Ludger (Spendor BC1 mk3, aktive DIY-LS)

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Ludger (Spendor BC1 mk3, aktive DIY-LS)

Beitragvon spendormania » 01.12.2016, 17:02

Hallo zusammen.

Als klassischer Babyboomer habe ich den normalen Werdegang: Hifi war immer irgendwie präsent, zunächst mit Dual-Kompaktanlage, später Heco und Grundig Lautsprechern. Seit fast 20 Jahren höre ich nun mit einem Paar Spendor BC1 mk3 sehr zufrieden Musik, und werde daher mit ein wenig Glück auch das Passiv-Fähnchen hochhalten :wink: . Als ich die Spendor das erste Mal gehört habe wusste ich sofort, dass das Thema "Lautsprecher" damit erstmal erledigt sein würde. Jeder Mensch hört ja in Nuancen anders, hat einen anderen Gehörgang, eine andere Schädelform und eine andere Wahrnehmung. Die Spendor hat bei mir jedenfalls sofort "gematcht" - ein Erlebnis, das ich bei keinem anderen Lautsprecher mehr hatte, obwohl ich mir im Lauf der Jahre schon viele angehört habe.

Trotzdem höre ich aber auch gerne mit anderen Lautsprechern Musik und befasse mich seit einiger Zeit mit dem Lautsprecher-Selbstbau. Und hier wurden mir die Vorteile des Aktivbetriebs erst richtig klar. Obwohl ich bereits Erfahrung aus dem Auto-Hifi-Bereich hatte (7-Kanal-Aktivanlage ausgerüstet mit Phoenix Gold, Audison, Alpine und JBL), bin ich immer mit einem gewissen Abstand an die Sache heran gegangen.

Unter anderem auch deshalb, weil eine Aktivbox nicht automatisch auch besseren Klang bedeutet. Im Gegenteil: einige aktive Lautsprecher, die ich gehört habe, fand ich ziemlich schlecht. Als Beispiel sei nur eine Mackie genannt. Das liegt aber eben auch daran, dass das Aktivprinzip akustische Gesetze nicht aushebeln kann. Eine aktive 2-Wege Kombi aus 17er und 25er Kalotte strahlt halt genauso ab wie eine passive Kombi. Und richtig bescheidenes Chassismaterial rette ich eben auch nicht mit einem Extra Verstärker davor.

Hinzu kommt, dass auch bei Aktivkonzepten einiges schief gehen kann. DSP-Übersteuerung z.B., was mir auch schon passiert ist oder schiefe Phasenlagen, die mal eine Vorführung der Jungs von Hifi-Selbstbau bei Visaton ruiniert haben. Auch wenn es einfacher aussieht, ist viel Sorgfalt und Erfahrung im Umgang mit der Aktivtechnik nötig.

Dem stelle ich mich aber gerne. Denn es gibt für mich aber zwei Bereiche, in denen Aktivkonzepte wirklich um Längen überlegen sind: im Bassbereich und in puncto aktiver Entzerrung des Frequenzganges. Hier spielen sich die wirklich dramatischen Unterschiede ab, hier hat die Passivtechnik keine Chance.

Eine Cardiod-Basslösung wie in der Kii Three ist passiv schlicht undenkbar. Ebenso ein Tieftöner Entzerrung auf kleine geschlossene Gehäuse oder eine hertzgenaue Anpassung des Subsonicfilters auf Raummoden. Oder oder oder...

Das alles ist ungemein faszinierend. Und natürlich, dass die Bude eben nicht mehr mit Verstärkertürmen zusteht, ein angenehmer Nebeneffekt. In diesem Sinne hoffe ich auf angenehme Diskussionen und weiteres Dazulernen.

Ludger
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Beitragvon chriss0212 » 01.12.2016, 18:10

Hallo Ludger,

herzlich Willkommen hier im Forum. HiFidel haben wir einen ähnlichen Werdegang. Ich habe damals in und nach meiner Ausbildung auch viel im CarHiFi Umfeld gemacht und gebaut. Ein Kadett Cabrio Fahrer hatte sogar mal Tränen in den Augen als er sein Auto abgeholt hat ;)

Insgesamt kann ich Dir in den meisten Themen beipflichten. Hier nur bedingt:

es gibt für mich aber zwei Bereiche, in denen Aktivkonzepte wirklich um Längen überlegen sind: im Bassbereich und in puncto aktiver Entzerrung des Frequenzganges. Hier spielen sich die wirklich dramatischen Unterschiede ab, hier hat die Passivtechnik keine Chance.


Ich höre auch passiv aber über Acourate entzerrt. Ich würde sagen, damit habe ich gesamt gesehen eine bessere Phasenlage und auch der Frequenzgang ist besser entzerrt als mit einem klassischen Aktiv- Lautsprecher ohne DSP oder Regelung. Aus meiner Sicht können Aktivlautsprecher erst durch einen guten DSP oder/ und aktive Regelung besser werden als gut gemachte passive Konstruktionen ;)

Aktiv könnte man das noch etwas besser machen... aber eigentlich nur, wenn man dann jeden Weg einzeln entzerrt und anpasst.

Viele Grüße und ich hoffe Du hast hier viel Spaß ;)

Christian
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Beitragvon spendormania » 01.12.2016, 18:46

Hi Christian,

danke. :cheers:

chriss0212 hat geschrieben:Aus meiner Sicht können Aktivlautsprecher erst durch einen guten DSP oder/ und aktive Regelung besser werden als gut gemachte passive Konstruktionen ;)


Das sehe ich ähnlich - wobei ich den Bassbereich aktiver Lautsprecher immer noch einen Tick besser finde als bei einer Passivlösung. Irgendwie ist da mehr Kontrolle und Definition...aber egal, Acourate ist schon ein sehr gutes Werkzeug, soviel steht schonmal fest!

Viele Grüße

Ludger
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Beitragvon Frederik » 01.12.2016, 19:33

Hi Ludger,

Viel Spaß beim lesen im Forum, es gibt hier wirklich eine Menge fundierter Beiträge
zu entdecken. :wink:

chriss0212 hat geschrieben:Ich würde sagen, damit habe ich gesamt gesehen eine bessere Phasenlage und auch der Frequenzgang ist besser entzerrt als mit einem klassischen Aktiv- Lautsprecher ohne DSP oder Regelung. Aus meiner Sicht können Aktivlautsprecher erst durch einen guten DSP oder/ und aktive Regelung besser werden als gut gemachte passive Konstruktionen ;)


Ich meine auch ein ganz normaler Aktivlautsprecher mit analoger Weiche und ohne Regelung kann die Vorteile der aktiven Bauweise zeigen. Es kann "offener" und "präziser" klingen, passive Lautsprecher klingen meiner Erfahrung nach gerade bei komplexer Musik recht schnell "dicht" oder als ob ein Vorhang über dem Klang hängt.

Es ist einfach die bessere Idee, das Frequenzspektrum im Kleinsignalbereich aufzutrennen und dann jedes Chassis einzeln anzutreiben, anstatt erst die volle Leistung in die Lautsprecher zu pumpen und dann den Strom mit groben elektrischen Bauteilen auf die Chassis zu verteilen.

Aktive Lautsprecher mit Regelung sind oftmals noch einmal besser als normale Aktive und können sich bis zur Unkenntlichkeit selbst verleugnen, sodass man wirklich meint nur noch Musik zu hören. (Silbersand)

Bei Aktivlautsprechern mit DSP Weiche muss man schauen, dass man sich neben den Vorteilen und Möglichkeiten wie zum Beispiel FIR Filtern an anderer Stelle keine Nachteile einhandelt. Das mehrfache durchführen einer A/D D/A Wandlung ist wahrscheinlich klanglich nicht ganz unbedenklich und neben anderen Problemen dafür verantwortlich das es bei DSP Lautsprechern auch Modelle gibt die analog ausgeführt besser geklungen hätten.

Grüße,
Frederik
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