Michael (aktivierte Nubert nuVero 14 m. AMT, Abacus C-Box 2)

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Michael (aktivierte Nubert nuVero 14 m. AMT, Abacus C-Box 2)

Beitragvon FUSION5 » 27.10.2014, 16:09

Hallo zusammen,

im Oktober 2014 war es nun endlich soweit. Die Frage, ob ich "aktiv höre", kann ich nun endlich mit ja beantworten. Was gibt es da Schöneres, als sich hier im Forum vorzustellen? Natürlich nichts ...

Die Vorgeschichte:

Am besten beginne ich Mitte 2011. Bis zu diesem Zeitpunkt lag mein Fokus noch überwiegend im Heimkino-/Mehrkanalbereich. Das neue Nubert nuVero Set bestehend aus 14er Fronts, dem 7er Center und 4er Rears wurde von einem Yahama RX-V2067 AV-Receiver und einer Cambridge Audio 840W befeuert. Als Quelle diente neben einem Blu-ray Player überwiegend ein HTPC, welcher den Receiver über S/PDIF gefüttert hat. Mit den neuen Lautsprechern hatte mich auch das HiFi-Fieber (wieder) erwischt und es dauerte nicht lange, bis ich mehr (Stereo-) Musik hörte, als Filme zu schauen. Auf der Suche nach einer angemessenen Stereo Quelle begann ich das aktuelle DAC Angebot zu sondieren.

Aufgrund meiner vorherigen Erfahrungen mit der Firma Audiolab, hatte ich bald den 8200CDQ im Visier. Gerade der asynchrone USB-Eingang und der AV-Bypass standen auf meiner Wunschliste ganz oben. Auf der Suche nach weiteren Details zu der Gerätereihe stieß ich auf das englischsprachige pinkfishmedia.net Forum. Hier betreut John Westlake, inzwischen nicht mehr für Audiolab tätig, seine Designs bis heute. Ich schloss mich kurzerhand der pfm Community (MDAC First Listen Threads) an und wartete mit den anderen Forenmitgliedern auf das Release des neuen Audiolab M-DAC, welcher ein weiterentwickeltes 8200er Design mitbringen sollte. Anfang 2012 erhielt ich dann einen der ersten in Deutschland verkauften M-DACs. Die Integration in meine Anlage erfolgte mittels ATM-14, welches wahlweise die Front Pre-Outs des Yamaha Receivers oder den M-DAC mit der CA 840W verband.

Die nächsten Monate genoss ich die Musik. Über pfm gab es dabei regen Austausch mit anderen M-DAC Besitzern. Nebenbei testeten wir auch neue Firmware-Versionen. Im Herbst 2012 war mein M-DAC dann zu Besuch bei John Westlake in Tschechien, um sich mit dem "Sovereign+" Upgrade versorgen zu lassen. Abgesehen vom DAC erhöhten die meisten Änderungen an meiner Anlage in dieser Zeit eher den Komfort. Der HTPC wurde durch ein neues Modell im schicken OrigenAE M10 Gehäuse abgelöst. Ein Synology DS213 NAS und Gigabit-Ethernet-Verkabelung verbannten den Musikspeicher aus dem Wohnzimmer.

Im Juni 2013 machte mein MDAC dann seine zweite Tschechien Reise. John hatte ein neues Upgrade entwickelt, welche umfangreiche Änderungen am PCB mit sich zog. Und da ich mutig genug war, 36 Charcroft Z-Foil Widerstände für über 500 Euro beizusteuern, wurde die größte Ausbaustufe des Upgrades nach meinem Forennamen benannt. Die Vorfreude auf meinen M-DAC L2 FUSION war groß, umso größer war allerdings die Ernüchterung, die sich nach kurzer Zeit einstellte. Ich konnte die klanglichen Verbesserungen nur zum Teil nachvollziehen. Der Verdacht fiel auf die CA 840W.

Somit kam es im Juli 2013 zum ersten Kontakt mit ABACUS. An einem Freitagvormittag schilderte ich mein Leid per Email. Mittags folgte dann ein Telefonat mit Karl-Heinz Sonder, der mich gleich auf den glücklichen Umstand hinwies, dass das sein Sohn Hanno bei mir um die Ecke wohnt. Ein paar Stunden später brachte mir Hanno dann ein Ampollo Testpaket vorbei. Beeindruckt vom guten Service machte ich mich gleich ans Werk. CA 840W gegen ABACUS Ampollo. Die Cambridge Audio Endstufe hatte keine Chance. Die Unterschiede waren so groß, dass man den Blindtest gleich weglassen konnte. Und ich hatte alles, was vorher fehlte. Zudem hatte die ABACUS Endstufe einen weiteren Vorteil: Die regelbare Verstärkung. Dadurch lassen sich digitale Preamps wie im M-DAC immer im optimalen Bereich fahren. Mit der CA840W war das leider nie möglich, was mich schon länger gestört hatte.

Hanno brachte mir kurze Zeit später eine der mittleren Endstufen aus dem ABACUS Programm, eine 60-120C PE vorbei. Das Testexemplar hat meine Wohnung nicht wieder verlassen und wurde kurze Zeit später um ein zweites Exemplar ergänzt. Somit hatte jede nuVero 14 ihren eigenen vollsymetrischen Monoblock, welcher per XLR Adapter direkt an den M-DAC angeschlossen wurde. Durch diese Umstellung wurden eine ganze Reihe von Komponenten stillgelegt und nach einiger Zeit verkauft: Yamaha AV-Receiver, CA Endstufe, ATM14, nuVero 7 und 4. Mir reichte meine Stereoanlage!

Und dann hatte ich wieder Besuch vom kleinen Ich-bin-nie-zufrieden-Mann. Daraus resultiere ein Gastauftritt der vollaktiven Adam Tensor Delta zwischen Oktober 2013 und März 2014. Ein toller Lautsprecher, bis auf die Aktivelektronik. Natürlich wieder feste Verstärkung! Für die Kombination mit dem M-DAC Gift. Zumal die Situation, wahrscheinlich bedingt durch den besseren Wirkungsgrad, sogar noch schlimmer war als mit der CA 840W. Der Input Gain Regler erlaubt zwar eine Anpassung von -10dB, was aber a) nicht reicht und b) im Signal rumpfuscht (anstatt Einfluss auf die Verstärkung zu nehmen) und in der Maximaleinstellung den Klang hörbar beeinträchtigt hat. Um überhaupt einen fairen Vergleich machen zu können, war John Westlake so nett mir zwei Paar XLR Dämpfungsglieder mit -20dB und -30dB zu löten. Bestückt mit Charcroft Z-Foil Widerständen war zwar der Preis höher (etwa 120 Euro pro Paar), dafür aber der Klangeinfluss minimal.

Es gab im Endeffekt einen Dauervergleich mit der nuVero 14. Zeitweise war nur eines der Lautsprecherpaare aufgebaut, zeitweise auch beide für den direkten Vergleich. Abgesehen vom Tiefbasskeller, wo die nuVeros aufgrund ihrer Größe einfach im Vorteil sind, ein Duell auf Augenhöhe. Und bei meinen gemäßigten Abhörlautstärken hätte ich auch mit den Tensor Delta glücklich werden können. In meinem Kopf reifte zudem wieder eine Idee. Könnte man den Adams nicht eine bessere Aktivelektronik spendieren? Ich dachte mir, da kennst du doch einen: Hanno Sonder!

Zwar hatte ABACUS keine passende 3-Wege-Aktivelektronik, aber die Geschichte war zumindest Grund genug für Hanno zum Probehören reinzuschauen. Fazit dieses Treffens war, dass ich vor einer Entscheidung zuerst etwas Arbeit in die akustische Optimierung meines Hörraums stecken sollte. Mein Wohnzimmer (rechteckig, ca. 7x4 Meter) hat im Grunde zwei wesentliche akustische Probleme: Eine Raummode im Bereich 50-80 Hz und einen etwas zu starken Hall, welcher den Hochton leicht anstrengend klingen lassen kann. Ende Januar 2014 habe ich mir dann die Acourate nebst Equipment zugelegt. Und da Hanno offensichtlich der Ansicht war, dass die Einmessung von zwei Lautsprecherpaaren nicht genug ist, stellte er mir vorübergehend noch ein Paar APCs zur Verfügung.

Somit wurde in jeder freien Minute gemessen, optimiert, verglichen und gegrübelt. Hanno schaute in dieser Zeit regelmäßig vorbei und half mir dabei, meine neuen Eindrücke über die Lautsprecher zu verarbeiten. Im März war dann die Entscheidung in mir gereift, die Tensor Deltas wieder zu verkaufen und weiterhin auf die passiven nuVero 14 zu setzen. Im Wesentlichen gab es zwei Gründe hierfür: Erstens das nicht perfekte Zusammenspiel zwischen der Adam Aktivelektronik und meinen restlichen Komponenten und zweitens die Interaktion der Tensor Delta mit meinem Hörraum. Im Zusammenspiel mit Acourate waren die nuVeros immer ein Stück gutmütiger und ließen sich einfacher optimieren. Durch die ABACUS APC Box, welche sich ähnlich wie die nuVero 14 verhielt, wurde dies nur bestätigt. So kam es dann zur Scheidung und die Tensor Deltas mussten ihr Glück bei einem neuen Besitzer finden.

Da saß ich also wieder mit meinen nuVero 14. Durch den Einsatz von Acourate waren diese natürlich besser als vorher. Nur mein HTPC schwächelte bei hochauflösenden FLAC Dateien etwas mit seiner Rechenleistung. Im April wurde daher ein neuer HTPC aufgebaut, welcher durch den Intel Core i5-4690T für jeden Anwendungsfall mehr als geeignet war. Die passive Kühlung des Streacom FC5 EVO Gehäuses machte die neue Quelle zudem komplett geräuschlos.

Im Sommer hatte ich zwei Mal ein Nullseriengerät der 60-120D zu Besuch. Es muss in dieser Zeit gewesen sein, bei einem der Treffen mit Hanno, mit dem ich mich inzwischen angefreundet hatte, bei dem die Idee geboren wurde, die nuVero 14 auf Basis der 60-120D Endstufe zu aktivieren. Ich würde auch nicht meine Hand dafür ins Feuer legen, dass vorher nicht das eine oder andere Bier getrunken wurde. Letztendlich habe ich mich im September für das Projekt entschieden, welches wir vor zwei Wochen in der Räumen der Firma ABACUS in Nordenham umgesetzt haben.

Das Ergebnis:

Und nun habe ich sie hier, zwei nuVero 14 mit AMT Hochtöner, aktiviert mit 4 Stück ABACUS 60-120D:

Bild
(Ein besseres Bild folgt, sobald ich meine Digitalkamera wieder zur Verfügung habe.)

Das Ergebnis ist schon richtig gut, obwohl noch ein, zwei Restpunkte offen sind. Den Umbau selbst werde ich in einem eigenen DIY Thread beschreiben. Dieser wird voraussichtlich in den nächsten zwei bis drei Wochen online gehen.

Aktive Grüße aus Oldenburg

Michael
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Beitragvon cinematic » 27.10.2014, 19:26

Hallo Michael,

willkommen im Forum!

Und Danke für Deine ausführliche Vorstellung und auch für das Bild (nach dem sowieso gefragt worden wäre :wink: ). Ich hatte auch mal mit den Nuvero14 geliebäugelt, dann aber einen anderen Weg eingeschlagen.

Mit Hanno hast Du da ja genau den richtigen Helfer an Deiner Seite und Dein Projekt sieht sehr interessant aus und liest sich auch so.

Viel Spass hier :cheers:
tom
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Beitragvon Knurzibald » 28.10.2014, 16:23

Hallo Michael,

herzlichen Dank für deine Vorstellung.

Ein wirklich sehr interessantes Projekt. Hast Du Herrn Nubert davon informiert? :D

Viele Grüße

Jürgen
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Beitragvon Raumantwort » 29.10.2014, 08:42

Hi Michael,

Gratulation zur Vollaktivierung und ein herzliches Willkommen! Bei mir läuft die 14er noch Teilaktiv, bis jetzt sind nur TT & TMT aktiviert. Meinen Thread dazu findest du hier:

viewtopic.php?f=37&t=5169

Ist ja spannend, dass es hier noch den gleichen LS in aktiv gibt und das auch noch mit ähnlichen Komponenten. Meiner Meinung nach haben die Firmen Nubert, Abacus und Audiovero eine größere gemeinsame Schnittmenge: 100% Voodofrei, Made in Germany, herausragendes Preis-/Leistungsniveau und ein Imageproblem bei echten HighEndern (Nubert baut fürs Proletariat, Abacus designt für den Physikunterricht und Acourate ist mehr was für Programmierer) Also ich finde ja, die ergänzen sich ganz gut. :mrgreen:

Welche Gründe gab es denn für den Tausch des HT in ein AMT? Kannst du was dazu sagen, wie sich das auf den Klang ausgewirkt hat?

Hast du noch die Schaumstoffstöpfel, welche Nubert zum verschließen der Bassreflex-Rohre mitliefert? Das Verschließen der BR-Rohre in Kombination mit einem 20Hz Tiefpass in Acourate hatte bei mir die Bassperformance enorm erhöht.

schöne Grüße
Andreas
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Beitragvon FUSION5 » 29.10.2014, 12:23

Vielen Dank für die netten Willkommensgrüße! Ich freue mich schon darauf, mich an der einen oder anderen Diskussion zu beteiligen.

@Andreas:
Natürlich kenne ich deinen Thread schon. :wink:
Einige der Informationen zum inneren Aufbau des Lautsprechers waren auch sehr nützlich! Das Aktivierungskonzept unterscheidet sich vor allem beim Aufbau der Weiche. Während du auf Acourate setzt, sind die Weichen bei mir mit Hardware realisiert. Für mich war das ein entscheidener Punkt im Design, da es mich nicht zwangsweise an meinen HTPC bindet und ich theoretisch beliebige DACs einsetzen kann.

Der AMT Hochtöner kommt aus zwei Gründen zum Einsatz: Erstens gefällt mir persönlich der Klang besser und zweitens strahlt der AMT konstruktionsbedingt vertikal nicht so stark ab, was mir mit den Reflexionen im Hörraum hilft. Ich empfinde den Hochtonbereich mit AMT luftiger und weniger anstrengend.

Ohne meinem DIY Thread zu weit vorgreifen zu wollen: Die Bassreflexrohre wurden ausgebaut und das Gehäuse komplett geschlossen. Zudem gibt es Bassentzerrung und Subsonic Filter. 8)

Viele Grüße
Michael
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Beitragvon Raumantwort » 30.10.2014, 08:52

Hi Michael,

FUSION5 hat geschrieben:Während du auf Acourate setzt, sind die Weichen bei mir mit Hardware realisiert. Für mich war das ein entscheidener Punkt im Design, da es mich nicht zwangsweise an meinen HTPC bindet und ich theoretisch beliebige DACs einsetzen kann.

Für mich war gerade die Verwendung von Acourate der entscheidende Punkt, weil es mich nicht zwangsweise an bestimmte Frequenzweichen bindet, sondern ich auf beliebige Filter umschalten kann. :D

(Die Bessel Weichen sollen z.B. einen wärmeren Sound generieren als die Neville-Thiele Weichen. Das Umschalten auf die favorisierte Weiche für die entsprechende Musik wäre dann mit der Fernbedienung möglich.)

Aber das ist ja das Schöne an der ganzen Audio-Sache: Egal was man macht, es bleibt immer ein Kompromiss mit mehr oder weniger großen Annäherungen an ein persönliches Optimum.

Nun gut, jetzt frage ich mal nicht weiter und warte gespannt auf deinen DIY Thread.

schöne Grüße
Andreas
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Beitragvon FUSION5 » 01.11.2014, 16:21

Hi Andreas!

Raumantwort hat geschrieben:Für mich war gerade die Verwendung von Acourate der entscheidende Punkt, weil es mich nicht zwangsweise an bestimmte Frequenzweichen bindet, sondern ich auf beliebige Filter umschalten kann. :D

Ich muss zugeben, von der Seite habe ich das noch nicht betrachtet. Eine interessante Alternative! Aber wie du schon sagst, wir versuchen alle möglichst nah an unserer persönliches Optimum zu kommen.

Raumantwort hat geschrieben:Nun gut, jetzt frage ich mal nicht weiter und warte gespannt auf deinen DIY Thread.

Ich fühle mich im positiven Sinne genötigt schneller zu arbeiten. :wink:

Derzeit tendiere ich dazu den Umbau direkt in meinem Vorstellungsthread zu beschreiben. Könnte sonst etwas verwirrend werden, gerade mit zukünftigen Änderungen.

Viele Grüße
Michael
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Beitragvon FUSION5 » 13.11.2014, 14:21

nuVero 14 Aktivierung

Teil 1: Vorplanung


Werktags, früher Abend, irgendwann im Sommer. Hanno war vorbei gekommen, um das 60-120D Nullseriengerät abzuholen, welches sich die letzten paar Tage an meinen nuVeros austoben durfte. Natürlich nahmen wir uns die Zeit, um uns ein Stündchen über HiFi auszutauschen. Irgendwann stand er auf, ging zu einem der Lautsprecher, drehte sich um und fragte mich: „Warum aktivieren wir die nicht?“

Von hier an entwickelte sich der Plan für die Aktivierung. Wir waren nicht in Eile, bis zum Produktionsstart der 60-120D sollten noch gut zwei Monate ins Land gehen. In den folgenden Wochen arbeiteten wir das Konzept im Detail aus und mir blieb genug Zeit, um eine Entscheidung für oder gegen das Projekt zu treffen. Oder mit anderen Worten: Eine Rechtfertigung für die Kosten zu finden. :lol:

Ich entschied mich für den leichten Weg und argumentierte mir selbst gegenüber, dass ich sowieso ein Upgrade auf zwei 60-120D durchgeführt hätte. Der Rest war dann gar nicht mehr so schwer. Für mich war das Projekt ein klarer Fall von „Gutes besser machen“. Betrachtet man die nuVero 14 Frequenzweiche mit ihren 4 Platinen und über 70 Bauteilen, kommt relativ schnell die Frage auf, ob das aktiv nicht besser geht. Dazu die eigenen Endstufen für jeden Weg mit getrennter Stromversorgung für MT+HT und TT+TMT. Das muss doch reichen, oder? :?

Hanno gelang es derweil, mir bei den Aktivweichen einen Kompromiss abzuringen. Normalerweise hätte ich eine rein analoge Signalverarbeitung bevorzugt, aber die Möglichkeit einer Frequenzgangkorrektur für die Tief- und Tiefmitteltöner überzeugte mich schließlich doch von einer analog/digitalen Mischbestückung.

Mitte September, als ich endlich den Startschuss gab, beinhaltete unser Konzept:
  • Insgesamt vier 60-120D Endstufen
  • Je Lautsprecher versorgt eine 60-120D MT und HT, die andere TT und TMT
  • Analoge Frequenzweichen für MT und HT
  • DSP-Frequenzweichen für TT und TMT
  • Umbau zu einem geschlossenen Lautsprecher
  • Bassentzerrung: Linearer Frequenzgang bis 16 Hz
  • Optionale Frequenzgangkorrektur für TT und TMT

Bei unserem nächsten Treffen wurden letzte Details ausgearbeitet und Vorbereitungen getroffen. Dies beinhaltete unter anderem die Vermessung der Bassreflexöffnungen und Lautsprecherterminals, welche durch neue Aluminiumabdeckungen ersetzt werden sollten. Für die neuen Lautsprecheranschlüsse sahen wir dabei eine tiefere Platzierung auf den Abdeckungen der Bassreflexöffnungen vor. Den Projektstart planten wir für KW41, was ABACUS Metallarbeiter genug Zeit für die Fertigung der Aluminiumteile geben sollte.
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Beitragvon FUSION5 » 13.11.2014, 22:18

nuVero 14 Aktivierung

Teil 2: Umbau 1/2


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ABACUS Mitarbeiter beim Entladen der Lautsprecher. Zu meinem Glück hatten wir uns erst für 13 Uhr in Nordenham verabredet, sodass mir die Schlepperei erspart blieb. Zugegeben, ich war da gar nicht so traurig drüber, das gemeinsame Einladen mit Hanno am Vorabend hatte mir schon gereicht. Große Lautsprecher haben eben auch ihre Nachteile!

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Bei meiner Ankunft standen die nuVeros bereits im Vorführbereich der Montagehalle. Der eine oder andere wird sicherlich den Aufbau im Hintergrund wiedererkennen. Befeuert von einer einzelnen 60-120D haben wir die Lautsprecher noch ein wenig in ihrer passiven Ausführung getestet.

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Der Arbeitsplatz in der Montagehalle. Der erste Lautsprecher wartet begierig darauf verbessert zu werden. Zu diesem Zeitpunkt fragte ich mich nochmal kurz, ob das alles so eine gute Idee war. Wir werden sehen… :roll:

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Hier seht ihr mich bei der Demontage der Chassis. Das relativ kleine Teilgehäuse für die Mittel- und Hochtöner ist mit drei Dämmmatten komplett gefüllt. Das restliche Gehäuse ist, wie für ein Bassreflexgehäuse üblich, primär an den Wänden gedämmt. Schwarzes Dämmmaterial ist an verschiedenen Stellen fixiert und wird durch weitere acht Matten weißes Dämmmaterial ergänzt.

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Die Chassis fertig demontiert. Von links nach rechts haben wir da: Tiefmitteltöner, Mitteltöner, Hochtöner, Mitteltöner, Tiefmitteltöner, Tieftöner und Tieftöner. Alle vier Basschassis spielen bis in den Frequenzkeller. Doch während die beiden Tiefmitteltöner oben bis an die Mitteltöner heran spielen, werden die beiden Tieftöner unten früher ausgeblendet. Ein 3,5 Wege Lautsprecher. Und obwohl wir sie hinter dem Dämmmaterial nicht sehen können, schauen wir übrigens direkt auf die beiden Tieftonfrequenzweichen.

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Bei den Basschassis setzt Nubert auf Kabelschuhe, welche zusätzlich mit den Kontaktfähnchen verlötet werden. Diese Lösung bereitete uns einiges an Kopfzerbrechen, da sich die Verkabelung der Schwingspule beim Ablöten vor den Kabelschuhen löste. Nervig, aber zum Glück leicht reparierbar. Wir entschieden uns dafür, die Kabelschuhe kurzerhand abzukneifen. Problemlos war dagegen das Ablöten der Hoch- und Mitteltöner.

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Nachdem die Lautsprecherfront fertig demontiert war, ging es auf der Rückseite weiter. Zuerst wurden hier die Bassreflexrohre entfernt, danach das Lautsprecherterminal gelöst. Im Inneren galt es nun noch die weißen Dämmmatten und anschließend die Tieftonfrequenzweichen zu entfernen.

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Ein kleiner Schnappschuss durch die dritte Tieftonöffnung von unten: Wir schauen auf das gelöste Lautsprecherterminal. Links im Bild sehen wir einen Teil der ersten Tieftonfrequenzweiche, welche auf der Rückwand montiert ist. Rechts im Bild ist das obere Ende der zweiten Tieftonweiche zu erkennen. Diese ist auf einer horizontalen Querstrebe verschraubt.

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Das Weichentrio im Detail. Links das Terminal mit der Hochtonweiche unten und der Mitteltonweiche oben. Die Tieftonweiche in der Mitte ist für die niedrige Trennung der beiden Tieftöner verantwortlich und erhält ihr Signal von der rechten Tieftonweiche, von welcher zudem die beiden Tiefmitteltöner versorgt werden.

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Komplett entkernt sieht der Lautsprecher schon ganz anders aus. Auf dem Gehäuse befindet sich das lose Dämmmaterial aus dem großen Volumen (wo der zweite Lautsprecher seltsamerweise mit einer Dämmmatte mehr bestückt war). Einziger Vorteil in diesem Zustand: Das Gewicht ist deutlich reduziert! :lol:

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Gleicher Zustand, andere Perspektive. Diese Aufnahme ist kurz nach der Passprobe der neuen Aluminiumabdeckungen entstanden. Die Abdeckung des alten Lautsprecherterminals musste minimal korrigiert werden, da sie etwas stramm saß. Ansonsten waren unsere Messungen perfekt. :cheers:
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Beitragvon FUSION5 » 15.11.2014, 17:35

nuVero 14 Aktivierung

Teil 3: Umbau 2/2


Der nächste Schritt bestand in der Vorbereitung der Chassis für den Wiedereinbau, wofür diese mit neuen Kabeln bestückt wurden. Für Hoch- und Mitteltöner haben wir 1,5mm² Kabel verwendet, bei den Tieftönern die etwas stärkere 2,5mm² Version. Unterschiedliche Farben erlauben dabei eine einfache Zuordnung beim Anschluss an die neuen Terminals.

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Der Kabelstrang für Für Hoch- und Mitteltöner wurde wieder durch die alte Öffnung hinter dem unteren Mitteltöner geführt. In das Loch haben wir zunächst etwas Dämmmaterial gestopft und es anschließend mit reichlich Heißkleber versiegelt.

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Hier bin ich gerade mit der Remontage des Hochtöners beschäftigt. Vorher wurden die alten Dämmmatten wieder an Ort und Stelle gebracht. Die Kabel der drei Chassis liegen lose im großen Volumen.

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Da bei einem geschlossenen Lautsprecher das gesamte Volumen bedämpft werden sollte, haben wir die vorhandenen acht Matten um die gleiche Anzahl ergänzt. Auf dem Bild ist die Hälfte des Materials bereits im oberen Lautsprecherteil installiert worden.

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Hanno bringt die letzten Dämmmatten in Stellung. Alle Kabel sind verlegt und hängen entweder aus der Rückwand oder liegen kurz davor auf der Innenseite.

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Die Kabelstränge in ihrer finalen Position. Das gesamte „Kleinmaterial“ wie Lautsprecherkabel, Anschlussterminals und extra Dämmmatten stammt übrigens aus dem ABACUS Lager. Die „Spuren“ am Gehäuse sind nicht während der Aktivierung entstanden, es handelt sich um einen älteren „Transportschaden“.

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Auf dem Bild seht ihr Hanno und Rolf beim Verlöten der TMT und TT Kabelstränge. Aufgrund der Kabeldicke war dieses Terminal noch etwas schwieriger als das andere. Bei den Tieftönern (bzw. Tiefmitteltönern) handelt es sich um 16 Ohm Chassis, bei den Mitteltönern um 8 Ohm Chassis, während der Seas Hochtöner mit 6 Ohm Impedanz daherkommt. Durch die Parallelschaltung ergeben sich also Impedanzen von 8 Ohm für TT und TMT, sowie 4 Ohm für MT.

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Die fertigen Terminals der aktiven nuVero 14. Aus meiner Sicht war unsere Entscheidung für die Verlegung der Terminals spitze! Passend dazu habe ich mich für 4x4mm² Sommer Cable Elephant SPM440 als Lautsprecherkabel entschieden, welches mit Nubert Hohlbananas konfektioniert werden sollte.

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Das letzte Bauteil: Die Abdeckung des alten Lautsprecherterminals versehen mit Dichtband. Das Original-Lautsprecherterminal verfügt über keine Abdichtung, was bei einer Bassreflexbox allerdings auch nicht so wichtig ist.

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Fertig! Den ersten Lautsprecher haben wir innerhalb von ca. 4 Stunden umgebaut, was für unseren ersten Tag recht erfolgreich war. Für den zweiten Lautsprecher haben wir die Arbeitsschritte am zweiten Tag wiederholt. Durch unser Vorwissen waren wir hier noch eine Stunde schneller.

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Ein kleiner Schnappschuss aus der Endfertigung der Endstufen. Die vier silbernen Geräte werden zukünftig den Antrieb für ein Paar aktive nuVero 14 bilden.

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Am zweiten Tag blieb noch genug Zeit für einen kurzen Funktionstest. Alle vier Endstufen wurden mit DSP-Modulen ausgerüstet, so wie es für die Abstimmung der Frequenzweichen vorgesehen war. Die Ausgangversion der DSP-Programme hatten wir bereits zwei Wochen vorher erstellt.

Ergebnis des Tests: Alle Chassis taten genau das, was sie tun sollten. Und obwohl noch keinerlei Pegelanpassung enthalten war, war das Ergebnis gar nicht schlecht. :cheers:

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Haufenweise Kabel um Lautsprecher und Endstufen zu verbinden. Na das kann ja nur besser werden mit den 4-adrigen SPM440. 8)


Es sind noch zwei weitere Teile geplant, welche sich mit der Abstimmung und dem AMT befassen. Diese werden jedoch noch ein paar Tage auf sich warten lassen. Kommentare und Fragen zum mechanischen Umbau sind aber gerne gesehen!
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Beitragvon lustigerlurch » 17.11.2014, 08:01

Hallo Michael,

schöne Berichte, gern weiter so - insbesondere mit Fotos.
Die professionelle Hilfestellung durch Abacus ist bestimmt nicht zu unterschätzen.

Bin natürlich neugierig auf die Entwicklung der Weichenkonfiguration und Deinen/Euren Weg zur Implementierung des AMT. Bitte den Werdegang mit Messungen begleiten.

4 Endstufen mit je einem DSP-Modul, da stelle ich mir den Abgleich daheim durchaus anspruchsvoll vor.
Wie bist Du dabei vorgegangen?

Besten Dank und weiterhin viel Spaß, Christoph
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Beitragvon FUSION5 » 25.11.2014, 00:39

lustigerlurch hat geschrieben:4 Endstufen mit je einem DSP-Modul, da stelle ich mir den Abgleich daheim durchaus anspruchsvoll vor. Wie bist Du dabei vorgegangen?

Hallo Christoph,

das ist zum Glück nicht so schlimm, da derzeit je zwei Endstufen (HT+MT, TMT+TT) das gleiche DSP Programm haben. Man kann die DSP Module fürs Programmieren auch in Reihe schalten.

An den DSP Programmen ändert sich derzeit auch nichts. Ich hoffe die HT+MT Weichen in ca. 2-3 Wochen auf die analoge Filtermodule umstellen zu können. Dann bleibt nur noch das TMT+TT Programm. Für eine Frequenzgangkorrektur im Bassbereich müssen zwar beide Seiten separat gepflegt werden, aber das sollte machbar sein.

Details über die Programme und Weichenkonfiguration folgen bald in Teil 4 und 5!

Gruß,
Michael
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Beitragvon FUSION5 » 22.02.2015, 22:01

nuVero 14 Aktivierung

Teil 4: Abstimmung

Bei einem unserer Treffen, etwa zwei Wochen vor Beginn des Projektes, begannen wir den Aufbau der Aktivweichen durchzugehen. Da die frei verfügbaren Informationen über die Trennfrequenzen recht spärlich sind, bildeten die folgenden zwei Aussagen unseren Ausgangspunkt:

nuVero 14 Handbuch:
"Da die Tieftöner nicht wie etwa bei Zweiwegesystemen bis mindestens 2000 Hz betrieben werden müssen, sondern weit tiefer zur Mitteltongruppe getrennt werden, hatten wir bei ihrer Konzeption viel mehr Freiheiten. Der kritische Bereich der Partialschwingungen, der bei Treibern dieser Größe bei etwa 700 Hz beginnt, konnte dadurch ausgeblendet werden. Zudem treten bei dieser Trennfrequenz kaum Bündelungseffekte in horizontaler (seitlicher) Richtung auf."

Herr Bien im Nubert Forum:
"Die nuVero 14 wird gerade deshalb als 3 ½-Wege-Box bezeichnet, weil die 4 Tieftöner nicht alle parallel bis zur Trennfrequenz der Mitteltöner betrieben werden. Die beiden unteren Woofer werden schon sehr früh (=tief) mit geringer Flankensteilheit abgekoppelt. Eine Trennfrequenz lässt sich hier nicht angeben, da sie ja mit den beiden oberen Tieftönern schon parallel mitlaufen, jedoch mit zunehmender Frequenz immer leiser werden. Im Bereich der Trennfrequenz zum Mittelton sind die beiden unteren Tieftöner aber schon so leise, dass praktisch nur die beiden oberen Woofer „bei der Musik“ sind. Das Signal wird dann sehr steilflankig mit 24 dB/Oktave (Filter 4. Ordnung) zum Mittelton abgetrennt. Die beiden Mitteltöner laufen bis zur Trennfrequenz des Hochtöners (ca. 2 kHz) komplett parallel."

Für den ersten Entwurf legten wir die Trennfrequenz zwischen Tiefton und Mittelton auf 500 Hz und zwischen Mittelton und Hochton auf 2500 Hz fest. Die beiden unteren Tieftöner lassen wir mit einem zusätzlichen Tiefpass ab 200 Hz langsam auslaufen. Für das Design der Aktivweichen im Analog Devices SigmaStudio konnten wir auf ein vorhandenes ABACUS 2-Wege Programm zurückgreifen. Wir brauchten uns dadurch nicht mehr um die Ansteuerung der DSP Komponenten kümmern, sondern konnten direkt mit dem Nachbau unserer Filter beginnen.

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Hier sieht man die Tiefton + Tiefmittelton Weiche im SigmaStudio. Man kann deutlich erkennen, dass das Signal erst nach den ersten drei Funktionsblöcken geteilt wird. Dabei handelt es sich um den Subsonic Filter, die Bassentzerrung und den 500 Hz Tiefpassfilter. Die beiden Linkwitz-Riley Filter 2. Ordnung ergeben zusammen einen Filter 4. Ordnung.

Das Signal für die Tieftöner durchläuft als nächstes einen 200 Hz Tiefpass, welcher das Signal langsam ausblendet. Der 200 Hz Allpass im Signalweg der Tiefmitteltons gleicht die Phase an das Signal der Tieftöner an. Schließlich wird an beiden Signalen noch eine Pegelanpassung von +8 dB vorgenommen, bevor Limiter und DAC durchlaufen werden.

Die Pegelanpassung und alle weiteren Anpassungen an unserem Weichendesign wurden durchgeführt, als sich einer der Lautsprecher im ABACUS Messraum befand. So waren wir in der Lage jede Änderung an der Weiche direkt zu kontrollieren.

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Ein wesentliches Feature dieser neuen nuVero 14 Version ist die Bassentzerrung. Auf dem Frequenzgangdiagramm sehen wir den Tiefton + Tiefmittelton mit und ohne Bassentzerrung. Zuerst haben wir den Bassbereich mit einem Low Shelf Filter (30 Hz, Slope 1, +16 dB) angehoben. Dann wurde die Überhöhung bei 90 Hz mit einem Peak Filter (90 Hz, Q 1.41, -3 dB) geglättet. Ein weiterer Peak Filter (800 Hz, Q 3.00, -10 dB) kam zur Bekämpfung der Resonanz zum Einsatz.

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Das simulierte Ergebnis unserer Bassentzerrung im Sigmastudio. Unsere Messungen ergaben einen linearen Frequenzverlauf bis 20 Hz bei -3 dB bzw. 16 Hz bei -4 dB. Diese nuVero 14 kann es ganz schön krachen lassen! :wink:

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Die Hochton + Mittelton Weiche entspricht im Grunde ihrem Tiefton Pendant. Da diese Weiche später in analoger Form nachgebaut wird, entfällt das EQ Feature verständlicher Weise. Ein 2500 Hz Hochpass für den Hochtöner, sowie ein 500 Hz Hochpass und ein 2500 Hz Tiefpass für die Mitteltöner. Fertig ist unsere Basisweiche. Auch hier sorgt wieder jeweils ein Allpass für die Angleichung des Phasenverlaufs. Entsprechend unseren Messungen wurde die Pegelanpassung mit +1 dB für den Hochton und +3 dB für den Mittelton bestimmt.

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Während der Abstimmung der Lautsprecher waren wir überrascht, wie linear die Originalchassis bereits ohne weiteres Zutun aufgespielt haben. Die schwarze Kurve zeigt lediglich einen leichten Einbruch im Übergangbereich. Wir haben etliche Messungen mit etwas stärker überlappenden Frequenzbereichen durchgeführt und zusätzlich mit der Güte und dem Allpass experimentiert. Die violette Kurve entspricht der finalen Abstimmung mit Originalchassis. Die Trennfrequenz des Hochtöners sinkt auf 2400 Hz, die der Mitteltöner wird auf 2600 Hz angehoben. Zusätzlich wird ein 5000 Hz Allpass im Hochton eingesetzt.

Nachdem Lautsprecher und Endstufen wieder im Vorführbereich aufgebaut und alle DSP mit der richtigen Software bestückt waren, folgte eine etwa zweistündige Hörsession. Zuerst genossen Hanno und ich abwechselnd die Musik vom besten Platz aus. Etwas später gesellte sich auch Karl-Heinz Sonder dazu.

Kurzgesagt: Alle waren begeistert. Gerade im Bassbereich legt die nuVero 14 deutlich zu. Stellenweise wurden Vergleiche zur Concerto Grosso gezogen. Und der wichtigste Punkt ist wohl, dass die aktive nuVero 14 an keiner Stelle enttäuscht hat.
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Beitragvon meroVinger-audio » 23.02.2015, 10:57

Eine sehr schöne Dokumentation.

Gerade der Bassbereich zeigt eindrucksvoll wie einfach die Überlegenheit von Aktivtechnik darstellbar ist. Nubert löst das ja selbst über die ATM Module, die dann entsprechend gefeiert werden, im Prinzip aber nichts anderes darstellen als eine Tieftonentzerrung. So behilft man sich dann halt passiv mit derartigen Krücken obwohl man dies aktiv im Handumdrehen lösen könnte.

Mit ein wenig Einarbeitung ist die Software (verbleibt eine Lizenz bei Dir?), lassen sich noch ganz andere Sachen machen. Realisierbar ist z.B. auch eine dynamische Subsonic-Anhebung, die die untere Grenzfrequenz in Abhängigkeit des Eingangssignales nach oben verschiebt. Damit ist immer die maximale Basstiefe möglich, ohne sich beim Pegel bremsen zu müssen. Und so weiter und so weiter..... :wink:

Schön gemacht! :cheers:

Peter
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Beitragvon Raumantwort » 23.02.2015, 15:15

Hi Michael,

danke für deinen informativen Bericht. :D

Hattet ihr denn Gelegenheit dem Impulsverhalten passiv/aktiv auf die Spur zu kommen? Die Frequenzweichen von Nubert sind wohl daraufhin getrimmt das Ausschwingverhalten der TT/TMT für optimale Impulsverarbeitung zu optimieren. Für mein Verständnis übernimmt das ja der Abacus Verstärker 60-120 mit seinem 0 Ohm Widerstand im Ausgang. Aber eine vergleichende Messung würde ich trotzdem gerne mal sehen, denn meine Ohren sagen mir, dass der aktivierte Bass sowohl in Präzision wie auch in Mächtigkeit eine ganze Schippe drauflegt.


Und ja, ich freu mich schon auf Teil 5 :cheers:

schöne Grüße
Andreas
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