Willi (Duevel Sirius)

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Bei Vorstellungen steht die persönliche, subjektive Erfahrungswelt des Verfassers im Vordergrund. Insbesondere soll die Vorstellung als "Visitenkarte" des Mitglieds gewürdigt bzw. respektiert werden. Dialoge sollten hier vorrangig mit dem Verfasser und nicht mit Dritten geführt werden. Siehe auch die Forumsregeln.

Willi (Duevel Sirius)

Beitragvon Sinfonix » 18.12.2016, 15:30

Guten Tag liebe Musikfreunde,

erfreulicherweise mischt sich in diesem Forum viel Information mit gutem Umgangston - ein sehr erfreulicher Umstand in der Internetgesellschaft. Sicher ist das auch der Anfangshürde geschuldet sich persönlich vorzustellen. Also arrangiere ich mich mit dieser Regel (zwangsläufig).

Das Hören von Musik fing schon im Kindesalter an, neben Märchenschallplatten habe ich den Satzanfang von Tschaikowskis 1. Klavierkonzert gehört, bis die Abtastnadel sich fast an die Rückseite der Platte herangearbeitet hatte.

Während meiner Berufsausbildung kam dann die erste ernst zunehmende Anlage aus ReVox-Komponenten (zurückblickend waren weder der Verstärker noch der Lautsprecher gut, wohl aber Tuner und Bandmaschine). Den Händler habe ich offenbar durch meine häufigen Besuche in einen Mitleidmodus versetzt, sodass er mir den ReVox Plattenspieler zu einem überaus fairen Preis verkauft hat. Diese Anlage habe ich dann später mit Bose 901 ergänzt, ein Lautsprecher der mit dem schwachen, weichgespülten Verstärker nicht warm wurde.

Es folgten einige Lautsprecher im Selbstbau, dann eine Quadral Titan II (gebraucht), mit der ich es endlich schaffte Menschen aus dem Nachbarhaus durch Wiedergabe der "1812" anzulocken (natürlich die Fassung mit den echten Kanonenschüssen).

Irgendwann war dann eine Isophon Indigo an Rotel-Verstärker angesagt - schon etwas besser abgestimmt.

Einige Jahre später Quad 989 an Octave V70 - eine tolle Kombination in diesem einen Raum. Leider nicht mehr auf vergleichbarem Niveau spielend in den nachfolgenden Hörraumen (man zieht in seinem Leben ja um und nimmt die Anlage mit). Naja, jedenfalls waren die Quad hinsichtlich räumlicher Abbildung und Natürlichkeit eine Offenbarung. Eine Anlage mit erzieherischem Effekt - man hört das, was sie gut können - Klassik und Chormusik waren grandios. Ein Nachteil war sicher auch der Sweet Spot, der den Sitzplatz genau bestimmte und keinen Zweithörer neben sich duldete, bzw. eher vergraulte.

Zwischendrin kam die Aufrüstung mit einem selbstgebauten Ripol. Wer wissen will was ein Wow-Effekt ist, exakt so hört es sich an. Tiefton ohne Grummeln, ohne Schrankbeben, wunderbar harmonisch zu den Quads. Aber angesteuert mit 500 Watt und steilflankiger digitaler Filterung.

Da die Quads mit dem heutigen Hörraum nicht warm wurden, musste eine andere Anlage her, mit transparenter Darstellung eines Dipol-/Radialstrahlers, aber bitte mit ausreichend Power, denn ich war ja vollends bei großorchestraler Klassik angekommen. So spielen heute die Duevel Sirius an T+A AMP8 und DAC8 DSD. Der Ripol ist immer noch da und wird auch bleiben. Die Sirius hat zwar nominell keinen Sub nötig, wer aber die untersten 20Hz kennt, der will nicht mehr darauf verzichten.

So jetzt bin ich des Schreibens erst mal müde.

Mit audiophilen Grüßen
Willi
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Beitragvon Bernd Peter » 18.12.2016, 18:13

Hallo Willi,

für extravagante Lautsprecher hast du wohl was übrig. :cheers:

Wenn dir Tschaikowski schon als kleiner Junge so gut gefallen hat, welche Einspielung bevorzugst du beim 1.KK?

Nette Grüße

Bernd Peter
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Beitragvon Tinitus » 18.12.2016, 18:41

Hallo Willi,

Herzlich Willkommen hier. Als ich noch ein Steppke war, war da 1. Klavierkonzert für mich auch das E-Musik Stück schlechthin. Ich finde bis heute noch super.

Da ich mit dieser Version groß geworden bin und auch nicht so viele andere kenne:

https://www.youtube.com/watch?v=1Wkw6q6wAPM

Gänsehaut

Gruß

Uwe
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Beitragvon Sinfonix » 18.12.2016, 20:09

Hallo Uwe, hallo Bernd Peter,

wenn ich Uwes RCA Version hier am PC höre weckt das wieder Erinnerungen. Das sind große emotionale Momente. Leider besitze ich die alte Platte nicht mehr, würde aber das Cover sofort wiedererkennen. Es könnte auch eine "Living Stereo" Aufnahme gewesen sein. Genau weiß ich das nicht mehr. Diese und die "Pathetique" waren Platten meines Vaters, die ich hören durfte und die mir damals schon gefallen haben.
Leider waren bisher alle nachträglich gekauften schwarzen und silbernen Scheiben eine Enttäuschung. Mir reicht inzwischen auch keine gute Interpretation, nein, es muss auch gut klingen um emotional tief zu berühren. Das klingt jetzt vielleicht etwas kitschig, ist aber der wahre Grund warum Man(n) Musik hört.

Inzwischen ist mein Plattenspieler nur noch Deko-Objekt und ich habe seit kurzem neben dem CD-Player einen Musik-PC.

Offenbar haben die Aufnahmen des (ich glaube schwedischen) Labels BIS eine gute Qualität und so wollte ich mal bei Gelegenheit dort nach einem Download schauen. Ich bin also selber auf ein weiteres Experiment oder einen guten Tip angewiesen und kann leider keine Empfehlung aussprechen. Sorry.

Mit Gruß
Willi
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Beitragvon Bernd Peter » 18.12.2016, 21:03

Hallo Willi, hallo Uwe,

die van Cliburn Aufnahme ist natürlich der Klassiker, die Referenz.

Daß ein Texaner in Russland den Wettbewerb gewinnt, ist und war schon erstaunlich.

Mich hätte natürlich interessiert, ob es eine weniger bekannte Aufnahme gibt, die man sich mal anhören sollte.

Selbst habe ich zwischenzeitlich noch 5 weitere Einspielungen, in der Regel greife ich aber immer zu van Cliburn.

Gruß

Bernd Peter
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Beitragvon Rudolf » 18.12.2016, 23:01

Hallo Willi,

herzlich willkommen im gallischen Dorf der aktiven Hörer! (Dein Nutzername lässt auf einen passionierten Asterix-Leser schließen. :D )

Bei der Duevel Sirius handelt es sich ja um einen interessantes Lautsprecherkonzept. Sind sie so aufstellungsunkritisch wie man von einem Rundumstrahler vermutet?

Viele Grüße
vom Forums-Methusalix Rudolf
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Beitragvon Nova Auralis » 19.12.2016, 12:37

Auch ich sende dir einen herzlichen Willkommensgruß, lieber Willi! :cheers: Es ist immer schön weitere Klassikhörer im Forum zu wissen und auch deine Begeisterung von Ripol-Subwoofern teile ich. :wink:

Rudolf hat geschrieben:Bei der Duevel Sirius handelt es sich ja um einen interessantes Lautsprecherkonzept. Sind sie so aufstellungsunkritisch wie man von einem Rundumstrahler vermutet?

Mich interessiert das Konzept der Duevel Lautsprecher ebenfalls. Ich hätte jedoch eher erwartet, dass solche omnidirektional abstrahlenden Lautsprecher ganz besonders hohe Anforderungen an den Hörraum und die Aufstellung darin stellen. Immerhin betonen sie ja zwangsläufig das Diffusfeld deutlich mehr als gewöhnliche Lautsprecher.

Insbesondere die verstärkte Erstreflexion an der Stirnwand bereitet mir Sorgen, denn genau dessen Vermeidung bzw. Behandlung bemesse ich mittlerweile nach meinen persönlichen Erfahrungen die fast größte Bedeutung von allen Erstreflexionen bei. Zumindest dann, wenn man wie ich eine weiträumige Ausdehnung der virtuellen Bühne in die Tiefe präferiert.

Möchtest du diesbezüglich deine Erfahrungswerte mit den Duevel Lautsprechern - auch im Vergleich zu anderen Konzepten - mit uns teilen, Willi?

Schöne Grüße,
Jannis
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Beitragvon Diskus_GL » 19.12.2016, 16:30

Hallo und Wilkommen Willi,

omnidirektionale Boxen sind noch nicht so verbreitet - damit auch wenig "Erfahrungswerte". Auch mich würden Deine Erfahrungen hier interessieren.

Vielleicht kannst Du mal eine Skizze (oder gar Fotos) Deiner Aufstellung hier posten ... und natürlich Deine Höreindrücke (... bei diesen Boxen interessiert natürlich auch der Eindruck ausserhalb des "üblichen" Hörplatzes...).

Grüsse Joachim
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Beitragvon Rudolf » 19.12.2016, 16:43

Hallo Jannis,

Nova Auralis hat geschrieben:
Rudolf hat geschrieben:Bei der Duevel Sirius handelt es sich ja um einen interessantes Lautsprecherkonzept. Sind sie so aufstellungsunkritisch wie man von einem Rundumstrahler vermutet?

Mich interessiert das Konzept der Duevel Lautsprecher ebenfalls. Ich hätte jedoch eher erwartet, dass solche omnidirektional abstrahlenden Lautsprecher ganz besonders hohe Anforderungen an den Hörraum und die Aufstellung darin stellen. Immerhin betonen sie ja zwangsläufig das Diffusfeld deutlich mehr als gewöhnliche Lautsprecher.

du hast vollkommen recht. Rundumstrahler sollen ja hörplatzunkritisch sein. Die korrekte Aufstellung könnte dagegen sogar schwieriger sein als bei konventionellen Lautsprechern. Bin gespannt, was Willi hierzu schreibt.

Viele Grüße
Rudolf
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Beitragvon Hans-Martin » 19.12.2016, 17:16

Hallo Willi, auch von mir noch ein - wenn auch später - Willkommensgruß!

Ich vermute, dass das Rundumstrahlverhalten dieser LS derart gleichmäßig ist, dass Wandreflexionen keine wie bei den üblichen LS-Kästen bei seitlicher Abstrahlung auftretenden Frequenzeinschnürungen aufweisen und daher Direktschall und Nachhall sich besser im Raum und am Hörplatz integrieren.

Da die Direktschallanteile zuerst am Ohr eintreffen und Nachhall letztlich in die Raumgesamtenergie eingeht, könnte das Konzept für ein homogenes Zusammenspiel besser geeignet sein als die mehr oder weniger gerichtet abstrahlenden LS, bei denen man sich um eine homogen sich verengende Bündelung bemüht, einen linearen FG auf Achse anstrebt, frühe Reflexionen aber gewisse Unwägbarkeiten darstellen. Die etwas diffusere Wiedergabe, die sich im Raum ausbreitet, hat für mein Ohr durchaus etwas Schmeichelndes, man ist jedenfalls nicht so Sweetspot-fixiert. Ich bin gespannt, welche Wandabstände du bei dir eingerichtet hast.

Grüße Hans-Martin
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Beitragvon Sinfonix » 19.12.2016, 22:46

Hallo,
was für eine Resonanz! Vielen Dank für die vielen netten Begrüßungen. Ich will gerne auf die Fragen eingehen, habe aber das Gefühl dem kaum hinterherzukommen (so viele Fragen auf einmal).

Meiner Ansicht nach ist jede Anlage ein kleines Gesamtkunstwerk aus einzelnen Komponenten, die harmonisch zusammenspielen müssen. Eine dieser Komponenten ist der Raum. Das Ideal ist natürlich eine 3D Raumabbildung wie auf einem Holodeck. Das mit nur zwei Klangprojektoren zu erreichen wird bis in absehbarer Zukunft ein Ideal bleiben. Wir können nur versuchen dem so nahe wie möglich zu kommen. Und da gibt es sicher mehrere Wege die nach Rom führen ...

Bezüglich meiner Hörräume gehe ich seit Jahren folgendermaßen vor. Ich richte den Raum ein, sodass er in erster Linie wohnlich ist und gefällt, berücksichtige aber eine möglichst gleichmäßig über den Raum verteilte Dämpfungseigenschaft. Ich bin kein Freund des LEDE Prinzips (Live End Death End). Besonders wichtig erscheint mir die Raumecken zu dämpfen, mit etwas schwereren Vorhangstoffen oder großen Pflanzen (z.B. Ficus Benjamini); das streut auch etwas den Schall. Fensterflächen sollten zumindest teilweise mit mittelschwerem Vorhangstoff für das Hörvergnügen verdeckt werden können. Man sollte versuchen zumindest rechts/links symmetrische Klangverhältnisse zu erreichen.

Ob und wie es gleichmäßig gedämpft ist prüfe ich durch Umherwandern im Raum bei gleichzeitigem Händeklatschen mit ausgestreckten Armen. Wenn es gerade nicht mehr flatterhaft hallt, ist es erst mal gut. Die Wand hinter den Lautsprechern ist vorsichtig zu handhaben, bezüglich Dämpfung oder Streuung des Schalls. Es kann leicht überdämpft sein, dann schluckt das die 3D-Abbildung. Einzelne Kleinmöbel gehen, ebenso wie eine gut gefüllte Bücherwand, Vorsicht aber mit Stoffsofa oder Wandteppich. Im Prinzip sehe ich das für Dipol- und Radialstrahler gleichermaßen gültig.

Die aktuelle Position der Sirius ist fast gleich der vorherigen Quad. Mangels Erfahrung mit Rundstrahlern hatte ich die Sirius von der Rückwand immer weiter entfernt (bei wachsender 3D-Abbildung) bis kurz vor dem Punkt, ab dem das Klangbild irgendwie diffus wird.

Der Hörbereich ist sehr groß in der Breite und groß in der Distanz zu den Lautsprechern. Die Raumabbildung ist natürlich und nicht aufgeblasen oder schwammig, wie man es stellenweise im Netz über Radialstrahler lesen kann. Bei guter Aufnahme (ja, man hört nach wie vor was eine gute Aufnahme ist) klingt eine Jazzkombo direkt und in kleinem Raum spielend und ein Sinfonieorchester ist richtig groß (auch in der Tiefenabbildung).

Lasst mich wissen wenn ich etwas vergessen habe und falls eurerseits Erfahrungen vorliegen.

Mit Gruß Willi
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