Nachhallzeiten in Abhängigkeit von der Raumgröße

annalognicht · „wie annalognicht zum aktiven Hören kam“
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Beitrag von annalognicht »

Hallo Hans Martin,
Hans-Martin hat geschrieben: 18.08.2025, 12:56 Hallo Uli,
da du das Mikrofon am unveränderten Hörplatz aufgestellt hast, wird ein anderes Messergebnis vermutlich im Wesentlichen auf die anderen Lautsprecher und deren Positionierung, also geänderter Modenanregung zurückzuführen sein.
Grüße
Hans-Martin
Ja, so würde ich das auch erklären wollen. Die Hornlautsprecher bearbeiten die raumbegrenzenden Bauteile deutlich selektiver oder zumindest anders.
Ich muss sagen, die Unterschiede der verschiedenen Messung sind keine Welten, aber es verändert sich. Das finde ich interessant, zumal man eigentlich sagt, dass die Nachhallzeit eine Konstante nur des Raumes selbst ist. Ergo, ist das was ich da an Messung sehe nicht "die" Nachhallzeit ist, sondern ein Nachhallverhalten nur am Hörplatz unter dieser bestimmten Beschallungsrichtung.

Die Trennung Ripol zu Middbass liegt momentan bei 100 Hz.

Viele Grüße Uli
Hans-Martin · „wie Hans-Martin zum aktiven Hören kam“
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Beitrag von Hans-Martin »

Hallo Uli,
die Nachhallzeit wird nach der Sabine'schen Formel berechnet: T = 0,163 * V / A, wobei T die Nachhallzeit in Sekunden, V das Raumvolumen in Kubikmetern und A die äquivalente Schallabsorptionsfläche in Quadratmetern ist. Das funktioniert sehr pauschal : in Sälen (wo Sabine diese Formel entwickelt hat), aber in den kleineren Wohnräumen muss man Moden und Noden mit einbeziehen.
Wo Dämpfung/Absorption fehlt, steigt die Nachhallzeit, ebenso bei den Raumresonanzen, deren Ausprägung zunehmend bei tieferen Frequenzen liegt, also unter 100Hz. Die Sabinsche Formel hat die Raumlänge, bzw. Höhe und Breite nicht vorgesehen. Dieser Frequenzbereich wird vom Ripol abgedeckt. War es vorher anders?
In den Knotenpunkten (Noden) wird man keine zuverlässige Messung machen, normalerweise auch keine LS platzieren, sofern sie monopolar oder onmipolar abstrahlen.
Allerdings ist die Wirkung bei Dipolen gänzlich anders, die regen aus der Nodenplatzierung heraus den Raum maximal an (so, wie wenn man einen Omni im Mode/Resonanzmaximum platziert).
Angenommen, man wählt den Hörplatz bei 2/3 der Raumlänge, was ich fast überall in Räumen unter 7m Länge als gute Ausgangsposition nehme, dann den Dipol bei 1/3 der Raumlänge, dann gibt es 2 Schallwege auf dem Weg zum Hörer.
1. Direktschall (positiv, Druck): 1/3 Raumlänge (R) zum Hörer, 1/3R zur Rückwand, 1/3R zurück zum Hörer
2. Rückwärtiger (invers, Sog) Schall: 1/3R zur Wand hinter Dipol, 1/3R wieder nach vorn, 1/3R zum Hörer. Jetzt sind der positive Schall aus 1. zur selben Zeit wie der inverse Schall aus 2. also zeitgleich am Hörer und kompensieren sich.
Mit diesem simplen Schema kann man Raumeinflüsse zumindest im Bass theoretisch aushebeln, aber das zeigt sich auch messtechnisch.
Betrachtet man den Vorgang von den Moden aus (nur Längsachse, weil lateral und vertikal der Dipol sein Minimum hat):
1. Die Grundresonanz ist davon geprägt, dass auf jeweils gegenüberliegenden Wänden sich Positiv und Negativ gegenüberstehen. Ein gegenüber mit einem zusätzlichen Subwoofer zeitgleich abgestrahlter Schall gleicher Polung bedämpft das Signal, wie Gert (Fortepianus) es praktiziert.
Der Dipol strahlt invers nach 1R die Rückwand an, hat aber die andere Wand positiv noch nicht erreicht, dazu bräuchte er 2R Schallweg. Nach vorn 2, nach hinten 1, das behindert die 1.Resonanz.
2. Resonanzfrequenz : um den Raum maximal anzuregen, wäre die Position 1/4 R (oder 3/4R)erforderlich
3. Raumresonanz: um den Raum maximal anzuregen, wäre die Position 1/6 R, 1/2R oder 5/6R erforderlich, bei 1/3 wäre sie minimal.
4. Raumresonanz: um den Raum maximal anzuregen, wäre die Position 1/8 R erforderlich, 3/8R, 5/8R oder 7/8R erforderlich
5. Resonanz liegt schon außerhalb des 100 Hz Bereichs, und ob sie sich im FG zeigen würde, halte ich für fraglich....
Mein Fazit: die 1/3 Raumlängenplatzierung eines Dipols ist zumindest Wert, ausprobiert zu werden.
Grüße
Hans-Martin
annalognicht · „wie annalognicht zum aktiven Hören kam“
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Beitrag von annalognicht »

Guten Morgen Hans Martin,
Hans-Martin hat geschrieben: 19.08.2025, 00:00 Hallo Uli,
Die Sabinsche Formel hat die Raumlänge, bzw. Höhe und Breite nicht vorgesehen. Dieser Frequenzbereich wird vom Ripol abgedeckt. War es vorher anders?

Grüße
Hans-Martin
Genauso sehe ich das auch.
Gemessen habe ich mit Acourate. Man kann sicher auch andere Programme wählen. Bevor gemessen wird sollen die Dimensionen des Raumes eingepflegt werden + eventuell angegliederte Räume. Daraus ergibt sich ein Volumenwert der Grundlage der Berechnung sein dürfte.
Ich finde es bemerkenswert, dass man auch nach der Messung die Angabe im Programm der Raumdimensionen ändern und damit auch das Volumen ändern kann. Behält man beispielsweise das Volumen bei und macht den Raum virtuell höher aber dafür kürzer um das identische Volumen zu erhalten, erhält man die gleiche Nachhallkurve. Somit gehe ich davon aus, dass diese Programme das Schallereignis "einfach" stumpf nach Sabine raushauen.

Ich gehe in meinem Fall der "Änderung" des Messergebnis von der Richtung des Schall aus. Der Ripol richtet etwas. Vorher gab es ein downfire Bass. Ich denke das wird den Unterschied machen.

Es ist auf alle Fälle für mich sehr interessant wie und wodurch die Messungen variabel wird.

viele Grüße Uli
uli.brueggemann · „wie uli.brueggemann zum aktiven Hören kam“
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Beitrag von uli.brueggemann »

annalognicht hat geschrieben: 19.08.2025, 09:55 Somit gehe ich davon aus, dass diese Programme das Schallereignis "einfach" stumpf nach Sabine raushauen.
:mrgreen:

Hallo Uli,

das Schallereignis hast Du selbst "stumpf" rausgehauen und zwar eben durch die Messung.
Aus dem Ergebnis wird die Nachhallzeit gerechnet bzw. interpoliert. Der T60-Wert besagt, dass der Pegel dann um -60 dB abgefallen ist. Der Geräuschpegel im Raum liegt aber meistens deutlich darüber. Insofern wird T30 ausgewertet und die Zeit verdoppelt.
Was dann anhand der eingegebenen Raummaße "rausgehauen" wird sind dann die Toleranzgrenzen, die anhand der Normen DIN 18041 Musik bzw. Sprache und EBU 3276 Studio gerechnet werden. Und Normen sind doch eigentlich dazu da, dass sie "einfach" angewandt werden, oder nicht? :cheers:

Viele Grüsse
Uli
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Beitrag von annalognicht »

Hallo Uli,
uli.brueggemann hat geschrieben: 19.08.2025, 10:13
:mrgreen:

Hallo Uli,

das Schallereignis hast Du selbst "stumpf" rausgehauen und zwar eben durch die Messung.
Aus dem Ergebnis wird die Nachhallzeit gerechnet bzw. interpoliert.

Was dann anhand der eingegebenen Raummaße "rausgehauen" wird sind dann die Toleranzgrenzen, die anhand der Normen DIN 18041 Musik bzw. Sprache und EBU 3276 Studio gerechnet werden. Und Normen sind doch eigentlich dazu da, dass sie "einfach" angewandt werden, oder nicht? :cheers:

Viele Grüsse
Uli
ich danke dir für deine Erklärung. Die Berechnungen die in Acourate bezüglich der Normen gemacht werden sind sicherlich den Normen absolut korrekt. :cheers:

Meine Messung, meine Lautsprecher sind sicher nicht normgerecht. Dennoch bekomme ich ein Ergebnis das die Nachhallzeit an meinem Messpunkt in meinem Raum abbildet.
Das Ergebnis ist ein Produkt meiner "stumpf" rausgehauenen Messung und deiner korrekten Berechnung.
Da die Messergebnisse sich offensichtlich nach Veränderung der Lautsprecher auch verändern, gehe ich davon aus, dass die gemessenen Nachhallzeiten nicht nur raumgebunden sind, sondern interaktiv mit der Schallgebung für mich zu bewerten sind, oder habe ich das falsch verstanden? :oops:

Viele Grüße Uli
uli.brueggemann · „wie uli.brueggemann zum aktiven Hören kam“
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Beitrag von uli.brueggemann »

Angenommen der Raum ist perfekt quaderförmig und sonst nichts drin ausser dem eigentlich für Hallmessungen zu verwendenden kugelförmigen Lautsprecher (Oktaeder, Dodekaeder etc.). Dann liegt also ein festes Volumen vor.
Es sollte klar sein dass trotzdem die Nachhallzeit davon abhängig ist ob die Wände aus Beton oder Gipskarton bestehen und ob da absorbierende Platten mit irgendwelchen Absorptionskoeffizienten vorhanden sind.

Und schon ist es klar, dass da unterschiedliche Nachhallzeiten entstehen können.

Vermutlich sind Deine LS anders gebaut, im Raum befindet sich beliebiges Inventar etc.pp. Somit wäre es nicht verwunderlich dass sich bei geänderter Aufstellung auch andere Ergebnisse zeigen. Es macht also Sinn das Tool nicht absolut zu sehen sondern als relatives Hilfsmittel. Wenn dann z.B. bei oberen Frequenzen ein Buckel vorliegt und der nach akustischen Maßnahmen geringer wird dann sollte es entsprechend besser sein.

Grüsse
Uli
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Beitrag von annalognicht »

Hallo Uli,
uli.brueggemann hat geschrieben: 19.08.2025, 14:18 Angenommen der Raum ist perfekt quaderförmig und sonst nichts drin ausser dem eigentlich für Hallmessungen zu verwendenden kugelförmigen Lautsprecher (Oktaeder, Dodekaeder etc.). Dann liegt also ein festes Volumen vor.
Es sollte klar sein dass trotzdem die Nachhallzeit davon abhängig ist ob die Wände aus Beton oder Gipskarton bestehen und ob da absorbierende Platten mit irgendwelchen Absorptionskoeffizienten vorhanden sind.

Und schon ist es klar, dass da unterschiedliche Nachhallzeiten entstehen können.
Grüsse
Uli
Ja, klar. :cheers:
Die Beschaffenheit der Raumflächen und das Inventar müssen die Nachhallzeit beeinflussen. Das kann man ja auch wunderbar mit den Messungen sehen. Stelle ich beispielsweise einen oder mehrere übergroßen Teddy in den Raum verändert sich das Messergebnis zwangsläufig.
Bei meinem Vergleich ist der Raum unverändert und die Messposition absolut gleich. Der Pegel auch. Das einzige was geändert wurde sind die Lautsprecher. Und deren Position ist um ein paar cm verändert.
Also ist raumseitig alles beim alten und trotzdem sind die Messungen nicht identisch.

viele Grüße Uli
Hans-Martin · „wie Hans-Martin zum aktiven Hören kam“
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Beitrag von Hans-Martin »

annalognicht hat geschrieben: 19.08.2025, 14:43Bei meinem Vergleich ist der Raum unverändert und die Messposition absolut gleich. Der Pegel auch. Das einzige was geändert wurde sind die Lautsprecher. Und deren Position ist um ein paar cm verändert.
Also ist raumseitig alles beim alten und trotzdem sind die Messungen nicht identisch.
Hallo Uli,
kommen wir endlich zu den Veränderungen bei den Lautsprechern. Da hast bisher ein Geheimnis daraus gemacht, welche LS bei der einstigen Messung den Schall erzeugt haben.
War da schon der Ripol dabei, als Unterstützung eines geschlossenen Bassgehäuses (ggf. auch Bassreflex)?
Wenn dann die Positionen nur um wenige cm verändert wurden, worauf bezieht sich diese Aussage?
Bei einem Midbasshorn sehe ich den unumgänglich zusätzlichen Abstand vom Treiber/Kehle zum Hornmund. Den Laufzeitunterschied zu den anderen LS kann man im Zuge durch Acourate natürlich ausgleichen, das ändert aber an der Position des Treibers im Raum nichts, bleibt also auch wichtig bei der positionsabhängigen Anregung der Moden.
Uli B. bekräftigt, dass die Nachhallzeit aus dem Messergebnis berechnet wird und da reicht auch normgebenden Messtechnikprofis die Verdopplelung von RT30 anstelle von unpräziser Erfassung von RT60.
Mich treiben nun verschiedene Fragen um:
Zu den Nichtlinearitäten im Antrieb gesellen sich die adiabatischen Veränderungen bei Vorwärtsverdichtung und Erwärmung gegenüber Rückwärtsverdünnung und Abkühlung was für beide Halbwellen unterschiedliche Schallgeschwindigkeit mit sich bringt. Und das Gehäuse hinter dem Treiber soll dem Chassis möglichst einen adäquaten Strahlungswiderstand besorgen, was eigentlich mit einem rückwärtigen Horn am besten gelänge (nutzbar im Nebenraum nach Mauerdurchbruch... :wink: ).
Bis zu einem gewissen Grad empfinde ich den damit einhergehenden k2 nicht als unangenehm, das unsymmetrische nichtlinear Dynamikverhalten von Röhren oder Vinylabtastern wird ja auch von vielen Usern präferiert.
Das mag auch die Lösung auf die Frage sein, warum es mir bei einem großartigen Hornsystem nicht gelang, invertiertes Musikmaterial von korrekt gepoltem zu unterscheiden, weil eben die LS-Charakteristik gleichbleibend sich dem überlagert.
Es geht aber nur um Prozentwerte im noch 1-stelligen Bereich.

Eine akustische Resonanz ist im Schema streng symmetrisch (positive wie negative Halbwelle, natürlich 180° Versatz), wenn man vom logarithmischen Dekrement bei der gedämpften Schwingung absieht. Auch eine offene Frage für mich, ob eine nichtsymmetrische Anregung anders ausfällt als ein symmetrisches Verhalten. "Schnell" und "trocken" wird ja gern dem Horn zugeordnet.
Es gibt natürlich noch mehr unausgesprochene Fragen...
Grüße
Hans-Martin
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Beitrag von annalognicht »

Guten Morgen Hans Martin,
annalognicht hat geschrieben: 19.08.2025, 09:55
Ich gehe in meinem Fall der "Änderung" des Messergebnis von der Richtung des Schall aus. Der Ripol richtet etwas. Vorher gab es ein downfire Bass. Ich denke das wird den Unterschied machen.

Es ist auf alle Fälle für mich sehr interessant wie und wodurch die Messungen variabel wird.

viele Grüße Uli
Die vormaligen Lautsprecher waren passiv und hatten ein downfire Bass im geschlossenem Gehäuse der ungefähr bis 200 Hz Signal verarbeitet hatten.
Nun gibt es Ripol im Bass bis 100 Hz. Das Midbasshorn läuft momentan bis 300 Hz.
Baulich bedingt ist die Position der Ripolöffnung und die Flächenebene des Hornmundes nicht exakt an der gleichen Stelle wie das vormalige Zentrum des Downfirebass. Dennoch stehen die Lautsprecher "in etwa" an den angestammten Plätzen.

Die vormaligen Lautsprecher sind im Rahmen der Möglichkeiten auch schon mit Acourate angepasst worden. Natürlich ohne die Weiche zu modifizieren. Es blieb passiv.

Die Werkzeuge die Uli.B zur Verfügung stellt sind absolut ohne Zweifel exakt und richtig.

Mir ist und war völlig klar, dass die unterschiedlichen Lautsprecher den Raum sehr unterschiedlich anregen. Ich gehe davon aus, dass dies durch das Richten passiert.
Hans-Martin hat geschrieben: 19.08.2025, 16:02 Eine akustische Resonanz ist im Schema streng symmetrisch (positive wie negative Halbwelle, natürlich 180° Versatz), wenn man vom logarithmischen Dekrement bei der gedämpften Schwingung absieht. Auch eine offene Frage für mich, ob eine nichtsymmetrische Anregung anders ausfällt als ein symmetrisches Verhalten. "Schnell" und "trocken" wird ja gern dem Horn zugeordnet.
Es gibt natürlich noch mehr unausgesprochene Fragen...
Grüße
Hans-Martin
Das ist natürlich auch ein guter Punkt.
Wenn du das auf den Ripol beziehst, so ist es nach meinem Verständnis, gerade die Anordnung der Chassis gegeneinander die die Eigenresonanz des Konstrukt versucht in den Griff zu kriegen.

Viele Grüße Uli
Hans-Martin · „wie Hans-Martin zum aktiven Hören kam“
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Beitrag von Hans-Martin »

Hallo Uli,
ein Downfire Bass (bis 200Hz(!) stahlt vom Boden aus in den Halbraum entsprechend halbkugelförmig ab, in allen Richtungen gleichphasig. Platziert in der Mode regt er diese maximal an.
Der Ripol/Dipol dagegen macht am selben Ort das Gegenteil, er müsste in der Node stehen, um die Resonanz maximal anzufeuern. Bei der Resonanz schwingt der Raum genauso langsam an, wie er zum Ausklingen benötigt. Dieses zeitliche Verzögern bleibt nicht ohne Folgen für die Nachhallzeit.
Man wird also tunlichst vermeiden, einen Ripol dort aufzustellen, wo ein (Downfire- oder Direktstrahler-) Subwoofer sich besonders gut gemacht hat. Ziel muss gewiss sein, die Raumresonanzen möglichst wenig anzuregen.
Auch interessant sind die EDT (Early Decay Time) bis 10ms.

Der Raum unter dem Downfire-Bass ist normalerweise quaderförmig, weil ein parallel zum Boden aufgestellter Bass optisch weniger aneckt. Was man akustisch hinzugewinnen kann, merkt man erst, wenn eine Schrägstellung den Raum zwischen Membran und Boden zu einem Prisma (keilförmig) wird, was den Schallaustritt in Richtung Hörer öffnet.
Ein nach diesen Gesichtspunkten gestalteter Bass im W-Gehäusegrundriss steht noch auf meinem Zukunftsplan. Und da werden es 2 unterschiedliche Versionen: mit den Membranen immer gleichphasig zur gemeinsamen Öffnung hin arbeitend, eine Version mit den Magneten jeweils außen (wie es beim Ripol meist praktisch platzsparend ausgeführt wird), und eine Version wo die Magnete zur selben Seite weisen, um k2 zu minimieren.

Wenn man einen Omni-Bass 1m vor der Wand platziert, wird der Schall von der Wand dahinter reflektiert, und bei 86Hz und den ungeradzahligen Vielfachen gegenphasig wieder am Schallerzeuger vorbeikommen, was diese Frequenz auslöscht, was sich im FG ab etwa 66Hz bis 110Hz als Einbruch im FG messen lässt (und dafür hat man den Subwoofer extra angeschafft...!), mindestens genauso schlimm ist die damit verbundene Phasendrehung. Diese akustische Auslöschung kann kein Korrektursystem kompensieren.
Subwoofer sollten nach meiner Meinung näher an die Wand, den RoomGain durch EQ ausgleichen, Laufzeitunterschiede durch DSP oder Software. Richtig gewählter Abstand vermeidet Kammfiltereffekte mit abwechselnd Auslöschung und 3dB Überbetonungen (bei den geradzahligen Vielfachen). Rechnerisch heißt das, bei 1/4 Wellenlänge der Übergangsfrequenz (externer Tiefpass) überlagert sich die akustische Auslöschung, was die effektive Steilheit erhöht, man sich auf die der Weiche also nicht mehr verlassen sollte. Für mich gehört der Omni-Bass auf Rückwandabstand bei maximal 1/8 Wellenlänge der Übergangsfrequenz.
Prinzipiell gibt es einen solchen Effekt beim Dipol auch, allerdings bei doppeltem Abstand zur Rückwand (weil der rückwärtige Schall bereits gegenphasig abgestrahlt wird).
Wenn der Dipol-Bass also weniger als 1/2 Wellenlänge Rückwandabstand hat, ist man auf der sicheren Seite, Tendenz möglichst 1/4, um Abstand zur Tiefpasscharakteristik zu wahren.

Zu meinen vielen offenen Fragen gehört auch, ob eine Nachhallzeitmessung mit normiertem FG durchgeführt werden sollte, wenn in der Musikhörpraxis auch der FG geglättet wird, also bei den Resonanzfrequenzen der Pegel abgesenkt wird, bevor er den LS verlässt.
Grüße
Hans-Martin
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Hallo Hans-Martin,
Hans-Martin hat geschrieben: 20.08.2025, 12:30 Hallo Uli,
ein Downfire Bass (bis 200Hz(!) stahlt vom Boden aus in den Halbraum entsprechend halbkugelförmig ab, in allen Richtungen gleichphasig. Platziert in der Mode regt er diese maximal an.
Der Ripol/Dipol dagegen macht am selben Ort das Gegenteil, er müsste in der Node stehen, um die Resonanz maximal anzufeuern. Bei der Resonanz schwingt der Raum genauso langsam an, wie er zum Ausklingen benötigt. Dieses zeitliche Verzögern bleibt nicht ohne Folgen für die Nachhallzeit.

Ziel muss gewiss sein, die Raumresonanzen möglichst wenig anzuregen.
Auch interessant sind die EDT (Early Decay Time) bis 10ms.

Grüße
Hans-Martin
eigentlich müsste ich ein Vollzitat einfügen, weil es so viel wertvolle Informationen und gedankliche Anregungen enthält die wissenswert sind. :cheers:
Ich bin völlig deiner Meinung, dass die Platzierung der verschiedenen Konstruktionen im Raum und vor allem Abständen zu den Wänden erhebliche Unterschiede mit sich bringen. Kann man auch, so wie du trefflich schreibst, recht einfach ausrechnen.

Wenn ich dich richtig verstanden habe, sagst du - wo kein Ton durch Auslöschung existiert kann es auch kein Nachhall geben.
Macht Sinn.
Jetzt spinn ich mal weiter, wenn es einen Ton gibt im Raum, der logischer Weise aus Direktschall und Reflektionen besteht, aber am Messpunkt so gut wie ausgelöscht wird, weil dort die Mode für den Ton ist, dann ändert sich die Nachhallzeit am Messpunkt? Die Lautstärke des Ton sicherlich, klar, aber das Abklingverhalten des Tones?

Viele Grüße Uli
Hans-Martin · „wie Hans-Martin zum aktiven Hören kam“
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Beitrag von Hans-Martin »

annalognicht hat geschrieben: 20.08.2025, 14:31 Wenn ich dich richtig verstanden habe, sagst du - wo kein Ton durch Auslöschung existiert kann es auch kein Nachhall geben.
Macht Sinn.
Jetzt spinn ich mal weiter, wenn es einen Ton gibt im Raum, der logischer Weise aus Direktschall und Reflektionen besteht, aber am Messpunkt so gut wie ausgelöscht wird, weil dort die Mode für den Ton ist, dann ändert sich die Nachhallzeit am Messpunkt? Die Lautstärke des Ton sicherlich, klar, aber das Abklingverhalten des Tones?

Viele Grüße Uli
Hallo Uli,
das war nicht der gewollte Kernpunkt meiner Aussage. Die Phasendrehung bei der ausgelöschten Frequenz und in deren Nachbarschaft ist nicht "gesund" für den guten Klang, sprich der räumlichen Abbildung.
Da deine Mikrofonposition ja nicht verändert wurde, fällt dieser Aspekt aus der Betrachtung heraus, was die gemessenen Unterschiede betrifft.
Wenn das Mikrofon in einer Node platziert ist, fällt diese Frequenz bei der Messung heraus, auch der Aspekt des Nachhalls bei dieser Frequenz. Mit der Lautsprecheranregung gibt es noch seitliche Abstrahlung, auch nach oben und unten.
Grundsätzlich ist in der Theorie der Schallweg wie ein Lichtstrahl umkehrbar, aber es gibt den elementaren Unterschied, wie die von einem LS ausgehende Kugelflächen-Schallfront, die mit zunehmendem Abstand in einem kleinen quaderförmigen Raum sich einer planen Wellenfront annähert, also sich im Zeitverlauf verändert. Und im Raum selbst bei axialer Auslöschung ein Resultat liefert, wenn auch abgeschwächt aber dennoch vorstellbar, dass es zur Anregung einer Resonanz reicht (lateral, vertikal). Die erreicht dann auch irgendwann das Mikrofon, welches eine Kugelcharakteristik hat.
Ich bin aber keine Spezialist auf Nachhallzeit, wie man meinen offenen Fragen entnehmen kann.
Grüße
Hans-Martin
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Hallo Hans-Martin,
uli.brueggemann hat geschrieben: 19.08.2025, 14:18 Es sollte klar sein dass trotzdem die Nachhallzeit davon abhängig ist ob die Wände aus Beton oder Gipskarton bestehen und ob da absorbierende Platten mit irgendwelchen Absorptionskoeffizienten vorhanden sind.

Und schon ist es klar, dass da unterschiedliche Nachhallzeiten entstehen können.

Vermutlich sind Deine LS anders gebaut,....

Grüsse
Uli
Uli.B hat es schon geschrieben und ich hab es im ersten Moment nicht komplett verstanden. :cheers:
Wenn Flächen durch den Schall angeregt werden die unterschiedliche Absorptionskoeffizienten haben gibt es zwangsläufig andere Zeiten. Durch die verschiedenen Lautsprecher und der Abstrahlcharaktereristik werden unterschiedliche Flächen unterschiedlich stark "beschallt". So kann ich mir nun die unterschiedlichen "Schallabklingzeiten" erklären.

Ich danke euch beiden, Uli und Hans-Martin. Hab dazu gelernt. 8)

Viele Grüße Uli
Dipolaktiv · „wie Dipolaktiv zum aktiven Hören kam“
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Beitrag von Dipolaktiv »

Hallo Uli

die Richtcharakteristik (von der Frequenabhängig) ist bei jedem Lautsprecher sehr verschieden selbst wenn alle auf Achse einen linealgeraden Frequenzgang haben.
Daher ist klar dass Lautsprecher am exakt gleichen Ort mit gleicher Ausrichtung eben andere Nachhallzeiten ergeben, zusammen mit den wie U.Brüggemann erwähnt hat verschiedenen Absorptionverhalten der Wände, Möbel etc..
Z.B. hat ein Ripol (Dipolabass) eine achterförmige Abstrahlcharakteristik wohingegen ein geschlossener Bass eine kreisförmige Abstrahlung hat.

Gruss

Peter
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