Jens (Abacus Cortex 6)

audiophile Biografien unserer Mitglieder
Forumsregeln
Bei Vorstellungen steht die persönliche, subjektive Erfahrungswelt des Verfassers im Vordergrund. Insbesondere soll die Vorstellung als "Visitenkarte" des Mitglieds gewürdigt bzw. respektiert werden. Dialoge sollten hier vorrangig mit dem Verfasser und nicht mit Dritten geführt werden. Siehe auch die Forumsregeln.

Beitragvon Hans-Martin » 05.12.2017, 01:18

LenZen hat geschrieben:Momentan stehen die Cortex auch auf einem Dreibein-Ständer, ein Bein zeigt nach vorn, zwei hinten. Dabei habe ich die Cortex dann auf der Top-Platte über den Mittelpunkt des Fuß-Dreiecks hinaus nach vorn verlagert montiert (festgeschraubt), sie stehen also tendenziell eher über dem vorderen Bein. Das machte auf mich den insgesamt stabilsten Eindruck. Ich hoffe ich konnte mich verständlich machen.

Kurz, wie sollte das Fuß-Dreieck für maximale Stabilität am besten aussehen und unter dem Lautsprecher positioniert werden?

Hallo Jens,
statisch betrachtet 2 vorn 1 hinten, dynamisch betrachtet 2 hinten 1 vorn. Die Rohre unter den Kanten bzw. Ecken leiten die Kräfte am besten ab, die Platten verbinden die Rohre für angestrebte Scherstabilität. Der Flächenkontakt des Boxenbodens zur Topplatte ist eventuell problematisch, die Box könnte zu leicht wandern. Dagegen helfen dünne Klebeknete (mit hoher Dämpfung wie BlueTack) oder Topspikes.

Ich favorisiere ganz klar 2 Rohre hinten, und dein oben beschriebenes Konzept, die Box noch über das vordere Rohr hinauszuziehen, macht besonders lange Hebelwege zu den hinteren Rohren, gewissermaßen eine Bestätigung dieser Tendenz.

Viel interessanter finde ich den Übergang des Ständers zum Untergrund. Der könnte stahlmattenarmierter Beton sein, oder mit dem Estrich verklebtes Parkett, oder schwimmend verlegtes Parkett oder noch viel leichteres Laminat auf Trittschalldämmung. Akustisch wichtig und unverzichtbar finde ich einen dämpfenden Bodenbelag, der womöglich noch darüber liegt und den Ständer schwimmen lässt.
Wie dieser Übergang gestaltet wird, ist mE noch unerforscht.
Der Übergang von Holz auf Stahl erscheint da noch einfach, aber mit welchen Füßen passt man den Stahl sinnvoll an Laminat an und kann überhaupt diese Art Fuß auch für Beton richtig sein?

Dass die eingeleitete Energie von der anzutreibenden Masse der TT-Membran bestimmt wird und vom Tiefpass der Weiche dieser Frequenzbereich begrenzt wird, hatte ich vor Jahren durch Messungen bestätigt, besser gesagt, festgestellt: http://www.aktives-hoeren.de/viewtopic.php?f=23&t=2087

Wie leitet man nun diese Energie sinnvoll an den Entergrund ab? Energie, Impuls oder Kraft ist irgendwie alles gleichbedeutend, wenn der Faktor Zeit in der Betrachtung als 1 auf beiden Seiten angenommen wird.
Spielfrei wäre meine erste Antwort. Kontinuität im Elastizitätsmodul bei den Übergängen meine bisher unbestätigte Theorie dahinter.

Eine Alternative zu berechnendem Handeln (welches Denkmodell trifft die Realität am besten?) wäre der Hörvergleich zwischen den vorstellbaren konträren Möglichkeiten, also Ständer vorn nach hinten drehen und hören, was passiert. Ebenso Ständer oben nach unten drehen, wieder hören. Dass Holzgehäuse an Estrich ankoppeln nicht über einen vertikal symmetrischen Ständer optimal gelingt, könnte einleuchten, sollte aber gehörig überprüft werden.
Milchmädchenrechnungen und geistige Kurzschlüsse haben gegenüber dem Hörvergleich der Gegensätzlichkeiten keine Chance.
Grüße Hans-Martin
Bild
Hans-Martin
Aktiver Hörer
 
Beiträge: 5501
Registriert: 14.06.2009, 15:45

Beitragvon LenZen » 05.12.2017, 13:14

Hallo Hans-Martin,

auch wenn mich Fragen dieser Art grundsätzlich interessieren und ich neugierig auf handfeste Erkenntnisse wäre, überfordern Deine Ausführungen meinen Sachverstand mal wieder eindeutig, trotzdem vielen Dank dafür.

Für die relativ großen Canton Reference 9K habe ich Solidsteel SS-6 genutzt, damit war ich sehr zufrieden. Relativ leicht, aber sehr stabiler Stand. Sie passten jedoch von der Höhe leider nicht für die neuen Vorhaben. Bei diesen Stativen war die Ausrichtung des Dreiecks vorgegeben.

Jetzt nutze ich gerade die "Showking Monitorständer MS4", da ich, mindestens als Übergangslösung, etwas gesucht hatte womit ich kleine Aktive relativ unkompliziert ins Nahfeld und wieder zurück stellen kann.

Spätestens jetzt mit den Cortex 6 sind diese Ständer offenbar mit der Kopflast überfordert. Keine Ahnung wie man damit noch schwerere Lautsprecher nutzen können soll. Wenn man leicht gegen die Boxen tippt, schwingen sie eine ganze Weile nach. Ich lehne mich mal aus dem Fenster und vermute, dass solch ein "Lämmerschwanz" suboptimal für eine möglichst präzise Wiedergabe der Lautsprecher ist.

Da auch die neuen Lautsprecherständer möglichst wohnzimmertauglich sein sollen, habe ich mich dazu entschieden sie selber zu bauen.

Damit ich nicht missverständlich beschreibe wie sie aufgebaut sein sollen, werde ich vielleicht besser mal ein Bild einstellen.

Beste Grüße, Jens
Bild
LenZen
Aktiver Hörer
 
Beiträge: 70
Registriert: 28.12.2015, 22:06

Beitragvon frmu » 05.12.2017, 13:21

Hallo Jens,

https://www.liedtke-metalldesign.eu/epa ... einstative

hier gibts ein paar Anregungen für "Dreibeine" (vielleicht kennst du sie ja auch schon).


Gruss
Frank
Bild
frmu
Aktiver Hörer
 
Beiträge: 689
Registriert: 07.02.2011, 17:34
Wohnort: die wahrscheinlich verdreckteste Hauptstadt Europas

Beitragvon Thomas K. » 05.12.2017, 15:27

alternative günstig:
http://www.kolumbus24.com/Home_-_Hifi/L ... 6075_0.htm
die Topplatte kann man problemlos an 3-4 Stellen anbohren und die SP12
http://lautsprechershop.de/index_hifi_d ... i/test.htm
anbringen.
Rohre sind befüllbar, die ultimative Präzision darf man nicht erwarten. Ist aber alles mit etwas Nacharbeit behebbar.

Viele Grüße
Thomas
Bild
Thomas K.
Aktiver Hörer
 
Beiträge: 1225
Registriert: 12.03.2009, 14:46
Wohnort: Konstanz

Beitragvon Mister Cool » 05.12.2017, 16:00

Von den 3-Beiner gefallen mir am besten die 6-Beiner :D
Die hatte ich mal vor vielen Jahren von Target Audio und die gibt es auch für die wunderschöne alte SF Extrema

Bild

Gefüllt mit Sand sind sie kaum zu heben. Dann kann man das Thema Ankopplung/Entkopplung des Ständers von dem Boden vergessen. Der einzige relevante Bezugspunkt für den Lautsprecher bleibt der Übergang Lautsprecher->Topplate des Ständers
Bild
Mister Cool
Aktiver Hörer
 
Beiträge: 545
Registriert: 23.11.2017, 00:21

Beitragvon frmu » 05.12.2017, 16:02

Haben Beide eigentlich mit "Dreibeinern" im eigentlichen Sinne nix zu tun ...?!?!?

Gruß
Frank
Bild
frmu
Aktiver Hörer
 
Beiträge: 689
Registriert: 07.02.2011, 17:34
Wohnort: die wahrscheinlich verdreckteste Hauptstadt Europas

Beitragvon Mister Cool » 05.12.2017, 16:08

Ich sehe links 3 Beine und rechts 3 Beine ;-)

Manchmal tut es gut, den Ordnungsdrang zu vergessen, die Ausrufezeichen wegzulasssen und über den Tellerrand zu gucken. Das ist doch das schöne an Foren, dass man ab-und-zu eigene eingefahrene Einsichten durch Alternativlösungen erweitert. Ich persönlich lasse mich immer gerne inspirieren

Grüssse,
Alwin
Bild
Mister Cool
Aktiver Hörer
 
Beiträge: 545
Registriert: 23.11.2017, 00:21

Beitragvon LenZen » 05.12.2017, 18:46

Danke für Eure vielen Tipps, geht aber leider am Thema vorbei. Ich glaube das war mein Fehler.

Wahrscheinlich haben einige aus dem Begriff "drei Füße" auf "drei Rohre" geschlussfolgert. Ich hatte jedoch nur "Füße" geschrieben, da ich keine Spikes verwenden werde, sondern Gelenkfüße mit Gewinde.

Davon eben drei Stück, welche in die Bodenplatte eingeschraubt werden.

Nur um die Position dieser drei Gelenkfüße in der rechteckigen Bodenplatte ging es bei meiner Frage.

Das Aussehen des Lautsprecherständers steht bereits fest, es ging dabei nicht nur um eine gute Optik sondern auch um ein möglichst gutes Preis-Leistungsverhältnis:

Bild

•die Bodenplatte 6mm dicker Cortenstahl, 330x300mm
•dort werden dann, wie erwähnt, die drei Gewinde-Gelenkfüße eingeschraubt
•darauf sitzt eine Holzsäule (Douglasie) mit den Maßen der Cortex 6, also 180x180mm, und einer Höhe von 640mm
•die Säule wird aus vier miteinander verleimten Teilen (Rahmenhölzer 90x90mm) bestehen, da ein Massivholzblock schlicht zu teuer wäre
•oben auf der Holzsäule liegt eine 3mm Cortenstahlplatte 180x180mm
•darauf stehen vier 50mm lange Stahl-Quadratrohre je 20x20mm
•auf denen wiederum die 3mm starke 180x180mm Cortenstahl Topplatte ruht
•die Cortex 6 stehen dann auf vier dünnen, kleinen Sorbothan-Elementen auf der Topplatte
•und werden mit der Topplatte fest verschraubt (in den Lautsprecherboden eingesetzte Gewinde)
•die Stahl- und Holzteile des Ständers werden untereinander verklebt und verschraubt
•Gesamthöhe des Ständers wird dann etwa 72cm sein

Wenn Ihr jetzt fragt warum die Lautsprecher nicht direkt auf einer längeren Holzsäule stehen, dann aus dem Grund, dass ich sie auf diese Weise an die Topplatte schrauben kann. Außerdem gefällt mir diese Lösung auch optisch besser als eine quasi-Standbox-Version.

So sieht's aus mit dem Plan...

Beste Grüße, Jens
Bild
LenZen
Aktiver Hörer
 
Beiträge: 70
Registriert: 28.12.2015, 22:06

Beitragvon Zwodoppelvier » 05.12.2017, 22:07

Hallo Jens,

es ist natürlich Geschmackssache, aber solch ein Aufeinandergestapel von Materialien und Abmessungen gibt insgesamt eher nicht so ein harmonisches Bild.

Warum müssen die LS überhaupt verschraubt werden?

Würde es nicht genügen, sie mittels Magneten in der Säule oder (noch simpler) mittels BlueTak zu fixieren?
Wenn eine ordentliche Kabelführung/ Zugentlastung rückseitig eingeplant wird, ist damit gleich einer möglichen Ursache für ein Wegkippen entgegengewirkt.

Aber Dein Geschmack muß natürlich zufriedengestellt werden :wink:

Gruß Eberhard
Bild
Zwodoppelvier
Aktiver Hörer
 
Beiträge: 1241
Registriert: 07.07.2010, 12:38
Wohnort: Raum Köln / Bonn

Beitragvon LenZen » 05.12.2017, 23:53

@ Eberhard

Wie war noch mal die eigentliche Frage? :wink:

Vielen Dank an alle die sich mit Lösungsansätzen zum Thema beteiligt haben, ich habe mich für "Ein Fuß vorn, zwei hinten, gleichseitiges Dreieck" entschieden, vielleicht plus zwei unsichtbare Absicherungen (Stichwort Fünfeck)...

Beste Grüße, Jens
Bild
LenZen
Aktiver Hörer
 
Beiträge: 70
Registriert: 28.12.2015, 22:06

Beitragvon Hans-Martin » 06.12.2017, 13:06

Hallo Jens,
leider ist dein eingestelltes Bild abhanden gekommen.
Die 6mm Bodenplatte ist sicherlich gut für die Standfestigkeit, schön schwer, bedämpft durch die bündig aufliegenden 4-Kanthölzer. Die bedämpfen auch die erste Topplatte. Wenn man sie anschlägt, verklingt der Ton schnell. Ist das mit der darüber optisch fast schwebenden Topplatte auch so?
Wenn Sorbothan die Box davon entkoppelt, welche Aufgabe hat die Verschraubung? Ist diese auch entkoppelt, z.B. durch eine Holzschraube mit einem gewindefreien glatten Schaft, durch den Stahl geführt in einer Gummimuffe? Wenn die Schraube durch die Mitte der Bodenplatte geht, ist hier der Punkt maximaler Vibrationsamplitude, während die Kanten und Ecken weniger Durchbiegung aufweisen, hier auf Sorbothan aufliegen. Ich sehe daher in deinem Ständer, so wie ich ihn bisher verstanden habe, noch konzeptionelle Schwächen.
Eberhards Bedenken teile ich auch.
Ich würde den Ständer von 2 auf nur eine Topplatte reduzieren, die Boxen in den 4 Eckbereichen dort mit BlueTack quasi festkleben, alternativ dünnes Sorbothan probieren, mit Teppichklebeband auf beiden Seiten rutschhemmend verkleben.
Grüße Hans-Martin
Bild
Hans-Martin
Aktiver Hörer
 
Beiträge: 5501
Registriert: 14.06.2009, 15:45

Beitragvon LenZen » 06.12.2017, 17:56

Hallo Hans-Martin,

vielen Dank für Deine konstruktiven und nachvollziehbaren Hinweise.

Ich werde für mich noch einmal eine Version planen mit längerer Holzsäule samt aufliegender Topplatte auf der dann die Cortex direkt stehen, mit BlueTak fixiert.

Die Verschraubung folgte in der Hauptsache der Logik, den (vergleichsweise leichten) Lautsprecher möglichst fest an das schwere Fundament anzubinden. Schlussfolgerung war: maximal reduzierter Bewegungsspielraum des Lautsprechers...

Beste Grüße, Jens
Bild
LenZen
Aktiver Hörer
 
Beiträge: 70
Registriert: 28.12.2015, 22:06

Beitragvon Hans-Martin » 06.12.2017, 19:38

Hallo Jens,
die Physik der Ständer kann man von vielen Seiten betrachten, z.B.:
Die Kanten der Bodenplatte stellen die Achsen dar, um die der Ständer kippen, sich drehen kann. Die in der Box wirkenden Antriebskräfte beschleunigen die Membran und in Gegenrichtung die Box, bzw den Trägheitsmomenteschwerpunkt der Box samt Ständer bezogen auf das Drehzentrum am Boden.
Masse unter der Box hat da wegen des kleineren Radius wenig Einfluss, Masse weit davon entfernt (z.B. eine schwere Platte auf der Box) einen großen, so wie man bei Schwungrädern eine Verdickung am Außenrand feststellt. Je träger die Boxenmasse, desto kraftvoller der Membranantrieb (das Ausweichen der Box nimmt Bewegung weg). Industriell produzierte Ständer setzen meist auf Optik und vielseitige Verwendbarkeit mit unterschiedlichen Boxenformaten, seltener auf ein schlüssiges Konzept. Sonst hätten sie hinten 2 sehr schwere Träger hinter der Box, die auf Höhe der Box die Masse anbringen, ich lege einfach oberhalb des Hochtöners eine schwere Patte auf die Box. Das bringt mehr als die schwere Platte unter der Box.

Wenn man die Box an einer Platte festschraubt, kann man sich Dämpfungselemente weitestgehend sparen, fest ist ja was anderes. Fest, also ohne Spiel, hat keine Bewegung, braucht keine Dämpfung.
Grüße Hans-Martin
Bild
Hans-Martin
Aktiver Hörer
 
Beiträge: 5501
Registriert: 14.06.2009, 15:45

Vorherige

Zurück zu „wie ich zum aktiven Hören kam“

Wer ist online?

Mitglieder in diesem Forum: 0 Mitglieder und 3 Gäste