Wie bekämpfe ich die unterste Raummode?

Ulis Mess- und Korrekturprogramm

Beitragvon Mister Cool » 14.06.2018, 21:37

uli.brueggemann hat geschrieben:Alwin,

schickst Du mir bitte einmal die gemessenen Pulsantworten (ohne Peakunterdrückung)?

Grüsse
Uli


Schon unterwegs,

Danke im voraus und Grüsse,
Alwin
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Beitragvon Mister Cool » 14.06.2018, 21:43

Hallo,

ich habe den 30Hz Prefiltier etwas nachjustiert und ich kann mit dem Ergebnis gut leben :-)

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Grüsse,
Alwin
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Beitragvon uli.brueggemann » 15.06.2018, 08:56

Alwin,

thx für die Pulsantworten. Ich hab damit mal rumgespielt. Du kannst z.B. nachfolgendes testen (ich beschreibe die Prozedur mal für den linken Kanal):

  • die linke Pulsantwort in Kurve1 laden (der Peak bei 30 Hz ist bei ca. 34 dB). Für die weitere Bearbeitung reinzoomen
  • generiere in Kurve2 mit Generate - Test Signal - Length 65536 - Set to 1 @ sample 32768 - length 1 sample einen Puls mit perfektem Frequenzgang
  • Kurve2: TD-Functions - Gain 22 dB = 12 dB unter dem 30 Hz Peak
  • Kurve2: setze linken Marker im Frequenzgang auf 25.635 Hz
  • FD-Functions - SpliNJoin - Kurve2 mit Kurve1 nach Kurve3 mit 25.635 Hz - without - linearphase
  • Kurve3: setze linken Marker im Frequenzgang auf 32.959 Hz
  • FD-Functions - SplitNJoin - Kurve3 mit Kurve2 nach Kurve3 mit 32.959 Hz - without - linearphase
  • Kurve3: FD-Functions - Amplitude Inversion - minimumphase
  • TD-Functions - Normalization - Kurve3 - individual gain
  • Kurve3: speichern als linkes Vorfilter
  • Visueller Schnelltest mit TD-Functions - Convolution - Kurve1 mit Kurve3 nach Kurve4
  • Realer Schnelltest mit Verwendung des Filters bei der Messung

Das Ganze dann auch für die rechte Pulsantwort durchführen. Im Prinzip setzt man den linken Marker dort, wo sich Pulsantwort und Testkurve schneiden.

Der Vorteil hier ist, dass man nicht mit Frequenz, Q und Gain rumrätselt, sondern genau das verwendet, was die Messung hergibt.

Eine ähnliche Variante ist das passende Setzen von Markern links und rechts vom Peak und die Verwendung von TD-Functions - Phase Extraction minphase mit Frequenzwerten für below und above. Dabei ergeben sich aber links und rechts vom Peak meistens Pegelabweichungen. Die Kunst ist, diese dann zumindest klein zu halten.

Du kannst ja gern mit einem Bild über das Ergebnis berichten :)

Grüsse
Uli
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Beitragvon chriss0212 » 15.06.2018, 09:08

Hallo Uli,

das ist genau eins der Themen, die ich gerne im Workshop machen würde. Cool, dass es hier auch auf den Tisch kommt ;)

Viele Grüße

Christian
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Beitragvon Mister Cool » 15.06.2018, 09:28

Hallo Uli,

zuerst herzlichen Dank für die schnelle Hilfe. Das nenne ich Service, einfach bombastisch :-)

Ich werde es auf jeden fall ausprobieren und natürlich über das Ergebnis berichten, aber zuerst muß ich es "verdauen". Du hast einige Schritte/Funktionen genannt, die ich noch nicht eingesetzt habe, die mich aber total hellhörig und neugierig machen: "...Visueller Schnelltest mit TD-Functions - Convolution - Kurve1 mit Kurve3 nach Kurve4...". Wenn das die Funktion ist, die mir die recht aufwändige Test-Schleife über "Filter Erstellen, in LSR Eintragen, Messen, Anschauen,..." erspart, dann ist es genial! So kann ich die generierten Filter schnell simmulieren, die erhoffte Wirkung einschätzen und die groben Schnitzer erkennen, bevor ich den realen Test durchführe.
Ich nehme an, das ist das, was u.a. in dem Macro5 irgendwie eingebunden ist.

Grüsse,
Alwin
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Beitragvon Mister Cool » 15.06.2018, 22:58

uli.brueggemann hat geschrieben:...
Du kannst ja gern mit einem Bild über das Ergebnis berichten :)
...


Hallo Uli,

die Beschreibung war perfekt und nachvollziehbar, also habe ich die 85Hz nach dem gleichen Prinzip erledigt

Hier die zwei Filter mit jeweils
- die LSR-Pulskurve
- der zusammengeschnipselte Filter
- die Testconvolution der beiden

den 85Hz Filter habe ich etwas höher (bei 25dB anstatt 22dB) angesetzt

Bild

Und hier das Gesamtbild, ein mal als Testconvolution und ein mal das real gemessene Ergebnis nach Makro1 (mit eingeblendeter Zielkurve)

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Zum Anhören bin ich noch nicht gekommen, aber bin schon gespannt.

Noch mal danke und Grüsse,
Alwin
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Beitragvon Lauscher » 19.07.2018, 15:03

Hallo Uli
Hallo Alvin,

Ich habe eben die Anleitung von Uli nachvollzogen- läuft :D

Da ich mir den Vorfilter zur Zeit nicht anhören kann:
Kann ich mit einmal mehrere Peaks gleichzeitig korregieren oder lieber pro Peak
eine Datei / Vorfilter erstellen ?

Welche Erfahrungen habt Ihr ?

Viele Grüße
Jens
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Beitragvon Mister Cool » 19.07.2018, 15:06

Hi,
Ich binde die nach Ulis Beschreibung erstelllten Vorfilter für 30Hz und 85Hz (jeweils links und rechts) über Macro0 in alle meine Filter ein. Ich finde sie gut.
Grüsse,
Alwin
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Beitragvon Lauscher » 19.07.2018, 15:45

Hallo Alvin, :D

Wenn Du z.B. auf der linken Seite 3 Korrekturen vornehmen möchtest. Erstellst Du dann 3 Dateien die Du dann jeweils in den Vorfilter für die linke Seite einstellst? Oder alles in einem Rutsch in einer Datei ?

Viele Grüße
Jens
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Beitragvon Mister Cool » 19.07.2018, 20:02

Ich würde drei Dateien einstellen. So kann ich vom Setup zu Setup individuel entscheiden und vergleichen, welche von den 3 Vorfilter ich aktiviere.

Grüsse,
Alwin
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Beitragvon chriss0212 » 13.04.2019, 16:38

Was mich interessieren würde:

Warum funktioniert der PreFilter besser als die Target Curve?

Weil in diesem Fall der PreFilter so angelegt ist, dass er ohne Fensterung eingreift? Also eine 100% negativabbildung des Problems ist und in der Target das Problem schon weichgezeichnet ist?

Danke und Grüße

Christian
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Beitragvon chriss0212 » 13.04.2019, 17:48

Hallo Uli,

Kann es sein, dass hier ein Fehler ist:

FD-Functions - SplitNJoin - Kurve3 mit Kurve2 nach Kurve3 mit 32.959 Hz - without - linearphase


Meinst Du evtl nach Kurve 4? Ich kann ja nicht in einen belegten Slot speichern.

Grüße

Christian
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Beitragvon Buschel » 13.04.2019, 18:04

Hallo Christian,
chriss0212 hat geschrieben:Warum funktioniert der PreFilter besser als die Target Curve?

Raummoden sind durch PEQ-Filter modellierbar, und deswegen bei korrekten Parametern auch exakt auslöschbar. Das geht soweit, dass Moden im Idealfall sogar im Wasserfalldiagramm nicht mehr sichtbar sind. Die Nachhallzeit wird in so einem Fall real reduziert. Vor ein paar Jahren hatte ich dazu einen Aufsatz gefunden und war in Kontakt mit dem Programmierer von CARMA, der mittels passender PEQ-Filter seine Raummoden komplett ausblenden konnte. Bei mir funktioniert das nicht, möglicherweise wegen der relativen Nähe meiner Moden zueinander. Das Erstellen von manuellen Filtern ist also auf jeden Fall einen Versuch wert. Ich habe zum Ermitteln der Parameter REW benutzt, weil man dort sehr schnell die Wirkung auf die Wasserfalldarstellung sehen kann. Diese Parameter habe ich dann zur Erstellung von Pre-Filtern nach Acourate übertragen.

Grüße,
Andree

PS: Link zum Paper von Genelec: https://www.genelec.com/documents/publi ... 11th_2.pdf
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Beitragvon uli.brueggemann » 13.04.2019, 18:21

chriss0212 hat geschrieben:Meinst Du evtl nach Kurve 4? Ich kann ja nicht in einen belegten Slot speichern.

Christian,

schalte mal im Menü File den Expert Mode ein. Dann ist das Überschreiben eines Slots möglich.

Grüsse
Uli
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Beitragvon chriss0212 » 13.04.2019, 18:22

Hallo Andree

ich habe mein Unverständnis wieder falsch ausgedrückt ;)

Eigentlich hätte es heißen müssen: Warum funktioniert der Pre Filter besser als die Inverse in Verbindung mit der Target Curve ;)

In der Inversen wird ja im Grunde auch die Inverse aus der Raummode abgebildet... aber leider schon FDW gefiltert. Deswegen meine Vermutung: Der Pre Filter funktioniert besser, da dies eine 100% Inverse ist... die Inverse ist ja schon FDW geglättet und damit nicht mehr zu 100% korrekt ;)

Ist meine Vermutung so richtig?

Viele Grüße

Christian
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