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Sigi (Silbersand FM 701, 401, 303 Center)

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Kienberg
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Beitrag von Kienberg » 10.11.2009, 22:41

Hallo Michael,

besten Dank für Deine netten Glückwünsche und Deinen Hörbericht zum neuen Dynaudio Flaggschiff im Studio Linzbach.

Daran kann man sehr gut erkennen, welche Geldsummen man für passive Lautsprecher aufwenden muss, ohne einen Gegenwert zu bekommen, der sich auch nur annähernd mit unseren geregelten Aktiven vergleichen lässt. 90.000 € sind schon eine Ansage ...sicher gut für Linzbach, bei dem ich ja damals auch Stammkunde war.

Ich erinnere mich noch sehr genau daran, wie der alte Herr Linzabach (eine absolute Authorität auf dem Gebiet HiFi, nebenbei hatte er ja auch mal das schnellste Boot am Rhein :mrgreen: ) bei mir die B&M Monitor 5 hörte und überaus begeistert von deren Performance war. Er hat lange überlegt, B&M zu vertreiben, hat es dann aber gelassen, nachdem er feststellte, dass dann keiner all die schönen, damals irrsinnig teuren US-Endstufen mehr braucht.

Diese Chance hat damals Johannes Krings wahrgenommen und kurz darauf den Grundstein für sein Wohnstudio, zunächst in Godesberg, gelegt. Von da an war ich dann nur noch selten bei Linzbach, dafür jeden Samstag bei Johannes - so änderten sich die Zeiten - und das trotz der Tatsache, dass meine Vorfahren weder aus Schottland noch aus dem Schwäbischen stammen, sondern aus der bayerisch-österreichischen Alpenregion. :cheers:


Gruss Sigi
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Dr.Who

Beitrag von Dr.Who » 11.11.2009, 09:31

Gert,
Fortepianus hat geschrieben:zusammen mit Deinen FM401 für Rear, dem FM303 Spezial als Center und evtl. noch den FM201 als Rear Center - das ist so ziemlich die feinste Surround-Abhöre zumindest der Republik, wenn nicht überhaupt.
Hochwertiges Mehrkanal definiert sich anders, hier liegt eine Desinformation vor.

Gruß,
Milon
Dr.Who

Beitrag von Dr.Who » 11.11.2009, 09:38

Michael hat geschrieben:Gestern nahm ich eine Einladung zur Hörprobe des neuen Flaggschiffs von Dynaudio, dem Modell Consequence Ultimate Edition wahr. [...] Diese wurde kürzlich von Audio oder Stereoplay getestet und wurde dort als hervorragender LS eingestuft. [...]Das hat mir überhaupt nicht gefallen!
Michael,

schön, dass du eine Fehlkonstruktion mit einem Spitzenmodell der aktiven Szene vergleichst (meinen Glückwunsch von hier aus, Sigi ). Ich könnte Gegenbeispiele bringen so viel du möchtest. Eine Zeitschrift gab einer BM 10d nur 84% bei einem Preis von ca. 12.000 €. Passive Lautsprecher hingegen kommen im Vergleich auf nur 7.000 €, bei gleicher Punktzahl.

Gruß,
Milon
Kienberg
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Beitrag von Kienberg » 11.11.2009, 11:18

Dr.Who hat geschrieben: Hochwertiges Mehrkanal definiert sich anders, hier liegt eine Desinformation vor.
Hallo Milon,

da irrst Du aber gewaltig.

Höre Dir doch mal eine Silbersand-Surroundinstallation an, die ein Rundfunk-Profi (BR Studio Franken) wie Markus Spatz aufgestellt und exakt eingemessen hat.
Eine Zeitschrift gab einer BM 10d nur 84% bei einem Preis von ca. 12.000 €. Passive Lautsprecher hingegen kommen im Vergleich auf nur 7.000 €, bei gleicher Punktzahl.
Jetzt bin ich aber doch sehr überrascht, dass ein Hochender wie Du hier Prozentzahlen einer Postille als Argument für den Klang eines Lautsprechers heranzieht. Ich nehme solches Zeug schon seit Jahrzehneten nicht mehr ernst, sondern orientiere mich nur nach meinen eigenen Hör- bzw. Musikmassstäben. :D

Also, damit kannst Du mich in keinster Weise beindrucken oder gar überzeugen, sorry.

Gruss Sigi

ps. Im übrigen warten wir immer noch auf die Vorstellung Deiner Anlage hier im Forum. :P
Trau Dich nur, wir zerreissen passives Geraffel auch nicht sofort und auf der Stelle. :mrgreen:
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Dr.Who

Beitrag von Dr.Who » 11.11.2009, 20:02

Sigi,
Kienberg hat geschrieben:Höre Dir doch mal eine Silbersand-Surroundinstallation an, die ein Rundfunk-Profi (BR Studio Franken) wie Markus Spatz aufgestellt und exakt eingemessen hat.
Um den Hersteller ging es mir nicht im geringsten.
Also, damit kannst Du mich in keinster Weise beindrucken oder gar überzeugen, sorry.
Möchte ich auch nicht. Es sollte auch nur als Gegenbeispiel dienen, mehr nicht.

Was dein PS betrifft : Meine Anlage sollte in den einschlägigen Foren längst bekannt sein. :oops: Bewundern darf man sie an anderer Stelle. :cheers:

PS : Ich wüsste auch nicht was es da zu zerreissen gibt, ist mein Mehrkanalsetup doch korrekt aufgestellt. :mrgreen:
Rudolf
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Beitrag von Rudolf » 11.11.2009, 20:43

Hallo Milon,

ich denke, es ist insbesondere dann ein Gebot der Höflichkeit, sich ausführlich vorzustellen, wenn man mit z.T. vehementen, konträren Statements* in einen Thread eingreift. Ich finde es da wenig hilfreich, wenn nebulös auf eine Vorstellung in anderen Foren verwiesen wird. Notfalls ist die Sache mit copy & paste doch schnell erledigt oder? :D

*wobei diese im Sinne einer fruchtbaren Diskussion und unter Einhaltung der Forenregeln durchaus erwünscht sind.

Viele Grüße
Rudolf
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Dr.Who

Beitrag von Dr.Who » 12.11.2009, 09:26

Rudolf,

meine Erfahrungen die ich gemacht waren bisher andere. Wenn ich meine Anlage in diesen Thread präsentieren würde und zeige wie es richtig geht , wissen wir doch alle was passiert "Entern" würde mir vorgeworfen werden. Ein Grund warum ich meine Anlage schon lange nicht mehr zur Schau stelle.

Wer wirklich ein Interesse hat meine Anlage zu sehen muss schon bei multichannel professional vorbeischauen.

Ansonsten : Hochwertiges Mehrkanal ist nicht markenabhängig, sondern richtet sich nach objektiven Kriterien die es einzuhalten gilt. Das gilt im übrigen auch für Aktivlautsprecher, dachte ich zumindest bisher. :mrgreen: :cheers:

Gruß,
Milon
Markus Spatz
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Beitrag von Markus Spatz » 12.11.2009, 10:26

Hallo Milon,

ich habe mir die Mühe gemacht und in dein Forum geschaut.

Du hast natürlich recht, wenn du sagst surround für Kino muss ein diffuses Klangbild bei den Rearspeakern bringen, damit es Spaß macht. Und die ITU-Norm schreibt das anders vor. Sigi hört aber vornehmlich Musik in surround und die wird im Normalfall auf einem Lautsprecher-Setup nach ITU-Norm produziert, auch wenn Bild dabei ist.

Klar hat er auch keine fünf gleiche Lsp, aber immerhin sind alle von der gleichen Firma und arbeiten nach dem gleichen Prinzip und haben alle die gleichen Mittel- und Hochtöner. Außerdem zeichnen sich diese Lsp dadurch aus, dass sie als Schallquele deutlich weniger ortbar sind, als "normale" Lsp. Er ist also nahe am Ideal für ITU, aber auch für Kino dürfte es ziemlich eindrucksvoll funktionieren.
Dr.Who hat geschrieben:Wenn ich meine Anlage in diesen Thread präsentieren würde und zeige wie es richtig geht
Was heißt schon "richtig"? Natürlich gibt es Normen und Vorgaben, aber Du schreibst ja selbst, dass diese teilweise nicht up to date sind. Ich bin der Ansicht: Bei surround ist "richtig", was Spaß macht und für die jeweilige Anwendung die realistischste Illusion bietet.

Markus Spatz
OpenEnd
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Beitrag von OpenEnd » 12.11.2009, 10:43

Markus Spatz hat geschrieben:... und für die jeweilige Anwendung die realistischste Illusion bietet
Hallo Markus,

genau darum geht es bei jeglicher audiophiler Wiedergabe. Die Technik muß sich diesem Anspruch immer unterordnen.

Grüßle vom Charly
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Markus Spatz
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Beitrag von Markus Spatz » 12.11.2009, 11:09

OpenEnd hat geschrieben:Die Technik muß sich diesem Anspruch immer unterordnen.
Das ist der Vorteil, den wir Freunde der Wiedergabe haben.

Für uns "Tonschaffende" ist es natürlich wichtig eine Normierung zu haben. Wenn jeder Toningenieur sein eigenes Setup benutzen würde, müssten die Hörer ständig ihre Wohnzimmer umbauen, um Aufnahmen annähernd so zu hören, wie sich die jeweiligen Toningenieure das gedacht haben. :D

Markus Spatz
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Beitrag von Dr.Who » 12.11.2009, 12:33

Markus,

Ja, was Spaß macht ist primär das Wichtigste. Ich will hier auch niemanden etwas in Abrede stellen. Nur eines ist auch klar, für hochwertiges Mehrkanal gelten die gleichen Spielregeln wie für Stereo. Man müsse sich mal vorstellen, rechts kommt ein anderer Lautsprecher zum Einsatz wie links. Ich schreibe anschließend, dass es mir Spaß macht, ein anderer wiederum schreibt dann, wenn man das erst mal gehört hat, ist es vermutlich das beste Stereosetup weit und breit. :mrgreen: So in etwa hat sich das für mich, als jemand der Mehrkanal seit nun etwa 10 Jahren betreibt, gelesen. Um Sigi seine Anlage im speziellen ging es mir dabei weniger.

Aber wo wir gerade dabei sind: Nahe bei ITU sind wir hier nicht, dafür müsste frontseitig noch einiges verändert werden. Der Mittenlautsprecher zumindest ist viel zu tief (geht aber nicht anders, weil er sonst in die Leinwand ragt, ist mir natürlich alles bewusst ). Ganz ohne Kompromisse gehts also nicht.

PS: Ich selber habe so, wie Sigi sein Mittenlautsprecher stellt, das letzte Mal vor etwa 4 Jahren gehört, zu groß sind die Unterschiede wenn richtig aufgestellt wird.

Gruß,
Milon
Kienberg
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Beitrag von Kienberg » 12.11.2009, 20:29

Markus Spatz hat geschrieben:Klar hat er auch keine fünf gleiche Lsp, aber immerhin sind alle von der gleichen Firma und arbeiten nach dem gleichen Prinzip und haben alle die gleichen Mittel- und Hochtöner. Außerdem zeichnen sich diese Lsp dadurch aus, dass sie als Schallquele deutlich weniger ortbar sind, als "normale" Lsp. Er ist also nahe am Ideal für ITU, aber auch für Kino dürfte es ziemlich eindrucksvoll funktionieren.
Hallo Markus,

besten Dank für diesen Hinweis.

Als ich vor 7 Jahren mit Mehrkanal begann, hatte ich, neben den FM 401 Front's, aktive Monitore von Genelec (1029A, 1030 A) als Center, Surround A,B und Surround Backs, als Sub einen Genelec 7060B. Für Filme reichte das allemal, gute SACD/DVD-Audio Aufnahmen kamen aber nicht optimal, die hörte ich dann doch eher in Stereo, allein mit der FM 401.

Versuche, die kleinen Genelec 1029A, hinten in Dipolform indirekt abstrahlen zu lassen, verliefen negativ, führten bei meinen Hörgewohnheiten und Erfahrungen zu unbefriedigenden Ergebnissen, das Klangbild war bei Musik fast so schlecht, wie Muiskhören mit einem dieser vielen Matrixverfahren, auch bei Filmen hat's mir nicht gefallen. Für mich müssen Instrumente, oder bei Filmen Schallereignisse, klar ortbar sein, mit rundtsrahlenden Lautsprechern konnte ich noch nie was anfangen, da "schwimmen" ja selbst Soloinstrumente irgendwo im Raum umher, ganz und gar unnatürlich, sowas schalte ich nach längstens 10 min ab.

Fazit: Ich mag absolut kein diffuses Klangbild, das immer durch Dipole oder andere "Rundstrahler" entsteht.

Seit ich nun meine spezielle FM 301 als Center einsetze und FM 201 als Surround betreibe, höre ich diese Aufnahmen ausnahmslos in Surround. Die Integration der FM 701 in's 5.x - Setup werde ich nun am kommenden Wochende durchführen.

Gruss Sigi
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Kienberg
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Hörbericht Mahlers 6. Symphonie

Beitrag von Kienberg » 06.12.2009, 00:03

Hallo Aktive,

Gustav Mahlers 6. Symphonie zählt mit ihrer Riesenbesetzung mit folgenden Instrumenten
  • Holzbläser (5 Flöten, davon eine Piccolo, 5 Oboen, davon 1 Englischhorn, 5 Klarinetten, davon 1 Bassklarinette und 5 Fagotte, davon ein Kontrafagott)
  • Blechbläser (8 Hörner, 6 Trompeten, 4 Posaunen, davon eine Bassposaune und Basstuba)
  • Schlagwerk (2 Pauken, Glockenspiel, dazu Herdenglocken (tiefes Geläut), Xylophon, Große Trommel, Triangel, kleine Trommel, Becken, Holzklapper, Tamtam, Rute und ein "Hammer")
  • 2 bis 4 Harfen und Celesta
  • Streicher (1./2. Violinen, Bratschen, Violoncelli z.T. dreifach geteilt und Kontrabässe)
zu den absoluten Herausforderungen der Musik-Reproduktion. Es werden höchste Anforderungen an das Aufnahmeteam und deren Equipment, aber auch an die Anlage zur Wiedergabe dieses komplexen Klanggeschehens, hier vor allem an die Lautsprecher und den Raum gestellt.

Die FM 701 musste sich nun in den letzten Wochen mehrmals dieser Herausforderung stellen und dieses Werk in folgenden Einspielungen immer wieder zu Gehör bringen:

Aufnahme 1:
Denon-Einspielung mit dem Frankfurter Radio Symphonie Orchester unter Eliahu Inbal(*). Die Aufnahme erfolgte im April 1986 in der Alten Oper Frankfurt, Tonmeister Peter Willemoes und Detlev Kittler (Hess.Rundfunk). Sie war aufnahmetechnisch meine CD-Referenz dieses Werkes seit 18 Jahren.

(*) Eliahu Inbal, ein überaus netter Mensch, ist einer der wenigen Maestri, der an sehr hochwertigem HiFi-Equipment interessiert ist und sich auch Lautsprecher von den Herstellern vorführen lässt.

Aufnahme 2:
Einspielung mit den Duisburger Philharmonikern unter Jonathan Darlington in der Mercatorhalle Duisburg im Label Acousence, Tonmeister Ralf Koschnicke und Ralf Kolbinger.

Schwerpunkt des Hörtests war die Acousence-Einspielung, die mir in drei Versionen vorliegt, als CD, DVD mit 24Bit/96kHz und als selbstgebrannte DVD-Audio mit 24Bit/192kHz (aus den Flac-files via Cirlinca DVD-Audio Solo erstellt), siehe Bild

Bild

Die Riesenbesetzung dieses Werkes ist im Bild an der gelben Markierung zu erkennen.

Mit dem Programm DVD-Audio Solo von Cirlinca können DVD-Audios schnell und recht einfach erstellt werden, es ist für jeden, der keinen Player für 24/192kHz-files hat, eine Option, hochauflösendes Material abzuhören, sofern ein DVD-Audio-Player vorhanden ist.

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Hinweis : Wir haben das Werk hier im Forum schon bei seinem Erscheinen vor einem Jahr besprochen (---> siehe hier ).

Das Hörergebnis mit meiner Silbersand FM 701 möchte ich euch nun hier, zunächst allgemein und dann anhand einiger Details, vorstellen.

Teil 1 (Allgemeine Anmerkungen zu den einzelnen Versionen)

Zu den CD's:
Schon im Redbookformat hört man die einzelnen Instrumentengruppen dieses gewaltigen Orchesters sehr schön im Raum gestaffelt und trotzdem als homogenes Gebilde musizieren, die FM 701 spielt hier doch wesentlich authentischer auf wie vormals meine FM 401/Velodyne DD18 Kombi. Bei Acousence gelingt das homogene Musizieren aber besser, bei Denon werden vor allem die Instrumente der Schlagwerkgruppe doch sehr pointiert herausgestellt, so hört man diese Live nicht, aber es kann als Effekt durchaus gefallen, und die FM 701 lässt diese Unterschiede bestens erkennen. Schon in der CD-Version werden
  • Klangfarben vom Holz und Blech sehr gut reproduziert, bei Acousence stimmiger als bei Denon
  • typische Einschwingvorgänge bei Hörnern, Posaunen, Trompeten und der Basstuba hörbar, bei Denon jedoch mit leichten Verfärbungen
  • die zahlreichen Instrumente der Schlagwerkgruppe klar differenziert wiedergegeben, man hört auch ganz gut heraus, wenn die Schlagwerker andere Schlegel verwenden
In meinem Hörraum ergibt eine Abhörlautstärke zwischen 58 dB - 92 dB hier die besten Ergebnisse im Hinblick auf ein möglichst realistisches Abbild des Geschehens im Konzertsaal. Die Denon-CD kann man gut und gerne bis 95 dB aufdrehen, sie ist etwas "weicher" abgemischt.

Zu mp3:
Ich habe die ersten beiden Sätze der Denon-CD auch auf mp3 "eingedampft". Das klingt dann etwa so, wie wenn man zu spät ins Konzert kommt und vor der Tür warten muss, bis das erste Stück zu Ende gespielt wurde. Es klingt irgenwie dumpf, ein wenig "samtig", die Rauminformationen sind zwar noch ganz gut zu erkennen, aber man "sieht" die Instrumente nicht, man ist eben nicht im Saal drin, oder es hängt ein dicker Vorhang zwischen Musiker und Zuhörer.

Fazit hier:
mp3 kann man ganz und gar für hochwertige Musikwiedergabe vergessen, das Format taugt wirklich nur dazu, sich beim Joggen via iPod etwas anzufeuern... das war's dann aber schon, selbst im Auto höre ich CDs.

Zu DVD-Audio (24/96kHz):
Als ich zum ersten Mal diese Version auf der FM 701 hörte, es war nachdem ich vorher den ganzen 1.Satz der CD-Version hörte, rastete das Klangbild förmlich ein, vergleichbar mit dem, was man erlebt, wenn im Konzertsaal so ein Riesenorchester zu spielen beginnt. Eine Erfahrung, die ich auf der 401/Velodyne-Abhöre so nicht hatte, es übertrifft meine Erwartungen bei weitem!

Es zeigt sich schon beim ersten Takt, was mit diesem Format, gegenüber der CD, möglich ist. Man hat den Eindruck, von allen Instrumenten fällt etwas "Raureif" ab, die Strukturen und Eigenklänge dieser werden nun noch schöner hörbar, der Raum zwar nochmal etwas grösser, aber vor allem die "Luft" zwischen den Instrumenten nimmt zu.

Tutti erklingen wunderschön homogen, ganz im Sinne des romatischen Klangideals für grosse Orchester. In meinem Hörraum ergibt eine Abhörlautstärke zwischen 55 dB - 97 dB hier die besten Ergebnisse im Hinblick auf ein möglichst realistisches Abbild des Geschehens.

Zu DVD-Audio (24/192kHz):

Bild

Mit der FM 401/Velodyne waren die Unterschiede zu 24/92 schon vorhanden, aber doch relativ gering, man musste schon sehr konzentriert hören und sich besonders kritische Stellen raussuchen, um sie zu detektieren.

Nicht so bei der FM 701. Die Vorteile im Gesamtklang, den die DVD mit 24/96 von der CD unterscheidet, werden hier nochmals deutlicher. Alle oben angeführten Klangeindrücke werden verstärkt, es ergibt sich nochmals ein Sprung hin zum "Ding an sich", der Live-Aufführung. Das Hin-und-her-Wandern von Themen zwischen Instrumentengruppen wird gerdaezu holographisch abgebildet, man bewegt unmittelbar die Augen mit, versucht „hinzuschauen“, fast wie im Konzertsaal.

Dies liegt wohl auch daran, dass man nun die Symphonie mit einer Lautstärke bis hin zu 103 dB abhören kann, ein tolles Erlebnis, das habe ich auch von einer FM 701 und einer Aufnahme wie sie Acousence hier vorlegt nicht erwartet !


Teil 2 (Detailergebnisse)

Zur Darstellung habe ich einige Partiturseiten grafisch aufbereitet und werde die Hörergebnisse, soweit sie wichtige Details betreffen, an Hand von Bildern beschreiben.
(Keine Angst, hier braucht niemand die Noten zu lesen oder gar das Notenlesen "zu üben", denn aus den Textangaben in den Bildern kann man auf einem Blick erkennen, was man zu Hören bekommt, das wiederum erspart uns m.M. viel Geschwurbel, das doch oft abstrakt bleibt, da man ja in einem Forum leider gar nichts "akustisch" vermitteln kann).

Die Kommentare stehen immer unter dem jeweiligen Bild.

Satz 1, Abschnitt 12: (Feindynamik, Präzision im Bass)

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Hier soll die absolut präzise Basswiedergabe der FM 701 dargestellt werden. Paukentriller im Piano oder ebensolche Anschläge der grossen Trommel. Piano-Passagen des Kontrafgotts sind deutlich herauszuhören, ebenso Crescendi/Decrescendi der Basstuba. Die Basstuba wird ja hier sehr häufig eingesetzt (allein die Noten dafür umfassen 14 Seiten) und kann daher gut benutzt werden, um das Können der Lautsprecher im Bass zu überprüfen.

Die Pizzicati der Kontrabässe im doppelten forte kommen absolut authentisch rüber, bei den hohen Auflösungen (24/96, 24/192) habe ich das so vorher nie gehört. Die Celesta ist in solch grossen Besetzungen meist kaum zu hören, wird verdeckt, da sie nicht allzu laute, weiche (eben „himmlische“ ) Töne erzeugt. Auf der FM 701 ist sie sehr gut hörbar, übrigens, bei der Denon-Einspielung kommt sie recht deutlich hervor, das ist zwar ein ganz schöner „Hinhörer“, aber so hört man das im Konzert eher nicht, da wurde seitens der Tonmeisterei wohl nachgeholfen.

Die angeschlagenen Becken ertönen so, wie Mahler es vorschreibt... "klingen lassen", wunderschön.

Satz 2, Abschnitt 53: (Feindynamik, Transparenz beim Pianospiel)

Bild

Piano-Passagen der Bassklarinette sind vor allem bei 24/192 recht schön rauszuhören. Auch die Crescendi/Decrescendi, eben die Feindynamik der Hörner, werden mit diesem Format absolut „konzertecht“ reproduziert, bei Mahler-Werken ein absolutes Muss!! ...und die 701 bringt das wunderbar rüber.

Herdenglocken können ebenfalls nicht gerade laut, werden also oft verdeckt und fallen damit nicht weiters auf, schade eigentlich, denn sie tragen schon sehr viel bei, ein schönes „Naturbild“ zu malen. Bei Acousence erklingen sie sehr zart, bei Denon eher eine Spur zu laut. In diesen Takten des 2. Satzes verwendet Mahler die Möglichkeiten der Klangverbindung von Harfe, Celesta und 1.Violinen. Sowohl die Harfen wie auch die Celesta kommt sehr gut durch und werden nicht, wie bei vielen Lautsprechern, durch die Violinen verdeckt.

Satz 4, Abschnitt 129: (Dynamikentwicklung, Transparenz im fortissimo )

Bild

Der 4. Satz mit seinen 3 Hammerschlägen stellt eine grosse Herausforderung für jeden Lausprecher dar, da in diesen Takten alle Instrumente „volles Rohr“, d.h. im doppelten oder dreifachen forte, spielen. Im 3.Takt (siehe Bild) schreibt Mahler für den „Hammer“ vor, einen kurzen, mächtigen, aber dumpf hallenden Schlag von nicht metallischen Charakter zu erzeugen. Darlington hält sich strikt an diese Anweisung, die FM 701 gibt ihn ausserordentlich kraftvoll und mit dem nötigen dumpfen Hall wieder, das habe ich über keine Anlage je so gehört, phantastisch! Der darauf folgende Takt, bei dem nur Trompeten und Posaunen spielen, ist ebenso präzise zu hören, keinerlei "Nachschwingen" des gewaltigen Impulses im "Hammertakt". Die dann anschliessenden Takte mit dreifachen forte der Streicher und Hörner kommen überaus stimmig, besonders die Klangfarbe der fff-angeblasenen Hörner sind ein Erlebnis für sich, einfach Klasse.

Der Wechsel zu Trompeten, Posaunen und Basstuba 2 Takte später, kann man wunderbar raushören ...und das bei rund 100dB Schalldruck. Hier zeigt sich, nur ein „Grosslautsprecher“ mit absolut präzser Basswiedergabe schafft das. Spätestens hier und bei einer Einspielung wie sie Acousence vorlegt, trennt sich die „Spreu vom Weizen“, die Transparenz an dieser Stelle ist hervorragend, der hier oft zu vernehmende "Klangbrei" fehlt vollständig (...ich habe diese Stelle als "Test-file" schon über so manche teure Anlage gehört ...und da gingen einige davon gnadenlos "in die Knie" :P ).

Bei der Denonaufnahme geht das Ganze schon sehr viel weniger spektakulär vor sich (siehe nächstes Bild).

Bild

Hier sieht man den Dynamikverlauf der beiden Aufnahmen ca. 5 Sekunden vor und 3 Sekunden nach dem „Hammerschlag“. Während Darlington ein mächtiges Crescendo in Gang setzt, lässt es Inbal recht ruhig angehen und forciert erst in den letzten beiden Takten vor dem Schlag.

Das trifft auf die gesamte Acousence-Einspielung zu, sie ist ein dynamisches Meisterwerk, wie ich es vorher nie hörte und wie man es auch nur mit den besten Lautsprechern in dieser Deutllichkeit reproduzieren kann.


Fazit:
Die Silbersand FM 701 reproduziert Mahlers 6. Symphonie in einer Aufnahme mit Referenzcharakter, wie sie Acousence hier mit der 24Bit/192kHz –Stereo-Version vorlegt, so, wie es dem Hören auf den besten Plätzen im Konzertsaal schon sehr nahe kommt. Selbst als langjähriger Surroundhörer vermisse ich die fehlenden hinteren Saalreflexionen kaum.


Folge: Werde nun alle Aufnahmen von Acousence, die in 24/192 vorliegen, erwerben und mit den FM 701 geniessen. :D


Gruss

Sigi

ps: Ich bitte auch um Euer Feedback, habe nämlich vor, auch in Zukunft meine Hörberichte mit solchen Bildern zu illustrieren.
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JoeBroesel
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Beitrag von JoeBroesel » 06.12.2009, 10:01

Hallo Sigi,

Feedback: Weiter so!

Die Darlington-Version finde ich auch herrlich, allerdings kenne ich niemanden, der die Aufnahme so analysieren kann wie Du.

Von Acousence habe ich mir auch noch einige andere Sachen besorgt, allerdings finde ich dort einerseits die Darlington-Fassung immer noch herausragend, als es aber andererseits auch bei Acousence auch CDs gibt, die sich viel klarer anhören als der übliche Rest.

Was mir speziell gefallen hat:
7 20607 - Dmitri Schostakowitsch / Sinfonie Nr. 15 in A-Dur
2 80108 - Ben Heit Quartett: MAGNETISM (eine CD!)

Schön wäre es, wenn man von Acousence eine E-Mail bekäme, wenn es was Neues gibt.

Grüße von J. (der gestern im Nationaltheater München den Fliegenden Holländer gesehen hat und begeistert war.)
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Franz
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Beitrag von Franz » 06.12.2009, 11:37

Hallo Sigi,

einfach großartig, wie du Aufnahmen analysieren und darstellen kannst. Ich habe schon einige Aufnahmen von Acousence hier bei mir, sowohl als Vinyl wie auch als CD. Allesamt ganz hervorragend klingend. Auch wenn ich "nur" die CD-Spur hören kann, bin ich doch recht begeistert von der Aufnahmequalität. Mach also weiter so. :cheers:

Gruß
Franz
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