Markus (aktives Horn mit Ripol-Bass)

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Markus (aktives Horn mit Ripol-Bass)

Beitragvon markuspac » 08.09.2012, 18:18

Hallo Zusammen,

nachdem ich, wie wohl viele hier, zunächst lange Zeit nur passiv aber mit meist großem Interesse mitgelesen habe, erscheint es mir nunmehr doch wichtig, mich via Vorstellungsthread ein wenig vorzustellen.

Das Hifi-Hobby habe ich für mich vor etwa 9 Jahren wieder neu entdeckt. Als Jugendlicher und besonders zu Studiumszeiten (E-Technik) hatte ich zwar bereits viele (meist auch kostengünstige) Lautsprecher und Elektronik Bastelleien mit Begeisterung umgesetzt, aber danach war das Thema Hifi für mich über Jahre nur noch am Rande interessant.

Der erneute Hifi Spaß kam für mich zunächst wieder auf, nachdem ich eine neue Surround-Anlage angeschafft hatte (Yamaha 7.1 AV-Receiver und Nubert Surround-Boxen). Meine alten und großen WHD Selbstbau-Lausprecher aus den späten 80ern ließen sich nicht so gut in die Surround-Anlage integrieren, gefielen mir auch nicht mehr und wurden daher durch Elac Kompakt-Lautsprecher ersetzt. Das sah schön aus, machte aber klanglich keinen Spaß und wurde daher um einen Nubert-Subwoofer ergänzt.

Allerdings hatte ich nun immer noch nicht wirklich Spaß an der Anlage und mir wurde allmählich klar, dass ich zwar über die Surround-Anlage wieder zum Hifi-Hobby zurückgefunden hatte, mir allerdings für die Freude daran eine gute Stereo-Wiedergabe viel wichtiger war als die Surround- und Basswummer-Fähigkeiten der Anlage.

In den darauffolgenden Jahren habe ich mich dann also wieder primär der Stereo-Wiedergabe zugewandt. Die verschiedenen Anlagenkonfigurationen auf dem Wege dahin hier aufzuzählen ist wahrscheinlich müßig. Das Hobby entwickelte sich aber parallel sukzessive auch wieder in Richtung Selbstbau (zunächst der Lautsprecher), da mich die fertig gekauften Komponenten nicht lange zufrieden stellten und alles in allem für mich gerade die Kombination aus Musikhören und „Basteln“ den besonderen Reiz am Hifi-Hobby ausmacht.

Zu der Zeit wurde ich auf die zwischenzeitig aufgekommenen DSP-gestützten Korrektursysteme aufmerksam, da mir klar wurde, dass ich auch bzgl. Raumkorrektur für optimale Ergebnisse etwas unternehmen muss. Als „Nebenprodukt“ lieferten die DSP-Systeme auch Möglichkeiten zur Frequenzweichenerstellung mit, so dass nach und nach die Aktivierung der Lautsprecher umgesetzt wurde.

Auf der Hifi-Musik-World Messe im Jahre 2007 lernte ich die Möglichkeiten einer PC-gestützten Raumkorrektur und Uli Brüggemanns Acourate-Software kennen, die ich kurz danach gekauft habe. Die Möglichkeiten bzgl. Frequenzweichenerstellung und Raumkorrektur sind seit dem Einsatz von Acourate geradezu explodiert und ich kann sagen, dass ich an dieser Stelle tatsächlich das erste Mal mit meiner Anlage ein wirklich befriedigendes Klangergebnis erzielen konnte.

Die Motivation zu weiteren Bastelleien und Veränderungen am Anlagen-Setup wurden seit Acourate allerdings nochmals so richtig angespornt. Darüber hinaus erschlossen sich mir auch die Möglichkeiten von Acourate sowie die technischen Hintergründe erst zunehmend mit wachsender Erfahrung und Auseinandersetzung, auch wenn das Tool von Anfang an sehr gute Ergebnisse lieferte.

Über den Acourate-Userkreis lernte ich letztlich auch andere Hifi-Begeisterte kennen und kam dadurch Ende 2008 zum ersten Mal in Kontakt mit guten Hornlautsprecher-Systemen. Die klanglichen Vorzüge von Hornsystemen zogen mich sofort in ihren Bann. Mich begeisterten insbesondere die dynamischen Vorzüge sowie die Fähigkeit, das Schallereignis quasi ungefiltert ans Ohr zu transportieren. Dadurch entsteht ein sehr direktes, feinauflösendes und einnehmendes Hörerlebnis das mich bis heute begeistert.

Mit tatkräftiger Unterstützung aus dem Hifi-Freundeskreis konnte auch ich mir seither nach und nach meinen Traum vom DIY Hornlautsprecher erfüllen. Mein aktuelles 4-Wege Setup besteht aus einem Hochtonhorn mit TAD-703 Halb-Zoll Druckkammer-Treiber, einem Mitteltonhorn mit JBL 1,5-Zoll Druckkammer Treiber, einem 25cm Konus Tief-Mitteltöner (PHL 3020) im geschlossenen Gehäuse sowie je zwei Ripol Bass-Systemen mit 30er Bassen. Angetrieben wird das Ganze im HT und MT mit jew. einem Class-A Amp. auf Grundlage der Pass Firstwatt F5 Schaltung, für den TMT wird ein Hypex UcD180HG (Class-D) eingesetzt und für die Bass-Systeme sind Coldamp BP4078 Class-D Endstufen zuständig.

Der Rest des Setups wurde zwischenzeitig weitestgehend auf das Notwendigste reduziert, da ich ausschließlich digitale Medien verwende. Das heißt in meinem Falle, dass ich einen dezidierten Win7-PC verwende, auf dem die Player-Software (JRiver MC17, ferngesteuert via JRemote iPad-App) und Raumkorrektur-Software (ConvolverVST auf VST-Host) läuft. In dem PC wird als Audio-Interface eine RME AES HDSPe 32 eingesetzt und die DA-Wandlung übernimmt ein MH-LIO8. Als 8- bis 10-Kanal Lautstärkeregler zw. DA-Wandler und Endstufen verwende ich einen modifizierten Hifi-Akademie PreAmp. Die Raumkorrektur Messung erfolgt mit Earthworks M50 und Grace M-101.

In letzter Zeit habe ich noch ein wenig mit dem Thema doppelte Bassanregung herumgespielt. Zu diesem Zweck habe ich auf der den Frontlautsprechern entgegengesetzten Raumseite einen zusätzlichen Basslautsprecher installiert (geschlossene Box mit zwei 20er Vifa PLW 22). Das sollte zunächst eine elektr. Bassfalle werden, endete aber (da die Längsmode meines Hörraums eigentlich kein Problem darstellt) letztlich mit sehr befriedigendem Ergebnis in einer zusätzlichen rückwärtigen Bassanregung mit entspr. Zeitversatz sowie Frequenzgangkorrektur. Insoweit habe ich derzeit also ein 10-Wege System. :wink:

Zur Illustration füge ich ein paar Fotos bei.

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Das war’s zunächst von meiner Seite. Es ist schon erstaunlich wie lang der Text wird, selbst wenn man sich eigentlich auf das wesentlichen beschränken wollte. :)

Viele Grüße …

Markus

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Beitragvon veloplex » 08.09.2012, 20:13

Hallo Markus,


Schönes Setup hast du dir "gebastelt".

Eine Frage habe ich. Warum convolverVST über den Umweg VstHost, JRiver 17 hat doch einen convolver eingebaut?

Gruß Christoph
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Beitragvon Alt Opel » 08.09.2012, 21:12

Hallo Markus,
langer Weg- langer Text.
freut mich sehr dich hier zu lesen. :cheers:
Gruß,
Detlef
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Beitragvon markuspac » 09.09.2012, 09:13

Hallo Christoph,

veloplex hat geschrieben:Eine Frage habe ich. Warum convolverVST über den Umweg VstHost, JRiver 17 hat doch einen convolver eingebaut?

bevor ich JRiver nutzte war Foobar meine bevorzugte Player-Software. Mit Foobar war der Einsatz einer separaten Convolution-Engine erforderlich, da eine Lösung mit 8-10 Kanälen innerhalb von Foobar nicht realisiert werden konnte.

Mit der Umstellung auf JRiver (was mir insbesondere bzgl. der Fernsteuerbarkeit besser gefiel (JRemote vs. Touchremote)) habe ich natürlich die JRiver-interne Convolution-Engine ausprobiert. Technisch funktioniert das ganz offensichtlich einwandfrei (an den Faltungsergebnissen inkl. Delay-Adaption war jedenfalls letztlich nichts auszusetzen). Auf dem Papier ist die JRiver Convolution-Engine dem ConvolverVST überlegen (64 vs.32 Bit) allerdings war ich bei mir, in meinem Setup, klanglich nicht zufrieden mit der JRiver Convolution-Engine. Es klingt irgendwie „langweilig“.

Ich bin mir nicht ganz sicher, warum das so ist. Unter MC18 (wo es einen externen Signaleingang für die Convolution-Engine geben soll, was das Messen erleichtern wird) werde ich der Sache jedenfalls nochmals intensiver nachgehen. Auch aus meiner Sicht wäre eine „integriertere“ Convolution Lösung eigentlich schöner.

mfg
Markus
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Beitragvon nihil.sine.causa » 09.09.2012, 09:52

Hallo Markus,

super interessant Dein Setup. Besonders beeindruckend finde ich, was Du selbst gebaut hast und wie konsequent Du Dein Konzept dabei verfolgt hast (auch wenn Du es in Deinem Text nur angedeutet hast...)

Mich würde das Thema RiPol näher interessieren. Wie klingt ein solches System im Vergleich zu einem klassischen Sub-Aufbau? Der RiPol bringt quasi seinen eigenen Gegenbass mit (wenn ich das richtig gelesen habe). Was verändert sich am Frequenzgang dann durch die zusätzliche Sub-Unterstützung mit Zeitversatz?

Beste Grüße
Harald
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Beitragvon hornblower » 09.09.2012, 10:22

markuspac hat geschrieben: Über den Acourate-Userkreis lernte ich letztlich auch andere Hifi-Begeisterte kennen und kam dadurch Ende 2008 zum ersten Mal in Kontakt mit guten Hornlautsprecher-Systemen. Die klanglichen Vorzüge von Hornsystemen zogen mich sofort in ihren Bann. Mich begeisterten insbesondere die dynamischen Vorzüge sowie die Fähigkeit, das Schallereignis quasi ungefiltert ans Ohr zu transportieren. Dadurch entsteht ein sehr direktes, feinauflösendes und einnehmendes Hörerlebnis das mich bis heute begeistert.

Hallo Markus,

willkommen hier im sehr kleinen, erlauchten Kreis der aktiven Hornhörer. Die Kombination von Hornsystemen mit digitalen Korrektursystemen, die die prinzipbedingten Schwächen von Hörnern eliminieren, ohne deren Stärken zu schmälern, ist eine sehr vernünftige und weit führende Angelegenheit. Auch die Wahl Deiner Endstufen zeugt von Sachverstand. Auch von Ripolbässen liest man im Allgemeinen nur Gutes, wenngleich die benötigte Endstufenleistung sehr hoch sein muss. Im Zeitalter von Schaltverstärkern aber kein Problem. Ich selbst werde meine Horntreiber früher oder später mit Hypex NCore Modulen antreiben. Ist zwar hoffnungslos überdimensioniert, aber etwas Besseres als NCore wird man derzeit kaum finden.

Gruß Andreas
hornblower
 

Beitragvon markuspac » 09.09.2012, 11:13

Hallo Harald,

nihil.sine.causa hat geschrieben:Mich würde das Thema RiPol näher interessieren. Wie klingt ein solches System im Vergleich zu einem klassischen Sub-Aufbau?

ich würde die klanglichen Vorzüge eines Ripol Bass-Systems darin sehen, dass der Raum (u.a. aufgrund der gerichteteren Abstrahl-Charakteristik) nicht zu sehr „aufgepumpt“ wird. Das klingt dann angenehm konturiert und direkt. Die Nachteile eines Ripol Bass-Systems liegen auf der anderen Seite im schlechten Wirkungsgrad und in der ausgeprägten Systemresonanz oberhalb des Übertragungsbereichs (Res. bei mir bei ca. 190 Hz). Dem schlechten Wirkungsgrad begegne ich durch den Einsatz von je zwei Ripol Systemen (rechts wie links) sowie genügend Endstufenleistung (ca. 800W in Summe). Die „Umschiffung“ der Systemresonanz stellt beim Einsatz von rechnergestützten DSP-Systemen und entspr. steilflankigen Frequenzweichen glücklicherweise heute kein Problem mehr dar.

nihil.sine.causa hat geschrieben:Der RiPol bringt quasi seinen eigenen Gegenbass mit (wenn ich das richtig gelesen habe). Was verändert sich am Frequenzgang dann durch die zusätzliche Sub-Unterstützung mit Zeitversatz?

Der Bass auf der Raum-Rückseite stellt bei mir eine Ergänzung zu den Front-Bässen dar, hat aber mit den Ripol Bass-Systemen nicht direkt zu tun. Der Zeitversatz ist bei mir so eingestellt, dass am Hörplatz das Signal von vorne wie hinten gleichzeitig eintrifft. Da beide Bass-Systeme (vorne wie hinten) im gleichen Frequenzbereich arbeiten (bei mir bis 125 Hz) und die Raum-Korrektur daher gleichzeitig für beide greift, muss man vorher u.a. per jew. separater Frequenzgangkorrektur (mit Bezug auf den Hörplatz) dafür sorgen, dass vorne und hinten einigermaßen „schadlos“ zusammenpassen. Den Pegel der rückseitigen Bässe habe ich hierbei ca. 9-12 dB geringer eingestellt als für Vorne (empirisch ermittelt).

Klanglich ergänzen sich Ripol-Bass und konventioneller Bass interessanterweise ganz gut. Der konventionelle Bass fügt hierbei eine Spur mehr Druck und Substanz hinzu, was mir so sehr viel Spaß macht.

mfg
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Beitragvon markuspac » 09.09.2012, 11:20

Hallo Andreas,

hornblower hat geschrieben:Ich selbst werde meine Horntreiber früher oder später mit Hypex NCore Modulen antreiben. Ist zwar hoffnungslos überdimensioniert, aber etwas Besseres als NCore wird man derzeit kaum finden.

die Hypex NCore Module finde ich auch sehr interessant. Ich hatte mich auch schon mit dem Gedankten geschlagen, die mal „auszuprobieren“, bei mir dann aber natürlich für den Tief-Mitteltöner. :)

mfg
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Beitragvon Raal » 17.11.2012, 18:53

Inzwischen schon wer Erfahrungen mit den ncore Modulen?

Viele Grüße
Andreas
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