Matthias (Linn Isobarik)

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Molded sky
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Beitrag von Molded sky »

Hallo Rolf,

vielleicht habe ich da noch etwas das dich interessieren kann. Ich hatte ja geschrieben das ich verschiedene Kabelstärken ausprobieren wollte, das habe ich getan.

So habe ich 1 mm starkes 7N OCC Kabel in der aktiven Weiche eingesetzt.
Das heißt die Verbindungen zwischen der Platine und den 3 Buchsen für die Signale wurde ersetzt. Die gemeinsame Masseleitung (Grün) steht noch auf dem Plan sobald ich mehr Kabel habe.

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Harald (Saabcoupe) hatte es schon vorweggenommen als er sagte, die Musik klingt durch die neuen Kabel natürlicher und er hatte recht.
Für mich bedeutet das, das ich weitere Baustellen in der Anlage habe und 10-20% natürlicheren Klang pro Verbindung bekomme.

Natürlich könnte man argumentieren das dies ein Einspieleffekt ist (neues Lot und Kabel).
Oder die verbauten Kabel waren nach 20 Jahren einfach gealtert.
Es ist aber auch möglich das die 7N OCC Kabel einfach besser sind.

Mein Eindruck ist Stimmen klingen natürlicher und das Fußwippen beim Musikhören ist ausgeprägter.
Der Vorverstärker kam dann natürlich auch an die Reihe und wurde bei der Ausgangsbuchse neu Verkabelt.

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Ihm folgte der CD-Player und auch hier wurde der Klang besser, so gut das er den Phonosophie DAC abgehängt hat.

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Grüße vom Bastler
Matthias
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Molded sky
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Beitrag von Molded sky »

Hallo Aktivhörer,

ich wurde von einem Bekannten angesprochen, dass es eine Interessante Entwicklung aus England für die Naim Endstufen gibt.
Es handelt sich dabei um eine versilberte Kupfer Brücke, mit der man die Kontakte der Kondensatoren in der Endstufe verbindet.
So sieht das eingebaut aus.
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Zu der Frage ob es besser oder nur anders klingt, es wird besser :cheers:

Grüße aus dem Norden
Matthias
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Hans-Martin
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Beitrag von Hans-Martin »

Hallo Matthias,
aus den Elkos ragen Aluminiumstutzen mit Gewinde (nach Gedächtnis 5mm metrisch) und nicht immer sind die Schrauben aus Messing. Eisenschrauben, die man mit einem Magneten schnell entlarvt, sind hier kontraproduktiv.

Ich wundere mich, dass ich ein in der Mitte vorhandenes, aber ungenutztes Gewinde finde. Diese Herstellungskosten hätte man einsparen können.
Offenbar hat man das Prinzip sternförmiger Masse an dieser Stelle geopfert.

Die kantig verbeult wirkenden Elkos sehen für mich so aus wie die steinalten S.L.C.E. Elkos, womöglich steht noch Holden&Fisher auf den Trafos, das war die Zeit vor 1990.
Warum auch immer, ein Optimum sieht für mich anders aus.
Grüße
Hans-Martin
P.S. Holden&Fisher halte ich in Ehren...
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Molded sky
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Beitrag von Molded sky »

Hallo Hans Martin,

Danke für den Tipp, ich werde die Schrauben austauschen und berichten wie sich das auswirkt.
Die Brücken wurden von Hand gefertigt, vermutlich wurde das Gewinde in der Mitte genutzt um beim versilbern die Brücke besser zu halten, als wenn diese nur an einem Draht hängt.
Es kann auch sein das der Hersteller für verschiedene Endstufen die gleiche Brücke nutzt, wer weiss.

Die grossen Kondensatoren sind nicht steinalt, sondern aus 2019, die werden in der selben Form hergestellt wie damals.

Im Vorverstärker in der Aktiv-Weiche und wahrscheinlich auch in den Endstufen wurde die Masse mit den Grünen Kabeln von allen Seiten auf einen Punkt gebündelt, beschreibt man nicht so eine Sternförmige Masse?

Grüße
Matthias
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Hans-Martin
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Beitrag von Hans-Martin »

Hallo Matthias,
sternförmige Masse heißt praktisch: von einem Punkt aus.
Abgekürzter Kommentar: Das Bild zeigt das nicht. Ist das nachweislich von einem aktuellen Gerät??
Die nicht ganz zylindrische Bauform kenne ich nur mit Elkos mit S.L.C.E. Aufdruck und sie wurden bei Naim von BHC Aerovox abgelöst, später wurde diese Marke BHC von Kemet übernommen.
1984 kreierte Denis Morcroft die Idee der audiophilen BHC Slit Foil Capacitors, die mit ihren geschlitzten Folien die Wirbelstromverluste (Eddy Currents) vermeiden sollten, man fand sie u.a. in späteren Cyrus II und PSX-Netzteilen. https://www.hificollective.co.uk/compon ... lytic.html

Naim ist schon lange nicht mehr so, wie es der Firmengründer Julian Vereker gedacht hatte, S.L.C.E. kam einst aus Frankreich, ebenso wie Focal, nun seit einiger Zeit Owner von Naim.
Die von Naim bezogenen Elkos haben dich laut deinem Bericht keineswegs überzeugt, während die Beschaffung von Altbeständen der Originalbestückung viel bessere Ergebnisse lieferte.
Könnte auch Naim zu SLCE zurückgekehrt sein, gar, weil dieses aus französischer Herrschaft angeordnet wurde?

Wird womöglich die Naim-Produktion angesichts des voraussichtlichen ungeordneten Brexit nach Frankreich verlegt? Gibt es dann eine neue phonetische Interpretation des Markennamens?

Wir leben in bewegten Zeiten. Datiert auf den 10.10. las ich, dass eine Softwareschmiede (bekannt für HEOS) im SiliconValley nach Denon und Marantz (und von mir umbemerkt auch Pioneer und Onkyo) auch B&W (Bowers & Wilkins) übernommen hat. Dabei interessiert mich weniger, welche Werkbänke in China für welche Markenprodukte die Frontplatten stanzen udn die Leiterplatten bestücken. Viel interessanter ist m.E., dass ein geistiges Konzept sich über die Materie herrschend durchsetzt.
Bleibt die Frage, was dem Besitzer der beste Verstärker nützt, wenn man damit invertiert gelieferte Tonträger unkorrigiert abspielt und man die Lautsprecher-Raum-Interaktion nicht mit Acourate bezähmt?

Zweifellos kommt es auf alle Glieder der Kette an, gleichermaßen könnte man meinen - aber ein unvermeidbares Gefälle in der Qualität von Baustein zu Baustein wirft Fragen auf, wo die größten Fehler zu minimieren sind, damit am Ende noch was Überzeugendes übrig bleibt.
Grüße
Hans-Martin
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Molded sky
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Beitrag von Molded sky »

Hallo Hans Martin,

das Bild habe ich selber gemacht, es ist von der Naim NAP 250 mit Chrom-leiste. Also kein neues oder aktuelles Gerät.
Die original Kondensatoren mit S.L.C.E. Aufdruck aus den Endstufen hatten knapp 30 Jahre Betrieb hinter sich. Die haben noch funktioniert, aber bei der Wiedergabe von Bässen war klar müssen die getauscht werden.
Ich habe mich bewusst für die Kondensatoren entschieden die ursprünglich dort verbaut waren. Zum Vergleich habe ich mir von Mundorf Kondensatoren gekauft und in eine Endstufe eingebaut.
Zu Anfang hatte ich den Eindruck das dort ein Unterschied ist, aber der hat sich soweit abgebaut das ich da nicht mehr wirklich ein Unterschied höre.
Auf eine Raum-Korrektur mit Acourate bin ich gespannt, vielleicht ergibt sich mal die Möglichkeit so etwas zu testen.

Grüße
Matthias
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Hans-Martin
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Beitrag von Hans-Martin »

Hallo Matthias,
ich hatte diese LL-Typen (Long Life, spezifiziert auf 200000 Betriebsstunden, ungefähr 22 Jahre Dauerbetrieb) nachgemessen, sie waren 17 Jahre im Betrieb gewesen. Die gemessene Kapazität lag geringfügig über dem aufgedruckten Wert, hatte also nicht nachgelassen. Aber der Innenwiderstand war altersbedingt deutlich angestiegen.
Als Prüfverfahren misst man bei 50 Watt auf Lastwiderstand die Spannung am Elko. Der Ripple soll möglichst nur 50mV betragen.
Dein letztes Bild zeigt die Leiterplatte mit der Spannungsregelung, der Widerstand lokalisiert zwischen den beiden Transistoren sieht für mein Auge etwas braungebrannt aus. Möglicherweise hatte das Netzteil mehr zu stabilisieren.
Beim Regelnetzteil sind es (nach Gedächtnis) nur 3 oder 4 Bauteile, die üblicherweise getauscht werden wollen, für + und -, für L und R macht jeweils viermal.

Die meisten Hersteller verzichten auf ein Regelnetzteil für die Endstufe, vertrauen auf die PSRR der Schaltung. Nicht so Naim, weshalb die alte 250 ein warmes, sattes Klangbild macht.
Ich denke, wegen dieser Schaltung fallen die Unterschiede zwischen genannten jeweils neuen Elkos (z.B. Mundorf) nicht auffällig hörbar aus. Bei den üblichen Endstufennetzteilen ohne Regelung geht der verwendete Elko stärker in den Klang ein. Aus einem verbastelten Naim Nait2 habe ich einen nachträglich zum neuen Netzteilelko parallel eingelöteten Bypass- 1uF Folien-C entfernt, schlagartig war die ungewohnte nervige Komponente aus dem Klang verschwunden.
Diese Geräte sind kleine Diven...
Grüße
Hans-Martin
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Molded sky
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Beitrag von Molded sky »

Hallo Hans Martin,

da würde ich gern mehr hören welche Bauteile genau im Netzteil getauscht werden müssen.

Im Vorverstärker habe ich die Standartkabel der Masseverbindung durch das hochreine Kupferkabel ersetzt und eine andere DIN 5 Buchse eingesetzt. Da ich die BNC Anschlüsse nicht nutze habe ich die so belassen.
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Die Weiche hat auch eine neue Masseleitung erhalten.
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Durch die Änderung der Kabel hat sich die Abstimmung zwischen Hoch, Mittel und Tiefton verschoben. Das habe ich nachgeregelt. Leider ist auf der Weiche nicht der Platz um große ÖL getränkte Kondensatoren zu verbauen, die könnten im Mitteltonbereich noch einmal mehr bringen.

Gruß
Matthias
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Hans-Martin
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Beitrag von Hans-Martin »

Hallo Matthias,
eine Orientierung gibt vielleicht http://www.intuneaudio.co.uk/Naim-NAP-250-Service-Kit.
Ich weiß nicht mehr, was ich damals alles getauscht hatte, denn es war recht überschaubar, schnell abgehakt...

Was Ölpapierkondensatoren betrifft, kenne ich nur 2 Anwendungen, wo ich sie gut fand: Bei Röhrenverstärkern, wo die abzublockende Gleichspannung erheblich höher (Hunderte Volt zwischen Treiber- und Endröhren) als das zu übertragende Signal ist (russische 0,22µF). Und in einer Frequenzweiche war der Jensen 4,7µF vor dem Hochtöner nach längerer Einspielzeit nicht schlecht, aber ein digitales aktives Filter und Aktivbetrieb war verblüffend deutlich besser.
Grüße
Hans-Martin
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