Haiko (ME Geithain RL 940)

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Haiko (ME Geithain RL 940)

Beitragvon Luukku » 12.04.2013, 15:29

Moin²,

freue mich darüber, nach langer Zeit der passiven Teilnahme an diesem Forum nun auch mit meinem ersten Beitrag in die aktive Phase überzugehen. :D

Mein Weg zum aktiven Hören wurde vorrangig durch Lektüre in diversen Zeitschriften und Foren sowie Besuchen auf HiFi-Messen in Nürnberg und München geprägt. Wunsch war von Anfang an, eine minimalistische Kette mit optimalen Klangeigenschaften zu nutzen. Schnell wurde mir dabei bewusst, dass das aktive Hören eine Möglichkeit dazu ist.

Die Ausgangsbasis zum Ende des Jahres 2011 stellte eine Abhörmöglichkeit über die KH Audeze LCD-2 am Grace Design m903 und Notebook oder portablen CD-Player dar. Ich hörte damals am NB mit großer Freude vorwiegend von CD selbst gerippte FLAC via Foobar.

Im April 2012 ergab sich die Möglichkeit, einen Audionet ART G2 mit EPS als Zuspieler zu erwerben. Ich habe diesen später bei Audionet mit dem G3-Update überholen lassen und bin seitdem CD-technisch wunschlos glücklich.

Nahezu zeitgleich testete ich hintereinander verschiedene aktive Lautsprecher von MEG und Abacus. Die Modelle umfassten die RL 940, RL 944K, APC 24-23C mit APS 210 sowie A-5. Aus Platzgründen hörte ich beim Testen immer im Nahfeld. Trotz der Begeisterung, die sich beim Hören nahezu aller Modelle einstellte, kam es genau aus diesen Platzgründen auch nie zum Kauf. Erst mit dem Umzug in eine andere Wohnung änderten sich die Platzverhältnisse zum Positiven und damit war auch der Weg zur RL 940 frei, die ich gebraucht in einer sehr schönen Ausführung (amerikanische Kirsche) erwerben konnte. Platziert habe ich sie auf LS-Ständern von Liedtke-Metalldesign.

Beim Erwerb der RL 940 hatte ich mich mit dem Vorbesitzer intensiv über das Thema "Raumakustik" ausgetauscht. Die Abhörkette ist m. E. daraufhin optimal platziert und wird mit diversen Akustikelementen von Vicoustic an den entsprechenden Stellen unterstützt. Hier gebührt meiner Partnerin ein herzlicher Dank, die das Ganze aus klangtechnischer Sicht äußerst unterstützt.

Somit war ich geraume Zeit hörmäßig vollauf zufrieden. Beim Erwerb des G2 fachsimpelte ich mit dem Vorbesitzer ebenfalls über das Plattenhören. Plattenhören hat mich seitdem im Unterbewusstsein beschäftigt. Und als dann die 12j. Tochter berichtete, dass die von mir geschenkte LP "Inni" von Sigur Rós auf dem Plattenspieler viel besser klingt als von CD, wagte ich im März 2013 das Experiment: Ich habe meine vordem minimalistische Kette mit dem Plattenspieler Funk The Firm (Vector III Upgrade, TA Shure M97x mit Jico SAS) und einem Brocksieper Phonomax am Grace Design ergänzt.

Ich weiß bisher nicht warum, aber die Hörerlebnisse über Analog (also Platte) stellen alles bisherige in den Schatten. Ausgiebige Hörsessions erfolgen nun analog mit alten (aus meinem DDR-Bestand) und neuen Platten. CD höre ich noch, aber praktisch nur zur Unterhaltung nebenbei. Direkte A/B-Vergleiche meiner wenigen Platten, die ich auch als CD besitze, habe ich bisher nicht durchgeführt. Eventuell folgt dies noch, gehört jedoch vorbereitet und vorher mit Aufwand und Nutzen geklärt. :)

Die von mir gehörte Musik geht vorrangig in Richtung a) Rock/Pop/Punk (von AC/DC über Feeling B bis ABBA, Keimzeit und Element of Crime), b) Indie (Björk, Sigur Rós), Johnny Cash sowie c) Jazz (jüngste nordische bis ältere Aufnahmen aus USA), d) Elektronisches (R. Lakomy, GusGus), e) Klassik (Bach, Beethoven, Sibelius, Tschaikowski) und f) Wagner-Opern (diverse Ring-Versionen). Dabei hören die größeren Töchter a) und b) am liebsten und die Kleine (6 J.) hört am liebsten f) gemeinsam mit mir.

Viele Grüße ans gesamte Forum
Luukku
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Beitragvon willguthören » 12.04.2013, 17:23

Hallo Haiko,

Ja Grüße. Und viel Spass mit den Geithainis!

Und Vinyl... Coool! Mir geht es ähnlich, ich habe CäDä völlig aus dem Hörraum verbannt und lausche nur noch dem Vinyl.

Du schrobst von DDR Platten? Bist Du auch ...?

Grüßle Ronny
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Beitragvon Luukku » 24.12.2016, 21:49

Moin²,

nach langer Zeit mit nahezu unveränderter Kette, hat sich kurz vor Weihnachten doch eine gravierende Änderung ergeben. Der kleine Vorverstärker von GraceDesign m903 hat Platz gemacht für den (von den Abmessungen nicht sehr viel größeren) Music First Audio Baby Reference. Es handelt sich um einen passiven Vorverstärker, an den der m903 nun nur noch als DAC angeschlossen ist. Der Rest der Kette ist unverändert, hat aber klanglich so zugelegt, wie ich es nicht für möglich gehalten hatte.

Frohe Weihnachten ans gesamte Forum,
Haiko

P.S.: @ Ronny -- Ja, doch. Aus Radeberg, ganz in der Nähe von Meißen :cheers:
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Beitragvon beltane » 25.12.2016, 12:52

Hallo Haiko,

freut mich für Dich. Wie würdest du denn ganz konkret die klanglichen Auswirkungen des Wechsels von der Grace Design Vorstufe auf die passive Music First Audio Baby Reference beschreiben? Und wo liegt die UVP für diese Vorstufe?

Dann noch die folgende Frage: Konntest du die Grace Design als reinen DA Wandlern mit anderen Wandlern vergleichen?

Weihnachtliche Grüße

Frank
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Beitragvon Luukku » 26.12.2016, 23:04

Moin moin Frank,

die klanglichen Auswirkungen des Wechsels vom m903 auf die baby reference kann ich am besten anhand zweier Hörbeispiele beschreiben:

1) The Ultimate Demonstration Disc -- Chesky Records' Guide to Critical Listening
2) "Why Hi-Fi Experts Disagree" (Microphone Comparison), J. Gordon Holt, #5 auf der STEREOPHILE Test CD

In 1) werden die wichtigsten Eigenschaften beim Hören von Musik oder Bewerten/Vergleichen einer Kette vorgestellt und dann anschließend mit einem Musikbeispiel verdeutlicht. Ich nenne hier nur einige dieser Eigenschaften stellvertretend für die 14 insgesamt auf der CD enthaltenen: High Resolution, Depth, Atmosphere, Midrange Purity, Naturalness, Transparency, etc.

In 2) geht es um einen von J. Gordon Holt gelesenen Text aus der Stereophile Vol.1 No.4 (March-April 1963), bei dem während des Sprechens insgesamt 18 verschiedene Mikrofone nacheinander benutzt wurden.

Der m903 hat mit 1) keine Mühe, es klingt alles sauber, musikalisch, auch gut nachvollziehbar, um welche Eigenschaft es gerade geht. Der baby reference zeigt jedoch den großen Einfluss eines Vorverstärkers auf die Eigenschaften der gesamten Kette. Die Stücke gewinnen an Ausdrucksstärke, Wahrhaftigkeit, Genauigkeit, 3-Dimensionalität ungemein.

Bei 2) musste ich mit dem m903 genauer hinhören, um die Feinheiten der Mikrofon-Charakteristiken sowie den Wechsel beim Sprechen von dem einen zum anderen Mikrofon zu erkennen. Mit dem baby reference gelingt mir das mühelos.

Übrigens, vor dem Kauf des baby reference hatte ich einen neuen MFA Classic V2 als Testgerät für knapp 30 Tage zu Hause. Der Classic V2 spielt m. E. in der gleichen Liga wie der m903. Da es keine große Veränderung damit gab, habe ich mich für eine gebrauchte BR entschieden. Die UVP der baby reference V2 beträgt momentan ca. 6200 Euro, je nach Ausstattung geht es auch höher, da man viele verschiedene Optionen nach eigenem Wunsch wählen kann.

Die m903 habe ich bisher aus Mangel an Möglichkeiten und Bedarf noch nicht mit anderen Wandlern vergleichen können. Als KHV hat mein Woo Audio WA22 die m903 locker abgelöst. Nun die BR auch den m903 als Vorverstärker. Jedoch: Als Kombi-Gerät (Vorstufe, Wandler, KHV) mit Fernbedienung ist der m903 für mich nahezu eine eierlegende Wollmilchsau.

Ahoi,
Haiko
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Beitragvon beltane » 27.12.2016, 01:22

Hallo Haiko,

das liest sich spannend. Und beim Lesen denke ich irgendwie immer wieder: Wenn bereits die passive Vorstufe diesen Teil der Grace Design schlägt (und auch der KHV geschlagen wird durch andere Geräte), müsste dann nicht auch der DA Wandler getauscht werden?

Dies alles ohne Preisbezug - denn als Vorstufe, DA Wandler und KHV ist der Grace Design in Bezug auf die UVP ein hervorragendes Gerät.

Viele Grüße

Frank
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Beitragvon Luukku » 27.12.2016, 21:37

Moin Frank,

ja, vielleicht ist das auch in Zukunft mal der Fall. Aber momentan höre ich nur ca. 10 % meiner Musik über den Wandler, der Rest ist von Platte und CD. Die Musik der Berliner Philharmoniker aus der Digital Concert Hall (http://www.digitalconcerthall.com) kann ich sehr gut mit dem m903 genießen :cheers:

Ahoi,
Haiko
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Beitragvon Melomane » 27.12.2016, 22:39

Hallo Haiko,

ist das nicht ein wenig zu viel der Ehre für die lossy-komprimierte Tonübertragung? Na ja, Hauptsache, es gefällt dir. Ich werde das demnächst auch einmal testen.

Gruß

Jochen
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Beitragvon wgh52 » 27.12.2016, 23:30

Hallo Jochen,

Melomane hat geschrieben:... ist das nicht ein wenig zu viel der Ehre für die lossy-komprimierte Tonübertragung? ...

Bitte poste doch den Link zu den technischen Übertragungsangaben, ich hab auf der Digital Concerthall Website gar nichts dazu gefunden :?

Ansonsten pflichte ich Haiko insofern bei, dass ich z.B. über SatTV und SatRadio an meiner Anlage doch schon recht schöne Konzerterlebnisse verzeichnen konnte, speziell wenn sie im Dolby 2.0 Format übertragen wurden. Nun, ich gebe natürlich zu, dass mein Geraffel nicht wirklich high-end ist 8) , aber Ferseh- und Streaming-Ton gewinnen schon massiv gegenüber TV-Gerät :wink:

Grüße,
Winfried

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Beitragvon Melomane » 27.12.2016, 23:33

Hallo Winfried,

ja, es wird nicht gerade hinausposaunt:

https://help.berliner-philharmoniker.de ... bertragen-

Gruß

Jochen
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Beitragvon wgh52 » 28.12.2016, 00:08

Danke Jochen,

wie Webrecherchen ergeben scheint 256 kbit/s bei 16 Bit/48 kHz nun nicht wirklich offenhörlich schlecht zu sein, obwohl da viel debattiert wird.

Aber ich/man könnte ja mal ein 16/44 CD Stück (z.B. Klavier) in 256 kBit/s AAC konvertieren und die Differenz des Original CD WAV und des WAV-AAC-WAV herstellen und anhören....

Wir driften langsam off-topic. Sorry Haiko!

Grüße,
Winfried

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Beitragvon Horse Tea » 28.12.2016, 00:31

Hallo Winfried,

auch ich bin begeisterter Hörer/Abonnent der Digital Concert Hall. Dennoch teile ich Deine Kritik an der niedrigen Übertragungsrate voll :cheers: . Für den Klang eines großen Orchesters, das sehr transparent und exakt musiziert, leidet der Höreindruck genau in dieser Hinsicht. Das ist ganz deutlich hörbar schlechter als CD. Ich habe dazu auch schon mit dem BPhO Kontakt aufgenommen. (Natürlich) leider ohne Erfolg. Im letzten Jahr gab es einmal eine live Versuchsübertragung in DSD. Das nötige Equipment (Kork, Sony) war aber so ausgesucht, dass ich nicht mithören konnte. Eine Schwierigkeit, die Raten zu erhöhen, liegt wohl in der gleichzeitigen Übertragung von Bild und Ton. Schon jetzt ist die Anforderung an den Internetzugang mit 10 Mbit/sec (mindestens) für Deutschland auf dem Land recht hoch. Und so viele Zuhörer gibt es auch wieder nicht.

Viele Grüße
Horst-Dieter
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Beitragvon beltane » 28.12.2016, 01:48

Hi Haiko,

Luukku hat geschrieben:ja, vielleicht ist das auch in Zukunft mal der Fall. Aber momentan höre ich nur ca. 10 % meiner Musik über den Wandler, der Rest ist von Platte und CD. Die Musik der Berliner Philharmoniker aus der Digital Concert Hall (http://www.digitalconcerthall.com) kann ich sehr gut mit dem m903 genießen :cheers:

okay - das ist dann mehr als verständlich. Bei 10 % Anteil des DA Wandlers am gesamten Musikkonsum würde ich auch nicht unbedingt in diesen Bereich investieren.

Viele Grüße

Frank
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Beitragvon Luukku » 28.12.2016, 22:43

Moin²,

vielen Dank für Eure interessanten Einblicke und Kommentare!
Trotz der datenreduzierten Audioübertragung nutze ich die DCH vor allem, um meinen Musikhorizont zu erweitern. Man kann wunderbar im Konzertarchiv stöbern, Komponisten oder Solisten anhören, verschiedene Dirigenten miteinander vergleichen, Filme (z. B. Dokumentationen über die Philharmoniker oder deren Dirigenten sowie Konzertfilme, z. B. Karajans Rheingold) anschauen, etc.
Gefällt mir dort etwas ausgesprochen gut, stöbere ich dann nach der LP oder einer CD.

Ahoi,
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Beitragvon Melomane » 28.12.2016, 23:30

Hallo Haiko,

ja, das stelle ich mir auch interessant vor. Ich schrecke davor zurück, weil ich am Laptop das Bild genießen und den Klang von dort an die Anlage schicken müsste. Was dann als "Gesamtkunstwerk" unbefriedigend wäre. Ich habe nämlich nur einen alten Röhrenfernseher und keine Lust, den zu ersetzen, solange er seinen Dienst verrichtet.

Gruß

Jochen
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