Experiment zur Anordnung von Raumtuning-Elementen

Mess- und Korrektursysteme

Beitragvon Sathimas » 12.02.2018, 14:40

Hallo Alwin, danke für die Faktensammlung und entschuldige, dass ich so lange nicht geantwortet habe.

Aber wie du schon gesagt hast eilt es ja aktuell nicht.

Grundsätzlich ist es unter den von dir genannten Voraussetzungen ziemlich schwer die Raumakustik im geplanten Bereich deutlich zu verbessern.

Ich bin aktuell unterwegs und kann auch nicht allzu viel schreiben, werde aber versuchen in den nächsten Tagen noch mal ein paar Vorschläge oder Ideen zu hinterlassen.
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Beitragvon Mister Cool » 12.02.2018, 15:23

Kein Problem :-)

Da das Rockwool-Sonorock Zeug so billig ist (1 Packet mit 6x95mm = €20,59 + 1 Packet mit 8x70mm = €19,95 plus 10m Gartenvlies für €5,79), werde ich es einfach ausprobieren. Auch auf die Gefahr, dass die zwei Packete nicht alzu viel oder gar nichts helfen. Die €50 und halbe Stunde Arbeit werde ich verkraften :-)

Mal schauen, ob es bei OBI verfügbar ist.

Grüsse,
Alwin
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Beitragvon Jupiter » 12.02.2018, 16:06

Hallo Alwin,
am besten ist Rockwoll Sonorock 040 mit Plattensrärke 4 cm, gibts bei Bauhaus zu 12 €.
Gemäß einem Kollegen vom Recording-Forum soll das Raumgewicht eine Rolle spielen.
Da ich selbst die 4 cm Platten verwende, um die Schichtstärke in all meinen Ecken besser einstellen zu können, hat sich bei mir die Frage nach den stärkeren Platten eh nicht gestellt.
Da sind 12 Platten im Packet enthalten.
Gartenflies bei Hornbach 10x1,5 m 6,45€

2 -4 cm Wandabstand zur Aussenwand ist das mindeste was du einhalten solltest, kommt natürlich auf die Aussenwand an, um keinen Schimmel zu züchten.
Bei 10 cm Platten hast du wenig Variantionsmöglichkeiten.

Die Amplituden verändern sich kaum, zwei Ballen sind zu wenig, doch der Nachhall sinkt ein wenig, wenn auch nicht unter 70 Hz, aber es geht doch ein klein wenig.
Bin aktuell selbst bei testen.
Eines sollte man jedoch wissen, die LS innerhalb eines Bereiches von 20 cm (Abstand gilt in jede Richtung vom Mittelpunkt des LS) verändert den Apmplitudenfrequenzgang und den Nachhall wesentlich stärker.

Daher macht es durchaus Sinn die LS zuerst optimal zu positionieren und dann erst mit Basotect bzw Steinwolle zu experimentieren.

Du kannst durchaus 4 Ballen Steinwolle einbringen und dann den LS 15 cm verschieben und alle Liebesmüh durch die Steinwolle war vergebens, ruck zuck geht der Nachhall wieder 100 ms im Problembereich 60-300 Hz in die Höhe.

Je nachdem wie du die Mode und deren Anregung durch die Position der LS im Raum triffst.

Einige hier im Forum und ich selbst können ganze Opern davon singen.
Gell Oliver.

Gruß Harald




Gruß Harald
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Beitragvon Mister Cool » 12.02.2018, 23:04

Das Zeug war tatsächlich da, und jetzt liegt es im Keller. Nach einer hallben Stunde Kleben und Schrauben sind beide Kisten (jeweils eine für links und rechts) fertig.

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Morgen noch das Vlies antackern, die Wolle stopfen und dann kommt die „Stunde der Wahrheit“

Es gibt viel zu tun...

Grüsse,
Alwin
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Beitragvon Mister Cool » 15.02.2018, 00:25

Ich habe fertig :-)

So sehen die Kisten gefüllt mit 16cm Steinwolle und verpackt in Gartenvliess aus.
Der Abstand zu Wand is ca 4cm (sonnst passen sie nicht hinter die Vorhänge).

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Und jetzt das Spannende: der vorher/naher Vergleich

Ohne Dämmung

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Mit Dämmung

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Mister Cool hat geschrieben:...
Das Ziel ist relativ klar -> Nachhalzeit (RT60) zw. 80Hz-300Hz zu reduzieren (siehe auch meine frühere Messungen). Der Bass dadrunter und alles dadrüber ist nicht im Focus. Für den Bass gibt es bereits konkrete Überlegungen/Ideen und >300Hz machen mir zuerst keine Sorgen.
Grüsse,
Alwin


Was soll ich dazu sagen, Punktlandung :-)

Grüsse,
Alwin
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Beitragvon Sathimas » 16.02.2018, 20:44

TOP Ergebnis für den geringen Materialeinsatz.

Wie klingt es denn in deinen Ohren?
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Beitragvon Jupiter » 16.02.2018, 20:51

Hallo Alwin,
Der Anfang ist gemacht, gehe weiter, da geht noch was.

Glückwunsch zum erarbeiteten Erfolg.

Gruß Harald
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Beitragvon Mister Cool » 16.02.2018, 22:22

Danke, zusammen sind wir stark :-)

Ich bin gerade dabei die Einmessungen neu zu machen und die Filter neu zu generieren, dann kann ich mehr zum Klang erzählen. Auf den "ersten Blick" es hörte sich so an, als ob es relativ viel Energie entzogen hat, daher unbedingt zuerst neu einmessen

Grüsse,
Alwin
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Beitragvon Eusebius » 10.04.2018, 09:46

Hallo Alwin!

Spannende Arbeit und ein sehr schöner Raum!
Den Eindruck, dass nennenswerte Raumbedämpfung "Energie entzieht", kann ich bestätigen.
Das heißt aber nicht, dass dann irgendetwas an der Musik fehlt, sondern dass der Lautheitseindruck sinkt. Das ist logisch, weil die absorbierten Diffusschallanteile sich nicht mehr zum Direktschall addieren.
Man muss also etwas weiter aufdrehen, um wieder denselben Lautheitseindruck wie zuvor zu erreichen.
Das ist übrigens der Hauptgrund, warum ich meine Geithain 901k mit Subwoofern betreibe: In meinem extrem bedämpften Raum muss ich deutlich mehr Pegel fahren. Die zusätzlichen Bässe erhöhen beträchtlich die Reserven.

Bin gespannt, wie es bei dir weitergeht.

Gruß!
Rainer
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Beitragvon Mister Cool » 10.04.2018, 10:13

Eusebius hat geschrieben: ...Man muss also etwas weiter aufdrehen, um wieder denselben Lautheitseindruck wie zuvor zu erreichen.
Das ist übrigens der Hauptgrund, warum ich meine Geithain 901k mit Subwoofern betreibe: In meinem extrem bedämpften Raum muss ich deutlich mehr Pegel fahren. Die zusätzlichen Bässe erhöhen beträchtlich die Reserven.
Bin gespannt, wie es bei dir weitergeht.


Hi,

für das "mehr Pegel" sorge ich demnächst mit 12" TMT und 2x18" Sub/TT, also das ist kein Problem :-)
Ich stehe TOTAL auf PEGEL :-)

BTW. ich habe in Deinem Bericht den Hinweis auf "abgehängte Kinderbettmatratzen" gesehen :-)

Ich habe gerade eine grosse dicke Tempur Matratze zum entsorgen. Mal schauen, was passiert, wenn ich sie zusätzlich zwischen die beiden gebauten Absorber hinstelle. Ich messe es vorher/nacher, dannn haben wir es Schwarz auf Weiß.

Grüsse,
Alwin
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Beitragvon Eusebius » 10.04.2018, 12:32

Hallo Alwin!

Vielleicht kannst du ja auch ein Zerfallsspektrum (Wasserfalldiagramm) einstellen.
Da sieht man die Verbesserungen im Bass deutlicher.

Gruß!
Rainer
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Beitragvon Mister Cool » 10.04.2018, 12:47

Hi,

mache ich (in REW?)

Grüsse,
Alwin
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Beitragvon Mister Cool » 10.04.2018, 22:28

Wie gesagt, so getan :-)

Ich habe die Matratze hinter den Vorhang gestellt und eine Messreihe jeweils mit und ohne Matratze durchgeführt (gemessen mit Acourate und mit REW).

So sieht das ganze aus

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und hier die Messergebnisse.

Links mit Matratze

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Ohne Matratze

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Mit Matratze

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Ich würde sagen, bis auf die winzige Veränderung in dem 60-110Hz Bereich, gibt es keine nennenswerte Verbesserung.
Die Matratze kann entsorgt werden :-)

Grüsse,
Alwin
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Beitragvon Lauscher » 10.04.2018, 22:41

Hallo Alvin,

Bevor Du die Matratze entsorgst - höre mal ob Du den Unterschied bei einer Matratze wahrnehmen kannst.

Ich habe das „Experiment“ vor 2 Wochen mit allerdings 5 Matratzen durchgeführt - und war von dem Ergebnis überrascht. So stark wie der hörbare Unterschied war - haben sich die Messungen gar nicht verändert gehabt. :D

Du hast einen schönen Hörraum.

Viele Grüße
Jens
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Beitragvon shakti » 10.04.2018, 22:53

@Jens
danke fuer den Kommentar!, nicht alles was sich messen laesst, hoert sich am Ende gut an, manches, was sich schwer messen laesst, hoert sich am Ende gut an.
Man sollte den Ohren beim Raum optimieren die Priorität bei den Entscheidungen überlassen.

Und zu den Matratzen fällt mir ein, dass sich Federkern sicherlich sehr viel anders anhört,
als eine Latex Matratze :-)

Gruss
Juergen
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shakti
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