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Volker (Abacus A-10)

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VoG
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Volker (Abacus A-10)

Beitrag von VoG » 27.06.2016, 01:01

Mein audiophiler Werdegang ist kurz.

Die ersten Jahrzehnte war ich zufrieden mit Stereo-Kassettendeck oder mobilem CD-Spieler. Hauptsache, das Gerät war klein.Später hatte ich einen DVD-Spieler mit 5 kleinen Brüllwürfeln. Das ergab Stereo-Effekte, ich war beeindruckt. Ich konnte gar nicht verstehen, wozu mein Vater in den 70ern ein Tape-Deck und mannshohe Lautsprecher brauchte.

Spulen wir ein paar Jahre weiter:
Meine Ansprüche sind stiegen. Aber groß sollte die Anlage immer noch nicht sein. Also hab ich mir Informationen aus dem Netz gesaugt. Aktive Lautsprecher sind nicht so groß und ersparen mir den Verstärker. Ich besorgte mir die kleinen weißen Nubert A-20, und mit einer Squeezebox Touch hatte ich eine vollwertige Musikanlage.

Damit hätte die Geschichte eigentlich zu Ende sein können. War sie aber nicht. Ich begann, hier in diesem Forum und auch in anderen zu lesen und sah, welches Bastel-Potential im Audio-Hobby steckt. Ich fing damit an, die Stromversorgung der Squeezebox Touch mit einem Peaktech-Labornetzteil zu verbessern, an der Konfiguration der Squeezebox rumzuspielen, bis sie ihren Geist aufgab und sie durch einen kleinen Linux-Computer (Wandboard) ersetzt wurde. Auf meinem Desktop-Rechner, der meine Musiksammlung bereithält, wurde Brutefir installiert. FIR-Filter wurden mit DRC erstellt.

Ich hörte die Verbesserungen. Aber zufrieden war ich noch nicht. Die an der Wand aufgehängten Nuberts waren zu dröhnend im Baß. Ich wollte immer lauter drehen, die Details waren bei niedriger Lautstärke nicht rauszuhören. Mir wurde klar. Entweder muß ich unzufrieden mit dem System bleiben oder nochmal richtig was ändern. Genau das habe ich gemacht: Die Nuberts wurden durch die Abacus A-10 ersetzt und ein richtig guter USB- DAC angeschafft, der Ciunas-DAC aus Irland. Und jetzt war’s gut. Kein Dröhnen, die Musik ist auch bei niedriger Lautstärke gut zu hören. Die Auflösung und Positionierung der Instrumente ist so gut, wie ich es mir nie hätte vorstellen können.

Also war das das Ende der Reise? Leider nicht. Der Klang war zwar super, aber er hatte auch eine leicht künstliche, kristalline Qualität überzogen von einem weißlichen Schleier. Kurz: Es klang technisch, es fehlte noch ein Stück zur Echtheit. Seit letzter Woche habe ich noch einen Intona Isolator, der durch galvanische Trennung der USB-Verbindung einen dunklen Hintergrund schwarzgefärbt hat, und einen Uptone Regen, der die kristalline Schärfe rausgenommen und den Klang rund und voll gemacht hat.

Und das war's. Momentan bin ich wunschlos glücklich. Oder doch nicht? Manchmal stören mich scharfe S-Laute bei einigen Live-Aufnahmen. Aber dann werfe ich ein dickes Kissen vom Sofa auf den Fußboden direkt vor den rechten Lautsprecher. Dann wird's deutlich weniger nervig.

Volker.
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VoG
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Beitrag von VoG » 27.06.2016, 07:52

Hallo Forenten,

ein kurzer Nachtrag:
Mein Wohnzimmer ist nicht modisch leer; es ist voll mit Pflanzen, ein Aquarium hat auch noch Platz. Der rechte Lautsprecher ist an der Wand aufgehängt, zwischen Aquarium und Zimmergewächshaus. Das wird bei einigen von euch audiophilen Grusel erzeugen.

Die Nubert-Lautsprecher kamen mit dieser wandnahen Aufhängung nicht zurecht. Beim Abacus geht es erstaunlich gut.

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Im Bild sieht man auch das Sofakissen, das ich bei Bedarf vor den Lautsprecher lege.

Volker.
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tovow
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Beitrag von tovow » 27.06.2016, 13:34

Hallo Volker,

willkommen im AH-Forum und bei der PC-Audio Fraktion.
Welchen Linux PC (Wandboard) benutzt du denn und welches Messequipment (MIC)?
Vielleicht willst du noch etwas über Brutefir und die FIR-Filter implementierung schreiben?

Ich wünsche die viel Spaß im Forum und scharfe S-Laute freies Hören.

Beste Grüße
Theo
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VoG
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Beitrag von VoG » 28.06.2016, 20:17

Hallo Theo,

danke für die nette Aufnahme ins Forum.

Bei den Sweep-Messungen für DRC folge ich dieser Anleitung (http://www.tarind.com/brutefir_drc.html). Sie erklärt, wie man eine Referenzkanal benutzt. Dadurch kann Begin und ende des Sweep genau bestimmt werden. Meine Settings sind ähnlich wie in der Anleitung; mein Sweep dauert allerdings 3 Minuten. Dadurch kann ich die Lautstärke kleinhalten, das wiederum hält das Klirren der Glasscheiben in Grenzen.

Bei den Messungen achte ich darauf, daß das Mikro immer an derselben Stelle ist. Das geht am einfachsten, wenn ich gleichlange Schnüre von Mikro zu den Lautsprechern ziehe und mit Tesafilm befestige.

Meine Lautsprecher sind stark eingewinkelt (warum? Ich habe festgestellt, daß die Raummoden davon abhängig sind). Die Laut"strahlen" kreuzen sich ca 50 cm vor der Hörposition. Das Mikro ist an der Hörposition. Mein Mikrofon ist ein Behringer ECM8000, wie es häufiger bei DRC empfohlen wird.

Ich benutze BruteFIR zusammen mit dem Logitech Media Server, das geht recht einfach mit dem Plugin BruteFirDRC (http://klaasreineke-blog.tumblr.com/brutefirdrc).

Die Settings für DRC http://drc-fir.sourceforge.net/doc/drc.html erschlagen einen. Ich nehme die Default-Settings, bis auf einige kleinere Änderungen. Ich benutze lieber lineare Phase, beim Aufruf von DRC gebe ich solche Parameter mit:

--PTType=L --PSFilterType=L --PLType=L --DLType=L

Und ich benutze das psycho-akustische Target, d.h. ich wähle eines der erb.drc-Dateien aus.

Was höre ich dann: Der Baß nimmt etwas ab. Aber vor allem werden durch Phasen-Anpassungen Instrumente besser ortbar.

Beste Grüße,
Volker.
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frankl
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Beitrag von frankl » 30.06.2016, 23:58

Hallo Volker,

auch von mir als langjährigem DRC-Nutzer ein herzliches Willkommen hier im Forum.

Die von Dir beschriebenen Maßnahmen zur Klangverbesserung sind schon mal gut. Es gibt aber sicher noch weiteres Potential. Jede weitere Verbesserung wird auch die gelegentliche Schärfe von S-Lauten weiter reduzieren. Zum Beispiel:
- die Lautsprecher noch etwas weiter in den Raum stellen
- erste Reflektionen (Boden, Decke, evtl. Rückwind, Seiten sind bei der Einwinkelung weniger kritisch) reduzieren; richtiger Akustikschaum ist da noch viel effektiver als Kissen

Und in Bezug auf DRC habe ich mit der Zeit auch noch mehr rausholen können, etwa durch:
- Mikrofon kalibrieren lassen
- Mikro zur Messung jeweils genau auf den zu messenden Lautsprecher ausrichten
(und mit einer Kopfbreite Abstand), das ist natürlich etwas aufwendiger
- Berücksichtigung der Laufzeitabweichung zwischen Sweep und Aufnahme (siehe diesen Thread)
- Experimentieren mit den DRC-Parametern (starten mit soft.drc oder erb.drc ist eine gute Idee) und der Targetkurve (schon ein Abfall um weniger als 1dB von 1 kHz bis 20 kHz ergibt einen merklich anderen Höreindruck)

Viel Erfolg,
Frank
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