Gabriel (Sonus Faber Amati Futura)

audiophile Biografien unserer Mitglieder
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Bei Vorstellungen steht die persönliche, subjektive Erfahrungswelt des Verfassers im Vordergrund. Insbesondere soll die Vorstellung als "Visitenkarte" des Mitglieds gewürdigt bzw. respektiert werden. Dialoge sollten hier vorrangig mit dem Verfasser und nicht mit Dritten geführt werden. Siehe auch die Forumsregeln.

Beitragvon uli.brueggemann » 22.12.2017, 16:25

Tatsächlich hat die IACC-Berechnung gemäß der üblichen Formel zumindest zwei kleine Tücken, was man durch Herumspielen mit Acourate auch selbst überprüfen kann:

1. die zugrundeliegende Korrelationsrechnung übersieht den Umstand, dass zwei ansonsten identische Pulse, davon einer aber um den Faktor x verstärkt/abgeschwächt, eben nicht mehr wirklich identisch sind. Der IACC ist damit nämlich dennoch 100%. Da die Antwort aber doch Kopfzerbrechen macht, wie man die Pegelungleichheit da mit bewerten kann, hab ich auch nicht weiter nachgedacht.

Also: Pulsantwort in Kurve1 laden, mit Strg-C in Kurve2 kopieren. Dann TD-Functions - Gain, z.B. Faktor 0.5. Dann TD-Functions - IACC rechnen.

2. das Ergebnis wird im Digitalbereich auch noch stark durch die Abtastzeitpunkte beeinflusst. Bzw. durch die jeweilige exakte Positions des Mikros zu den beiden Lautsprechern und der damit verbundenen Schalllaufzeit.

Test durch Simulation: Erzeugen eines Pulses in Kurve1 mit Generate - Test signal - length 65536 - set to 1 @ sample 6000, length 1 sample.
Kopieren in Kurve2 mit Strg-C
IACC-Berechnung = 100%
Nun Kurve1 wählen und TD-Function - Subsampleshift mit 50% anwenden, Ergebnis in Kurve2
IACC-Berechnung = ??
Obwohl der Puls im Prinzip derselbe ist, nur um einen halben Abtastzeitpunkt verschoben, weicht der IACC deutlich ab. Man erkennt daran schön, wie empfindlich die Rechnung ist.
Wer will kann dann auch den IACC bei einem 1%-Shift rechnen. Das entspricht einer Positionsabweichung von ca. 0.07 mm bei 44100 Hz.

Fröhliches Spiel
Uli
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Beitragvon Newton » 22.12.2017, 18:02

Hallo Gabriel!

Danke für Deine anschauliche Dokumentation. Bin grad selbst auch wieder an dem Thema dran.

Gruß
Andreas
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Beitragvon StreamFidelity » 23.12.2017, 15:07

Hallo Winfried,
hallo Uli,

vielen Dank für Eure Hinweise. Ja tatsächlich ist der Hörgenuss gegeben. Ich nehme das mit dem IACC als gegeben hin und habe (dank Ulis Anregung) mit folgendem "fröhlich gespielt": Dem Vergleich mit vorher / nachher. :D

Ich habe den Workspace auf den Unterordner \Testconvolution geändert und mit Macro1 (Kurvenglättung) gerechnet. Die Dateinamen der neuen Kurven habe ich mit dem Zusatz "Neu" versehen, damit eine bessere Unterscheidung möglich ist. Hier sieht man schon sehr deutlich den zusammengefassten Korrektureffekt.

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Da es mit dem Bild oben noch etwas wild aussieht, habe ich die jeweiligen Lins-/Rechtskurven mit der Additionsfunktion zusammengefasst. Nun hat man ein Kurvenbild, wie man es aus den Testmagazinen kennt.

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Hallo Andreas,

gern geschehen. Deinen Besuchsbericht über verschiedene Anlagen mit der interessanten Schlussfolgerung "keine Raumkorrektur" fand ich sehr interessant.

Weihnachtliche Grüße

Gabriel
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Beitragvon StreamFidelity » 02.01.2018, 13:48

Hallo zusammen,

ein kleines Update meiner Anlagenkonfiguration. Neu hinzugekommen ist Acourate. In meiner Konfiguration funktioniert die Raumklangkorrektur somit über Roon, also nur mit Streaming über Tidal oder von Musikfiles auf dem NAS (alle CD's sind oder werden gerippt). Radio (UKW) und Schalplatte höre ich selten und unkorrigiert, was für mich irgendwie zum Analog-Charakter passt.

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Grüße Gabriel
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Beitragvon ursus65 » 24.01.2018, 10:20

Hallo liebe Forengemeinde,

ich versuche mal einen kleinen Bericht zu schreiben.

Gabriel hat mich spontan zu einem Soundcheck eingeladen, welchen er sehr gut vorbereitet hat.
Angefangen hat es mit einer Tasse Kaffee, zu welchem ich als Gastgeschenk ein paar Teilchen mitgebracht hatte. Die Espressomaschine war, wie das gesamte Ambiente, äußerst ansprechend.

Nach einem kleinen Schwätzchen wurde mir dann die Anlage vorgestellt. Es handelt sich um traumhafte Komponenten, welche auch auf meinem Wunschzettel passen würden. Ich war natürlich auf die ersten Klänge sehr gespannt.

Gabriel hat einen Playlist zusammengestellt und mich auf der idealen Hörposition platziert. Sehr interessant war es, dass ich von den ausgewählten Stücken zunächst keines kannte, was aber der Sache keinen Abbruch tat.

Der Soundcheck hatte verschiedene Schwerpunkte u. a. Timing, Bass und vor allem Räumlichkeit.
Da es mein erstes Treffen mit einem Musikbegeisterten gewesen ist, war ich, bis auf die Teilchen, völlig unvorbereitet. Ich habe alles auf mich wirken lassen. Notizen hatte ich mir keine gemacht und schreibe aus meiner Erinnerung :oops: . Inzwischen besitze ich zwar die Playlist, mangels der Musiktitel in lossless konnte ich mir nur Eindrücke mit Datenreduzierten Versionen zurückholen. Ich sage nur: Kein Vergleich! Was die Titel im Test ausmachte, war bei Youtube wegkomprimiert. Na gut, aber dafür konnte ich mir FKA twigs anschauen.

Wir hatten dabei:
Trio Mediterrano – El Armando
Stereoplay – Saitensprünge
Beide Titel aus einer Stereoplay Heft CD
Billie Ellish – Copycat
Mr. Eazi – Right Now
James Blake – Limit to your love
Hide – FKA twigs
Daniel Hope – Pärt: Fratres For Violine...

Gabriel konnte zu jedem Titel etwas erzählen und war sehr gut vorbereitet. Auf einen iPad wurde mir der aktuelle Titel nebst Cover angezeigt. Über ein Notebook wurde die Playlist gesteuert. Die Titel wurden primär über ein Streaming Portal zur Verfügung gestellt und hatten CD Qualität.

Egal welchen Titel wir gehört haben, der Sound war immer angenehm und, auch bei hoher Lautstärke, nie nervig. Aus meiner Sicht durchaus erwähnenswert.

Beim Hörtest baute sich eine, mir bisher noch nicht begegnete, Bühne auf, welche subjektiv bei einem Titel, auch bis hinter dem Hörplatz reichte. Die Maßnahmen zur Aufstellung der Boxen und auch die Raumanpassung haben sich gelohnt.

Nach dem o. g. Teil der Playliste, haben wir einige Titel angespielt, welche ich mitgebracht habe. Es handelte sich hier nicht um audiophile Aufnahmen, sondern um Musik die ich gerne höre und die ich Gabriel näherbringen, oder ins Gedächtnis zurückholen wollte.

Kurz angespielt haben wir:
Spliff – Deja Vu
Van Halen – You really got me und Running with the Devil
David Gilmour – Live in Pompeii
Und noch zwei drei andere Titel

Ihr kennt das sicher, wenn man zuerst die „Hörtest“ Titel abspielt und dann wechselt zu „normaler“ Musik. Es gibt wenig sehr gut klingende Aufnahmen, zumindest bei der U Musik. Nichtsdestotrotz klingt Gabriels Anlage bei sämtlicher Musik ausgesprochen gut.

Zu guter Letzt haben wir noch in Pink Floyd – The Wall reingehört. Einmal digital und einmal analog. Der Unterschied war schon gewaltig. Die räumliche Abbildung wich um einiges voneinander ab. Die Digitale Version war vor allem breit und hoch, die Platte kam IMHO extrem aus der Tiefe. Ich habe lange keine Schallplatte mehr gehört, aber dieses Medium hat seine Daseinsberechtigung. Da ich noch einige Platten besitze, werde ich mich mal nach einem Dreher umsehen.

Fazit:
Wir hatten uns auf 2 Stunden Soundcheck geeinigt, welche wie im Flug vergangen sind. Es war eine sehr schöne Zeit und meine erste direkte Erfahrung mit einem Gleichgesinnten. So Etwas hat mir wirklich gefehlt. Zu Hause aktiv Musik hören geht bei mir eigentlich nur, wenn Sturmfrei ist.

Die Anlage von Gabriel, in dieser angenehmen Atmosphäre, hören zu dürfen war ein Geschenk. Ich hatte an dem Tag Geburtstag, habe es aber für mich behalten.

Vielen Dank lieber Gabriel.
:cheers:

Ralf
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Beitragvon StreamFidelity » 24.01.2018, 17:00

Mensch Ralf,

herzlichen Glückwunsch nachträglich zum Geburtstag. Hätte ich das gewusst, hätte ich Dir ein Geburtstagsständchen gesungen. Aber dann wäre Dein Höreindruck bestimmt nicht so positiv gewesen. :mrgreen:

Mir hat es auch sehr viel Spaß gemacht. Vielen Dank für Deine ausführliche Schilderung. Und mein Angebot steht: ich unterstütze Dich gern in der Raumklangoptimierung. Zu diesem sehr wichtigen Thema bin ich tatsächlich erst über dieses tolle Forum gekommen. Vielen Dank an alle, die mir unter die Arme gegriffen haben.

Grüße Gabriel
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Beitragvon Jupiter » 24.01.2018, 19:06

Hallo Gabriel,
Klasse du wirst noch zum Raumklangpapst.
Zuerst der Raum dann der Rest, wird leider viel zu oft nicht berücksichtigt.
Man kann es nicht oft genug wiederholen.

Liebe Grüße Harald
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Beitragvon SirMartin » 26.01.2018, 12:05

Hallo lieber Gabriel,

auch ich verfolge deine Entwicklung hier wie in anderen Foren sehr aufmerksam. Ich bin schon sehr beeindruckt wie konsequent du die Themen auf dem Weg hin zum perfekten Klang abarbeitest.
Deine Hinweise zur Implementierung von Roon über deinen HFX Ripnas versuche ich gerade auch in die Tat umzusetzen. In der kommenden Woche trifft mein brandneues HFX AssetNas ein auf dem der Roon Core laufen wird und der wie bei dir auch gleichzeitig als Renderer per USB in den DAC (Luxman DA-06) münden soll. (asynchronbetrieb)
Dann bin ich sehr gespannt wie sich dazu mein Oppo UDP 205 als roon kompatibler Renderer schlagen wird. :cheers:

Grüsse aus dem Testlabor :D

Martin
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Beitragvon StreamFidelity » 26.01.2018, 12:57

Hallo Harald,

ich bin eher der Anwärter für's Priesteramt, Uli ist der Raumklangpapst und Du bist der Raumklangbischof. :mrgreen:

Hallo Martin,

vielen Dank. Wenn es irgendwo auf dem HFX AssetNas klemmen sollte, versuche ich mit meinem kleinen Wissen gern zu helfen.

Bitte unbedingt aus dem Testlabor berichten. :wink:

Und noch ein kleines Update meiner Anlagenkonfiguration. Neu hinzugekommen ist auf meinem RipNAS Solid V4 die Software Fidelizer, welche das Windows Betriebssystem für audiophile Zwecke optimiert. Ich hatte hier im Forum schon etwas geschrieben: Fidelizer 8.0.

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Grüße Gabriel
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Beitragvon StreamFidelity » 26.02.2018, 12:30

Hallo zusammen,

heute war ich richtig verblüfft, welche geringfügigen Aufstellungsänderungen den Klang weiter verbessern können. Da mich seit Acoruate keine bissigen Höhen mehr stören, habe ich die Boxen konsequent auf meine Hörposition ausgerichtet. Vor Acourate strahlten die Hochtöner noch geradeaus.

Wer genau hinsieht, kann die roten Punkte auf dem Boden erkennen - die alte Stellposition.
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Meine Hörposition. Dabei rücke ich erst den lästigen Hocker weg und stelle den Stuhl mittig nach vorne. Da helfen mir auch rote Punkte am Boden, die meine Frau in einem ersten Sabotageakt weggewischt hatte. :mrgreen:
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Am Verlauf sieht man schon die deutlich verbesserte Koheränz, welches sich auch mit einem IACC10 von 90% (vorher 84%) bemerkbar macht. Die Seitenlänge meines Stereodreiecks beträgt jetzt 2,50 m (vorher 2,60 m).
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Es folgt der übliche unruhige Kurvenverlauf mit Bassmode und Höhenabfall.
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Unter Beibehaltung des Boxensoundings habe ich meine Zielkurve definiert.
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Et voilà: das Ergebnis.
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Fazit:

Selbst ohne raumakustische Maßnahmen bin ich mit ein paar Zentimeter verschieben bei einem IACC10 von rund 90% gelandet. Es lässt sich messtechnisch nachweisen und vor allem auch hören. Mir gefällt der Sound ganz hervorragend. :cheers:
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Beitragvon uli.brueggemann » 26.02.2018, 13:10

Was mich immer verwundert: wieso benötigen so viele eine Kopfstütze beim Musikhören? Welche dann ihrerseits herrlich reflektiert.

Grüsse
Uli
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Beitragvon StreamFidelity » 26.02.2018, 13:32

Hallo Uli,

den Sessel kann ich ausfahren und liege mehr oder weniger darin. Ich bin halt ein Faulpelz. :wink:

Grüße Gabriel
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Beitragvon uli.brueggemann » 26.02.2018, 13:40

Nun ja, die Hinterkopf-Abdeckung scheint mir vom Bild her aber eher fix zu sein :wink:
Mit dem weichen Kissen ist dann die Reflektionsrichtung je nach Kopfanlage beliebig.
Der IACC ist hier dann ohne Bedeutung.

Grüsse
Uli
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Beitragvon StreamFidelity » 26.02.2018, 13:50

Hallo Uli,

Du bist halt Perfektionist. Ich bin gerade geflasht von den präzisen Impulsen und der Räumlichkeit und genieße meinen bequemen Sessel. Du bist herzlich zu einem Soundcheck eingeladen (bekommst dann aber einen harten Küchenstuhl). :mrgreen:

Grüße Gabriel
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Beitragvon music is my escape » 26.02.2018, 16:32

Hallo Gabriel,

Das sieht alles ziemlich gut und gemütlich aus!

Falls Du das von Ulli angesprochene Thema dennoch irgendwann einmal angehen möchtest, es gibt einige sehr taugliche und keinesfalls unbequeme Lösungen dafür. Eine der in meinen Augen schönsten stellt diese hier dar:

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Um den Unterschied zu einem Sessel mit hoher Lehne (und dann auch noch aus Leder) wertzuschätzen, muss man kein Perfektionist sein, das ist schon recht gravierend... :wink:

Viel Freude weiterhin!

Thomas
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