Konzertsäle der Welt

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RayDigital
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Konzertsäle der Welt

Beitrag von RayDigital »

Gerade entdeckt, eine bebilderte und auch im Detail beschriebene Auswahl von Konzert-/Hörsälen in aller Welt:

https://www.fidelity-online.de/musik/hoersaele/

Gruß,
Raimund
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Hans-Martin
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Beitrag von Hans-Martin »

Hallo Raimund,
Stefan Gawlick zeigt hier eine Passion, die ihn auf einer nicht wenig kostspieligen Weltreise dokumentiert.
Der Goldene Saal des Wiener Musikvereins gilt als einer der weltbesten Konzertsäle edr Welt, er taucht erst auf der 2. Seite auf. Boston Symphony Hall wird noch nicht erwähnt zählt aber auch zu den klangbesten Konzertsälen für symphonische Musik wie auch das in Concertgebouw Amsterdam.
Toyotas Architektur geht in eine andere Klangrichtung, auch bedingt durch den Bedarf der besten Orchester der Welt, die bei jedem Konzert Ihre Kosten einspielen sollen. Da müssen bei jeder Performance möglichst über 2000 Personen Eintritt zahlen, der zudem regional über erhebliche (!) Subventionen aus Mitteln der Steuerzahler erschwinglich bleiben soll. Ein gewaltig großes Auditorium muss man mit möglichst weniger als 30m Abstand vom Orchester platzieren, da bleibt womöglich nur das "Weinberg"-Design (im Gegensatz zum "Schuhkarton" wie Wien, Boston).
Wer im Weinberg hinter dem Orchester sitzt, bekommt den Vorteil, vom Auditorium gesehen zu werden. Nachteilig sind die Laufzeitunterschiede der Instrumente. Hinter dem Dirigenten sind sie synchron, hinter dem Orchester werden die 10m Tiefe verkehrt herum wahrgenommen, also bis zu 60 Millisekunden Fehler.

Interessant wäre eine Beurteilung der Kingsway Hall, in der EMI und DECCA ihre legendären Klassikaufnahmen machten (und deren Techniker sich gegenseitig ihre Mikrofonierungstechniken abguckten). Viele dieser Aufnahmen sind von den tieffrequent-donnernden Nebengeräuschen der London Tube in 200m Abstand gezeichnet. Da lobt man sich das Bayreuther Festspielhaus, wo zur Festspielzeit Flugzeuge das Arreal nicht überfliegen dürfen und für den Autoverkehr die Straßen gesperrt ist. Immerhin werden nicht die Vögel getötet, wie in der Antike berichtet, um die Amphitheater herum.

Nichtdstotrotz gilt, dass wenbiger Sitzreihen Weiter der Klang anders wahrgenommen wird. Die Mikrofonposition über dem Dirigenten überwiegt, ist aber fern der Praxis des Konzertbesucher-Ohrs.
Ein umfangreiches Thema...
Grüße
Hans-Martin
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Lüdi
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Beitrag von Lüdi »

Hallo Raimund,

das KKL in Luzern ist auch sehr schön konstruiert.

Grüße
Jo
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Hans-Martin
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Beitrag von Hans-Martin »

Luzern ist eine Ausnahme bei den Konzertsälen, weil dort Drehtüren mit (wie ich es verstanden habe Absorptionsmaterial auf nur einer Seite zu anhängenden Volumina den Raum öffnen, um für orchestrale Musik die Nachhallzeit zu verlängern, für Gesangsdarbietungen zu verkürzen.
Kammermusik liegt im Bedarf für die optimqale Nachhallzeit dazwischen und der 5 Saal kann für alle 3 Gattungen genutzt werden.
Ein technisches Kleinod, den Anfordernisse anpassbar!
Wenn man bedenkt, dass in der teuren Elphi Jonas Kaufmann an manchen Plätzen zwar zu sehen, aber nicht zu hören war...
Grüße
Hans-Martin
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Auf der Uhlenhorst
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Beitrag von Auf der Uhlenhorst »

Hans-Martin hat geschrieben: 23.01.2024, 01:07 . Die Mikrofonposition über dem Dirigenten überwiegt, ist aber fern der Praxis des Konzertbesucher-Ohrs.
Ein umfangreiches Thema...
Grüße
Hans-Martin
Moin Hans-Martin,

dies ist ein spannender Punkt, denn es kann bei der Wiedergabe über eine gute Anlage bei geschlossenen Augen hörbar sein, der Rezipient „schwebt“ über dem Orchester.

Audiophile Grüße
Walter
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Hifidistel
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1 vs. 10. Reihe

Beitrag von Hifidistel »

Hi ihr Lieben,
Wo man im Auditorium sitzt, ist nun wirklich Geschmacksache. Ich sitze lieber in der 10. Reihe hinter dem Orchester als 3 m in der 1. Reihe direkt vor den Celli. Es ist wie daheim: ein ausgewogenes Verhältnis zwischen direktem und indirektem Schall ist für mich viel wichtiger als z.B. für meine Eltern, die dem visuellen Erlebnis im Konzert einen viel höheren Rang einräumen als ich. Ihre Plätze bei den Akademiekonzerten im Mannheimer Rosengarten einzunehmen ist nicht wirklich eine Freude für mich: erste Reihe halbrechts.
In Bayreuth gibt es durch den tiefen Orchestergraben tatsächlich fast ausschließlich indirekte Schallanteile - so wollte es der Komponist - es sollte dräuen!
Zuweilen ist es ja auch wichtiger, in der ersten Reihe zu sehen zu sein. ;-)
Grüße
Sascha
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atmos
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Orchestergraben

Beitrag von atmos »

Hifidistel hat geschrieben: 30.01.2024, 07:28 Hi..........
In Bayreuth gibt es durch den tiefen Orchestergraben tatsächlich fast ausschließlich indirekte Schallanteile - so wollte es der Komponist - es sollte dräuen!
......
Grüße
Sascha
Hi, Sascha,
im Balettfilm "Frankenstein" spielt das Orchester auch in einem Graben.
Durch die Mikrofonierung im Saal entsteht der Eindruck, als würde die Musik wie eine Wand aus dem Graben aufsteigen.
Ein phänomenaler Klangeindruck.

Gruß
Günther
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Auf der Uhlenhorst
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Beitrag von Auf der Uhlenhorst »

Hans-Martin hat geschrieben: 23.01.2024, 01:07 Hallo Raimund,
Stefan Gawlick zeigt hier eine Passion, die ihn auf einer nicht wenig kostspieligen Weltreise dokumentiert.
Der Goldene Saal des Wiener Musikvereins gilt als einer der weltbesten Konzertsäle edr Welt, er taucht erst auf der 2. Seite auf.

Moin,

in seiner Diplomarbeit (Musikwissenschaft) zu akustischen Eigenschaften von Konzertsälen (großer Musikvereinssaal und großer Saal des Wiener Konzerthauses) gibt Herr Zanzinger eine meines Erachtens interessante Ausführung bezüglich der subjektiven Hör-Wahrnehmung.

Audiophile Grüße
Walter




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