Andreas (ME Geithain ME 160, Cabasse Bora, JBL 4429)

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Beitragvon Newton » 30.04.2018, 19:11

Hallo Hans-Martin!

Dass sich die Kapazitäten addieren, war mir neu. Deshalb wollte ich es eben mal genau wissen:

Aus dem Plattenspieler kommen knapp 80cm Kabel. Gehe jetzt also mal von einem Meter aus. Der Vorbesitzer hat sich dabei schon was gedacht.
Also:
122 pF Kabel + 25 pF Tonarm + Vanguard II ca. 60 – 100pF.
Gesamt: ca 210-250 pF

Das Clearaudio verlangt eine kapazitive Last von 100 pF.

Macht unterm Strich eine leichte Höhendämpfung. Das legt meine Stirn aber nicht in Falten.

Danke noch mal für deine Infos.

Nette Grüße
Andreas
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Beitragvon Hans-Martin » 30.04.2018, 22:45

Hallo Andreas,
ein interessanter Artikel zum Thema Tonabnehmerabschluss findet sich hier: http://www.hagtech.com/loading.html mit Rechner, da kannst du 400mH eingeben (entspricht Clearaudio:0,4H) und der Wert für die Resonanzfrequenz aus Wicklungsinduktivität und Abschlusskapazität ändert sich von 25,2 kHz (100pF) zu 15,9kHz (250pF).
Auch Walter Fuchs, bekannt von SAC, hat auf seiner Seite http://volpe.at/volpe/start_frame.php?Pfad=12_16_18&BL=10 eine Darstellung der Zusammenhänge per Berechnung - ohne Berücksichtigung der Nadelresonanz.
Ich finde es naheliegend, dass Performer V2 wie das frühere Wood gleicher Preisklasse ebenso auf das weit verbreitete AT95E (nominell 400mH) aufsattelt, zusätzlich eingefasst in ein resonanzarmes Holzgehäuse. Besonderes Merkmal für meine Ohren (Clearaudio Wood): eine besonders breite Bühne. Ob der Diamant eingefasst (tipped, AT95E) oder ein ganzer Stein ist (wie beim LinnK5), macht noch einmal einen recht deutlich hörbaren Unterschied. Auch das Fixieren des Nadeleinschubs bringt was (Linn K18). Man kann was aus dem AT95 machen...
...Auch das Kabel zum PhonoPre verkürzen...
Grüße Hans-Martin
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Beitragvon Newton » 01.05.2018, 09:54

Hallo Hans-Martin!

Ja, das AT95 E ist schon ein bemerkenswertes System. Hatte es in meinem Hifi-Leben bereits in ganz verschiedenen Ausführungen. Neben dem Original im Zweitplattenspieler auch als K5, K9 (am Linn Akito) und K18 (am Ekos) und nun eben als Clearaudio-Variante.

Zum Phono-Pre: Ich hab früher schon nicht verstanden, warum die Phonovorstufe nicht einfach mit in den Plattenspieler eingebaut wird. Hätte doch technisch eigentlich nur Vorteile.

Nette Grüße
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Beitragvon Hans-Martin » 01.05.2018, 12:22

Hallo Andreas,
der Linn LP12 bietet in seiner relativ hohen Zarge die Möglichkeit, die Naim Prefix (3 Varianten nur für MC) in der Ecke unter dem Tonarm aufzunehmen. Das abschirmende Bodenblech des TD320 ist mit der Tonarmerde sowie mit dem Tellerlager verbunden, keine schlechte Umgebungsbedingung (Abschirmung) für eine beliebige PhonoPrePlatine, vorausgesetzt, die Elkos stehen nicht zu hoch (am besten externbes Netzteil). Immerhin hat die Generatorplatte für den Motor dort auch ihren Platz. Das Einfedern des Chassis muss allerdings berücksichtigt werden und die Nähe zum Motor würde man meiden, ebenso zum Zugmagneten am Lifthebel.
Der Audio Technica AT-LP120-USBC wird mit dem 95E geliefert und hat eine eingebaute Phonostufe, auch ADC mit USB. Ich würde aber nicht erwarten, dass dort eine spezielle Anpassung zum Tonabnehmer geschieht, die vom Standard abweicht.

Wenn du die einführende Seite von Walter Fuchs besuchst, nennt er für die Eingangskapazität des durchschnittlichen PhonoPre sogar 200pF.
Eine Abschlusskapazität des MM-Systems wird zur Bedämpfung der mechanischen Nadelresonanz gefordert, die bei den rein elektrischen Parameter-Betrachtungen wird die mechanische Realität ignoriert.
Rod Elliott hat geschrieben:Add cantilever resonance and any other effects that no-one will tell us about, and the results become highly unpredictable.
Dem kann ich nur zustimmen!

Bei MM-Phonostufen gilt 47kΩ als verbindliche Norm, von der abzuweichen ich durchaus ermuntern würde.
http://www.tnt-audio.com/sorgenti/load_the_magnets_e.html
Richard Brice hat das hier auch einfach verständlich zusammengefasst und wirbt für sein PHLUX-Konzept, ein Aktiviertes Tonabnehmersystem mit Huckepackverstärker, unverkennbar wird auch hier das AT95E zugrundegelegt, der Aktivpreis entspricht gut 2 Clearaudiosystemen.
Die Aktivierung unmittelbar am System bringt eine Verbesserung der Kanaltrennung (Übersprechdämpfung) im Kabel, wobei man sich darüber im Klaren sein sollte, dass viele Anteile des Übersprechens gegenphasiger Natur sind (das kommt bei FG-Schrieben nicht zum Ausdruck). Deshalb hat mehr Kanaltrennung in den Höhen bei Vinyl paradoxerweise eine engere Bühne zur Folge, ob man das will...?
Eine spannende Vielfalt an Stellschrauben
Grüße Hans-Martin

P.S.: Interessante weitere Ansätze zum Thema Anpassung (z.B. frequenzabhängige Abschlussimpedanz beim PhonoPre) findet man hier:
https://www.vinylengine.com/turntable_forum/viewtopic.php?f=19&t=6674
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Beitragvon Newton » 01.05.2018, 13:15

Hallo Hans-Martin,

Fux hab ich gelesen. Er kommt ja zu einem sehr eindeutigen (und einleuchtenden) Schluss:

Damit hat sich der MC-Tonabnehmer als der technisch Richtigere bewiesen.


So ist das halt immer mit Hifi und High End. Eigentlich will man ja nur eine Platte hören und plötzlich hat man einen Berg technischer Probleme. Stellt sich die Frage, will man zum Gipfel oder läuft man drumherum :wink:

Im Wohnzimmer mache ich es mir lieber bequem. Mit meinem LP 12 werde ich dagegen wohl demnächst zum Gipfelstürmer. Suche nur noch einen zuverlässigen Sherpa, sprich: Händler.

Nette Grüße
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Beitragvon Newton » 01.05.2018, 15:33

Da ich dank meines neuen alten Plattenspielers grad in Hifi-Erinnerungen schwelge, hab ich mal meine Ex-Plattenspieler Revue passieren lassen.

Nummer 1: Ein Braun PS 358 (1977)

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Meiner war allerdings Bestandteil einer Braun Audio 308s-Kompaktanlage im 8 Grad-Design. 1977 vom Konfirmationsgeld erstanden. Das Chassis war ein PS 350, eine Kombi aus Riemen- und Reibradantrieb. Der Arm war von der ganz schweren Sorte, weshalb das montierte MM von Ortofon ordentlich schwabbelte. Das Gehäuse mit der markanten Schräge bestand aus Kunsstoff. Der Designer Dieter Rams „wollte den damals noch zweitrangigen Werkstoff nicht kaschieren, sondern die sich daraus ergebende neue und moderne Formgebungsmöglichkeit darstellen“, verrät ein Designmagazin, das ich kürzlich zufällig im Hamburger Museum für Kunst und Gewerbe entdeckt habe.

Das Vorhaben war wohl recht kühn. Die aus einem Stück gefertigte große Bodenform aus Polystyrol gepresst war für die damalige Zeit noch ungewöhnlich und fertigungstechnisch sehr schwierig.

„Braun wollte“, so das Magazin weiter, „mit dieser jungen Form die jugendlichen Musikfans ansprechen“. Nun, bei mir hat es damals offenbar funktioniert, obwohl die Serie zu jener Zeit schon ein Auslaufmodell war.

Der Plattenspieler entpuppte sich auch bei mir rasch als Auslaufmodell. Hatte er doch gegen die Dual-Dreher meiner Freunde deutlich das Nachsehen. Er rumpelte vernehmlich und - noch schlimmer - er war wie ein Mikrofon. Haben wir gemeinsam Platten auf Tonband überspielt und uns dabei im Raum unterhalten, hörte man am Ende auf den Aufnahmen dumpf unsere Stimmen. Grund war vermutlich die punktuelle Plattentellerauflage, die die Platte wie eine Membran hat wirken lassen.

Nach nicht mal einem Jahr musste ich meinen Eltern jedenfalls erklären, dass ich dringend einen neuen Plattenspieler brauchen würde. Zum Glück zeigte man nach einigen Wochen des unermüdlichen Zuredens Verständnis - und hatte die Braunanlage einen externen Phono-Anschluss.

Nette Grüße
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PS.: Kürzlich hätte ich mir fast wieder einen Braun gekauft, einen PS 500. Wunderschönes Gerät. Der Verkäufer meiner beiden Tonabnehmer hatte so einen. Der Braun sah bei ihm fantastisch aus und klang in seiner leibevoll zusammengestellten Vintage-Anlage wirklich toll. Das Auge hört halt mit.
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Beitragvon Rudolf » 01.05.2018, 16:37

Hallo Andreas,

Newton hat geschrieben:PS.: Kürzlich hätte ich mir fast wieder einen Braun gekauft, einen PS 500. Wunderschönes Gerät. Der Verkäufer meiner beiden Tonabnehmer hatte so einen. Der Braun sah bei ihm fantastisch aus und klang in seiner leibevoll zusammengestellten Vintage-Anlage wirklich toll. Das Auge hört halt mit.

da kann ich dir nur beipflichten. Das Design des PS 500 ist zum Niederknien schlicht, ein Augenschmeichler im Vergleich zu den vielen neobarocken Protz-Boliden aus heutiger Zeit:

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Vielleicht gibst du dir ja noch einen Ruck!

Viele Grüße
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Beitragvon Newton » 01.05.2018, 16:51

Hallo Rudolf!

Mach' mich nicht schwach... :cheers:

Läuft der bei dir noch?

Nette Grüße
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Beitragvon Rudolf » 01.05.2018, 17:16

Hallo Andreas,

ja, wenn mich mein Nostalgie-Feeling überkommt, dann rücke ich meine aktiven Braun-Boxen LV 1020 in Position und lege ein paar alte Schallplatten meines Vaters auf. Das erinnert mich an schöne Jugendzeiten und tolle Abende, wenn es mein Vater nach dem Abendessen mal so richtig "krachen" ließ.

Viele Grüße
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Beitragvon Newton » 01.05.2018, 18:25

Ach cool
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Beitragvon Newton » 29.10.2018, 19:52

Ich auch! :D

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Hab schon geraume Zeit nach einem B&O Beogram 4002 Ausschau gehalten. Jetzt ist es ein Technics SL-7 geworden. So kann es gehen…

Danke Rudolf :cheers:
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Beitragvon Rudolf » 29.10.2018, 23:43

Hallo Andreas,

Gratulation zum Technics SL-7. Das ist schon eine Ansage!

Klanglich (bei gleichem System) liegt er auf Augenhöhe mit dem SL-10. Während dieser durch seine schlichte, weil geschlossene Bauweise besticht, bietet der SL-7 den Reiz, das Vinyl auch während des Abspielens im Auge behalten zu können.

Ich wünsche dir viel Freude mit deinem Plattendreher
Rudolf
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Beitragvon Newton » 31.10.2018, 18:33

Hi Rudolf!

Für mich persönlich ist der SL 7 ja der schönste aus der Technics-Zwergenreihe. Ganz fasziniert bin ich von der Verarbeitungsqualität des Plattenspielers. Trotz der kompakten Maße wiegt er imerhin sieben Kilogramm. Damit ist er sogar noch ein Pfund schwerer als sein größerer Bruder, der SL 10. Man spürt einfach, dass es Technics damals richtig ernst meinte. Ein Lifestyle-Produkt mit hohem Qualitätsanspruch. Klasse finde ich auch, wie zeitlos das Design nach allen Jahren immer noch wirkt. Dazu kommt die einfache Bedienung. Der Prospekt jener Jahre spricht von „Foolproof Operation“... 8)

https://www.canadianhifi.com/sites/defa ... ochure.pdf

Im Netz findet man auch immer wieder den Hinweis, dass er aufgrund einer etwas anderen Gehäusekonstruktion klanglich dem SL 10 sogar leicht überlegen sein soll. Na ja... In meinem Wohnzimmer wird er jedenfalls den Thorens TD 320 ersetzten, und ich bin fest entschlossen, einiges aus dieser kleine Kiste herauszukitzeln. Derzeit ist ein günstiges AT-System montiert, und schon damit macht der Technics Laune. Eine neue Nadel für das original Technics-System habe ich schon bestellt. Ein Jico-Nachbau mit SAS-Schliff und teurer als der ganze Player :shock: Bin gespannt!

Außerdem werden ich wohl in nächster Zeit das leider fest montierte Phonokabel tauschen. Mit ca drei Metern (!) ist das Original doch arg lang ausgefallen. Vielleicht macht es auch Sinn, ein externes Netzteil zu probieren. Der Plattenspieler hat ja auch einen 12-Volt-Anschluss.

Gruß Andreas
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Beitragvon Rudolf » 31.10.2018, 23:30

Hallo Andreas,

ich kann bestätigen, dass der SL-7 sehr wertig gebaut ist.

Newton hat geschrieben:Derzeit ist ein günstiges AT-System montiert, und schon damit macht der Technics Laune.

Ich habe das Audio Technica 331EP installiert. Schon dieses preiswerte System für knapp 40 Euro macht überraschend viel Laune!

Eine neue Nadel für das original Technics-System habe ich schon bestellt. Ein Jico-Nachbau mit SAS-Schliff und teurer als der ganze Player :shock: Bin gespannt!

Kannst du hierzu mal Näheres schreiben? Ich würde mir ggf. dasselbe System beschaffen. Am besten im Tangential-Plattenspieler-Thread, damit auch unsere Nachwelt davon profitiert. Ich stelle dort mal schnell ein paar Bilder vom SL-7 ein, dann kannst du ja nachlegen. :cheers:

Viele Grüße
Rudolf
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Beitragvon Newton » 01.11.2018, 09:11

Hallo Rudolf!

Mache ich gern. Bin am Sonntag wieder Zuhause. Bis dahin sollte die Nadel angekommen sein. Dann mache ich ein paar Bilder, reiche Infos nach und berichte, wie es klingt.

Gruß
Andreas
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