Holger (aktives DIY 6-Wege Horn)

audiophile Biografien unserer Mitglieder
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Bei Vorstellungen steht die persönliche, subjektive Erfahrungswelt des Verfassers im Vordergrund. Insbesondere soll die Vorstellung als "Visitenkarte" des Mitglieds gewürdigt bzw. respektiert werden. Dialoge sollten hier vorrangig mit dem Verfasser und nicht mit Dritten geführt werden. Siehe auch die Forumsregeln.
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A_stinner
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Beitrag von A_stinner »

Hallo Holger,

sieht auf jeden Fall rein optisch betrachtet schon mal sehr gut aus, alles etwas offener. Auch wenn der Wohnkomfort etwas leidet ( aber du hast ja Ausweichmöglichkeiten), "siegte" die konsequente Umsetzung einer möglichen Verbesserung des Klanggeschehens. "Hut ab" . Aber sowie ich dich kenne, ist das nicht nur äußerlich betrachtet eine Verbesserung geworden. Obwohl dein vorheriges Niveau für viele andere schon "unerreichbar" war. Aber das liegt weniger an den Möglichkeiten, sondern an einer falschen Schwerpunktsetzung.

Gruß

Andreas
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bastelixx
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Beitrag von bastelixx »

Hallo liebes Aktives-Hören Gemeinde.
Trinaural – Fluch oder Segen?
Seit heute Nachmittag ist für mich diese Frage eindeutig beantwortet: Beides zugleich!
Fluch, da ich jetzt dank Holger auch davon richtig „angefixt“ bin. Es spuckt mir im Kopf, was ich Alles dafür benötige um es bei mir umzusetzen.
Segen, da ich zwar viele begeisterte Meldungen darüber gelesen habe, aber was ich erleben dürfte überstieg meine Erwartungen bei Weitem.
Aber die Reihe nach.
Mein heutige Nachmittag ist mit einer gemütlichen Bastelstunde in meinem Keller angefangen, als ich das Telefon läuten im WoZi hörte. Lötkolben ausgemacht und und nach oben geeilt. Am Telefon – überraschend, Holger. Nach c.a. 10-minutigen Gespräch eine Frage ob ich spontan Zeit habe und zu ihm auf eine Hörsession kommen wolle. Dazu muss man sagen, dass ich dem Holger schon ein paar mal meine Interesse darauf verkündet habe. Ich habe seine Anlage schon zwei mal in der kontinuierlichen Entwicklung gehört. Bei letzten mal etwa mehr als vor zwei Jahren, als seine riesige LOW-Mid Hörner in Betrieb genommen wurden. Damals fand ich den erlebten Klang als Besten, den jemals gehört habe. Mit den Low-Mid Hörner hat Klang mehr Punch gegenüber seiner alten Version bekommen und ein guten Stück des Live Musikerlebnis nähe gerückt. Damals fand ich beeindrucken die Demonstration und damit verbundene Klanggewinn mit den nach hinten abstrahlenden Hochtönern und ohne.
Nun zum heutigen Klangerlebnis.
Ich würde es so beschreiben: die Stimmenwiedergabe ist wie Live oder manchmal sogar besser als live, wenn man bedenkt mit welchem Equipment (nämlich meistens nur mit zwei Lautsprechern) live Musik bei kleineren Konzert Bühnen gemacht wird. Das ganze Klangbild hörte sich als entspannt und natürlich, selbstverständlich und präzise konturiert.
Die Umschaltung auf Stereo von Trinaural macht sich sofort bemerkbar – die Stimmen und Instrumente wirken mit weniger Körper, sogar die Tonalität der Stimmen, besonders tiefen männlichen, auffällig verändert sich zum schlankeren, flacheren und weniger lebendigen. Wenn man das erlebte Akustische ins Optische übersetzen würde, dann am Besten würde ich es so beschreiben. Stellt man sich vor, man schaut ein Theater Stück auf der Bühne, dann fällt Vorhang und anstatt der Bühnen Vorstellung wird das Theaterstück auf Leinwand als Film projektiert. So etwa sind die Unterschiede zwischen Trinaural und Stereo. Ohne Übertreibung, Stereo wirkt im Vergleich zum Trinaural als zweidimensional und flach.

Ein rund um gut gelungener spontaner Spätnachmittag mit super Klangerfahrungen (löten kann ich auch morgen :lol: )
Vielen Dank dafür Holger! :D

Viele Grüße aus Wedel
Stanislaw
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Schorsch
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Beitrag von Schorsch »

Hallo Holger,
Du machst Sachen - Respekt und Glückwunsch zum gelungenen Experiment!
Wie Andreas finde ich die neue Anordnung auch bereits optisch besser als Deine erste Trinauralversion. Das wirkt jetzt großzügiger.

Eine Frage habe ich: Wenn ich es richtig sehe, koppelst Du den Tiefbass unter 100 Hz an. Die ungleichen Abstände vom Hörplatz zum jeweiligen Tiefbasshorn werden vermutlich mit Acourate durch Phasenausgleich kompensiert. Ich denke, dass Du auch im Übergangsbereich um die 100 Hz keine Probleme durch Kammfiltereffekte hast?

Ein hochspannendes Setup. So langsam näherst Du Dich asymptotisch dem möglichen Optimum. :cheers:

Viele Grüße
Georg
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Jupiter
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Beitrag von Jupiter »

Hallo Holger,
Da habt ihr was tolles auf die Beine gestellt :cheers:

In den letzten Wochen hab ich öfters an das Raumschiff Enterprise gedacht.
Morgens einmal in den Norden Beamen, am Abend dann wieder zurück Beamen.

Zwischen dem Beamen einmal in den unendlichen Weiten des Klangs baden, das wärs :cheers:

Tolle Geschichte

Gruß
Harald
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Rudolf
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Beitrag von Rudolf »

Hallo Holger,

auch ich melde mich mit Worten der tiefsten Bewunderung und des höchsten Respekts vor deinen Experimenten! Trinaural ist eine Form der Wiedergabe, die ich noch niemals persönlich erfahren durfte, die mir aber schon von der Theorie signalisiert, dass sie der Sterophonie überlegen ist. Trinaural befreit das Gehirn von unnötiger Rechenleistung und sorgt damit für tiefenentspanntes, immersives Hören. Genauso wir Schorsch schon schrieb: Auch auf mich wirkt deine neue Anordnung optisch entspannender als zuvor. Und wenn es dann auch noch besser klingt - Aktiver Hörer, was willst du mehr? :cheers:

Viele Grüße
Rudolf
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schoko-sylt
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Beitrag von schoko-sylt »

bastelixx hat geschrieben:
15.09.2022, 22:05
Hallo liebes Aktives-Hören Gemeinde.
Trinaural – Fluch oder Segen?
Seit heute Nachmittag ist für mich diese Frage eindeutig beantwortet: Beides zugleich!
Fluch, da ich jetzt dank Holger auch davon richtig „angefixt“ bin. Es spuckt mir im Kopf, was ich Alles dafür benötige um es bei mir umzusetzen.
Segen, da ich zwar viele begeisterte Meldungen darüber gelesen habe, aber was ich erleben dürfte überstieg meine Erwartungen bei Weitem.
Ein rund um gut gelungener spontaner Spätnachmittag mit super Klangerfahrungen (löten kann ich auch morgen :lol: )
Vielen Dank dafür Holger! :D

Viele Grüße aus Wedel
Stanislaw

Lieber Stanislaw,

nachdem wir uns neulich bei den Norddeutschen HiFi-Tagen im Rahmen der Stehparty einiger Mitglieder des Forums vor dem Hotel Lindner nach langer Zeit mal wieder gesehen haben und Du so an der trinauralen Wiedergabe interessiert warst, habe ich mich gefreut, Dich als einen der ersten Gäste zum Hören des neuen Setups begrüßen zu dürfen. Ich habe mich sehr über Deine Begeisterung anlässlich der kleinen Musikauswahl gefreut und hoffe, dass Du bei der Umsetzung auf ein trinaurales Setup bei Dir zuhause gut klarkommst.

Herzliche Grüße

Holger
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schoko-sylt
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Beitrag von schoko-sylt »

Schorsch hat geschrieben:
16.09.2022, 12:44
Hallo Holger,
Du machst Sachen - Respekt und Glückwunsch zum gelungenen Experiment!
Wie Andreas finde ich die neue Anordnung auch bereits optisch besser als Deine erste Trinauralversion. Das wirkt jetzt großzügiger.

Eine Frage habe ich: Wenn ich es richtig sehe, koppelst Du den Tiefbass unter 100 Hz an. Die ungleichen Abstände vom Hörplatz zum jeweiligen Tiefbasshorn werden vermutlich mit Acourate durch Phasenausgleich kompensiert. Ich denke, dass Du auch im Übergangsbereich um die 100 Hz keine Probleme durch Kammfiltereffekte hast?

Ein hochspannendes Setup. So langsam näherst Du Dich asymptotisch dem möglichen Optimum. :cheers:

Viele Grüße
Georg

Hallo Schorsch,

die erste Trinauralversion war letztlich auch nur ein Versuch, trinaurale Wiedergabe überhaupt umzusetzen, mit der ich mich bis vor ein paar Wochen noch nicht einmal in meinen kühnsten Träumen ansatzweise beschäftigt habe. Da die Wahrscheinlichkeit bestand, das ganze Setup wieder abreißen zu müssen, wurde es erst einmal, wie ich schon schrieb, "quick and dirty" aufgebaut. Nachdem es dann ganz gut klang und trinaural ggf. "bleiben" sollte, kam das oben beschriebene "Bauchgefühl" mit der größeren Stereobreite und damit zugleich mehr Platz für die Center-Lautsprecher hinzu. Ich finde Version 2 natürlich auch viel wohnlicher, wobei dieser Begriff nüchtern betrachtet für unser Wohnzimmer schon lange nicht mehr zutrifft (man kann es kaum glauben, aber ich bin ein großer Fan des Bauhaus-, aber auch des dänischen Architekturstils mit reduzierten Möblierung und wenigen geschmackvollen Accessoires), wie Du aus persönlichem Augenschein weisst. Da mein Hobby aber gewissermaßen "lebensnotwendig" ist, lässt sich das leider nicht umsetzen, ohne gleich neu zu bauen.

Die 469 cm langen Tiefbass-Hörner werden unter 85 Hz angekoppelt, die "ungleichen" Abstände zu den Hörnern sind kleiner als sie erscheinen und betragen vom Hörplatz aus gesehen bei schnellem Nachmessen lediglich 10 - 15 cm (560 cm zu 570/575 cm). Diese Unterschiede sind vernachlässigbar und werden durch das Delay korrigiert. Wesentliche Kammfiltereffekte sind weder in der unkorrigierten Pulsantwort zu sehen noch in realitas zu hören.

Ich habe Dir einmal einen Screenshot der gemessenen Pulsantworten beigefügt, so dass Du das Geschehen selber in Augenschein nehmen kannst. Die Linearisierung des Frequenzganges ist hierbei noch nicht optimal erfolgt und geht mit etwas Fleißarbeit noch besser, wir haben uns erst einmal auf das trinaurale Geschehen konzentriert.


Unkorrigierte Pulsantworten LogSweep 10 - 44100 Hz:


Bild



Leider wird die asymptotische Näherung in Bezug auf den Benefit gefühlt immer schwieriger, manchmal kommt es aber auch unerwartet zu (trin)auralen Glücksmomenten, mit denen man nicht gerechnet hat. Das entschädigt dann für viele frustran verlaufende Experimente, die es natürlich auch immer wieder gibt.

Viele Grüße

Holger
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schoko-sylt
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Beitrag von schoko-sylt »

Lauthörer hat geschrieben:
26.08.2022, 12:48
Hallo Holger,

für mich ist das nicht das Füllen eines Sommerlochs, sondern ein ernst gemeinter und offenbar komplexer Versuch, die Wiedergabe zu vervollkommnen. Bei der Ansicht der screenshots mit den vielen Tabellen wird mir fast schwindelig.

Da mein Hörraum perfekt geeignet für trinaural wäre, einschl. einer einsetzbaren Verstärker-/ DSP-Elektronik, könnte das für mich interessant sein. Wenn ich in den 90ern nicht Erfahrung mit trinaural gemacht hätte. Damals ohne DSP, was der Grund sein könnte, dass mich das nicht überzeugen konnte.

Jedenfalls gebührt dir Dank für die erneute Grundlagenarbeit, sowohl theoretisch als auch praktisch.

Gruß Andreas

Hallo Andreas,

spät kommt die Antwort, aber sie kommt. In Deinem großartigen Raum würde ein trinaurales Setup wahrscheinlich exzellent klingen, ich stehe gern für Fragen oder einen Hörtermin für Dich zur Verfügung.

Viele Grüße

Holger
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schoko-sylt
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Beitrag von schoko-sylt »

Jupiter hat geschrieben:
16.09.2022, 16:27
Hallo Holger,
Da habt ihr was tolles auf die Beine gestellt :cheers:

In den letzten Wochen hab ich öfters an das Raumschiff Enterprise gedacht.
Morgens einmal in den Norden Beamen, am Abend dann wieder zurück Beamen.

Zwischen dem Beamen einmal in den unendlichen Weiten des Klangs baden, das wärs :cheers:

Tolle Geschichte

Gruß
Harald

Hallo Harald,

mit dem Raumschiff Enterprise verbinde ich nicht nur die andere Form des "Beamens", die es bei Hörnern natürlich unbedingt zu vermeiden gilt, :wink: sondern auch die großen und speziellen Ohren, die schon weit vor der Zeit von Mr. Spock im Märchen von "Rotkäppchen und der Wolf" en vogue waren: "Warum hast du so große Ohren? Damit ich dich besser hören kann". Daher, wie immer, auch die Geschichte drumherum. Schön, dass sie Dir gefallen hat.

Von Bad Dürkheim nach Hamburg sind es noch nicht einmal 600 Kilometer, wie ich gerade gegooglemapsed habe. Wo ist das Problem?

Viele Grüße

Holger
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schoko-sylt
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Beitrag von schoko-sylt »

Rudolf hat geschrieben:
16.09.2022, 22:39
Hallo Holger,

auch ich melde mich mit Worten der tiefsten Bewunderung und des höchsten Respekts vor deinen Experimenten! Trinaural ist eine Form der Wiedergabe, die ich noch niemals persönlich erfahren durfte, die mir aber schon von der Theorie signalisiert, dass sie der Sterophonie überlegen ist. Trinaural befreit das Gehirn von unnötiger Rechenleistung und sorgt damit für tiefenentspanntes, immersives Hören. Genauso wir Schorsch schon schrieb: Auch auf mich wirkt deine neue Anordnung optisch entspannender als zuvor. Und wenn es dann auch noch besser klingt - Aktiver Hörer, was willst du mehr? :cheers:

Viele Grüße
Rudolf

Hallo Rudolf,

Dein Besuch in Hamburg steht ja noch immer aus! Ich wohne übrigens noch immer am selben Ort. Wir könnten dann auch gemeinsam endlich die Yamaha NS-1000 in Betrieb nehmen und zum Vergleich aufstellen. - Das mit der reduzierten Rechenleistung beim Hören kommt mir übrigens sehr gelegen, weil ich auf Grund der eingeschränkten Kapazität meines Gehirns maximal immer nur ein Lied am Stück hören kann. :wink: Vielleicht finde ich auch deswegen trinaurales Hören so gut. Andererseits, auch die anderen Jungs fanden es gut. Sollten die vielleicht auch ..... :mrgreen:

Es geht doch nichts über Beryllium, ob in der seeligen Yamaha NS-1000 oder in einem TAD-Treiber. Von daher schließt sich der Kreis wieder.

Viele Grüße

Holger
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schoko-sylt
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Beitrag von schoko-sylt »

Jake52 hat geschrieben:
21.04.2022, 21:50
Hallo Holger,

natürlich besteht Interesse an den Messergebnissen des TAD 4003 im 200er Horn.
Auch wenn es nur zum Träumen davon anregt.

Schöne Grüße
Jakob
Hallo Jakob,

beim Durchforsten meines Threads ist mir aufgefallen, dass ich Deinem Interesse an den Frequenzgangmessungen des TAD TD-4003 nicht nachgekommen bin, obwohl ich seitdem einiges geschrieben habe. Daher hier die "etwas" verspätete Antwort.

Ungeglättete Frequenzgangmessungen des TAD TD-4003 und des Yamaha JA6681B im JMLC-200T-Horn (970 mm Durchmesser):

Bild

Die TAD-Treiber laufen schon noch etwas gleichmäßiger, das "Gezappel" im Frequenzgang des gemessenen Paares der Yamaha-Treiber im oberen Frequenzbereich ist auf verschiedene Artefakte zurückzuführen (u.a. Membranzentrierung, die bei diesem Paar mal nachjustiert werden könnte, die Treiber sind immerhin über 40 nachhaltige Jahre alt!) und könnte daher beseitigt werden (wenn es denn gewünscht wäre, weil der Treiber dort oben bei der verwendeten Trennfrequenz schon lange nicht mehr spielt).

Ich verwende zur Zeit für meinen trinauralen Aufbau die TAD- anstatt der ursprünglich eingebauten Yamaha-Treiber, aber das ist kein Dogma, denn (auch) die Yamaha-Treiber haben etwas Spezifisches insbesondere bei Stimmwiedergabe, das, sagen wir es mal so, die TAD-Treiber anders machen. Nur ist ein schneller Umbau insbesondere unter dem Aspekt des trinauralen Aufbaus mit Bestückung von drei Hörnern und der anschließenden Einmessaktion leider noch viel aufwendiger geworden. Außerdem sind zumindest zwei Personen erforderlich und das ganze Setup funktioniert nach den Basteleien mit der optimierten Eingliederung des Center-Lautsprechers gerade ganz gut, so dass ich zumindest morgen trotz des geflügelten Wortes "Morgen ist auch noch ein Tag" nicht umbauen werde, zumal sich für Dienstag Hörbesuch angemeldet hat. Mir sind sozusagen die Hände gebunden. :wink:


Viele Grüße

Holger
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bastelixx
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Beitrag von bastelixx »

Lieber Holger,

es hat nicht so lange gedauert, wie ich zuerst gedacht habe und ich höre ab heute bei mir Zuhause auch Trinaural. Ist zwar noch ein Provisorium auf Schnelle zusammen gestellt . Ein Box, zwar noch mit einer passiven Frequenzweiche habe ich von einem Freund geliehen aber vorerst ist auch gut. Ich will mir mein eigenes bauen, alle Teile dafür sind vorrätig. Meine Begeisterung von der trinauralen Musikwiedergabe ist nach wie vor sehr groß und die Optimierungsspielwiese ist riesig. Ich habe noch Delays nicht überprüft und nicht nachgemessen, sondern die für meine R und L Boxen übernommen. Trotzdem das Ergebnis lässt sich super hören, ist nicht ganz vergleichbar mit dem, was ich bei dir gehört habe :cheers: , aber einen richtig große Vorsprung vor dem Stereo.
Die Schlimmste Arbeit die mit der Umstellung auf trinaural verbunden ist, dass ich nochmal zwei Löcher aus dem Keller durch die Betondecke in der Wand bohren muss. Meine alle Geräte außer Boxen und Multimedia PC befinden sich im Keller unter dem WoZi aber was soll. Was tut man nicht alles für unseres geliebtes Hobby? :lol:

Mit trinauralen Grüßen
Stanislaw
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Jake52
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Beitrag von Jake52 »

Hallo Holger,

vielen Dank für die Antwort und die eingestellten Frequenzgänge.
Nach einer kurzen, aber heftigen Enttäuschung über die "Nichtbeachtung" hatte ich es schon gar nicht mehr auf dem Schirm.
Aber jetzt ist alles wieder gut. :D

Schöne Grüße
Jakob
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Lauthörer
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Registriert: 16.07.2019, 14:47

Hörbesuch bei Holger

Beitrag von Lauthörer »

Hallo zusammen,

seit einigen Jahren bin ich auf der Suche nach interessanten Lautsprechern, bei denen es sich lohnt, sich diese einmal genauer anzuhören. In einem Blog, der nicht mehr aktiv ist, hatte ich die Berichte auch veröffentlicht. Da waren Lautsprecher wie eine Neumann KH 420 ebenso vertreten wie ein Manger c1 oder ein Meyersound Bluehornsystem oder ein Wisdom Sage L 150i. Was lag also näher, sich einmal das außergewöhnliche Lautsprecher Setup von Holger anzuhören, zumal er das auf Trinaural erweitert hat.

Bevor ich mit dem eigentlichen Bericht beginne, den ich in die Kapitel

- Trinaural vs. Stereophonie
- Raum und Raumakustik bei Holger
- Beschreibung des Lautsprecherklangs
- Fazit

unterteile, zunächst einige Vorbemerkungen.

Bei Lautsprechern, die in der obersten Liga spielen, halte ich vergleichende Bewertungen wie besser/schlechter für nicht angebracht. Wie sollte ich z.B. einem Besitzer einer Magnepan MG 20.7 ein Besser oder Schlechter im Vergleich zu einem Hornsystem oder einem Spitzenmonitor für große Tonregien (z.B. ein Bluehornsystem) erklären. Es geht also in der Topliga der Lautsprecher in erster Linie um die Frage, welche Klangphilosophie der Hörer bevorzugt, welche spezifischen Eigenschaften am meisten zusagen. Bedenkt man dann noch, dass jeder Hörer auf dieser Ebene mit Sicherheit seine eigene Geschmackszielkurve hat, auf die sein System eingestellt ist, kann von besser oder schlechter erst recht keine Rede mehr sein. In dieser Topliga befinden wir uns mit dem System von Holger ohne jeden Zweifel. Sein System zu beschreiben, erspare ich mir, denn das hat Holger bereits in aller Ausführlichkeit einschl. aussagekräftiger Messwerte in diesem Thread getan.

Als ich den Raum betrat und vor den Lautsprechern stand, kam in mir spontan das Gefühl hoch, dass hier nicht ein Raum mit einer Anlage zu sehen ist, sondern eine Anlage mit einem Raum. Derart dominant hatte ich das von den Fotos her nicht erwartet. Besonders die auf dem Boden liegenden, viereckigen Basshörner sind live viel größer, als sie auf den Fotos rüberkommen. Die mehrfach gebogenen Subbasshörner fallen dagegen noch am wenigsten auf.

Kommen wir aber zu Kapitel 1: Trinaural vs. Stereophonie

Ich hatte mir natürlich meine eigene Musik auf Stick mitgebracht, die Holger auch bereitwillig auf sein System übertrug. Alles Titel, die ich sehr gut kenne, und mit denen man Lautsprecher ausloten kann. Holger ließ mich meine Titel hören, auch mal wiederholen, ohne auch nur ein einziges Mal den Versuch zu unternehmen, mir seine eigenen Favoriten aufzudrängen, was ich sehr schätzte. So etwas bringt Ruhe ins Hören und nimmt Druck heraus.
Wir begannen in Stereo, Bert Kaempfert, Africaan Beat, eine Zweimikrofonaufnahme aus den frühen 60ern. Für mich ist das immer so eine Art Justierung. Danach folgten zwei Stücke mit stark fokussiertem Gesang, Mari Boine, Mu Ahkku und James Cotton, Down at Your Buryin. Jetzt kam zum ersten Mal Trinaural zum Einsatz. Bereits nach wenigen Minuten, bei beiden Stücken, hörte ich den Center, der nun mitspielte, als Schallquelle heraus. Wir reden oft von der Phantommitte. Aber in Wahrheit haben wir es gerade bei hochwertigen, penibel abgestimmten Lautsprechern ausschließlich mit Phantom-Schallereignissen zu tun, egal, ob die nun von der Mitte, halbrechts oder von hinten links kommen. Die eigentliche, schallerzeugende Schallquelle sollte man nie heraushören können. Deshalb ist die Reduzierung der Betrachtung auf die Phantommitte nicht zielführend.
Holger schlug vor, das Trinauralsetup leicht zu verändern, was ihm auch recht schnell von der Hand ging. Nun war das Problem beseitigt, aber jetzt konnte ich keinen Unterschied mehr zwischen Stereo und Trinaural sicher detektieren. In einem Falle lag ich sogar falsch, als Holger hin und her wechselte.
Nur bei einem einzigen Titel, B. Dennerlein, Going Home, hatte das später einsetzende Saxophon, ganz knapp rechts der Mitte, mehr Körper und etwas mehr Substanz als in der Stereovariante.
Somit komme ich offenbar zu einem anderen Schluss als wohl alle Hörer, die hier teils euphorisch von einer anderen Wiedergabedimension durch trinaural geschrieben haben. Dies ist aber keine Kritik am System Trinaural, sondern ein dickes Kompliment an die perfekte Stereoabstimmung von Holgers System.

Raum und Raumakustik:

Wenn man bedenkt, dass es sich hier auch um einen Wohnraum handelt, sind nicht nur das sehr raumgreifende System sondern auch die optisch sehr präsenten Raumakustikmodule verschiedenster Art sehr auffällig und lassen auf eine hohe Toleranz der Mitbewohner schließen. Trotzdem fügt es sich noch angenehm in das Gesamtambiente ein, obwohl hier auch ganz andere Maßstäbe gelten können. Holger hat das Glück, dass er sich austoben kann und wird dafür mit einer superben Raumakustik belohnt. Der Raum ist in allen! Frequenzbereichen gut und gleichmäßig gedämmt, ohne akustisch tot zu klingen. Das wage ich nach Gehör zu behaupten, ohne selbst gemessen zu haben. Aber wer sich so viel mit seiner eigenen Raumakustik befasst wie ich, bekommt dafür ein Gespür. Hut ab, Holger.

Nun zum Klang dieser Lautsprecher selbst:

In allen Lagen und Klangkriterien, die ich hier nicht mehr im Einzelnen erklären möchte, besticht dieses System durch souveräne Erfüllung. Dynamik (wen wundert es?), Tonalität, Basstauglichkeit ohne den Anflug von Dröhnen, Raumabbildung, seidige Streicher, an Stellen, wo manch anderer Lautsprecher eher harsch klingt, gehören mit zum Besten, was ich bisher hören konnte. Mari Boine, Mu Ahkku, dieser sanfte aber fiese Bass von links, der Mängel der Lautsprecher und der Raumakustik schnell entlarvt, bei Holger kein Problem. Nik Bärtsch, CD Randori, Modul 15, gleich zu Beginn ein sich monoton wiederholender Bass, der Lautsprecher ohne Basskorrektur auf den Hörplatz und schlechter Raumakustik schnell zum Dröhnen veranlasst, bei Holger kein Problem. Nochmal Nik Bärtsch, REA, Modul 26, ein sich immer wieder wiederholender Bassimpuls unter 30 Hz. Der hätte einen Manger c1 mit etwas mehr Pegel gnadenlos zum Einsetzen des Limiters gebracht. Bei Holger kein Problem. Ich könnte noch weiter fortsetzen, will es aber dabei belassen.
Dass dieses System im Stande ist, den gesamten Raum vollends akustisch zu füllen, versteht sich von selbst.

Bleibt jetzt nur noch die Frage, warum Trinaural? Ich stelle diese Frage aus zwei Gründen. Wenn ich genau im Sweetspot sitze, bringt für mich Trinaural keinen Vorteil. Dazu ist Holgers Stereosetup zu penibel und symmetrisch abgestimmt. Der zweite Grund ist für mich die Optik. Das ist aber jetzt höchst subjektiv. Ich persönlich liebe den möglichst ungestörten Blick in die Tiefe des Raums, auch hinter die Lautsprecher. Nichts soll optisch der virtuellen Bühne im Wege stehen. Der bei Holger unvermeidliche Blick auf den auch nicht gerade kleinen Center hat dieses Empfinden schon etwas beeinträchtigt. Um in den Rückraum zu schauen, bleiben eigentlich nur die Bereiche zwischen Center und linkem und rechtem Lautsprecher. Eine ganzheitliche Öffnung bleibt somit auf der Strecke. Das wäre nicht so, wenn der Center weg wäre, gerade jetzt, wo Holger seinem System eine größere Basisbreite gegeben hat. Das ist jetzt für Holger eine Frage der Abwägung, die er sicher anders treffen wird als ich das täte. Im Gegensatz zu mir hört Holger auch mit geschlossenen Augen, womit dieses Problem für ihn gelöst wäre.

Fazit:

Holger hat sich mit einem in jeder Hinsicht enormen Aufwand ein Klangsystem geschaffen, das sich, wie eingangs beschrieben, einer besser/schlechter Skala souverän entziehen darf. Darauf kann er stolz sein. Er könnte sich jetzt ausruhen und sich auf das Hören konzentrieren. Das wird er, so wie ich ihn einschätze, aber nicht. Man kann gespannt sein, was da in Zukunft noch kommt.

Viele Grüße
Andreas
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Kaffeepad
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Registriert: 07.03.2020, 15:37
Wohnort: 21385

Beitrag von Kaffeepad »

Hallo Holger,

ich denke, zu deinen State of the Art Hörnern ist wohl schon fast alles gesagt.
Ich habe deinen Verlauf gelesen, überflogen und nochmal gelesen und gelesen.

Was für eine Leidenschaft du entwickelt hast, macht mich nicht sprachlos, sondern purer Neid macht sich da breit.
Was für ein Glückspilz, nicht das du Ressourcen frei machen kannst, nein auch noch Zeit und eine Partnerin an der Seite, die das alles mit trägt. :cheers:

Was für eine Story, an der du uns teilhaben lässt, vielen lieben Dank für die kurzweilige Hanseatische Drei - Horn Geschichte.

Größtes Interesse weckten die vier Neumänner sowie die Diffus-Schallabhandlung und natürlich aus Zwei mach Drei.

Ohne jetzt deinen Faden zu ruinieren, würde mich auch der Rest deiner Anlage und vor allem was kommt da wie zum Einsatz, interessieren.
Ich sehe auf deinen Bildern feinste Japanische Verstärker,
also Vollverstärker, A sowie AB Boliden aus Jokohama und anderes sehr feines Zeugs.

Leider sind nur sehr wenige Zeilen zu deinem Setup zu finden, woraus ich ein nicht so wichtig für dich schließe, aber bei mir brennt es unter den Nägeln mehr darüber zu erfahren.
Ich würde mich riesig, über eine weitere kurzweilige Fortsetzung von dir freuen.

Liebe Grüße
Lutz
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