Die Punktschallquelle als Kugellautsprecher
-
Hifidistel · „wie Hifidistel zum aktiven Hören kam“
- Aktiver Hörer
- Beiträge: 565
- Registriert: 11.12.2019
- Wohnort: Mannheim
- „wie Hifidistel zum aktiven Hören kam“
Wie möglich zu machen, ist eigentlich immer eine gute Idee. Den Ausführungen zur Gegenkopplung dagegen kann ich nur bedingt folgen - hängen Dämpfungsfaktor, Bandbreite der Schaltung, Ausgangswiderstand und Art und Umfang der Gegenkopplung und Stabilität des Netzteils doch mit der Komplextät des Lautsprechers im Ergebnis stark zusammen. Eine über-ales Impedanzlinearisierung inklusive passiver Weiche wie bei meiner Installation macht gerade bei schwachbrüstigen wenig gegengekoppelten Verstärkern durchaus Sinn, der großen Accuphasse ist das relativ wurscht.
Liebe Grüße
Sascha
Liebe Grüße
Sascha
-
Cabrio_User · „wie Cabrio_User zum aktiven Hören kam“
- Aktiver Hörer
- Beiträge: 212
- Registriert: 05.11.2020
- Wohnort: Weinheim nähe Heidelberg
- „wie Cabrio_User zum aktiven Hören kam“
Hallo Sascha,
der Ausgangswiderstand einer großen Accuphase Endstufe wie z.b. die P7500 beträgt lt. Hersteller identische 0,01Ohm wie es auch die CA401 von Classé im Datenblatt hat. Deine 5312 Neo Treiber haben die identischen Widerstände wie die von mir verwendeten B&C. Die Membrangrößen sind ebenfalls vergleichbar. Ich vermute das die Systeme sehr ähnlich in der Dämpfung/Gegenkopplung reagieren, wenn man diese unter den identischen Bedingungen betreibt. Hast du deine Lautsprecher schon mal aktiv mit und ohne Impedanzkorrektur gehört?
Grüße Christian
der Ausgangswiderstand einer großen Accuphase Endstufe wie z.b. die P7500 beträgt lt. Hersteller identische 0,01Ohm wie es auch die CA401 von Classé im Datenblatt hat. Deine 5312 Neo Treiber haben die identischen Widerstände wie die von mir verwendeten B&C. Die Membrangrößen sind ebenfalls vergleichbar. Ich vermute das die Systeme sehr ähnlich in der Dämpfung/Gegenkopplung reagieren, wenn man diese unter den identischen Bedingungen betreibt. Hast du deine Lautsprecher schon mal aktiv mit und ohne Impedanzkorrektur gehört?
Grüße Christian
-
Hifidistel · „wie Hifidistel zum aktiven Hören kam“
- Aktiver Hörer
- Beiträge: 565
- Registriert: 11.12.2019
- Wohnort: Mannheim
- „wie Hifidistel zum aktiven Hören kam“
Hi Christian,
Aktiv nicht, ohne Impedanzkorrektur schon: einer Horch 3.0s, die gerne höherohmige Lautsprecher sieht und auch gerne konstante ohmsche Lasten hat, tut die Linearisierung hörbar gut. Der Accuphase ist das wie gesagt relativ egal, aber auch sie klingt mit Linearisierung im Grundtonbereich sauberer. Ist bei mir eine A75 aber ich glaube der Dämpfungsfaktor ist der 7500 ähnlich und liegt bei 1000…
Lass uns mal die nächsten Tage telefonieren oder ich komme mal vorbei
Gruß aus Monnem
Sascha
Aktiv nicht, ohne Impedanzkorrektur schon: einer Horch 3.0s, die gerne höherohmige Lautsprecher sieht und auch gerne konstante ohmsche Lasten hat, tut die Linearisierung hörbar gut. Der Accuphase ist das wie gesagt relativ egal, aber auch sie klingt mit Linearisierung im Grundtonbereich sauberer. Ist bei mir eine A75 aber ich glaube der Dämpfungsfaktor ist der 7500 ähnlich und liegt bei 1000…
Lass uns mal die nächsten Tage telefonieren oder ich komme mal vorbei
Gruß aus Monnem
Sascha
-
Cabrio_User · „wie Cabrio_User zum aktiven Hören kam“
- Aktiver Hörer
- Beiträge: 212
- Registriert: 05.11.2020
- Wohnort: Weinheim nähe Heidelberg
- „wie Cabrio_User zum aktiven Hören kam“
Hallo Sascha,
sehr gerne, ich freue mich auf den Austausch mit dir.
Bei der CA401 hatte ich den Eindruck das diese etwas resistenter/stoischer ist, bei komplexen Lasten bzw nicht ganz so dankbar über die elektrische Phasenlinearisierung wie kleinere Endstufen, die ich im Vergleich gehört hatte. Da die großen Endstufen meist eine stabilere Leistungsversorgung Ihrer Endstufenmodule besitzen, war mir das letztendlich wiederum schlüssig und ein Grund, weshalb ich drei der CA401 Endstufen für die Mahagoni Kugeln und den Push Push Sub nutzen möchte. Die dritte CA401 bekommt einen Spannungsteiler am Ausgang, da der HT die hohe Dämpfung nicht benötigt und ich ein ggf entstehendes Netzteil Rauschen minimieren möchte. Das Thema teste ich gerade an dem Kardioid. Dieser hat Interessanterweise an einer CAV180 5Kanal mit je 180W Endstufenmodule und einem 1,2kw Netzteil kein Rauschen gezeigt, die kleinere 100W Stereo Endstufe CA101 dagegen brachte mit Ihrem 800W Ringkerntrafo ein minimales Rauschen, wenn man das Ohr direkt vor den Hochtöner hält und kein Signal anliegt. Ich vermute die größere Kaskadierung der Elkos als ein Grund für das Verhalten bei der CAV180. Jetzt möchte ich dieses Rauschen um 2db senken, indem ich einen 2,35Ohm (20W aus 2x4,7Ohm) Mox Widerstand vor den Hochtöner setze. Den Pegel kann ich entsprechend aktiv anpassen. Da der Kardioid eh ein Forschungsprojekt von mir ist, eignet er sich hervorragend für solche Massnahmen, weil er sich (dank Aluhut) leicht öffnen lässt und man das HT Diaphragma einfach tauschen kann, bzw es relativ günstig beziehen kann.
Grüße Christian
sehr gerne, ich freue mich auf den Austausch mit dir.
Bei der CA401 hatte ich den Eindruck das diese etwas resistenter/stoischer ist, bei komplexen Lasten bzw nicht ganz so dankbar über die elektrische Phasenlinearisierung wie kleinere Endstufen, die ich im Vergleich gehört hatte. Da die großen Endstufen meist eine stabilere Leistungsversorgung Ihrer Endstufenmodule besitzen, war mir das letztendlich wiederum schlüssig und ein Grund, weshalb ich drei der CA401 Endstufen für die Mahagoni Kugeln und den Push Push Sub nutzen möchte. Die dritte CA401 bekommt einen Spannungsteiler am Ausgang, da der HT die hohe Dämpfung nicht benötigt und ich ein ggf entstehendes Netzteil Rauschen minimieren möchte. Das Thema teste ich gerade an dem Kardioid. Dieser hat Interessanterweise an einer CAV180 5Kanal mit je 180W Endstufenmodule und einem 1,2kw Netzteil kein Rauschen gezeigt, die kleinere 100W Stereo Endstufe CA101 dagegen brachte mit Ihrem 800W Ringkerntrafo ein minimales Rauschen, wenn man das Ohr direkt vor den Hochtöner hält und kein Signal anliegt. Ich vermute die größere Kaskadierung der Elkos als ein Grund für das Verhalten bei der CAV180. Jetzt möchte ich dieses Rauschen um 2db senken, indem ich einen 2,35Ohm (20W aus 2x4,7Ohm) Mox Widerstand vor den Hochtöner setze. Den Pegel kann ich entsprechend aktiv anpassen. Da der Kardioid eh ein Forschungsprojekt von mir ist, eignet er sich hervorragend für solche Massnahmen, weil er sich (dank Aluhut) leicht öffnen lässt und man das HT Diaphragma einfach tauschen kann, bzw es relativ günstig beziehen kann.
Grüße Christian
-
Hans-Martin · „wie Hans-Martin zum aktiven Hören kam“
- Aktiver Hörer
- Beiträge: 9994
- Registriert: 14.06.2009
- „wie Hans-Martin zum aktiven Hören kam“
Hallo Christian,
wie hast du das Rauschen* festgestellt?
Mit kurzgeschlossenem Eingang der Endstufe bzw ausgeschaltetem Vorverstärker?
Selbst bei heruntergedrehtem LS-Poti rauschen viele Vorstufen in der Kombi mehr als die Endstufen, erkennbar durch Vergleich mit Kurzschluss (kann auch ein 100 Ohm Widerstand nach Masse sein) am Endstufeneingang.
In den 1980ern, als Metallkalotten in Mode kamen, habe ich mit 1,2 Ohm vor dem 4-Ohm HT gute Ergebnisse erzielt.
Nur fand ich nicht den erwarteten Pegelunterschied (kaum nennenswert wahrgenommen), sondern eine andere Qualität, es klang offener.
Ich habe es damals mit dem HT-Impedanzanstieg (hatte ich nicht mit Zobel kompensiert) bei 20kHz erklärt, der sich über den Vorwiderstand unter Spannungsteileraspekten quasi hinwegsetzte, und auch macht ein höherer Längswiderstand zur Induktivität (Leitung, Schwingspule) eine "schnellere" Zeitkonstante.
Später merkte ich, dass unser Hören sich nicht auf 20kHz eingrenzt, sondern auch Vorgänge jenseits erfassen kann, und seien sie nur zeitlich erfassbar.
Möglicherweise klingt es ohne Zobelglied parallel zum Hochtöner -gehörmäßig-subjektiv- doch besser, ich meine, es wäre einen Versuch wert.
Grüße
Hans-Martin
*mit dem Ohr auf dem Hochtöner höre ich bei minem Class-D-Verstärker eine andeutung von Rauschen, bei den alten Naim hört ich es schon bei 1m Distanz.
wie hast du das Rauschen* festgestellt?
Mit kurzgeschlossenem Eingang der Endstufe bzw ausgeschaltetem Vorverstärker?
Selbst bei heruntergedrehtem LS-Poti rauschen viele Vorstufen in der Kombi mehr als die Endstufen, erkennbar durch Vergleich mit Kurzschluss (kann auch ein 100 Ohm Widerstand nach Masse sein) am Endstufeneingang.
In den 1980ern, als Metallkalotten in Mode kamen, habe ich mit 1,2 Ohm vor dem 4-Ohm HT gute Ergebnisse erzielt.
Nur fand ich nicht den erwarteten Pegelunterschied (kaum nennenswert wahrgenommen), sondern eine andere Qualität, es klang offener.
Ich habe es damals mit dem HT-Impedanzanstieg (hatte ich nicht mit Zobel kompensiert) bei 20kHz erklärt, der sich über den Vorwiderstand unter Spannungsteileraspekten quasi hinwegsetzte, und auch macht ein höherer Längswiderstand zur Induktivität (Leitung, Schwingspule) eine "schnellere" Zeitkonstante.
Später merkte ich, dass unser Hören sich nicht auf 20kHz eingrenzt, sondern auch Vorgänge jenseits erfassen kann, und seien sie nur zeitlich erfassbar.
Möglicherweise klingt es ohne Zobelglied parallel zum Hochtöner -gehörmäßig-subjektiv- doch besser, ich meine, es wäre einen Versuch wert.
Grüße
Hans-Martin
*mit dem Ohr auf dem Hochtöner höre ich bei minem Class-D-Verstärker eine andeutung von Rauschen, bei den alten Naim hört ich es schon bei 1m Distanz.
-
Cabrio_User · „wie Cabrio_User zum aktiven Hören kam“
- Aktiver Hörer
- Beiträge: 212
- Registriert: 05.11.2020
- Wohnort: Weinheim nähe Heidelberg
- „wie Cabrio_User zum aktiven Hören kam“
Hallo Hans Martin,
die Vorstufe war dazu aus, das Ohr direkt am Hochtöner.
Vielen Dank für deine fundierten Herleitungen, denen ich nachgehen werde. Die Modifikation der CA101 ist dank der unschätzbaren Unterstützung von Gert mittlerweile erfolgreich abgeschlossen. Neben dem obligatorischen Tausch der Elektrolytkondensatoren und Relais wurden die Operationsverstärker gegen performantere Typen ersetzt, deren Versorgungsspannung lokal mit MKPs gestützt sowie der Brückengleichrichter mit einem Snubber-Netzwerk bedämpft. Ohne Gerts Beistand wäre die Endstufe wohl ein Fall für den Wertstoffhof gewesen. Das Resultat belohnt den Aufwand: Die CA101 agiert klanglich auf einem völlig anderen Niveau, spielt deutlich transparenter und transientenpräziser. Das native, schaltungstechnisch bedingte Grundrauschen ließ sich durch die Optimierung der Stromversorgung erwartungsgemäß zwar nicht absenken, der Gewinn an spektraler Reinheit durch die stabilisierte Spannungslage ist dennoch eklatant.
Als nächsten Schritt fokussiere ich die Beschaltung des Visaton KE25. Baugruppenmäßig implementiert sind aktuell lediglich ein RCL-Saugkreis sowie ein serieller Hochpasskondensator als DC-Schutz gegen Offset-Spannungen der modifizierten Endstufe. Auf eine Impedanzlinearisierung (Zobel-Glied) habe ich im Zuge eines iterativen Vorgehens zunächst verzichtet.
Analog zur Phasenthematik werde ich nun einen zusätzlichen Vorwiderstand in Reihe schalten. Ein Spannungsteiler (L-Pad) entfällt, da die Keramikkalotte im Nutzbereich einen sehr flachen Impedanzverlauf aufweist und mit einer Realdimpedanz von knapp 6 Ohm die zusätzliche serielle Last klaglos tolerieren sollte.
Beste Grüße Christian
die Vorstufe war dazu aus, das Ohr direkt am Hochtöner.
Vielen Dank für deine fundierten Herleitungen, denen ich nachgehen werde. Die Modifikation der CA101 ist dank der unschätzbaren Unterstützung von Gert mittlerweile erfolgreich abgeschlossen. Neben dem obligatorischen Tausch der Elektrolytkondensatoren und Relais wurden die Operationsverstärker gegen performantere Typen ersetzt, deren Versorgungsspannung lokal mit MKPs gestützt sowie der Brückengleichrichter mit einem Snubber-Netzwerk bedämpft. Ohne Gerts Beistand wäre die Endstufe wohl ein Fall für den Wertstoffhof gewesen. Das Resultat belohnt den Aufwand: Die CA101 agiert klanglich auf einem völlig anderen Niveau, spielt deutlich transparenter und transientenpräziser. Das native, schaltungstechnisch bedingte Grundrauschen ließ sich durch die Optimierung der Stromversorgung erwartungsgemäß zwar nicht absenken, der Gewinn an spektraler Reinheit durch die stabilisierte Spannungslage ist dennoch eklatant.
Als nächsten Schritt fokussiere ich die Beschaltung des Visaton KE25. Baugruppenmäßig implementiert sind aktuell lediglich ein RCL-Saugkreis sowie ein serieller Hochpasskondensator als DC-Schutz gegen Offset-Spannungen der modifizierten Endstufe. Auf eine Impedanzlinearisierung (Zobel-Glied) habe ich im Zuge eines iterativen Vorgehens zunächst verzichtet.
Analog zur Phasenthematik werde ich nun einen zusätzlichen Vorwiderstand in Reihe schalten. Ein Spannungsteiler (L-Pad) entfällt, da die Keramikkalotte im Nutzbereich einen sehr flachen Impedanzverlauf aufweist und mit einer Realdimpedanz von knapp 6 Ohm die zusätzliche serielle Last klaglos tolerieren sollte.
Beste Grüße Christian
- Dateianhänge
-
-
-
-
Fortepianus · „wie Fortepianus zum aktiven Hören kam“
- Aktiver Hersteller
- Beiträge: 3866
- Registriert: 17.12.2008
- Wohnort: Stuttgart
- „wie Fortepianus zum aktiven Hören kam“
Hallo Christian,
nochmal kurz zurück zur Wirkung der Impedanzkorrektur (IK).
Das Elektrische sorgt für den Antrieb und das Mechanische für das Pendel, das ist also hart gekoppelt da drin im Lautsprecher. Deshalb siehst Du die mechanische Resonanz in der elektrischen Impedanz.
Umgekehrt, wenn Du jetzt an der elektrischen Beschaltung so rumdrehst, dass in Summe die Impedanzspitze verschwindet, verschwindet auch die mechanische Resonanz durch diese harte Kopplung. Das ist der Haupteffekt, warum die IK sich so gut anhört bei Dir, meine bescheidene Meinung. Dass der Verstärker dadurch außerdem eine nahezu ohmsche Last sieht, ist sicher hilfreich, aber eben ein dem zuvor Genannten untergeordneter Effekt.
Viele Grüße
Gert
P.S.: Der Verstärker Classé CA-101, der bei mir war, zeigte bei mir einen deutlichen Brumm am asyymetrischen Eingang, der aber am symmetrischen Eingang fast völlig verschwunden war. Probier das doch mal aus.
nochmal kurz zurück zur Wirkung der Impedanzkorrektur (IK).
Das spielt sich auf einer ganz anderen zeitlichen Skala ab als das, was in dem elektromechanischen Gebilde Lautsprecher abläuft. Klar, ein Verstärker hat eine Laufzeit bzw. Phasenverschiebung durch seine Schaltkreise. Das bewirkt dann die sog. TIM, transiente Intermodulationsverzerrungen. Die treten aber nur auf, wenn man die Signalanstiegsgeschwindigkeit des Signals im Verstärker nicht so begrenzt, dass der Verstärkers sie verzerrungsfrei verarbeiten kann. Die ohne TIM möglichen Signalanstiegszeiten sind bei guten Verstärkern weit oberhalb dessen, was man für Audiosignale braucht.Cabrio_User hat geschrieben: 05.07.2026, 07:48 Nach meinem beschränkten Wissen kann eine Gegenkopplung nicht in die Zukunft schauen, bzw regelt nachgelagert. Sie erzeugt unweigerlich Zeitfehler.
Nochmal, ich glaube, Du suchst mit der Gegenkopplung des Verstärkers an der falschen Stelle, zumindest bei den von Dir verwendeten Boliden. Die Resonanzfrequenz, die das Masse-Feder-Pendel Lautsprecher hat, rechnet sich im Wesentlichen aus Masse der Membran plus Schwingspule, der Federkonstante der Sicke plus des Luftvolumens im geschlossenen Gehäuse und der Reibung, die durch Verluste entsteht, aber ebenso ist der Strahlungswiderstand des Lautsprechers als Reibung darstellbar. Warum bildet sich nun diese rein mechanische Angelegenheit in der elektrischen Impedanz des Lautsprechers ab? Weil es eine elektromechanische Kopplung in diesem Gebilde gibt. Die Antriebskraft F ist magnetische Flussdichte B mal Strom I durch die Spule mal Länge des Leiters im Magnetfeld. Dieser Actio wirkt die mechanische Reactio entgegen. Masse mal Beschleunigung. Plus Reibung mal Geschwindigkeit. Plus Auslenkung mal Federkonstante. Beschleunigung, Geschwindigkeit, Auslenkung. Die Änderung der Auslenkung, also des Weges, ist die Geschwindigkeit. Also die Ableitung der Auslenkung. Und die Beschleunigung wiederum ist die Ableitung (Änderung) der Geschwindigkeit. Differenzialgleichung zweiter Ordnung, eine Größe (Auslenkung) plus ihre Ableitung plus ihre zweite Ableitung, Konstanten mal weggelassen, ergeben die Antriebskraft. Das ist das klassische Masse-Feder-Pendel.Cabrio_User hat geschrieben: 05.07.2026, 07:48 Eine gestresste Gegentaktung muss aufgrund der sehr schnellen Zeitintervalle, in denen sie arbeitet, ununterbrochen unterschiedlich viel leisten... Die Überlegungen kamen mir, da ich deine Worte des spiegelglatten Sees und dem Wasserfall noch im Ohr hatte. Was du mit den Supercaps im Klangbild gewonnen hast, klang ähnlich wie das was ich mit der IK gewinne.
Das Elektrische sorgt für den Antrieb und das Mechanische für das Pendel, das ist also hart gekoppelt da drin im Lautsprecher. Deshalb siehst Du die mechanische Resonanz in der elektrischen Impedanz.
Umgekehrt, wenn Du jetzt an der elektrischen Beschaltung so rumdrehst, dass in Summe die Impedanzspitze verschwindet, verschwindet auch die mechanische Resonanz durch diese harte Kopplung. Das ist der Haupteffekt, warum die IK sich so gut anhört bei Dir, meine bescheidene Meinung. Dass der Verstärker dadurch außerdem eine nahezu ohmsche Last sieht, ist sicher hilfreich, aber eben ein dem zuvor Genannten untergeordneter Effekt.
Viele Grüße
Gert
P.S.: Der Verstärker Classé CA-101, der bei mir war, zeigte bei mir einen deutlichen Brumm am asyymetrischen Eingang, der aber am symmetrischen Eingang fast völlig verschwunden war. Probier das doch mal aus.
-
Hans-Martin · „wie Hans-Martin zum aktiven Hören kam“
- Aktiver Hörer
- Beiträge: 9994
- Registriert: 14.06.2009
- „wie Hans-Martin zum aktiven Hören kam“
Hallo Gert,Fortepianus hat geschrieben: 05.07.2026, 20:44P.S.: Der Verstärker Classé CA-101, der bei mir war, zeigte bei mir einen deutlichen Brumm am asyymetrischen Eingang, der aber am symmetrischen Eingang fast völlig verschwunden war. Probier das doch mal aus.
das deutet für mich auf eine Dopplerdung hin. Traditionell ist der Vorverstärker als zentraler Erdungspunkt mit Signalmass auf PE.
Wenn auch bei der Endstufe die Signalmasse hart auf PE liegt, hilft nur der symmetrische Eingang oder ein sehr kurzes Kabel mit größerem Querschnitt der Schirm- oder Masseleitung.
Zuerst dachte ich an einen zurückliegenden Fall eines Vollverstärkers, der alles in Rauschfahnen hüllte, weil der 100 Ohm Widerstand* zwischen Signalmasse und Gehäuse durchgebrannt war. Die helle -brandsichere- Lackbeschichtung war nicht durch Hitze verfärbt, 2 Jahre hatten sich verschiedene Werkstätten vergeblich bemüht...´
Nur in deinem Fall mit der Classé-Endstufe musste irgendwie das Gegenteil passiert sein, eine direkte Verbindung, wo sie nicht sein sollte, zumindest nicht in das Test-Set-up passte.
Beim Markenmix kann sowas schon mal vorkommen... aber auch innerhalb eines Herstellers kann es unterschiedliche Konzepte geben, wo die Kette ihre Erdung findet, speziell, wenn der VV auf die Stromversorgung durch ein externes Netzteil angewiesen ist oder sparsamerweise auf eine Versorgungsleitung von der Endstufe (Naim). Bei einem CDX2 (nicht ganz billig) CD-Player war ein 47 Ohm Widerstand* durchgebrannt und das Gerät klang in der Naim-Kette nicht so gut wie ein anscheinend gleiches Gerät, wo ein Draht den Widerstand ersetzte. Was in der einen Kette besser klang, war in der anderen Kette im Vergleich unterlegen.
Nach vielem Kopfkratzen bis zum Haareraufen war ich schließlich um einige Erfahrungen reicher...
Fazit: Feststellen, welches Erdungskonzept der Hersteller des jeweiligen Gerätes vorgesehen hat, und herleiten, welche Konsequenzen sich bei der Einbindung in die bestehende Kette erwarten lassen.
Grüße
Hans-Martin
-
Cabrio_User · „wie Cabrio_User zum aktiven Hören kam“
- Aktiver Hörer
- Beiträge: 212
- Registriert: 05.11.2020
- Wohnort: Weinheim nähe Heidelberg
- „wie Cabrio_User zum aktiven Hören kam“
Hallo Gert,Fortepianus hat geschrieben: 05.07.2026, 20:44
....Umgekehrt, wenn Du jetzt an der elektrischen Beschaltung so rumdrehst, dass in Summe die Impedanzspitze verschwindet, verschwindet auch die mechanische Resonanz durch diese harte Kopplung. Das ist der Haupteffekt, warum die IK sich so gut anhört bei Dir, meine bescheidene Meinung......
vielen Dank für den Input, ich hatte mich ja eher um die Spannungsversorgung hinter der IK bemüht, da mich die Tiefton Konturoptimierung an die Besserung der Spannungslage in deiner Vorstufe erinnerte. Akustisch ähnliches muss natürlich nicht technisch verwandte Hintergründe besitzen, da hast du Recht.
Die kleine CA101 klingt bei mir mit Chinch ähnlich wie bei der XLR Anbindung. Wobei mir XLR etwas besser gefällt, dass kann aber auch am verwendeten Kabel liegen.
Grüße Christian
-
Cabrio_User · „wie Cabrio_User zum aktiven Hören kam“
- Aktiver Hörer
- Beiträge: 212
- Registriert: 05.11.2020
- Wohnort: Weinheim nähe Heidelberg
- „wie Cabrio_User zum aktiven Hören kam“
Hallo Hans Martin,Hans-Martin hat geschrieben: 06.07.2026, 00:16 ...Beim Markenmix kann sowas schon mal vorkommen... aber auch innerhalb eines Herstellers kann es unterschiedliche Konzepte geben, wo die Kette ihre Erdung findet...
Vor einigen Jahren hatte ich einen Stromfilter aufgebaut, der bis heute aktiv ist. Der PE-Abgleich der Geräte erfolgt hier über Kupferschienen. Jedes Gerät ist mit 18 Adern à 1,5 qmm mit PE angebunden, wohingegen nur die inneren 2 Adern des 20poligen Strangs die Null und L führen. Für den HF-Abgleich wurde zusätzlich ein 0,5 qm großes Kupferblech integriert, auf dem die 18 PE-Adern pro Gerät flächig aufgefächert aufgelötet sind. Zudem wurden die klassischen Schukostecker mit ihrer punktuellen Kontaktierung (unter den Geräten) komplett verbannt und nur noch über Kaltgerätestecker mit flachen, flächigen Kontakten betrieben. Der "Verteiler" der Leistungsversorgung ist der Filter, an dem die Verkabelung fest angeschlossen ist.
Meine damalige Marantz-Kette profitierte enorm von dieser Maßnahme, die Spielfreude und Analytik nahm deutlich zu. Ich hatte vermutet; das bei RCA die Signalmasse gleichzeitig als Rückleiter fungiert und darüber Ausgleichsströme und HF-Störungen in den Signalweg fliessen. Die Oberflächenvergrößerung des Filters hat die HF-Impedanz der Erde so weit gesenkt, dass diese Störungen vermutlich besser abgeleitet wurden, bevor sie das Signal beeinträchtigen konnten. Der spätere Wechsel auf Classé-Endstufen ging bei mir mit dem Umstieg von RCA auf XLR einher. Das Ergebnis: Die Endstufen reagieren unbeeindruckter auf den Filter; es ist kein großer klanglicher Unterschied zwischen dem Betrieb mit oder ohne Filter auszumachen. Der damalige Aha Effekt ist nahezu komplett verschwunden.
Beste Grüße
Christian