Fujak (Neumann KH 420 + Subwoofer Teufel M11000)

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Bei Vorstellungen steht die persönliche, subjektive Erfahrungswelt des Verfassers im Vordergrund. Insbesondere soll die Vorstellung als "Visitenkarte" des Mitglieds gewürdigt bzw. respektiert werden. Dialoge sollten hier vorrangig mit dem Verfasser und nicht mit Dritten geführt werden. Siehe auch die Forumsregeln.

Beitragvon Fujak » 03.03.2018, 12:42

Hallo Harut,

ich habe das beiliegende Koaxkabel verwendet, wobei Lars Carlson offenbar von Zeit zu Zeit ein anderes Kabel mitsendet. Die meisten neuen Sendungen haben ein etwas dickeres mit reinem Kupfer-Innenleiter und verzinntem Kupfer-Schirm. Das etwas ältere, was bei meiner Clock dabei lag, ist deutlich dünner und weist versilberten Kupferinnenleiter und versilberten Kupferschirm auf. Welches nun das bessere ist, vermag ich nicht zu sagen. Möglicherweise hat das Thema Koax-Kabel noch Tuning-Potenzial, und wir landen irgendwann bei einem armdicken HighEnd-Koaxialkabel aus reinem Gold. ;-)

Grüße
Fujak
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Beitragvon Harry_K » 03.03.2018, 12:55

Hallo Fujak,

bitte entschuldige, wenn ich etwas in dem doch etliche Seiten langen AoIP-Thread überlesen haben sollte; aber ist es korrekt, dass du am Standard-Dante-Board lediglich die 3,3V auf dem Board nutzt und darüber hinaus den I2S-Anscluss zum Dac? Sonst keinerlei Modifikation? Dann würde das Ding ja mit so wenig finanziellen Aufwand und überschaubarer Modifikation alle bisherigen Player, da es Deinen Ansprüchen ja gerecht wird, absolut in den Schatten stellen!?

Viele Grüße
Matthias
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Beitragvon Fujak » 03.03.2018, 13:38

Hallo Matthias,

kein Problem, bei der rasant anwachsenden Länge des AoIP-Thread kann man schon mal den Überblick verlieren.

Ich habe folgende Modifikationen am Danteboard vorgenommen:

  1. Stillegung des 12V-Zweiges durch brutales Abknipsen der Spule.
  2. 3,3V Zugang mit Akkuversorgung (1xLiFePO4-Zelle mit 3,35V max.).
  3. Pufferelko 100µF 16V Elna Silmic II in den 3,3V-Weg.
  4. Stillegung des SPDIF-Zweiges durch Unterbrechung der Zuleitung zu den Buchsen (damit hört auch das rote LED-Signal im Toslink-Sender auf) - man könnte in den Signalweg noch einen 50 Ohm Widerstand zur Terminierung einlöten; das habe ich mir vorerst geschenkt.
  5. Digitalausgang über den I²S Pfostenstecker-Port
  6. Austausch des vorhandenen 27MHz-Referenzoszillators gegen die Neutrino-Clock wie oben beschrieben.
Die Positionen 1 und 4 bringen nur marginale Verbesserungen. Position 3 dient dem Abschmecken des Klangs in Richtung mehr Wärme. Die Positionen 2, 5 und 6 hingegen erbringen den deutlichsten Zuwachs an Klangqualität.

Und in der Tat: In der Summe erbringt dies so viel, dass mir kein Standalone-Streamer und DDC einfällt, der an dieses Klangniveau herankommt. Den von Daniel in Bernd Peters geäußerten Einwand der geringeren Detailauflösung kann ich ehrlich gesagt nicht nachvollziehen, ganz im Gegenteil: Um auch nur in die Nähe dieser Auflösung und Präzision heranzukommen, muss man einen exorbitanten Aufwand betreiben. Angesichts meiner zahlreichen Modifikationen und Experimente, weiß ich, wovon ich spreche.

Es mag aber durchaus Anlagen geben, die auf "konventionelle Weise" (Streamer/DDC/DAC) ein besseres Ergebnis erzielen. Was ich allerdings bezweifle, dass sich dies in finanziell erschwinglichen Regionen abspielt - von den finanziellen Regionen eines Digimedia-Boards ganz zu schweigen.

Aus meiner Sicht hat der klangliche Vorsprung von Dante in aller erster Linie damit zu tun, dass der nachfolgende DAC bei Dante mit seinem eigenen Takt frei läuft, sich also nicht auf das einkommende Signal synchronisieren muss. Dadurch kann ein DAC mit Dante seine wirklichen Qualiotäten ausspielen. Man kann durch Dante förmlich hören, welch klangliches Nadelöhr die herkömmliche Synchronisierungsprozedur auf der SPDIF- oder USB-Strecke bedeutet. Geht man dann auch noch von Dante direkt in I²S, kann man hören, was noch an Klangbremsen auf der SPDIF-Strecke wirkt. Du hast ja das Glück, einen AudioGD-DAC mit I²S zu haben. Diesen Unterschied kennst Du ja bereits.
(Die Aussagen in diesem Abschnitt werden im AoIP-Thread weiter erörtert, und zwar ab hier)

Grüße
Fujak
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Beitragvon Harry_K » 03.03.2018, 15:58

Danke Fujak! :cheers:
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Beitragvon Salvador » 07.03.2018, 19:14

Hallo Fujak,

Ich wollte Dich bitten, noch ein paar Fotos einzustellen, auf denen man genau sehen kann, welcher Pin am Dante-Bord genau mit welchem Anschluss am DAC verbunden werden soll für I2S-Anschluss. Du hast ja bereits zwei Fotos eingestellt, aber wenn Du noch einige Fotos in anderen Winkeln schießen könntest, wäre das ganz große Klasse!
Alternativ oder in Ergänzung würde mir eine Liste mit der Bezeichnung Pin x an Dantebord geht an Pin y am DAC ,Pin z ... usw. Auch noch sehr helfen.

Viele Grüße,
Andi
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Beitragvon Fujak » 07.03.2018, 23:01

Hallo Andi,

leider habe ich keine weiteren Bilder gemacht, und nun ist das Gerät wieder zugeschraubt und im Rack verkabelt. Aber auch ohne Bilder ist es ziemlich einfach, denn sowohl an den I²S-Ports im HE-7 wie auch auf der Platine des Dante-Boards (Lötseite) sind die entsprechenden Beschriftungen aufgebracht. Verbinden solltest Du die folgenden fünf: BCK, MCLK, DATA, LRCK und GRND.

Grüße
Fujak
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Beitragvon Salvador » 07.03.2018, 23:44

Prima, Fujak,

Herzlichen Dank für diese Auskunft!

Viele Grüße,
Andi
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Beitragvon chriss0212 » 08.03.2018, 01:27

Hallo Fujak

Insgesamt bin ich voll bei dir, eine Sache verstehe ich noch nicht ganz, wie Du das meinst.

Fujak hat geschrieben:Aus meiner Sicht hat der klangliche Vorsprung von Dante in aller erster Linie damit zu tun, dass der nachfolgende DAC bei Dante mit seinem eigenen Takt frei läuft, sich also nicht auf das einkommende Signal synchronisieren muss

Der nachfolgende DAC läuft ja nicht Frei sondern bezieht seine Clock aus dem Däntchen. Also zumindest mein NOS DAC hat bei I2S keine eigene Clock. Er bekommt ja die Clock vom Däntchen über I2S. Ich weiß nicht, ob es auch DACs gibt die ansonsten als Master laufen aber meiner läuft definitiv als Slave. Was komplett frei läuft ist das Däntchen... und ich vermute hier ist der Vorteil. Aber vielleicht meinst Du das selbe nur mit anderen Worten. :cheers:

Es gibt auch bei meinem DAC eine Clock, die ist aber einzig und allein für das SPDIF Signal was ich nicht nutze.

Interessant wäre mal ein Versuch, bei dem das Däntchen als Slave läuft... Aber das geht halt nur, wenn mindestens 2 Dante Devices im Netzwerk sind.

Quakende Grüße

Christian
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Beitragvon Buschel » 08.03.2018, 08:31

Hallo Christian,

chriss0212 hat geschrieben:Aber vielleicht meinst Du das selbe nur mit anderen Worten

Ich denke schon. Folge einfach mal dem Link, den Fujak am Ende seines Beitrags gesetzt hat. Sich genau auf dieses Thema beziehende Kommentare wurden in den AoIP-Thread verschoben.

Grüße,
Andree
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Beitragvon chriss0212 » 08.03.2018, 09:14

ahh.. OK

Danke und Gruß

Christian
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Beitragvon Fujak » 12.03.2018, 15:44

Hallo zusammen,

es ist mal wieder Zeit für ein grafisches Update dessen, womit ich seit geraumer Zeit sehr zufrieden Musik höre:

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Grüße
Fujak
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Beitragvon DocM » 17.03.2018, 23:48

Hallo Fujak,

Wie hast Du eigentlich die Erdung an Deine Neumann KH420 konkret angeschlossen? Über das Gehäuse der XLR-Stecker?

Mich würde auch mal interessieren ob Du Erfahrung mit verschiedenen Netzkabeln an ddn Neumännern sammeln konntest.

Gruß
Marcus
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Beitragvon Mister Cool » 18.03.2018, 06:09

Hallo Fujak,

1. Warum hängt (nur) der Teufel Sub an dem Line Driver? (wegen Pegelanpassung -> zu niedrig?)
2. Wo steht der Sub in dem Raum?

Grüsse,
Alwin
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Beitragvon Fujak » 18.03.2018, 07:50

Hallo Marcus,

es geht ja bei dem Konzept der Signalmasse darum, möglichst wenig Ausgleichsströme zwischen Signalmasse und Schutzerde über die Signalmasse laufen zu lassen, indem diese zunächst sternförmig miteinander verbunden und dann zentral auf Erde gelegt wird. Insofern ist sie mit dem 0-Leiter des XLR verbunden - und Groundlift aktiviert, d.h. im Inneren beider KH420 ist die Signalmasse der Verstärker-Einheit von der Schutzerde des Netzstroms entkoppelt.

Das interessante daran ist: obwohl sich Signalmasse und Schutzerde am Ende in der Wand treffen und sich damit auf gleichem Potenzial befinden, gibt es einen klanglichen Unterschied, ob das gleiche Potenzial bereits in den Lautsprechern hergestellt wird (Groundlift deaktiviert) oder erst in der Wand (Groundlift aktiviert). Bei letzterem klingt es einen Tick freier, luftiger, präziser.

Grüße
Fujak
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Beitragvon Fujak » 18.03.2018, 08:32

Hallo Alwin,

Deine 1. Frage hat mich darauf aufmerksam gemacht, dass in meiner Grafik ein entscheidender Zusatz beim Abacus Linetreiber +10dB fehlt(e), nämlich, dass es sich dabei um einen Cleaner-Linetreiber handelt. Denn dieses Kästchen erfüllt vor allem die Aufgabe der M/S-Decodierung.
Bei mir sind ja alle Musikfiles in M/S encodiert, sodass es am Ende bei der Wiedegabe das Gegenstück, nämlich die Decodierung braucht. Was den analogen Weg für die Hauptmonitore anbelangt, so wird dies in symmetrischer Signalführung über eine rein elektrische Lösung mittels hochwertiger Übertrager umgesetzt (der M/S-Dekodierer von Gert (Fortepianus)), während die Subwoofer über den unsymmetrischen zweiten Ausgang meines Audio-GD Vorverstärkers versorgt wird (der Sub besitzt nur unsymmetrische RCA-Eingänge). Hier braucht es also noch einen weiteren Dekodierer, eine Aufgabe, die der Abacus Cleaner-Linetreiber übernimmt.

Zusätzlich ist im Linetreiber eine nachträgliche 10dB-Verstärkung eingebaut, damit das Signal in etwa die gleiche Stärke wie am symmetrischen Ausgang erhält. Zudem hatte bei meinen damaligen Adam Audio Tensor eine Anhebung des Subwoofer-Pegels um +10dB den Vorteil, dass ich den Bass der Monitore mittels Shelve-Filter und Acourate im Verhältnis zum Subwoofer deutlich stärker absenken konnte, sodass die Tief-Mitteltonchassis von Bassanteilen stärker entlastet wurden und die Monitore viel sauberer aufspielten.

Die Modifikation des Abacus Cleaner-Linetreibers war übrigens eine Sevice-Leistung von Abacus Electronic:
Herr Sonder sen., dem ich damals die Sachlage schilderte, bot mir an, einen Standard-Cleaner-Linetreiber so zu modifzieren, dass ich mittels zweier Widerstände den Verstärkunsgfaktor zwischen 0 und 5-fach (=obere natürliche Leistungsgrenze der verbauten Linetreiber-Elektronik) bestimmen kann. Zu einem mehr als kulanten Preis wurde das Kästchen noch am gleichen Tag umgebaut und auf die Reise geschickt. Wieder einmal mehr hat hier Abacus seinen Ruf als innovatives und flexibles Unternehmen mit einem vorbildlichen Service bewiesen (falls Herr Sonder mitliest: nochmals vielen Dank!).

Nun zu Deiner 2. Frage: Als akustisch beste Position für den Subwoofer hat sich ein Platz zwischen den Hauptmonitoren leicht nach links versetzt herausgestellt. Zerlegt man die Gesamtlänge des Hörraums in 8 gleichmäßige Teile, dann stehen die Mebranflächen an der Grenze etwa zwischen erstem und zweiten Achtel, der Hörplatz etwa an der Grenze zwischen 5. und 6. Achtel. Rein akustisch betrachtet, befindet sich damit der Hörplatz in einem Bereich, in welchem der Bass zwar am wenigsten Energie hat, aber dafür am präzisesten klingt. Der Subwoofer ist dabei knapp zur Hälfte aufgedreht, Phase liegt auf 0° Grad, Übergangsfrequenz bei 40Hz bei einer Filtergüte von 12dB/Oct. Mittels der Ortsfilter der KH420 kann hier ein passgenauer Übergang geschaffen werden. Dabei werden die Messungen mit Acourate gemacht.

Mit diesen Maßnahmen klingt die Kombination von KH420 und Sub wie aus einem Guss.

Grüße
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