Christoph (B&W 703, Infinity Kappa Sub)

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Beitragvon Hans-Martin » 04.11.2018, 22:21

lustigerlurch hat geschrieben:Also die MV89a im Blechgehäuse schimmen lassen und vom Ausgangspin die Reihenfolge:
weicher Draht -> 27 Ohm -> weicher Draht -> Einbaubuchse
Aus der Not eine Tugend gemacht, das sieht Dir ähnlich. :cheers:
Führung der Signalmasse dann dazu parallel mit Weich-Kupferdraht ? Da geht der Wellenwiderstand dahin...
Hallo Christoph,
ich habe die Leiterplatte nicht mehr vor Augen, kann mir aber vorstellen, ein Koaxialkabel durch das Gehäuse zu führen, die halbe Anzahl (Rest wegschneiden, um Flexibilität zu erhöhen) des inneren Leiter an den zusätzlichen Widerstand* zu löten, der mit seinem anderen Ende an den Ausgangskondensator geht, möglichst ohne Leiterbahn der Platine.
Den inneren Schirm über dem Isoliermaterial des Innenleiters stehen lassen, den äußeren Schirm über die benötigte Strecke abmanteln, flach ausbürsten, auf einen geeigneten Massepunkt der Schaltung nahe dem Widerstand löten, damit auch hier Litzendrähte die Flexibilität zur mechanischen Entkopplung behalten. Über den steifen Draht des Widerstands kann man Isoliermaterial des Koaxkabels stecken, um Kurzschluss zu vermeiden, denn der Masseleiter soll nahe dem Widerstand geführt werden, um die Schleifeninduktivität zu minimieren. Die Kapazität darf ruhig hoch geraten, denn der Wellenwiderstand (Wurzel aus L durch C) soll ja niedrig sein, ein TwistedPair zum Vergleich hat schon meist über 100Ohm - wo man nicht hinkommen möchte.

Grüße
Hans-Martin

*den richtigen Wert findet man, indem die Ausgangsspannung am 50 Ohm Abschlusswiderstand gegenüber Leerlauf auf halbiert gemessen wird.
Ich hatte kürzlich die einmalige Gelegenheit, an einer PTB-zertifizierten Kalibriereinrichtung mein Fernost-Vielfachschätzeisen (digital) in DC und AC zu überprüfen. Heraus kam eine ähnliche Abweichung DC/AC von weniger als +0,3% - bei Frequenzen unter 1kHz. Bei 200kHz war der Wert schon erheblich höher, mit der Frequenz stieg er an.
Kein Wunder, denn es wird am Kondensator integriert - und der Entladewiderstand ist auf den NF-Bereich und insbesondere die überwiegende 50/60Hz Anwendung optimiert.
Ein Oszilloskop hat eine Strahlausdehnung und Unschärfe, da ist eine Digitalanzeige erheblich zuverlässiger. Auch wenn meine Beschreibung Zweifel aufkommen lässt, dass der Wert absolut stimmt, wird bei identischer Frequenz im selben eingestellten Messbereich der Unterschied auf 50% herunter zuverlässig genug erfassbar.
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Beitragvon lustigerlurch » 09.11.2018, 22:54

Hallo Hans-Martin,

mit dem Kabelanschluss könnte so klappen, danke.

Zur Ermittlung des Widerstands bin ich heute gescheitert. Es ist mir nicht gelungen, den Ausgang so zu belasten, dass die Ausgangspannung auf 50% sinkt. Selbst bei Kurzschluss Ausgang gegen Masse bleibt der Pegel bei 60%, das KANN doch gar nicht sein. Hab dann genervt abgebrochen und das Oszi abgebaut.

Mal was anderes zur MV89a:
Meine braucht nach dem Anliegen der Betriebsspannung volle 3 Minuten, bevor das Ausgangssignal schlagartig einsetzt. Ist das normal?

Müden Gruß, Christoph
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Beitragvon Hans-Martin » 09.11.2018, 23:04

Hallo Christoph,
wenn du ein Poti genommen hast, bleibt immer noch der Schleiferwiderstand, auch beim Linksanschlag ist deshalb kein Kurzschluss.
Aber eines ist gewiss, der Ausgangswiderstand ist sehr niedrig, jedoch nicht bei 50 Ohm.
Jetzt könntest du 2 ausgemessene 100 Ohm Widerstände parallelschalten, um saubere 50 Ohm Last zu bekommen, außerdem einen variablen Widerstand* in den Ausgang legen, bis die halbe Ausgangsspannung (gegenüber Leerlauf) erzielt wird.
Das ist eine geringfügig andere Vorgehensweise nach denselben Prinzipien.
* entspricht dem erforderlichen Widerstand zur Impedanzanpassung
Grüße
Hans-Martin
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Beitragvon lustigerlurch » 10.11.2018, 21:50

Hallo,
bevor ich gestern aufgab, hatte ich tatsächlich Kurzschluss Ausgang gegen Masse mittels Drahtbrücke erzeugt, wodurch der Pegel von 500mVp auf 300mV sank. Da hab ich dann ausgeschaltet und zu Rotwein optiert.
Muss die MV89a jetzt eh öffnen wg. des merkwürdigen Verhaltens, berichte dann wieder.
Gruß, Christoph
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Beitragvon Hans-Martin » 11.11.2018, 00:36

lustigerlurch hat geschrieben:bevor ich gestern aufgab, hatte ich tatsächlich Kurzschluss Ausgang gegen Masse mittels Drahtbrücke erzeugt, wodurch der Pegel von 500mVp auf 300mV sank. Da hab ich dann ausgeschaltet und zu Rotwein optiert.

Hallo Christoph,
nach Masse war der Kurzschluss sicher nicht, oder es war kein echter.
Oder der Rotwein ging voraus...
Muss die MV89a jetzt eh öffnen wg. des merkwürdigen Verhaltens, berichte dann wieder.

Ich bin gespannt, wohin der vermeintliche Kurzschluss geschaltet war. Ein Voltmeter mit Shunt zeigt idR erheblich weniger an, mit Drahtbrücke tendenziell gegen Null.
Grüße
Hans-Martin
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Beitragvon lustigerlurch » 13.11.2018, 22:01

Hallo,

Hans-Martin hat geschrieben:nach Masse war der Kurzschluss sicher nicht, oder es war kein echter

genau deswegen hab ich ja abgebrochen. Wenn ich sowas messe und keine Erklärung hab, hege ich begründeten Zweifel.

Hab mich später durch die Lötnaht gekratzt und der MV89a mal unters Hütchen geschaut. Der Ausgangskondi hatte nur 1,5 nF und löste sich prompt in zwei Teile auf, sobald das Lötzinn an der Kappe flüssig wurde. Das macht mir Hoffnung, nur diesen Crack und somit einen vergleichsweise normalen Fehler zuhaben.

SMDs hab ich nicht im Fundus, muss ich bestellen. Werde erstmal einen kleinen 10nF Folien-C einlöten und wieder probieren. Allerdings wird das Beinchen zum Ausgang in direkt an den Pin gelötet, denn diese abgehobene Leiterbahn ist merkwürdig und der Rand zum Lötauge des Pins sieht aus wie ein feiner Riss.
Bild Bild

Der anschließende Probelauf stellt mich dann hoffentlich zufrieden.
Erst nachdem das Teil sicher und mit feiner Amplitude schwingt, werd ich ich es verschließen und die Montage angehen.

Bis dahin,
Christoph
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Beitragvon wgh52 » 14.11.2018, 01:23

Hallo Christoph,

weiter viel Glück bei der Reparatur!

Grüße,
Winfried

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