Abacus Mirra 10

nihil.sine.causa · „wie nihil.sine.causa zum aktiven Hören kam“
Aktiver Hörer
Beiträge: 1562
Registriert: 28.07.2011
Wohnort: Bonn
„wie nihil.sine.causa zum aktiven Hören kam“

Beitrag von nihil.sine.causa »

Hallo zusammen,

auch ich hatte Gelegenheit bei der ABACon viele Lautsprecher zu vergleichen. Insbesondere konnte ich im Studio die Mirra 10 gegen die C4 hören. Ich habe dazu eigene Aufnahmen abgespielt.

Im Vergleich zur C4 besitzt die Mirra 10 eine bessere Bass-Darstellung. Das hatte ich auch erwartet. Wirklich überrascht hat mich die Präzision der Bühnendarstellung und die Lokalisation der Phantomschallquellen bei der Mirra 10. Das macht sie super.

Ich verwende die C4 als gut transportable Abhörmonitore bei Aufnahmen vor Ort (wenn nicht "zufällig" eine Pivota 42 zur Verfügung steht). Die Bühnendarstellung der Mirra 10 ist so gut, dass ich vor habe, sie in Ruhe gegen meine C4 zu testen. Ggf. nehme ich auch noch die Mirra 14 in den Test mit auf. Das wird spannend.

Viele Grüße
Harald
nihil.sine.causa · „wie nihil.sine.causa zum aktiven Hören kam“
Aktiver Hörer
Beiträge: 1562
Registriert: 28.07.2011
Wohnort: Bonn
„wie nihil.sine.causa zum aktiven Hören kam“

Beitrag von nihil.sine.causa »

Hallo zusammen,

über die Feiertage hatte ich Gelegenheit, die Mirra 10 sowie die Mirra 14 bei mir zu Hause in Ruhe zu vergleichen. Mir ging es dabei vor allem um die Darstellungsfähigkeiten dieser Lautsprecher im Stereobild und insbesondere um die Lokalisationsschärfe. Meine Hauptanwendung ist der Regieplatz bei Live-Aufnahmen, aber auch das Beurteilen von Mischungen im Tonstudio. Als Vergleichspartner habe ich aus meinem Bestand Abacus C4, Silbersand 201 im „Regalformat“ sowie ein Pärchen Klein&Hummel O300 verwendet. Letztere sind eine Leihgabe eines Freundes.

Die jeweiligen Testkandidaten habe ich auf stabile Monitorständer (Leihgabe von Abacus) gestellt. Die Zweiwege-Systeme Mirra 10, Abacus C4 und Silbersand 201 habe ich im Hochformat aufgestellt. Die Dreiwege-Systeme Mirra 14 und K&H O300 waren im Querformat aufgestellt. Das Stereo-Dreieck hatte eine Seitenlänge von 150cm und das Abhören erfolgte im Nahfeld. Zuspieler war mein Roon-System und mein Linn G-ADS 1/DAC („Der Titan“). Als Stromkabel habe ich immer die gleichen „einfachen“ aber guten Kabel verwendet. Signalkabel waren ungeschirmte Vovox-Kabel (vorzugsweise symmetrisch).

Ich beschreibe kurz die Testsignale und die Fragestellung bei diesem Vergleich:
  • Rosa Rauschen Mono
    Wie präzise kommt das Rauschen aus einem Schlitz in der Mitte?
  • Selbst erstellte Testsignale (Triangel), so dass die resultierende Phantomschallquelle von links nach rechts wandert (Pegeldifferenzstereofonie). Es sind 9 Signale in 3er-Gruppen, die ganz links, in der Mitte und ganz rechts zunehmend zusammenrücken.
    Wann sind die Richtungsunterschiede der Tripel ganz links, in der Mitte und ganz rechts nicht mehr unterscheidbar?
  • Selbst erstellte Klavieraufnahmen, insbes. chromatische Tonleiter in Pegeldifferenzstereofonie aufgenommen mit einem MS-System (Josephson C617Set als M und Neumann KK120+KM-A als S) in der Flügelbucht.
    Wie gut ist die Lokalisationsschärfe vom Bass rechts bis hin zum Diskant links differenziert?
  • Selbst erstellte Klavier und Orgelaufnahmen, insbes. Laufzeitdifferenzstereofonie AB (Josephson C617Set).
    Wie gut ist die räumliche Darstellung? Welche Bühnentiefe entsteht im Hörraum?
Nun zu den Ergebnissen des Tests. Die Silbersand 201 besitzt geregelte Hochtöner. Ich nutze sie seit vielen Jahren und sie liefern eine fantastisch gute Lokalisationsschärfe. Insbesondere fallen hier die – sonst und insbesondere für ihre Preisklasse – sehr guten C4 ab. Die Mirra 10 dagegen zog bezüglich Lokalisationsschärfe im Stereo-Bild mit der Silbersand 201 gleich. Das hatte ich so nicht erwartet. Insbesondere war die Auflösung der Triangel-Signale auf dem gleichen Niveau. Und die Präzision der Lokalisationsschärfe bei der chromatischen Tonleiter war ebenfalls vergleichbar. Die Basspräzision der Mirra 10 ist der Silbersand 201 leicht überlegen. In der räumlichen Darstellung bei Laufzeitdifferenzstereofonie hat die Silbersand leicht die Nase vorn.

Da sich die Mirra 10 so gut geschlagen hat, war ich gespannt auf die Mirra 14. Sie hat ein besseres Bassfundament, das war auch zu erwarten. Entsprechend kommt die räumliche Darstellung bei Laufzeitdifferenzstereofonie genauer als bei den Zweiwege-Systemen und die Bühnendarstellung hat mehr Tiefe. Beim Tiefbass liefert die Mirra 14 etwas mehr Druck als die O300. Ansonsten ist die räumliche Darstellung der beiden Dreiwege-Testkandidaten ähnlich.

Bei der Lokalisationsschärfe war ich wiederum erstaunt über die Dreiwege-Kandidaten. Beide Systeme, sowohl die Mirra 14 als auch die O300 sind bei der Auflösung der Triangel-Signale eine Klasse besser als die 201 und Mirra 10. Die Lokalisationsschärfe in der Bühendarstellung bei Pegeldifferenzstereofonie (insbes. chromatische Tonleiter beim Flügel) ist sowohl bei der Mirra 14 als auch bei der O300 ganz hervorragend. Die Mirra 14 ist hier einen Tick präziser.

Fazit: Mit den Mirra 10 und Mirra 14 sind erstaunlich präzise Systeme verfügbar. Im Regieraum geben sie die Sicherheit, ob die Mikrofone richtig stehen und/oder wie gut die Stereo-Mischung ist. Dass das mit solch kompakten Monitoren überhaupt möglich ist, hatte ich nicht erwartet.

Viele Grüße
Harald
Hironimus_23 · „wie Hironimus_23 zum aktiven Hören kam“
Aktiver Hörer
Beiträge: 1003
Registriert: 29.12.2012
Wohnort: Norddeutschland
„wie Hironimus_23 zum aktiven Hören kam“

Beitrag von Hironimus_23 »

Hallo Harald,

vielen Dank für deinen interessanten Vergleichstest. Damit ist für dich wahrscheinlich klar wohin die Reise gehen wird und deine C-Box 4 werden hier im aktiven Marktplatz auftauchen :) .
Und die Mirra 14 ist ja von der Größe und Gewicht auch noch transportabel.

Viele Grüße
René
musikgeniesser · „wie musikgeniesser zum aktiven Hören kam“
Aktiver Hörer
Beiträge: 1510
Registriert: 23.03.2011
Wohnort: 22149 Hamburg
„wie musikgeniesser zum aktiven Hören kam“

Beitrag von musikgeniesser »

Moin Harald,
moin Forenten,

auch von meiner Seite besten Dank für deinen Hörtestbericht. Zwar bin ich nicht mehr so besessen wie früher und auch die Laufzeit- und Pegeldifferenzstereofonie -- welch herrliche Wortkomposita! -- sind mir nicht in ihrer Tiefe klar,*) das gebe ich gerne zu, aber deine Berichte gehören zu jenen, denen man die vorhergehende ernsthafte Beschäftigung mit dem Thema anmerkt. Das ist die große Stärke dieses Forums, wobei es auch hier Ausreißer nach unten gibt, aber Ausnahmen bestätigten schon immer die Regel.

Was mir auffällt ist, dass der technische Fortschritt vor Lautsprecherboxen doch nicht ganz halt gemacht hat, sodass es seit, sagen wir den frühen 80er-Jahren, als es eine erste Hoch-Zeit für aktive und geregelte Lautsprecherboxen in der HiFi-Szene gab, die einen wirklich hörbaren Fortschritt bedeutete, durchaus weitere hörbare, wenn auch nicht mehr derart grundstürzende Verbesserungen gibt. Grundstürzend fand ich die Vorführung von Canton -- das dürfte 1985 (oder 1987, selbst ChatGPT möchte sich da nicht festlegen, aber ich neige zu 1985) gewesen sein -- durchaus, als die CA 20 als Erstauftritt von Canton im Segment geregelter Aktivboxen auf der IFA vorgestellt wurde. Die Vorführung erfolgte im Vergleich zum mehr oder weniger vollständigen übrigen Lieferprogramm von Canton, allesamt Passivboxen.

Die Vorteile der Aktivtechnik beruhen auf 2 Unterschieden: einerseits der direkten Ankoppelung der Lautsprecherchassis an eigens dafür vorgesehene Verstärker, also die Möglichkeit, die Chassis ohne störende Frequenzweichen direkt anzusteuern und andererseits der Möglichkeit, eine Rückkoppelung vorzusehen. Canton machte von beidem Gebrauch und die noch beeindruckenderen Vorführungen von Cabasse 1981 und 1983 auf den IFAs für die Konuswege, was bis 800 Hz (Dreiwege) bzw. 1.200 Hz (Vierwege) bedeutete.

Deine, Harald, Darstellung verstehe ich so, dass die Auswirkung der Rückkoppelung an Bedeutung verliert. Nicht aus eigener Schuld sozusagen, sondern, weil die Verstärkertechnik in den letzten 4 Jahrzehnten denn doch noch, wenn auch marginale, Fortschritte gemacht hat. Gerade Abacus scheint hier die Nase recht weit vorne zu haben, ohne dass ich für mich in Anspruch nehmen könnte, die Schaltungsvorteile tatsächlich beurteilen zu können, also technisch: ich bin kein Elektroingenieur.
nihil.sine.causa hat geschrieben: 09.01.2026, 15:15 Nun zu den Ergebnissen des Tests. Die Silbersand 201 besitzt geregelte Hochtöner. (...)

Bei der Lokalisationsschärfe war ich wiederum erstaunt über die Dreiwege-Kandidaten. Beide Systeme, sowohl die Mirra 14 als auch die O300 sind bei der Auflösung der Triangel-Signale eine Klasse besser als die 201 und Mirra 10. Die Lokalisationsschärfe in der Bühendarstellung bei Pegeldifferenzstereofonie (insbes. chromatische Tonleiter beim Flügel) ist sowohl bei der Mirra 14 als auch bei der O300 ganz hervorragend. Die Mirra 14 ist hier einen Tick präziser.
Das dürfte vor vierzig Jahren noch nicht so ohne weiteres der Fall gewesen sein. Gut, das ist eine unbewiesene Behauptung von mir, aber die Tatsche, dass sich seinerzeit selbst Canton bemüßigt gefühlt hat, wenn schon aktive, dann doch gleich auch geregelte Boxen auf den Markt zu bringen, nehme ich jetzt mal als Hinweis darauf, diese These aufstellen zu dürfen. Cantons schneller Rückzug aus dem Segment deute ich eher als Hinweis darauf, dass Canton die klanglichen Vorteile nutzen wollte, jene also tatsächlich als gegeben angesehen, aber den Serviceaufwand klar unterschätzt hatte.

Heute scheint die Verstärkertechnik tatsächlich weiter zu sein als in den 80ern, wie du klar herausgehört hast. Sicher, ein Dreiwegsystem ist kein Zweiwegsystem, aber dass gleich zwei ungeregelte Lautsprecher der Gegenwart mit einer kleinen Silbersand-Box durchaus mithalten können, finde ich als Langzeitbeobachtung interessant; vor allem aber doch ein wenig überraschend.

Andererseits denke ich auch, dass moderne, geregelte Lautsprecher noch mehr können, aber mehr geht immer und dass viel viel hilft, mag vielleicht sogar intelligent sein, aber überraschend ist es ganz sicher nicht.

In diesem Sinne noch einmal herzlichen Dank für die gelungene kleine Überraschung und nochmals danke für den aufschlussreichen Bericht.

Gruß

Peter

*) außer, dass ich mich an einen Testbericht des Revox-Precievers A 720 erinnere, der für Kopfhörerbetrieb eine mit "Binaural" bezeichnete Taste hatte, die die Signale unterhalb 500 Hz, glaube ich, von Pegel- auf Laufzeitdifferenz oder umgekehrt oder noch ganz anders umwandelte und an der frontseitigen Klinkenbuchse bereitstellte, was ich zuwar nicht vergessen, aber andererseits auch nicht vollständig verstanden hatte
Hans-Martin · „wie Hans-Martin zum aktiven Hören kam“
Aktiver Hörer
Beiträge: 9949
Registriert: 14.06.2009
„wie Hans-Martin zum aktiven Hören kam“

Beitrag von Hans-Martin »

musikgeniesser hat geschrieben: 19.01.2026, 13:00*) außer, dass ich mich an einen Testbericht des Revox-Precievers A 720 erinnere, der für Kopfhörerbetrieb eine mit "Binaural" bezeichnete Taste hatte, die die Signale unterhalb 500 Hz, glaube ich, von Pegel- auf Laufzeitdifferenz oder umgekehrt oder noch ganz anders umwandelte und an der frontseitigen Klinkenbuchse bereitstellte, was ich zuwar nicht vergessen, aber andererseits auch nicht vollständig verstanden hatte
Hallo Peter,
da ich geräde einen offenen Revox a720 vor mir habe und die Serviceanleitung auch, ist die Binaural-Geschichte schnell erzählt: andere bezeichnen es als Crossfeed-Schaltung, die bei Tönen unter ca. 800Hz die Kanaltrennung herabsetzt, verbunden mit einer Verzögerung. Sowas wurde auch nach dem Erfinder Bauer benannt. Über Spulen und einen Sperrkreis sind die beiden Kanäle verbunden.
Wie ich das Schaltbild interpretiere, liefert der KH-Verstärker ein invertiertes Signal und macht in der Summe aller Eigenschaften das Gegenteil von FLOW einschließlich der Polarität.
Grüße
Hans-Martin
Hanno · „wie Hanno zum aktiven Hören kam“
Aktiver Hersteller
Beiträge: 88
Registriert: 26.11.2010
Wohnort: Oldenburg
„wie Hanno zum aktiven Hören kam“

Beitrag von Hanno »

Hallo zusammen,

unsere Mirra 10 wurde jüngst bei Fairaudio getestet:
https://www.fairaudio.de/test/abacus-mi ... tsprecher/

Bild
Ich persönlich mag den Stil von Autor Jochen Reinecke ja eh, umso schöner finde ich es, dass das, was wir für den Lautsprecher beanspruchen auch bei ihm einen Nerv getroffen hat.

Viel Spaß beim Lesen und viele Grüße,
Hanno
wgh52 · „wie wgh52 zum aktiven Hören kam“
Aktiver Hörer
Beiträge: 6026
Registriert: 25.01.2008
Wohnort: Schweitenkirchen
„wie wgh52 zum aktiven Hören kam“

Beitrag von wgh52 »

Hallo Hanno,

ja, das sind mal wieder interessante Lautsprecher von Abacus, die ich gerne mal hören würde :cheers:

Mir fällt auf, daß "nur" Analogeingänge im Angebot sind und darum meine Frage: Was macht der geneigte Hörer, der doppelte DA Wandlung vermeiden will? Könntet Ihr für Digitalkettenbetreiber nicht SPDIF und/oder Toslink Digitaleingänge vorsehen? Ich verstehe, daß das zusätzliche Kosten sind, aber man könnte das ja ggf. zusätzlich als Option anbieten...

Danke und Grüße nach Nordenham!
Winfried
Hans-Martin · „wie Hans-Martin zum aktiven Hören kam“
Aktiver Hörer
Beiträge: 9949
Registriert: 14.06.2009
„wie Hans-Martin zum aktiven Hören kam“

Beitrag von Hans-Martin »

Hallo Winfried, Hanno,
ich finde die Beschränkung auf analoge Eingänge keinesfalls beklagenswert, sie wundert mich nicht.
Sie ermöglicht, A/D- und D/A-Wandlung mit einer gemeinsamen Clock zu takten und auch unter den Vibrationen des LS weitgehend den Jitter in der so möglichen synchronen Verarbeitung zu minimieren.
Mit einem sonst erforderlichen asynchronen Abtastratenwandler, der die Vielfalt der digitalen Formate umzusetzen imstande ist, geht es nicht ohne Interpolation mit der unvermeidbaren Abweichung vom Ideal, außer das Zielformat kommt bereits am Eingang an.
Auch bleibt eine eindeutig synchrone Einstellbarkeit der Lautstärke beider zu lösen, da sehe ich die eigentliche Problematik, zudem bei kleinen Pegeln Auflösungsverlust hinnehmen zu müssen kein positiver Nebeneffekt ist.

Bei Günter Pauler (Stockfisch) habe ich mich einst über seine eher PA- orientierten LS Abhöre gewundert, GP erklärte mir, sie müssten zu großen Lautstärken fähig sein, um auch leise Nebengeräusche / Störungen aufzuspüren.
Mit einem vorhandenen analogen Pegeleinsteller ist die konventionelle Anpassung kostengünstig möglich, und wer hat schon digitales Equipment mit digitaler Lautstärkeeinstellung? Das ist nur eine kleine Zielgruppe, zu der ich mich auch zähle, aber bei mir wird die Lautstärke im Netzteil eingestellt, indem die Betriebsspannung der PWM-Ausgangsstufe zum LS angepasst wird - ohne dass die reale Bitmenge bereits vor dem Eingang des Verstärkers reduziert werden musste, um leiser als Maximalpegel zu spielen.
Grüße
Hans-Martin
Hanno · „wie Hanno zum aktiven Hören kam“
Aktiver Hersteller
Beiträge: 88
Registriert: 26.11.2010
Wohnort: Oldenburg
„wie Hanno zum aktiven Hören kam“

Beitrag von Hanno »

Hallo Winfried,

diese Frage kommt natürlich immer mal wieder und ist ja auch nicht unberechtigt.
Es gibt zwei Aspekte:

1. Hürden:
  • Interne Sampling-Rate des DSPs ist 96 kHz: Das bedeutet, für alle anderen Formate bräuchte man einen Samplerate-Converter. Damit sind einige Aspekte der "direkten" digitalen Zuspielung schon wieder ausgehebelt.
  • Signalaufteilung bei Stereo: Das Signal muss dann von einem Lautsprecher zum anderen geführt werden. Machbar, aber recht aufwendig.
  • Lautstärkeregelung: Oft sind digitale Ausgangssignale nicht in der Lautstärke regelbar. Das heißt, man müsste sich wieder überlegen, wie man das synchron löst.
  • Mehrkanalanwendungen: Bei Anwendungen wie 5/7/9.1 und Atmos ist es noch schwieriger, das sinnvoll zu verteilen. Hier wäre Dante dann der Königsweg, aber da reden wir dann wieder von einer ganz anderen Aufwandsklasse, wenn man Produkte weitgehend in Deutschland fertigt.
  • Luftdichtigkeit: Klingt erstmal nach einem banalen Problem, aber jeder Anschluss muss luftdicht ausgeführt sein, das ist schon bei XLR recht tricky und zusätzliche Anschlüsse machen es nicht einfacher
2. Frage der Notwendigkeit:
  • Das Thema mit der doppelten Wandlung ist nach unserer inzwischen mehr als 17-jährigen Erfahrung weniger eines für die Ohren, als viel mehr eines für zwischen den Ohren. Wir haben ja viele Kunden, denen ist es prinzipiell erstmal ganz egal, was in der Box passiert, solange was Schönes rauskommt. Und das gilt sogar im Pro-Audio-Bereich, wo unsere Mirra 14 mit dem gleichen Konzept ja inzwischen immer begehrter wird.
  • AD-, DA-Wandlung und Signalverarbeitung arbeiten alle mit demselben Taktgeber und mit einer Gesamtdurchlaufverzögerung von ca. 0,3ms. Ich denke, hier liegt ein bisschen die Begründung dafür, dass ab einer bestimmten Anzahl von Filtern und Algorithmen die Möglichkeiten der Signalverarbeitung die theoretischen Nachteile einer doppelten Wandlung bei Weitem überwiegen.
  • Es hat sich immer wieder gezeigt, dass sich die Qualität der Quelle immernoch deutlich im Gesamtergebnis niederschlägt. Das ist für mich in diesem Zusammenhang die Bestätigung, dass das Nadelöhr nicht in der Box liegt.
  • Und dann noch ein ganz profaner Aspekt: Die Mirra 10, 14 und 15 sind einfach verflucht gut! :-D Vielleicht sogar so gut, dass spätestens beim Hören keiner mehr an sowas denkt. ;-)
So und jetzt aber noch paar Worte nebenbei: Klar! Uns juckt es natürlich im Kopf, wenn wir an das Thema denken. Und wenn wir für alle oben genannten Aspekte eine tolle Lösung hätten, dann würden wir sie einbauen oder zumindest mit anbieten. Solange das aber nicht gegeben ist oder eine Lösung das tolle Preisleistungsverhältnis sprengen würde, freuen wir uns tatsächlich einfach darüber, wie gut das alles funktionert.
wgh52 hat geschrieben: 03.06.2026, 11:23 die ich gerne mal hören würde :cheers:
Ich kann dich übrigens gerne mal für ein Testpärchen einplanen! Dazu können wir ja mal telefonieren.

Viele Grüße
Hanno

PS: Während ich schreibe lese ich, dass auch Hans-Martin schon ein paar ähnliche Gedankengänge geteilt hat. Ich war nur zu langsam. ;-)
Antworten