Peter (Dipolaktiv Linkwitz LX521.4 DIY)

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Peter (Dipolaktiv Linkwitz LX521.4 DIY)

Beitrag von Dipolaktiv » 24.11.2019, 14:09

Vorstellung meinerseits.

Ich bin schon lange in der HiFi Szene, bin auch nicht mehr der Jüngste (höheres Mittelalter :) ), aus der Schweiz, Zürich.
Ich habe schon seit früh mit Eigenbauten, Elektronik und Lautsprechern experimentiert.

Gestartet mit Visaton 3-Wege von passiv bis aktiv und vieles mehr.
Zu Aktivlautsprechern bin ich gekommen da das ständige Passiv-Frequenzweichen löten teuer war und schlechte Ergebnisse brachte.
Zuerst habe ich aktive OP-Amp Weichen selbstgebaut. Danach Behringer (Linkwitz 24dB) Weichen eingesetzt. Schon besser aber noch nicht das gelbe vom Ei.

Danach habe ich mit verschiedenen DAC, Soundkarten gearbeitet.
Nun bin ich bei acourate, acourateconvolver und RME (UFX II) gelandet. Durch acourate bin auch auch auf dieses Forum gestossen.
Bei Lautsprechern bin ich nun bei Dipol-Lautsprechern gelandet. 4-Wege aktiv.

Die gesamte Kette ist sehr einfach geworden durch die Aktivierung:
Computer-JRiver-acourateconvolver-RME UFX II-Poweramps-Lautsprecher (Chassis).
Die AVR, Tuner, Vorverstärker sind allesamt pensioniert.

Als Kuriosum habe ich noch Vinyl und Plattenspieler. Dazu noch einen Phonoamp (RIAA). Der wird aber auch via RME UFX II (Analogeingang) digitalisiert und via JRiver durch die Kette gehört. Ja man hat halt noch Vinyl das es nicht Digital gibt...
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Matty
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Beitrag von Matty » 25.11.2019, 22:55

Hallo und Herzlich Willkommen im Forum!

Wenn Du uns jetzt noch Deinen Vornamen verrätst, können wir das herzliche Willkommen auch noch persönlicher gestalten :wink:

Auf jeden Fall freue ich mich, dass das Forum einen weiteren Anhänger aktiver Dipole gewonnen hat.

Seit ein paar Monten experimentiere ich ebenfalls mit aktiven 4-Wege-Dipolen.
Meine sind immer noch in der Beta-Phase, leider komme ich in der letzten Zeit nicht dazu, sie mal fertig zu bauen.

Natürlich würde mich noch ein paar weitere Details zu Deinen Dipolen interessieren.

Viele Grüße
Matthias
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Beitrag von Dipolaktiv » 27.11.2019, 20:19

Hallo Matty

ich bin inzwischen bei 4-Wege Dipol, Linkwitz LX521.4 gelandet. Holz und Treiber bezogen von Frank Brenner, Stuttgart, LXmagic.
Die Weiche ist volldigital mit acourate (FIR Filter) und läuft mit acorateconvolver in JRiver. Die Filter habe ich selber gemäss Linkwitzvorgaben (Filtercharakteristiken) erstellt.
Als Ausgabe dient ein RME UFX II. Dann vorhandene alte AB Verstärker dran.
Analog OP-Amp Weiche hat mir nicht behagt (hätte Platine gehabt) und auch miniDSP IIR-Filter) nicht, das ebenfalls dafür existiert.

Ja tönt laut und deutlich :)

Gruss

Peter
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Mister Cool
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Beitrag von Mister Cool » 27.11.2019, 20:31

Dipolaktiv hat geschrieben:
27.11.2019, 20:19
Die Weiche ist volldigital mit acourate (FIR Filter) und läuft mit acorateconvolver in JRiver. Die Filter habe ich selber gemäss Linkwitzvorgaben (Filtercharakteristiken) erstellt.
Hallo Peter,

was meinst Du mit "...Die Filter habe ich selber gemäss Linkwitzvorgaben (Filtercharakteristiken) erstellt...." sind die Filter nicht mit Acourate erstellt?
Was bedeutet in diesem Zusammenhang "gemäss Linkwitzvorgaben" ?

Bin gerade dabei mit passenden Filtern zu experimentieren (auch 4 Wege), daher interessiert es mich, wie Du dabei vorgegangen bist

Grüsse,
Alwin
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Beitrag von Dipolaktiv » 27.11.2019, 21:53

Hallo Alwin

Linkwitz verkauft die Pläne inklusive Platine für OP-Amp Filter und Schaltplan. Dazu auch die Filterparameter wie Eckfrequenz, Q, Gain etc.
Eigentlich gedacht für analoge Filter.

Mit diesen Parametern habe ich dann in acourate die Filter für die 4 Wege erzeugt.

Jeder Weg hat mehrere Filter also z.B. Bandpass, Shelving-Filter Peak und Notch.

Zusätzlich habe ich noch Subsonic-Filter eingebaut (NV).

Zeitkompensation ist natürlich bei Linkwitz noch nicht drin. Darum Messung mit acourate und Kompensation mit acourate.

Dann mit acourate Überalles-Korrektur.

Die Filter sind kompliziert. Bis zu 7 Filter in Serie (OP-Amp). Digital lässt sich das auf ein Filter mappen.

Gruss

Peter
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Beitrag von Dipolaktiv » 27.11.2019, 22:01

Hallo Alwin

noch was. Da Dipole einen akustischen Kurzschluss erzeugen, muss das kompensiert werden. Resonanz muss verhindert werden, folglich wegfiltern.
Dipole benötigen diese Korrekturen zwingend.

Der grosse Vorteil von Dipolen: keine Gehäuseresonanzen und internen Boxenreflexionen.
Achtercharakteristik, daher nie dagewesene Basspräzision.

Der Pegel ist bei meinen LX521.4 bei etwa 112dB Peak in 2.5m Abstand, also laut genug.
Dipole haben aber wegen der Equalisierung Hubbegrenzung im Bass.
Für Musik absolut genügend Pegel.

Videos, also Explosionen benötigen allenfalls noch einen Subwoofer (geschlossen).

Gruss

Peter
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Beitrag von Mister Cool » 28.11.2019, 00:55

Hallo Peter,

verstanden. Also ich nehme an, Du hast dafür die TD Function -> IIR Filter Generator benutzt und damit die Filter für die einzelnen Chassis "zusammengestellt".
Was mir allerdings nicht klar ist, was Du mit der Kompensation des Kurzschlusses und Vermeidung der Resonancen durch Wegfiltern meinst. Ist es mit den oben genannten IIR filtern erledigt?

Wie / mit welcher Methode hast Du die Laufzeitkorrektur bestimmt?

Grüsse,
Alwin
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Beitrag von Dipolaktiv » 28.11.2019, 06:55

Hallo Alwin

die "normale" Freuquenzweichenfunktion habe ich mit Generate Crossover LR24 bzw LR12 erzugt. Dann die Shelving Filter mit Generate IIR.

Das physikalische Verhalten eines Dipolstrahlers ist auf der www.linkwitzlab.com Seite irgendwo drauf, kann noch nachsehen wo.

Bei sehr tiefen Frequenzen kann kein Schalldruck entstehen denn der Druck gleicht sich sofort aus. Steigt die Frequenz ist der Druckausgleich auch da aber durch die Schallwand verzögert. In diesem Bereich fällt der Schalldruck um 6dB pro Oktave von höheren zu tieferen Frequenzen. Daher EQ mit 6dB pro Oktave.

Bei einer bestimmten Frequenz sind die Wellen wieder in Phase und addieren sich sodass eine Überhöhung stattfindet.

Gleich danach, nach höheren Frequenzen hin entsteht ein Kammfiltereffekt da sich die Wellen (nach vorne abgestrahlt und nach hinten abgestrahlt) periodisch addieren und subrahieren (0Grad, 180Grad etc).

Ab dem Peak mit anschliessendem Kammfiltereffekt muss weggefiltert werden. Das wird mit dem oberen Bandpass (LR24 oder LR12) gemacht.

Laufzeitkorrektur:
dies habe ich nach dem Verfahren "Faltung mit Sinus an Eckfrequenz" von Ueli Brüggemann gemacht. Damit sieht man sehr genau das Einschwingen und den stationären Zustand. Dann ein Chassis (Tiefmittelton) als Referenz genommen: dann alle Chassis mit dieser Methode zeitlich verschoben. Zuerst ganze Samples und dann Phase. Mit acourate lässt sich das beliebig genau einstellen, man ist nicht auf das Raster der Samples beschränkt.
Ueli Brüggemann hat das glaube ich hier im Forum beschrieben un es gibt eine pdf Anleitung von Ueli.

Ich habe die Filter für 44.1kHz und 65000 Taps am laufen. höhere Sampleraten und längere Filter haben gemäss meinen Tests für mich keine hörbare Änderung gegeben.

Gruss

Peter
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Beitrag von Mister Cool » 28.11.2019, 07:46

Hallo Peter,

Super, danke!

Ich habe die Ausarbeitung zum Thema Ausbreiten gesehenen/gelesen, aber das mit dem Bandpass oberhalb des Peaks habe ich noch nich verdaut.
Sine convolution kenne (setze) ich auch. Interessant :-)

Grüsse,
Alwin
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Beitrag von Lauscher » 28.11.2019, 07:57

Hallo

Auf welche Ausarbeitung bezieht Ihr Euch? Könnt Ihr mir aufs Pony helfen und den Beitrag verlinken?

Das wäre super :D

Viele Grüße
Jens
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Beitrag von Mister Cool » 28.11.2019, 08:41

hallo Jens,

ich nehme an, dass es darum geht

http://faculty.tru.ca/rtaylor/publicati ... ometry.pdf

siehe auch

https://www.linkwitzlab.com/LX521/Description.htm

Grüsse
Alwin
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Beitrag von Dipolaktiv » 28.11.2019, 11:45

Hallo Alwin

hier sind die Details zu Dipol (Frequenzgang und Ausbreitung: Achterförmig):
https://www.linkwitzlab.com/models.htm

Bandpass: Ist nicht anderes als bei jeder Weiche man schneidet unterhalb der unteren Eckfrequenz ab und oberhalb der oberen Eckfrequenz auch.

Konkret bei Linkwitz:
120Hz-1kHz ist der Bandpass des Tiefmitteltöners
Woofer: 0-120Hz Original (ich habe aber 25-120Hz) Oberhalb 120Hz beginnen schon bald die Kammfiltereffekte und die müssen weg.

Gruss

Peter
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Beitrag von Lauscher » 28.11.2019, 12:31

Danke Jungs :cheers:

Die Linkwitz Seiten habe ich mir schon einige Male gerne durchgelesen - Aber das Verstehen kommt bei mir leider nur tröpfchenweise über die Zeit - Lesen und staunen hier im Forum - eigene Versuche - und das noch und nochmalige lesen. Also nochmal :D


Dir Peter wünsche ich eine regen Austausch und viel Spaß mit Acourate :D

Viele Grüße
Jens
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Beitrag von Mister Cool » 28.11.2019, 13:18

Dipolaktiv hat geschrieben:
28.11.2019, 11:45
Konkret bei Linkwitz:
120Hz-1kHz ist der Bandpass des Tiefmitteltöners
Woofer: 0-120Hz Original (ich habe aber 25-120Hz) Oberhalb 120Hz beginnen schon bald die Kammfiltereffekte und die müssen weg.
Hi,

das verstehe ich immer noch nicht. Salopp gesagt irgendein Chassis muss ja die >120Hz wiedergeben. Also auch wenn ich sie beim Woofer wegfiltere, gehen sie an den Midrange über. Verursacht er keine Kammfiltereffekte?

Grüsse,
Alwin
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Beitrag von Dipolaktiv » 28.11.2019, 13:25

Hallo Alwin

die grösser al 12oHz wir vom tiefmittetöner wiedergegeben der erst ab 2.4kHz Kammfiltereffekt hat.

Jeder Dipol erzeugt Kammfiltereffekt. Einfach je nach mechanischen Abmessungne bei anderen Frequenzen.

Also der Woofer, glaub ich, hat um die 240Hz den Peak und dann so ab 280Hz die Kammfiltereffekte.

Der Tiefmitteltöner hat dasselbe aber bei sagen wir mal 2.4kHz

usw.

Hier auf der Webseite das Bild mit dem langsamen Anstieg und nach dem Peak die scharfen Einbrüche sind die Kammfiltereffekte: https://www.linkwitzlab.com/models.htm

Gruss

Peter
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