Bernd Peter (Dynaudio Focus 60 XD)

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Trinnov · „wie Trinnov zum aktiven Hören kam“
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„wie Trinnov zum aktiven Hören kam“

Beitrag von Trinnov »

Hallo Rudolf,

nein, die Informationen waren für alle gedacht.
So wie auch die folgenden imposanten Zahlen.

Mir war das ehrlich gesagt auch nicht wirklich bewusst, wie teuer SLC Flash Speicher tatsächlich ist.
Des Weiteren ist die Kapazität begrenzt. Bei 64 GB Laufwerken ist Schluss.

16 GB SLC CF Card 590 €
32 GB SLC CF Card 1100 €
64 GB SLC CF Card 2230 €

Rechnet man auf dieser Basis hoch auf die Laufwerkskapazitäten, die wir mittlerweile gewohnt sind und auch bei SLC gerne hätten, kommen folgende Preise zustande. Diese Kapazitäten gibt es wohlgemerkt bei SLC CF Cards nicht. Auch nicht beim SSD Format.
Bei der bekannten und beliebten Intel X25 SLC SSD ist deswegen auch 64 GB die größte erhältliche Ausführung.

100 GB SLC 3478 €
500 GB SLC 17.390 €
1 TB SLC 34.780 €
5 TB SLC 173.900 €
10 TB SLC 347.800 €

Ein 1 TB SLC Flashlaufwerk läge also rechnerisch bei ca. 34.780 €
Zum Vergleich die Samsung 990, eine M.2 SSD Diese kostet aktuell ca. 179 €
Der Unterschied ist Faktor 194

Ist immer noch jemand bereit in ein großes SLC Laufwerk zu investieren?

Es ist auch nicht zu erwarten, dass pSLC Laufwerke klanglich in der SLC Liga spielen.
Umgebaut sind sie dann außerdem noch nicht.


Viele Grüße
Horst
Rudolf · „wie Rudolf zum aktiven Hören kam“
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„wie Rudolf zum aktiven Hören kam“

Beitrag von Rudolf »

Hallo Horst,

vielen Dank für diese Infos. Jetzt lässt sich das wirtschaftliche Problem für mich viel besser erfassen. SLC Flashlaufwerke werden demnach - wenn überhaupt - Jahre benötigen, um in der für Audiozwecke benötigten Kapazität bezahlbar zu werden. Aller Voraussicht nach müssen also erst ganz neue Speichertechnologien entwickelt werden.

Viele Grüße
Rudolf
h0e · „wie h0e zum aktiven Hören kam“
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„wie h0e zum aktiven Hören kam“

Beitrag von h0e »

Hallo zusammen,

leider sind derzeit jegliche Speicher aufgrund des KI-Wahnsinns unfassbar teuer.
8TB SSDs kosten derzeit das Doppelte wie vor 6 Jahren. Eigentlich wäre eine Halbierung alle 3-4 Jahre normal.

Leider ist Horst Modifikation meines Erachtens gar nicht massentauglich, selbst wenn man von den speziellen Bauteilen absieht und einen Teil der Qualität des Mods damit verlieren würde. So ist es schön für Horst und Bernd-Peter, aber leider nichts, was das Forum wirklich weiterbringt.
Es bleibt die nicht neue Erkenntnis, dass die Speicherung bzw. die Anlieferung der Daten, die für das Hören gerendert werden ein sehr wichtiger Faktor sind.

Grüsse Jürgen
Bernd Peter · „wie Bernd Peter zum aktiven Hören kam“
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„wie Bernd Peter zum aktiven Hören kam“

Beitrag von Bernd Peter »

Hallo Jürgen,
Es bleibt die nicht neue Erkenntnis, dass die Speicherung bzw. die Anlieferung der Daten, die für das Hören gerendert werden ein sehr wichtiger Faktor sind.
allein die mögliche Größenordnung der Veränderung war für mich bisher so nicht denkbar. :)

Es grüßt

Bernd Peter
RitterRudolf · „wie RitterRudolf zum aktiven Hören kam“
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„wie RitterRudolf zum aktiven Hören kam“

Beitrag von RitterRudolf »

Hallo Bernd Peter
Ganz am Anfang steht also das Auslesen.
Ein alter Ansatz, der hier nicht unbedingt hingehört :wink: ist die Platine des Laufwerkes auszulagern und dafür eine schwere Platte einzubauen.
Im 2 Gehäuse wäre dann die Platine mit Datenausgabe.
Ich konnte noch nirgends lesen, das sich jemand, der Platinen lesen kann, darüber Gedanken gemacht hat.
Die werden einfach hingenommen wie sie sind.
Ich wünsche Euch Beiden viel Erfolg und es gibt bestimmt ähnliche Speicher, die deutlich besser sind als das was wir jetzt kaufen können.
HlG
Rudi
Trinnov · „wie Trinnov zum aktiven Hören kam“
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„wie Trinnov zum aktiven Hören kam“

Beitrag von Trinnov »

Rudolf hat geschrieben: 23.09.2026, 09:16 Hallo Horst,

vielen Dank für diese Infos. Jetzt lässt sich das wirtschaftliche Problem für mich viel besser erfassen. SLC Flashlaufwerke werden demnach - wenn überhaupt - Jahre benötigen, um in der für Audiozwecke benötigten Kapazität bezahlbar zu werden. Aller Voraussicht nach müssen also erst ganz neue Speichertechnologien entwickelt werden.

Viele Grüße
Rudolf
SLC Speicher und insbesondere im Compact Flash Card Format wird immer mehr zum Exot.
Deswegen habe ich wenig Hoffnung dass es billiger wird.

Das parallele Interface einer CF Card wurde mittlerweile auf eine serielle Schnittstelle (CFAST) umgestellt.
Somit wird das CF Card Medium uninteressant. Es spielt sich bei CFAST einfach zu viel Zusätzliches in Form weiterer Stufen innerhalb der CF Card ab. Also mehr mögliche Fehlerquellen im Zeitverhalten.

Neuentwicklungen bei SSDs zielen eher auf noch höhere Speicherdichten, höhere Geschwindigkeit und günstigeren Preis.
Realisiert mit neuen Protokollen, neuen Schnittstellen und anderer Speichertechnologie. Also noch mehr Levels pro Zelle.
All das ist kontraproduktiv für unsere Audioanwendungen und sehr weit entfernt vom Optimum SLC Zelle.

Levels.jpg

RAM-Wiedergabe, also das vorherige Laden des Tracks in den Arbeitsspeicher, kann diese Problematik etwas entschärfen / reduzieren aber nicht komplett eliminieren.


Viele Grüße
Horst
Bernd Peter · „wie Bernd Peter zum aktiven Hören kam“
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„wie Bernd Peter zum aktiven Hören kam“

Beitrag von Bernd Peter »

Hallo,

die Homepage von Diretta wurde schon des öfteren von Interessenten als etwas verwirrend und unübersichtlich beschrieben.

Dem kann man nicht widersprechen.

So wird das neue Diretta ALTA Programm mit dem Memory Player, Host SDK und DPDK in Verbindung gebracht, siehe

https://www.diretta.link/alta/,

weshalb ich bei mir JRiver durch den Memory Player ersetzt habe und dies tatsächlich zu einer deutlich verbesserten Klangwiedergabe führte. Das Sahnehäubchen war dann - wie bekannt - die Verwendung der modifizierte CF Karte von Horst.

Nun habe ich mich die letzten Tage recht intensiv mit DPDK beschäftigt und durfte lesen, dass durch den dabei stattfindenden Treiberaustausch bei der Netzwerkkarte diese auf dem Windowsnetzwerkbildschirm verschwindet, da es sich um keine Windowsanwendung mehr handelt.

Bei mir ist sie aber noch da!

Deshalb vermute ich zwischenzeitlich, dass Memory Play zwar vieles besser macht, es aber in der Freeversion kein DPDK im vollen Umfang ausführt.

Wie der Memory Player nun genau arbeitet muss allerdings offen bleiben, da er ohne den Diretta ASIO Treiber funktioniert und auch einen CPU Kern für sich reserviert und diesen mit 100% Auslastung permanent betreibt.

Könnte durchaus sein, das das ALTA Programm nur an lizenzierte Audiohersteller vertrieben wird, welche damit eine Diretta Luxusversion anbieten können, was sich dann sicherlich auch preislich bemerkbar machen wird.

Es grüßt

Bernd Peter

PS: Dann kann Andreas seinem Wunsch entsprechend ein Komplettpaket dort kaufen und sich von Horst die CF Karte - soweit noch im Bestand - besorgen. :wink:
Bernd Peter · „wie Bernd Peter zum aktiven Hören kam“
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Beitrag von Bernd Peter »

Hallo,

ein visueller Überblick mit dem neuen Diretta setup:

Links die beiden PCs wie bisher, allerdings hat der Host (1) nun ein neues BS mit DPDK Software. Ein LAN Kabel führt vom Host PC (siehe Pfeil) nach rechts rüber.

Diretta 2.jpg

Rechts ist der Control PC mit Win 10, der mit dem Host über das LAN Kabel (normales UPnP) direkt verbunden ist.

Diretta 1.jpg

Auf dem Control PC läuft der Memory Player, der allerdings nur Steuerbefehle per LAN an den Host sendet. Auch werden über den Control PC alle Diretta Konfig Einstellungen vorgenommen.

Die Musikfiles liegen bei mir auf dem Host PC, man kann sie auch auf dem Control PC speichern, dann werden sie aber erst über das LAN Kabel ins RAM des Host PC zum Abspielen geladen. Aus klanglichen Gründen bei meinem setup nicht zu empfehlen, normales LAN ist mMn für Highend einfach nicht zu gebrauchen.

Der Memory Player von Diretta ist bei dieser Bedienung (Files auf dem Host PC) etwas umständlich, kein Wunder also, dass Diretta beim ALTA Betrieb den Lizenznehmern die Entwicklung eines eigenen Players vorschlägt. Die Kundschaft braucht es schließlich einfach und möglichst komfortabel.


memplay alta.jpg


Es grüßt

Bernd Peter
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Beitrag von Bernd Peter »

Hallo,

Diretta gibt es meiner Erfahrung nach in 3 Ausbaustufen beim Host PC:

1. Windows mit einem guten Player
2. Windows mit Memory Play
3. Linux mit Memory Play und ALTA

Erst in den letzten Wochen ging es bei mir recht rasant von Stufe 1 auf 2 (Hörtreff mit Horst) und jetzt dank Daniel auf 3.

Zeitlich perfekt getroffen, schließlich ist bald der schon lange geplante Hörtreff bei Rene, wo nun Daniels Diretta ALTA setup vorgeführt wird und natürlich auch die modifizierte CF Karte von Horst zum Einsatz kommt.

Es grüßt

Bernd Peter

PS: wer von den Teilnehmern spezielle Titel hören möchte, sollte diese noch rechtzeitig an Daniel und Horst weitergeben
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Beitrag von Bernd Peter »

Hallo,

zum besseren Verständnis der bei Diretta verwendeten LAN Technik:
1. Diretta Alta
Das Programm „Diretta Alta“ konzentriert sich auf das Verhalten des Host-PCs. Bei herkömmlichen Systemen wird die Netzwerkkarte vom Betriebssystem verwaltet, was zu ständigen Rechenschwankungen und einem Energieverbrauch führt, die der Hi-Fi-Audioqualität abträglich sind.
Funktionsweise: Alta übernimmt die exklusive Kontrolle über die Ethernet-Karte (mittels DPDK).
Vorteil: Der Audio-Netzwerkverkehr muss nicht mehr mit Hintergrundprozessen des Betriebssystems konkurrieren, wodurch eine extrem stabile und von Hardware-Jitter freie Übertragung gewährleistet wird.

2. Diretta DDS (Diretta Direct Stream / „DDS3“)
Diretta DDS (verbunden mit den MSmode3-Optimierungen in Gen5) konzentriert sich hingegen auf die Struktur der über das Kabel übertragenen Daten selbst.
Funktionsweise: Normalerweise wird das Diretta-Protokoll in IPv6/UDP-Paketen gekapselt übertragen (mit einem festen Header-Umfang von 64 Byte). DDS macht den Umweg über Standard-IP-Protokolle überflüssig.
Vorteil: Durch die direkte Verarbeitung von Ethernet-Frames und die Komprimierung des Headers auf eine winzige Nutzlast von 1–2 Byte wird der Rechenaufwand, den das Zielgerät (Ihr Streamer oder DAC) zur Dekodierung des Streams leisten muss, drastisch reduziert – was die Klangreinheit verbessert.
Es grüßt

Bernd Peter
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Beitrag von Bernd Peter »

Hallo,

bei der DPDK Anwendung in Diretta ALTA gibt es eine zweite Eigenschaft, die den technischen Vorsprung ausmacht:

Neben dem Herauslösen der LAN Karte aus der Regentschaft des Betriebsystems wird Polling eingesetzt, ein Begriff, den wir schon von USB her kennen.

Polling

In traditionellen Betriebssystemen löst jede ankommende Paketgruppe einen Hardware-Interrupt (IRQ) aus. Der Kernel pausiert die aktuelle CPU-Arbeit, wechselt in den Kernel-Kontext (Context Switch) und verarbeitet das Paket.
Bei DPDK laufen ein oder mehrere dedizierte CPU-Kerne in einer unendlichen Schleife und fragen die Hardware-Empfangs-Deskriptoren der Netzwerkkarte permanent nach neuen Paketen ab.
Da die Kerne kontinuierlich abfragen, steigt allerdings die CPU-Auslastung der zugewiesenen DPDK-Kerne im Task-Manager (top) sofort auf 100 % – selbst wenn gar kein Netzwerkverkehr stattfindet.
Es wäre natürlich ineffizient, bei jedem Schleifendurchlauf nur ein einziges Paket abzufragen. DPDK nutzt daher Burst-orientierte APIs:
Die Funktion rte_eth_rx_burst holt bis zu 32 Pakete (vordefinierte Größe) auf einmal aus der Queue. Dies minimiert den Overhead der Funktionsaufrufe drastisch und nutzt die CPU-Pipelines optimal aus.
Die bei DPDK verwendeten Poll Mode Driver laufen ferner komplett im User-Space und greifen mittels verknüpfter Speicherbereiche (DMA) direkt auf die RX/TX-Ringe der Hardware zu, wodurch der Linux-Kernel-Netzwerkstack komplett umgangen wird.
Folge: Kaum Interrupts und dazu noch wesentlich schneller bei der Abarbeitung, was sich spürbar auf die Latenzen in der Netzwerkübertragung auswirkt.

Es grüßt

Bernd Peter
beltane · „wie beltane zum aktiven Hören kam“
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Beitrag von beltane »

Hallo Bernd Peter,

nur zur Schärfung bzgl. Linux und Diretta. Ich habe verstanden, dass es hier 2 Ansätze gibt:

1. Diretta Alsa (Treiber für Audioausgabe) und DDS

hier kann jeder Musikplayer eingesetzt werden, der die Nutzung eines Alsa Treibers erlaubt. Ein Abspielen aus dem RAM ist bei manchen Audioplayern wie z.B. Audirvana möglich (nutzt man Linux im RAM, dann läuft der Player im RAM und die Musik Files werden aus dem RAM geladen und abgespielt). DDS wird eingesetzt und der IP Stack wird beim Datentransport umgangen, der Kernel bleibt aber im Pfad. Der Kerneltreiber besitzt weiterhin die Netzwerkkarte und es gibt Interrupts, die aber per IRQ Affinität verschiebbar sind. In fast allen Aspekten besteht eine sehr hohe Ähnlichtkeit zu Windows mit NPCAP und Diretta Asio.

2. Diretta Memory Player mit DDS sowie DPDK/Alta

hier kann ausschließlich der Memory Player eingesetzt werden. In diesem Setup liegen Player und der Musikfile komplett im RAM, Alsa wird umgangen, DDS genutzt und die Datei direkt gesendet. Der Netzwerkstack und der Kerneltreiber werden vollständig umgangen - dies ist technisch der größte Unterschied. Der Kerneltreiber sieht die Netzwerkkarte nicht. Memory Play Host nutzt den von Dir beschriebenen Pollingmodus. Eine ähnliche Lösung ist für Windows konzepttionell bedingt nicht möglich, da Windows immer die Netzwerkkarte sieht und die Kontrolle behält.

Passt das grundsätzlich so? Falls ja, dann wäre eine Weiterentwicklung der Lösung 2 in der Richtung wünschenswert, dass man nicht auf den Memory Player angewiesen ist sondern jeden normalen Musik Player, um auch streamen zu können. Weißt Du, ob entsprechende Entwicklungen geplant sind?

Viele Grüße

Frank
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