Erdungskonzepte

Tontechnische Basisthemen
cgrund
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Erdungskonzepte

Beitrag von cgrund »

Mich würde interessieren ob und wie ihr eure Hifisysteme (abgesehen von der üblichen Erdung über Netzkabel) geerdet habt. (ausser mit Turmalinboxen)
Es gibt ja mittlerweile recht kostspielige Erdungssysteme. Gerade wurde wieder eins bei Lowbeats getestet https://www.lowbeats.de/test-shunyata-a ... an-besser/
Da gibts auch was neues von Lessloss. Auch Teloss Audio spielt da mit. Alles mindestens im oberen vierstelligen Bereich. Ich habe jetzt einmal nur zum Versuch je ein freier Cinch Anschluss (natürlich den äusseren Kontakt) vom Dynaudio Sub und dem Abacus Linetreiber mit der Erde einem freien Netzanschlusss verbunden. Beide Geräte sind am Netzanschluss nicht geerdet und ich fand den Gedanken dass der ganze Potenzialausgleich über die Signalkabel geht nicht optimal. Test bestanden. Es klingt besser. Die Bühne wird präziser.
Wie sind eure Erfahrungen. Habt ihr Do's and Don'ts

Ich hab hier kein Thema/ Thread gefunden (ausser die mit den Turmalinboxenexperimenten)falls es das schon gibt gerne auch verlinken (und Gnade walten lassen.)

Grüsse

Christian
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music is my escape
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Beitrag von music is my escape »

Hallo Christian,

Ein in meinen Augen interessantes und zugleich wichtiges Thema. Viele Mitglieder dieses Forums haben sich dessen im Laufe der Jahre auf die eine oder andere Weise angenommen, über simple zusätzliche/ direkte Masseverbindungen zwischen den einzelnen Komponenten über dedizierte, mit der Hauserde verbundene massive Masseschienen bis hin zu zusätzlichen Erdungsstäben im Garten (die sogar regelmäßig gegossen werden).

Die dazu geschilderten Erfahrungen findet man vermutlich eher in den jeweiligen Vorstellungsthreads der Mitglieder bzw. in div. anderen Themen verstreut; an einen Sammelthread hierzu kann zumindest ich mich nicht entsinnen (was nix heißen muss).

Bei der von Dir aktuell praktizierten Herangehensweise sehe ich als ausgewiesener Laienstümper eine gewisse Gefahr, den von anderen (Haushalts-)Geräten per PE abgeleiteten Schmutz mehr oder minder direkt in die signalführenden Teile der Hifikomponenten zu leiten, was sich klanglich möglicherweise sogar in einer vermeintlich gesteigerten Auflösung bemerkbar macht. Aber selbst, falls diese Befürchtung zutreffen sollte: wenn es besser tönt, passts doch.

Freundliche Grüße,
Thomas
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Thomas86
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Beitrag von Thomas86 »

Hallo Christian,

Ich nutze von Telos den großen GNR 3.1 und habe mittlerweile alles (bis auf die LS) daran angeschlossen.

Auch die FB und vorallem die Switche.
Ich bin ein Überzeugungstäter und möchte ohne nicht mehr.
Mehr Details, mehr Ruhe, einfach weniger "Schmutz".
So zumindest für meine Ohren.

Grüße
Thomas
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h0e
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Beitrag von h0e »

Hallo Christian,

dies ist ein wirklich schwieriges Thema, denn es gibt nicht den Weg, sondern eben viele Wege immer abhängig vom Gesamtkonzept. Ich habe separate Erdung probiert, diese aber wieder entfernt. Ich nutze nur gute Netzkabel und eine entsprechende Netzleiste.

Grüsse Jürgen
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Fortepianus
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Beitrag von Fortepianus »

Hallo Christian,
cgrund hat geschrieben:
17.01.2023, 12:15
Mich würde interessieren ob und wie ihr eure Hifisysteme (abgesehen von der üblichen Erdung über Netzkabel) geerdet habt.
bei mir kommt eine separate Erdungsschiene hinter der Anlage zum Einsatz.
h0e hat geschrieben:
17.01.2023, 14:15
dies ist ein wirklich schwieriges Thema, denn es gibt nicht den Weg, sondern eben viele Wege immer abhängig vom Gesamtkonzept. Ich habe separate Erdung probiert, diese aber wieder entfernt. Ich nutze nur gute Netzkabel und eine entsprechende Netzleiste.
Das ist das Problem, man muss individuell rausfinden, welcher Weg der beste ist. Macht man sich aber erst gar nicht auf die Reise, findet man den Weg natürlich auch nicht. Bei mir ist diese Erdungsschiene mit der Hauserde verbunden. Trenne ich die Verbindung auf, kann ich zwischen Hauserde und der zusätzlichen Funktionserde keine Spannung und keinen Strom mit einem Multimeter messen, auf AC gestellt natürlich, DC ist da sowieso nichts. Es müsste also bei oberflächlicher Betrachtung egal sein, ob die Verbindung exisitiert oder nicht. Dennoch hört man einen kleinen Unterschied, ob die Funktionserde mit der Schutzerde verbunden wird oder nicht: Ein bisschen heller, aber auch transparenter und klarer mit Verbindung. Wie kann das sein? Das hat mich jetzt zu einer kleinen Untersuchung animiert. Nun, wenn man die Verbindung trennt und ein akkubetriebenes Handheld-Oszilloskop dazwischen klemmt, misst man plötzlich doch was:

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HF-Müll im MHz-Bereich, mit 27mVeff nicht gerade viel, aber immerhin, es ist was messbar. Nun ist die Frage: Was ist denn jetzt eigentlich der Bezugspunkt? Die Funktionserde oder die Schutzerde? Nicht zu entscheiden, die Messung findet zwischen den beiden Punkten statt. Oder anders gefragt, wird durch die Verbindung nun HF abgeleitet oder kommt welche rein in die Anlage? Die Antwort einiger HF-Jünger ist da klar: Sie kommt natürlich rein in die Anlage, denn das wissen wir ja alle, HF klingt heller und vermeintlich transparenter, erst wenn absolute Ruhe herrscht bzgl. HF, kommt das wahre Klangbild zum Vorschein, und das ist dunkler und ruhiger.

Ich mache ein Experiment. Ich schalte einfach bei angeschlossenem Oszi die ganze Anlage aus. Und da ist plötzlich quasi nichts mehr zu sehen, fast nichts mehr messbar. Das lässt den Schluss zu: Die HF kommt aus der Anlage. Vielleicht der TV-Receiver Sky Q im Standby? Ich mache die Anlage wieder an, und zwar Fernsehen. Kleines bisschen mehr als vorher, aber nicht der Rede wert. Alles läuft - außer dem Linn. Ich schalte um auf Musik und der Linn geht an. Erst wenig HF, dann zieht er seine IP, damit ein bisschen mehr HF. Aber viel weniger als vorher. Wie kann das sein? Ich starte die Musik, und jetzt sind wieder die 27mV von vorher da. Der Netzwerkverkehr bläst in die Funktionserde rein! Vielleicht der EtherRegen? Er ist ebenfalls geerdet an der Potenzialausgleichsschiene. Ich trenne die Verbindung, jetzt hat das Gerät keinerlei galvanische Verbindung mehr zur Masse, völlig floatend. Und das macht wider Erwarten genau gar keinen Unterschied. Es kommt wohl aus dem Linn selbst, der Netzwerkverkehr überträgt sich aufs Gehäuse und damit auf die dort angeschlossene Masse. Jedenfalls ist damit klar: Die Verbindung der Funktionserde zur Schutzerde leitet HF ab, und sie kommt aus dem Streamer. Weniger HF klingt in dem Fall also etwas heller, transparenter und klarer.

Dir, Christian, wünsche ich jedenfalls viel Erfolg auf der Suche nach dem besten Erdungskonzept. Noch kurz was zum zusätzlichen Staberder im Garten:
music is my escape hat geschrieben:
17.01.2023, 12:36
Viele Mitglieder dieses Forums haben sich dessen im Laufe der Jahre auf die eine oder andere Weise angenommen, über simple zusätzliche/ direkte Masseverbindungen zwischen den einzelnen Komponenten über dedizierte, mit der Hauserde verbundene massive Masseschienen bis hin zu zusätzlichen Erdungsstäben im Garten (die sogar regelmäßig gegossen werden).
Davor kann ich nur warnen. Wenn die Schutzerde irgendwo ans Erdreich gebunden ist (Fundamenterder o. ä.) und die Funktionserde entfernt davon an einem Staberder, kann es bei Gewitter zu erheblichen Spannungen zwischen den beiden kommen (Schrittspannung). Diese Spannung sucht sich nun einen Weg durch die Anlage. Wer eh schon immer mal was Neues wollte, hat dann eine gute Argumentationsgrundlage. Aber keine Gehäuse anfassen beim Gewitter, das ist ungesund :-).

Viele Grüße
Gert
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dirk-rs
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Beitrag von dirk-rs »

Hallo Gert,

endlich spricht es mal jemand an was im Falle des separaten Erdstabes bei Blitzschlag passiert. Das konnte mir bisher keiner so ganz beantworten denn bei Gewitter trenne ich meine Anlage komplett vom Strom. Aber in diesem Fall würden ja die Gehäuse , etc.weiter mit der Staberde verbunden bleiben.

Russ Andrews hat da Geräte zu entwickelt die soweit ich das von einem netten Forenmitglied geschildert bekommen habe vor Blitz und Überlast schützen sollen.

[url]https://www.russandrews.com/eu/system-g ... ge=all/url]

Auch Puritan Audio hat sich der Sache angenommen:

[url]http://www.puritanaudiolabs.com/product ... aster//url]

Fragen meinerseits hierzu ließ Puritan Audio leider unbeantwortet.

Es wäre wünschenswert hier Klarheit zu bekommen was geht und gut ist oder was man vermeiden sollte.

gruß

Dirk
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Genießer
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Beitrag von Genießer »

Russ Andrews hat da Geräte zu entwickelt die soweit ich das von einem netten Forenmitglied geschildert bekommen habe vor Blitz und Überlast schützen sollen. Fragen meinerseits hierzu ließ Puritan Audio leider unbeantwortet.
Ja genau so ist es - leider. Auch ich habe diesen Shop bzw. Hersteller? schon 2 mal angeschrieben - aber leider nie eine Antwort erhalten. Diese Produkte würde ich blind nicht kaufen. Man weiß nicht was in den schwarzen Kästchen verbaut ist.
Habe selbst einen 9m Erdspieß nur für die HiFi-Anlage die an einer extra Stromleitung (2x6mm²) hängt, ab Zählerkasten mit Audiomodul. Eine Verbindung zum Potenzialausgleich des Hauses gibt es hier bewusst nicht - nur zum Erdspieß. Ich habe einen großen belastbaren Hauptschalter vor dieser externen Stromversorgung der auch den neuen Schutzleiter (10mm²), also den Erdspieß abtrennt. Ein herkömmlicher Schutzleiter (das Erdband) ist genauso in der Erde wie der externe (nicht zusätzliche) Erdstab. Nur wenn der Erdstab direkt an ein Gehäuse gelegt ist die Gefahr des Blitzschlages präsent. Ich unterscheide generell zwischen Schutzleiter (gelb/grün) der Stromversorgung und GND, die sogenannte Boardmasse. Diese wird oft auch direkt an die Gehäusegelegt ist (daher oft ein leichter Brumm), manchmal auch durch 10 bis 100Ohm Widerstand gedämpft oder über Groundlifter.

Dann unterscheide ich noch den Phonozweig (Laufwerke, Tonarme, Phonovorstufen, Übertrager und Ableitung der Statischen Aufladung der LW-Lager). Den Phonozweig habe ich sternförmig auf einen Groundmaster (Kupferblock) gelegt der nur mit dem Phonovorverstärker verbunden ist.

Oft wird alles in einen Eimer gehauen der sich dann pauschal "Erdung" nennt. In meiner Vorstellung stehen ein paar Geschichten zu dieser (meiner) Thematik. Ich bin aber kein Befugter in Sachen VDE usw., aber durch viele Probleme die auch echte Fachleute nicht lösen konnten, gut geerdet.

Liebe Grüße

Uli
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fr.jazbec
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Beitrag von fr.jazbec »

cgrund hat geschrieben:
17.01.2023, 12:15

Es gibt ja mittlerweile recht kostspielige Erdungssysteme. Gerade wurde wieder eins bei Lowbeats getestet https://www.lowbeats.de/test-shunyata-a ... an-besser/
Hallo
Tut mir leid wenn ich das hier so deutlich sage, aber bei dem Bericht von LowBeats wußte ich wirklich nicht ob ich lachen oder weinen soll. Bei den Fotos vom Innenleben stehen mir wirklich die Tränen in den Augen.
Mein Vorverstärker ist übrigens auch separat geerdet. Bringt’s was? Keine Ahnung, habe noch nie im Vergleich gehört.
Gruß Rüdiger
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Dipolaktiv
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Beitrag von Dipolaktiv »

Hallo

Ich erde nur über die Standardnetzkabel. Funktioniert tadellos. Symmetrische Analogverbindungen helfen da und anständige Analogkabel (gut geschirmt und richtig geerdet).

Sofern die Geräte richtig konstruiert sind ist das genau richtig. Brummt nichts, zischelt nichts.

Handstände sind nötig wenn die Geräte an und für sich nicht gut kontruiert sind bzw. falsche Erdungen haben.
Mir wäre der Aufwand zu viel da rumzudoktern. Besser weg damit und was richtiges kaufen.

Gruss

Peter
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Hans-Martin
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Beitrag von Hans-Martin »

Hallo Rüdiger,
man muss sich vor Augen halten, dass in Japan sowas wie Schutzerde nicht existiert. Die Geräte müssen spielen, ohne dass irgendein Erdungsbezug vorhanden ist.

Bei uns kann zumindest (und traditionell) der Vorverstärker als zentraler Konotenpunkt die Erdungsverbindung haben, bei allen anderen Geräten sollte zur Vermeidung von Brummschleifen die Verbindung Signalmasse-Schutzerde überdacht werden, mit Ausnahme der symmetrisch verbundenen Geräte wie auch im Tonstudio.

Dass hier im AH- und auch im OE-Forum bereits schon vor geraumer Zeit wie auch immer geartete Erdungsboxen diskutiert wurden, viele Erfahrungsberichte vorliegen, lässt einen Vorsprung gegenüber dem Webmagazin erwarten, was aber dem Durchschnittsverbraucher immer noch gewisse "Voodoo"-Rufe entlocken könnte.
Es gibt so einige Zusammenhänge, die noch über menschliche Vorstellungskraft hinausgehen. Man lernt ja nie aus...
Grüße
Hans-Martin
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Genießer
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Schutzerde/Schutzleiter usw.

Beitrag von Genießer »

Ich zeige hier 2 Bilder eines typischen Sicherungskastens in einem 1-Fam Haus mit einspeisender Photovoltaikanlage über Wechselrichter.

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Was fällt Euch auf?
Richtig, der Schutzleiter (gelb/Grün) geht auf den Neutraleiter/Null (blau) siehe Bild 2. Vor Einführung der Schuko Norm war das noch ok. Aber das hier wurde 2012 von einer guten Fachfirma für Solarenergie installiert. Es wurde mir auch bestätigt dass dies Art von Wechselrichter so angeschlossen werden muss. Er wird ja mit Gleichstrom über die Panels gespeist und muss zwangsgeerdet werden im Empfängernetz. Man muss hier angeblich unterscheiden zwischen autarken PV-Inselanlagen und PV-Netzanlagen die einspeisen. Es wäre alles ok!!!
Jeder verwöhnte HiFi Hörer kennt aber die möglichen Auswirkungen solcher Wechselrichter und die der klassischen Nullung, diese sind nicht nur im eigenen Haus zu hören sondern oft auch bei den Nachbarn (in der Versorgungslinie). Mein EMI Meter ist glücklich beim hochzählen. Werte über 1500 bis 1750 waren bei mir normal, abends wenn der Wechselrichter keine Arbeit (Sonne) mehr hatte wurde es besser. Auch der Nachbar könnte dann besser Musik hören.
Ich habe schon mal im AH beschrieben dass ich einen Erdspieß 9m in den Boden getrieben und noch weitere Dinge gemacht habe. Wichtig ist aber den Erdspieß nicht zusätzlich, sondern alleine an der HiFi-Anlage „mit eigener Stromleitung“ zu betreiben sonst kann es evtl. Probleme geben durch rivalisierendes Potenzial. Eine vollständige Trennung ist meines Wissens unmöglich, weil der Nullleiter (blau) die große Gemeinsame ist. Bei L1,2,3 kann man sich die beste Varianten durch EMI Messungen über Steckdosen innerhalb dieser Linien aussuchen. Wenn der Sicherungskasten gut organisiert aufgebaut ist, sieht man schon welche Räume auf welchem der 3 Leiter liegen. Notfalls Sicherung abschalten, dann weiß man es genau. Wenn es deutliche Messunterscheide gibt, dann das Klangmodul (Sicherung) für die externe HiFi Leitung dort anschließen lassen und diese Leitung direkt zur Anlage führen. Bei vielen geht das leider nicht. Wenn ein alter HiFi Hase ein Haus baut ist das schon berücksichtigt.
Wie ich das mit dem Erdspieß und dem neuen Schutzleiter gemacht habe, kann bei mir über PN angefragt werden. Ich möchte vermeiden das es nicht als Empfehlung verstanden wird, wenn man z.B. gar keine Probleme hat.
Erst wenn der Leidensdruck hoch genug ist wird man evtl. so einen Weg gehen. Vorher hat man viel Geld in Filter und Schirmungen investiert und sinnlos unschuldige Geräte getauscht. Einige kennen das sicher. Ich bekam den Tipp und die Infos wie ich es machen kann von einer bekannten Firma (Hersteller meines Musikservers). Mein EMI Meter ist nun tags bei 300 bis 600 und abends bei 100 bis 200 und am Sinusgenerator „IsoTek Genisis“ ist der Wert bei immer bei 11 (elf). Eine traumhafte Ruhe ist im Klangbild, das gibt automatisch mehr Dynamik „eine Kerze leuchtet halt heller, wenn der Raum dunkler wird“ – ich denke das kann man so erklären. Ich habe schon länger nur noch echt symmetrische Geräte und Verbindungen, auch in Phono/MC mit einem "swimming balanced" Board. Da stört nur noch evtl. die trockene Luft im Hörraum mit 38% beim LP hören. Aber das kann man ja auch ändern.
Ich ende jetzt, denn wer keine Probleme hat sollte mit dem Schutzleiter auch nichts tun oder beauftragen. Ich bin schon sehr lange glücklich über diesen Eingriff und kann mein Hobby wieder genießen – ohne jede Reue oder Ängste wegen der Versicherung.

Gruß
Uli
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Audiophon
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Beitrag von Audiophon »

Hallo Gert,

danke für Deine Einblicke und wie immer sehr aufschlussreichen Versuche und Messungen!
Fortepianus hat geschrieben:
17.01.2023, 15:59

Bei mir ist diese Erdungsschiene mit der Hauserde verbunden.
Wie in meinem Vorstellungsthread http://www.aktives-hoeren.de/viewtopic.php?f=6&t=11778 beschreiben, habe ich auch seit gut 2,5 Jahren eine separate Fuktionserdung, die an keiner Stelle die PE ersetzt. Wie schon bereits damals angemerkt, ergab bereits die direkte Erdung der Komponenten über die Hauserdung (über keine 5 m Kabel leicht "erreichbar") bereits eine eine hörbare Verbesserung. Ich denke, dies entspricht damit etwa Deinem Erdungsschema.

Wie auch von Hans Martin angesprochen, sind hierbei alle Geräte mit Kimber Kabeln sternförmig um den Vorverstärker als Bezugspunkt geerdet:
Hans-Martin hat geschrieben:
17.01.2023, 22:18
Bei uns kann zumindest (und traditionell) der Vorverstärker als zentraler Knotenpunkt die Erdungsverbindung haben, bei allen anderen Geräten sollte zur Vermeidung von Brummschleifen die Verbindung Signalmasse-Schutzerde überdacht werden, mit Ausnahme der symmetrisch verbundenen Geräte wie auch im Tonstudio.
Zusätzlich setzte ich jedoch auch Zwei Staberder im Vorgarten ein:
Fortepianus hat geschrieben:
17.01.2023, 15:59
music is my escape hat geschrieben:
17.01.2023, 12:36
Viele Mitglieder dieses Forums haben sich dessen im Laufe der Jahre auf die eine oder andere Weise angenommen, über simple zusätzliche/ direkte Masseverbindungen zwischen den einzelnen Komponenten über dedizierte, mit der Hauserde verbundene massive Masseschienen bis hin zu zusätzlichen Erdungsstäben im Garten (die sogar regelmäßig gegossen werden).
Davor kann ich nur warnen. Wenn die Schutzerde irgendwo ans Erdreich gebunden ist (Fundamenterder o. ä.) und die Funktionserde entfernt davon an einem Staberder, kann es bei Gewitter zu erheblichen Spannungen zwischen den beiden kommen (Schrittspannung). Diese Spannung sucht sich nun einen Weg durch die Anlage. Wer eh schon immer mal was Neues wollte, hat dann eine gute Argumentationsgrundlage. Aber keine Gehäuse anfassen beim Gewitter, das ist ungesund :-).
Diese Staberder sind bei mir ebenfalls mit der Hauserdung verbunden, über einen vom Hersteller Russ Andrews sogenannten "RF Router" (wohl ein Filter das nur HF Ströme passieren lässt, mein Multimeter zeigt mir demnach auch einen unendlichen Widerstand an wenn ich den Ein- gegen den Ausgang messe). Vor der Realisierung hatte ich übrigens ein ausführliches Telefonat mit einem Mitarbeiter von Russ Andrews, in dem die für mich beste Erdungslösung erläutert wurde. Es wurde auch hervorgehoben, dass aus Sicherheitsgründen die Staberder mit der Hauserde verbunden werden müssten und dazwischen noch die RF Router eingesetzt werden müssten. Beide Staberder sind daher zur Anlage hin und zur Hauserde hin jeweils an einem RF Router angeschlossen.

Bei Gewittern oder wenn ich in den Urlaub fahre kappe ich dann normalerweise die Staberder ab (einfach hinter der Anlage Stecker ziehen). Damit kann ich ehrlich gesagt ziemlich gut schlafen. :D . Ach ja: meinem Elektriker hatte ich hiervon am Telefon auch erzählt. Er meinte, das sei so von der Umsetzung ok. Ich bat ihn dann auch mal zu einer (bezahlten) Widerstandsmessung vorbei zu kommen und hakte hier 6 Monate lang nach ... ohne Erfolg. In Ballungsgebieten hat man leider schon seit Jahren kaum eine Chance mal einen Elektriker zu Gesicht zu bekommen :roll: .

Viele Grüße
Martin
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Beitrag von Genießer »

Hallo Martin,

über diesen HF-Router von Russ Andrews wollte ich mich erkundigen und diesen auch zwischen bestehender Schutzerdung und meinen Erdspieß schalten. Leider keine Reaktion auf mehrere Anfragen. Hast du evtl. eine Art Datenblatt? Die Innereien sind bestimmt vergossen, wie überall.

Aber als wir dann die beschrieben Schaltung im Zählerkasten entdeckt haben (SL auf PE) wurde mir geraten keine Verbindung zu schaffen. Die Auswirkungen waren für mich unerwartet gut, also weit entfernt von jeder Einbildung. Nicht nur akustisch, habe ich im persönlichem Bereich beschrieben. Hat Deine Anlage eine separate Stromzuleitung?

Dass die Handwerker nicht zur Sondenmessung des Erdwiderstands kommen kenne ich, kann daran liegen dass sie die komplette Messausrüstung (z.B. Fluke) nicht haben. Ist sehr teuer... und die Messungen zeitraubend. Man will ja die besten Punkte finden.
https://www.conrad.de/de/p/fluke-1623-2 ... MAQAvD_BwE

Weiterhin gutes Gelingen

Uli
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Audiophon
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Beitrag von Audiophon »

Hallo Uli,
Genießer hat geschrieben:
18.01.2023, 15:55
über diesen HF-Router von Russ Andrews wollte ich mich erkundigen und diesen auch zwischen bestehender Schutzerdung und meinen Erdspieß schalten. Leider keine Reaktion auf mehrere Anfragen. Hast du evtl. eine Art Datenblatt? Die Innereien sind bestimmt vergossen, wie überall.
nein, leider lässt sich hier auch Russ Andrews nicht in die Karten schauen, wahrscheinlich weil da so viel "wertvolles" oder innovatives" gar nicht drin ist. Ich hatte auch das mal selbst ein paar Widerstandsmessungen gemacht und eben dabei bemerkt, dass der RF Router komplett "sperrt" und dann nachgefragt, ob dass denn ok sei, oder er eventuell defekt sei. Die Antwort (alles über email) war dann, dass meine Messwerte alle nachvollziehbar seien und, dass auch der Router nicht kaputt sei, sondern eben nur HF passieren ließe.

Da ein A/B Gleich auch bei mir sehr einfach machbar ist, kann ich auch bei mir die Wirkung einfach und recht gut nachvollziehen. Passt bei mir demnach alles :cheers: :wink: .

Ja, der Elektriker hatte mir auch schon vor einigen Jahren eine separate Zuführung vom Verteilerkasten gelegt und das AHP Klangmodul eingebaut.

Dir auch noch viel Spaß mit der Anlage!

Martin
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Beitrag von music is my escape »

Hallo Uli, Martin;

Danke für Eure Beiträge. Wirklich, vielen Dank.

Manchmal sind die Dinge eben nicht ganz so einfach wie sie scheinen, oder auch: sogar noch viel einfacher. :wink:

Die bei mir ebenfalls direkt ab Zähler verlegte Audiophase inklusive exklusiver Erdung im Garten hat unglaublich viel gebracht; den durch klassische Nullung über die anderen Phasen per Null zwangsweise dennoch reinkommenden Dingen wurde mittels FF (Filter + Ferrit) zumindest versucht, etwas entgegenzusetzen.

Beklagen könnte ich mich zwar immer noch ständig, aber zumindest weiß ich jetzt: schlimmer geht immer. :mrgreen:

Kette rechts,
Thomas
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