Lampizator DAC - Vorstellung und Vergleich

Player, Streamer, Wandler, Vorverstärker usw.

Beitragvon shakti » 31.01.2016, 23:27

den heutigen Abend mal genutzt habe, das Lampizator Vorverstaerkermodul zu testen.

Dieses ist im Workshops Lite 7 verbaut, dh in einem vollsymmetrischen lite 7 mit 4 Ausgangsroehren.

Das Vorverstaerkermodul ist auf der Lampizator homepage beschrieben, deshalb spar ich mir dies hier:

http://lampizator.eu/Fikus/VOLUME_CONTROL.html

Ich habe den DAC sowohl direkt in meiner Cinch Kette als Alternative zur Conrad Johnson ACT2 und in meiner XLR Kette als Alternative zu meiner Krell Evolution 202 gehoert.

Vorab, der integrierte Pre ist keine Alternative zu den genannten Pre's , dies haette mich aber auch ueberrascht, da diese doch in einem deutlich anderen Preissegment liegen.


Verbluefft hat mich aber schon, wie gut das Pre Mosul eigentlich ist, ich habe in meiner Kette schon den einen oder anderen Pre gehabt, und das Lampizator Pre Modul spielt im soliden Mittelfeld der hier gehoerten Pre's. im Anbetracht des Aufpreises von ca 1200,- eur finde ich das prima, ist aber leider fuer mich keine Alternative....

Suche ich doch nach einem Weg mir einen Golden Gate DAC erlauben zu koennen.
Haette dieser ohne Pre die Performance gehabt, dass ich auf Krell oder Conny haette verzichten koennen, waere die Entscheidung zum GG deutlich leichter zu faellen....

So kann ich nur sagen, jeder der eine Vorstufe, sagen wir mal bis 5000,- eur besitzt , und mit einem Lampizator DAC liebaeugelt, sollte das Pre Modul als ernst zu nehmende Alternative sehen.

Gruss
Juergen
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Beitragvon tsaett » 02.02.2016, 17:32

Hallo Jürgen,

leider habe ich erst jetzt von dem Workshop gelesen, sonst wäre ich gern mal aus Nippes rübergekommen.
Deine Vergleiche finde ich hochinteressant, denn ich höre seit ca. 2 Jahren mit Lampizator, der erste ausgelieferte Amber gehörte mir (und steht jetzt in Bangladesh :shock: ) und aktuell höre ich mit einem symmetrischen L4/G5 mit Mundorf SGO Caps.
Beim Amber (der damals noch keinen Sabre hatte) fand ich immer das DSD Abteil besser, deshalb hat mein L4 nur noch DSD und ich wandle alles mit HQPlayer in DSD um was wunderbar funktioniert.
Der Lite7 wäre der nächste in der Hierarchie und steht auf meiner Liste.

Als Tipps kann ich noch Röhrendämpfer empfehlen, ich habe die Sicomin - auf den DHT-Dacs sind die allerdings nicht zu gebrauchen.
Auch Füße habe ich probiert und ziehe die La Rosita Landing Modules vor.
Silberkabel passen ebenfalls gut zum Lampizator-Sound, ich nutze Gold Note Extra für Strom und XLR.

Viele Grüße
Christoph
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Beitragvon shakti » 02.02.2016, 19:53

Hi Christoph,
vielen Dank fuer die Tipps!
ich verwende ein Silberkabel vom Mitforisten "solidcore" , dieses ist aus 6 einzelnen Silberleitern aufgebaut und passt tonal sehr gut zu dem Lampis, als Basen spielen bei mir die Viablue oder die HRS.

Noch habe ich einen Single Ended und einen symmetrischen Lite7 (mit Pre) zu Hause, wenn Du also die Geraete mal hoeren willst, melde Dich, dann koennen wir die gerna mal im Vergleich zu Deinem Dac hoeren.

netten Gruss
Juergen
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Beitragvon shakti » 03.02.2016, 10:33

Im "West Drift Forum" ist vom Tom eine schoener Bericht zum Lampizator Workshop erschienen, den ich einmal hier im Lampizator thread teilen moechte, da er sehr fein die Unterschiede zwischen Big5, lite7 und Golden Gate unter Beruecksichtigung des "Tube Rolling" beim Lite7 beschreibt:

Hallo zusammen,

nach dem Umzug im Bekanntenkreis am Sonntag und dem Besuch der Philharmonie in Köln am Montag (Max Raabe war zufällig auch da und hatte sein Pallast-Orchester gleich mitgebracht…) gibt es nun auch ein paar Worte von meiner Seite.

Kollege Maldix hat schon reichlich vorgelegt und viel geschwärmt – dem ich mich nur anschließen kann. Trotzdem gebührt es sich, dem Gastgeber selbst ein paar Zeilen zu widmen.

Ich war am Samstag schon sehr früh dort, da mein Anfahrtsweg nur 35 km beträgt. Shakti hatte im Vorfeld den DAC-Workshop als eine Art Händler-Vorstellung / Verkaufsveranstaltung angekündigt, da auch der Hersteller extra aus Polen anreisen würde. Die Atmosphäre war jedoch absolut ungezwungen, sehr freundlich – von einer Verkaufsveranstaltung möchte ich daher also gar nicht sprechen. Natürlich ging es um die DAC von Lampisator – aber das war ja auch klar.


Den ersten Part hat Juergen im großen Raum absolut souverän und mit einer großen Routine durchgeführt. Locker, sehr humorvoll und extrem interessant wurden der „Big5“, „Lite7“ sowie „Golden Gate“ vorgestellt. Als Teststück machte das Album „Jazz at the pawnshop“ mit der Introduction und dem Limehouse Blues als XRCD von FIM den Anfang.


Beim „Big5“ handelt es sich um das Top-Model der mittleren Baureihe, mit diesem Modell ist die Plattform bzw. das Architekturmodell ausgereizt. Es werden die für diese Modellreihe hochwertigsten Komponenten (Kondensatoren, etc.) verbaut, die am Markt verfügbar sind bzw. aus Herstellersicht das Optimum darstellen. Das geschlossene Gehäuse ohne nach „oben wachsende“ Röhren ist sehr schlicht gehalten und gefällt mir persönlich optisch sehr gut – schlicht und zeitlos. Der BIG5 spielt ungeheuer dynamisch auf und geht sehr klar, hochauflösend und direkt zu Werke.


Der im Anschluss gehörte „Lite7“ stellt den Einstieg in die größte Baureihe dar und lässt sich auch im Nachhinein bis zum „Golden Gate“ ausbauen. Preislich liegt er durch die Verwendung „einfacherer“ Bauteile dieser Architektur auf dem gleichen Level wie der „Big5“. Werkmäßig sind hier zwei Röhren vom Typ 101D verbaut, der „Lite7“ erlaubt aber das sog. „Tube rolling“ – die Röhren können also ausgetauscht werden.


Im ersten Durchgang hörten wir ein Set 300B-Röhren. Im Vergleich zum „Big5“ klang der Limehouse Blues deutlich wärmer, runder, der „Big5“ spielte vor allem im Bass-Bereich deutlich schlanker – der „Lite7“ machte hier einfach mehr Druck. Von der Dynamik lag der „Big5“ etwas vor dem 330B-Set – das änderte sich durch den Wechsel auf die 101D merklich. Der Bass-Bereich vielleicht eine Spur weniger druckvoll, dafür minimal präziser und der Hochtonbereich lag deutlicher im Fokus als mit den 300Bs.

Hier entscheidet schlussendlich der persönliche Geschmack, denn mit der dritten Röhre (Modell hab ich leider nicht mehr present) klang es wieder merklich anders in den verschiedenen Bereichen. Juergen beschrieb dass ganz passend mit verschiedenen Gewürzen zu einem guten „Grund“essen, z.B. dreierlei Pfeffersorten. Sie machen das Gericht nicht grundsätzlich zu einem neuen / anderen Gericht, können aber bestimmte Bereiche besonders betonen.

Ich persönlich würde die „Espresso-Abstimmung“ der 101D-Röhren wählen. Den „Big5“ könnte ich mir mit der sehr neutralen/hellen Abstimmung sehr gut als idealen DAC für mein Stax-Set vorstellen…


Und dann kam der „Golden Gate“ – das absolute Sahnestück des Herstellers. Dieser DAC vereint eigentlich alle Tugenden und Eigenschaften der beiden „kleineren“ Modell „Lite7“ und „Big5“ – extreme Dynamik, Feinstauflösung und Präsenz, dabei herrlich weich und rund im gesamten Klangbild und einem Bassbereich, der messerscharf und druckvoll, einfach auf den Punkt spielt.

Wenn der Limehouse Blues vorher schon nahezu perfekt klang, war das hier die schlichte Offenbarung. Was da an Details noch zusätzlich freigelegt wurde – irre!

Und es handelt sich „nur“ um einen DAC – also nur ein Bestandteil der gesamten Kette. Ein „Tube-Rolling“ haben wir am „Golden Gate“ auch noch nicht durchgeführt. Wenn sich die Unterschiede klanglich ebenso stark zeigen wie beim „Lite7“ liegt hier ebenfalls noch ein enormes „Spiel“-Potential.


Im weiteren Verlauf der ersten Session wurde noch die Misa Criolla als K2HD-CD von FIM gespielt – einmal mit Jose Carreras sowie mit Mercedes Sosa.
Auch hier ließen sich die Unterschiede zwischen den Gräten sowie Röhren in gleicher Weise nachvollziehen.

Beim anschließendem Wunschkonzert hörten wir u.a. Trouble's What You're In sowie das bereits erwähnte Sort of Revolution aus meiner aktuellen Lieblings-CD „Wheels Turn Beneath My Feet“ von Fink. Das klang mit dem „Lite7“ schon wirklich extrem gut, auch wenn die YB den Bass-Bereich etwas schlanker präsentiert haben, als ich das sonst gewohnt bin.


In der Nachmittags-Session bin ich dann rüber in das Heimkino zu den „Netzwerk-Jungs“. Hier wurde zwischen dem PS-Audio (Modell ?), einer La Rosita „Pi“ und dem Hifi-PC von Lampisator an einem „Big7“ incl. Vorstufe verglichen. Auch wurden verschiedene Strom-, NF- und USB-Kabel getestet. Da ich hier aber immer nur temporär dabei war, habe ich nicht alle Unterschiede hautnah miterleben können.

Die restliche Anlage bestehend aus Breitband-LS und Röhrenendstufen von Outsider spielte ebenfalls sehr fein auf und schaffte es auch mit den 2x 5 Watt mühelos, den ca. 70 qm großen Hörraum hervorragend mit Musik zu füllen. Hier würde ich als Unterstützung einen oder zwei Subs integrieren – fertig ist die gehobene Hifi-Anlage zu einem mehr als fairen Preis.


Gegen Ende des wirklich sehr gelungenen und ereignisreichen Tages konnten wir auf der großen Anlage noch ein paar Teststücke mit dem „Lite7“ und 300B hören.

Überhaupt ist der gesamte Hörraum sowie die zwei parallel installierten Anlagen eine absolute Augenweide und zählt zum Besten, was ich bisher gehört habe. So gut kriegt das kein (mir bekannter) Händler hin – von den Messen mal ganz zu schweigen.

Daher auch hier nochmal ein herzliches Dankeschön an Juergen und natürlich auch an die Dame des Hauses, dass einem breiten und interessierten Publikum ein solcher Workshop bzw. solche Möglichkeiten des Musikhörens geboten werden.


Das Juergen sichtlich Spaß an der Präsentation hatte und für die Musik „lebt“, konnte man den ganzen Tag über hautnah erfahren. So konnten wir den Testtrack der Westdrift – den Remix von Blood and Stone der Audiomaschine – mit hohem Pegel auf beiden Anlagen hören.

Zuerst auf den Hörnern – ein absolutes Erlebnis!
Die Energie der ersten Bass-Welle haut einen förmlich vom Hörplatz, ohne das es irgendwie dröhnt oder sonst unangenehm wird. Raummoden oder sonstige „Probleme“ im Raum sind nicht auszumachen.
Das gleiche Stück auf der YB spielte deutlich detailreicher und analytischer, aber ebenfalls absolut umwerfend. Ganz großes Highend-Kino, auch wenn es der Track über die Hörner einfach geiler rüberkommt.


Der DAC-Workshop wird mir noch lange im Gedächtnis bleiben – ein wirklich atemberaubender Hifi-Tag. Ich freue mich jetzt schon riesig, wenn ich auch an einer der weiteren Veranstaltungen in diesem Jahr teilnehmen darf.

Des Weiteren würden mich der kleine Hörraum mit den Kompakt-LS vom IMF sowie die Plattendreher sehr interessieren. Das Vinylregal von Juergen ist ja sehr umfangreich gefüllt – das wäre allein schon ein ganzes Wochenende wert.

Das ich abends meine Anlage zu Hause nach 5 Minuten wieder sehr enttäuscht ausgemacht habe, sollte nicht unerwähnt bleiben…


Moechte Tom wirklich fuer diesen schoenen Bericht danken, die Unterschiede wurden toll gehoert und sehr gut beschrieben, da kann sich glaube ich jeder etwas drunter vorstellen.

Gruss
Juergen
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Beitragvon nemu » 03.02.2016, 12:49

Hallo zusammen,

danke erstmal für den emotionalen geradezu euphorischen Bericht.

Ich möchte gerne nochmal freundlich nachfragen, ob denn keiner mal darüber berichten kann, wie sich der "Lampizator Lite 7 symetrisch" im Vergleich zu den DACs "PS-Audio" und "La Rosita Omega-R" beim Workshop im 2. Hörraum geschlagen hat. Bisher haben alle Berichte immer nur die unterschiedlichen DACs von Lampizator miteinander verglichen.

Um die Lampizator DACs besser einordnen zu können, wären doch auch Berichte über das Gehörte im Vergleich zu den anderen DACs (PSAudio und LaRosita Omega-R) sehr hilfreich. Natürlich spielt hier auch der persönliche Geschmack eine Rolle und kann hier das selber vergleichen nicht ersetzen. Irgendwie wundert es mich jedoch, dass hier bisher kein Teilnehmer was dazu geschrieben hat. Hier herrscht doch sonst nicht so eine Zurückhaltung.

Zumindest die beiden Teilnehmer am Workshop, die den PS-Audio und die LaRosita zur Verfügung gestellt haben, müssten doch hier über ihre persönliche Einschätzung berichten können.

Gruß Stephan
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Beitragvon Twity » 03.02.2016, 14:28

Hallo,

das würde mich auch sehr interessieren da ich selber einen PS Audio Dac Perfect Wave MKII habe.
So könnte ich auch den Lampi besser einordnen. :)

War der PS Audio schön der neue PS Audio Direct Stream Dac ?
Viele Grüße
Wasfi
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Beitragvon shakti » 03.02.2016, 14:42

Hallo Wasfi,
es handelte sich um den aktuellen PS Audio "Direct Stream" DAC.
Dieser klang in der Kette im Kino nach Aussagen der Teilnehmer (ich hatte keine Moeglichkeit diesem Vergleich laenger beizuwohnen..., die Pflichten des Gastgebers riefen) nicht auf dem level des symmetrischen lite7.
Es wurde auch ein Vergleich der beiden jehweils integrierten Vorverstaerker gemacht, auch dieser Vergleich ging wohl an den Lite7 Pre.

Leider kann ich im Detail nicht beantworten, in welchen Bereichen die Unterschiede zu hoeren waren, aber diese waren wohl recht eindeutig.

Wenn es Dich persoenlich interessiert, kannst Du gerne mit Deinem PS Audio DAc mal vorbei kommen.

netten Gruss
Juergen
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Beitragvon Twity » 03.02.2016, 16:30

Hallo Jürgen,

vielen Dank :cheers: werde ich auf jedem Fall annehmen aber ich warte noch bis endlich mein Vi DAC Tube aus den Staaten ausgeliefert wird und dann komme ich gerne zum Vergleich vorbei.
Warte jetzt fast schon einen Jahr darauf und wie´s aussieht geht´s gerade mit der Auslieferung los. :D schaka!

hier mal ein Link Vi Dac Tube

Vi Dac hat einige Gene von dem Großen Da Vinici Dac geerbt Preis so um die 100.000 Doller :roll:

ich hab die Version mit Infinity Bal.out, V-Cap TFTF CCX #8 Module geordert.
Bin sehr gespannt wie er sich so mit anderen Dac´s schlägt.

Viele Grüße
Wasfi
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Beitragvon shakti » 03.02.2016, 23:10

das "Tube Rolling" vom Wochenende hat mich regelrecht angefixt mehr mit guten Roehren zu versuchen ,
am besten haben mir auf dem Lite7 die 300b Roehren gefallen, ich hatte in den letzten Tagen 300b von JJ und von fullmusic die 300b/n mesh plate zur Verfuegung, die JJ zu ca 250,-eur waren prima, die fullmusic zu ca 450,-eur waren deutlich besser, so dass ich super neugierig bin, was da noch moeglich ist.

hier ein Kommentar aus einem US Forum zur 300b/n von Fullmusic:

Taller soundstage, much more air, more snap on bass, deeper soundstage, more upper frequency detail, really nice and fun tube, only about $100 more a pair than the Shuguang 300B-98, make this a no brainer.


Diese paar Worte machen glaube ich deutlich , in welche Richtung sich der Klang durch einen Roehrenwechsel veraendern kann.

Da ich mittlerweile rausgefunden habe, dass junge gebrauchte Roehren durchaus einen Markt in der Bucht haben und der potentielle Verlust im Rahmen bleibt...,
habe ich mir ein Paar Fullmusic 300b/c Carbonplate (ca 700,-eur) gegoennt. Diese sollen noch einmal deutlich "besser" als die normalen mash plate spielen. Ich bin gespannt!

Und wer denkt, dass aus Deutschland keine Roehren mehr kommen, wird bei einer intensiven Internetrecherche eines besseren belehrt, die Firma Elrog in Deutschland bait tatsaechlich einige exclusive Roehren, so dass ich nicht widerstehen konnte die Elrog 300b (ca 1300,-) in den Vergleich miteinzubeziehen.

Diese Roehre macht mich besonders neugierig, weil in US Foren diese explizit fuer die Lampizator DAC's empfohlen wird :-)

ich werde berichten!

Gruss
Juergen
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Beitragvon Hans-Martin » 07.02.2016, 02:52

Hallo Jürgen,
ich hatte heute mehrfach Gelegenheit, auf den Hamburger HiFi-Tagen in Raum 1805 Big 7 DAC zu hören. War noch am Vormittag ein Verstärker durch einen kleinen Unfall nur mit einer Endröhre bestückt, lief am Nachmittag das volle System mit 2 eher winzigen Trenner&Friedl Lautsprechern, die wohl noch nicht eingespielt waren.
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die kleinen Lautsprecher projizierten eine große Bühne in den Raum, erwartungsgemäß war die Grundtonwärme in dem großen Raum eher unterrepräsentiert. Ich hätte mir deutlich mehr Boxenvolumen gewünscht, aber vielleicht kam so das etwas betonter rüber, was wohl auch den DAC ausmachte: Transparenz, eine große Raumdarstellung, Losgelöstheit von den Boxen, bei Solostimmen keine Zischausreißer, Lebendigkeit ohne auffällige Härten. Schnelligkeit und eine Nachdrücklichkeit auch im Bass.
Wärme und Volumen mag mit der mangelnden Einspielng und der Kompaktheit der LS auf eher
Ich hatte Gelegenheit, mehrfach den Sitzplatz zu wechseln, bis ich am Sweetspot des Raums landete.
Bei den Trenner&Friedl ist der Wirkungsgrad erkennbar am Vifa Hochtöner nicht gerade berauschend, und irgendwie wurde ich den Eindruck nicht los, dass an manchen Stellen die Röhrenendstufen mit leichten Verzerrungen auf die von Ficus eingestellte Lautstärke reagierten, und die war nicht gerade klein, teilweise bei der mir unbekannten Musik schon erschreckend hoch.

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Romeo und Ficus
lieferten hier eine Vorführung, die ich zu den 5 beeindruckendsten der HiFi-Tage zählte.
Güße Hans-Martin
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Beitragvon Joerghag » 07.02.2016, 10:51

Hans-Martin hat geschrieben:...
lief am Nachmittag das volle System mit 2 eher winzigen Trenner&Friedl Lautsprechern, die wohl noch nicht eingespielt waren.
...
Wärme und Volumen mag mit der mangelnden Einspielng und der Kompaktheit der LS auf eher
Ich hatte Gelegenheit, mehrfach den Sitzplatz zu wechseln, bis ich am Sweetspot des Raums landete.

...und irgendwie wurde ich den Eindruck nicht los, dass an manchen Stellen die Röhrenendstufen mit leichten Verzerrungen auf die von Ficus eingestellte Lautstärke reagierten, und die war nicht gerade klein, teilweise bei der mir unbekannten Musik schon erschreckend hoch.


Romeo und Ficus
lieferten hier eine Vorführung, die ich zu den 5 beeindruckendsten der HiFi-Tage zählte.
Güße Hans-Martin


... und trotzdem eine der beeinduckensten Vorführungen. Ich bin beeindruckt 8)

Gruß Jörg
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Beitragvon Hans-Martin » 07.02.2016, 13:22

Hallo Jörg,
mit Ficus meinte ich natürlich Lukasz Fikus, da ist mir meine Eselsbrücke durchgegangen, während meine Konzentration mehr mit dem Klangeindruck beschäftigt war und meine Finger auf der Tastatur hackten.
Es gab viele Räume, wo schon wenige Takte im Türbereich gehört signalisierten, dass hier etwas nicht stimmte, und der Weg zu den Stühlen brachte auch keinen Fortschritt.
Bei der Lampizator/Trenner&Friedl Vorführung war der Raum groß (geschätzt über 40qm), Fenster und Türen an den Seitenwänden (nach Gedächtnis), ich saß nacheinander in verschiedenen Stuhlreihen und fand die vorderste am besten, wenn ich 10 cm zurückrückte. Ich musste relativ lange warten, weil der besagte Stuhl frei wurde, denn da wirkte schon der Hosenbodenfaktor bei jemand anderem, während bei den anderen Stühlen mehr Wechsel stattfand. Aus der Tatsache, dass 10cm zurückrücken noch einen deutlich hörbaren Unterschied machten, kann man schließen, dass Raummoden von den kleinen Boxen noch hinreichend angeregt wurden, aber Fulminanz und fette Bässe wie bei anderen Ausstellern mit großen Boxen waren hier nicht zu erwarten.
Ich habe die gelben Punkte auf dem Teppich von der Vorderwand zur Rückwand gezählt (28) und konnte daraus die Position der Boxen (bei 5) und der jeweiligen Stuhlreihe gut abschätzen. Es ist mir dabei völlig egal, was die anderen während dieser Umschau von mir denken, ich sage ihnen ja auch nicht, was ich davon halte, wenn diese sich gleich auf einen zum bewertenden Hören ungeeineten Stuhl setzen (nämlich, dass es meine Chancen erhöht, einen besseren Platz zu bekommen :wink: ). Die vordere Sitzreihe bei 2/3 der Raumtiefe und die Boxenposition nahe 1/6 kommen meiner Idealvorstellung sehr nahe. Es gab keine sichtbaren Raumakustikmaßnahmen, und die nach links versetzte Anordnung von Boxen und Stühlen ließ auf der rechten Seite Raum zum Durchgehen und einem Sideboard mit Katalogen und ausgestellten Boxen, von dort aus steuerten die beiden aus der Ecke die Musik.

Die Stereobasis war für meinen Geschmack etwas breiter als ich bevorzuge, vielleicht mehr für den Abstand zur 2.Stuhlreihe ausgelegt. Ein Auseinanderreißen der Mitte konnte ich aber nicht feststellen, und bei den Zischlauten blieb bei allen Stücken mit Stimme ein wechselseitiges Ausreißen aus, was die Stimme gut fokussiert beließ*. Die Fokussierung aller Instrumente war gut, die Transparenz groß.

Dass die Boxen noch nicht richtig eingespielt seien, war eine Aussage von Romeo. Warum man auf eine Ausstellung nicht eingespieltes Material mitnimmt, dem kann ich nur mit Verständnislosigkeit begegnen, aber resultierende klangliche Einschränkungen dennoch nachvollziehen und beim Hören und der Auswertung berücksichtigen.
Die T&F Boxen mit den Aluminiummembranen erinnerten mich an ein Selbstbauprojekt, bei dem ich einen Nachmittag nach Fertigstellung Standboxen mit 2x13cm TT und 1 HT in d'Appolito Musik hören musste, weil die frappierende Schnelligkeit und Trockenheit im Bass mir neue Hörerlebnisse bescherte, was sich dann später durch Einspielen relativierte.

Für die Boxen werden 85dB/1W/1m angegeben, ideale Spielpartner für Röhrengeräte haben besseren Wirkungsgrad. Zwangsläufig werden Röhrenverstärker mehr gestresst. Vormittags spielte Adele ganz manierlich, obwohl durch ein Missgeschick vormittags die rechte Endstufe ohne die 2. Endröhre spielen musste.

Trotz solcher Widrigkeiten fand ich die Wiedergabe immer noch sehr gut - und die schlanke Basswiedergabe im großen Raum habe ich aus genannten Gründen aus meiner Bewertung herausgenommen.
Grüße Hans-Martin

*)In Raum 1703 spielte ein Dr. Feickert Plattenspieler den MEGeithain 801k zu, ein Dynavector MC am Dynavector Arm mit seinen kurzen vertikalen und langen horizontalen Armsegmenten. Bei Private Investigations (Dire Straits) passierte es: die Stimme zerriss es etwas nach links dann auch nach rechts, nicht weit, aber die Ohren sind für Artikulation nicht zuständig, sondern Zähne und Lippen, und so war das eine sehr unnatürliche Komponente in der ansonsten ebenfalls beeindruckenden Wiedergabekette, die am Sweetspot trotz der Boxengröße im kleineren Raum mühelos und ohne auffälliges Dröhnen, eher schon fast zu schlank aufspielte. Im Gespäch hörte ich von meinem Freund, dass er zu einer anderen Zeit im Raum nur an der Seite stehen konnte und ihm der Bass zu heftig vorkam, vielleicht ein Raumakustik bedingter Effekt.
Da die Dire Straits invertiert sind, was die Diffusität erhöht und bei Stimmen den Fokus und die Körperhaftigkeit (weniger Brust) verschlechtert, hätte ich den Effekt auf diesen Umstand zurückführen können, aber hier traten die Störungen wechselseitig auf, was entweder auf Kanalungleichheiten der Boxen zurückzuführen war, oder ein Abtastproblem (oder Plattenbeschädigung, die war aber ansonsten wunderbar nebengeräuschfrei).
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Beitragvon nemu » 11.02.2016, 10:23

Hi Juergen,

hast Du Deine Röhrenbestellungen also 300Bs schon bekommen und könntest testen. Da bin ja mal echt gespannt!

Gruß Stephan
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Beitragvon shakti » 11.02.2016, 11:06

Hallo Stephan,
habe die ELROG 300b bekommen, ist eine extrem spannende Roehre, diese ist fuer eine 300b sehr neutral, tonal eher wie die 101d, hat aber die "Souveraenitaet" einer 300b, die Aufloesung und Ruhe einer "grossen" Roehre, musst Du mal ausprobieren :-)
Gruss
Juergen
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Beitragvon shakti » 17.02.2016, 21:55

Heute abend war es soweit, mein Lampizator Golden Gate wurde angeliefert und ich sitze völlig fasziniert vor der Performance eines kalten und uneingespielten Gerätes und kann es nicht fassen, so wahnsinnig gut spielt der DAC schon jetzt :-)

Ich habe den langen Weg von Lampizator Big5, Big6, Lite7 single ended und symmetrisch gegangen, jedes Geraet mit eigenem Charakter und absoluter Berechtigung. Doch nach dem DAC Workshop bei mir dachte ich, den Big7 ueberspringe ich und versuche es direkt mit einem Golden Gate...

Zu einem symmetrischen Golden Gate hat es nicht gereicht (4800,- Aufpreis gegenueber der single ended Version), so dass meine Krell Evo202 Vorstufe nicht das optimale Futter kriegt.

Aber meine Conrad Johnson Act2 Vorstufe ist mit dem Single Ended Signal total zufrieden :-)

Ich habe den Golden Gate mit einer EML Mesh Gleichrichterröhre spezifiziert und habe aktuell deutsche Elrog 300b Röhren eingesteckt.

Ich bekomme noch ein Paar EML 45mesh , habe aber auch noch fullmusic 300b carbon Röhren, so dass ich mir sicher bin, die passenden Röhren zu meinem set up zu finden.

Der Golden Gate kommt mit montierten Hartkunststoff und Alufüssen, die eine Ankopplung ueber eine Kugel ermoeglichen.

Aktuell nutze ich die zu meinen HRS Basen gehoerenden Füsse. Das wird bestimmt nochmal eine interessante Feinabstimmung :-)

Für meine Plattenspieler Abteilung bedeutet dies, dass ich hier auch noch einiges abstimmen muss, dass ich wieder auf aehnlichem level analog hoeren kann...

Schon faszinierend, was digital noch so geht.

....und der Vollständigkeit halber möchte ich sagen, dass ich aktuell mit
"high end" Kabeln von unserem MitForisten "Solidcore" hoere, der mit ganz viel Silber ganz toll klingende Kabel für mich gefertigt hat.

Es ist so, als wenn Stephan und Lukasz (Inhaber von Lampizator) dem selben klanglichen Ideal frönen, beides passt extrem gut zusammen und geht klanglich in eine ähnliche unspektakuläre unglaublich emotional involvierende Darstellung der Musik, wahnsinnige Mengen an Details werden hörbar, ohne dass sich diese in den Vordergrund drängen!

Jetzt erst mal weiter geniessen :-)

Gruss
Juergen

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shakti
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