Bernd Peter (Dynaudio Focus 60 XD)

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Beitragvon Bernd Peter » 23.12.2018, 17:17

Hallo,

heute habe ich einen ersten Vergleichstest gemacht.

Mein Originaldantekästchen (getunt allein mit einer direkten 3,3V Direktakkuversorgung) gegen den Linn G-Sneaky.

Beim neuen Zuspielserver habe ich 2 SSDs angelegt, eine für Dante, eine für normales Netzwerk.

Die Hardware ist identisch.

Der Original Linn Sneaky arbeitet wie das Micromediakästchen mit nur einem Oszi, der über einen Frequenzsynthesizer neben dem Netzwerk- auch den Musiktakt erzeugt.

Beim G-Sneaky wird der Musiktakt allerdings doppelt reclockt, siehe

https://www.aktives-hoeren.de/viewtopic.php?f=39&t=2549

Trotzdem ist das Gerät im Laufe der Jahre bei meinen Zuspielern immer mehr nach hinten abgerutscht.

Schade, aber was will man machen.

Die aufwändige Filterung von Störanteilen im Digitalsignal wird bekanntlich beim G-Akurate mit Coladosen beim Übergang zum Analogteil vorgenommen, der Sneaky hat das nicht. Würde mir zudem aber auch nicht weiterhelfen, da ich nur das Digitalsignal beim S/PDIF Ausgang für meine Focus XD brauche.

Kommt Zeit, kommt Rat. Dante hat uns dann die Augen deutlich geöffnet. Beim Netzwerktraffic hat diesselbe Sorgfalt wie bei der Musiktaktung zu gelten.

Lange Rede, nun der Hörbericht.

Das Micromediadevice profitiert trotz Dantetechnik vom neuen Server, es klingt etwas durchsichtiger und ein Spur heller (im positiven Sinn). Das schon immer vorhandene angenehm runde Klangbild mit schöner Detailausbildung macht einfach nur Spaß bei Eric Clapton mit Blue Eyes Blue, Change the World, My Father's Eyes und Get Lost. So kann man in diese Musik eintauchen und genießen.

Dann SSD Tausch und den G-Sneaky mit besserem Netzwerktraffic versorgt.

Hör ich Unterschiede? Schon.

Darf man von einer Leistungsexplosion sprechen? Darf man.

Plötzlich ist der Nebel weg, der G-Sneaky leuchtet den Klangraum in allen Ecken aus, dabei bleiben z.B. Stimmen weich und melodiös, die Musik hat Charme und ist lebendig. Kein Vergleich zum leicht müden Erscheinungsbild der Vergangenheit.

Spaßeshalber mal das S/PDIF Kabel getauscht, hört man nun sofort.

So ist das, wenn ein hochreines Signal anliegt.

Gruß

Bernd Peter
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Beitragvon Hans-Martin » 23.12.2018, 18:28

Bernd Peter hat geschrieben:Darf man von einer Leistungsexplosion sprechen? Darf man.

Plötzlich ist der Nebel weg, der G-Sneaky leuchtet den Klangraum in allen Ecken aus, dabei bleiben z.B. Stimmen weich und melodiös, die Musik hat Charme und ist lebendig. Kein Vergleich zum leicht müden Erscheinungsbild der Vergangenheit.

Hallo Bernd Peter,
Glückwunsch zu diesem großen Fortschritt!
Spaßeshalber mal das S/PDIF Kabel getauscht, hört man nun sofort.
So ist das, wenn ein hochreines Signal anliegt.

Vorher waren die Unterschiede bei den SPDIF-Kabeln nicht hörbar?
Prinzipbedingt machen sich Kabelunterschiede bei verjittertem Signal stärker bemerkbar als bei Signal mit geringstem Jitter.

Da muss jetzt meine Frage kommen, ob du auch den Laufrichtungsunterschied beim Kabel hören kannst... :cheers:
Grüße
Hans-Martin
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Beitragvon Bernd Peter » 23.12.2018, 19:27

Hallo Hans-Martin,

probier ich morgen mal aus.

Prinzipbedingt machen sich Kabelunterschiede bei verjittertem Signal stärker bemerkbar als bei Signal mit geringstem Jitter.


Kann ich so nicht bestätigen. Paßt die Signalqualität nicht, kann auch das beste Kabel nicht helfen, meistens klingt es dann noch schlechter, weil noch deutlich hörbarer.

Nette Grüße

Bernd Peter

PS: Gemacht habe ich es allerdings beim Refine Netzwerkkabel zum G-Sneaky, da Rene darum gebeten hat.
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Beitragvon Hans-Martin » 23.12.2018, 21:04

Bernd Peter hat geschrieben:
Hans-Martin hat geschrieben:Prinzipbedingt machen sich Kabelunterschiede bei verjittertem Signal stärker bemerkbar als bei Signal mit geringstem Jitter.

Kann ich so nicht bestätigen. Paßt die Signalqualität nicht, kann auch das beste Kabel nicht helfen, meistens klingt es dann noch schlechter, weil noch deutlich hörbarer.

Hallo Bernd Peter,
grundsätzlich würde ich dem sofort zustimmen, jede Einbuße an Signalqualität lässt der nachfolgenden Komponente weniger Potenzial zu entfalten.
Robert Harley war schockiert, als er bei einem Kabel unterschiedliche Jitterwerte in beiden Richtungen maß. Auch stellte er fest, dass eine verjitterte Quelle beim Kabel mehr Jitter verursachte, ich vermute, dass dies auf Reflexionen an den Steckverbindern zurückgeht, womit ein jitternder Signalanteil zurückvagabundiert. Das macht die Situation nicht besser. Soweit die Messtechnik.

In der Praxis überlagern sich noch Ausgleichsströme zwischen den Geräten und auch Mikrofonieeffekte, angeregt durch Lautsprecherschall. Wer etwas älter ist, kennt die Klopfempfindlichkeit der einfachen (Transistor-)Mittelwellenempfänger. Ein Masseband zwischen den Geräten und die Verlagerung der Quelle und DAC in den Nebenraum könnten die beiden vorgenannten Aspekte neutralisieren.
Es ist halt möglich, dass unbeachtete Aspekte mitspielen...
Grüße
Hans-Martin
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Beitragvon Bernd Peter » 24.12.2018, 11:24

Hallo Hans-Martin,

die vielfältigen Auswirkungen auf die Elektronik allein durch das Verbinden von 2 Geräten mit Kabeln werden uns immer wieder ins Erstaunen versetzen, ohne daß wir die genauen technischen Hintergründe kennen.

Ich bleibe in dieser Hinsicht neugierig und aufgeschlossen,

Nette Grüße

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Beitragvon easy » 24.12.2018, 17:15

Hallo Bernd-Peter,
hast Du an deinen LS schon René s Netzkabel, wenn nicht , solltest du sie schleunigst probieren. Es könnte der klanglich größte Schritt in deinem Setup sein.

Weihnachtliche Grüße
Reiner
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Beitragvon Bernd Peter » 25.12.2018, 11:15

Hallo Reiner,

es gibt ja viele Baustellen, ist so eine Hürde gemeistert und man ist ausgesprochen zufrieden mit dem Erreichten, muss anschließend der Übergang vom technischen Hören zum eigentlichen Sinn des Hobbys neu gelingen.

Die folgende Zeit sollte man sich ausgiebig gönnen und zuwarten, bis einem der Hafer wieder sticht.

Nette Grüße

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Beitragvon Bernd Peter » 30.12.2018, 20:19

Hallo,

gut Ding braucht Weile:

Zurück aus einer Bamberger HiFi Schmiede mein (erstes) modifizertes Däntchen

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mit getrennter Spannungsversorgung für das Board 3,3V und die Clockplatine 9 V

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durch eine Automatikladestation mit LiFePo4 A123 Akkus:

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An der Frontseite:
Gelbe LED = Voll
Grüne LED = Langsam wird es Zeit
Rote LED = automatische Abschaltung

Darunter:
grüne LED = Laden
gelbe LED = Laden beendet

Gruß

Bernd Peter
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Beitragvon Salvador » 30.12.2018, 21:48

Hi Bernd,

und angebunden durch ein refine audio ultima digital LAN-Kabel, wie bei mir :)
Happy Listening!

Andi
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Beitragvon Bernd Peter » 31.12.2018, 15:24

Hallo Andi,

knapp vor Ende 2018 ist meine Sammlung an digitalen Zuspielern nun wieder komplett.

Bis auf weiteres. :wink:

2 x Dante, G-Sneaky, microRendu, RME Digiface, AFI USB und als Stand-Alone der SD Cardplayer.

Die Musikdateien liegen dabei auf verschiedenen Typen von Servern bzw. Festplatteninstallationen.

Bei den netzwerkbasierten Lösungen gilt - leider - grundsätzlich:

Computernetzwerke sind asynchron ausgelegt: Es gibt keine Garantie, wann genau ein Paket beim Empfänger eintrifft, deshalb braucht es Zwischenspeicher beim Empfänger.

Diese Art der digitalen Weiterverarbeitung funktioniert sehr gut, aber irgendetwas ist anders als bei einer Echtzeitverarbeitung (synchrones System) und hat Auswirkungen auf die anschließende D/A Konvertierung.

Nur durch periodisch stattfindende Synchronisation (wie bei Dante) ist die Annäherung an ein synchrones Netzwerksystem möglich, welches zentral von einem Taktgeber gespeist wird.

Als Dan Bellity im Jahre 2013 die neuen Plug-ins für La Rosita vorstellte, welche im Hinblick auf die klanglichen Verbesserungen Begeisterungsstürme hervorriefen, durfte man lesen, daß hier sehr tief in den Kernel von Mac OSX eingegriffen worden sei.

Ich vermute, es wurden zusätzliche Netzwerkprotokolle für synchronisiertes und priorisiertes Streaming eingepflanzt, die folgendes bewirkten:

Die Übertragungsrate beträgt nun konstant 180 KB/s, die übliche "Berg- und Talfahrt" von iTunes gehört damit der Vergangenheit an.


Gruß

Bernd Peter
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Beitragvon Salvador » 31.12.2018, 16:27

Hi Bernd,

danke für die Klarstellung!

Jedenfalls, wenn der DAC wie bei mir im synchronous mode arbeitet, dann klingt er so gut wie das ist, was er bekommt.
Und da scheint mein gepimptes pseudo-synchrones Netzwerkbasiertes Dantesetup mit I2S und WinServer 2016, AO und fidelizer etwas Besseres anzuliefern als das optimierte USB in synchronous mode mit ultraabgespecktem OS mit AO und per AES/EBU angebunden. Ein Gast konnte es schon hören ;)

LG,
Andi
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Beitragvon Bernd Peter » 31.12.2018, 17:28

Hallo Andi,

USB 3 arbeitet mit einer sehr hohenTaktfrequenz und ist ferner von den Kabeln her störanfälliger.

Und so klingt USB eben auch nach USB.

Jedenfalls bei mir im Vergleich zu den anderen Zuspielern.

Gruß

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Beitragvon Bernd Peter » 10.01.2019, 14:59

Hallo,

derzeit betreibe ich 3 Selbstbaunetzwerkserver mit jeweils direkter RJ45 Verbindung zum G-Sneaky, microRendu und dem Digimedia DIO-RCA-TOS DC.

Gegenüber klassischen NAS - Router - Renderer Netzwerken eine für mich durchaus lohnenswerte Umstellung.

Wer das auch mal probieren möchte, hier der Einkaufszettel:

Mainboard Intel Onboard CPU mit 4 Prozessorkerne
Intel® Ethernet Adap. I210-T1
Linearversorgung für das Mainboard
Linearversorgung für die Ethernetkarte
PCIe x 1 Riserkabel
gutes Netzwerkkabel
BS: Server 2016

Soft- und Hardwareanleitung folgt.

Gruß

Bernd Peter
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Beitragvon Bernd Peter » 13.01.2019, 12:14

Hallo,

es gibt Unterschiede beim Netzwerktraffic.

Dante:

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Linn G-Sneaky:

Bild

Sonore microRendu:

mal so:

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mal so:

Bild

Interessant bei Dante der Input bei der Netzwerkkarte, der höher als der Output ist! Liegt wohl an der permanenten Synchronisation.

Linn und Sonore arbeiten beide mit Open Home Netzwerk, das eine läuft recht konstant, das andere schnellt von Stillstand auf Vollgas und wieder zurück. Klanglich macht sich das für mich aber seltsamerweise nicht bemerkbar.

Ganz anders ist das bei der Spannungsversorgung der Netzwerkkarte.

Gruß

Bernd Peter
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Beitragvon Bernd Peter » 19.01.2019, 21:26

Hallo,

die Störungen im Audionetzwerk durch den Einsatz von üblichen NAS Servern und zwischengeschalteten Router lassen sich ordentlich reduzieren.

Es fängt dabei mit einer direkte Verbindung zwischen Server und Hardwarerenderer an.

Das Aufspielen von Win Server 2016 dürfte geläufig sein, danach deaktiviert man die nervige Anmeldung und den Defender (diesen im Servermanager über "Verwalten" - rechts oben - und "Rollen und Features entfernen").

Nach dem Neustart geht es wieder in den Servermanager, diesmal wird über "Verwalten" die Funktion "Rollen und Features hinzufügen" aufgerufen.

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Immer schön weiterklicken bis man hier ankommt und das Häckchen bei DHCP Server setzt:

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Features hinzufügen anklicken:

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Auf weiter klicken:

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Die Installation startet:

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Wenn das Menü kommt, auf Abbrechen und oben auf das Hinweisschild klicken, dort Config abschließen.

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Nach dem folgenden Neustart erscheint nun im Servermanager links DHCP:

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Bevor es hier weitergeht, setzen wir bei unserem LAN Netzwerkadapter ein feste IP (192.168.0.3)

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Dann im Servermanager auf DHCP klicken, es erscheint nun dieses Bild:

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Rechte Maustaste auf den rechts angezeigten Server, dann erscheint dieses Menüfeld:

Bild

Wir klicken auf DHCP-Manager und dieser erscheint:

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Nun ein Klick auf den linken Pfeil vor "Win..." und wir sehen IP 4.
Rechte Maustaste und im Menü "Neuer Bereich" anwählen:

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Wir lassen uns begrüßen und weiter geht es:

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Einen x-beliebigen Namen ins erste Feld eingeben und weiter:

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Start IP: 192.168.0.5 End IP 192.168.0.6, das reicht.

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Freilassen und weiter:

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Bei den Tagen ruhig auf 600 gehen und weiter:

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Hier auf "Nein", dann weiter und wir sind fast fertig mit der Konfiguration unseres DHCP Servers!

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Abschließend muss der Server noch aktiviert werden (im gezeigten Bild ist er es schon, daher steht hier "Deaktivieren":

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Spätestens beim nächsten Start wird der nun direkt an der LAN Karte angeschlossene Renderer (z.B. ein Linn) gefunden und im Kinsky angezeigt.

Damit ist die Direktverbindung hergestellt, nun geht es an die Optimierung der Hardware.

Gruß

Bernd Peter

PS: die Konfig des DHCP Servers hat mir Christoph (taggart) beigebracht, das hätte ich nicht zusammenbekommen.
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Bernd Peter
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