicht hast du sie bereits mit Herrn Peters von Mutec diskutiert:

Kann man das multiple Reclocking nicht in einem Gerät implementieren? Sozusagen als vierfach-Turbolader. :D

(Auch für Sigis DAC-Drillinge gibt es inzwischen ein Gerät: exaSound e28 Multichannel USB DAC)

Noch viel Spaß mit deinen Turboladern
Rudolf
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Beitragvon Hans-Martin » 30.08.2013, 19:24

Karls Fingerzeig auf Esoteric G-02 führte mich zu diesem Bild

Bild

Das Gerät steht auf 3 Füßen, zuverlässiger kann man Kippeln nicht verhindern.

... und zu diesem (allerdings Esoteric G-03X):

Bild

Unten links sieht man die Schraube vom Gerätefuß vorn rechts, nahe die Leiterplatte mit dem Oszillator, der auf einem durch Einschnitt isolierten Teilbereich montiert ist, wohl um die niedrige Leiterplattenresonanz mechanisch zu entkoppeln. 4 Schraublöcher und Schraubmöglichkeiten zur Bodenplatte zeigen die Wichtigkeit der mechanischen Arbeitbedingungen um den Clockoszillator herum. Der nachtäglich eingelötete andersfarbige Elko unterhalb der Leiterplatte und die 3 fehlenden Schrauben lassen allerdings die Frage offen, ob das Bild den Werksauslieferzustand zeigt, oder ob es sich hier um eine nachträgliche geschmacksorientierte Optimierung handelt.

Gegenüber dem G-02

Bild

sind das sichtbare Änderungen, die zu dem verrückten Vorschlag führen, bei MC3 einen Gummiring aus den 4 Füßen zu nehmen, um das Mutec Gerät auf 3 Beine zu stellen, den 4. Fuß (vorn links) schweben zu lassen.

Wenn Mutec mit dem Reclocken auf beste Clock baut, dann sollte diese auch beste Arbeitsbedingungen vorfinden. Wie die aussehen, ob und was Maßnahmen bewirken, kann man individuell prüfen und ggf. auf den persönlichen Geschmack, Bedarf und Netzversorgung vor Ort abstimmen. Ich gehe davon aus, dass alles, was sich bei CD-Playern früher bewährt hat, bei Reclockern zumindest auch getestet werden kann.

Bei mir klang für mein Ohr der AES/EBU Ausgang des Mutec besser. Er ist durch die Übertrager galvanisch getrennt, der SPDIF Ausgang nicht (entspr. Studionorm).

Der von mir früher beschriebene gemessene Ripple hat sich aufgeklärt, mein Oszi-Tastkopf hat eine Masse-Krokodilklemme, die ich der Einfachheit halber auf die nichtbenutzte BNC-Buchse nebenan geklemmt hatte, nachdem eine kurze Überprüfung mit dem Ohmmeter ergab, dass offenbar alle Massen auf einem Potential liegen. Mit der Krokoklemme auf derselben Cinchbuchse war der Ripple weg, und das Signal sauber... Nach einer Erklärung wird noch gesucht

Grüße Hans-Martin
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Beitragvon never » 30.08.2013, 20:04

Hallo Fujak,

Du hast einen bewundernswerten Aufwand betrieben, hast Dein Vorgehen und Deine Ergebnisse systematisch und nach relevanten Kriterien aufgedröselt und auch für „Normalos“ nachvollziehbar veranschaulicht.

Für mich ist Dein überzeugender Vergleich die klare Bestätigung dafür, daß digitale Audiowiedergabe mehr bieten muß als Nullen und Einser lediglich bitidentisch behandeln zu können.

Danke für Deine Arbeit.

Freundliche Grüße,
never (Udo)
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Beitragvon Fujak » 30.08.2013, 22:12

modmix hat geschrieben:
Fujak hat geschrieben:Damit drängt sich zwangsläufig eine Kostennutzen-Betrachtung auf. ---snip---
Mein persönliches Fazit aus dem Kaskaden-Experiment besteht darin, dass ich ab sofort in meinem Setup 3 Mutec-Clocks einsetze ---snip--- Doch auch mit dem Fireface UC erlebe ich seither einen bislang nicht gekannten Musikgenuss, auf den ich nicht mehr verzichten möchte.
---snip---
Deshalb zum Abschluss noch ein Warnhinweis:
  • Reclocking hat hohes Suchtpotenzial
  • Reclocking erzeugt ein Verlangen nach Dosisteigerung
    ---snip---
  • Reclocking führt schon nach dem Hören weniger Musikstücke zu starker Abhängigkeit mit unangenehmen Entzugserscheinungen beim Absetzen des Reclockings - vor allem bei Dosierungen > 1 Clock.

Im Grundsatz: +1 - mit einer Anmerkung:

Wie geschildert habe ich eine MC-3+ seit über einem Jahr in meiner Kette. Herr Peters hatte freundlicherweise akzeptiert, daß ich bereits das erste Erprobungsmuster nicht wieder hergeben wollte (Danke nochmal dafür!). Von Muster zu Muster wurde die MC-3+ besser. Ich habe auf den Tag hingefiebert, an dem dies tolle Gerät endlich am Markt erschien und mehr Leute dessen Qualitäten erfahren könnten.

Ganz ausdrücklich möchte ich darauf hinweisen, daß das für den Einsatz einer MC-3+ gilt.

Natürlich Ulli, wenn ich von Reclocking spreche, dann meine ich Reclocking mit dem derzeit besten Reclocker auf dem Markt, dem MC-3+. In einem Satz: dieses Gerät ist der Mutec unter den Reclockern. :D

Grüße
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Beitragvon Hans-Martin » 30.08.2013, 22:31

Hallo Ulli
ich frage mich, wie oder ob die Studioversion mit breiter 19" Front vom Rack entkoppelt wird. Als kompaktes Gerät mit halbwegs entkoppelnden Füßen auf einen beliebigen Untergrund gestellt wird es sich vermutlich anders verhalten als wenn die Ankopplung über die Frontplatte hart ans Rack geschieht.

Die Idee, mehrere MC-3+ prinzipiell mit ihren Jitter-reduzierenden Funktionen nacheinander kaskadiert in einem Chip zu integrieren, ist naheliegend. Vielleicht setzt digitales Übersprechen die Grenze des Machbaren, aber vorstellbar ist es schon. Ich denke an Gerts Idee (Doppel-FlipFlop), die er unter der Dusche hatte...

Grüße Hans-Martin

P.S.
Du hast da ein heißes Thema aufgemacht, und wenn man die vielen Facetten von Jitter bedenkt, wird es uns noch lange beschäftigen, einschließlich der kontroversen Diskussionen um die Wahrnehmung der Auswirkungen unter den vielen persönlichen Betrachtungswinkeln.

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Der Grafik entsprechend wäre eine 4-stufige Jitterfilterung anzustreben, wobei jede Stufe sich spezialisiert einer anderen Jitterart annimmt.

Zur Zeit der Analog-PLL-basierten Jitterfilter spielte die Reihenfolge des Kaskadierens eine hörbare Rolle. Mit 4 spezialisierten Geräten wird es schwieriger, das Optimum der Reihenfolge zu finden, oder doch nicht?
Bei identischen Geräten spielt es keine Rolle, oder doch?

Frage an Fujak:
Ist ein Unterschied, ob das Signal von unten nach oben oder von oben nach unten durch die ansonsten identischen 4 Mutecs geht? Ich tippe auf Letzteres.
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Beitragvon Fujak » 30.08.2013, 23:08

Hallo Hans-Martin,
Hans-Martin hat geschrieben:Frage an Fujak:
Ist ein Unterschied, ob das Signal von unten nach oben oder von oben nach unten durch die ansonsten identischen 4 Mutecs geht? Ich tippe auf Letzteres.

Ich habe die Mutecs sowohl als Geräte in unterschiedlicher Reihenfolge auf dem gleichen Platz stehend verkabelt als auch die Position selbst verändert. Ich hatte gehofft, damit vielleicht noch etwas herauszukitzeln. Aber ich habe keinerlei Unterschiede feststellen können.

Ich habe auch 3 EMI-Shields von Mouser Electronic (etwa Din A4 Größe und 1mm Stärke) zwischen die einzelnen Geräte gelegt, und auch damit keine klanglichen Unterschiede feststellen können.
Die Geräte sind erstaunlich resistent gegenüber solchen Einflüssen.

Ich hatte noch eine Versuchsreihe mit einem billigen SPDIF-Kabel (Marke Megajitter) für 1,90 € von Ebay gemacht. Mich hatte interessiert, ab welcher Stufe man den Einfluss dieses Kabels im Vergleich zu einem stattdessen platzierten Apogee Wyde Eye nicht mehr hört. Ergebnis: man hört den Einfluss dieses Kabel in allen Stufen - allerdings deutlich abnehmend je weiter das Kabel am Beginn der Kaskade platziert ist.

Was noch aussteht, sind Versuche mit unterschiedlichen Resonanz entkoppelten Unterlagen und - wie schon gesagt - Stromfilter. Aber es ist ja noch ein wenig hin bis zu den langen Winterabenden.

Grüße
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