FIR-Filter besser im Lautsprecher oder extern vorgeschaltet?

Diskussion über aktive Schallwandler

FIR-Filter besser im Lautsprecher oder extern vorgeschaltet?

Beitragvon micha » 12.02.2018, 10:29

Moin zusammen,

Hintergrund:
Bin gerade an meinem ersten Aktivlautsprecher Setup, eine KSD 2040 :D erste Serie, in einem neuen Raum der akustisch auch noch in der Aufbereitung ist. Meine „Problemfrequenzen“ liegen zwischen 200 und 300 Hz.

Um die jetzige, durch die Raumgeometrie bestimmte, Überbetonung in diesem Frequenzbereich abzumildern würde ich gerne die ja von KSD oder B&M eingebaute FIR Filter Technik nutzen wollen. Jetzt kam die Frage auf, ob es nicht noch besser wäre diese Filter mit Acourate also vor den LS in das Musikfile zu implementieren.

Da ich einen G-ADS0 als direkten Zuspieler nutze käme ja auch noch die interne Linn Optimierung in Frage. Aber was ist jetzt die beste Art? Oder ist es als gleichwertig anzusehen?

Leider habe ich alleine keine zufriedenstellende Antwort gefunden, welche Möglichkeit denn die technisch, bzw. vor allem akustisch, sinnvollste wäre. Deshalb jetzt die Frage in die Runde. Welche Erfahrungen wurden gemacht, oder ist es technisch zu beantworten?

BTW
Ist der Filter bei der KSD in der Weiche oder in den Verstärkern, oder? Ich besitze leider noch kein Controller Kästchen (ca 800€ neu) oder die benötigte Software, aber Acourate müsste ja auch noch angeschafft werden.


LG , Alaaaf, wer noch nicht weiss welche Verkleidung besonders zieht sollte den „Thermomix“ in die engere Wahl nehmen. Den wollen alle Frauen...:))

Micha
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Beitragvon h0e » 12.02.2018, 10:44

Hallo,

die Linn Space Optimation läßt nicht besonders viele Freiheiten, das ist sehr eingeschränkt und unkomfortabel.
Ich habe zur Anwendung von FIR auf gespeicherte Dateien ConvoFS eingesetzt,
es läuft unter Linux und Synology mit Intel Prozessor.
Wenn letzteres für Dich keine Variante ist, solltest Du die Filter der Boxen nutzen.

Grüsse Jürgen
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Beitragvon cay-uwe » 12.02.2018, 10:50

Helau Michael, aus der Mainzer Gegend :cheers:

Es ist wie die Schwaben sagen, "Gehupft wie gesprungen", soll heißen ob die Korrektur mit Lautsprechermittel, Software oder vorgeschalteten Kontroller erledigt wird ist im Prinzip egal, solange Du die genannten Komponenten in einer Kette betreibst. In Deinen Fall so wie ich das sehe PC ( Software ) -> GADS0 -> KSD.

Das sage ich, weil natürlich ein anderer Streamer z.B. einen anderen DSP Prozessor und DAC nutzt, der den Klang natürlich auch beeinflussen kann.

Persönlich verfolge ich den Ansatz die FIR Entzerrung extern zu erledigen, da im Prinzip die Technologie der DSP ähnlich wie der der Computerchips sich ständig "verbessert" ( habe ich in Hochkomma gesetzt, weil es nicht immer sein muss, dass das Neue auch besser gefällt ).

Aus diesen Grund sind alle meine Lautsprecher mit Analogtechnik versehen und über vorgeschlatete Kontroller, die ich auch im meinen Produkten führe, offeriere ich die Möglichkeit der Raumanpassung und in Zukunft auch FIR Entzerrungen. Ein Vorteil den ich daran sehe ist, dass z.B. ein DSP Technologieupdate nur den Kontroller betrifft und nicht ganze Lautsptrecher.

Aber wie gesagt, es ist "Gehupft wie gesprungen" da andere Hersteller das unterschiedlich sehen können.
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Beitragvon Mister Cool » 12.02.2018, 14:02

Hi,

ich kenne mich mit GADSO und mit Deinen Lautsprecher nicht aus, aber aus meiner Sicht ist es nicht "Gehupft wie Gesprungen", wo die Filterung erledigt wird. Eine "externe" Filterung (wie z.B. das genannte Acuorate) halte ich für deutlich interessanter, da sie:
- möglicherweise deutlich mehr Funktionen als nur reine "Filterung" bietet
- nicht an eine bestimmte Komponente/Lautsprecher gebunden/integriert ist -> sie ist "komponentenneutral" und muß nicht nich mit jedem Komponenten-/Lautsprecherwechsel neu angeschafft werden

Damit habe ich mehr flexibilität unterschiedliche Varianten der gesamten Wiedergabekette zu optimieren.

Grüsse,
Alwin
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Beitragvon micha » 12.02.2018, 21:01

Vielen Dank für eure Einschätzungen.

Vielleicht liest ja noch jemand mit der Erfahrung mit der Firtec-eigenen Filtererstellung gemacht hat. Die KSD Entwickler haben sich ja schon viel Mühe gegeben, die zeit- und phasenkorrekte Darstellung der Musik sicherzustellen. Und die Raumdarstellung, Ortungsschärfe und Detaildarstellung sind sehr überzeugend. Das muss schon sehr gut funktionieren, sonst könnte sich das nach meiner bisherigen Hörerfahrung nicht so gut anhören. Mich stören ja „nur“ die 2 bis 3 Überbetonungen im 200- 300Hz Bereich. Da muss die Energie ein wenig heraus. Aber einige der anderen B&M-und KSD-Hörer standen ja vielleicht schon vor der gleichen Frage.

Die ConvolverFS Lösung ist bei nicht so elegant da ich ein ARM Prozessor im gut funktionierenden Synology NAS betreibe. Wenn es ein externes System wird ist mir Acourate sehr sympathisch.

Olympia statt Alaaf :cheers:

Micha
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Beitragvon h0e » 12.02.2018, 21:05

Hallo Micha,

wenn es nur darum geht, 2-3 Raummoden zu eleminieren, dann kannst Du das mit Space Optimation machen.
Es ist allerdings empfehlenswert zu messen und dann die Filter per Hand einzustellen.

Grüsse Jürgen
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Beitragvon wgh52 » 13.02.2018, 00:43

Hallo Micha,

es könnte die Diskussion und die Lösungsfindung vielleicht erleichtern die bisherigen Maßnahmen mithilfe von vorher/nacher Messungen zu erläutern, dann sieht man auch was Dir noch nicht gefällt und kann ggf. gezielter Rat zu geben.

...nur so ein Gedanke...

Grüße,
Winfried

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Beitragvon Joerghag » 13.02.2018, 10:29

Hallo Micha,

wenn du die FIR Filter der KSD einstellen kannst, würde ich das auch dort machen. Alles was an den KDS ankommt, geht sowieso über deren digtale Frequenzweiche. Wozu also noch ein Gerät einschleifen?

Ich mache die (Vor-)Entzerrung auch in meinen Genelec 8260 und mittlerweile zusätzlich über Acourate und ConvoFS auf dem Nas. Der Zugewinn ist aber deutlich kleiner als gedacht/erhofft. Da die KSD sowieso schon mit FIR-Filtern arbeiten würde ich diese also auch nutzen.

Gruß Jörg
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Beitragvon treble trouble » 13.02.2018, 12:41

Hallo,

das Filtern in den Boxen bedeutete ja, dass die Boxen A>D wandeln, filtern und wieder D>A wandeln müssen. Ich weiß nicht, ob man daraus einen klanglichen Nachteil hören würde, aber technisch ist das Suboptimal, denke ich. Oder tun dies die Boxen eh schon, weil sie mit digitaler Weiche arbeiten, etc.? Dann wäre es natürlich egal.

Gruß
Gert

Edit: Ich hatte diesen Thread von gestern abend noch geöffnet und daher Jörgs Antwort noch nicht gesehen...
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Beitragvon Buschel » 13.02.2018, 14:12

Hallo Micha,

deine KSD haben eine digitale Weiche und Phasenkorrektur. Es läuft bei analogem Eingang also immer ein A/D- und D/A-Wandler mit. Im Idealfall würde ich deine Lautsprecher deswegen digital ansteuern. Dann sparst du dir die A/D-Wandlung, und nutzt nur noch den verbauten DSP und den D/A-Wandler. Hast du diese Option bei deinen Lautsprechern bereits?

Falls du nur einige Moden ausblenden willst, ist ein Setup mit Acourate oder Intel-NAS aus meiner Sicht mit Kanonen auf Spatzen geschossen. Von daher würde ich für die Raumkorrektur als naheliegende Lösung entweder auf die im Linn verbaute Lösung setzen (unbedingt wie von Jürgen empfohlen mit eigenen Messungen zur Überprüfung der Wirkung), oder auf den KSD-internen DSP (halte ich auf Basis der Beschreibungen mit 5 frei parametrierbaren PEQs für flexibler). Ich gehe mal davon aus, dass die KSD-internen Filter nur mit einem kostenpflichtigen Programm gesetzt werden können, oder ist das im Lieferumfang dabei?

Grüße,
Andree
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Beitragvon micha » 14.02.2018, 19:03

Hallo zusammen,
Ich wollte kurz den Stand meiner neuen Hörkette übermitteln:
1. Habe ich meine drei Moden erfolgreich mit dem Linn eigenen Custom Filter entschärfen können. Dafür habe ich vor allem die Schalldruckmessungen zwischen 200 und 400 Hz benutzt. Diese Frequenzspanne entspricht ja einer Ganzen Oktave, die zudämpfenden Bereiche kann man dann aus den Schalldruckmessungen gut ablesen und entsprechend im Linn eintragen.
Ansonsten habe ich gestern Den ganzen Abend mit einem Freund zusammen den neuen Hörraum studiert und Hörpositionen, Absorber Stellflächen ec. nach Gehör ermittelt. Da bleiben natürlich noch Fragen offen die ich aber in der Rubrik „Raumakustik“ in einem neuen Thread Erörtern möchte.

Sobald sich die Möglichkeit ergibt die KSD digital zu „füttern“ ergibt, bin ich sehr sehr gespannt, wie der direkte Hörvergleich mit dem G-ADS0 ausfallen wird. Leider kosten die Kästchen neu so viel Geld, das man dies nicht“ mal eben“ realisiert. Da werde ich wahrscheinlich auf Gebrauchtangebote zurückgreifen.

Danke für euer Mitdenken

Micha
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