Gert (AGM 3.3, 5.4, 7.4, 9.4, B&M BM 3, 6, 20)

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Beitragvon Fortepianus » 19.12.2018, 13:33

Hallo Hans-Martin,

Hans-Martin hat geschrieben:Ich vermute, dass Gert bei seinen Netzteilen auf äußerste Rauscharmut und geringste Innenwiderstände auch bei hohen Frequenzen zielt, gepaart mit besten Rauschabständen der aktiven Bauteile. In dieser Kombination könnte auch das, was außerhalb der Stereobasis geschieht konkretere Gestalt annehmen als nur diffus zu erscheinen. Aber dazu dürfte Gert sich besser selber äußern...

was soll ich da noch ergänzen, das trifft doch genau ins Schwarze. Beispiel: Im Netzteil viele kleinere Elkos mit niedrigstem ESR parallel ist viel besser als ein dicker Becher. So sind in einer AGM 9.4 in den Endstufen insgesamt 144 Elkos mit je 1.000µF verbaut, macht 72,2mF pro Symmetriehälfte. Würde man dafür zweimal 100mF in Konservendosengröße reinschrauben, wäre das viel schlechter. Warum? Obwohl solche Coladosen durchaus mit 10mOhm ESR daherkommen können, bietet eine Parallelschaltung von 100 kleinen Elkos mit 10mOhm eben nur ein Hundertstel Innenwiderstand. Und der dominiert bei den höheren Frequenzen. Zudem kann man die kleinen Elkos viel geschickter in direkter Nähe der Leistungshalbleiter platzieren.

Hallo Sebastian,

Sebabe hat geschrieben:Wie kann das Digitalkabel einen Unterschied machen, wenn, wie Gert erklärt hat, der Linn die Daten aus dem Puffer liest und wandelt. Da hat das Signal das Kabel längst verlassen und wartet im Puffer...Aber ihr habt es ja beide klar gehört - irgendwo muss doch da noch ein Puzzelstück fehlen...Deshalb ist es ja so spannend..

durch Übersprechen passiert das, denke ich. HF hat ja bekanntlich die Eigenschaft, sich auch in Luft oder Vakuum auszubreiten, sonst würde kein Radio, Fernsehen, Handy oder WLAN funktionieren. Natürlich gilt das auch für NF, aber dafür sind unsere Gerätschaften zu klein, um für die großen Wellenlängen im NF-Bereich eine nennenswerte Antenne zu bieten. Bei den hohen Frequenzen wirkt eben jede Leitung als Antenne, sowohl in Sende- wie Empfangsrichtung. Kommt weniger HF-Müll in den Faradayschen Käfig des Metallgehäuses über die Leitungen von außen rein, kann sich dieser Müll auch nicht innen drin ausbreiten.

Viele Grüße
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Beitragvon Sebabe » 19.12.2018, 20:40

Hallo Gert,

interessante Informationen. Aber wie ist das mit dem ESR (für was steht das E?). Geht es hier um Daten die man aus einem Datenblatt rauslesen kann? Zum Beispiel eine RME ADI 2 Pro FS hat einen Rauschabstand von 119dB. Das klingt doch nach guten Werten. Es ist auch gutes Gerät keine Frage - Die Bühne ist aber hier nicht atemberaubend groß...


Das mit Übersprechen wirft bei mir auch noch Fragen auf - was würde denn hier von wo nach wo übersprechen. So ein Digitalkabel hat doch nur eine Signalleitung. Ode meinst du mit Antenne - einfach alle Möglichen Einstreuungen aus der Umgebung?

Vielleicht Fragen eines Ahnungslosen... aber falls ich es irgendwann mal verstehe würde ich ein glücklicherer Mensch sein :-)

Viele Grüße
Sebastian
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Beitragvon Fortepianus » 19.12.2018, 21:41

Hallo Sebastian,

Sebabe hat geschrieben:interessante Informationen. Aber wie ist das mit dem ESR (für was steht das E?). Geht es hier um Daten die man aus einem Datenblatt rauslesen kann?

ESR bedeutet Ersatzserienwiderstand. Es ist der Widerstand R, der in einem Kondensator übrig bleibt, wenn man die reine Kapazität unbeachtet lässt. Normalerweise ist der (90° phasenverschobene Schein-)Widerstand eines Kondensators Xc=1/(2*Pi*f*C), Pi=3,14etc, f=Frequenz, C=Kapazität. Wird die Kapazität oder die Frequenz nur groß genug, müsste der Innenwiderstand einen Kondensators also gegen Null gehen. Geht er aber nicht, denn da ist dieser ESR, kleiner als der geht nicht. Allgemeinverständliche Kurzfassung: Je kleiner der ESR, desto mehr Saft kann der Elko bei Bedarf kurzfristig liefern.

Zum Beispiel eine RME ADI 2 Pro FS hat einen Rauschabstand von 119dB. Das klingt doch nach guten Werten. Es ist auch gutes Gerät keine Frage - Die Bühne ist aber hier nicht atemberaubend groß.

Mit Rauschabstand hat der ESR gar nichts zu tun. Und die Beobachtung, dass so ein RME-Wandler zwar ein ordentliches Arbeitsgerät, aber noch lange nicht das Ende der Fahnenstange darstellt, teile ich.

Das mit Übersprechen wirft bei mir auch noch Fragen auf - was würde denn hier von wo nach wo übersprechen. So ein Digitalkabel hat doch nur eine Signalleitung. Ode meinst du mit Antenne - einfach alle Möglichen Einstreuungen aus der Umgebung?

Jede Leiterbahn auf einer Platine, jede winzige Leiterbahn innerhalb eines Digitalchips ist eine Antenne, die auf andere Leiterbahnen "senden" kann, das nennt man Übersprechen. Und wenn Du nun die Digitaldaten noch so gut gepuffert hast, überlagert sich denen der HF-Müll von anderen Leiterbahnen und kann zu Jitter bei der DA-Wandlung führen.

Vielleicht Fragen eines Ahnungslosen... aber falls ich es irgendwann mal verstehe würde ich ein glücklicherer Mensch sein :-)

Je tiefer Du da einsteigst, desto mehr Fragen tun sich auf.

Viele Grüße
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Beitragvon Hans-Martin » 19.12.2018, 21:57

Fortepianus hat geschrieben:Je tiefer Du da einsteigst, desto mehr Fragen tun sich auf.

Hallo Gert,
das ist ja das schöne an diesem Hobby. Je mehr richtige Fragen man stellt, umso näher kommt man den Antworten. Und dann begegnen einem irgendwann die fehlenden Puzzleteilchen...
Vorweihnachtliche Grüße
Hans-Martin
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Beitragvon Lauscher » 20.12.2018, 07:56

Hans-Martin hat geschrieben:
Fortepianus hat geschrieben:Je tiefer Du da einsteigst, desto mehr Fragen tun sich auf.

Hallo Gert,
das ist ja das schöne an diesem Hobby. Je mehr richtige Fragen man stellt, umso näher kommt man den Antworten. Und dann begegnen einem irgendwann die fehlenden Puzzleteilchen...
Vorweihnachtliche Grüße
Hans-Martin


Hallo Ihr beiden,

Eure Aussagen passen bei mir gerade recht gut :D

Ich habe gerade mal wieder eine neue Stufe auf der langen Hifi - Treppe erklommen - mich umgedreht und mit erschrecken feststellt wie weit am Anfang ich noch stehe :wink:

Je weiter ich mich entwickel um so deutlicher sehe / höre ich die Unzulänglichkeiten meiner Anlage :D Aber auch die spannenden und vielfältigen Möglichkeiten des ausprobierens und die Erkenntnis: Der Weg ist das Ziel :cheers:

Sinnierende Grüße
Jens
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Beitragvon Sebabe » 21.12.2018, 12:02

Hallo Gert - danke für die Erklärung mit dem Ersatzwiderstand. (Ich glaube mich zu Erinnern, dass in der der Rosita eher Coladosen sind :-( )

Wie verrät sich denn so ein Wandler in der Phase. Gibt es hier vielleicht ebenfalls große Unterschiede?
Ich könnte mir vorstellen, dass die Phase unter allen Umständen über den gesamten Frequenzgang stabil bleiben muss. Ist das einfach zu erreichen - oder liegen hier vielleicht auch wichtige Unterschiede?
(Natürlich betrifft das dann alle Komponenten der Kette)

Viele Grüße
Sebastian
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Beitragvon Fortepianus » 21.12.2018, 22:55

Hallo Sebastian,

Sebabe hat geschrieben:Hallo Gert - danke für die Erklärung mit dem Ersatzwiderstand. (Ich glaube mich zu Erinnern, dass in der der Rosita eher Coladosen sind :-( )

könnten die "Coladosen" in der Rosi nicht auch Übertrager für den XLR-Ausgang sein? Ich glaube mich an sowas zu erinnern, dass die optional verbaut werden. Die Sowter-Übertrager, die im G-DAC in der Strom-Spannungs-Wandlung des DACs sind, sehen jedenfalls auch aus wie (kleine) Coladosen. Eigentlich sehen sie viel besser aus als Coladosen in ihrem gebürsteten Metalloutfit, aber irgendjemand hat irgendwann hier im Forum den Begriff "Coladosen" für diese G-DAC-Übertrager verwendet und seither heißen sie so.

Wie verrät sich denn so ein Wandler in der Phase. Gibt es hier vielleicht ebenfalls große Unterschiede?

Das ist im Wesentlichen ein Problem der analogen Seite des DAC, insbesondere der Filter.

Bei dem Begriff "Phase" muss man sich klarmachen in der Akustik, dass bei höheren Frequenzen die Wellenlängen so klein werden, dass jede kleine Bewegung des Kopfes im Stereofeld der Lautsprecher oder in jedem Schallfeld sofort Phasenverschiebungen verursacht, die wir der Elektronik nie zugestehen würden. Das stört uns offensichtlich aber nicht. Interessanter als die Phase ist die Gruppenlaufzeit, das ist die erste Ableitung der Phase nach der Frequenz, versehen mit einem Minuszeichen. Klingt ein bisschen kompliziert, aber die Gruppenlaufzeit ist sozusagen die Verzögerung des Signals über der Frequenz aufgetragen. Da gibt es je nach Verlauf und Größe durchaus hörbare Effekte. Aber ein guter DAC selbst macht da in der Regel kaum nennenswerte Effekte, das ist eher ein Thema bei Lautsprechern und Frequenzweichen.

Viele Grüße
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