Rudolf (Neumann O 410, Braun LV 720)

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Bang & Olufsen Beosound 3000

Beitragvon Rudolf » 18.11.2018, 20:32

Hallo Peter,

musikgeniesser hat geschrieben:Gegen alte CD-Spieler ist eher noch weniger einzuwenden als gegen Plattenspieler, egal welchen Alters und Preises. Ein jeder soll nach seiner Façon selig werden.

besten Dank für deine aufmunternden Worte, die mich darin bestärken, meinem Philips CD 100 einen weiteren CD-Player zur Seite zur stellen. Es handelt sich um den Beosound 3000 aus dem Hause Bang & Olufsen:

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Die Beocenter-Baureihe mit ihren markanten Schiebetüren stammt aus den 90er-Jahren - der Beosound 3000 gar aus den 00-Jahren - und bildet damit einen gewissen Stilbruch zu meinen letzten Vintage-Geräten. Der Beosound lief mir daher auch eher zufällig über den Weg, als dass ich mich bewusst für das Modell entschieden hätte.

Umso erfreulicher ist die Designtauglichgkeit in meiner Hörumgebung:

Bild

Der Name Bang & Olufsen wird zuvorderst mit extravagantem Design und weniger mit audiophilen Klängen in Verbindung gebracht. Natürlich bezahlt man auch für das Aussehen (selbst Designer müssen ihre Familie ernähren), aber ich muss sagen, dass sich der Beosound nebenbei auch klanglich ganz hervorragend macht. Hinzu kommt, dass man ihn wahlweise mit variabler Ausgangslautstärke betreiben kann, wobei in diesem Betriebsmodus sogar eine Klangregelung und die von mir geschätzte Loudness-Funktion zur Verfügung stehen. Selbst eine Fernbedienung ist nicht unbedingt erforderlich. Mit anderen Worten: Außer einem Beosound 3000, einem Adapterkabel und ein paar guten Aktivlautsprechern braucht es nichts weiter für eine schlanke, schicke Anlage!

Viele Grüße
Rudolf
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Beitragvon Hans-Martin » 18.11.2018, 23:00

Hallo Rudolf,

Beo hat auch Philips-Technik drin - allerdings die einer deutlich späteren Generation. Markentreue kennt man ja schon von dir! :wink:

Diese oft eher als Designanlage verschmähte Zentrale steht und fällt klanglich doch wohl eindeutig mit den Lautsprechern. Mich hat diese Augenweide immer fasziniert, die dazu passenden Wand-LS eher weniger (B&O hat schon immer polarisiert).

Im wahrsten Sinne des Wortes eine schöne Ergänzung deiner Zweitanlage, da freu ich mich mit dir!

Grüße
Hans-Martin
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Beitragvon Rudolf » 03.12.2018, 23:38

Liebe Freunde,

damit sich der Philips CD 100 nicht alleine durch meine CD-Sammlung quälen muss, habe ich ihm einen Jahrgangs-Kollegen von 1983 zur Seite gestellt. Der spielt sich gerade warm:

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Ich sage nur: wunderbar warmer, analoger Klang

Wenn's draußen mal wieder hell wird, lüfte ich den Schleier.

Viele Grüße
Rudolf
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Beitragvon Newton » 04.12.2018, 08:30

Hallo Rudolf

Ist das ein Dual CD 120?
War damals (ca 1984) mein erster CD-Player.

Beste Grüße
Andreas
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Beitragvon Rudolf » 04.12.2018, 09:56

Hallo Andreas,

genau, es handelt sich um einen Dual CD 120, den ich gestern Abend beim Erstbesitzer abgeholt habe. Der Player schnurrt wie am ersten Tag und sieht auch so aus.

Der Dual CD 120 basiert auf dem Hitachi DA-1000, genauso wie der Saba CDP 380 und der Nordmende 2000. Ein besonderer Reiz besteht in dem motorisch auf- und zuklappenden Schacht zur Aufnahme der CD.
Mir gefällt zudem das aufgeräumte Bedienpanel mit netten optischen Statusanzeigen. Dass auf der Front zudem das Label der legendären Plattenspieler-Schmiede prangt, ist eine schöne Reminiszenz.

Der CD 120 verfügt über regelbare Ausgänge, so dass sich Aktivlautsprecher direkt ohne den Weg über einen Vorverstärker anschließen lassen. Für die Puristen unter uns also bestens geeignet!

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Dual CD 120

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Nordmende 2000

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Hitachi DA-1000

Zum Thema Vintage CD-Player gibt es auf diesen beiden Seiten eine Fülle von Informationen:

https://www.cd-museum.de/
http://vintage-audio-laser.com/

Diese Vintage-Reisen tun gut, zum einen, weil sie schöne Erinnerungen wecken, zum anderen, weil sie erden helfen und zeigen, wie hifidel die Musikwiedergabe bereits vor 30 Jahren war. Ich gehe soweit zu behaupten, dass die einzig wirkliche klangliche Revolution seit der Entwicklung der CD darin besteht, mittels DSP den Frequenzgang zielgenau an die persönlichen Präferenzen bzw. die Notwendigkeiten des Hörraums anpassen zu können. Das war mit den früher üblichen Tonreglern nur sehr eingeschränkt möglich. Ansonsten macht heute - genauso wie früher - die Kombination aus Lautsprechern und Raum die Musik.

Viele Grüße
Rudolf
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Beitragvon Thomas K. » 04.12.2018, 11:26

Rudolf hat geschrieben:Diese Vintage-Reisen tun gut, zum einen, weil sie schöne Erinnerungen wecken, zum anderen, weil sie erden helfen und zeigen, wie hifidel die Musikwiedergabe bereits vor 30 Jahren war.

Hallo Rudolf,

volle Zustimmung, früher war nicht alles besser, aber oft genau so gut wie heute. Das liegt meiner Meinung nach daran, daß nicht unbedingt nach dem Motto entwickelt wurde, das muß in der UVP mindestens 50 Cent unter dem Preis der Konkurrenz liegen, und in der Herstellung auch noch billiger sein. Wie man an Gerts jüngstem Modifizierungsobjekt sehen kann, betrifft das selbst High End.

Viele Grüße
Thomas
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Beitragvon Newton » 04.12.2018, 11:35

Meine damalige Freundin fragte mich bei einem unserer ersten Dates, ob das Ding "für die kleine Wäsche sei" ... :mrgreen:

Gruß
Andreas
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Beitragvon Hans-Martin » 04.12.2018, 23:12

Thomas K. hat geschrieben:volle Zustimmung, früher war nicht alles besser, aber oft genau so gut wie heute. Das liegt meiner Meinung nach daran, daß nicht unbedingt nach dem Motto entwickelt wurde, das muß in der UVP mindestens 50 Cent unter dem Preis der Konkurrenz liegen, und in der Herstellung auch noch billiger sein. Wie man an Gerts jüngstem Modifizierungsobjekt sehen kann, betrifft das selbst High End.

Hallo Thomas,

mal ganz praktisch: ich erinnere mich prinzipiell an CD-Player, die keine CDs spielen konnten, die über 70 min hinausgingen. Auch gab es Player, die nicht mehr als 20 Titel anzeigen konnten, wohl aber durchgängig abspielen konnten. Die Preise lagen anfänglich über 2.000 DM, umso ärgerlicher, wenn man versehentlich mit dem Ellenbogen den Player anstieß und der Servicetechniker das Gerät nicht mehr retten konnte. Die ersten 3 Jahre waren nicht ganz einfach. Es gab auch CDs, die nach einiger Zeit anliefen und unspielbar wurden.

Menschen tendieren dazu, die Negativerlebnisse zu vergessen oder zu verdrängen, an die positiven erinnert man sich lieber. Ich halte das für eine akzeptable, für die psychische Gesundheit durchaus vorteilhafte Eigenschaft (die Wahrheit etwas zu verbiegen).

STEREO verzichtete noch 1986 auf Klangbeschreibungen der Player (weil digital, müsse alles gleich klingen), das war m.E. mitten in einer rasanten Vorwärtsentwicklung bis in die frühen 1990er Jahre. Dann gab es CD-Laufwerke, separate DACs und Jitter-Killer/Reclocker, auch schon Clocksynchronisation (dpa, Arcam), und das Ausphasen war in gewissen Kreisen geläufig, ebenso die Laufrichtung von (Digital-)Kabeln und viele DACs hatten Polaritätsschalter. Zusatznetzteile lieferten besonders rauscharme Versorgung bestimmter Schaltkreise in Schlüsselpositionen.

Ich kann mich noch für diese Geräte begeistern, die 8-9 Jahre nach den ersten CD-Playern erschienen. Vor 15 Jahren erbte ich einen Philips CD100, den habe ich bald in der Bucht verhökert, völlig emotionslos. Da hatte ich doch inzwischen Besseres kennengelernt.

Grüße
Hans-Martin
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Beitragvon Rudolf » 04.12.2018, 23:47

Hallo Hans-Martin,

wenn ich nur eines meiner Quellgeräte auf die berühmte einsame Insel nehmen dürfte, wäre dies natürlich der Abacus Streamer. Der klingt immer noch am besten. Trotzdem spielen die alten Schätze erstaunlich gut. Und gerade der eingeschränkte Bedienkomfort entschleunigt das Musikhören auf angenehme Weise. Zusammen mit ihrer Haptik und den Erinnerungen an Sturm- und Drangzeiten vermitteln mir die Oldtimer ein schönes Gefühl.

Der Vorbesitzer des Dual CD 120 erzählte mir dazu eine nette Anekdote:
Seine erste CD war das Köln Concert von Keith Jarrett, und er hatte sie gekauft, ohne überhaupt einen CD-Spieler zu besitzen. Für ihn war sie mit dem damaligen Preis von 39,99 DM einfach eine Kostbarkeit. Den Dual hat er dann später als "Schnäppchen" für 1.200 DM ergattert. Ich kann mir lebhaft vorstellen, wie er seine wertvolle CD mit zittrigen Fingern einlegte und fasziniert dem knisterfreien Klang lauschte ...

Viele Grüße
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Beitragvon Hans-Martin » 05.12.2018, 00:54

Hallo Rudolf,

ausgerechnet das Köln Concert, welches vom gepflegten Vinyl doch mehr überzeugt als von der CD ... und ausgerechent Keith Jarrett, der erklärte, dass beim Abspielen einer CD das Gefühl ausblieb, was er vor seinem Instrument sitzend beim Spielen erlebte - was hingegen Vinyl ihm vermitteln konnte.

Heute spricht er anders: https://www.zeit.de/kultur/musik/2018-1 ... ettansicht, aber Köln Concert lässt mich keineswegs kalt, andere Aufnahmen von ihm aber schon.

Ich blicke gerade auf ein ungespieltes Doppel-LP-Set, meine Reserve - das ursprüngliche vielgespielte Set ist im Plattenschrank eingereiht. Die digitale 96/24 Version finde ich auch nicht so schlecht wie die CD (meine habe ich 1986 gekauft), und geFLOWt ganz akzeptabel. Aber die LPs haben einenbesonderen Charme ...

Grüße
Hans-Martin
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Beitragvon Thomas K. » 05.12.2018, 01:03

Hallo Hans Martin

Hans-Martin hat geschrieben:mal ganz praktisch: ich erinnere mich prinzipiell an CD-Player, die keine CDs spielen konnten, die über 70 min hinausgingen.

Dazu zählten aber bestimmt nicht die Philips Player bzw. die Player, die auf Philips-Technik basierten und CDM1-CDM4 Laufwerke hatten.

Ich hatte zwei Philips(160 und 650) und einen Marantz (CD16), die problemlos meine einzige 72min-CD abspielten, der 650 und der Marantz spielten auch Selbstgebrannte problemlos. Im übrigen ging es mir nur darum, das heutige Geräte kaum besser klingen, obwohl sie das eigentlich müssten.

Und natürlich hat Rudolf recht, gegen den Abacus Streamer machen die ganzen CD Player, was den Klang anbelangt, ob alt oder neu, keine gute Figur.

Viele Grüße
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Beitragvon Hans-Martin » 05.12.2018, 01:15

Hallo Thomas,

der Philips CD 160 kam 1986 - und den meinte ich nicht, der Dual/Saba/Nordmende (alles Marken geführt unter Thomson-Brandt) war 1983.

In den ersten 3 Jahren hat sich viel getan, u.a. war das Einlesen der CD auch keine Geduldsprobe mehr.

Grüße
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Beitragvon Newton » 05.12.2018, 08:46

Hallo liebe Nostalgiker!

Mein Dual CD 120 (und auch der eines Freundes) konnte zunächst tatsächlich keine CDs über 70 Minuten abspielen. Der Grund dafür war profan, ein Kabelbaum hat den Laserschlitten am Ende behindert. :shock: Ein Fehler, den wir schnell beheben konnten.

Zur ersten "Köln Concert"-Ausgabe. Ich erinnere mich, dass zunächst nicht das gesamte Konzert auf der CD war. Eine Plattenseite des Doppelalbums wurde einfach weggelassen, obwohl die CD ja eigentlich genug Speicherkapazität bot ... Bei der nächsten Ausgabe einige Jahre später hatte das ECM dann geändert.

Beste Grüße
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Beitragvon Rudolf » 05.12.2018, 09:36

Hallo Andreas,

dann hatte der Vorbesitzer des Dual CD 120 ja nochmal Glück im Unglück. Unglück, weil er nur das halbe Köln Concert auf seiner CD hatte, Glück, dass es nur das halbe war, denn das ganze hätte der Dual vielleicht gar nicht wiedergeben können. 8)

Viele Grüße
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Beitragvon Rudolf » 07.12.2018, 14:14

Liebe Freunde,

wie versprochen, hier noch Bilder vom Dual CD 120 bei Tageslicht:

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