Hohe Box, kleine Grundfläche
-
paco de colonia · „wie paco de colonia zum aktiven Hören kam“
- Aktiver Hörer
- Beiträge: 265
- Registriert: 08.08.2020
- Wohnort: Köln
- „wie paco de colonia zum aktiven Hören kam“
Hallo,
ich baue gerade einen 3-Wege Lautsprecher, 91,5cm hoch, 30cm breit, 21,4cm tief. Er wird auf verklebtem Parkett stehen. Sein 10 Zoll Bass (Purifi PTT10) macht mit linear 15mm Hub bei lauter und bassreicher Musik eine Menge Krawall.
Jetzt suche ich eine Möglichkeit, sowohl Stabilität/Kippsicherheit als auch Entkopplung unter einen Hut zu bekommen.
Eine mit Alubutyl gedämpfte Metallplatte im Lautsprecherfuß könnte den Schwerpunkt tiefer legen. Unsicher bin ich mir, was ich zwischen Bodenplatte des Lautsprechers (21mm Multiplex) und Boden lege und gleichzeitig dezent aussieht. Wie sind Eure Erfahrungen mit Sylomer?
Die üblichen Ausleger und große Bodenplatten scheiden bei mir aus optischen Gründen aus.
Wer hat einen Tipp?
ich baue gerade einen 3-Wege Lautsprecher, 91,5cm hoch, 30cm breit, 21,4cm tief. Er wird auf verklebtem Parkett stehen. Sein 10 Zoll Bass (Purifi PTT10) macht mit linear 15mm Hub bei lauter und bassreicher Musik eine Menge Krawall.
Jetzt suche ich eine Möglichkeit, sowohl Stabilität/Kippsicherheit als auch Entkopplung unter einen Hut zu bekommen.
Eine mit Alubutyl gedämpfte Metallplatte im Lautsprecherfuß könnte den Schwerpunkt tiefer legen. Unsicher bin ich mir, was ich zwischen Bodenplatte des Lautsprechers (21mm Multiplex) und Boden lege und gleichzeitig dezent aussieht. Wie sind Eure Erfahrungen mit Sylomer?
Die üblichen Ausleger und große Bodenplatten scheiden bei mir aus optischen Gründen aus.
Wer hat einen Tipp?
-
Hans-Martin · „wie Hans-Martin zum aktiven Hören kam“
- Aktiver Hörer
- Beiträge: 10027
- Registriert: 14.06.2009
- „wie Hans-Martin zum aktiven Hören kam“
Hallo Paco,
gemäß Newtonscher Mechanik (actio=reactio, F-m*a, P=m*v) ist zu erwarten, dass ein Elastomer zwischen Box und Boden auf die Antriebskräfte des TT nachgeben wird, also die Präzision beeinträchtigt. Jede Gehäusebewegung überlagert auch den MT und HT, wogegen ich dann den HT vom Gehäuse entkoppeln, also schwimmend lagern würde.
Die Alternative sieht meinerseits so aus, das verklebte Parkett als Medium zur Ableitung gegen den Estrich zu nutzen, der letztlich die größte verfügbare träge Masse im Raum darstellt, und dessen Elastizitätsmodul (Young) ähnlich wie das Gehäuse sein wird.
Ein schwimmend verlegtes Parkett wäre ein ganz anderer Fall, da würde ich kompromisslos entkoppeln.
Da unser Gehörsinn überwiegend die positiven Flanken interpretiert, ist die Präzision der Vorwärtsbewegung der Membran besonders wichtig, was sich so bemerkbar macht, dass man hinten mit 2 Füßen, vorn in der Mitte nur mit 1 klanglich besser fährt.
Wenn du über eine Beschwerung der Bodenplatte nachdenkst, um den Schwerpunkt weiter nach unten zu verlagern, würde ich die erwähnte Stahlplatte nicht eleastisch entkoppeln, sondern fest verkleben, damit sie die Biegesteifigkeit des Bodens verbessert. Dann gibt es auch weniger Vibrationen, von denen man den Boden entlasten möchte.
Wenn die Bodenplatte schwingt, sind Füße in den Kanten/Ecken angebracht. Je kürzer, flacher, desto besser die Kopplung, geringer die Verscherung, Wo Dämpfung gewüncht ist, muss höher gebaut werden, was der Standfestigkeit nicht förderlich ist.
Bei Pegeln, wo der TT seinen Hub voll ausspielt, wird sich das Gehäuse nicht selbst umwerfen dürfen. Ob man bei Disco-Pegeln noch auf Detailzeichnung achtet, bleibt dahingestellt.
Ich experimentiere gern mit 3 Centstücken, Hartholzscheiben vom Mühlespiel, kleinen Schichtholzscheiben, aber auch Fahrradschlauchausschnitte. 4 Füße können Bodenunebenheiten nicht so gut ausgleichen wie 3, auf denen die Box immer wackelfrei steht. Wenn sie auf 4 Füßen kippelt, kann das zu einer Verschärfung im Diskant von Männerstimmen führen. Ums Ausprobieren kommt man selbst nicht herum, weil alles individuell klingt.
Was mich wundert, ist die Ablehnung einer Stütze, eine Kabelführung hingegen zugelassen wird.
Grüße
Hans-Martin
gemäß Newtonscher Mechanik (actio=reactio, F-m*a, P=m*v) ist zu erwarten, dass ein Elastomer zwischen Box und Boden auf die Antriebskräfte des TT nachgeben wird, also die Präzision beeinträchtigt. Jede Gehäusebewegung überlagert auch den MT und HT, wogegen ich dann den HT vom Gehäuse entkoppeln, also schwimmend lagern würde.
Die Alternative sieht meinerseits so aus, das verklebte Parkett als Medium zur Ableitung gegen den Estrich zu nutzen, der letztlich die größte verfügbare träge Masse im Raum darstellt, und dessen Elastizitätsmodul (Young) ähnlich wie das Gehäuse sein wird.
Ein schwimmend verlegtes Parkett wäre ein ganz anderer Fall, da würde ich kompromisslos entkoppeln.
Da unser Gehörsinn überwiegend die positiven Flanken interpretiert, ist die Präzision der Vorwärtsbewegung der Membran besonders wichtig, was sich so bemerkbar macht, dass man hinten mit 2 Füßen, vorn in der Mitte nur mit 1 klanglich besser fährt.
Wenn du über eine Beschwerung der Bodenplatte nachdenkst, um den Schwerpunkt weiter nach unten zu verlagern, würde ich die erwähnte Stahlplatte nicht eleastisch entkoppeln, sondern fest verkleben, damit sie die Biegesteifigkeit des Bodens verbessert. Dann gibt es auch weniger Vibrationen, von denen man den Boden entlasten möchte.
Wenn die Bodenplatte schwingt, sind Füße in den Kanten/Ecken angebracht. Je kürzer, flacher, desto besser die Kopplung, geringer die Verscherung, Wo Dämpfung gewüncht ist, muss höher gebaut werden, was der Standfestigkeit nicht förderlich ist.
Bei Pegeln, wo der TT seinen Hub voll ausspielt, wird sich das Gehäuse nicht selbst umwerfen dürfen. Ob man bei Disco-Pegeln noch auf Detailzeichnung achtet, bleibt dahingestellt.
Ich experimentiere gern mit 3 Centstücken, Hartholzscheiben vom Mühlespiel, kleinen Schichtholzscheiben, aber auch Fahrradschlauchausschnitte. 4 Füße können Bodenunebenheiten nicht so gut ausgleichen wie 3, auf denen die Box immer wackelfrei steht. Wenn sie auf 4 Füßen kippelt, kann das zu einer Verschärfung im Diskant von Männerstimmen führen. Ums Ausprobieren kommt man selbst nicht herum, weil alles individuell klingt.
Was mich wundert, ist die Ablehnung einer Stütze, eine Kabelführung hingegen zugelassen wird.
Grüße
Hans-Martin
-
paco de colonia · „wie paco de colonia zum aktiven Hören kam“
- Aktiver Hörer
- Beiträge: 265
- Registriert: 08.08.2020
- Wohnort: Köln
- „wie paco de colonia zum aktiven Hören kam“
Hallo Hans-Martin,
herzlichen Dank für Deine Tipps.
Da die Lautsprecher bei uns an markanter Stelle im Wohnzimmer stehen werden, spielt dort für die Beste aller Ehefrauen auch die Optik eine große Rolle. Diese mit gleichzeitig klanglich positiven Eigenschaften zu verheiraten ist nicht immer einfach.
Deshalb soll es optisch sehr dezent sein, auch wenn ich grundflächenvergrößernde Basisplatten und Ausleger aus technischer Sicht bevorzugen würde.
LG paco
herzlichen Dank für Deine Tipps.
Da die Lautsprecher bei uns an markanter Stelle im Wohnzimmer stehen werden, spielt dort für die Beste aller Ehefrauen auch die Optik eine große Rolle. Diese mit gleichzeitig klanglich positiven Eigenschaften zu verheiraten ist nicht immer einfach.
Deshalb soll es optisch sehr dezent sein, auch wenn ich grundflächenvergrößernde Basisplatten und Ausleger aus technischer Sicht bevorzugen würde.
LG paco
-
annalognicht · „wie annalognicht zum aktiven Hören kam“
- Aktiver Hörer
- Beiträge: 137
- Registriert: 01.08.2025
- „wie annalognicht zum aktiven Hören kam“
Hallo,
ich schließe mich den Überlegungen von Hans-Martin absolut an.
Die Idee 3 Füße anstatt 4 zu wählen erhöht zwar etwas die Kippgefahr, aber dafür ist das Gewicht der Box selbst immer fast gleich auf allen drei Punkten verteilt und entsprich einer gleichmäßigen Ankopplung.
Die Idee mit der Stahlplatte hatte ich bei dem Bau des Ripol auch. Allerdings hab ich ihn so massiv gebaut, dass es am Ende nicht notwendig war.
Wenn du noch Platz im Gehäuse hast, kannst du auch Bleischrot auf den Boden einfüllen.
Sylomer halte ich nicht für eine gute Idee. Ich würde genau wie Hans-Martin schon sagt, knallhart ankoppeln. Mit Spike oder so etwas die auf Plätzchen stehen um nicht das Parkett zu ruinieren.
Viel Erfolg mit den Versuchsreihen. Manche Dinge muss man einfach ausprobieren um zu sehen was wirklich von Nutzen ist.
liebe Grüße Uli
ich schließe mich den Überlegungen von Hans-Martin absolut an.
Die Idee 3 Füße anstatt 4 zu wählen erhöht zwar etwas die Kippgefahr, aber dafür ist das Gewicht der Box selbst immer fast gleich auf allen drei Punkten verteilt und entsprich einer gleichmäßigen Ankopplung.
Die Idee mit der Stahlplatte hatte ich bei dem Bau des Ripol auch. Allerdings hab ich ihn so massiv gebaut, dass es am Ende nicht notwendig war.
Wenn du noch Platz im Gehäuse hast, kannst du auch Bleischrot auf den Boden einfüllen.
Sylomer halte ich nicht für eine gute Idee. Ich würde genau wie Hans-Martin schon sagt, knallhart ankoppeln. Mit Spike oder so etwas die auf Plätzchen stehen um nicht das Parkett zu ruinieren.
Viel Erfolg mit den Versuchsreihen. Manche Dinge muss man einfach ausprobieren um zu sehen was wirklich von Nutzen ist.
liebe Grüße Uli