Acourate Audio Toolbox

Ulis Mess- und Korrekturprogramm

Beitragvon uli.brueggemann » 23.04.2011, 14:47

Zum Thema Korrektur gibt es drei Punkte durchzuführen
    a.) Messen
    b.) Filter berechnen
    c.) Filter anwenden (Convolution/Faltung)

Acourate läuft unter Windows und erledigt die Punkte a. und b.
Wenn dann ein Filter vorliegt kommt c. ins Spiel.
Das kann nun erfolgen

online als Blackbox Lösung (Soundkarte rein - raus) mit
Linux und Brutefir (oder jconvolver)
Windows und VST Host und VST-Plugin

online zusammen mit einer Playersoftware
Linux + Playersoftware + Jack + Brutefir/jconvolver
Windows + Player + VST-Plugin (SIR2, Voxengo Pristine Space, Convolver, AcourateVSTConvolver2in2...)
NAS-Serversoftware mit Convolution Plugin z.B. Squeezebox-Server + Convolver

offline mit vorgefalteten Musikdateien z.B. über AcourateNAS.

Die vielfältigen Möglichkeiten sind es, die verwirren.
Vielleicht hilft die obige Aufstellung um sich das Ganze klarer zu machen.

Grüsse, Uli
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Beitragvon RC23 » 23.04.2011, 18:18

Uli, Danke für die Erläuterungen. Jetzt ist es mir klarer geworden, wie die unterschiedlichen Wege aussehen :)

Für mich werde ich dann mal den Weg über Windows und VST-Plugin nehmen.

Der Weg über Linux hat wohl historische Gründe, da BruteFIR unter Linux das Thema Convolving mit FIR-Filtern als Erste für die DIY-Fraktion gelöst hat.

Da ich mit der RME 9652 auf ASIO-Treiber zurückgreifen kann, sind Störungen durch Windows-Umwege im Durchschleusen der Audiosignale minimiert.

Habe irgendwo gelesen, daß die aktuellen Windows-Treiber zur RME 9652 zusammen mit Acourate nicht funktionieren. Man solle besser eine ältere Firmware-Version der RME 9652 nehmen. Wer kann mir diese Firmware für Windows XP (32 Bit) zusenden? Würde dann per PN meine Mailadresse schicken. Die aktuelle RME 9652 Firmwareversion lautet 3.085 http://www.rme-audio.de/downloads.php?p ... iver_hdspe

Grüße

Rüdiger
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Beitragvon uli.brueggemann » 23.04.2011, 18:40

RC23 hat geschrieben:Habe irgendwo gelesen, daß die aktuellen Windows-Treiber zur RME 9652 zusammen mit Acourate nicht funktionieren. Man solle besser eine ältere Firmware-Version der RME 9652 nehmen.

Rüdiger,
das gilt nicht für Windows. Da gibt es keine Treiberprobleme. RME veröffentlicht ja die Treiber passend für Windows aber nicht für Linux. Bei Linux als Open Source System muss dann jedoch einer evtl. rausfinden, was RME dann geändert hat und den Treiber entsprechend anpassen. Das kostet dann immer Zeit.

Grüsse, Uli
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Beitragvon RC23 » 25.04.2011, 15:25

Erst mal ein Vorwort: Habe da ein DIY-Projekt ausgeplant, was eine Kombination aus Tieftöner in Closed Box plus Breitbänder als Open Baffle beinhaltet. Der Breitbänder-Dipol wird bei einer Schallwandbreite von 40cm unterhalb von 200Hz den akustischen Kurzschluß erleben. Den Tieftonanteil übernimmt dann pro Kanal ein geschlossener, aktiv entzerrter Subwoofer. Da mein Wohnzimmer eher über zuwenig als zuviel Bass verfügt (Altbau mit abgehängter Decke in Rigips ausgeführt), werde ich die Subwoofer in Wandnähe aufstellen. Der Breitbänder-Dipol benötigt jedoch für optimale Funktion 2m Wandanstand. Habe dazu mit lspCAD 5.25 verschiedene Aufstellvarianten der Lautsprecher im Raum durchgeführt, was diesen Weg bestätigt.

Nun zu meiner Acourate-Frage: Kann ich gezielt den Breitbänder verzögern, damit die Impulsantwort optimiert wird? Die Zeitverzögerung ist sicher für alle Mehrwegesysteme ein interessanter Punkt, um eine bessere Räumlichkeit zu gewinnen. Die Punktschallquelle läßt grüßen.

Viele Grüße

Rüdiger
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Beitragvon uli.brueggemann » 25.04.2011, 22:05

RC23 hat geschrieben:Nun zu meiner Acourate-Frage: Kann ich gezielt den Breitbänder verzögern, damit die Impulsantwort optimiert wird? Die Zeitverzögerung ist sicher für alle Mehrwegesysteme ein interessanter Punkt, um eine bessere Räumlichkeit zu gewinnen. Die Punktschallquelle läßt grüßen.

Genauso höre ich zuhause, also alle Treiber punktgenau am Zielplatz austariert. Siehe hier zur Anordnung und
hier wie das mit Acourate geht.

Grüsse, Uli
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Beitragvon Udor » 25.04.2011, 22:08

RC23 hat geschrieben:Nun zu meiner Acourate-Frage: Kann ich gezielt den Breitbänder verzögern, damit die Impulsantwort optimiert wird? Die Zeitverzögerung ist sicher für alle Mehrwegesysteme ein interessanter Punkt, um eine bessere Räumlichkeit zu gewinnen. Die Punktschallquelle läßt grüßen.

Hallo Rüdiger

Ich antworte mal auch wenn ich nicht Uli Brüggeman bin.
Genau für diesen Anwendungsfall hat Acourate eine Funktion namens "Time Alignment Function".
Gerade bei Subwoofern ist eine Anpassung des Delays schon fast pflicht. Nur so spielt das ganze dann auch aus einem Guss.

Für das genaue vorgehen solltest du dir das Tutorial auf der Acourate Homepage anschauen.

http://www.acourate.com/Tutorial/TimeAlign.html

Alternativ kann ich noch diesen Link empfehlen:

http://web.me.com/drarthurcheng/Site/Time_Alignment.html

Ist zwar beides in Englisch aber mit vielen Bildern und ziemlich selbsterklärend.

Die Werte die du dann damit ermittelt hast müssen dann in der Konfiguration des Convolvers angegeben werden. Darauf achten das für unterschiedliche Sampleraten passende Werte angegeben werden müssen. Acourate berechnet die Werte für 44,1:48:88,2:96 und 192khz automatisch. Du musst dir dann nur noch die passenden raussuchen.

Gruß Udo

Edit: Ich war mal wieder zu langsam... :cheers:
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Beitragvon uli.brueggemann » 25.04.2011, 22:12

Udor hat geschrieben:Die Werte die du dann damit ermittelt hast müssen dann in der Konfiguration des Convolvers angegeben werden. Darauf achten das für unterschiedliche Sampleraten passende Werte angegeben werden müssen. Acourate berechnet die Werte für 44,1:48:88,2:96 und 192khz automatisch. Du musst dir dann nur noch die passenden raussuchen.

Das ist EINE Möglichkeit.
Mittlerweile gibt es in Acourate im Crossovergenerator ebenfalls die Möglichkeit ein Delay vorzugeben. Dann sind nicht mehr alle XOs voll linearphasig, also Peaks in der Mitte. Typischerweise kommt dann der Hochtöner als letztes im XO dran.
Mit derartigen XOs rechnet Acourate auch die Korrekturfilter entsprechend aus, so dass in Brutefir kein Delay mehr notwendig ist.

Grüsse,
Uli
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Beitragvon Udor » 25.04.2011, 23:15

Hallo Uli

Ah, danke für die Aufklärung. Hatte mich schon gefragt wofür man bei den XOs noch zusätzlich ein Delay mit angeben kann.

Allerdings hieße das aber auch das man bei einer Neupositionierung der LS oder Subs die XOs immer komplett neu erzeugen müsste mit den passenden Delays.
Naja ok zugegeben auch kein Akt...

Trotzdem gut zu wissen das man mehrere Möglichkeiten hat.

Uli, du musst doch noch mal an deiner Doku arbeiten :wink:

Grüße Udo
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Beitragvon KAL » 28.04.2011, 16:11

Hallo,

ist die Acourate Version 1.61 die neueste oder gibt es Updates ?

Danke
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Beitragvon uli.brueggemann » 28.04.2011, 16:28

KAL hat geschrieben:ist die Acourate Version 1.61 die neueste oder gibt es Updates ?

Der aktuelle Stand ist V1.6.4, siehe auch das private Mail an Dich.

Grüsse, Uli
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Beitragvon KAL » 28.04.2011, 18:26

Danke.
Mein Convolver PC hat eine Atom CPU. Sollte man da lieber XP oder Win7 draufspielen ?

Da dort ja die Soundkarte eingebaut ist, müsste ich ja auch damit messen.
Dafür brauch ich ein Windows, oder ?
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Beitragvon RC23 » 29.05.2011, 13:43

Ob Windows 7 oder das alte Windows XP die bessere Wahl ist, hängt von der Kompatibilität der eingesetzten Software und Treiber ab. Da ich aber auf dem Gebiet der Audio-Fähigkeiten der verschiedenen Betriebssysteme nicht der große Durchblicker bin, würde ich die Frage "Windows 7 vs. Windows XP für Audioanwendungen" in einem Extra-Thread zur Diskussion stellen. Neben Windows würde ich auch Linux in die Diskussion miteinbeziehen. Ich selber arbeite mit Windows XP.

Grüße

Rüdiger
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Beitragvon RC23 » 29.05.2011, 14:04

Plane derzeit mittels der Acourate Toolbox einen 3-Wege-Dipol entstehen zu lassen. Mehr dazu hier: viewtopic.php?f=37&t=1500

Als Besonderheit besitzt das Vorbild - die Orion von Siegfried Linkwitz - einen zweiten Kalottenhochtöner, der in Dipolmanier nach hinten abstrahlt. Beim Setup der beiden Hochtöner im Frequenzweichengenerator läßt Acourate aufgrund eines Plausi-Checks die gleiche Trennfrequenz nicht 2-mal verwenden. Als Workaround läuft der nach vorne abstrahlenden Hochtöner ab 1590 Hz und der Zweite nach hinten abstrahlende Hochtöner steigt ab 1600 Hz ein. So wird nun aus dem 3-Wegerich ein 4-Wege-System.

Mit meiner RME ADI-8 AE kann ich bis zu 8 Kanäle ausgeben. Kann ich mit der Toolbox auch einen Subsonicfilter einbauen, indem ich als tiefste Trennfrquenz 20 Hz vorgebe?

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Grüße

Rüdiger
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Beitragvon uli.brueggemann » 29.05.2011, 14:48

Rüdiger,

das geht so nicht. Du erzeugst damit u.a. eine Frequenzweiche XO3 von 1590 bis 1600 Hz. Lade Dir die XO3 und schau sie mal an.

Weiterhin brauchst Du das Subsonic-Filter mit 20 Hz nicht zu erzeugen. Das geht später mit dem Targetdesigner ganz einfach.

Ergo erzeuge drei Weichen mit Vorgabe von 100 und 1600. Das gibt dann XO1 bis 100 Hz, XO2 von 100 bis 1600 Hz und XO3 ab 1600 Hz. Nun kannst Du z.B. XO3 laden, bitte immer auch bedenken dass es links und rechts gibt. Wenn der HT rückwarts um 12 dB schwächer laufen soll, dann mache TD-Functions - Gain - -12 dB und speichere das Ergebnis als XO4L/R ab. Der Gesamtpegel der HTs wird später über die Raumkorrektur locker korrigiert.

Grüsse, Uli
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Beitragvon RC23 » 29.05.2011, 14:53

Habe verstanden. So kommen wir der Sache schon näher. :)

Wie Linkwitz schreibt entsteht das Klangoptimum über verschiedene Pegel für frontseitigen - und rückwärts strahlenden Hochtöner. Ich kann über die Pegel den Anteil von Direktschall und Reflektion steuern.

Grüße

Rüdiger
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