Gert (AGM 3.3, 5.4, 7.4, 9.4, B&M BM 3, 6, 20)

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Beitragvon Fortepianus » 19.12.2018, 13:33

Hallo Hans-Martin,

Hans-Martin hat geschrieben:Ich vermute, dass Gert bei seinen Netzteilen auf äußerste Rauscharmut und geringste Innenwiderstände auch bei hohen Frequenzen zielt, gepaart mit besten Rauschabständen der aktiven Bauteile. In dieser Kombination könnte auch das, was außerhalb der Stereobasis geschieht konkretere Gestalt annehmen als nur diffus zu erscheinen. Aber dazu dürfte Gert sich besser selber äußern...

was soll ich da noch ergänzen, das trifft doch genau ins Schwarze. Beispiel: Im Netzteil viele kleinere Elkos mit niedrigstem ESR parallel ist viel besser als ein dicker Becher. So sind in einer AGM 9.4 in den Endstufen insgesamt 144 Elkos mit je 1.000µF verbaut, macht 72,2mF pro Symmetriehälfte. Würde man dafür zweimal 100mF in Konservendosengröße reinschrauben, wäre das viel schlechter. Warum? Obwohl solche Coladosen durchaus mit 10mOhm ESR daherkommen können, bietet eine Parallelschaltung von 100 kleinen Elkos mit 10mOhm eben nur ein Hundertstel Innenwiderstand. Und der dominiert bei den höheren Frequenzen. Zudem kann man die kleinen Elkos viel geschickter in direkter Nähe der Leistungshalbleiter platzieren.

Hallo Sebastian,

Sebabe hat geschrieben:Wie kann das Digitalkabel einen Unterschied machen, wenn, wie Gert erklärt hat, der Linn die Daten aus dem Puffer liest und wandelt. Da hat das Signal das Kabel längst verlassen und wartet im Puffer...Aber ihr habt es ja beide klar gehört - irgendwo muss doch da noch ein Puzzelstück fehlen...Deshalb ist es ja so spannend..

durch Übersprechen passiert das, denke ich. HF hat ja bekanntlich die Eigenschaft, sich auch in Luft oder Vakuum auszubreiten, sonst würde kein Radio, Fernsehen, Handy oder WLAN funktionieren. Natürlich gilt das auch für NF, aber dafür sind unsere Gerätschaften zu klein, um für die großen Wellenlängen im NF-Bereich eine nennenswerte Antenne zu bieten. Bei den hohen Frequenzen wirkt eben jede Leitung als Antenne, sowohl in Sende- wie Empfangsrichtung. Kommt weniger HF-Müll in den Faradayschen Käfig des Metallgehäuses über die Leitungen von außen rein, kann sich dieser Müll auch nicht innen drin ausbreiten.

Viele Grüße
Gert
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Beitragvon Sebabe » 19.12.2018, 20:40

Hallo Gert,

interessante Informationen. Aber wie ist das mit dem ESR (für was steht das E?). Geht es hier um Daten die man aus einem Datenblatt rauslesen kann? Zum Beispiel eine RME ADI 2 Pro FS hat einen Rauschabstand von 119dB. Das klingt doch nach guten Werten. Es ist auch gutes Gerät keine Frage - Die Bühne ist aber hier nicht atemberaubend groß...


Das mit Übersprechen wirft bei mir auch noch Fragen auf - was würde denn hier von wo nach wo übersprechen. So ein Digitalkabel hat doch nur eine Signalleitung. Ode meinst du mit Antenne - einfach alle Möglichen Einstreuungen aus der Umgebung?

Vielleicht Fragen eines Ahnungslosen... aber falls ich es irgendwann mal verstehe würde ich ein glücklicherer Mensch sein :-)

Viele Grüße
Sebastian
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Beitragvon Fortepianus » 19.12.2018, 21:41

Hallo Sebastian,

Sebabe hat geschrieben:interessante Informationen. Aber wie ist das mit dem ESR (für was steht das E?). Geht es hier um Daten die man aus einem Datenblatt rauslesen kann?

ESR bedeutet Ersatzserienwiderstand. Es ist der Widerstand R, der in einem Kondensator übrig bleibt, wenn man die reine Kapazität unbeachtet lässt. Normalerweise ist der (90° phasenverschobene Schein-)Widerstand eines Kondensators Xc=1/(2*Pi*f*C), Pi=3,14etc, f=Frequenz, C=Kapazität. Wird die Kapazität oder die Frequenz nur groß genug, müsste der Innenwiderstand einen Kondensators also gegen Null gehen. Geht er aber nicht, denn da ist dieser ESR, kleiner als der geht nicht. Allgemeinverständliche Kurzfassung: Je kleiner der ESR, desto mehr Saft kann der Elko bei Bedarf kurzfristig liefern.

Zum Beispiel eine RME ADI 2 Pro FS hat einen Rauschabstand von 119dB. Das klingt doch nach guten Werten. Es ist auch gutes Gerät keine Frage - Die Bühne ist aber hier nicht atemberaubend groß.

Mit Rauschabstand hat der ESR gar nichts zu tun. Und die Beobachtung, dass so ein RME-Wandler zwar ein ordentliches Arbeitsgerät, aber noch lange nicht das Ende der Fahnenstange darstellt, teile ich.

Das mit Übersprechen wirft bei mir auch noch Fragen auf - was würde denn hier von wo nach wo übersprechen. So ein Digitalkabel hat doch nur eine Signalleitung. Ode meinst du mit Antenne - einfach alle Möglichen Einstreuungen aus der Umgebung?

Jede Leiterbahn auf einer Platine, jede winzige Leiterbahn innerhalb eines Digitalchips ist eine Antenne, die auf andere Leiterbahnen "senden" kann, das nennt man Übersprechen. Und wenn Du nun die Digitaldaten noch so gut gepuffert hast, überlagert sich denen der HF-Müll von anderen Leiterbahnen und kann zu Jitter bei der DA-Wandlung führen.

Vielleicht Fragen eines Ahnungslosen... aber falls ich es irgendwann mal verstehe würde ich ein glücklicherer Mensch sein :-)

Je tiefer Du da einsteigst, desto mehr Fragen tun sich auf.

Viele Grüße
Gert
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Beitragvon Hans-Martin » 19.12.2018, 21:57

Fortepianus hat geschrieben:Je tiefer Du da einsteigst, desto mehr Fragen tun sich auf.

Hallo Gert,
das ist ja das schöne an diesem Hobby. Je mehr richtige Fragen man stellt, umso näher kommt man den Antworten. Und dann begegnen einem irgendwann die fehlenden Puzzleteilchen...
Vorweihnachtliche Grüße
Hans-Martin
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Beitragvon Lauscher » 20.12.2018, 07:56

Hans-Martin hat geschrieben:
Fortepianus hat geschrieben:Je tiefer Du da einsteigst, desto mehr Fragen tun sich auf.

Hallo Gert,
das ist ja das schöne an diesem Hobby. Je mehr richtige Fragen man stellt, umso näher kommt man den Antworten. Und dann begegnen einem irgendwann die fehlenden Puzzleteilchen...
Vorweihnachtliche Grüße
Hans-Martin


Hallo Ihr beiden,

Eure Aussagen passen bei mir gerade recht gut :D

Ich habe gerade mal wieder eine neue Stufe auf der langen Hifi - Treppe erklommen - mich umgedreht und mit erschrecken feststellt wie weit am Anfang ich noch stehe :wink:

Je weiter ich mich entwickel um so deutlicher sehe / höre ich die Unzulänglichkeiten meiner Anlage :D Aber auch die spannenden und vielfältigen Möglichkeiten des ausprobierens und die Erkenntnis: Der Weg ist das Ziel :cheers:

Sinnierende Grüße
Jens
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Beitragvon Sebabe » 21.12.2018, 12:02

Hallo Gert - danke für die Erklärung mit dem Ersatzwiderstand. (Ich glaube mich zu Erinnern, dass in der der Rosita eher Coladosen sind :-( )

Wie verrät sich denn so ein Wandler in der Phase. Gibt es hier vielleicht ebenfalls große Unterschiede?
Ich könnte mir vorstellen, dass die Phase unter allen Umständen über den gesamten Frequenzgang stabil bleiben muss. Ist das einfach zu erreichen - oder liegen hier vielleicht auch wichtige Unterschiede?
(Natürlich betrifft das dann alle Komponenten der Kette)

Viele Grüße
Sebastian
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Beitragvon Fortepianus » 21.12.2018, 22:55

Hallo Sebastian,

Sebabe hat geschrieben:Hallo Gert - danke für die Erklärung mit dem Ersatzwiderstand. (Ich glaube mich zu Erinnern, dass in der der Rosita eher Coladosen sind :-( )

könnten die "Coladosen" in der Rosi nicht auch Übertrager für den XLR-Ausgang sein? Ich glaube mich an sowas zu erinnern, dass die optional verbaut werden. Die Sowter-Übertrager, die im G-DAC in der Strom-Spannungs-Wandlung des DACs sind, sehen jedenfalls auch aus wie (kleine) Coladosen. Eigentlich sehen sie viel besser aus als Coladosen in ihrem gebürsteten Metalloutfit, aber irgendjemand hat irgendwann hier im Forum den Begriff "Coladosen" für diese G-DAC-Übertrager verwendet und seither heißen sie so.

Wie verrät sich denn so ein Wandler in der Phase. Gibt es hier vielleicht ebenfalls große Unterschiede?

Das ist im Wesentlichen ein Problem der analogen Seite des DAC, insbesondere der Filter.

Bei dem Begriff "Phase" muss man sich klarmachen in der Akustik, dass bei höheren Frequenzen die Wellenlängen so klein werden, dass jede kleine Bewegung des Kopfes im Stereofeld der Lautsprecher oder in jedem Schallfeld sofort Phasenverschiebungen verursacht, die wir der Elektronik nie zugestehen würden. Das stört uns offensichtlich aber nicht. Interessanter als die Phase ist die Gruppenlaufzeit, das ist die erste Ableitung der Phase nach der Frequenz, versehen mit einem Minuszeichen. Klingt ein bisschen kompliziert, aber die Gruppenlaufzeit ist sozusagen die Verzögerung des Signals über der Frequenz aufgetragen. Da gibt es je nach Verlauf und Größe durchaus hörbare Effekte. Aber ein guter DAC selbst macht da in der Regel kaum nennenswerte Effekte, das ist eher ein Thema bei Lautsprechern und Frequenzweichen.

Viele Grüße
Gert
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Beitragvon Fortepianus » 26.02.2019, 12:40

Liebe Forumsfreunde,

in den letzten Wochen habe ich ein bisschen was an meiner Hauptanlage im Hörraum optimiert. Unterwegs war ich an den Baustellen:

    A Stromversorgung
    B Netzwerk
    C Signalkabel
    D Bass (VBA-DBA)
Auslöser für A war mein Staunen darüber, welchen Einfluss ein gutes Stromversorgungskabel beim Linn G-ADS2 DAC hat. Da ist jetzt wie berichtet das MuSiGo PC3 drin:

Bild

Aber wenn das Netzkabel einen Unterschied macht, müsste man eigentlich die gesamte Stromversorgung vom Linn bis zum Hausanschluss auf den Prüfstand stellen, dachte ich mir. Also habe ich ein Schrittchen nach dem andern gemacht.

1. Sicherung im Linn getauscht

Ich hatte von früheren Versuchen an den AGM noch eine Feinsicherung Supreme 3 von HiFi-Tuning in der Schublade:

Bild

Ist zwar mit 8A träge nicht gerade der passende Wert, der 160mA träge wäre, aber für einen Versuch ist das ok. Der Linn, der seit Jahren stabil läuft, wird ja wohl nicht gerade während dieses kurzen Hörtests über den Jordan gehen wollen. Zudem sind die Sicherungen umso niederohmiger, je höher der Auslösestrom ist, also kommt die 8A-Sicherung hier ungefähr einem Kupfernagel gleich. Wenn sich daraus ein hörbarer Vorteil ergeben sollte, kann ich dem dann weiter nachgehen.

Ich muss gestehen, da höre ich keinen nennenswerten klanglichen Fortschritt. So erging es mir damals auch an den AGM, weshalb zwei dieser Sicherungen für solche Versuche in der Schublade liegen. Also wieder zurück auf Start.

2. Netzleiste

Ich habe an der Anlage eine Doppelsteckdose, und in beiden steckt eine Netzleiste. Die eine geht zur Leiste hinter dem kleinen Regal in der Anlagenmitte, in dem der Linn steht:

Bild

Die zweite Leiste ist unter dem Videoregal an der Wand mit G-Oppo, SAT-Tuner, Apple-TV, Netzverteiler und weiterem Kleinkram.

Als Basis für die Leisten nehme ich stinknormale 30€-Leisten aus dem Baumarkt, die Brennenstuhl Premium Alu-Line. Gibt's mit 6, 8 oder 12 Einsätzen, hier im Bild die Sechser:

Bild

Vorteile: Massives Alugehäuse, sehr preiswert und mit massiven Messingschienen innen zwischen den Steckdosen ausgestattet. Genauer: Es sind drei Doppel-Messingschienen, die so geformt sind, dass sie die Kontakte bilden ohne weitere Kontaktierung zwischen den einzelnen Steckdosen.

Nachteile: Minderwertiges Anschlusskabel, dem Preis entsprechender Stecker und ein Schalter im Kontaktweg.

Maßnahmen: Kabel raus, Schalter raus, gutes Kabel direkt in der Mitte der Messingschienen anlöten und einen Furutech-Stecker verwenden, der schon mehr als das doppelte der ursprünglichen Leiste kostet. Für Nachahmer: An 230V nur rangehen, wenn man Ahnung von der Sache hat, das versteht sich von selbst. Aber den inneren Deckel zerstörungsfrei aufzukriegen, ist eine Kunst für sich - da hat Brennenstuhl Spezialschrauben verwendet, um Bastler abzuhalten.

Die Netzleiste vor dem Linn hat einen ähnlichen Einfluss auf den Klang wie das Netzkabel selbst, musste ich feststellen. Als Kabel hatte ich zunächst das geschirmte Lapp Ölflex mit 2,5mm² dran. Besser, und zwar deutlich, wurde es mit dem Viablue X-25 silver. Nochmal ungefähr den gleichen Schritt ging es nach vorn, als ich von Harald (saabcoupe) reines Kupfer- und Silbermaterial bekam. Mein Aufbau: Furutech-Stecker, dann 10mm² Kupfer-Erdungslitze als Zentrum, und darum über Kreuz Phase und Null mit 1,5mm² hochreinem Kupfer in Teflon binden, vorne kreuzen - nach hinten und dort kreuzen - nach vorne und wieder kreuzen etc. Dann ein gleiches, zweites Kabelpaar genauso verlegen: Da, wo das erste vorne ist, ist das zweite hinten und umgekehrt. Dann noch ein dünneres Kabelpaar (Silber in Teflon) in die vorhandenen Zwischenräume geflochten. Schrumpfschlauch drüber, dann Kupferschirmgeflecht, dann Geflechtschlauch. Das Ergebnis:

Bild

3. Steckdose

Dass man für eine Wandsteckdose knapp 300€ hinlegt, behält man im nicht-audiophilen Teil des Freundeskreises besser für sich:

Bild

Bild

Von der oberen Steckdose geht es zur beschriebenen Audioleiste am G-Linn, von der unteren an die Videoleiste beim G-Oppo. Der Oppo reagiert null auf Netzkabel, deshalb habe ich hier das Lapp Ölflex verwendet.
Die Steckdose bringt klanglich wieder ein Schrittchen. Pflanze davor und man sieht sie nicht gleich:

Bild

4. Haussicherungen

Alle HiFi-Anlagen im Haus laufen auf einer Phase, die sonst unbenutzt ist. Von der Straße kommt der Drehstrom mit 16mm² Querschnitt rein, und nach dem Zähler kommen drei Schmelzsicherungen als Hauptabsicherung. Die Audio-Phase habe ich hier gegen eine passende Sicherung von AHP getauscht, hier im rechten Schmelzsicherungseinsatz:

Bild

Weiter geht's hinter den Hauptsicherungen in den Unterverteiler hinter der Hörraum-Anlage mit 10mm² Querschnitt. Die Audiophase teilt sich hier in vier Unterkreise Lautsprecher links, Video mit TV, Audio und Lautsprecher rechts:

Bild

Hier kommen die Schmelzsicherungseinsätze AHP III zum Einsatz - die neue IV G wäre zu breit gewesen. AHP hatte nur noch drei davon, eine habe ich gebraucht bei eBay erstanden. Die Gebrauchsspuren sind deutlich, keine Ahnung, was der Vorbesitzer damit gemacht hat. Hauptsache, sie funktioniert.

Die Summe dieser vier Maßnahmen wirkt sich durchaus positiv aus auf Bassdurchzeichnung, Hochtonauflösung und Raumabbildung.

Nun, wenn das alles so schön wirkt an der Stereo-Quelle, dem G-ADS2 DAC, dann muss doch an den Lautsprechern auch noch was gehen, zumal die nun auch die guten Schmelzsicherungen gekriegt haben. Also

5. Kabel und Dosen an den AGM

getauscht:

Bild

Auch hier habe ich zuerst mit dem Viablue X-40 experimentiert, bevor ich dann die Kabel ähnlich wie an der Netzleiste selbst gemacht habe. Die Kabel haben auf beiden Seiten die Furutech-Stecker.

Die AGM reagieren recht wenig auf das ganze Gedöns, muss ich sagen. Der Bass war etwas schwächer, als ich in einem ersten Schritt zu wenig Querschnitt für dieses Kabel spendiert hatte. Aber ab 3mm² sind die 9.4 zufrieden, 1,5mm² ist zu wenig. Ich habe hier nun den gleichen Kabelaufbau drin wie im Kabel der Netzleiste. Man kann nicht sagen, dass die Versorgungs-Maßnahmen an den AGM gar nichts bringen, aber eindeutig weniger als an der Quelle.

Soweit meine kleinen Versuche zur Stromversorgung - nächstes Mal mehr zu weiteren kleinen Experimenten.

Viele Grüße
Gert
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Beitragvon Siriuslux » 26.02.2019, 17:24

Hallo Gert,

ich meine, das klingt interessant, als einer der nächsten Schritte wäre doch ein eigenes Kraftwerk anzustreben, oder? :mrgreen:
Bei mir gibt's nur normale Steckdosen, allerdings immer mit 2,5mm2 versorgt, da das in L Vorschrift ist. Keine Steckdosenleiste, alle Geräte sind jeweils an einer Steckdose angeschlossen, welche im eingebauten Rack installiert ist bzw, in der Rückwand für die AGM.

Gruß, Jörg
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Beitragvon Fujak » 26.02.2019, 19:40

Hallo Gert,

danke für diesen interessanten Bericht von der Stromversorgungsfront. Bereits jeder Schritt für sich genommen hat wohl eine gewisse Verbesserung, in der Summe aller Maßnahmen stelle ich mir das als eine beträchtliche Klangverbesserung vor.
Noch eine Frage zu dem DIY-Netzkabel der Brennenstuhl-Leiste. Sind die um die Erdungslitze geflochtenen Cu-/Ag-Teflonkabel Solidcore oder auch Litze?

Viele Grüße
Fujak

P.S.: Nach diesem Bericht bin schon sehr gespannt auf Baustelle B.
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Beitragvon DocM » 27.02.2019, 09:24

Hallo Gert,

Auch ich habe an meinem Linn positive Erfahrungen mit einem hochwertigen Netzkabel Solidcore 7N von Stephan gemacht. Besonders deutlich wurde der klangsteigernde Effekt aber erst in Kombination mit einem Isotek Aquarius Netzfilter mit Isotek Syncro Netzleitung (integrierter Gleichspannungsfilter) am Netzfilter.

Hast Du auch bereits mit Netzfiltern an der Quelle oder an den AGM‘s experimentiert?

Gruß
Marcus
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Beitragvon saabcoupe » 27.02.2019, 10:23

Hallo Fujak,

das Kupfer ist Teflon isolierter 6N OCC Draht in Solid Core, 19 Leiter mit 0,32mm Durchmesser, gesamt Durchmesser 1,5 mm und 1,8 mm² Querschnitt.
Das Silber ist der 0,5mm 6N UPOCC Draht.

Ich selbst habe beim Netzkabel noch keine Mischung beider Leiter getestet, werde ich aber gleich nach holen und an meinen XD 600 testen.

Gruß Harald
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Beitragvon Fortepianus » 27.02.2019, 16:24

Hallo Jörg,

Siriuslux hat geschrieben:ich meine, das klingt interessant, als einer der nächsten Schritte wäre doch ein eigenes Kraftwerk anzustreben, oder? :mrgreen:

naja, aus dem Alter bin ich raus. Ich habe auch mal von einem Kraftwerk im Garten und ins Fundament eingegossenen Basshörnern geträumt. Heute gebe ich mich mit weniger zufrieden.

Siriuslux hat geschrieben:Bei mir gibt's nur normale Steckdosen, allerdings immer mit 2,5mm2 versorgt, da das in L Vorschrift ist. Keine Steckdosenleiste, alle Geräte sind jeweils an einer Steckdose angeschlossen, welche im eingebauten Rack installiert ist bzw, in der Rückwand für die AGM.

Auch gut, da muss man schon nicht über Steckdosenleisten nachdenken. Ich habe meine Steckdosen übrigens auch alle mit 2,5mm² verdrahtet, aber zweimal. Es gibt doch diese NYM mit 5x 2,5mm², die habe ich genommen und Phase und Null jeweils mit zwei der fünf Leiter angeschlossen. Erde hat dann zwar nur 2,5mm², aber da habe ich noch 10mm² dazu verlegt. So sind die Audio-Steckdosen alle mit 5mm² versorgt und Erde mit 12,5mm².

Hallo Fujak,

die Frage nach den Leitern hat Harald ja schon beantwortet.

Fujak hat geschrieben:Nach diesem Bericht bin schon sehr gespannt auf Baustelle B.

Nun, das wird für Dich wahrscheinlich weniger spannend, denn das basiert zu einem großen Teil auf einem Tipp von Dir.

Hallo Marcus,

DocM hat geschrieben:Hast Du auch bereits mit Netzfiltern an der Quelle oder an den AGM‘s experimentiert?

in den AGM habe ich Gleichspannungsfilter integriert, weil mir auffiel, dass die dicken Ringkerntrafos zu manchen Tageszeiten vernehmlich knurren, was auf einen Gleichspannungsanteil auf der Versorgung schließen lässt. Mit den Filtern ist Ruhe. Am Linn habe ich noch keine Netzfilter probiert. Wäre ja vielleicht mal einen Versuch wert.

Viele Grüße
Gert
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Beitragvon Fujak » 27.02.2019, 18:26

Fortepianus hat geschrieben:Hallo Fujak,

die Frage nach den Leitern hat Harald ja schon beantwortet.

Ja, danke an Dich, Harald. :cheers:

Hallo Gert,
Fortepianus hat geschrieben:
Fujak hat geschrieben:Nach diesem Bericht bin schon sehr gespannt auf Baustelle B.

Nun, das wird für Dich wahrscheinlich weniger spannend, denn das basiert zu einem großen Teil auf einem Tipp von Dir.

Das ist betrüblich, aber vielleicht hast Du den Tipp auf die Dir eigene G-Weise umgesetzt, und es ist für mich dann doch noch etwas interessantes dabei. :wink:

Viele Grüße
Fujak
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Beitragvon Hans-Martin » 27.02.2019, 23:47

Fortepianus hat geschrieben:Maßnahmen: Kabel raus, Schalter raus, gutes Kabel direkt in der Mitte der Messingschienen anlöten und einen Furutech-Stecker verwenden, der schon mehr als das doppelte der ursprünglichen Leiste kostet.

Hallo Gert,
von mir ein augenzwinkerndes Willkommen bei den Strom-Optimierern! Was du schreibst, kommt ja schon fast einer Bauanleitung gleich. Da erlaube ich mir gleich den Hinweis, dass Lötzinn aufgrund seiner Materialzusammensetzung einen höheren spezifischen Widerstand als Kupfer oder Silber hat, weshalb Lötstellen mit niedriger Schmelztemperatur und größerem Durchgangswiderstand bei größerer Strombelastung (Summe aller Verbraucher an der Leiste) besonderer Sorgfalt bedürfen. Aber du hattest schon warnend darauf hingewiesen, dass nur sachkundige Leser sich an das Thema herantrauen sollten (VDE-Vorschriften hinsichtlich Lötstellen vor Stromverteilern).
Bei Netzleisten mit durchgängigen Messingschienenkonstruktionen habe ich bisher aufgeschraubte, aufgeschweißte Kabel oder mit angequetschten Flachsteckern aufgesteckte Netzzuleitungen vorgefunden.
Wo mehrere Adern der Zuleitung für jeweils Phase und Null vorhanden sind, bietet sich die Möglichkeit, bei 1/4 und 3/4 der Kontaktschienenlänge den Zuleitungsdraht in Form einer 8 oder gar 88 sich zwischen den Schienenflächen überkreuzend um die zusammengehörenden Schienen zusammenhaltend zu wickeln, vielleicht sogar je ein Loch zu bohren, wo mit Schraube-Mutter das Kabel an- oder zwischengequetscht wird (ohne auf das Löten zu verzichten). Die Aufteilung auf 2 Einspeisepunkte (bei identischer Kabellänge vom Schukostecker ausgegangen), erhöht nicht nur die elektrische Sicherheit.
Die Aufteilung der Kabelschenkel bei 1/4 und 3/4 verkürzt die Strecke zwischen Einspeisepunkt und Steckplatz, kommt dem Ideal der sternförmigen Verteilung etwas näher, wobei die Steckplätze zwischen den Einspeisepunkten etwas bevorzugt werden.
Unklar ist (zumindest mir) bisher, welche Rolle die Schutzerdeverbindung der Geräte untereinander über die Netzleiste und den Anschlusspunkt des Schutzleiters in der Netzleiste spielt.
Mit deiner Sammelschiene (Potenzialausgleichsschiene) ist bei dir diese Schwierigkeit sicherlich umgangen, ich finde es unverzichtbar, auf diesen Aspekt noch einmal hinzuweisen.
Die Netzleiste vor dem Linn hat einen ähnlichen Einfluss auf den Klang wie das Netzkabel selbst, musste ich feststellen....
Homogenität der Zuleitungen scheint kein unwichtiger Aspekt zu sein.

Nochmal ungefähr den gleichen Schritt ging es nach vorn, als ich von Harald (saabcoupe) reines Kupfer- und Silbermaterial bekam. Mein Aufbau: Furutech-Stecker, dann 10mm² Kupfer-Erdungslitze als Zentrum, und darum über Kreuz Phase und Null mit 1,5mm² hochreinem Kupfer in Teflon binden, vorne kreuzen - nach hinten und dort kreuzen - nach vorne und wieder kreuzen etc. Dann ein gleiches, zweites Kabelpaar genauso verlegen: Da, wo das erste vorne ist, ist das zweite hinten und umgekehrt. Dann noch ein dünneres Kabelpaar (Silber in Teflon) in die vorhandenen Zwischenräume geflochten. Schrumpfschlauch drüber, dann Kupferschirmgeflecht, dann Geflechtschlauch.

Das erinnert mich an ein Netzkabel, welches ich aus Kimber 8TC Kabel mit einem durch den hohlen Mittelraum gezogenen versilberten 4qmm LS-Kabelrest für die Schutzerdung ergänzt habe.
Dabei habe ich festgestellt, dass Rechtswendelung der schwarzen und Linkswendelung der blauen Adern bei ihrer Zuordnung Phase und Nulleiter unterschiedliche Ergebnisse lieferten.
Bei deinem Kabel wurden 2 Lagen gewendelt, das eröffnet die Möglichkeit, eine doppelte Länge in der Mitte zu knicken und die beiden Schenkel gegenläufiger Herstellungsrichtung parallel zu betreiben (wie auch beim H-Kabel).
Der Verarbeitungsrichtung vom Schukostecker in Richtung Verbraucher stimme ich sofort zu, der Schrumpfschlauch verhindert ein Verrutschen der Kreuzungspunkte und verbessert die elektrische Sicherheit, und doch bleibt die Frage offen, ob nicht ein Geflechtschlauch mit Luft zwischen den Maschen klanglich besserer Resultate verspricht, zumal der engmaschige Schirm darüber noch einen elektrischen Gegenpol darstellt (Aspekt DA der verwendeten Isoliermaterialien).

Dass man für eine Wandsteckdose knapp 300€ hinlegt, behält man im nicht-audiophilen Teil des Freundeskreises besser für sich:..
Naja, auch im audiophilen Freundeskreis :cheers: kommt sofort die Frage, welche Qualität und Oberfläche der dorthinein gesteckte Netzstecker haben soll: zu dem Rhodium Rhodium oder Gold, beides klingt für mein Ohr recht unterschiedlich. Um viel Geld für benachbarte Projekte zu behalten, setze ich auf eine Herdanschlussdose, wo das Kabel aus der Wand mit der flexiblen Zuleitung (Aderendhülsen erforderlich) per Klemmblock zum Kabel zur Unterverteildose verbunden wird.

Soweit meine kleinen Versuche zur Stromversorgung - nächstes Mal mehr zu weiteren kleinen Experimenten.
Weitere Stromversorgungsexperimente, oder sollte das Thema schon beendet sein?
Ich finde, es ist ein sehr lohnenswertes Thema, denn letztlich ist alles, was aus den Boxen kommt, ohne Strom nicht möglich, der meist aus der Steckdose kommt und durch Trafo, Gleichrichtung und mittels entsprechend fett ausgelegte Kondensatoren mit niedrigstem ESR davon möglichst gut abgepuffert sein soll.
Dass die beste Stromversorgung der Quelle zugeordnet wird, wo in den nachfolgenden Bausteinen die Originalsignalqualität zunehmend abgebaut und mit Fehlern/Rauschen überlagert wird, und am Ende der Kette Endstufen(module in Aktiv-LS) an wenigsten auf Netzkabel reagieren, muss nicht unweigerlich bedeuten, dass die Netzteilauslegung der Signalquelle noch deutliches Verbesserungspotenzial lässt, es könnte auch einfach die Qualität der Gehäuseabschirmung und deren Verbindung zur (Schutz)Erde sein (oder Entkopplung von Phase, zugleich bessere Kopplung zum Nulleiter).
Dass einige Hersteller verkupferte Schrauben für den Zusammenhalt der Gehäuseschalen verwenden, lässt auf ein gewisses zur Schau getragenes Bewusstsein schließen, welches aber durch die Oberflächenvergütung der Gehäuseteile darunter konterkariert werden kann.
Welche Rolle der Schuko spielt, wo der Schirm aufgelegt wird (ich meine, zum Vorverstärker oder zentralem Knotenpunkt der Anlagen- Signalmasseerdung hin weisend) wird letztlich und auch nur vielleicht aus weiteren kleinen Experimenten erkennbar.

Aus dem inzwischen fortgeschrittenen Threadverlauf ersehe ich, dass ich irrtümlicherweise deine angekündigten weiteren kleinen Experimente dem Thema Netzverkabelung zugeordnet hatte. Was nich is, kann ja noch werden :wink:
Grüße
Hans-Martin
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