Gert (AGM 3.3, 5.4, 7.4, 9.4, Backes & Müller BM 3, 6, 20, Abacus C-Box 3, 4)

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Audiofan
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Beitrag von Audiofan »

Hallo Gert,

angeregt durch deine Versuche habe ich das mal am Bonn N8 probiert der vor dem G-ADSm3 hängt (nochmal Danke für den Umbau).

Der Bonn wir durch ein S11 Netzteil mit 5V versorgt. Zuerst hatte ich mal einen Kondensator mit 1F 5,5V an den Ausgang des S11 geklemmt. Das ergab keine Änderung im Klangbild. Gestern kam ein Kondensator mit 10F 5,5 V. Schnell angeklemmt und es gab eine deutliche Verbesserung. Instrumente sind klarer umgrenzt. Stimmen klingen "realistischer".

Gruß

Stefan
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Fortepianus
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Beitrag von Fortepianus »

Hallo Rolf,
hero65 hat geschrieben:
09.10.2021, 22:26
ich finde die Lösung den USB-Ausgang des P8 zu verbessern auch für den G-MMC sehr interessant.
Du hattest ja von der Nutzung des 5V USB-Ausgangs vom P8 abgeraten.
Wäre der Zwischenstecker geeignet, den Eingang zusätzlich nutzen zu können?
durchaus, ja. Um aber Anfragen nach so einem Zwischenstecker zuvor zu kommen: Mal sehen, vielleicht mache ich sowas noch, aber im Moment bin ich mit den Linearnetzteilen für die G-Linns ziemlich ausgelastet. Ich musste auch schon Anfrager nach P8-Umbauten auf später vertrösten.

Hallo Stefan,
Audiofan hat geschrieben:
10.10.2021, 00:00
angeregt durch deine Versuche habe ich das mal am Bonn N8 probiert der vor dem G-ADSm3 hängt (nochmal Danke für den Umbau).

Der Bonn wir durch ein S11 Netzteil mit 5V versorgt. Zuerst hatte ich mal einen Kondensator mit 1F 5,5V an den Ausgang des S11 geklemmt. Das ergab keine Änderung im Klangbild. Gestern kam ein Kondensator mit 10F 5,5 V. Schnell angeklemmt und es gab eine deutliche Verbesserung. Instrumente sind klarer umgrenzt. Stimmen klingen "realistischer".
da vermute ich, dass vor allem der Innenwiderstand des 10F-Kameraden deutlich niedriger ist als der des 1F-Exemplars. Das ist nämlich die entscheidende Größe. Ich habe für die G-Linn welche gefunden, die bei 10F nur 20mOhm ESR (=Innenwiderstand) haben. Oft haben die 5,5V-Ausführungen aber Innenwiderstände im Bereich von einigen 100mOhm bis sogar Ohm. Das reduziert die Filterwirkung massiv. Ein anderes Problem sehe ich darin, dass beim Bonn N8, der ja auf dem gleichen Basisgerät aufbaut wie mein G-Switch 108, der Hauptregler nicht wie bei mir durch Linearregler ersetzt wurde, sondern der originale Schaltregler drin gelassen wurde. Wenn Du willst, kann ich Dir bei Gelegenheit mal einen G-Switch zum Vergleich schicken, müsste aber erst einen aufbauen (das Thema Zeit hatten wir schon weiter oben...). Vielleicht geht damit ja noch mehr.

Viele Grüße
Gert
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Fortepianus
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Beitrag von Fortepianus »

Noch ein kurzer Nachtrag: Der EtherRegen nimmt es einem wohl doch etwas krumm, wenn die Spannungen nicht alle ungefähr gleichzeitig hochgefahren werden. Zuerst dachte ich, dass es egal wäre, wenn die 5V für Teil B schon lange da sind, bevor die 7V für Teil A kommen, weil der Linn dann brav das Rechteck im Display zeigt für "habe IP gezogen". Das täuscht ein wenig, denn im Roon ist er dann trotzdem oft nicht zu finden. Erst, wenn man 5V und 7V kurz aussteckt und dann ungefähr gleichzeitig wieder rein, ist er wirklich da. Manchmal klappt's auch, aber eben nicht zuverlässig. Ich habe deshalb in den ER noch ein kleines Relais reingemacht, dort wo vorher der DC-DC-Wandler saß, und schalte damit die 5V erst durch, wenn die 7V anliegen. So klappt das jetzt sehr zuverlässig.

Noch was kann ich berichten, was sich mit meiner Erfahrung beim Linn LNT deckt: Das wird noch besser, wenn die SCaps ordentlich eingespielt sind, die brauchen Zeit, bis sie vollständig formiert sind. Vermutlich werden die dadurch noch niederohmiger. Bin gespannt, wie das nach ein oder zwei Wochen klingen wird. Aber schon von gestern auf heute hat sich was getan.

Und noch etwas Positives: Der ER wird ja normalerweise knallheiß im Betrieb. Jetzt, ohne den DC-DC-Wandler, gerade noch handwarm. Offensichtlich war das der Hitzkopf da drin. Wie gesagt wird das Ding im ER ja auch außerhalb seiner Spec betrieben.

Viele Grüße
Gert
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Fortepianus
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Beitrag von Fortepianus »

Hallo liebe Forumsteilnehmer,
Fortepianus hat geschrieben:
10.10.2021, 17:17
Noch was kann ich berichten, was sich mit meiner Erfahrung beim Linn LNT deckt: Das wird noch besser, wenn die SCaps ordentlich eingespielt sind, die brauchen Zeit, bis sie vollständig formiert sind. Vermutlich werden die dadurch noch niederohmiger. Bin gespannt, wie das nach ein oder zwei Wochen klingen wird. Aber schon von gestern auf heute hat sich was getan.
da habe ich doch tatsächlich geschrieben, dass ich mal hören will, wie das nach ein oder zwei Wochen klingen wird. Aber tatsächlich ist mir in der Zwischenzeit der Gedanke gekommen, das Spiel mit den SuperCaps weiter auf die Spitze zu treiben. Zumindest auf den Spannungszweigen, bei denen ich vom P8 ordentlich Stromreserve habe - also bei den 7V für den ER und den 12V für die Afterdark - könnte man vor die kleine Alubüchse mit den SCaps drin für die 7V und die LPS-1.2 vor der Clock ja eigentlich nochmal jeweils eine SCap-Batterie dazwischenschalten, also ein kaskadiertes Versorgungskonzept mit SCaps. Natürlich kann man argumentieren, dass es jetzt auch mal irgendwann gut ist und man es auch übertreiben kann, aber ich möchte gerne wissen, wie weit man das Spiel mit der Reinheit der Versorgungsspannungen an diesem sehr klangsensiblen Punkt treiben kann. Ich löte also was zusammen:

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Links auf den Kühlkörpern wieder die Mosfets für die Stromquellen, stromkompensierte Drosseln und dann 3x25F/2,7V mit 20mOhm ESR für die 7V-Versorgung und 6x die gleichen SCaps in Reihe für die 12V. Rechts ein Komparator mit Referenzspannungsquelle und ein Relais, das die Ausgänge erst freischaltet, wenn die Spannungen stehen. So saugt nicht schon die nächste Instanz am Ausgang, während die Kiste eigentlich selbst noch den maximal möglichen Strom aus dem P8 möchte. Ich habe mir bei Schaeffer ein Alukleidchen dafür schneidern lassen:

Bild

Die Anschlüsse hinten:

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12V rein und raus, dito 7V. Das ist dann also so geplant:

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In blau habe ich mal den geplanten Zeitablauf hingeschrieben, in rot die Ströme, in schwarz die Spannungen. Kriegt das P8 zum Zeitpunkt Null 230V, bootet erst das P8 und dann geht's los. Mit jeweils 4A auf 12V und 7V wird die erste SCap-Instanz gefüllt, das dauert ca. 15s. Übrigens ist SuperCap und UltraCap das gleiche, nur bei verschiedenen Firmen unterschiedlich genutzt. Nach 15s also schaltet das neue Linearnetzteil seine Ausgänge frei, dann wird das LPS-1.2 geladen. Das braucht ca. 40-45s, weil das LPS den Ladestrom auf bescheidene 1,5A begrenzt und auch die nur getaktet mit zeitlichen Lücken dazwischen nutzt. Nebenher wird auch die nächste 7V-Instanz geladen, die kleine Alubüchse, das ist aber mit 4A in 10s erledigt. Ebenso wurde bereits mit 1A der Zwischenstecker für die 5V geladen. 7V und 5V stehen also bereit, sind aber noch nicht freigeschaltet. Das erfolgt erst, wenn das LPS-1.2 den 12V-Ausgang freigibt. Damit läuft dann die Clock los und die 7V werden per Relais in der Alubüchse zum ER durchgelassen. Kommen dort 7V an, werden intern im ER ebenfalls per Relais die 5V für Teil B freigegeben. Die beiden Relais sind jeweils durch einen Schalter symbolisiert und einen gelben Pfeil, der anzeigen soll, wer das Relais betätigt.

Real mal auf dem Boden des Hörraums zusammengestöpselt wird klar, dass man dafür auch eine ganze Menge an guten DC-Kabeln plus Oyaide-Steckern braucht:

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Rein ins Regal und noch den Prototypen des Linn-LNT auf das Keces oben drauf:

Bild

Das Fach ist es jetzt recht gut gefüllt. Alles verstöpselt, und dann die Anlage per Logitech Harmony gestartet. Läuft der Zeitablauf wie geplant? Ok, erstmal dauert es nach dem Knopfdruck, bis der G-PPP die Ausgänge freigibt, und dann bootet das P8, auch das dauert. Aber ab da steht tatsächlich nach 60s die Spannung am ER an, und weitere 10s später zieht der G-ADS3 eine IP, was man am kleinen Quadrat im Linn-Display sieht:

Bild

Läuft also. Wie klingt's?

Anders als vorher. Erstaunlich anders. Positiv: Mehr Raumtiefe, sehr viele Details. Negativ: Weicher (vielleicht ist das aber auch positiv, weiß ich noch nicht abschließend), aber auch ein bisschen weniger knackig und lifehaftig bei Schlagzeug. Aber in Summe vielleicht ein bisschen weniger "digital".

Das lasse ich jetzt mal so drin nach meiner Erfahrung mit den Einspieleffekten bei SCaps, könnte noch zulegen. Die Anlage nudelt gerade Musik, ich habe aber die Lautsprecher abgeschaltet. Mal sehen, ob sich heute Abend nach den ersten paar Stunden schon was geändert hat.

Viele Grüße
Gert
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Horse Tea
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Beitrag von Horse Tea »

Hallo Gert,

für den Laien, wie mich, unglaublich, was man alles machen und was das klanglich bewirken kann. Für mich ist "weniger digital" eher positiv besetzt. Die Frage ist, ob Räumlichkeit, Transparenz und Ortungsschärfe leiden. Das scheint ja nicht der Fall zu sein. Aber vielleicht: There is nothing like a free lunch.

Viele Grüße
Horst-Dieter
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Fortepianus
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Beitrag von Fortepianus »

Hallo Horst-Dieter,
Horse Tea hat geschrieben:
12.10.2021, 16:13
Für mich ist "weniger digital" eher positiv besetzt. Die Frage ist, ob Räumlichkeit, Transparenz und Ortungsschärfe leiden. Das scheint ja nicht der Fall zu sein.
momentan fehlt mir noch ein bisschen der Biss, das Knackige. Wobei ein Flügel sehr authentisch rüberkommt und der so ziemlich die härteste Anforderung bzgl. Timing an eine Anlage stellt. Ich bin mal gespannt, ob und wie sich das noch entwickelt. Zur Not ist es ja auch schnell wieder ausgesteckt.

Viele Grüße
Gert
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Horse Tea
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Beitrag von Horse Tea »

Hallo Gert,

das erinnert mich an die Frage der Artikulation in der Musikausübung. Will man eher weich beginnen oder mit Attacke? Das kommt neben dem persönlichen Geschmack auch auf die Musik selbst an. Eventuell hilft es Dir zu entscheiden, wenn Du verschiedene Musikstile hörst, also neben Klavier und Schlagzeug auch Bläser, Streicher (Geigen können extrem anspruchsvoll in der Wiedergabe sein) und großes Orchester eventuell aus verschiedenen Epochen.

Viele Grüße
Horst-Dieter
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Hans-Martin
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Beitrag von Hans-Martin »

Fortepianus hat geschrieben:
12.10.2021, 15:55
Wie klingt's?
Anders als vorher. Erstaunlich anders. Positiv: Mehr Raumtiefe, sehr viele Details. Negativ: Weicher (vielleicht ist das aber auch positiv, weiß ich noch nicht abschließend), aber auch ein bisschen weniger knackig und lifehaftig bei Schlagzeug. Aber in Summe vielleicht ein bisschen weniger "digital".
Hallo Gert, saubere Sache...
DC-Kabel werden sorgfältig ausgewählt, weil sie den Klang beeinflussen und man könnte es mit resultierender Induktivität und Widerstand erklären. Vorbei die Zeiten, wo man einen perfekten Verstärker als Stück Kabel mit Verstärkung definieren durfte.
Erkenntnisstand ist auch bei Digitaltechnik, dass eine Abhängigkeit von der Stromversorgung besteht. Wenn wir aber die Kabelimpedanz hören, wie sieht es mit dem Supercap aus? Ähnlich wie ein Elko aufgebaut, wird auch hier ein ESL-bedingter Anstieg zu höheren Frequenzen zu erwarten sein (konnte leider keine einfache Kurve zu S-Caps finden), und wenn ein Elko gern mit Bypass-Folien-C impulsfest gemacht wird, dürfte das auch hier ein Thema sein.
Da geht vielleicht die von dir vermisste Knackigkeit verloren.
"Weicher" könnte auf mehr Ruhe im Klang hindeuten, ist das gekoppelt an "plastischer"?
Wers richtig krachen lassen will, kann auf genügend viel dynamikkomprimiertes Material zurückgreifen...
Grüße
Hans-Martin
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Fortepianus
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Beitrag von Fortepianus »

Hallo Horst-Dieter,
Horse Tea hat geschrieben:
12.10.2021, 16:36
das erinnert mich an die Frage der Artikulation in der Musikausübung. Will man eher weich beginnen oder mit Attacke? Das kommt neben dem persönlichen Geschmack auch auf die Musik selbst an. Eventuell hilft es Dir zu entscheiden, wenn Du verschiedene Musikstile hörst, also neben Klavier und Schlagzeug auch Bläser, Streicher (Geigen können extrem anspruchsvoll in der Wiedergabe sein) und großes Orchester eventuell aus verschiedenen Epochen.
nun habe ich gestern Abend lange Musik gehört und die zusätzlichen SCaps wieder rausgemacht. Es war geradezu eine Erholung danach. Die Musik klang weniger echt und direkt mit der Zusatzkiste. Killerkriterium schließlich war, als ich nach den Jazz-Ensembles und diverser Klassik die Misa Criolla anspielte - die Basstrommel war aufgeweicht, und das vertrage ich gar nicht.

Hallo Hans-Martin,
Hans-Martin hat geschrieben:
12.10.2021, 18:09
Erkenntnisstand ist auch bei Digitaltechnik, dass eine Abhängigkeit von der Stromversorgung besteht. Wenn wir aber die Kabelimpedanz hören, wie sieht es mit dem Supercap aus? Ähnlich wie ein Elko aufgebaut, wird auch hier ein ESL-bedingter Anstieg zu höheren Frequenzen zu erwarten sein (konnte leider keine einfache Kurve zu S-Caps finden), und wenn ein Elko gern mit Bypass-Folien-C impulsfest gemacht wird, dürfte das auch hier ein Thema sein.
Da geht vielleicht die von dir vermisste Knackigkeit verloren.
mir kam noch ein anderer Verdacht: Die wahrscheinlich mit deutlich zu hoher Induktivität dimensionierten Doppeldrosseln. Ich habe sie jetzt kurzerhand rausgemacht und dann zwei Schalter eingebaut, mit denen ich wählen kann, ob ich den Ausgang direkt vom Eingang abzapfe oder nach der Stromquellen-SCap-Kombi:

Bild

Rechts die ausgelöteten Drosseln und in der Rückwand die Schalter. Damit möchte ich nun folgende Versuche machen, von denen ich mir einen Erkenntnisgewinn erhoffe:

1. Ist es klanglich egal, ob die Kiste ganz draußen ist oder drin, aber ausgeschaltet? Wenn nicht, wären die zusätzlichen Steckverbindungen und DC-Kabel ein Teil des Problems.

2. Beide Schalter auf "EIN" (zusätzliche SCaps drin): Wie zuvor, aber ohne die Doppeldrosseln. Änderung?

3. 12V ein und 7V aus: Was ist der Effekt nur vor dem LPS-1.2, das die Clock versorgt?

4. 12 aus und 7V ein: Und welcher allein beim EtherRGEN?

Viele Grüße
Gert
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sunny_time_99
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Beitrag von sunny_time_99 »

Hallo Gerd,
es schön zu sehen, dass Du dich mit der Schwachstelle Murata DC-DC Wandler beschäftigt hast. Ich bin an die Stelle bisher noch nicht rangegangen, weil mir die möglichen Fehler bei dem Gerätepreis doch zu sehr ins Geld gehen würden. Diskutiert haben wir das schon u.a. mit Stephan (Solidcore) vor langer Zeit. Ich kann nur aus meiner Erfahrung heraus sagen, dass es aus meiner Sicht überdenkenswert ist, für die kritischste Seite des ER die Spannung aus dem klanglich schlechtesten Ausgang des Keces zu nehmen.
Ich habe die Themen mit Ultrakondensatoren (bis Maxwell 3.000F! und 0,5mOhm) schon vor Jahren in einem andere Forum durchgespielt. So verlockend die Daten von den Ultrakondensatoren sind, sie haben doch ihre klanglichen Eigenarten. Ich würde die vorher durch den Murata versorgten Bereich mit der klanglich besten Lösung ausstatten. Damals war es gut hinter die Maxwells (mit ca. 3V Overhead) einen Regler und hinter dem Regler entweder einen Polymer oder low Esr-Typen zu hängen, die bedarfsgerecht dimensioniert sind. Ohne Zusatzcap am Ausgang war ich nie zufrieden.
Da ich die von Dir verwendeten Ultracaps nicht habe, könnte ich nur mal an den 350F Maxwels Impedanzsmessungen von 100Hz-100kHz anbieten. Ich denke wir Hans-Martin, dass Ultracaps in der Impedanz ggf. schon recht früh hoch gehen, und daher sich unser Eindruck, es muss Ausgangsseitig noch was "normales" dazu, gefestigt hat.

Gruß

Sunny
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sunny_time_99
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Beitrag von sunny_time_99 »

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Quelle: https://www.researchgate.net/figure/Imp ... _221906868

das ist allerdings eine 2600er Zelle.

Gruß

Sunny
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Fortepianus
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Beitrag von Fortepianus »

Hallo Sunny,

danke für das Diagramm. Wie weit das auf meine vergleichsweise kleinen SCaps mit 10 bis 25F anwendbar ist, ist natürlich die Frage. Aber tendenziell vermute ich auch, dass die mit zunehmender Frequenz recht schnell induktiv werden.
sunny_time_99 hat geschrieben:
13.10.2021, 12:01
Ich habe die Themen mit Ultrakondensatoren (bis Maxwell 3.000F! und 0,5mOhm) schon vor Jahren in einem andere Forum durchgespielt. So verlockend die Daten von den Ultrakondensatoren sind, sie haben doch ihre klanglichen Eigenarten. Ich würde die vorher durch den Murata versorgten Bereich mit der klanglich besten Lösung ausstatten. Damals war es gut hinter die Maxwells (mit ca. 3V Overhead) einen Regler und hinter dem Regler entweder einen Polymer oder low Esr-Typen zu hängen, die bedarfsgerecht dimensioniert sind. Ohne Zusatzcap am Ausgang war ich nie zufrieden.
Da ich die von Dir verwendeten Ultracaps nicht habe, könnte ich nur mal an den 350F Maxwels Impedanzsmessungen von 100Hz-100kHz anbieten. Ich denke wir Hans-Martin, dass Ultracaps in der Impedanz ggf. schon recht früh hoch gehen, und daher sich unser Eindruck, es muss Ausgangsseitig noch was "normales" dazu, gefestigt hat.
Das deckt sich mit meiner Erfahrung. Z. B. beim neuen Linn-Netzteil ist es so, dass auf dem Linn-Board erst all die Linearregler kommen und eine Unzahl von Polymerelkos mit sehr niedrigem ESR (5mOhm). Die Kombi bringt's.

sunny_time_99 hat geschrieben:
13.10.2021, 12:01
...es schön zu sehen, dass Du dich mit der Schwachstelle Murata DC-DC Wandler beschäftigt hast. Ich bin an die Stelle bisher noch nicht rangegangen, weil mir die möglichen Fehler bei dem Gerätepreis doch zu sehr ins Geld gehen würden. Diskutiert haben wir das schon u.a. mit Stephan (Solidcore) vor langer Zeit. Ich kann nur aus meiner Erfahrung heraus sagen, dass es aus meiner Sicht überdenkenswert ist, für die kritischste Seite des ER die Spannung aus dem klanglich schlechtesten Ausgang des Keces zu nehmen.
Zunächst ist der 5V-Ausgang komplett überarbeitet von mir: Aktivgleichrichter, anderer Regler, 18mF am Ausgang. Die Spannung sieht nicht schlecht aus dort. Aber dann kommt ja erst noch die Kombi aus Stromquelle und SuperCaps, bevor es in den Teil B des ER geht. Dort wartet direkt nach dem Eingang ein niederohmiger Polymerelko, bevor es in zwei Linearregler vom Typ LT3045 geht. Das Gesamtkonzept bringt hier den Erfolg. Bedenkenswert ist Dein Tipp, evtl. nach den beiden 3045 noch einen niederohmigen Elko zu spendieren, das probier' ich mal aus.

Ansonsten kann ich noch wie angekündigt vom Hörtest berichten.
Fortepianus hat geschrieben:
13.10.2021, 10:39
1. Ist es klanglich egal, ob die Kiste ganz draußen ist oder drin, aber ausgeschaltet? Wenn nicht, wären die zusätzlichen Steckverbindungen und DC-Kabel ein Teil des Problems.
Das verschlechtert den Klang minimal, lässt aber die weiteren Experimente zu:
Fortepianus hat geschrieben:
13.10.2021, 10:39
2. Beide Schalter auf "EIN" (zusätzliche SCaps drin): Wie zuvor, aber ohne die Doppeldrosseln. Änderung?
Eindeutig besser als mit den Doppelspulen, die bremsen offensichtlich wie vermutet den Klang aus. Aber immer noch schlechter als beide Zweige auf Bypass.
Fortepianus hat geschrieben:
13.10.2021, 10:39
3. 12V ein und 7V aus: Was ist der Effekt nur vor dem LPS-1.2, das die Clock versorgt?
Kaum schlechter als 1., aber schlechter. Immerhin kommt ja danach noch das LPS-1.2, bevor es in die Clock geht.
Fortepianus hat geschrieben:
13.10.2021, 10:39
4. 12V aus und 7V ein: Und welcher allein beim EtherRGEN?
Auf dem 7V-Zweig für den ER geht der meiste Klang flöten. Bass zu weich, alles zu weich.

Also liegt die Zusatzkiste jetzt in der Schublade mit dem Etikett "Erfahrungen" und ich weiß jetzt, dass man es bei den SCap-Schaltungen auch übertreiben kann, wenn man sie kaskadiert.

Viele Grüße
Gert
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sunny_time_99
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Beitrag von sunny_time_99 »

Hallo Gerd,

zunächst einmal meinen Dank und großen Respekt für Deine wirklich immer sehr gut dokumentierten Projekte. Ich weiß nur zu gut aus eigener Erfahrung, wie viel Zeit erstmal das Bauen und Testen zweitens das drüber Schreiben, kostet. Oftmals ist dann die Wertschätzung viel zu gering für das, was man leistet. Denn bevor jemand in die Tasten haut und das jeweilige niederschreibt, was ihn bewegt, oder was er herausgefunden hat, ist viel Zeit vergangen, das Verdauen von gelegendlichen Misserfolgen erfolgt und vor allem i.d.R viel Geld den Bach runter gegangen.

Der das Endergebnis dann möglicherweise kommentiert, hat es bedeutend einfacher, er muss nur einen Punkt der ganzen Geschichte fokussieren und darauf rumreiten. Daher bewundere ich Dich sehr. Ich habe im wesentlichen 2016 aufgehört in Foren im größerem Umfang zu schreiben, weil ich mit den Reaktionen nicht gut umgehen konnte.

Sorry, wenn ich mich in Deinem Fred nochmal auslasse.

Ich habe immer dann ein Problem, wenn es um theoretisches Fachwissen geht - denn ich selber habe keines. Ich bin reiner Autodidakt und mache fehlendes Fachwissen mit unzähligen Feldversuchen wett. Es hat aber auch Vorteile, selbst abwägigste Theorien wurden bis an den Rand verfolgt und mit eigenem Lötkolben gebaut, bewertet und entweder übernommen oder verworfen.

Bei dem Versuch die Ultracaps (BCAP0350 Maxwell) zu vermessen, war wieder so ein Moment. Keines meiner Messgeräte, die sonst nachvollziehbare Ergebnisse liefern, konnten mit den 350F Maxwells etwas anfangen. Die Impedanz und ESR-Messwerte selbst bei 100Hz waren schon so im hochohmigen Bereich, dass ich es kaum für realistisch halte. Möglicherweise muss ich die Messobjekte erstmal wieder einige Tage aus dem langen Lagertrauma holen. Zum Vergleich herangezogene Alupolymer-Elkos und Panasonic FC haben Impedanzen bei 100Hz-100kHz angezeigt, die +/+ 0,02 Ohm an das jeweilige Datenblatt heran kamen - also plausibel waren.

Immer wieder musste ich in den letzten Jahren, seit dem ich Netzteile baue, feststellen, dass bekannte Baumuster in der Praxis garnicht so gut funktionieren, wie erwartet. Mach einfach mal Impedanz und ESR-Messungen mit mehrfachen paralellen Kondensatoren unter realen Bedingungen (Leitungswiderstand, Lötzinn, Beinchen der Kondensatoren). Ernüchternd! Das Ergebnis hat mich nicht ermutigt, das weiterhin zu betreiben. Viel mehr lösungsorientiert fand ich nach jahrelangen Hörtests und vielen Hundert Vergleichsnetzteilen die absolute Ausrichtung auf einen sehr ausgeglichenen Impedanzverlauf über das zu erwartende Einsatzspektrum hinweg.

Hier besprichst Du einen Etherregen dessen Chips zumindest im GHz-Bereich unterwegs sind. Ich kann das Gerät nur dann optimal unterstützen, wenn ich in einem Bereich, der unter 100Hz anfängt - bis GHz keine induktiven "Stolpersteine" drinne habe. Das erfordert zum einen - ich sage es mal ganz platt: "dicke Pötte" am Anfang um den ripple runter zu bekommen - und high Speed lowest ESR/ESL@High Freq. am Ende. Kohärent bekommt man soetwas imho nur hin, wenn man die Kondensatoren passend zum Einsatzspektrum hin optimiert und auswählt. Bei unterschiedlichen "Geschwindigkeits" Gruppen kann ein zwischengeschalteter Regler dann wieder für klangliche Kohärenz sorgen. Leider ist eine Angabe von 5mOhm bei Deinen Polymer für mich nur wenig aussagekräftig, weil ganz einfach die zugehörige Frequenzangabe fehlt und somit ein Bild erzeugt wird, das mit dem, was erforderlich ist - nicht viel gemein hat.
Viele Datenblätter, die ich studiert habe, weisen gerade bei Polymer-Elkos erst entsprechende Werte im höheren KHz-Bereich auf. Im Bereich 100Hz + nicht zwangsläufig eine gute Wahl - wenn man reale Bedingungen unterstellt. Sicher auch hier ist es eine Frage des tatsächlichen Bauteils - und eine Verallgemeinerung ist kaum möglich, da die Unterschiede von Hersteller zu Hersteller schon sehr gewaltig sein können.
Ich habe von Kemet ein klasse Tool gefunden, wo jeder ein wenig simmulieren kann um sich spielerisch an die Thematik kapazitiver Bereich / induktiver Bereich bei Kondensatoren und den möglichen Einsatz in Anwendungen im Audiobereich und HF heranzutesten. Bei mir hat das viel bewirkt und ich bin vielen alten Gewohnheiten nicht mehr erlegen.

https://ksim3.kemet.com/capacitor-simulation

interessant deshalb, weil man auch Gruppen simmulieren kann und somit recht einfach ablesen kann, wo man im Bezug aus ESR / Impedanz im jeweiligen Frequenzbereich landet. Zuätzlich sind Leitungswiderstände mit in die Simmulation einbeziehbar.

Vor allem habe ich mit MLCC meinen Frieden geschlossen - jahrelang einfach immer nur falsch eingesetzt. Aufgaben im HF-Bereich kann man mit gewickelten Kondensatoren nicht lösen. Alleine die Induktivität der 3-10mm langen Beinchen...!! bewirkt, das die Folien je nach Frequenz nicht mehr wirklich kapazitiv wirken. Beispielsweise 100p überall ran, wo es hochfrequent wird... kann bis zum Totalausfall einer Schaltung führen... die Bauweise und die Distanz zum Abnehmer sind da wichtiger. Und bei allen MLCC super super wichtig: Datenblatt lesen! Wenn man will, das bei der gefahrenen Spannung auch wirklich die entsprechende Kapazität vhd. ist.

https://www.edn.com/temp-and-voltage-va ... s-0-33-uf/

Bei der 5V Seite des ER und dem schlechteren 5V-Ausgang des Keces... würde ich es statt den Ultracaps recht einfach halten und z.B. 10.000uF @40V Ftcap z.B. Serie SI, LF, G..., dann eine Kondensatortreppe mit z.B. Panasonic FC bauen 4-5 Werte absteigend von 1.500uF - 10uF Bauform möglichst hoher Becher! und hinten 100p... was dazu noch erforderlich wären... bringt der ER ja auf dem Board mit. Hättest du etwas Drop (1V) zur Verfügung, tendiere ich zu einem Sziklai-Darlington MP mit gain 1000 vor dem SI wenn Du dann 1.000uF+ ankoppelst, kannst Du Dir die Ultracaps gänzlich sparen.
Wobei abschließend Deine SCaps hinsichtlich ESR/Frequenz besser untersucht werden sollten. Ich denke, sollte mein Schaubild von vor 2 Posts auch nur ansatzweise in die Realität deuten, finden sich die von Dir beschriebenen Klangeindrücke auch von Mithörern dort wieder.

Beste Grüße

Sunny
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Thomas86
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Beiträge: 568
Registriert: 21.08.2018, 18:34

Beitrag von Thomas86 »

Hallo Gert, hallo Sunny,

Eure fachliche Unterhaltung ist äußerst! spannend und auch für den stillen Mitleser sehr bereichernd.
Fühlt euch bitte bestärkt, genauso weiter zu machen.

Viele Grüße
Thomas
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Hans-Martin
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Beitrag von Hans-Martin »

Hallo Gert, Sunny,
nach dem Sunnys obige Grafik für 2500F eine Resonanz bei 10Hz zeigt, wäre -sehr über den Daumen- bei 25F die Resonanzfrequenz in der Nähe von 1kHz zu erwarten, denn die verschiebt sich beim 10-fachen C-Wert auch fast um eine Dekade.
Bild
Bedingt durch den relativ großen Abstand der Resonanzstellen macht es wenig Sinn, mit einem parallelen C zu arbeiten, wenn dessen Wert nur im einstelligen Prozent- oder gar Promillebereich liegt.
Nicht nur Guido Tent hat sich dazu negativ geäußert, weil (Erklärung:) die Induktivität im Elko und die Kapazität im Folko einen Parallelschwingkreis neuer Frequenz bilden können.

Anno dunnemals (preWWW) habe ich zunächst Erfahrungen gemacht mit parallelen 10+1+0,1+0,01... aber eine engmaschigere Staffelung 10+3,3+1+0,33+0,1...* war nochmal eine weitere hörbare Steigerung (in Frequenzweichen und auch in Netzteilen), in den frühen 1980ern inspiriert von einer Dynaudio Frequenzweiche mit 20 parallelgeschalteten Cs (allerdings gleichen) Werten. Tatsächlich war mein Hochtöner lauter, wenn 22 x 0,22uF gegen 1 x 4,7uF (ausgemessener Wert identisch) antraten. Viel geringere Induktivität, offenbar in Summe auch kleinerer ESR.
Auch im Netzteil zeigten sich Vorteile.
Bei allen relevanten Frequenzen gleichbleibenden Innenwiderstand erreichen, ist auch mein Grundgedanke...
Grüße
Hans-Martin

*eine Stufe vor dem Goldenen Schnitt, soweit bin ich mangels Werteverfügbarkeit exakt nie gegangen, aber 2,2 + 1,5 + 1 = 4,7 kommt dem schon sehr nahe, fand ich letztlich "musikalischer".
P.S. auch ungepolte Kondensatoren haben eine Vorzugsorientierung, jetzt geht es aber in den Bereich mühseliger Arbeit :cheers:
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