Jürgen (Avalon Osiris, Wilson Audio Maxx 3)

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uli.brueggemann
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Beitrag von uli.brueggemann »

shakti hat geschrieben:
27.06.2020, 19:32
Mir ist das hier mit dem Bilder upload zu umständlich,
diese kann man, wenn man mag, in diesem thread sehen:
https://www.whatsbestforum.com/threads/ ... ect.30908/
Wenn die Bilder bereits in einem anderen Forum stehen, einfach die Grafikadresse eines Bildes von dort kopieren und hier einfügen

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Grüsse
Uli
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shakti
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Beitrag von shakti »

DANKE!!!!!

So habe ich dies bis jetzt mit dem OE Forums Bildern gemacht, seit dem dortigen Software update wollte es aber nicht mehr klappen,
muss mir das im WBF mal anschauen, wie ich an die Bilder Adresse komme, bin ja nicht so der Computer Mensch :-)

Gruss
Juergen
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shakti
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Beitrag von shakti »

thomas2 hat geschrieben:
28.06.2020, 08:59


.... Was ich nicht verstehe, da MIT ja involviert bei der Entwicklung war, dass die Kabel nicht anders in Bezug auf Länge aufgebaut wurden. Gut ist, dass sie nicht unmittelbar sichtbar sind.

Viele Grüße
Thomas
Avalon empfiehlt ja explizit mono Endstufen oder 2 Stereoendstufen, dann würden diese direkt neben den LS stehen und die Längen der LS Kabel wären passend.

Gruss
Juergen
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uli.brueggemann
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Beitrag von uli.brueggemann »

shakti hat geschrieben:
28.06.2020, 10:23
muss mir das im WBF mal anschauen, wie ich an die Bilder Adresse komme, bin ja nicht so der Computer Mensch :-)
Rechtsklick mit Maus auf das Bild und dann Grafikadresse kopieren auswählen
Dann hier mit Strg-V als Image einfügen

Grüsse
Uli
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Tinitus
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Beitrag von Tinitus »

shakti hat geschrieben:
28.06.2020, 00:43
Ist die Osiris tatsächlich eine Entwicklung, die 1997 die Welt erblickte?

Ja, in der Tat. Die Grundlagen wurden mit der Avalon Ascent gelegt, die Osiris setzte das Konzert mit sehr aufwendigen externen Frequenzweichen dann ohne Kompromisse um.


Ich finde, seitdem hat sich doch einiges getan

In der Tat, in den letzten 10 , 15 Jahren hat sich der Begriff High End stark gewandelt. Entwickelte man vor 20 bis 30 Jahren noch Lautsprecher nach der Maßgabe des maximal möglichen Klanges und definierte den Anspruch an einen Spitzenlautsprecher primär über dessen Performance, ist High End in der heutigen Zeit sehr stark als Bestandteil des allgemeinen Luxus Segmentes zu verstehen. Mittlerweile gibt es sehr viele Lautsprecher jenseits der 500.000,-eur, bei denen der gewählte Preispunkt auch zur Bildung von Exclusivitaet genutzt wird. Die Handtaschen oder Uhren Branche stand da wohl Pate.

[

Hält diese Skulptur tatsächlich noch mit?

Durchaus, die damals gebauten Lautsprecher wurden auschliesslich nach klanglichen Gesichtspunkten gebaut, heutzutage würde es kaum noch ein Lautsprecher mit 2x 250kg externer Frequenzweiche an der Marketingabteilung vorbei schaffen :-)

Diesen beiden Feststellungen kann man nur zustimmen. Charles Hanson hat sowohl bei Avalon als auch bei Ayre immer sein Ding gemacht, ohne auf die damit verbundenen Koten zu schauen. Er hat sich zumindest mit Ayre aber auch so im Markt plaziert, dass er sich das von den Kunden bezahlen lassen konnte.

Gruß

Uwe
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shakti
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Beitrag von shakti »

​Nun habe ich einige Stunden Musik gehört und die Avalon Osiris immer wieder in die verschiedenen Richtungen bewegt, was dank der Möbel Roller recht schnell und einfach von statten geht. Die Kabel zu den Frequenzweichen sind zum Glück lang genug, so dass diese stehen bleiben können.

Ich musste mir am Anfang über meine Wunschvorstellung bzgl des Klangbildes bewusst werden. Meine Ohren sind im Moment von der Performance der Maxx 3 konditioniert, wenn ich also zum justieren der Osiris Musik höre, die ich in der letzten Zeit viel gehört habe, werde ich versuchen, den Lautsprecher auf meine Hörnorm einzustellen und die Osiris so klingen zu lassen, wie ich das von der Maxx 3 gewöhnt bin.

Neil Patel hatte bei seinen Avalon Lautsprechern (zumindest die Modelle älter als 10 Jahre) immer eine im Hochtonbereich leicht abfallende Zielkurve verabreicht. So wie dass viele Nutzer digitaler Korrektursysteme ja auch gerne machen :-)

​Diese Ausprägung ist bei der Osiris deutlicher, als bei der Maxx 3 .

Hier mal ein Bild des Frquenzganges der Osiris aus dem Magazin Audio.
Im Begleitext wurde darauf hingewiesen, dass man Schwierigkeiten hatte, den LS im vorhanden Messraum von 20qm zu messen, speziell der Frequenzgang unter 200hz hat wohl Probleme bereitet.

​​XXXXX wird nachgereicht XXXX

Insofern ist es mein Ziel, zuerst den Charakter der Avalon Osiris zu erfassen und eine Aufstellung wählen, die diesen Charakter beibehält, den Lautsprecher aber gleichzeitig optimal in den Raum integriert.

Aber zuerst mal mit einem reinen Vokalstück reingehört, was denn so der Mitteltonbereich so grundsätzlich sagt.

​Und die ersten Töne sind sehr vielversprechend, direkt vom Start weg kann der Mitteltonbereich eine höhere Auflösung bieten, als ich das bei sehr bekannten Stücke bis dato gehört hatte. Jeder kennt das sicherlich, man hat ein paar StandardStücke, mit denen man sich unbekannte Anlagen anhört, Stücke, die man teilweise auch schon länger nicht mehr gehört hat. Die Osiris ist auf jeden Fall, auch in noch nicht optimaler Position, in der Lage die Chorsänger einzeln in ihrer Position im Raum darzustellen. Bei mir sehr gut bekannten Solo Stimmen ist die Osiris in der Lage, diese nochmals natürlicher darzustellen, als wie ich das bis dato kannte.
​Und dies alles, bei nicht optimaler Aufstellung.

Dann mal ein Stück mit tiefem Bass genommen, auch hier das positive Erstaunen, dass man den Eindruck hat, dass die Osiris frei im Raum stehend die Maxx 3 in diesem Bereich toppen kann. Klar, alles noch nicht optimal, da noch nicht in Position und auf Möbelrollern, aber für den Anfang schon sehr beeindruckend.

Die Hochtonauflösung lässt sich von meinem Sofa aus noch nicht richtig beurteilen, die Osiris steht dafür einfach zu hoch, setze ich mich aber hinter mein Sofa, sitze also mit grösserem Abstand und etwas höher, dann passt auch dieser beeindruckend gut.

Da werde ich also wohl auch das Sofa etwas verschieben müssen und wohl auch die MitteHochtoneinheiten etwas stärker nach vorne neigen müssen, damit der Hochtonbereich auf meiner Sofa Position einrastet.

Nun wird weiter geschoben und gleich wird zur Pause weiter geschrieben.

​Gruss
Juergen​

ps
das Bild versuche ich nachzureichen, mein iPad hat keine rechte Maustaste :-)
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uli.brueggemann
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Beitrag von uli.brueggemann »

Der von Computer-Betriebssystemen bekannte Rechtsklick mit der Maus öffnet ein Kontextmenü, um beispielsweise Bilder zu speichern, Textzeilen zu kopieren oder Links im neuen Tab zu öffnen. Im Safari des iPads oder iPhones rufen Sie solche Funktionen folgendermaßen auf:

1. Berühren Sie das Bild, den Text oder den Link, für das Sie die Rechtsklick-Optionen aufrufen möchten. Lassen Sie Ihren Finger dabei solange auf dem Bildschirm, bis das gewünschte Kontextmenü erscheint.
2. Jetzt können Sie problemlos Bilder speichern oder Textzeilen und Hyperlinks kopieren und an beliebigen Stellen wieder einfügen.


Grüsse
Uli
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Audiophiles-HiFi
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Beitrag von Audiophiles-HiFi »

Großartige erste Klangbeschreibung! Direkt mehr Auflösung! Wie ist das überhaupt vorstellbar, die MAXX Wilson oder auch die yg waren schon wunderbar!
Der Hochtonbereich wird nach dem runtersetzen von den rollern sich eh nochmal ändern und ist durch den Winkel anpassbar.
Wie sagte Maestro Harald Hecken, von newtronics, der Klang/Musik kommt aus den Mitten, (bez. Frequenzweichen:'trenne niemals im Bereich der menschlichen Stimme'), hochton- und tieftonbereich sind 'nur' Bonus....
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shakti
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Beitrag von shakti »

nun habe ich vorerst genug geschoben...

Zusammenfassend kann man sagen, dass die vorgeschlagenen Avalon Maße in meinem Zimmer nicht 100% funktionieren, vermutlich, weil diese in meinem Zimmer ausserhalb der nach Wilson Audio Methodik festgelegten "Zone of Neutrality" liegen.

Neil Patel richtet sich offensichtlich nach der von Georg Cardas entwickelten Methode der Lautsprecheraufstellung, welche rein geometrisch vorgeht.

https://www.tnt-audio.com/casse/waspe.html

http://www.cardas.com/room_setup_main.php


1. Abstand von der Rückwand (hinter den Lautsprechern)

Gemäß Avalon stehen die Osiris bei mir mit 250cm Rückwandabstand ca 15cm weiter im Raum, als es die Wilson Methode für den rechten Kanal maximal zulassen würde, der klangliche Effekt ist entsprechend, der Klang verliert an Abbildungsschärfe, Abbildungsdetails werden verschluckt. Schiebe ich die Osiris an die 235cm Grenze, rastet die Räumlichkeit ein. Letztendlich haben sich ca 230cm Rückwandabstand für den rechten Lautsprecher als passend ergeben, der linke steht nun bei schräg laufender Rückwand mit über 300cm Abstand zur Wand. (memo: der RD Acoustic Diffusor steht parallel zur Lautsprecherachse), der Raum hinter dem Diffussor wird als Bassabsorber genutzt)

Ich habe den Abstand von der Rückwand an mehreren Sitzpositionen und Sitzhöhen durchgespielt. Gut möglich, dass final mein Sofa ca 20cm nach hinten rutschen wird.


2. Abstand der Lautsprecher zueinander

Mit diesem Abstand tue ich mich immer schwer. Bei meinen früheren Infinity Beta habe ich gelernt, dass die Lautsprecher, unabhängig von der Raumgrösse, nur einen maximalem Abstand zueinander haben dürfen, da ansonsten der "mid bass coupling effect" zwischen den beiden Lautsprechern nicht auftreten würde und die Lautsprecher im unteren Mitteltonbereich / oberen Bassbereich zu schlank und mit zu wenig Energie spielen würden.

Seitdem probiere ich dies bei allen Lautsprechern aus und habe gemerkt, dass es Lautsprecher gibt, die genau diesen Effekt benötigen, da sie ansonsten zu schlank spielen würden, andere Lautsprecher aber eben sehr weit auseinander stehen müssen, da diese sonst im Oberbassbereich zu dick und damit zu unpräzise spielen.

Avalon gibt mit 4 : 10 : 4 der Methodik in meinem Zimmer einen Abstand von 370cm zwischen den Lautsprechern vor, was für meinen Raum eine sehr grosse Basisbreite bedeutet.

Bei parallel ausgerichteten Lautsprechern siehe ich eigentlich ca 300cm vor.

Also mal beides ausprobieren.

Bei 300cm spielt die Osiris sehr druckvoll, sehr warm und mit viel Energie im Oberbass, offensichtlich also im Bereich des "mid bass couplings". So kenne ich viele Avalon Vorstellungen auf Messen und privat, die zumeist einen runden und vollen Klang mit vielen Details und tiefem Raum geboten haben.

Für meinen aktuelle Hörkonditionierung haben die Osiris bei 300cm Abstand aber zuviel von dieser klanglichen Signatur, da sich diese über alle Aufnahmen legt. Meine Vorstellung von einem "neutralen" Lautsprecher ist da anders.

Entsprechend mal die 370cm probiert, die die Osiris aber. leider wieder ausserhalb der "Zone of Neutrality" bewegen.

Entsprechend schlecht ist die Detailabbildung und Abbildungspräzision. Aber die tonale Balance wird zu einer deutlich schlankeren und im Stimmbereich natürlicheren.Wiedergabe.

Entsprechend bewege ich die Lautsprecher nun zurueck in die neutrale Zone und probiere mal 330cm Abstand aus.

Nun habe ich zwar wieder die gewünschte Abbildungsschärfe, aber der etwas dicke Oberbass ist auch wieder da.

Also die Osiris mal an die äusseren Ränder der neutralen Zone geschoben, was 356 cm Abstand (Mitte Osiris Front zu Mitte Osiris Front) entspricht.

Dies nimmt dem Lautsprecher den verstärkten Oberbass, aber leider spielt der LS nun in der Mitte nicht mit der Präzision , die ich bei 330 cm gehört habe.

Aber wie steht es im manual, bei kritischen Seitenwandsituationen soll man die Einwinklung der Lautsprecher bis auf 5grad erhöhen, was dann auch tatsächlich die letzte
Präzision addiert.

An dieser Stelle stehen die Osiris nun und funktionieren prima, dh der Oberbass Anstieg ist weg, die Bassiedergabe passend und die Grössenabbildung der Stimmen korrekt.

Nun noch die Frequenzweichen (so gut wie möglich) hinter die LS geschoben.

...und schon war die Basswiedergabe nicht mehr so gut wie zuvor....

Die grossen Kisten scheinen eine eigene Reflektionsfläche zu bilden, die zusammen mit meinen Möbeln den einen oder anderen Effekt bildet.

Nun habe ich die Frequenzweichen in einem anderen Winkel stehen, als die Hauptlautsprecher, was optisch immer noch gut funktioniert, aber die Reflektionen offensichtlich in einen deutlich unkritischeren Bereich verschiebt.


In dieser Position werde in nun eine Zeitlang Musik hören :-)

Danach kommt wieder eine Aktion für 4 starke Männer, dann werden die Apex Spikes unter die Frequenzweichen und Lautsprecher montiert, was einem Komplettabbau der Lautsprecher entspricht.

Danach kommen die Osiris wieder an die nun definierte Position und auf Grund der veraenderten Höhe wird anschliessend die Position des Sofas und die Neigung der Top Module angegangen.

Avalon hat zur Höhenjustage der Spikes extra einen sehr langen und flachen Schraubenschlüssel beigepackt, so dass dies überhaupt erst möglich wird.

Gruss
Juergen
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Jupiter
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Beitrag von Jupiter »

Hallo Jürgen,
Hast du bereits darüber nachgedacht unter Dein Sofa Holzrahmen oder Backsteine in gleicher Höhe wie die Rollfelder unter den Avalon zu legen.
Du hast dann zumindest beim Hören in der aktuellen Aufstellungsphase in deiner üblichen Sitzposition auf dem Sofa die gleichen Höhenverhältnisse wie später in der Endposition der Avalons auf dem Boden.

Es könnte Dir möglicherweise ein erneutes auf die Rollen setzten wenn wider Erwarten der Klang nicht einrastet ersparen.

Ansonsten geht das ganze wieder von vorne los, das will man ja auch nicht.


Gruß Harald
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shakti
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Beitrag von shakti »

In der Tat hatte ich bereits diese Gedanken und eben diese Idee!

Doch meine Gattin brachte mir ein paar Hartschaumkissen, die meine Sitzposition ebenfalls etwas erhöht haben, verbunden mit etwas weniger Aufwand, da mein Sofa doch recht gross und schwer ist.

Gruss
Juergen
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shakti
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Beitrag von shakti »

​Die ersten drei Tage mit viel Musik hören sind vergangen, die Osiris stehen nun an einer Position, in der sie wohl noch ein paar Tage stehen bleiben werden. Die Möbelroller sind weiterhin montiert, da zur Montage der Apex Spikes am besten wieder 4 Personen anwesend sind. Vermute, dies könnte zum Wochenende passieren.

​Die Osiris haben sich in den ersten drei Tagen klanglich entwickelt, wie man es von grossen Lautsprechern mit vielen Frequenzbauteilen nach längerer Spielpause und einem Transport kennt.

Man hat das Gefühl, alle Chassis müssen sich neu zentrieren, die Spulen wieder ein Magnetfeld aufbauen und die Kondensatoren wieder auf Ladung kommen.

Bevor ich den aktuellen Klang der Avalon beschreibe, mag ich etwas weiter ausholen, um typische Klangfamilien bei einigen meinen letzten Lautsprechern zu beschreiben.

1.
Es gibt Lautsprecher, die machen an, Lautsprecher, die einen sofort zum laut hören einladen, Lautsprecher, die einen sofort zum mit wippen, wenn nicht sogar zum tanzen einladen. Hierzu zähle ich zB die JBS Lautsprecher, zB die 4367, die eine Zeitlang bei mir spielte. Diese Lautsprecher haben meistens einen hohen Wirkungsgrad. Der Bassbereich geht oft nicht so tief runter, kann aber dafür eine hohe Dynamik entfalten. Der weitere Frequenzgang ist so ausgelegt, dass einen die Lautsprecher förmlich anspringen, wen zB eine Trompete einsetzt oder ein Schlagzeug anfängt. Mittel & Hochtöner haben zumeist eine leichte Hornunterstützung.

2.
​entwickelt mal die Klangeigenschaften der Gruppe 1 weiter kommt man in den Bereich der Hornlautsprecher, die den Einsatz von Kleinleistungsverstärkern ermöglichen. Die Auflösung der einzelnen Hörner ist zumeist sehr hoch, die Dynamik ebenfalls. Doch ist es sehr schwierig ohne digitale Frequenzweiche ein Ziel-& Phasenrichtiges Klangbild zu erzielen. Aus Platzgründen haben die meisten Hornlautsprecher, so auch meine hORNS Universum III einen "normalen" dynamischen Bass. Damit dieser Bass im Wirkungsgrad mithalten kann, spielt er zumeist nicht allzu tief runter.

​So kommt es, dass man bei Hornsystemen zumeist die Vorzüge im Bereich der individuellen Übertragungsbereiche der einzelnen Chassis hört, aber nur sehr selten ein homogenes Klangbild über den gesamtem Frequenzgang möglich wird.

​Mir machen diese Konzepte dennoch immer viel Spass, da ich viel Jazz höre und ich kein Lautsprecherkonzept kenne, was Blasinstrumente so authentisch wiedergeben kann.

Wenn man das Glück hat, mal ein wirklich grosses Horn (dh auch die Basswiedergabe mit Hornlautsprechern) in optimierter Umgebung zu hören, wird man dieses Erlebnis kaum vergessen ..., ich persönlich träume auf jeden Fall von einem solchen System in einem passenden Raum. Leider wird dies in meinen Räumlichkeiten nicht umsetzbar sein. Insofern behelfe ich mir anders :-)


​3.
Verbindet man den Klang der beiden vorher genannten Gruppen, so kommt man auf Lautsprecher, die ebenfalls einen guten Wirkungsgrad haben (über 90db, mitunter bis zu 97db), die ein anspringendes Klangbild mit "Slamm und Punch", aber dennoch den primären Focus auf ein Zeit- und Phasenrichtiges Klangbild legen. So sind zumeist die Chassis (ohne Hornverstärkung) gegeneinander auf der Achse verschoben oder diese sind sogar einstellbar.

​Dazu gehörten bei mir alle Wilson Audio Lautsprecher. Diese sind in der Lage eine perfekte Illusion einer Bühne zu skizzieren, einen weit in den Raum hinein hören zu lassen, gleichzeitig ist das Klangbild dynamisch anspringend. Der Focus dieser Lautsprecher ist es, Musik emotional erlebbar zu machen. Entsprechend kann man, ähnlich zu den beiden obigen genannten Lautsprecher Typen, bei diesem Lautsprecher nicht "weghören", wenn er spielt , will er volle Aufmerksamkeit. Man macht diese Lautsprecher im Prinzip nur an, wenn man konkret und fokussiert Musik hören mag.


4.
Dem gegenüber gibt es für mich den Typus des "Langzeit Hören Wollens" Lautsprecher. Diese haben zumeist einen recht stark zum Hochtonbereich abfallenden Frequenzgang, der die Lautsprecher angenehm klingen lässt. Die Gruppe der verschiedenen englischen BBC Monitor gehört für mich dazu, eine klassische Tannoy ist auch dabei, aber auch viele der omnidirektional arbeitenden Lautsprechersysteme usw usw. Ecken und Kanten der Musik werden etwas eingeschliffen, so dass ein angenehmes und als rund und harmonisch empfundenes Klangbild erschaffen wird. Diese Lautsprecher sind entsprechend gnädig, was die Qualität des source Materials ist, auch schlecht aufgenommene Digitalproduktionen der 80'er werden geniessbar. Die Art des Musikhörens erlaubt eine gewissen Distanz zum geschehen der Musik, der Lautsprecher könnte auch im Hintergrund spielen, ohne zu stören.

5.
Im völligen Kontrast stehen für mich die sogenannten "akustischen Lupen", deren Focus es ist, alle Informationen auf dem Quellmaterial hörbar zu machen. Das dominierende Lautsprecherkonzept in dieser Gruppe war lange Zeit der Aktiv Lautsprecher, dh er hat integrierte Endstufen und häufig eine digitale Freqzenzweiche.

Aber auch viele moderne Lautsprecher fokussieren sich auf dieses aktuell beliebte Klangbild. Der erste Klangeindruck ist zumeist eine sehr schlanke und mit einer Vielzahl an Details im Hochtonbereich daherkommende Wiedergabe.

Zu dieser Gruppe gehörten von meinen Lautsprecher zB die YG oder auch die Backes & Müller Lautsprecher. Schaut man sich die aktuellen deutschen High End Lautsprecher von zB Gauder, Tidal, Zellaton usw an, dann wird ein zumeist linearer Frequenzgang angestrebt, der durch aufwendige Weichen und hochwertige Chassis erreicht wird.

Auch international, man höre sich zB die aktuellen Modelle von Magico oder von Schweickert usw an, setzt sich dieses lineare und Informations focussierte Klangbild durch.

Mir persönlich gefallen diese Lautsprecher, bzw dieses angestrebte zumeist Klangbild nicht, da es zu sehr den Focus auf die wiedergegebenen Töne legt, häufig aber den Zusammenhang dieser zum Entstehen einer emotional ansprechenden Wiedergabe verliert.

Einige wenige Hersteller schaffen zum Glück die Balance , bzw schaffen es ein gesamt set up zu generieren, die auch mit dieser Lautsprechergruppe "Musik" hören geniessbar macht, zB immer wieder die Firma Goebel auf der High End in Muenchen.


6.
Diese Gruppe ist den Studio Lautsprechern gewidmet, die zumeist für definierte Raumkonditionen (Studio nach DIN oder SAEC) und vergebenem Lastenheft (zB Mastering oder Control Monitor) entwickelt werden. Wenn jemand in seinen privaten Räumen die Möglichkeit hat, eine Raum nach Studionorm zu gestalten, erhält mit diesen Lautsprechern ein Werkzeug, welches ihm ermöglicht die Aufnahme zu sezieren und womöglich all die im Studio bei der Abmischung verwendeten Effekte bzw Effektgeräte zu identifizieren. Mit diesen Lautsprechern hört man ein wenig Musik in der Art, als wenn man in der Küche isst, in der der Koch gerade das essen zubereitet. Manch einer findet es gut, ungefiltert dem Klang des letzten Produktionsschrittes der Aufnahme nahe zu sein.

Mir persönlich wird dabei oftmals die Illusion der Musik im Raum genommen. Ich lasse die im Studio angewendeten Effekte lieber auf mich Wirken und nehme da die entspannte Haltung des Connaisseurs ein, der sich das Essen im Restaurant am Tisch servieren lässt und die einzelnen Zutaten zum Genuss der Speisen nicht separieren und identifizieren muss.

​Nun klingelt es an der Türe und ich schreibe gleich zur Osiris weiter....

​Gruss
​Juergen
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Rudolf
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Beitrag von Rudolf »

Hallo Jürgen,

das ist eine schöne und nachvollziehbare Klassifizierung von Lautsprechern. Natürlich gibt es - wie immer - Ausnahmen davon, z. B. einzelne Studiomonitore, die durchaus auch etwas für Connaisseure sind.

Bin schon gespannt, ob Reiner (easy) bei dir den Avalon-Familiensound wiederfinden wird.

Viele Grüße
Rudolf
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shakti
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Beitrag von shakti »

Neil Patel hat seine Avalon Lautsprecher schon immer so konzipiert und abgestimmt, dass diese schwer in die genannten Kategorien einzuordnen sind. Entsprechend exklusiv war die Menge der Kunden, die sich für eine Avalon entschieden haben.

Der Frequenzgang einer Avalon war bei den ersten Generationen immer zum Hochtonbereich abfallend, von 200hz bis 20khz bis zu 3db.

(Die aktuelleren Modelle sind da zeitgenössisch linearer abgestimmt),

Insofern sind ​die klassischen Avalon Modelle absolut Langzeit MusikGenuss tauglich.

Neil Patel versteht es aber dennoch, seinen Lautsprechern Eigenschaften anzuerziehen, die man sonst eher in den anderen Lautsprecher Rubriken findet, zB eine sehr präzise räumliche Abbildung bei einer hinreichenden Menge an Details. Seine Abstimmung im Bassbereich liegt eher in einer tiefen Abstimmung (gut für die Räumlichkeit) denn in einem treibenden Kickbass.

Im Osiris manual erklärt er, dass für viele Qualitäten seiner Lautsprecher ein "schneller" Bassbereich notwendig sei. Die meisten Lautsprecherkonstruktionen würden versuchen einen solchen zu realisieren, indem man sich auf die Anstiegszeit , dh auf ein schnelles "Anspringen" des Chassis konzentriert. Ihm sei bei seinen Lautsprechern aber das schnelle ausklingen/abbremsen des Basschassis wichtig , was eine starke Kontrolle des Chassis durch die Endstufe voraussetzt.

Hört man sich nun die Avalon Osiris nach drei Tagen bei mir an, erkennt man zwar die Handschrift von Neil Patel dahingehend, dass der Lautsprecher ohne überzogenen Hochtonbereich abgestimmt ist. Aber die Gesamtperformance lässt einen das Denken in diesen Kategorien als überkommen erscheinen.

Die Osiris macht einfach alles besser, was ich von einem Lautsprecher vorher kannte.

(Wohlwissend, dass der Lautsprecher im Moment noch nicht auf Spikes steht, man sich diesen Effekt aber gut vorstellen kann, ist ja nicht der erste Lautsprecher, den ich vom Boden auf Spikes gestellt habe)

Nun bin ich durch meine bisherigen Lautsprecher eine gewisse Qualität gewöhnt, doch haben B&M, YG, Maxx 3 usw im Grunde genommen auf einem vergleichbaren level mit unterschiedlichen Schwerpunkten gespielt, wobei die Maxx 3 meinem persönlichen Geschmack am meiste entsprach.

Eine kleine Klasse darunter lagen dann die Zingali, hORNS Universum usw .

Die Avalon Osiris ist nun in meinem persönlichen Hörkosmos ein "Game Changer" , der deutlich oberhalb dessen spielt, was ich bisher in meinen Räumlichkeiten hatte, bzw ich würde sogar soweit gehen, dass die Osiris eine Performance liefert, die ich in Teilbereichen (Stimmen) noch nie so gehört habe.

​Der Bassbereich bietet nicht nur extreme Dynmikreserven, er geht in meinem Raum auch sehr sehr tief runter (das manual spricht von möglichen 10hz in room response), was mich bei einigen sehr bekannten Aufnahmen viel neues im Bassbereich erkennen lässt.

Daran schliesst sich bruchlos ein Mitteltonbereich an, der vor allen Dingen bei der Wiedergabe von Stimmen eine Natürlichkeit kennt, dass man das Gefühl hat, man könnte das Gesicht der singenden Person sehen.

Die Präzision und Natürlichkeit hängt sicherlich mit dem aufwendigen Hochtonbereich (3 Chassis) zusammen, der ebenfalls Details in einer Natürlichkeit erkennen lässt, der seinesgleichen sucht.

Hört man sich zB von​

​Youn Sun Nah "May favorite Things"

https://www.youtube.com/watch?v=v3q6L8ONqCI​

und

​​Youn Sun Nah "Same Girl"​

an, so klingen die Anfänge der beiden Stücke auf vielen Lautsprechern sehr ähnlich, im Sinne von "da klimpert was im Hochtonbereich", über die Osiris wird bewusst, wie unterschiedlich das Instrument eingefangen ist, im ersten Stück klingt der Korpus fast so, als würden Glöckchen schwingen, im zweiten Stück liegt der Focus mehr auf dem zupfen des Metalls, ganz so, wie man den Klang von kleinen Spieluhren kennt.

​All diese Details liefert die Osiris ohne den obersten Hochtonbereich leicht angehoben zu haben, ohne dass es im Mitteltonbereich eine Senke gibt, die den Lautsprecher analytisch und detailliert erscheinen lässt.

Die Osiris liefert diese Detailinformationen völlig eingebunden im Kontext des Musik Stückes, dh man hört die Musik, die Interpretation der Musiker und wenn man mag und hinhört eben auch all die Feinheiten.

​Macht man dann mal den musikalischen Genre Sprung und hört zB von

Miss Kittin "Kittin is High"

https://www.youtube.com/watch?v=9cRDEHnD3Bs​

kommt die Gattin ins Musikzimmer , fängt an zu tanzen und will auch mit Party machen.

....bekommen wir hin, was die Osiris aus

Yello "Limbo" live aus Berlin macht

https://www.youtube.com/watch?v=LdEI-A7UDr0

ist einfach faszinierend....


Mit der Osiris mag man durch seine Plattenschätze reisen und diese neu entdecken.

Dies habe ich bei früheren Qualitätssprüngen meiner Anlage schon ab und zu mal erleben dürfen, doch bei der Qualität der Wiedergabe in den letzten Jahren ging es mehr um den Blickwinkel auf die bekannte Aufnahme, denn um das neu entdecken von Detail.

​Dass ich dies in dieser qualitative Änderung noch einmal erleben darf begeistert mich, damit hatte ich nicht gerechnet. Selbst eines meiner ewigen LIeblingsstücke :

​Stan Getz, Astrud Gilberto "Girl from Ipanema"

https://www.youtube.com/watch?v=sVdaFQhS86E

​gewinnt an neuen Details. *faszinierend*


​Üblicherweise mache ich ein set up , indem ich die Komponenten so aufstelle, dass bei einigen bekannten Stücke die Wiedergabe meiner "Referenz" entspringt.

zB stelle ich Tonabnehmer zumeist mit eine Platte, bzw der Stimme von Leonard Cohen ein. Hört man sich diese Stücke aber nun mit der Osiris an, ist der Gewinn an Micro Informationen so gross, dass sich bei mir erste eine neue "Klangreferenz" bilden muss.

Es macht (aus meiner Sicht) im Moment auch noch keinen Sinn die Osiris auf Spikes und damit nicht mehr verrückbar zu positionieren, da ich mich an diese Qualität erst etwas gewöhnen muss um eine Idee zu entwickeln, in welche Richtung das fine Tuning gehen soll.

​ Die Menge der Referenzanlagen / Referenz Set ups in Deutschland ist leider limitiert , bzw nicht so einfach zugänglich, sonst würde ich gerne solche Anlagen und deren Nutzer besuchen, und die Bildung einer neuen "Klangreferenz" bzw "Klangkonditionierung " auf eine breitere Basis zu stellen.

Vielleicht sollte ich mal die Fa Goebel besuchen?

​In meiner Nachbarschaft gibt es zwar das Referenz set up der Firma Tidal mit der Assoluta, aber die klangliche Abstimmung dieser Lautsprecher ist mir zu "Contemporary" und nicht meinem Wunschklangbild entsprechend.

...Aber vielleicht sollte ich es mir gerade deshalb noch einmal anhören, vielleicht entwickelt sich ja mein Hörsinn auf diese Art weiter .

Am gestrigen Abend hatte ich Besuch von einem langjährigen Weggefährten in diesem Hobby. Hier seine mail von heute morgen:
Als ich heute Morgen meine Anlage angemacht habe hätte ich weinen können.

Ich bin so weit weg von dem gestern bei Dir gehörten, dass ich garnicht darüber nachzudenken brauche wie ich wohl an ein solches Hörerlebnis bei mir zu Hause komme.
Es sei den ich gewinne im Lotte kaufe mir ein größeres Haus und rüste dann die Anlage nach.

Fazit: Deine Anlage spielt gigantisch und ich habe noch nie besser Musik gehört.

Ich werde bei mir alles so stehen lassen bis das Lottospielen den gewünschten Erfolg gebracht hat.

Und wenn bis nächste Woche Samstag kein Lottogewinn eingegangen ist werde ich über andere Endstufen nachdenken oder einen sehr schnellen Vollverstärker oder ……..vielleicht doch andere Lautsprecher :-)

Vielen Dank das ich dieses fantastische Erlebnis bei Dir genießen durfte.
Ulli hört mit aktuell mit Wilson Audio Watt Puppy Lautsprechern.


Ich werde berichten, wie es klanglich weiter geht, erst mal eingewöhnen,
​dann weiter optimieren :-)

Gruss
Juergen
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Hifidistel
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Beitrag von Hifidistel »

Wo ordnen sich denn deiner Meinung nach die großartigen Lautsprechersysteme von Arnie Nudell, Harold Beveridge, Heiner Martion, Martin Logan oder auch MBL ein? Ich finde gerade die Lautsprecher interessant, die sich einer so schlichten Klassifizierung entziehen und nicht Technikorientiert sind, sondern tatsächlich eine authentische Musikwidergabe ermöglichen. Für mich kommen eigentlich nur Widergabesysteme in Frage, die in allen von dir angesprochenen Teilaspekten zumindest gut sind - und nicht nur in Einzelaspekten sehr gut.so, wie du deine Klassifizierung aufbaust, gehst ja eher davon aus, dass sich Hersteller in Teilaspekten hervortun. Oder irre ich mich da?
Lg
Sascha
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